Sacra.Wiki Karl Eduard Klein: Unterschied zwischen den Versionen

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|Name=Karl Eduard Klein
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|Geschlecht=männlich
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|Geburtsdatum=1773/11/01
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|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 49–50. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n69/mode/2up (Digitalisat)]
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|Quelle=Berthold Otto Cernik, Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag (Wien 1905) S. 49f.
Siehe Czerny, Die Bibliothek des Stiftes St. Florian, S. 126–127; Mühlbacher, Die literarischen Leistungen des Stiftes St. Florian, S. 109–110.
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Karl Eduard Klein, * 1. November 1773 in Wien, † 7. Mai 1837, empfing am 13. Oktober 1793 in St. Florian das Ordenskleid, legte am 1. Jänner 1798 die feierlichen Gelübde ab und feierte am 21. Jänner 1798 seine Primiz. Er wurde noch in demselben Jahr Kooperator in Ebelsberg, 1801 an der Stiftspfarre, 1808 Bibliothekar und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod am 7. Mai 1837. Er war auch Vizedirektor des k. k. Gymnasiums in Linz.
Karl Eduard Klein, * 1. November 1773 in Wien, † 7. Mai 1837, war Chorherr des [[Stift St. Florian|Stiftes St. Florian]].
Klein, „einer der gelehrtesten Bibliographen" [Primisser, Reisenachrichten 30], dessen ausgebreitete Kenntnisse die Wertschätzung von geachteten Gelehrten wie von Hormayr, Böhmer, Pertz und anderen fanden, besaß eine unversiegbare Begeisterung für die Schönheiten der klassischen Literatur. Er gehörte zu jenen Naturen, deren einziger Beruf es zu sein scheint, zu lesen und Lesenswertes zu sammeln. Die sinnlich blendendsten Seiten des Lebens scheinen ihnen nicht so reizend wie die Seiten ihrer Bücher. Nicht nur seine Zeit, sondern auch sein väterliches Vermögen – er stammte von wohlhabenden Eltern – opferte er der Bücherliebhaberei. Er gehört zu den großen Donatoren der Bibliothek von St. Florian. Die seltensten und niedlichsten Drucke wie die größten und schönsten der Engländer Baskerville, Foulis, Brindley, der Franzosen Barbou, Renouard, Didot, der Holländer Wetstein, Janson, Elzevir, der Wiener Schrämbl und Degen, Bodonis aus Parma und vieler anderer, mehrere hundert Bände an der Zahl, wurden in tadellosen Einbänden in seiner Privatsammlung aufgestellt und erhalten ihn jetzt noch in der Stiftsbibliothek fortwährend in gefeiertem Andenken. Wie gut Klein die besten Ausgaben der Prodbukte des menschlichen Geistes kannte, beweisen die von ihm geschriebenen Kataloge.


==Werke==
==Leben==
* Catalogus SS. Patrum, Historiae Literariae, Historiae naturis et lncunabulorum in Bibliotheca San-Floriana asservatorum. In alphabet. Ordnung mit literarhist. Zusätzen. Mskr. XI, 673. 4 Bde. zu 70, 112, 31 und 103 Bl. in .  
Klein empfing am 13. Oktober 1793 im Stift St. Florian das Ordenskleid, legte am 1. Jänner 1798 die feierlichen Gelübde ab und feierte am 21. Jänner 1798 seine Primiz. Er wurde noch im selben Jahr Kaplan in [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Florian #Ebelsberg|Ebelsberg]], 1801 an der [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Florian #St. Florian|Stiftspfarre]], 1808 Bibliothekar und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod am 7. Mai 1837. Zudem war Klein Vizedirektor des k. k. Gymnasiums in Linz.  
* Memorandenbuch. Führt meist seltene Bücher der Bibliothek des Stiftes St. Florian in alphabet. Ordnung an und bringt wertvolle literarhist. Nachweise. Mskr. XI 674. 2°. Enthält neben den 110 numerierten ebensoviele eingeschaltete Blätter.  
 
* Catalog der modernen lateinischen schönen Literatur. Reich mit literarhist. Notizen versehen. Mskr. XI, 675. 138 Bl. . „Klein's Cataloge", heißt es in einer Biographie [Österr. Nationalenzyklopädie, Suppl. 6, 513. Vgl. Wurzbach, 12, 59, Nr. 11. Erwähnenswert ist auch Kleins „Blumenlese aus deutschen Dichtern". Mskr. XI, 541. F. 87 BI. .], „sind die Frucht einer erstaunenswerthen Belesenheit und eines eisernen Fleißes, einzig in ihrer Art und ein wahrer Reichthum und Schatz von Gelehrsamkeit."
Zu seinen Lebzeiten war Klein in Fachkreisen als "einer der gelehrtesten Bibliographen"<ref>Primisser, Reisenachrichten, S. 30. [https://books.google.at/books?id=GLBfAAAAcAAJ&lpg=PA5&ots=CK_OTNz8KL&dq=de&pg=PA30#v=onepage&q&f=false (Digitalisat)]</ref> und stand im Austausch mit zahlreichen namhaften Geschichtsforschern seiner Zeit, wie zum Beispiel Joseph von Hormayr, Johann Friedrich Böhmer oder Heinrich Pertz. Als Bibliothekar des Stiftes investierte er einen Großteil des ihm vererbten väterlichen Vermögens in den Erhalt und in die Erweiterung der Bibliothek. Damit gehörte Klein selbst zu den großen Benefaktoren der Stiftsbibliothek im 19. Jahrhundert. Er sammelte auch seltene Drucke englischer (Baskerville, Foulis, Brindley), französischer (Barbou, Renouard, Didot) und niederländischer Autoren (Wetstein, Janson, Elzevi) sowie auch von den Wiener Schriftstellern Anton Schrämbl und Joseph Vinzenz Degen sowie von Bodonis aus Parma. Insgesamt umfasste Kleins Privatsammlung mehrere hundert Bände, die nach seinem Tod in die Bestände der Stiftsbibliothek aufgenommen wurden. Aus Kleins Zeit als Bibliothekar gingen einige geschriebene Bibliothekskataloge hervor.
 
==Werke aus der Stiftsbibliothek St. Florian==
* Cod. XI 541 F: Blumenlese aus deutschen Dichtern.
* [https://manuscripta.at/?ID=28359 Cod. XI 673] (4 Bände): Catalogus SS. Patrum, Historiae Literariae, Historiae naturis et lncunabulorum in Bibliotheca San-Floriana asservatorum.
* [https://manuscripta.at/?ID=28358 Cod. XI 674]: Memorandenbuch. Enthält neben den 110 nummerierten ebensoviele eingeschaltete Blätter.  
* [https://manuscripta.at/?ID=28360 Cod. XI 675]: Catalog der modernen lateinischen schönen Literatur.
 
==Literatur==
* [[Albin Czerny]]: Die Bibliothek des Chorherrenstiftes St. Florian. Geschichte und Beschreibung. Ein Beitrag zur Culturgeschichte Oesterreichs, S. 126–127. [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11184590_00140.html (Digitalisat)]
* [[Engelbert Mühlbacher]]: Die literarischen Leistungen des Stiftes St. Florian. Innsbruck 1905, S. 109–110.
* Art. Klein, Carl Eduard. In: Österreichische Nationalenzyklopädie. Supplementband 6 (1837), S. 513. [https://archive.org/details/oesterreichisch00grgoog/page/n542/mode/2up (Digitalisat)]
* Alois Primisser: Reisenachrichten über Denkmale der Kunst und des Alterthums in den Oesterreichischen Abteyen, und in einigen andern Kirchen Oesterreichs und Kärnthens. Mit 3 Bildertafeln. Wien 1822. [https://books.google.at/books?id=GLBfAAAAcAAJ&hl=de&pg=PA2#v=onepage&q&f=false (Digitalisat)]
* Constantin von Wurzbach: Art. Klein, Karl Eduard. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 12 (1864), S. 59. [http://www.literature.at/viewer.alo?objid=11815&page=61&scale=3.33&viewmode=fullscreen (Digitalisat)]
* Ignaz Zibermayr: Das Oberösterreichische Landesarchiv in Linz. Im Bilde der Entwicklung des heimatlichen Schriftwesens und der Landesgeschichte. Linz 1950 (3. Auflage), S. 248.
 
==Einzelnachweise==
 
[[Kategorie:Geboren in Wien]]
[[Kategorie:Stift St. Florian]]
[[Kategorie:Kaplan]]
[[Kategorie:Bibliothekar]]
[[Kategorie:Geschichtsforschung]]

Aktuelle Version vom 14. Dezember 2021, 11:15 Uhr




Karl Eduard Klein, * 1. November 1773 in Wien, † 7. Mai 1837, war Chorherr des Stiftes St. Florian.

Leben

Klein empfing am 13. Oktober 1793 im Stift St. Florian das Ordenskleid, legte am 1. Jänner 1798 die feierlichen Gelübde ab und feierte am 21. Jänner 1798 seine Primiz. Er wurde noch im selben Jahr Kaplan in Ebelsberg, 1801 an der Stiftspfarre, 1808 Bibliothekar und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod am 7. Mai 1837. Zudem war Klein Vizedirektor des k. k. Gymnasiums in Linz.

Zu seinen Lebzeiten war Klein in Fachkreisen als "einer der gelehrtesten Bibliographen"[1] und stand im Austausch mit zahlreichen namhaften Geschichtsforschern seiner Zeit, wie zum Beispiel Joseph von Hormayr, Johann Friedrich Böhmer oder Heinrich Pertz. Als Bibliothekar des Stiftes investierte er einen Großteil des ihm vererbten väterlichen Vermögens in den Erhalt und in die Erweiterung der Bibliothek. Damit gehörte Klein selbst zu den großen Benefaktoren der Stiftsbibliothek im 19. Jahrhundert. Er sammelte auch seltene Drucke englischer (Baskerville, Foulis, Brindley), französischer (Barbou, Renouard, Didot) und niederländischer Autoren (Wetstein, Janson, Elzevi) sowie auch von den Wiener Schriftstellern Anton Schrämbl und Joseph Vinzenz Degen sowie von Bodonis aus Parma. Insgesamt umfasste Kleins Privatsammlung mehrere hundert Bände, die nach seinem Tod in die Bestände der Stiftsbibliothek aufgenommen wurden. Aus Kleins Zeit als Bibliothekar gingen einige geschriebene Bibliothekskataloge hervor.

Werke aus der Stiftsbibliothek St. Florian

  • Cod. XI 541 F: Blumenlese aus deutschen Dichtern.
  • Cod. XI 673 (4 Bände): Catalogus SS. Patrum, Historiae Literariae, Historiae naturis et lncunabulorum in Bibliotheca San-Floriana asservatorum.
  • Cod. XI 674: Memorandenbuch. – Enthält neben den 110 nummerierten ebensoviele eingeschaltete Blätter.
  • Cod. XI 675: Catalog der modernen lateinischen schönen Literatur.

Literatur

  • Albin Czerny: Die Bibliothek des Chorherrenstiftes St. Florian. Geschichte und Beschreibung. Ein Beitrag zur Culturgeschichte Oesterreichs, S. 126–127. (Digitalisat)
  • Engelbert Mühlbacher: Die literarischen Leistungen des Stiftes St. Florian. Innsbruck 1905, S. 109–110.
  • Art. Klein, Carl Eduard. In: Österreichische Nationalenzyklopädie. Supplementband 6 (1837), S. 513. (Digitalisat)
  • Alois Primisser: Reisenachrichten über Denkmale der Kunst und des Alterthums in den Oesterreichischen Abteyen, und in einigen andern Kirchen Oesterreichs und Kärnthens. Mit 3 Bildertafeln. Wien 1822. (Digitalisat)
  • Constantin von Wurzbach: Art. Klein, Karl Eduard. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 12 (1864), S. 59. (Digitalisat)
  • Ignaz Zibermayr: Das Oberösterreichische Landesarchiv in Linz. Im Bilde der Entwicklung des heimatlichen Schriftwesens und der Landesgeschichte. Linz 1950 (3. Auflage), S. 248.

Einzelnachweise

  1. Primisser, Reisenachrichten, S. 30. (Digitalisat)
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