<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de-AT">
	<id>https://sacra.wiki/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Stift_Reichersberg</id>
	<title>Stift Reichersberg - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://sacra.wiki/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Stift_Reichersberg"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-13T10:48:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Sacra.Wiki</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.36.1</generator>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10704&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Soziale Verhältnisse */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10704&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T10:56:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Soziale Verhältnisse&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table style=&quot;background-color: #fff; color: #202122;&quot; data-mw=&quot;interface&quot;&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;tr class=&quot;diff-title&quot; lang=&quot;de-AT&quot;&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;← Nächstältere Version&lt;/td&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 4. November 2022, 10:56 Uhr&lt;/td&gt;
				&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l268&quot;&gt;Zeile 268:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 268:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Administrator Ortolf von Teuffenbach verringerte die Zahl der Herrenpfründen auf acht. Eine Urkunde vom Jahre 1335 spricht von einer pusillus grex canonicorum Reycherspergensis ecclesie. Wahrscheinlich lebten auch einige Konversen im Stift. Auch das Wahlinstrument des Propstes Griffo von Ottenberg vom 2. Juli 1386 ist nur von acht Chorherren unterzeichnet. Ihnen sind aber noch die in Niederösterreich stationierten Kapitulare zuzuzählen, die an der Wahl nicht teilnahmen, und wohl auch einige Jungherren, die noch nicht stimmberechtigt waren. Der Gesamtpersonalstand wird die Zahl 20 kaum überschritten haben. In der Reformationszeit sank die Zahl der Mitglieder von 23 im Jahre 1558 auf 14 im Jahre 1569. Im Zuge der inneren Reform füllte sich der Konvent aber wieder auf. Die Novizenaufnahme wurde der Zahl der Todesfälle angepasst, so dass die Gemeinschaft immer etwa 25 Mitglieder zählte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Administrator Ortolf von Teuffenbach verringerte die Zahl der Herrenpfründen auf acht. Eine Urkunde vom Jahre 1335 spricht von einer pusillus grex canonicorum Reycherspergensis ecclesie. Wahrscheinlich lebten auch einige Konversen im Stift. Auch das Wahlinstrument des Propstes Griffo von Ottenberg vom 2. Juli 1386 ist nur von acht Chorherren unterzeichnet. Ihnen sind aber noch die in Niederösterreich stationierten Kapitulare zuzuzählen, die an der Wahl nicht teilnahmen, und wohl auch einige Jungherren, die noch nicht stimmberechtigt waren. Der Gesamtpersonalstand wird die Zahl 20 kaum überschritten haben. In der Reformationszeit sank die Zahl der Mitglieder von 23 im Jahre 1558 auf 14 im Jahre 1569. Im Zuge der inneren Reform füllte sich der Konvent aber wieder auf. Die Novizenaufnahme wurde der Zahl der Todesfälle angepasst, so dass die Gemeinschaft immer etwa 25 Mitglieder zählte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Zwischen 1633 und 1779 traten 150 Chorherren in Reichersberg ein, zwei Drittel stammten aus Bayern. Adelige und Bauern waren nur mit je vier Prozent vertreten, meist waren es Söhne von Beamten, Handwerkern und Gewerbetreibenden. Joseph II. verfügte für das Stift einen Numerus fixus von 16 Mann. Demzufolge und auch mangels geeigneter Bewerber gab es von 1777 bis 1789 keinen Eintritt. Nach der sechs Jahre dauernden Administration in der Franzosenzeit erschienen am 17. Februar 1817 sämtliche noch lebende Kapitulare &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;- &lt;/del&gt;es waren nur mehr 13 &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;- &lt;/del&gt;zur Wahl eines neuen Propstes. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Zahl der Mitglieder wieder langsam an und erreichte im Jubeljahr 1884 die Zahl von 24 Priestern und drei Junioren. Dieselbe Zahl entnehmen wir dem Personalschematimus von 1921.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Zwischen 1633 und 1779 traten 150 Chorherren in Reichersberg ein, zwei Drittel stammten aus Bayern. Adelige und Bauern waren nur mit je vier Prozent vertreten, meist waren es Söhne von Beamten, Handwerkern und Gewerbetreibenden. Joseph II. verfügte für das Stift einen Numerus fixus von 16 Mann. Demzufolge und auch mangels geeigneter Bewerber gab es von 1777 bis 1789 keinen Eintritt. Nach der sechs Jahre dauernden Administration in der Franzosenzeit erschienen am 17. Februar 1817 sämtliche noch lebende Kapitulare &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;– &lt;/ins&gt;es waren nur mehr 13 &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;– &lt;/ins&gt;zur Wahl eines neuen Propstes. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Zahl der Mitglieder wieder langsam an und erreichte im Jubeljahr 1884 die Zahl von 24 Priestern und drei Junioren. Dieselbe Zahl entnehmen wir dem Personalschematimus von 1921.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In der nationalsozialistischen Ära gab es keinen einzigen Eintritt. Todesfälle und Austritte von Klerikern dezimierten die Gemeinschaft von 27 im Jahre 1938 auf 17 im Jahre 1945. In den Nachkriegsjahren zeigt sich ein langsamer Aufwärtstrend, der jedoch in der nachkonziliaren Zeit zum Stillstand kam. Nach einer Unterbrechung von elf Jahren traten erst wieder 1978 drei Kandidaten ein. Im Jahre 1995 zählt das Stift 25 Mitglieder: 22 Priester und drei Junioren; das Durchschnittsalter beträgt 49 Jahre. Von ihnen stammen nur ein Drittel aus Familien von Selbständigen (Gewerbetreibende und Bauern), den größeren Teil stellen Söhne von Arbeitern, Nebenerwerbsbauern und Beamten. Es fällt aus, dass kein einziger Chorherr aus einer Akademikerfamilie kommt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In der nationalsozialistischen Ära gab es keinen einzigen Eintritt. Todesfälle und Austritte von Klerikern dezimierten die Gemeinschaft von 27 im Jahre 1938 auf 17 im Jahre 1945. In den Nachkriegsjahren zeigt sich ein langsamer Aufwärtstrend, der jedoch in der nachkonziliaren Zeit zum Stillstand kam. Nach einer Unterbrechung von elf Jahren traten erst wieder 1978 drei Kandidaten ein. Im Jahre 1995 zählt das Stift 25 Mitglieder: 22 Priester und drei Junioren; das Durchschnittsalter beträgt 49 Jahre. Von ihnen stammen nur ein Drittel aus Familien von Selbständigen (Gewerbetreibende und Bauern), den größeren Teil stellen Söhne von Arbeitern, Nebenerwerbsbauern und Beamten. Es fällt aus, dass kein einziger Chorherr aus einer Akademikerfamilie kommt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;

&lt;!-- diff cache key wiki:diff::1.12:old-10703:rev-10704 --&gt;
&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10703&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Soziale Verhältnisse */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10703&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T09:40:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Soziale Verhältnisse&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table style=&quot;background-color: #fff; color: #202122;&quot; data-mw=&quot;interface&quot;&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;tr class=&quot;diff-title&quot; lang=&quot;de-AT&quot;&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;← Nächstältere Version&lt;/td&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 4. November 2022, 09:40 Uhr&lt;/td&gt;
				&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l260&quot;&gt;Zeile 260:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 260:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;   &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;   &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Soziale Verhältnisse ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Soziale Verhältnisse ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Genaue Angaben über die Stärke und soziale Zusammensetzung des Reichersberger Konvents sind bis zur Barockzeit nicht möglich, da sämtliche Unterlagen beim Brand von 1624 zugrunde gingen. Die erste vollständige Aufzählung der hiesigen Chorherren liegt erst von 1675 vor, die nächste von 1728.1884 hat Konrad Meindl in mühevoller Kleinarbeit ein Verzeichnis der Chorherren erstellt, deren Namen er aus den verschiedensten Quellen zusammentrug. In der Weiterführung bis zum Jahre 1988 scheinen darin 693 Mitglieder auf.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Genaue Angaben über die Stärke und soziale Zusammensetzung des Reichersberger Konvents sind bis zur Barockzeit nicht möglich, da sämtliche Unterlagen beim Brand von 1624 zugrunde gingen. Die erste vollständige Aufzählung der hiesigen Chorherren liegt erst von 1675 vor, die nächste von 1728. 1884 hat Konrad Meindl in mühevoller Kleinarbeit ein Verzeichnis der Chorherren erstellt, deren Namen er aus den verschiedensten Quellen zusammentrug. In der Weiterführung bis zum Jahre 1988 scheinen darin 693 Mitglieder auf.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Diese Zahl entspricht sicherlich nicht der Realität, weil besonders für die ersten Jahrhunderte die urkundlichen Nachrichten sehr spärlich sind. Wir gehen aber wohl nicht fehl in der Annahme, dass es in den ersten Jahrzehnten nur eine kleine Schar von Klerikern war, die in dem alten Burgkloster ein mehr kontemplativ ausgerichtetes Leben führte. Weder die ungeeigneten Gebäude noch die karge Dotation hätten einen größeren Konvent erlaubt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Diese Zahl entspricht sicherlich nicht der Realität, weil besonders für die ersten Jahrhunderte die urkundlichen Nachrichten sehr spärlich sind. Wir gehen aber wohl nicht fehl in der Annahme, dass es in den ersten Jahrzehnten nur eine kleine Schar von Klerikern war, die in dem alten Burgkloster ein mehr kontemplativ ausgerichtetes Leben führte. Weder die ungeeigneten Gebäude noch die karge Dotation hätten einen größeren Konvent erlaubt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Erst mit dem dritten Propst Gerhoch (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1132-1169&lt;/del&gt;) begann eine über dreißig Jahre dauernde Blütezeit. Die Chronik berichtet zwar von Laienbrüdern in nicht geringer Zahl, in einer Urkunde aus Gerhochs späterer Zeit unterschreiben neben Propst und Dechant aber nur zwei Priester, fünf Diakone und zwei Subdiakone. Das wird die Mehrzahl der im Stift selbst dienenden Kanoniker gewesen sein. Auch die Tatsache, dass an den acht großen Bänden des Psalmenkommentars nur drei Schreiber tätig waren, lässt auf einen kleinen Konvent schließen. Nur in einzelnen Fällen lassen sich Stand und Familie der Konventsmitglieder ermitteln. Sie zeigen Reichersberg als ein Stift der kleinen freien und ministerialischen Familien des Inntals. Nur äußerst selten begehrten Söhne des hohen Adels hier Aufnahme, und das wurde dann beinahe als Sensation empfunden. Eine Urkunde aus dem Jahre 1227 ist von 16 Chorherren unterzeichnet. Beim Tod des Propstes Walter 1281 lebten 20 Chorherren im Stift, sechs auf Pfarreien.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Erst mit dem dritten Propst Gerhoch (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1132–1169&lt;/ins&gt;) begann eine über dreißig Jahre dauernde Blütezeit. Die Chronik berichtet zwar von Laienbrüdern in nicht geringer Zahl, in einer Urkunde aus Gerhochs späterer Zeit unterschreiben neben Propst und Dechant aber nur zwei Priester, fünf Diakone und zwei Subdiakone. Das wird die Mehrzahl der im Stift selbst dienenden Kanoniker gewesen sein. Auch die Tatsache, dass an den acht großen Bänden des Psalmenkommentars nur drei Schreiber tätig waren, lässt auf einen kleinen Konvent schließen. Nur in einzelnen Fällen lassen sich Stand und Familie der Konventsmitglieder ermitteln. Sie zeigen Reichersberg als ein Stift der kleinen freien und ministerialischen Familien des Inntals. Nur äußerst selten begehrten Söhne des hohen Adels hier Aufnahme, und das wurde dann beinahe als Sensation empfunden. Eine Urkunde aus dem Jahre 1227 ist von 16 Chorherren unterzeichnet. Beim Tod des Propstes Walter 1281 lebten 20 Chorherren im Stift, sechs auf Pfarreien.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Administrator Ortolf von Teuffenbach verringerte die Zahl der Herrenpfründen auf acht. Eine Urkunde vom Jahre 1335 spricht von einer pusillus grex canonicorum Reycherspergensis ecclesie. Wahrscheinlich lebten auch einige Konversen im Stift. Auch das Wahlinstrument des Propstes Griffo von Ottenberg vom 2. Juli 1386 ist nur von acht Chorherren unterzeichnet. Ihnen sind aber noch die in Niederösterreich stationierten Kapitulare zuzuzählen, die an der Wahl nicht teilnahmen, und wohl auch einige Jungherren, die noch nicht stimmberechtigt waren. Der Gesamtpersonalstand wird die Zahl 20 kaum überschritten haben. In der Reformationszeit sank die Zahl der Mitglieder von 23 im Jahre 1558 auf 14 im Jahre 1569. Im Zuge der inneren Reform füllte sich der Konvent aber wieder auf. Die Novizenaufnahme wurde der Zahl der Todesfälle angepasst, so dass die Gemeinschaft immer etwa 25 Mitglieder zählte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Administrator Ortolf von Teuffenbach verringerte die Zahl der Herrenpfründen auf acht. Eine Urkunde vom Jahre 1335 spricht von einer pusillus grex canonicorum Reycherspergensis ecclesie. Wahrscheinlich lebten auch einige Konversen im Stift. Auch das Wahlinstrument des Propstes Griffo von Ottenberg vom 2. Juli 1386 ist nur von acht Chorherren unterzeichnet. Ihnen sind aber noch die in Niederösterreich stationierten Kapitulare zuzuzählen, die an der Wahl nicht teilnahmen, und wohl auch einige Jungherren, die noch nicht stimmberechtigt waren. Der Gesamtpersonalstand wird die Zahl 20 kaum überschritten haben. In der Reformationszeit sank die Zahl der Mitglieder von 23 im Jahre 1558 auf 14 im Jahre 1569. Im Zuge der inneren Reform füllte sich der Konvent aber wieder auf. Die Novizenaufnahme wurde der Zahl der Todesfälle angepasst, so dass die Gemeinschaft immer etwa 25 Mitglieder zählte.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10702&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Das niederösterreichische Lehen */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10702&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T09:39:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Das niederösterreichische Lehen&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table style=&quot;background-color: #fff; color: #202122;&quot; data-mw=&quot;interface&quot;&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;tr class=&quot;diff-title&quot; lang=&quot;de-AT&quot;&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;← Nächstältere Version&lt;/td&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 4. November 2022, 09:39 Uhr&lt;/td&gt;
				&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l231&quot;&gt;Zeile 231:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 231:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In der Urkunde wird betont, dass die Pfarre Bromberg von der Püttenau bis zur Ungarngrenze und bis zum Hartberg ausgedehnt werden könnte. Tatsächlich wollte ich das Kloster Formbach mit den dadurch geschaffenen Besitzverhältnissen nicht so ohne weiteres abfinden, doch gelang im Jahre 1146 eine gütliche Einigung. An den Pfarren Bromberg und Pitten waren damals noch Weltpriester angestellt. Daher ließ Propst Gerhoch zur Verwaltung und Einhebung des Zehents in Pitten eine Niederlassung für die Chorherren erbauen. Die Kapelle wurde im Herbst 1149 von Erzbischof Eberhard I. persönlich geweiht.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In der Urkunde wird betont, dass die Pfarre Bromberg von der Püttenau bis zur Ungarngrenze und bis zum Hartberg ausgedehnt werden könnte. Tatsächlich wollte ich das Kloster Formbach mit den dadurch geschaffenen Besitzverhältnissen nicht so ohne weiteres abfinden, doch gelang im Jahre 1146 eine gütliche Einigung. An den Pfarren Bromberg und Pitten waren damals noch Weltpriester angestellt. Daher ließ Propst Gerhoch zur Verwaltung und Einhebung des Zehents in Pitten eine Niederlassung für die Chorherren erbauen. Die Kapelle wurde im Herbst 1149 von Erzbischof Eberhard I. persönlich geweiht.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Zehentablieferung an ein bayerisches, also im Ausland gelegenes Kloster, das dafür auch keine Gegenleistung erbrachte, war sicher nicht unproblematisch. Daher inkorporierte Erzbischof Eberhard I. im Jahr 1160 die Pfarre Bromberg dem Stift und betraute die Chorherren mit der Seelsorge in diesem ungeheuer ausgedehnten Sprengel. Damit erübrigte sich die Niederlassung der Chorherren in Pitten, und in den folgenden Jahrhunderten fungierten die Pfarrer von Bromberg auch als Lehensverwalter, das heißt als Vertreter des Propstes in der Waldmark. Von hier aus wurden die Pfarrer präsentiert, der Zehent vergeben, Pachtverträge geordnet, Streitigkeiten geschlichtet und gelegentlich auch Stiftungen entgegengenommen. Propst Griffo von Ottenberg (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1386 – 1412&lt;/del&gt;) weilte fast jedes zweite Jahr in Bromberg, wo sich dann alle Zehentpächter einfanden.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Zehentablieferung an ein bayerisches, also im Ausland gelegenes Kloster, das dafür auch keine Gegenleistung erbrachte, war sicher nicht unproblematisch. Daher inkorporierte Erzbischof Eberhard I. im Jahr 1160 die Pfarre Bromberg dem Stift und betraute die Chorherren mit der Seelsorge in diesem ungeheuer ausgedehnten Sprengel. Damit erübrigte sich die Niederlassung der Chorherren in Pitten, und in den folgenden Jahrhunderten fungierten die Pfarrer von Bromberg auch als Lehensverwalter, das heißt als Vertreter des Propstes in der Waldmark. Von hier aus wurden die Pfarrer präsentiert, der Zehent vergeben, Pachtverträge geordnet, Streitigkeiten geschlichtet und gelegentlich auch Stiftungen entgegengenommen. Propst Griffo von Ottenberg (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1386–1412&lt;/ins&gt;) weilte fast jedes zweite Jahr in Bromberg, wo sich dann alle Zehentpächter einfanden.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Eine direkte Zehenteinhebung wäre mit ungeheuren Kosten und Schwierigkeiten verbunden gewesen, deshalb wählte man eine Form, die auf einfache und leicht durchführbare Art den Zehentnutzgenuss gewährleistete: den Zehentpachtvertrag. Adelige Herren, Burggrafen, Ritter und auch Pfarrer erhielten den Zehent für gewisse Zeitabschnitte, meist nur einige Jahre. Sie waren gezwungen, ihren Verpflichtungen gewissenhaft nachzukommen, falls sie nicht Gefahr laufen wollten, den Vertrag für die kommenden Zeiten zu verlieren.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Eine direkte Zehenteinhebung wäre mit ungeheuren Kosten und Schwierigkeiten verbunden gewesen, deshalb wählte man eine Form, die auf einfache und leicht durchführbare Art den Zehentnutzgenuss gewährleistete: den Zehentpachtvertrag. Adelige Herren, Burggrafen, Ritter und auch Pfarrer erhielten den Zehent für gewisse Zeitabschnitte, meist nur einige Jahre. Sie waren gezwungen, ihren Verpflichtungen gewissenhaft nachzukommen, falls sie nicht Gefahr laufen wollten, den Vertrag für die kommenden Zeiten zu verlieren.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;

&lt;!-- diff cache key wiki:diff::1.12:old-10701:rev-10702 --&gt;
&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10701&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Wirtschaftliche Verhältnisse */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10701&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T09:27:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Wirtschaftliche Verhältnisse&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table style=&quot;background-color: #fff; color: #202122;&quot; data-mw=&quot;interface&quot;&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;tr class=&quot;diff-title&quot; lang=&quot;de-AT&quot;&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;← Nächstältere Version&lt;/td&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 4. November 2022, 09:27 Uhr&lt;/td&gt;
				&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l174&quot;&gt;Zeile 174:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 174:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Zu den Weingärten in Aschach und Krems erwarb das Stift im 13. Jahrhundert noch weitere, nämlich den Weinzierlhof bei Krems und das Gut Oberhrub an der mährischen Grenze. 1242 kamen einige Höfe zu Abtenau im Land Salzburg durch Tausch in den Besitz des Stiftes.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Zu den Weingärten in Aschach und Krems erwarb das Stift im 13. Jahrhundert noch weitere, nämlich den Weinzierlhof bei Krems und das Gut Oberhrub an der mährischen Grenze. 1242 kamen einige Höfe zu Abtenau im Land Salzburg durch Tausch in den Besitz des Stiftes.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Im 13. und 14. Jahrhundert stagnierte die wirtschaftliche Situation. Die Schenkungen und Stiftungen gingen merklich zurück, der rasche Wechsel der Pröpste und Administratoren vereitelte langfristige Planungen. Erst die Pröpste Dietmar von Bergheim (1346 – 1386) und Griffo von Ottenberg (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1386-1412&lt;/del&gt;) erreichten einen wirtschaftlichen Aufschwung, der bis in die 53 Jahre dauernde Regierungszeit des Propstes Paul Tellenpeck (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1415 – 1468&lt;/del&gt;) anhielt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Im 13. und 14. Jahrhundert stagnierte die wirtschaftliche Situation. Die Schenkungen und Stiftungen gingen merklich zurück, der rasche Wechsel der Pröpste und Administratoren vereitelte langfristige Planungen. Erst die Pröpste Dietmar von Bergheim (1346 – 1386) und Griffo von Ottenberg (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1386–1412&lt;/ins&gt;) erreichten einen wirtschaftlichen Aufschwung, der bis in die 53 Jahre dauernde Regierungszeit des Propstes Paul Tellenpeck (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1415–1468&lt;/ins&gt;) anhielt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In dieser Zeit legte der Schaffer Bartholomäus Hoyer ein „Registrum“ an, dass uns wertvolle Einblicke in die gesamte Hausverwaltung der geistlichen Kommunität gibt. Die Aufzählung sämtlicher Ämter des Kapitels und der Bediensteten nebst ihren Verpflichtungen, der Präbenden der Chorherren und der Löhne der Angestellten, die Gebräuche in Küche, Keller und Ökonomie stellt die gesamte Organisation des klösterlichen Hauswesens als ein wechselseitiges Spiel von Leistung und Gegenleistung dar.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In dieser Zeit legte der Schaffer Bartholomäus Hoyer ein „Registrum“ an, dass uns wertvolle Einblicke in die gesamte Hausverwaltung der geistlichen Kommunität gibt. Die Aufzählung sämtlicher Ämter des Kapitels und der Bediensteten nebst ihren Verpflichtungen, der Präbenden der Chorherren und der Löhne der Angestellten, die Gebräuche in Küche, Keller und Ökonomie stellt die gesamte Organisation des klösterlichen Hauswesens als ein wechselseitiges Spiel von Leistung und Gegenleistung dar.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;

&lt;!-- diff cache key wiki:diff::1.12:old-10700:rev-10701 --&gt;
&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10700&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Das 20. Jahrhundert */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10700&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T09:21:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Das 20. Jahrhundert&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table style=&quot;background-color: #fff; color: #202122;&quot; data-mw=&quot;interface&quot;&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;tr class=&quot;diff-title&quot; lang=&quot;de-AT&quot;&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;← Nächstältere Version&lt;/td&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 4. November 2022, 09:21 Uhr&lt;/td&gt;
				&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l137&quot;&gt;Zeile 137:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 137:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Das 20. Jahrhundert ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Das 20. Jahrhundert ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der bisherige Stiftsdechant [[Konrad III. Meindl|Konrad Meindl]] hatte sich längst das Vertrauen der Mitbrüder erworben. Der langjährige Bibliothekar und Archivar des Stiftes ganz nicht nur als eifriger Historiker und Heimatforscher, er stand auch im Ruf eines vorbildlichen Ordensmannes.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der bisherige Stiftsdechant [[Konrad III. Meindl|Konrad Meindl]] hatte sich längst das Vertrauen der Mitbrüder erworben. Der langjährige Bibliothekar und Archivar des Stiftes ganz nicht nur als eifriger Historiker und Heimatforscher, er stand auch im Ruf eines vorbildlichen Ordensmannes. Nach seiner Wahl zum Propst am 29. Mai 1900 bemühte er sich besonders um die Hebung des geistlichen Niveaus in der Gemeinschaft. Er bezog auch den Kreuzgang mit den ebenerdigen Räumen in die Klausur ein, verrichtete mit den Chorherren das vollständige Chorgebet und ließ den Sommersaal zur Chorkapelle umgestalten. Er nahm auch regen Anteil am Zustandekommen der Österreichischen Chorherrenkongregation 1907 und achtete gewissenhaft auf die Einhaltung der neuen Statuten.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Nach seiner Wahl zum Propst am 29. Mai 1900 bemühte er sich besonders um die Hebung des geistlichen Niveaus in der Gemeinschaft. Er bezog auch den Kreuzgang mit den ebenerdigen Räumen in die Klausur ein, verrichtete mit den Chorherren das vollständige Chorgebet und ließ den Sommersaal zur Chorkapelle umgestalten. Er nahm auch regen Anteil am Zustandekommen der Österreichischen Chorherrenkongregation 1907 und achtete gewissenhaft auf die Einhaltung der neuen Statuten.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Ende 1901 brannte der Meierhof ab, der Neubau konnte jedoch bis zur Ernte 1902 fertiggestellt werden. Propst Konrad verwaltete das Rentmeisteramt selbst und führte nach einem genau festgelegten Plan, ohne jemals die Finanzen des Stiftes zu überziehen, viele notwendige Restaurierungsarbeiten in Kirche und Stift durch. Bei seinem Tod 1915 hinterließ er ein geordnetes Hauswesen und eine vom Ordensgeist durchdrungene Gemeinschaft.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Ende 1901 brannte der Meierhof ab, der Neubau konnte jedoch bis zur Ernte 1902 fertiggestellt werden. Propst Konrad verwaltete das Rentmeisteramt selbst und führte nach einem genau festgelegten Plan, ohne jemals die Finanzen des Stiftes zu überziehen, viele notwendige Restaurierungsarbeiten in Kirche und Stift durch. Bei seinem Tod 1915 hinterließ er ein geordnetes Hauswesen und eine vom Ordensgeist durchdrungene Gemeinschaft.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Unterdessen war der erste Weltkrieg ausgebrochen. Wenn auch die eigenetlichen Kriegsschauplätze in weiter Ferne lagen, so prägte der Krieg doch das gesamte Leben in Stadt und Land. In der Landwirtschaft fehlten die zu den Waffen gerufenen Arbeitskräfte, sie konnten ab 1916 durch russische Kriegsgefangene ersetzt werden. Schwerer als die Zwangsablieferung von Getreide und Naturalien wogen die Metalllieferungen, denen auch die Kirchenglocken zum Opfer fielen – von den sieben Glocken durften nur die größte und die kleinste am Turm verbleiben. Von 1915 bis zum Ende des Krieges beherbergte das Stift 20 italienische Priester, die aus politischen Gründen hier interniert waren. Im Dorf mussten Italiener und Juden, die aus den Kriegsgebieten evakuiert worden waren, aufgenommen werden.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Unterdessen war der erste Weltkrieg ausgebrochen. Wenn auch die eigenetlichen Kriegsschauplätze in weiter Ferne lagen, so prägte der Krieg doch das gesamte Leben in Stadt und Land. In der Landwirtschaft fehlten die zu den Waffen gerufenen Arbeitskräfte, sie konnten ab 1916 durch russische Kriegsgefangene ersetzt werden. Schwerer als die Zwangsablieferung von Getreide und Naturalien wogen die Metalllieferungen, denen auch die Kirchenglocken zum Opfer fielen – von den sieben Glocken durften nur die größte und die kleinste am Turm verbleiben. Von 1915 bis zum Ende des Krieges beherbergte das Stift 20 italienische Priester, die aus politischen Gründen hier interniert waren. Im Dorf mussten Italiener und Juden, die aus den Kriegsgebieten evakuiert worden waren, aufgenommen werden.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der nächste Propst [[Roman Wögerbauer|Roman Wögerbauer]] (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1915 – 1935&lt;/del&gt;) begann trotz der schwierigen Lage mit dem Bau eines Elektrizitätswerks. Die in den Nachkriegsjahren einsetzende Inflation entwertete den gesamten Kapitalbesitz.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der nächste Propst [[Roman Wögerbauer|Roman Wögerbauer]] (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1915–1935&lt;/ins&gt;) begann trotz der schwierigen Lage mit dem Bau eines Elektrizitätswerks. Die in den Nachkriegsjahren einsetzende Inflation entwertete den gesamten Kapitalbesitz. Propst [[Gerhoch II. Weiß|Gerhoch Weiß]] (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1935–1946&lt;/ins&gt;) übernahm ein hochverschuldetes Haus und eine resignierende Gemeinschaft. Zwar bemühte sich der von Rom bestellte Visitator Hilarin Felder, die rasante finanzielle Talfahrt zu stoppen, die 1938 erfolgte Annexion Österreichs durch Hitlerdeutschland durchkreuzte aber seine Anordnungen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Propst [[Gerhoch II. Weiß|Gerhoch Weiß]] (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1935 – 1946&lt;/del&gt;) übernahm ein hochverschuldetes Haus und eine resignierende Gemeinschaft. Zwar bemühte sich der von Rom bestellte Visitator Hilarin Felder, die rasante finanzielle Talfahrt zu stoppen, die 1938 erfolgte Annexion Österreichs durch Hitlerdeutschland durchkreuzte aber seine Anordnungen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann eine ungemein kritische Epoche. Das hochverschuldete Haus war für die neuen Machthaber sicherlich nicht attraktiv, es blieb auch von der Enteignung verschont. Als aber die Fliegerschule Wels mit der Anlage eines Flugplatzes im Raum Münsteuer-Reichersbrg begann, wurde das Stiftsgebäude zur Unterbringung der Soldaten gefordert. Die Deutsche Luftwaffe schloss mit dem Konvent einen Mietvertrag, was einen doppelten Vorteil mit sich brachte. Zum einen hatte das Stift für die Vermieteten Räume fixe Einnahmen, zum anderen konnte das Haus nicht mehr für andere Zwecke angefordert werden. 1940 bezogen die ersten Soldaten ihre Quartiere im Stift. Es klingt fast unglaublich, aber die finanzielle Situation besserte sich in der NS-Zeit, freilich unter großen Opfern. So mussten für den Flugplatz Gründe verkauft und die Gewerbebetriebe unter Druck der Behörden verpachtet werden.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann eine ungemein kritische Epoche. Das hochverschuldete Haus war für die neuen Machthaber sicherlich nicht attraktiv, es blieb auch von der Enteignung verschont. Als aber die Fliegerschule Wels mit der Anlage eines Flugplatzes im Raum Münsteuer-Reichersbrg begann, wurde das Stiftsgebäude zur Unterbringung der Soldaten gefordert. Die Deutsche Luftwaffe schloss mit dem Konvent einen Mietvertrag, was einen doppelten Vorteil mit sich brachte. Zum einen hatte das Stift für die Vermieteten Räume fixe Einnahmen, zum anderen konnte das Haus nicht mehr für andere Zwecke angefordert werden. 1940 bezogen die ersten Soldaten ihre Quartiere im Stift. Es klingt fast unglaublich, aber die finanzielle Situation besserte sich in der NS-Zeit, freilich unter großen Opfern. So mussten für den Flugplatz Gründe verkauft und die Gewerbebetriebe unter Druck der Behörden verpachtet werden.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Abgesehen von den üblichen Schikanen – Hausdurchsuchung, Verhöre, Vorladungen durch die Gestapo, Verhaftung eines Klerikers, mannigfache Behinderung der Seelsorge – konnte die Gemeinschaft das klösterliche Leben fortsetzen. Die Leiter der Fliegerschule pflogen durchwegs ein gutes Verhältnis zu den Stiftsherren. Auch der Bürgermeister und der Ortsgruppenleiter waren dem Stift durchaus wohlgesinnt. Propst Gerhoch stand bei allen Kreisen der Bevölkerung in hohem Ansehen. Unermüdlich mahnte er die Mitbrüder zur Zurückhaltung in politischen Fragen. Er selbst blieb auch als Propst Pfarrer von Reichersberg.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Mit fortschreitender Dauer des Krieges verlegte die Fliegerschule Wels immer mehr Soldaten nach Reichersberg, schließlich barst das Haus geradezu aus allen Nähten. Das Stift war eine große Kaserne geworden, in der – wie zufällig – auch einige Priester wohnten. Das Kriegsende brachte ein furchtbares Bombardement des Flugplatzes durch amerikanische Tiefflieger, Stift und Ort kamen aber wie durch ein Wunder heil davon.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Abgesehen von den üblichen Schikanen – Hausdurchsuchung, Verhöre, Vorladungen durch die Gestapo, Verhaftung eines Klerikers, mannigfache Behinderung der Seelsorge – konnte die Gemeinschaft das klösterliche Leben fortsetzen. Die Leiter der Fliegerschule pflogen durchwegs ein gutes Verhältnis zu den Stiftsherren. Auch der Bürgermeister und der Ortsgruppenleiter waren dem Stift durchaus wohlgesinnt. Propst Gerhoch stand bei allen Kreisen der Bevölkerung in hohem Ansehen. Unermüdlich mahnte er die Mitbrüder zur Zurückhaltung in politischen Fragen. Er selbst blieb auch als Propst Pfarrer von Reichersberg. Mit fortschreitender Dauer des Krieges verlegte die Fliegerschule Wels immer mehr Soldaten nach Reichersberg, schließlich barst das Haus geradezu aus allen Nähten. Das Stift war eine große Kaserne geworden, in der – wie zufällig – auch einige Priester wohnten. Das Kriegsende brachte ein furchtbares Bombardement des Flugplatzes durch amerikanische Tiefflieger, Stift und Ort kamen aber wie durch ein Wunder heil davon.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Wesentlich schlimmer erging es den niederösterreichischen Pfarren, die alle Schrecken des russischen Einmarsches zu spüren bekamen. Infolge der Demarkationslinie – Reichersberg lag in der amerikanischen, die niederösterreichischen Pfarren lagen in der russischen Zone. war auch die Verbindung zwischen Stift und Pfarren unterbrochen bzw. sehr lange Zeit erschwert. In Oberösterreich verloren in diesen Tagen zwei Chorherren ihr Leben: Rupert Haginger wurde noch am 2. Mai 1945 von SS-Männern erschossen, Magnus Huber starb an Fleckfieber, das er sich bei der Betreuung von Gefangenen zugezogen hatte. In Niederösterreich waren alle Mitbrüder am Leben geblieben, nur der schöne Pfarrhof in Bromberg war abgebrannt.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Nach dem Tod des Propstes Gerhoch berief Stiftsdechant Norbert Hofbauer das Kapitel zur Neuwahl nach Pitten ein. Bei den schwierigen Verkehrsverhältnissen jener Zeit schien es günstiger, dass sich der kleine Teil der Kapitulare – nur vier aus Oberösterreich – auf die Reise machte. Auch der Generalabt konnte von Klosterneuburg leichter nach Pitten als nach Reichersberg gelangen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Wesentlich schlimmer erging es den niederösterreichischen Pfarren, die alle Schrecken des russischen Einmarsches zu spüren bekamen. Infolge der Demarkationslinie – Reichersberg lag in der amerikanischen, die niederösterreichischen Pfarren lagen in der russischen Zone. war auch die Verbindung zwischen Stift und Pfarren unterbrochen bzw. sehr lange Zeit erschwert. In Oberösterreich verloren in diesen Tagen zwei Chorherren ihr Leben: Rupert Haginger wurde noch am 2. Mai 1945 von SS-Männern erschossen, Magnus Huber starb an Fleckfieber, das er sich bei der Betreuung von Gefangenen zugezogen hatte. In Niederösterreich waren alle Mitbrüder am Leben geblieben, nur der schöne Pfarrhof in Bromberg war abgebrannt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Aus der Wahl ging der dortige Pfarrvikar [[Floridus Buttinger|Floridus Buttinger]] als Propst hervor. Neuer Stiftsdechant wurde der Kaplan von Pitten [[Odulf Danecker|Odulf Danecker]]. Zum Stiftspfarrer ernannte Propst Floridus seinen Neffen Augustin Gadringer, zum Hofmeister den Kaplan von Bromberg Lambert Weißl. Mit diesen vier Chorherren zog die neue Gemeinschaf in Reichersberg ein. Der bisherige Dechant Norbert Hofbauer und der Pfarrvikar Ambros Handlechner, die das Stift geschickt durch die NS-Zeit manövriert hatten, übernahmen die Pfarren Lambrechten und Pitten. Somit markiert das Jahr 1945 auch personell einen Schlussstrich unter die vergangenen Jahre.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Nach dem Tod des Propstes Gerhoch berief Stiftsdechant Norbert Hofbauer das Kapitel zur Neuwahl nach Pitten ein. Bei den schwierigen Verkehrsverhältnissen jener Zeit schien es günstiger, dass sich der kleine Teil der Kapitulare – nur vier aus Oberösterreich – auf die Reise machte. Auch der Generalabt konnte von Klosterneuburg leichter nach Pitten als nach Reichersberg gelangen. Aus der Wahl ging der dortige Pfarrvikar [[Floridus Buttinger|Floridus Buttinger]] als Propst hervor. Neuer Stiftsdechant wurde der Kaplan von Pitten [[Odulf Danecker|Odulf Danecker]]. Zum Stiftspfarrer ernannte Propst Floridus seinen Neffen Augustin Gadringer, zum Hofmeister den Kaplan von Bromberg Lambert Weißl. Mit diesen vier Chorherren zog die neue Gemeinschaf in Reichersberg ein. Der bisherige Dechant Norbert Hofbauer und der Pfarrvikar Ambros Handlechner, die das Stift geschickt durch die NS-Zeit manövriert hatten, übernahmen die Pfarren Lambrechten und Pitten. Somit markiert das Jahr 1945 auch personell einen Schlussstrich unter die vergangenen Jahre.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die größte Sorge blieb weiterhin die defizitäre Wirtschaftslage, vor allem kam der Meierhof nicht aus den roten Zahlen. Die auf den Pfarren stationierten Seelsorger erhielten zwar ihre Gehälter von den Diözesen, doch zog der Propst ein Viertel davon für das Stift ab. Das führte zu Differenzen mit den Mitbrüdern, die in den geplünderten Pfarrhöfen nicht einmal das Nötigste zum Leben hatten.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die größte Sorge blieb weiterhin die defizitäre Wirtschaftslage, vor allem kam der Meierhof nicht aus den roten Zahlen. Die auf den Pfarren stationierten Seelsorger erhielten zwar ihre Gehälter von den Diözesen, doch zog der Propst ein Viertel davon für das Stift ab. Das führte zu Differenzen mit den Mitbrüdern, die in den geplünderten Pfarrhöfen nicht einmal das Nötigste zum Leben hatten.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Um eine bessere Verbindung mit dem Stift zu gewährleisten, schlossen sich die niederösterreichischen Pfarren zum Priorat Pitten zusammen. Der Prior übernahm in etwa die Aufgaben, die früher dem Lehensverwalter zugekommen waren, er fungiert praktisch als Verbindungsmann zwischen Stift und Pfarrseelsorgern. Die Chorherren des Priorates wählten 1955 als ersten Prior den Pfarrer von Edlitz Bernhard Mitter.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Um eine bessere Verbindung mit dem Stift zu gewährleisten, schlossen sich die niederösterreichischen Pfarren zum Priorat Pitten zusammen. Der Prior übernahm in etwa die Aufgaben, die früher dem Lehensverwalter zugekommen waren, er fungiert praktisch als Verbindungsmann zwischen Stift und Pfarrseelsorgern. Die Chorherren des Priorates wählten 1955 als ersten Prior den Pfarrer von Edlitz Bernhard Mitter.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Ab 1960 machte sich bei Propst Floridus eine Arterienverkalkung bemerkbar, durch die er seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben konnte. Da er von sich aus nicht resignierte, wollte ihm das Kapitel diese Kränkung ersparen, in dazu zwingen. Der Generalabt erreichte 1962 von der Religiosenkongregation in Rom eine Verfügung, durch die Stiftsdechant Odulf Danecker zum Administrator bestellt wurde, ohne dass die Stellung des Propstes nach außen hin verletzt worden wäre.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Nach seinem Tod 1963 fiel die Wahl erwartungsgemäß auf Odulf Danecker (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1963 – 1980&lt;/del&gt;). Unter seiner Leitung erlebte das Stift eine wahre Renaissance. Nach vierzigjährigen, zum teil verzweifelten Bemühungen wurde das Haus nun endlich schuldenfrei. Ein wesentlicher Schritt dazu war die Aufgabe der defizitären Betriebe.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Ab 1960 machte sich bei Propst Floridus eine Arterienverkalkung bemerkbar, durch die er seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben konnte. Da er von sich aus nicht resignierte, wollte ihm das Kapitel diese Kränkung ersparen, in dazu zwingen. Der Generalabt erreichte 1962 von der Religiosenkongregation in Rom eine Verfügung, durch die Stiftsdechant Odulf Danecker zum Administrator bestellt wurde, ohne dass die Stellung des Propstes nach außen hin verletzt worden wäre. Nach seinem Tod 1963 fiel die Wahl erwartungsgemäß auf Odulf Danecker (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1963–1980&lt;/ins&gt;). Unter seiner Leitung erlebte das Stift eine wahre Renaissance. Nach vierzigjährigen, zum teil verzweifelten Bemühungen wurde das Haus nun endlich schuldenfrei. Ein wesentlicher Schritt dazu war die Aufgabe der defizitären Betriebe.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Bereits 1956 begann der Rentmeister und Regens chori Roman Foisser, im Augustinisaal musikalische Veranstaltungen anzubieten. Deren Zahl und Qualität nahm im Laufe der Jahre immer mehr zu. Der „Reichersberger Kultursommer“ lockt seither alljährlich ein zahlreiches Publikum zu den Aufführungen. Die große Landesausstellung 1974 „Die Bildhauerfamilie Schwanthaler 1633 – 1848“ brachte dem Stift neben umfangreichen Restaurierungsarbeiten aus Landesmitteln auch einen Bekanntheitsgrad wie nie zuvor: die fast 200.000 Besucher waren nicht einmal von den größten Optimisten erwartet worden.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Bereits 1956 begann der Rentmeister und Regens chori Roman Foisser, im Augustinisaal musikalische Veranstaltungen anzubieten. Deren Zahl und Qualität nahm im Laufe der Jahre immer mehr zu. Der „Reichersberger Kultursommer“ lockt seither alljährlich ein zahlreiches Publikum zu den Aufführungen. Die große Landesausstellung 1974 „Die Bildhauerfamilie Schwanthaler 1633 – 1848“ brachte dem Stift neben umfangreichen Restaurierungsarbeiten aus Landesmitteln auch einen Bekanntheitsgrad wie nie zuvor: die fast 200.000 Besucher waren nicht einmal von den größten Optimisten erwartet worden.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Ergebnisse und Auswirkungen des II. Vaticanums, die vielerorts zu persönlich du unmittelbar in die Praxis umgesetzt wurden und daher auch in Klostergemeinschaften Verwirrung und Spannungen hervorriefen, fanden hier eher bedächtige Aufnahme. Propst Odulf stand den Neuerungen zwar nicht ablehnend, aber doch zurückhaltend gegenüber, er scheute Experimente in Liturgie und Seelsorge und führte die ihm Anvertrauten eher behutsam in die nachkonziliare Zeit. Die größte Sorge in dieser sonst so erfolgreichen Periode bereitete der mangelnde Ordensnachwuchs. Viel zu früh und unerwartet erlag Propst Odulf am 4. Mai 1980 einem Herzinfarkt. Seine letzte Ruhestätte erhielt er in der ehemaligen Ahamergruft in der Kirche, die er 1976 als Begräbnisstätte für die Prälaten hatte umbauen lassen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Ergebnisse und Auswirkungen des II. Vaticanums, die vielerorts zu persönlich du unmittelbar in die Praxis umgesetzt wurden und daher auch in Klostergemeinschaften Verwirrung und Spannungen hervorriefen, fanden hier eher bedächtige Aufnahme. Propst Odulf stand den Neuerungen zwar nicht ablehnend, aber doch zurückhaltend gegenüber, er scheute Experimente in Liturgie und Seelsorge und führte die ihm Anvertrauten eher behutsam in die nachkonziliare Zeit. Die größte Sorge in dieser sonst so erfolgreichen Periode bereitete der mangelnde Ordensnachwuchs. Viel zu früh und unerwartet erlag Propst Odulf am 4. Mai 1980 einem Herzinfarkt. Seine letzte Ruhestätte erhielt er in der ehemaligen Ahamergruft in der Kirche, die er 1976 als Begräbnisstätte für die Prälaten hatte umbauen lassen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Sein Nachfolger, Propst [[Eberhard Vollnhofer|Eberhard Vollnhofer]], stammte aus der alten Stiftspfarre Bromberg. Unter seiner Regierungszeit besserte sich die personelle Situation zusehends. Von 1984 bis 1994 füllten zehn Neupriester den Personalstand wieder auf. Die Restaurierungsarbeiten konnten weitergeführt werden und gelangten im Jubiläumsjahr 1984 weitegehend zum Abschluss. Die Landesausstellung „900 Jahre Stift Reichersberg – Augustiner-Chorherren zwischen Passau und Salzburg“ zog zwischen Mai und Oktober 1984 230.000 Besucher an.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Auch in den Pfarreien präsentierten sich die Kirchen und Pfarrhöfe als Schmuckstücke im jeweiligen Ortsbild. Es konnten sogar zwei Filialkirchen neu gebaut werden: Grimmenstein (Edlitz) 1960 und Klingfurt (Walpersbach) 1988. Lambrechten erhielt 1974 einen neuen Pfarrhof.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Sein Nachfolger, Propst [[Eberhard Vollnhofer|Eberhard Vollnhofer]], stammte aus der alten Stiftspfarre Bromberg. Unter seiner Regierungszeit besserte sich die personelle Situation zusehends. Von 1984 bis 1994 füllten zehn Neupriester den Personalstand wieder auf. Die Restaurierungsarbeiten konnten weitergeführt werden und gelangten im Jubiläumsjahr 1984 weitegehend zum Abschluss. Die Landesausstellung „900 Jahre Stift Reichersberg – Augustiner-Chorherren zwischen Passau und Salzburg“ zog zwischen Mai und Oktober 1984 230.000 Besucher an. Auch in den Pfarreien präsentierten sich die Kirchen und Pfarrhöfe als Schmuckstücke im jeweiligen Ortsbild. Es konnten sogar zwei Filialkirchen neu gebaut werden: Grimmenstein (Edlitz) 1960 und Klingfurt (Walpersbach) 1988. Lambrechten erhielt 1974 einen neuen Pfarrhof.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;2005 resignierte Eberhard Vollnhofer († 26. April 2019), ihm folgte [[Werner Thanecker|Werner Thanecker]] nach, der 2011 resignierte und am 6. August 2014 verstarb. [[Gerhard Eichinger|Gerhard Eichinger]] war von 2011 bis 2016 Propst von Reichersberg, seit 2016 bekleidet der 1980 geborene [[Markus Grasl|Markus Grasl]] dieses Amt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;2005 resignierte Eberhard Vollnhofer († 26. April 2019), ihm folgte [[Werner Thanecker|Werner Thanecker]] nach, der 2011 resignierte und am 6. August 2014 verstarb. [[Gerhard Eichinger|Gerhard Eichinger]] war von 2011 bis 2016 Propst von Reichersberg, seit 2016 bekleidet der 1980 geborene [[Markus Grasl|Markus Grasl]] dieses Amt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10699&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Die Reformationszeit */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10699&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T09:20:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Die Reformationszeit&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table style=&quot;background-color: #fff; color: #202122;&quot; data-mw=&quot;interface&quot;&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;tr class=&quot;diff-title&quot; lang=&quot;de-AT&quot;&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;← Nächstältere Version&lt;/td&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 4. November 2022, 09:20 Uhr&lt;/td&gt;
				&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l86&quot;&gt;Zeile 86:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 86:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Die Reformationszeit ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Die Reformationszeit ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Etwas Licht brachte eine 1558 auf Betreiben Herzog Albrechts V. angesetzte Visitation in das Wirrwarr der theologischen Meinungen. Das Hauptübel war eine erschreckende Unwissenheit beim Klerus wie beim Volk. Kein einziger Chorherr hatte eine Universität besucht, der Schulmeister und ebenso der Novizenmeister vermittelten den Schülern und Jungherren deutlich lutherisch gefärbte Ansichten. Bedenklich stimmt auch, dass von den befragten Chorherren die meisten von ihren Angehörigen und nur ein einziger auf eigenen Wunsch ins ''Closter promoviert'' worden war.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Etwas Licht brachte eine 1558 auf Betreiben Herzog Albrechts V. angesetzte Visitation in das Wirrwarr der theologischen Meinungen. Das Hauptübel war eine erschreckende Unwissenheit beim Klerus wie beim Volk. Kein einziger Chorherr hatte eine Universität besucht, der Schulmeister und ebenso der Novizenmeister vermittelten den Schülern und Jungherren deutlich lutherisch gefärbte Ansichten. Bedenklich stimmt auch, dass von den befragten Chorherren die meisten von ihren Angehörigen und nur ein einziger auf eigenen Wunsch ins ''Closter promoviert'' worden war.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der seit einem halben Jahr im Amt befindliche Propst [[Wolfgang I. Gaßner|Wolfgang Gassner]] (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1558-1573&lt;/del&gt;) konnte für die unter seinen Vorgängern eingerissenen Missstände nicht verantwortlich gemacht werden. Er beantwortete die Fragen der Visitatoren durchaus zufriedenstellend und genoss auch das Vertrauen des Konvents. Die an die Substanz gehenden Wissensmängel in Glaubenslehre und Sakramentenspendung konnten beim besten Willen nicht von heute auf morgen behoben werden, auch wenn die Chorherren versprachen ''vleissig nachzulesen''.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Jedenfalls hatten sich die Dinge nicht gebessert, als Kardinal Commendone bei der Reise zur Salzburger Provinzialsynode am 4. März 1569 das Stift visitierte. Die Mitgliederzahl war seit 1558 von 23 auf 14 gesunken, im Stift selbst lebten außer dem Propst noch vier Priester und drei Diakone, sechs Priester waren auf den Pfarreien exponiert. Die Zahl der Präbediensteten an der Stiftsschule war mit 30 gleich geblieben.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der seit einem halben Jahr im Amt befindliche Propst [[Wolfgang I. Gaßner|Wolfgang Gassner]] (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1558–1573&lt;/ins&gt;) konnte für die unter seinen Vorgängern eingerissenen Missstände nicht verantwortlich gemacht werden. Er beantwortete die Fragen der Visitatoren durchaus zufriedenstellend und genoss auch das Vertrauen des Konvents. Die an die Substanz gehenden Wissensmängel in Glaubenslehre und Sakramentenspendung konnten beim besten Willen nicht von heute auf morgen behoben werden, auch wenn die Chorherren versprachen ''vleissig nachzulesen''. Jedenfalls hatten sich die Dinge nicht gebessert, als Kardinal Commendone bei der Reise zur Salzburger Provinzialsynode am 4. März 1569 das Stift visitierte. Die Mitgliederzahl war seit 1558 von 23 auf 14 gesunken, im Stift selbst lebten außer dem Propst noch vier Priester und drei Diakone, sechs Priester waren auf den Pfarreien exponiert. Die Zahl der Präbediensteten an der Stiftsschule war mit 30 gleich geblieben.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Kardinal beanstandete die unsauberen Kirchengeräte und die dürftigen Messgewänder. Bezüglich der Sakramente herrschte die alte Unwissenheit und Nachlässigkeit. Die Krankenölung wurde nicht gespendet und der Dechant sprach die Absolutionsformel falsch, die Messe wurde so leise gelesen, dass man kaum etwas hörte und der Ministrant gab keine Antworten - Offensichtlich gab es in den Befragungen auch Verständigungsschwierigkeiten, da die Lateinkenntnisse der Kanoniker sehr gering waren. Für die Chorherren selbst mag es eine Erleichterung bedeutet haben, dass Kardinal Commendone noch am gleichen Tag weiterreiste – sichtbare Erfolge zeigte die Visitation jedenfalls nicht.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Kardinal beanstandete die unsauberen Kirchengeräte und die dürftigen Messgewänder. Bezüglich der Sakramente herrschte die alte Unwissenheit und Nachlässigkeit. Die Krankenölung wurde nicht gespendet und der Dechant sprach die Absolutionsformel falsch, die Messe wurde so leise gelesen, dass man kaum etwas hörte und der Ministrant gab keine Antworten - Offensichtlich gab es in den Befragungen auch Verständigungsschwierigkeiten, da die Lateinkenntnisse der Kanoniker sehr gering waren. Für die Chorherren selbst mag es eine Erleichterung bedeutet haben, dass Kardinal Commendone noch am gleichen Tag weiterreiste – sichtbare Erfolge zeigte die Visitation jedenfalls nicht.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Propst Wolfgang Gassner hinterließ bei seinem Tod das Stift in wirtschaftlicher Hinsicht in geordneten Verhältnissen. Nun tat ein starker Mann not, von dem man auch erwarten konnte, dass er die gesunkene Ordensdisziplin wieder heben würde. Die Kapitulare einigten sich auf den relativ jungen, aber selbstbewussten Cellerar [[Wolfgang II. Tallinger|Wolfgang Tallinger]] (1573 – 1578).&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Leider erfüllte er die auf ihn gesetzten Erwartungen nicht. Bald häuften sich Klagen über ihn. Er regierte eigenmächtig, gab dem Konvent keinerlei Einblick in die Wirtschaftsführung, kümmerte sich nicht um die niederösterreichischen Besitzungen, übersah fällige Steuertermine, nahm Darlehen für private Jagd- und Tischgesellschaften auf und lebte im Konkubinat. In den wenigen Jahren seiner Regierung brachte er das Haus rasch an den Rand des Abgrundes. Schließlich erhob der Konvent Klage in München und beim Ordinariat in Passau. Eine Visitation verfügte die Absetzung des Propstes und seine Inhaftierung auf der Feste Oberhaus. Er durfte nach einiger Zeit zwar wieder in das Stift zurückkehren, musste aber vom Konvent getrennt leben, bis zu seinem Tod 1582.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Propst Wolfgang Gassner hinterließ bei seinem Tod das Stift in wirtschaftlicher Hinsicht in geordneten Verhältnissen. Nun tat ein starker Mann not, von dem man auch erwarten konnte, dass er die gesunkene Ordensdisziplin wieder heben würde. Die Kapitulare einigten sich auf den relativ jungen, aber selbstbewussten Cellerar [[Wolfgang II. Tallinger|Wolfgang Tallinger]] (1573 – 1578). Leider erfüllte er die auf ihn gesetzten Erwartungen nicht. Bald häuften sich Klagen über ihn. Er regierte eigenmächtig, gab dem Konvent keinerlei Einblick in die Wirtschaftsführung, kümmerte sich nicht um die niederösterreichischen Besitzungen, übersah fällige Steuertermine, nahm Darlehen für private Jagd- und Tischgesellschaften auf und lebte im Konkubinat. In den wenigen Jahren seiner Regierung brachte er das Haus rasch an den Rand des Abgrundes. Schließlich erhob der Konvent Klage in München und beim Ordinariat in Passau. Eine Visitation verfügte die Absetzung des Propstes und seine Inhaftierung auf der Feste Oberhaus. Er durfte nach einiger Zeit zwar wieder in das Stift zurückkehren, musste aber vom Konvent getrennt leben, bis zu seinem Tod 1582.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die beiden nächsten Prälaten [[Johannes II. Radlmayr|Johann]] und [[Thomas Radlmyr|Thomas Radlmayr]] – sie waren Vettern – regierten nur kurze Zeit. Der 1588 durch einen Kompromiss gewählte bisherige Stiftsdechant [Magnus Keller|Magnus Keller]] (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1588 – 1612&lt;/del&gt;) trat ein schweres Erbe an. Ihm fiel die Aufgabe zu, die von seinen Vorgängern übernommene Schuldenlast abzutragen. Missernten, Naturkatastrophen und Teuerungen verhinderten die rasche Sanierung der Finanzen. Dazu befand sich die Stiftskirche in einem desolaten Zustand; die Werkleute schlugen vor, sie gänzlich abzureißen und neu zu bauen. Daraus wurde zwar nichts, aber von 1593 an weisen die Prälaturrechnungen laufend Zahlungen für Reparaturen und Innenausstattung aus. Propst Magnus sorgte für die Aufstellung neuer Altäre, eines Chorgestühls, einer Orgel, der großen Glocke, für die Restaurierung des Kreuzganges, des Dormitoriums und des Kapitelsaales. Er schickte auch wieder Kleriker an höhere Schulen, vornehmlich nach Ingolstadt, Dillingen und Salzburg, sodass sich allmählich auch eine neue Geistes- und Frömmigkeitshaltung bemerkbar machte. Auf eine grundlegende Besserung des alten Klerus war ohnedies nicht mehr zu hoffen, obwohl es der Propst nicht an scharfen Verweisen fehlen ließ. Während sich das Stift mehr schlecht als recht, aber doch tapfer durch die Reformationszeit kämpfte, sah es in den niederösterreichischen Pfarren wesentlich schlimmer aus. Die Pittener Waldmark lag das ganze 16. Jahrhundert in Angriffsfeld der beginnenden Türkenkriege und der ungarischen Vorstöße. Zu den Verwüstungen durch die Feinde gesellten sich die hohen Abgaben der „Türkensteuer“. Der protestantische Ritter- und Herrenstand nütze diese Bedrängnisse durch das Verlangen nach Religionsfreiheit aus. Die Habsburger konnten nicht wie die Wittelsbacher dem Protestantismus mit aller Schärfe gegenübertreten.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Kirchlich gehörte die Waldmark damals zum Dekanat Wiener Neustadt, das mit 1782 eine eigene, sehr bewährte Synodalverfassung hatte und zu den bestverwalteten Gebieten Niederösterreichs zählte. Leider fielen gerade die Reichersberger Pfarren unangenehm auf. 1571 wurde auf einer Synode Beschwerde geführt, ''daß allermeist die Pfarrer unordentlich und ungehorsam leben, welche dem Prälaten zu Reichersberg gehörig sein, denn sie vermeinen, einem Salzburger Decan exemt und allein ihrem Prälaten unterworden zu sein, welcher aber diesem District also weit entlegen, als daß er seiner Pfarrer Unbotmäßigkeit weisen und wenden könnte''.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die beiden nächsten Prälaten [[Johannes II. Radlmayr|Johann]] und [[Thomas Radlmyr|Thomas Radlmayr]] – sie waren Vettern – regierten nur kurze Zeit. Der 1588 durch einen Kompromiss gewählte bisherige Stiftsdechant [Magnus Keller|Magnus Keller]] (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1588–1612&lt;/ins&gt;) trat ein schweres Erbe an. Ihm fiel die Aufgabe zu, die von seinen Vorgängern übernommene Schuldenlast abzutragen. Missernten, Naturkatastrophen und Teuerungen verhinderten die rasche Sanierung der Finanzen. Dazu befand sich die Stiftskirche in einem desolaten Zustand; die Werkleute schlugen vor, sie gänzlich abzureißen und neu zu bauen. Daraus wurde zwar nichts, aber von 1593 an weisen die Prälaturrechnungen laufend Zahlungen für Reparaturen und Innenausstattung aus. Propst Magnus sorgte für die Aufstellung neuer Altäre, eines Chorgestühls, einer Orgel, der großen Glocke, für die Restaurierung des Kreuzganges, des Dormitoriums und des Kapitelsaales. Er schickte auch wieder Kleriker an höhere Schulen, vornehmlich nach Ingolstadt, Dillingen und Salzburg, sodass sich allmählich auch eine neue Geistes- und Frömmigkeitshaltung bemerkbar machte. Auf eine grundlegende Besserung des alten Klerus war ohnedies nicht mehr zu hoffen, obwohl es der Propst nicht an scharfen Verweisen fehlen ließ.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Unter „Reichersberger Pfarren“ verstand man nicht nur die drei mit Chorherren besetzten, sondern auch die Patronatspfarren, die von den Weltpriestern betreut wurden. Deren Vergehen wurden aber samt und sonders den Reichersbergern angelastet.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In der zitierten Beschwerde wird bereits eine Ursache angesprochen: die weite Entfernung vom Stift, die das rechtzeitige Eingreifen des Propstes erschwerte. Ein weiterer Faktor waren die mächtigen protestantischen Adelsgeschlechter dieser Gegend, deren Druck sich die Seelsorger nicht zu entziehen vermochten. Die dürftige Ausbildung machte sie darüber hinaus unfähig, in den Unterscheidungslehren klare Positionen zu beziehen. So fielen sie war nicht offiziell vom katholischen Glauben ab, passten sich in ihrer Lebensweise aber doch mehr den Zeitströmungen an. Die Rekatholisierung der Buckligen Welt konnte erst gelingen, als das im 17. Jahrhundert wieder innerlich erstarkende Stift gut ausgebildete Priester in die Pfarreien entsandte und die Habsburger einen streng gegenreformatorischen Kurs gegenüber dem protestantischen Adel einschlugen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Während sich das Stift mehr schlecht als recht, aber doch tapfer durch die Reformationszeit kämpfte, sah es in den niederösterreichischen Pfarren wesentlich schlimmer aus. Die Pittener Waldmark lag das ganze 16. Jahrhundert in Angriffsfeld der beginnenden Türkenkriege und der ungarischen Vorstöße. Zu den Verwüstungen durch die Feinde gesellten sich die hohen Abgaben der „Türkensteuer“. Der protestantische Ritter- und Herrenstand nütze diese Bedrängnisse durch das Verlangen nach Religionsfreiheit aus. Die Habsburger konnten nicht wie die Wittelsbacher dem Protestantismus mit aller Schärfe gegenübertreten. Kirchlich gehörte die Waldmark damals zum Dekanat Wiener Neustadt, das mit 1782 eine eigene, sehr bewährte Synodalverfassung hatte und zu den bestverwalteten Gebieten Niederösterreichs zählte. Leider fielen gerade die Reichersberger Pfarren unangenehm auf. 1571 wurde auf einer Synode Beschwerde geführt, ''daß allermeist die Pfarrer unordentlich und ungehorsam leben, welche dem Prälaten zu Reichersberg gehörig sein, denn sie vermeinen, einem Salzburger Decan exemt und allein ihrem Prälaten unterworden zu sein, welcher aber diesem District also weit entlegen, als daß er seiner Pfarrer Unbotmäßigkeit weisen und wenden könnte''. Unter „Reichersberger Pfarren“ verstand man nicht nur die drei mit Chorherren besetzten, sondern auch die Patronatspfarren, die von den Weltpriestern betreut wurden. Deren Vergehen wurden aber samt und sonders den Reichersbergern angelastet. In der zitierten Beschwerde wird bereits eine Ursache angesprochen: die weite Entfernung vom Stift, die das rechtzeitige Eingreifen des Propstes erschwerte. Ein weiterer Faktor waren die mächtigen protestantischen Adelsgeschlechter dieser Gegend, deren Druck sich die Seelsorger nicht zu entziehen vermochten. Die dürftige Ausbildung machte sie darüber hinaus unfähig, in den Unterscheidungslehren klare Positionen zu beziehen. So fielen sie war nicht offiziell vom katholischen Glauben ab, passten sich in ihrer Lebensweise aber doch mehr den Zeitströmungen an. Die Rekatholisierung der Buckligen Welt konnte erst gelingen, als das im 17. Jahrhundert wieder innerlich erstarkende Stift gut ausgebildete Priester in die Pfarreien entsandte und die Habsburger einen streng gegenreformatorischen Kurs gegenüber dem protestantischen Adel einschlugen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Äußere und innere Erneuerung ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Äußere und innere Erneuerung ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10698&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Zwischen Blüte und Reform */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10698&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T09:18:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Zwischen Blüte und Reform&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table style=&quot;background-color: #fff; color: #202122;&quot; data-mw=&quot;interface&quot;&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;tr class=&quot;diff-title&quot; lang=&quot;de-AT&quot;&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;← Nächstältere Version&lt;/td&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 4. November 2022, 09:18 Uhr&lt;/td&gt;
				&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l73&quot;&gt;Zeile 73:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 73:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Dem Beispiel der Brüder schlossen sich die Schwestern des Frauenklosters an und wehrten sich heftig gegen eine Beschneidung ihrer Einkünfte. Hier gelang dem Dompropst von Passau eine Einigung.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Dem Beispiel der Brüder schlossen sich die Schwestern des Frauenklosters an und wehrten sich heftig gegen eine Beschneidung ihrer Einkünfte. Hier gelang dem Dompropst von Passau eine Einigung.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der nächste Propst, [[Griffo (Greif) von Ottenberg|Griffo (Greif) von Ottenberg]] (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1368-1412&lt;/del&gt;), trat ganz in die Fußstapfen seines Vorgängers. Auch er war ein strenger Oberer, der keine Vergehen duldete. ''Gravis fuit dominisacerime eos corrioiendo pro excessibus'', sagt der Chronist. Langdauernde Streitigkeiten mit dem Ritter Hans von Messenböck zu Ort nötigen den Propst sogar zu einer Intervention beim Heiligen Stuhl. Aus der Reihe der Pröpste des 15. Jahrhunderts ragt [[Paul Tellenpeck|Paul Tellenpeck]] hervor (1415–1468). Er verbesserte die Präbenden der Chorherren, schickte mehrere Kleriker zum Studium an die Wiener Universität und vermehrte den Besitzstand durch Kauf und Schenkung. Erzbischof Sigismund von Salzburg inkorporierte im Jahre 1456 die Pfarre Pitten. Das schon lange dahinsiechende Frauenkloster ging um 1440 aber endgültig ein. Die Kirche diente später als Pfarrkirche, von den Gebäuden hat sich das Mindeste erhalten.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der nächste Propst, [[Griffo (Greif) von Ottenberg|Griffo (Greif) von Ottenberg]] (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1368–1412&lt;/ins&gt;), trat ganz in die Fußstapfen seines Vorgängers. Auch er war ein strenger Oberer, der keine Vergehen duldete. ''Gravis fuit dominisacerime eos corrioiendo pro excessibus'', sagt der Chronist. Langdauernde Streitigkeiten mit dem Ritter Hans von Messenböck zu Ort nötigen den Propst sogar zu einer Intervention beim Heiligen Stuhl. Aus der Reihe der Pröpste des 15. Jahrhunderts ragt [[Paul Tellenpeck|Paul Tellenpeck]] hervor (1415–1468). Er verbesserte die Präbenden der Chorherren, schickte mehrere Kleriker zum Studium an die Wiener Universität und vermehrte den Besitzstand durch Kauf und Schenkung. Erzbischof Sigismund von Salzburg inkorporierte im Jahre 1456 die Pfarre Pitten. Das schon lange dahinsiechende Frauenkloster ging um 1440 aber endgültig ein. Die Kirche diente später als Pfarrkirche, von den Gebäuden hat sich das Mindeste erhalten.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Während der innere Stand zu dieser Zeit also nicht schlecht war, erwuchsen dem Konvent gewaltige Bedrängnisse von außen, nämlich durch die Reformversuche des Kardinals Nikolaus von Cusa. Dieser war von Papst Nikolaus V. als Legat für die deutschen Lande bestimmt worden, mit der Aufgabe, die Reform der Kirche und speziell der Klöster voranzutreiben. Nikolaus von Cusa nahm diese Aufgabe sehr ernst. Bei der am 3. Februar 1451 eröffneten Provinzialsynode in Salzburg verlangte er ganz energisch von allen Religiosen die Rückkehr zu ihrer Regel und deren genaue Einhaltung. Als Visitatoren für die Augustiner-Chorherren ernannte der Kardinal Propst Nikolaus von St. Dorothea, Propst Petrus von Rohr und Stiftsdechant Wolfgang Kerspeck von St. Florian.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Während der innere Stand zu dieser Zeit also nicht schlecht war, erwuchsen dem Konvent gewaltige Bedrängnisse von außen, nämlich durch die Reformversuche des Kardinals Nikolaus von Cusa. Dieser war von Papst Nikolaus V. als Legat für die deutschen Lande bestimmt worden, mit der Aufgabe, die Reform der Kirche und speziell der Klöster voranzutreiben. Nikolaus von Cusa nahm diese Aufgabe sehr ernst. Bei der am 3. Februar 1451 eröffneten Provinzialsynode in Salzburg verlangte er ganz energisch von allen Religiosen die Rückkehr zu ihrer Regel und deren genaue Einhaltung. Als Visitatoren für die Augustiner-Chorherren ernannte der Kardinal Propst Nikolaus von St. Dorothea, Propst Petrus von Rohr und Stiftsdechant Wolfgang Kerspeck von St. Florian.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Kommission weilte Anfang Dezember 1451 in Richersberg. Sie bemängelte eine Fülle von Kleinigkeiten, etwa das Essen außerhalb der festgesetzten Zeit, das Verlassen des Schlafsaales ohne Erlaubnis, die Missachtung von Fastenvorschriften, unsaubere Altargeräte, Schlampigkeit beim Chorgebet.  Die Visitatoren wollten derartige Unsitten ein für alle mal abstellen und verordneten die Übernahme der strengen Raudnitzer Statuten. Das war nun nicht mehr im Sinne der Reicherberger. Kaum war die Reformkommission außer Haus, wurde Propst Paul bei Kaiser Friedrich III. vorstellig und bat, dieser möge sich beim Papst dafür verwenden, dass der Konvent die seit 300 Jahren üblichen Salzburger Statuten weiterverwendet dürfe. Papst Nikolaus gewährte die erbetene Dispens.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Diese Erlaubnis sollte den Chorherren einige Jahre später beinah zum Verhängnis werden. Eine 1466 von Herzog Ludwig XI. eingesetzte Kommission stellte fest, dass die bereits 1451 erfolgten Anordnungen hier überhaupt keine Beachtung gefunden hatten und drohte dem Propst wie auch dem Dechant mit der Absetzung. Erneut erging die Aufforderung zur Übernahme der Raudnitzer Statuten, und zwar sollten die Chorherren aus Indersdorf hierher berufen werden und dem Konvent bei der Einführung behilflich sein.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Kommission weilte Anfang Dezember 1451 in Richersberg. Sie bemängelte eine Fülle von Kleinigkeiten, etwa das Essen außerhalb der festgesetzten Zeit, das Verlassen des Schlafsaales ohne Erlaubnis, die Missachtung von Fastenvorschriften, unsaubere Altargeräte, Schlampigkeit beim Chorgebet.  Die Visitatoren wollten derartige Unsitten ein für alle mal abstellen und verordneten die Übernahme der strengen Raudnitzer Statuten. Das war nun nicht mehr im Sinne der Reicherberger. Kaum war die Reformkommission außer Haus, wurde Propst Paul bei Kaiser Friedrich III. vorstellig und bat, dieser möge sich beim Papst dafür verwenden, dass der Konvent die seit 300 Jahren üblichen Salzburger Statuten weiterverwendet dürfe. Papst Nikolaus gewährte die erbetene Dispens. Diese Erlaubnis sollte den Chorherren einige Jahre später beinah zum Verhängnis werden. Eine 1466 von Herzog Ludwig XI. eingesetzte Kommission stellte fest, dass die bereits 1451 erfolgten Anordnungen hier überhaupt keine Beachtung gefunden hatten und drohte dem Propst wie auch dem Dechant mit der Absetzung. Erneut erging die Aufforderung zur Übernahme der Raudnitzer Statuten, und zwar sollten die Chorherren aus Indersdorf hierher berufen werden und dem Konvent bei der Einführung behilflich sein.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Wer von den hiesigen Chorherren die neuen Statuten nicht halten könne oder wolle, solle das Stift verlassen. Weiters verlangten die Visitatoren auch, dem Stift die Pfarreien zu entziehen und drängten auf die Resignation des hochbetagten Propstes, wogegen sich dieser aber heftig sträubte. Wieder wandte er sich an Kaiser Friedrich III. um Bestätigung der alten Privilegien. Diesmal ging es aber nicht mehr so einfach. Immerhin konnte die Reform durch die Indersdorfer Chorherren abgewehrt werden, auch die Pfarreien blieben erhalten – mit Ausnahme von Traiskirchen, dass der Bischof von Passau dem Stift entzog. Schließlich gab Propst Paul doch im Jahre 1468 seine Zustimmung zur Resignation.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Wer von den hiesigen Chorherren die neuen Statuten nicht halten könne oder wolle, solle das Stift verlassen. Weiters verlangten die Visitatoren auch, dem Stift die Pfarreien zu entziehen und drängten auf die Resignation des hochbetagten Propstes, wogegen sich dieser aber heftig sträubte. Wieder wandte er sich an Kaiser Friedrich III. um Bestätigung der alten Privilegien. Diesmal ging es aber nicht mehr so einfach. Immerhin konnte die Reform durch die Indersdorfer Chorherren abgewehrt werden, auch die Pfarreien blieben erhalten – mit Ausnahme von Traiskirchen, dass der Bischof von Passau dem Stift entzog. Schließlich gab Propst Paul doch im Jahre 1468 seine Zustimmung zur Resignation.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Unter seinen Nachfolgern Bartholomäus Hoyer (1469 – 1482), [[Johannes I. von Lenberg|Johannes von Lenberg]] (1482 – 1493) und [[Hieronymus I. Stettner|Hieronymus Stettner]] (1493 – 1495) besserten sich die äußeren und inneren Verhältnisse stetig und erreichten unter Propst [[Matthäus Purkner|Matthäus Purkner]] (1495 – 1527) seinen letzten Höhepunkt vor dem religiösen Grabenbruch der Reformation in den dreißiger Jahren.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Amtszeit dieses Propstes ist noch getragen vom erlöschenden Glanz spätgotischer Frömmigkeit. So wurden die Pfarrkirchen in Bromberg, Edlitz und Ort errichtet, die Innenausstattung der beiden Reichersberger Kirchen im Stil der Zeit erneuert. Der regen Bautätigkeit hielten Stiftungen von Messen und Jahrtagen die Waage, die Dechant Petrus Trenkler getreulich aufgezeichnet hat. Mit einer Reihe anderer Klöster ging Reichersberg damals noch Gebtsverbrüderungen ein, in den Pfarreien gab es noch ein blühendes Bruderschaftswesen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Unter seinen Nachfolgern Bartholomäus Hoyer (1469 – 1482), [[Johannes I. von Lenberg|Johannes von Lenberg]] (1482 – 1493) und [[Hieronymus I. Stettner|Hieronymus Stettner]] (1493 – 1495) besserten sich die äußeren und inneren Verhältnisse stetig und erreichten unter Propst [[Matthäus Purkner|Matthäus Purkner]] (1495 – 1527) seinen letzten Höhepunkt vor dem religiösen Grabenbruch der Reformation in den dreißiger Jahren. Die Amtszeit dieses Propstes ist noch getragen vom erlöschenden Glanz spätgotischer Frömmigkeit. So wurden die Pfarrkirchen in Bromberg, Edlitz und Ort errichtet, die Innenausstattung der beiden Reichersberger Kirchen im Stil der Zeit erneuert. Der regen Bautätigkeit hielten Stiftungen von Messen und Jahrtagen die Waage, die Dechant Petrus Trenkler getreulich aufgezeichnet hat. Mit einer Reihe anderer Klöster ging Reichersberg damals noch Gebtsverbrüderungen ein, in den Pfarreien gab es noch ein blühendes Bruderschaftswesen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Tradition seiner Vorgänger folgend, schickte auch Propst Matthäus weiterhin begabte Junioren an die Wiener Universität. Viele Zukunftshoffnungen zerschlugen sich, als die 1521 in Wien grassierende Pest alle fünft damals dort studierenden Diakone aus Reichersberg dahinraffte. Nach Aussage der freilich recht spärlichen Quellen erscheint der Konvent zu dieser Zeit noch in ich gefestigt. In den niederösterreichischen Pfarreien kündigten sich bereits aber Zeichen es Verfalls an. In einem Brief vom 7. September 1520 klagte der Propst:&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;''Es missfalle ihm aus äußerste dass halbwahnsinnige Betragen der Brüder, die nur kriegen, schlagen und Ärgernis geben und von denen einer im Auftrag des Dechants seine Dirne entfernen musste''.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Tradition seiner Vorgänger folgend, schickte auch Propst Matthäus weiterhin begabte Junioren an die Wiener Universität. Viele Zukunftshoffnungen zerschlugen sich, als die 1521 in Wien grassierende Pest alle fünft damals dort studierenden Diakone aus Reichersberg dahinraffte. Nach Aussage der freilich recht spärlichen Quellen erscheint der Konvent zu dieser Zeit noch in ich gefestigt. In den niederösterreichischen Pfarreien kündigten sich bereits aber Zeichen es Verfalls an. In einem Brief vom 7. September 1520 klagte der Propst: ''Es missfalle ihm aus äußerste dass halbwahnsinnige Betragen der Brüder, die nur kriegen, schlagen und Ärgernis geben und von denen einer im Auftrag des Dechants seine Dirne entfernen musste''. Die gemaßregelten Pfarrer mussten ins Stift zurückkehren, was dem geistlichen Niveau des Hauses wiederum nicht förderlich gewesen sein dürfte. Der Tod des Propstes Matthäus Purkner 1527 bedeutete in der Stiftgeschichte eine tiefe Zäsur. Nur knapp einen Monat später musste am 16. August 1527 der Pfarrvikar Leonhard Käser aus Waizenbirchen in Schärding wegen seiner lutherischen Überzeugung den Scheiterhaufen besteigen. In den nächsten Jahrzehnten drangen unaufhaltsam reformatorische Ideen ein, sie trübten das katholische Glaubensbewusstsein, führten aber nur ganz selten zu einer wirklich überzeugten Annahme des evangelischen Bekenntnisses.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die gemaßregelten Pfarrer mussten ins Stift zurückkehren, was dem geistlichen Niveau des Hauses wiederum nicht förderlich gewesen sein dürfte. Der Tod des Propstes Matthäus Purkner 1527 bedeutete in der Stiftgeschichte eine tiefe Zäsur. Nur knapp einen Monat später musste am 16. August 1527 der Pfarrvikar Leonhard Käser aus Waizenbirchen in Schärding wegen seiner lutherischen Überzeugung den Scheiterhaufen besteigen. In den nächsten Jahrzehnten drangen unaufhaltsam reformatorische Ideen ein, sie trübten das katholische Glaubensbewusstsein, führten aber nur ganz selten zu einer wirklich überzeugten Annahme des evangelischen Bekenntnisses.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Die Reformationszeit ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Die Reformationszeit ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10697&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Zwischen Blüte und Reform */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10697&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T09:17:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Zwischen Blüte und Reform&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table style=&quot;background-color: #fff; color: #202122;&quot; data-mw=&quot;interface&quot;&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;tr class=&quot;diff-title&quot; lang=&quot;de-AT&quot;&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;← Nächstältere Version&lt;/td&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 4. November 2022, 09:17 Uhr&lt;/td&gt;
				&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l57&quot;&gt;Zeile 57:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 57:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Zwischen Blüte und Reform ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Zwischen Blüte und Reform ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Blütezeit, die das Stift unter Propst Gerhoch erlebt hatte, konnte von dessen unmittelbaren Nachfolgern Arno und [[Philipp|Philipp]] nur kurz aufrechterhalten werden. Bereits in den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts verschlechterte sich die Situation des Stiftes. So kam es zwischen 1181 und 1209 zehnmal, darunter siebenmal durch Resignation des Propstes, zu einem Wechsel in der Leitung des Hauses.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Blütezeit, die das Stift unter Propst Gerhoch erlebt hatte, konnte von dessen unmittelbaren Nachfolgern Arno und [[Philipp|Philipp]] nur kurz aufrechterhalten werden. Bereits in den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts verschlechterte sich die Situation des Stiftes. So kam es zwischen 1181 und 1209 zehnmal, darunter siebenmal durch Resignation des Propstes, zu einem Wechsel in der Leitung des Hauses.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Ursachen dieses offensichtlichen Niederganges an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert dürften ein Verfall der Ordensdisziplin, aber auch kriegerische Auseinandersetzungen im Grenzgebiet zwischen Österreich und Bayern gewesen sein. Zusätzlich litt Reichersberg noch unter der Bedrückung durch seine Vögte. Die Pröpste sahen sich diesen Belastungen nicht gewachsen, bis 1267 kam es in rascher Folge zu Resignationen. Erst Propst [[Walter|Walter]] (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1286 – 1281&lt;/del&gt;), vorher Propst zu Rohr, konnte das geistliche und wirtschaftliche Niveau des Stiftes heben, sodass ihn die Chronik als zweiten Gründer des Hauses rühmt.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Ursachen dieses offensichtlichen Niederganges an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert dürften ein Verfall der Ordensdisziplin, aber auch kriegerische Auseinandersetzungen im Grenzgebiet zwischen Österreich und Bayern gewesen sein. Zusätzlich litt Reichersberg noch unter der Bedrückung durch seine Vögte. Die Pröpste sahen sich diesen Belastungen nicht gewachsen, bis 1267 kam es in rascher Folge zu Resignationen. Erst Propst [[Walter|Walter]] (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1286–1281&lt;/ins&gt;), vorher Propst zu Rohr, konnte das geistliche und wirtschaftliche Niveau des Stiftes heben, sodass ihn die Chronik als zweiten Gründer des Hauses rühmt.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Nach seinem Tod ging es jedoch wieder schneller bergab, 1283 musste Propst [[Seifried|Seifried]] abdanken, die Chorherren wurden mit Ausnahme von vier entlassen, der Propst von Ranshofen übernahm die Administration des Stiftes. Zu Anfang des 14. Jahrhunderts verschlechtern sich die wirtschaftlichen Verhältnisse infolge der durch den deutschen Thronstreit zwischen dem Wittelsbacher Ludwig dem Bayern und dem Habsburger Friedrich dem Schönen ausgelösten Kriegshandlungen. Um dem drohenden Verfall entgegenzusteuern, inkorporierte Bischof Albert von Passau die Pfarre Traiskirchen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Nach seinem Tod ging es jedoch wieder schneller bergab, 1283 musste Propst [[Seifried|Seifried]] abdanken, die Chorherren wurden mit Ausnahme von vier entlassen, der Propst von Ranshofen übernahm die Administration des Stiftes. Zu Anfang des 14. Jahrhunderts verschlechtern sich die wirtschaftlichen Verhältnisse infolge der durch den deutschen Thronstreit zwischen dem Wittelsbacher Ludwig dem Bayern und dem Habsburger Friedrich dem Schönen ausgelösten Kriegshandlungen. Um dem drohenden Verfall entgegenzusteuern, inkorporierte Bischof Albert von Passau die Pfarre Traiskirchen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In diesen schweren Zeiten erwuchs dem Stift ein Retter in der Person des [[Ortolf II. von Teuffenbach|Ortolf von Teufenbach]]. Er war Pfarrer in Obernberg, Domherr zu Passau, Archidiakon von Mattsee und herzoglicher Kanzler, also kein Mitglied des Konvents. Auf inständiges Bitten der Chorherren übernahm er 1326 bis 1329 und nochmals 1335 bis 1346 die Leitung des Stiftes. Er verlangte zwar, dass er nach eigenen Vorstellungen handeln könne – so reduzierte er den Personalstand auf acht Kanoniker – ging aber mit großem Engagement an diese Aufgabe und setzte auch sein eigenes Vermögen selbstlos dafür ein. Sein Nachfolger [[Dietmar von Bergheim|Dietmar von Bergheim]] (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1346 – 1386&lt;/del&gt;) regierte 40 Jahre lang. Er schlichtete zahllose Streitigkeiten in Österreich und Bayern, erbaute 1355 einen neuen Kirchturm und vermehrte den Bücherstand der Bibliothek. Als er aber die Präbenden der Chorherren reduzierte, kam es zu argen Missstimmigkeiten mit dem Konvent.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;In diesen schweren Zeiten erwuchs dem Stift ein Retter in der Person des [[Ortolf II. von Teuffenbach|Ortolf von Teufenbach]]. Er war Pfarrer in Obernberg, Domherr zu Passau, Archidiakon von Mattsee und herzoglicher Kanzler, also kein Mitglied des Konvents. Auf inständiges Bitten der Chorherren übernahm er 1326 bis 1329 und nochmals 1335 bis 1346 die Leitung des Stiftes. Er verlangte zwar, dass er nach eigenen Vorstellungen handeln könne – so reduzierte er den Personalstand auf acht Kanoniker – ging aber mit großem Engagement an diese Aufgabe und setzte auch sein eigenes Vermögen selbstlos dafür ein. Sein Nachfolger [[Dietmar von Bergheim|Dietmar von Bergheim]] (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1346–1386&lt;/ins&gt;) regierte 40 Jahre lang. Er schlichtete zahllose Streitigkeiten in Österreich und Bayern, erbaute 1355 einen neuen Kirchturm und vermehrte den Bücherstand der Bibliothek. Als er aber die Präbenden der Chorherren reduzierte, kam es zu argen Missstimmigkeiten mit dem Konvent.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Eine Lockerung des augustinischen Grundsatzes der strengen Gütergemeinschaft lässt sich seit dem 13. Jahrhundert bei vielen Stiften feststellen. Die ursprünglich individuelle Zuteilung dessen, was jeder brauchte, wich einer gleichmäßigen Verteilung der Einkünfte, unabhängig davon, ob der einzelne diese tatsächlich brauchte oder nicht. Daraus entwickelte sich eine Art Gewohnheitsrecht, dem auch reformwillige Obere oder Visitatioren nicht beikommen konnten.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Eine Lockerung des augustinischen Grundsatzes der strengen Gütergemeinschaft lässt sich seit dem 13. Jahrhundert bei vielen Stiften feststellen. Die ursprünglich individuelle Zuteilung dessen, was jeder brauchte, wich einer gleichmäßigen Verteilung der Einkünfte, unabhängig davon, ob der einzelne diese tatsächlich brauchte oder nicht. Daraus entwickelte sich eine Art Gewohnheitsrecht, dem auch reformwillige Obere oder Visitatioren nicht beikommen konnten.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l72&quot;&gt;Zeile 72:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 73:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Dem Beispiel der Brüder schlossen sich die Schwestern des Frauenklosters an und wehrten sich heftig gegen eine Beschneidung ihrer Einkünfte. Hier gelang dem Dompropst von Passau eine Einigung.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Dem Beispiel der Brüder schlossen sich die Schwestern des Frauenklosters an und wehrten sich heftig gegen eine Beschneidung ihrer Einkünfte. Hier gelang dem Dompropst von Passau eine Einigung.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der nächste Propst, [[Griffo (Greif) von Ottenberg|Griffo (Greif) von Ottenberg]] (1368-1412), trat ganz in die Fußstapfen seines Vorgängers. Auch er war ein strenger Oberer, der keine Vergehen duldete. ''Gravis fuit dominisacerime eos corrioiendo pro excessibus'', sagt der Chronist. Langdauernde Streitigkeiten mit dem Ritter Hans von Messenböck zu Ort nötigen den Propst sogar zu einer Intervention beim Heiligen Stuhl. Aus der Reihe der Pröpste des 15. Jahrhunderts ragt [[Paul Tellenpeck|Paul Tellenpeck]] hervor (&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1415 – 1468&lt;/del&gt;). Er verbesserte die Präbenden der Chorherren, schickte mehrere Kleriker zum Studium an die Wiener Universität und vermehrte den Besitzstand durch Kauf und Schenkung. Erzbischof Sigismund von Salzburg inkorporierte im Jahre 1456 die Pfarre Pitten. Das schon lange dahinsiechende Frauenkloster ging um 1440 aber endgültig ein. Die Kirche diente später als Pfarrkirche, von den Gebäuden hat sich das Mindeste erhalten.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der nächste Propst, [[Griffo (Greif) von Ottenberg|Griffo (Greif) von Ottenberg]] (1368-1412), trat ganz in die Fußstapfen seines Vorgängers. Auch er war ein strenger Oberer, der keine Vergehen duldete. ''Gravis fuit dominisacerime eos corrioiendo pro excessibus'', sagt der Chronist. Langdauernde Streitigkeiten mit dem Ritter Hans von Messenböck zu Ort nötigen den Propst sogar zu einer Intervention beim Heiligen Stuhl. Aus der Reihe der Pröpste des 15. Jahrhunderts ragt [[Paul Tellenpeck|Paul Tellenpeck]] hervor (&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;1415–1468&lt;/ins&gt;). Er verbesserte die Präbenden der Chorherren, schickte mehrere Kleriker zum Studium an die Wiener Universität und vermehrte den Besitzstand durch Kauf und Schenkung. Erzbischof Sigismund von Salzburg inkorporierte im Jahre 1456 die Pfarre Pitten. Das schon lange dahinsiechende Frauenkloster ging um 1440 aber endgültig ein. Die Kirche diente später als Pfarrkirche, von den Gebäuden hat sich das Mindeste erhalten.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Während der innere Stand zu dieser Zeit also nicht schlecht war, erwuchsen dem Konvent gewaltige Bedrängnisse von außen, nämlich durch die Reformversuche des Kardinals Nikolaus von Cusa. Dieser war von Papst Nikolaus V. als Legat für die deutschen Lande bestimmt worden, mit der Aufgabe, die Reform der Kirche und speziell der Klöster voranzutreiben. Nikolaus von Cusa nahm diese Aufgabe sehr ernst. Bei der am 3. Februar 1451 eröffneten Provinzialsynode in Salzburg verlangte er ganz energisch von allen Religiosen die Rückkehr zu ihrer Regel und deren genaue Einhaltung. Als Visitatoren für die Augustiner-Chorherren ernannte der Kardinal Propst Nikolaus von St. Dorothea, Propst Petrus von Rohr und Stiftsdechant Wolfgang Kerspeck von St. Florian.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Während der innere Stand zu dieser Zeit also nicht schlecht war, erwuchsen dem Konvent gewaltige Bedrängnisse von außen, nämlich durch die Reformversuche des Kardinals Nikolaus von Cusa. Dieser war von Papst Nikolaus V. als Legat für die deutschen Lande bestimmt worden, mit der Aufgabe, die Reform der Kirche und speziell der Klöster voranzutreiben. Nikolaus von Cusa nahm diese Aufgabe sehr ernst. Bei der am 3. Februar 1451 eröffneten Provinzialsynode in Salzburg verlangte er ganz energisch von allen Religiosen die Rückkehr zu ihrer Regel und deren genaue Einhaltung. Als Visitatoren für die Augustiner-Chorherren ernannte der Kardinal Propst Nikolaus von St. Dorothea, Propst Petrus von Rohr und Stiftsdechant Wolfgang Kerspeck von St. Florian.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l82&quot;&gt;Zeile 82:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 83:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Tradition seiner Vorgänger folgend, schickte auch Propst Matthäus weiterhin begabte Junioren an die Wiener Universität. Viele Zukunftshoffnungen zerschlugen sich, als die 1521 in Wien grassierende Pest alle fünft damals dort studierenden Diakone aus Reichersberg dahinraffte. Nach Aussage der freilich recht spärlichen Quellen erscheint der Konvent zu dieser Zeit noch in ich gefestigt. In den niederösterreichischen Pfarreien kündigten sich bereits aber Zeichen es Verfalls an. In einem Brief vom 7. September 1520 klagte der Propst:&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Tradition seiner Vorgänger folgend, schickte auch Propst Matthäus weiterhin begabte Junioren an die Wiener Universität. Viele Zukunftshoffnungen zerschlugen sich, als die 1521 in Wien grassierende Pest alle fünft damals dort studierenden Diakone aus Reichersberg dahinraffte. Nach Aussage der freilich recht spärlichen Quellen erscheint der Konvent zu dieser Zeit noch in ich gefestigt. In den niederösterreichischen Pfarreien kündigten sich bereits aber Zeichen es Verfalls an. In einem Brief vom 7. September 1520 klagte der Propst:&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;''Es missfalle ihm aus äußerste dass halbwahnsinnige Betragen der Brüder, die nur kriegen, schlagen und Ärgernis geben und von denen einer im Auftrag des Dechants seine Dirne entfernen musste''.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;''Es missfalle ihm aus äußerste dass halbwahnsinnige Betragen der Brüder, die nur kriegen, schlagen und Ärgernis geben und von denen einer im Auftrag des Dechants seine Dirne entfernen musste''.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die gemaßregelten Pfarrer mussten ins Stift zurückkehren, was dem geistlichen Niveau des Hauses wiederum nicht förderlich gewesen sein dürfte. Der Tod des Propstes Matthäus Purkner 1527 bedeutete in der Stiftgeschichte eine tiefe Zäsur. Nur knapp einen Monat später musste am 16. August 1527 der Pfarrvikar Leonhard Käser aus Waizenbirchen in Schärding wegen seiner lutherischen Überzeugung den Scheiterhaufen besteigen. In den nächsten Jahrzehnten drangen unaufhaltsam reformatorische Ideen ein, sie trübten das katholische Glaubensbewusstsein, führten aber nur ganz selten zu einer wirklich überzeugten Annahme des evangelischen Bekenntnisses.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die gemaßregelten Pfarrer mussten ins Stift zurückkehren, was dem geistlichen Niveau des Hauses wiederum nicht förderlich gewesen sein dürfte. Der Tod des Propstes Matthäus Purkner 1527 bedeutete in der Stiftgeschichte eine tiefe Zäsur. Nur knapp einen Monat später musste am 16. August 1527 der Pfarrvikar Leonhard Käser aus Waizenbirchen in Schärding wegen seiner lutherischen Überzeugung den Scheiterhaufen besteigen. In den nächsten Jahrzehnten drangen unaufhaltsam reformatorische Ideen ein, sie trübten das katholische Glaubensbewusstsein, führten aber nur ganz selten zu einer wirklich überzeugten Annahme des evangelischen Bekenntnisses.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Die Reformationszeit ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Die Reformationszeit ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;

&lt;!-- diff cache key wiki:diff::1.12:old-10696:rev-10697 --&gt;
&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10696&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer am 4. November 2022 um 09:11 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10696&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T09:11:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;a href=&quot;https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;amp;diff=10696&amp;amp;oldid=10695&quot;&gt;Änderungen zeigen&lt;/a&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10695&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Äußere und innere Erneuerung */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_Reichersberg&amp;diff=10695&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-11-04T08:30:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Äußere und innere Erneuerung&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table style=&quot;background-color: #fff; color: #202122;&quot; data-mw=&quot;interface&quot;&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-marker&quot; /&gt;
				&lt;col class=&quot;diff-content&quot; /&gt;
				&lt;tr class=&quot;diff-title&quot; lang=&quot;de-AT&quot;&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;← Nächstältere Version&lt;/td&gt;
				&lt;td colspan=&quot;2&quot; style=&quot;background-color: #fff; color: #202122; text-align: center;&quot;&gt;Version vom 4. November 2022, 08:30 Uhr&lt;/td&gt;
				&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l92&quot;&gt;Zeile 92:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 92:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Äußere und innere Erneuerung ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;=== Äußere und innere Erneuerung ===&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Das größte Unglück seit Jahrhunderten ereignete sich Anfang Mai 1624: Ein Großbrand vernichtete die gesamte Klosteranlage. Über die Ursache gibt es verschiedene Nachrichten: Nach der einen entstand das Feuer während der Nacht durch ein vom Koch nicht gelöschtes Herdfeuer, die andere Aufzeichnung verlegt den Brand in die Nachmittagsstunden, als die Chorherren jenseits des Inn in den Auen spazieren gingen. Ein starker Wind erschwerte die Löscharbeiten, so dass nur wenig vor den Flammen gerettet werden konnte, immerhin einige alte Codices und die wichtigsten Urkunden.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Das größte Unglück seit Jahrhunderten ereignete sich Anfang Mai 1624: Ein Großbrand vernichtete die gesamte Klosteranlage. Über die Ursache gibt es verschiedene Nachrichten: Nach der einen entstand das Feuer während der Nacht durch ein vom Koch nicht gelöschtes Herdfeuer, die andere Aufzeichnung verlegt den Brand in die Nachmittagsstunden, als die Chorherren jenseits des Inn in den Auen spazieren gingen. Ein starker Wind erschwerte die Löscharbeiten, so dass nur wenig vor den Flammen gerettet werden konnte, immerhin einige alte Codices und die wichtigsten Urkunden. Aus der Not der Zeit heraus war es nicht möglich einen repräsentativen Neubau zu schaffen, zuallererst brauchte die Gemeinschaft ein Dach über dem Kopf. Am 29. Juni 1526 konnte der Grundstein gelegt werden, ein Quadrat um den Kreuzgarten. Im Herbst 1628 konnten die Chorherren das neue Kloster beziehen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Aus der Not der Zeit heraus war es nicht möglich einen repräsentativen Neubau zu schaffen, zuallererst brauchte die Gemeinschaft ein Dach über dem Kopf. Am 29. Juni 1526 konnte der Grundstein gelegt werden, ein Quadrat um den Kreuzgarten. Im Herbst 1628 konnten die Chorherren das neue Kloster beziehen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Bauernaufstand in Oberösterreich 1626 brachte zusätzliche Sorgen. Um ein Übergreifen auf bayerisches Gebiet zu verhindern, musste die Grenze befestigt werden. Das Stift musste Arbeiter, Reiter und Pferde bereitstellen und hohe Abgaben leisten.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Bauernaufstand in Oberösterreich 1626 brachte zusätzliche Sorgen. Um ein Übergreifen auf bayerisches Gebiet zu verhindern, musste die Grenze befestigt werden. Das Stift musste Arbeiter, Reiter und Pferde bereitstellen und hohe Abgaben leisten. Die Aufregungen beim Brand, die steten Sorgen beim Neubau und diese zusätzlichen Belastungen brachten Propst [[Johannes IV. Zörer|Johannes Zörer]] (1621–1627) früh ins Grab. Der bisherige Stiftsdechant [[Melchior Hinterberger|Melchior Hinterberger]] (1627–1637) folgte ihm im Amt nach. Er begann 1629 mit dem Neubau der Klosterkirche. Als im Dreißigjährigen Krieg die Schweden näher rückten, verteilte er die Chorherren nach Salzburg und Niederösterreich. Die drückenden Kriegsabgaben verzögerten den Kirchenbau. Erst der nächste Propst [[Jakob Christian|Jakob Christian]] (1637–1649) konnte ihn vollenden. Am 31. Juli 1644 weihte Weihbischof Bartholomäus Kobalt aus Passau die neue Kirche. In den 20 Jahren seit dem Brand waren alle Gottesdienste in der Frauenkirche gehalten worden.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Aufregungen beim Brand, die steten Sorgen beim Neubau und diese zusätzlichen Belastungen brachten Propst [[Johannes IV. Zörer|Johannes Zörer]] (1621–1627) früh ins Grab. Der bisherige Stiftsdechant [[Melchior Hinterberger|Melchior Hinterberger]] (1627–1637) folgte ihm im Amt nach. Er begann 1629 mit dem Neubau der Klosterkirche. Als im Dreißigjährigen Krieg die Schweden näher rückten, verteilte er die Chorherren nach Salzburg und Niederösterreich. Die drückenden Kriegsabgaben verzögerten den Kirchenbau. Erst der nächste Propst [[Jakob Christian|Jakob Christian]] (1637–1649) konnte ihn vollenden. Am 31. Juli 1644 weihte Weihbischof Bartholomäus Kobalt aus Passau die neue Kirche. In den 20 Jahren seit dem Brand waren alle Gottesdienste in der Frauenkirche gehalten worden.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Dreißigjährige Krieg ging dem Ende zu. Die Schweden kamen zwar nie über den Inn, dafür aber unzählige Flüchtlinge. 1646 forderte der Landrichter von Schärding die Pfarrer auf, ''daß sye die Pfarrkhinder oder Gmein zu Christl. Mitleiden sowoll zur Raichung des Allmussens als Notwendigen Underkhommens willen beweglich ermahnen.''&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Der Dreißigjährige Krieg ging dem Ende zu. Die Schweden kamen zwar nie über den Inn, dafür aber unzählige Flüchtlinge. 1646 forderte der Landrichter von Schärding die Pfarrer auf, ''daß sye die Pfarrkhinder oder Gmein zu Christl. Mitleiden sowoll zur Raichung des Allmussens als Notwendigen Underkhommens willen beweglich ermahnen.''&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;1648 entstand eine furchtbare Hungersnot. Die armen Leute ernährten sich vom Fleisch verendeter Tiere, von Kleien, Eicheln und Baumrinden. Zu allem Unglück trat noch die Pest auf und raffte Tausende hinweg. Im Stift starben zwei Chorherren, von den übrigen zehn sandte der besorgte Propst die Hälfte nach Niederösterreich und reiste 1649 selbst nach. Der Tod, dem er entrinnen wollte, holte ihn in Wiener Neustadt ein, sein Leichnam wurde in Pitten begraben.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;[[Adam Pichler|Adam Pichler]] (1650–1675) trat sein Amt unmittelbar nach Erlöschen der Pest an. Diesseits des Inn waren weite Strecken entvölkert, jenseits des Flusses viele Ortschaften und Gehöfte von den Schweden zerstört.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;1648 entstand eine furchtbare Hungersnot. Die armen Leute ernährten sich vom Fleisch verendeter Tiere, von Kleien, Eicheln und Baumrinden. Zu allem Unglück trat noch die Pest auf und raffte Tausende hinweg. Im Stift starben zwei Chorherren, von den übrigen zehn sandte der besorgte Propst die Hälfte nach Niederösterreich und reiste 1649 selbst nach. Der Tod, dem er entrinnen wollte, holte ihn in Wiener Neustadt ein, sein Leichnam wurde in Pitten begraben. [[Adam Pichler|Adam Pichler]] (1650–1675) trat sein Amt unmittelbar nach Erlöschen der Pest an. Diesseits des Inn waren weite Strecken entvölkert, jenseits des Flusses viele Ortschaften und Gehöfte von den Schweden zerstört. Propst Adam sorgte dafür, dass die ruinierten Güter wieder besiedelt wurden. Allein in den Faschingstagen des Jahres 1650 traten in Münsteuer 50 Brautpaare an den Altar.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Propst Adam sorgte dafür, dass die ruinierten Güter wieder besiedelt wurden. Allein in den Faschingstagen des Jahres 1650 traten in Münsteuer 50 Brautpaare an den Altar.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Nach zwanzigjähriger Pause entstand der Nordtrakt des äußeren Hofes, die nächsten Prälaten [Anton I. Ernst|Anton Ernst]] (1675–1685) und [[Theobald Antißner|Theobald Antissner]] (1685–1704) erbauten die ebenerdigen Wirtschaftsgebäude und den Südtrakt, sodass die gesamte Anlage nach 70 Jahren endlich zum Abschluss gebracht werden konnte. In das neue Haus zog auch ein neuer Geistlicher ein. Schon Propst Johannes Zörer hatte aus dem damals blühenden Stift Dießen drei Priester und einen Laienbruder geholt. Einer von ihnen, Ubald Luzenberger, übernahm hier das Amt des Stiftsdechanten und Novizenmeisters. Sämtliche Prälaten des 17. Jahrhunderts richteten ihr Augenmerk auf Einhaltung der klösterlichen Ordnung und wissenschaftliches Streben. Die Jungherren erhielten ihre Ausbildung an den Universitäten von Graz und Ingolstadt, die Hälfte der Chorherren war akademisch graduiert. Die Stifte Suben und St. Nikola erbaten sich Reichersberger Chorherren zur Reform ihrer Konvente. Damals bürgerte sich auch der Brauch ein, den Chorherren bei der Profess einen Ordensnamen zugeben, eine Zeit lang wurden die Priester auch mit „Pater“, die Kleriker und Brüder mit „Frater“ angesprochen. Der letzte Laienbruder Nikolaus Lang starb 1682, seither wurde kein solcher mehr aufgenommen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Nach zwanzigjähriger Pause entstand der Nordtrakt des äußeren Hofes, die nächsten Prälaten [Anton I. Ernst|Anton Ernst]] (1675–1685) und [[Theobald Antißner|Theobald Antissner]] (1685–1704) erbauten die ebenerdigen Wirtschaftsgebäude und den Südtrakt, sodass die gesamte Anlage nach 70 Jahren endlich zum Abschluss gebracht werden konnte. In das neue Haus zog auch ein neuer Geistlicher ein. Schon Propst Johannes Zörer hatte aus dem damals blühenden Stift Dießen drei Priester und einen Laienbruder geholt. Einer von ihnen, Ubald Luzenberger, übernahm hier das Amt des Stiftsdechanten und Novizenmeisters. Sämtliche Prälaten des 17. Jahrhunderts richteten ihr Augenmerk auf Einhaltung der klösterlichen Ordnung und wissenschaftliches Streben. Die Jungherren erhielten ihre Ausbildung an den Universitäten von Graz und Ingolstadt, die Hälfte der Chorherren war akademisch graduiert. Die Stifte Suben und St. Nikola erbaten sich Reichersberger Chorherren zur Reform ihrer Konvente. Damals bürgerte sich auch der Brauch ein, den Chorherren bei der Profess einen Ordensnamen zugeben, eine Zeit lang wurden die Priester auch mit „Pater“, die Kleriker und Brüder mit „Frater“ angesprochen. Der letzte Laienbruder Nikolaus Lang starb 1682, seither wurde kein solcher mehr aufgenommen.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&lt;/ins&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Große Aufmerksamkeit richteten die Prälaten der Barockzeit auf die Ausgestaltung der Stiftskirche und auf einen prunkvollen Gottesdienst. Das Stift brachte eine Reihe tüchtiger Prediger hervor. Das Predigtamt bedeutete auch große körperliche Anstrengungen, man legte noch viel Wert auf Gestik und Stimme. Von Stiftsdechant Ubald Sebald († 1698) hören wir, dass er sich infolge der Beschwerden des Predigens 16 schwere Krankheiten zugezogen hatte. Ein Reichersberger Chorherr, Elias Hölzl, wirkte von 1665 bis zu seinem Tod 1673 als Prediger im Stift Nikola.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Große Aufmerksamkeit richteten die Prälaten der Barockzeit auf die Ausgestaltung der Stiftskirche und auf einen prunkvollen Gottesdienst. Das Stift brachte eine Reihe tüchtiger Prediger hervor. Das Predigtamt bedeutete auch große körperliche Anstrengungen, man legte noch viel Wert auf Gestik und Stimme. Von Stiftsdechant Ubald Sebald († 1698) hören wir, dass er sich infolge der Beschwerden des Predigens 16 schwere Krankheiten zugezogen hatte. Ein Reichersberger Chorherr, Elias Hölzl, wirkte von 1665 bis zu seinem Tod 1673 als Prediger im Stift Nikola.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Im Jahr 1654 gewährte Papst Innozenz X. dem jeweiligen Propst von Reichersberg das Recht der Pontifikalen. Die alten Prälaten hatten zum Zeichen ihrer Würde nur einen Ring am Finger getragen. Die Pontifikalgottesdienste erforderten eine entsprechende Anzahl von Sängern und Instrumentalisten. Für die Jahre 1641 bis 1800 führt Konrad Meindl 37 Chorherren an, die sehr musikalisch waren. Für die Sopran- und Altstimmen sorgte eine kleine Schar an Sängerknaben.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Im Jahr 1654 gewährte Papst Innozenz X. dem jeweiligen Propst von Reichersberg das Recht der Pontifikalen. Die alten Prälaten hatten zum Zeichen ihrer Würde nur einen Ring am Finger getragen. Die Pontifikalgottesdienste erforderten eine entsprechende Anzahl von Sängern und Instrumentalisten. Für die Jahre 1641 bis 1800 führt Konrad Meindl 37 Chorherren an, die sehr musikalisch waren. Für die Sopran- und Altstimmen sorgte eine kleine Schar an Sängerknaben. Aber auch die weltliche Musik fand ihre Pflege. Als 1779 eine Wandertruppe nach Reichersberg kam, fand sie eine schöne Liebhaberbühne vor und ein gutes Orchester, bestehend aus Stiftsherren, Prälatendiener und Hofrichter. Bei der Übertragung der Gebeine des heiligen Claudius berichtet die Chronik von Pauken- und Trompetenspiel, das abwechselnd mit Gesängen die Prozession begleitet habe.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Aber auch die weltliche Musik fand ihre Pflege. Als 1779 eine Wandertruppe nach Reichersberg kam, fand sie eine schöne Liebhaberbühne vor und ein gutes Orchester, bestehend aus Stiftsherren, Prälatendiener und Hofrichter. Bei der Übertragung der Gebeine des heiligen Claudius berichtet die Chronik von Pauken- und Trompetenspiel, das abwechselnd mit Gesängen die Prozession begleitet habe.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Rückschläge für die wirtschaftliche Entwicklung brachten die immer wieder aufflammenden Kriege. 1703 brach der Spanische Erbfolgekrieg aus. Die österreichischen Heere zogen gegen Ried und Schärding, unterlagen aber der bayerischen Übermacht. 1704 zog Max Emmanuel über Reichersberg nach Schärding und eroberte Passau. Dann wandte er sich ostwärts bis Eferding, musste aber, um nicht abgeschnitten zu werden, den Rückzug antreten.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Rückschläge für die wirtschaftliche Entwicklung brachten die immer wieder aufflammenden Kriege. 1703 brach der Spanische Erbfolgekrieg aus. Die österreichischen Heere zogen gegen Ried und Schärding, unterlagen aber der bayerischen Übermacht. 1704 zog Max Emmanuel über Reichersberg nach Schärding und eroberte Passau. Dann wandte er sich ostwärts bis Eferding, musste aber, um nicht abgeschnitten zu werden, den Rückzug antreten. Kaiserliche Truppen folgten nach und überraschten am 26. Juni das Stift. Sie verlangten 12.000 Gulden als Brandschatzung; das Innviertel kam unter kaiserliche Verwaltung. Dagegen erhoben sich die Bauern, jetzt musste das Stift den Aufständischen Geld, Pferde und Lebensmittel bereitstellen. Schließlich behielten die kaiserlichen Truppen die Oberhand.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Kaiserliche Truppen folgten nach und überraschten am 26. Juni das Stift. Sie verlangten 12.000 Gulden als Brandschatzung; das Innviertel kam unter kaiserliche Verwaltung. Dagegen erhoben sich die Bauern, jetzt musste das Stift den Aufständischen Geld, Pferde und Lebensmittel bereitstellen. Schließlich behielten die kaiserlichen Truppen die Oberhand.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die folgende Friedenszeit nützte Propst [[Herkulan Kalchgruber|Herkulan Kalchgruber]] (1707–1734) zur Innenausstattung der Stiftskirche und zu umfangreichen Neubauten in den Pfarreien. [[Matthias Führer|Matthias Führer]] (1735–1752) erbaute an der Nordseite der Kirche die heutige Sakristei.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die folgende Friedenszeit nützte Propst [[Herkulan Kalchgruber|Herkulan Kalchgruber]] (1707–1734) zur Innenausstattung der Stiftskirche und zu umfangreichen Neubauten in den Pfarreien. [[Matthias Führer|Matthias Führer]] (1735–1752) erbaute an der Nordseite der Kirche die heutige Sakristei. Manche seiner Pläne machte der Österreichische Erbfolgekrieg zunichte. 1734/44 schlugen 30.000 Mann auf den Stiftsfeldern ihre Zelte auf. Die Ruhr raffte unzählige Menschen hinweg, der gesamte Rindviehbestand des Meierhofes fiel der Seuche zum Opfer. Die hohen Kriegsauslagen konnten nur durch die Aufnahme von Schulden bestritten werden. Doch gelang es bereits dem nächsten Propst [[Karl Stephan|Karl Stephan]] (1752–1770), die Schulden abzutragen. Er errichtete die Seitenaltäre aus Gipsmarmor, die beiden Marmorportale im Presbyterium und die schönen Kirchenstühle. Bei seinem Tod hinterließ er 54.000 Golden, die nach seinem Willen zur Aufstellung eines marmornen Hochaltares verwendet werden sollten.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Manche seiner Pläne machte der Österreichische Erbfolgekrieg zunichte. 1734/44 schlugen 30.000 Mann auf den Stiftsfeldern ihre Zelte auf. Die Ruhr raffte unzählige Menschen hinweg, der gesamte Rindviehbestand des Meierhofes fiel der Seuche zum Opfer. Die hohen Kriegsauslagen konnten nur durch die Aufnahme von Schulden bestritten werden. Doch gelang es bereits dem nächsten Propst [[Karl Stephan|Karl Stephan]] (1752–1770), die Schulden abzutragen. Er errichtete die Seitenaltäre aus Gipsmarmor, die beiden Marmorportale im Presbyterium und die schönen Kirchenstühle. Bei seinem Tod hinterließ er 54.000 Golden, die nach seinem Willen zur Aufstellung eines marmornen Hochaltares verwendet werden sollten.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Propst [[Ambros Kreuzmayr|Ambros Kreuzmayr]] (1770–1810) hatte eine vierzigjährige Regierungszeit. Das erste Jahrzehnt verlief in ruhigen Bahnen. Nach dem Einsturz des Kirchturmes 1774 baute er einen neuen Turm und ließ Kirche, Bibliothek und Bayerischen Saal mit Fresken schmücken.  1779 kam das Inviertel durch den Frieden von Teschen an Österreich. Dies brachte für das bislang bayerische Kloster eine Reihe einschneidender Maßnahmen. Dabei konnte man noch von Glück reden, dass das Stift nicht so wie viele andere zur Zeit Kaiser Franz Josephs II. überhaupt aufgehoben wurde. Vielleicht hatte es der Kaiser deshalb als „nützlich“ eingestuft, weil es als ausländisches Kloster seit Jahrhunderten in Österreich Seelsorge betrieben hatte. Freilich mussten auf Befehl der Regierung fünf neue Pfarren errichtet werden, wobei die Baukosten der Pfarrhöfe und Schulen vom Stift zu tragen waren. „Nutzlose“ Filialkirchen, darunter auch die Frauenkirche in Reichersberg, traf das Los der Schließung und des Abbruchs. Durch Verbot der Novizenaufnahme sollte der Personalstand der Chorherren auf 16 reduziert werden. Auch die alte weiße Ordenstracht erregte das Missfallen des Kaisers. Ein Regierungsdekret verlangte die in Österreich ''bey den Canonicis regularibus eingeführte schwarze Kleidertracht und weiße schmale Roketen oder sogenannte Sarrökeln'' wie sie in den Pfarren schon längere Zeit üblich waren.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Propst [[Ambros Kreuzmayr|Ambros Kreuzmayr]] (1770–1810) hatte eine vierzigjährige Regierungszeit. Das erste Jahrzehnt verlief in ruhigen Bahnen. Nach dem Einsturz des Kirchturmes 1774 baute er einen neuen Turm und ließ Kirche, Bibliothek und Bayerischen Saal mit Fresken schmücken.  1779 kam das Inviertel durch den Frieden von Teschen an Österreich. Dies brachte für das bislang bayerische Kloster eine Reihe einschneidender Maßnahmen. Dabei konnte man noch von Glück reden, dass das Stift nicht so wie viele andere zur Zeit Kaiser Franz Josephs II. überhaupt aufgehoben wurde. Vielleicht hatte es der Kaiser deshalb als „nützlich“ eingestuft, weil es als ausländisches Kloster seit Jahrhunderten in Österreich Seelsorge betrieben hatte. Freilich mussten auf Befehl der Regierung fünf neue Pfarren errichtet werden, wobei die Baukosten der Pfarrhöfe und Schulen vom Stift zu tragen waren. „Nutzlose“ Filialkirchen, darunter auch die Frauenkirche in Reichersberg, traf das Los der Schließung und des Abbruchs. Durch Verbot der Novizenaufnahme sollte der Personalstand der Chorherren auf 16 reduziert werden. Auch die alte weiße Ordenstracht erregte das Missfallen des Kaisers. Ein Regierungsdekret verlangte die in Österreich ''bey den Canonicis regularibus eingeführte schwarze Kleidertracht und weiße schmale Roketen oder sogenannte Sarrökeln'' wie sie in den Pfarren schon längere Zeit üblich waren.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot; id=&quot;mw-diff-left-l124&quot;&gt;Zeile 124:&lt;/td&gt;
&lt;td colspan=&quot;2&quot; class=&quot;diff-lineno&quot;&gt;Zeile 123:&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Eine 1855 unter Leitung des Linzer Bischofs Franz Joseph Rudigier durchgeführt Visitation fand das Stift in guter Ordnung. Zu seinem goldenen Priesterjubiläum 1857 verlieh Kaiser Franz Joseph dem hochbetagten Prälaten das Ritterkreuz des Leopoldordens. Nach Propst Antons Tod wählte das Kapitel den bisherigen Pfarrer von Bromberg [[Bartholomäus II. Pflanzl|Bartholomäus Pflanzl]] (1861–1875) zum Propst. Er zählte damals schon 67 Jahre, konnte aber doch noch 14 Jahre den Hirtenstab führen. In seine Zeit fallen der Bau des 1866 abgebrannten Pfarrhofes zu Ort, der Ankauf des Gutes Hochwolkersdorf, die Anschaffung von sechs neuen Glocken für die Stiftskirche sowie die Restaurierung der Altäre.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Eine 1855 unter Leitung des Linzer Bischofs Franz Joseph Rudigier durchgeführt Visitation fand das Stift in guter Ordnung. Zu seinem goldenen Priesterjubiläum 1857 verlieh Kaiser Franz Joseph dem hochbetagten Prälaten das Ritterkreuz des Leopoldordens. Nach Propst Antons Tod wählte das Kapitel den bisherigen Pfarrer von Bromberg [[Bartholomäus II. Pflanzl|Bartholomäus Pflanzl]] (1861–1875) zum Propst. Er zählte damals schon 67 Jahre, konnte aber doch noch 14 Jahre den Hirtenstab führen. In seine Zeit fallen der Bau des 1866 abgebrannten Pfarrhofes zu Ort, der Ankauf des Gutes Hochwolkersdorf, die Anschaffung von sechs neuen Glocken für die Stiftskirche sowie die Restaurierung der Altäre.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;−&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #ffe49c; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Chronik berichtet uns leider großteils nur äußere Ereignisse – selten gewährt sie Einblick in den Alltag der Chorherren, in den Geist, der die Gemeinschaft beseelte, in die Motive, aus denen heraus die einzelnen hier eintraten und lebten. Auch Konrad Meindl hat in seinem „Catalogus omnium canonicorum regularium“ meist äußere Daten festgehalten, nur die Prälaten erfreuen sich einer eingehenderen Würdigung. Am Beispiel des Propstes [Bernhard II. Appel|Bernhard Appel]] (1876–1899) sehen wir aber doch sehr anschaulich, mit welcher Hingabe und welchem Eifer die Chorherren jener Zeit ihre Berufung lebten. Bernhard Appels Heimat war Böhmen. Er trat 1836 in das Stift ein und wirkte nach seiner Priesterweihe 1841 20 Jahre lang als Bibliothekar, Novizenmeister und Stiftsdechant. In dieser Zeit konnte er 15 Novizen ins Ordensleben einführen und begann mit ihnen wieder das vollständige Offizium zu beten – seit der Zeit Josephs II. hatte der Konvent nur mehr die kleinen Horen und die Vesper gemeinsam verrichtet. Zusammen mit den Novizen brachte er die Bibliothek in Ordnung und legte für die noch vorhandenen Bestände einen Katalog an. 1857 veröffentlichte er seine „Geschichte des regulirten Chorherrenstiftes des heiligenn Augustiin zu Reichersberg“, die noch heute eine unentbehrliche Fundgrube für den Haushistoriker darstellt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Chronik berichtet uns leider großteils nur äußere Ereignisse – selten gewährt sie Einblick in den Alltag der Chorherren, in den Geist, der die Gemeinschaft beseelte, in die Motive, aus denen heraus die einzelnen hier eintraten und lebten. Auch Konrad Meindl hat in seinem „Catalogus omnium canonicorum regularium“ meist äußere Daten festgehalten, nur die Prälaten erfreuen sich einer eingehenderen Würdigung. Am Beispiel des Propstes &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;[&lt;/ins&gt;[Bernhard II. Appel|Bernhard Appel]] (1876–1899) sehen wir aber doch sehr anschaulich, mit welcher Hingabe und welchem Eifer die Chorherren jener Zeit ihre Berufung lebten. Bernhard Appels Heimat war Böhmen. Er trat 1836 in das Stift ein und wirkte nach seiner Priesterweihe 1841 20 Jahre lang als Bibliothekar, Novizenmeister und Stiftsdechant. In dieser Zeit konnte er 15 Novizen ins Ordensleben einführen und begann mit ihnen wieder das vollständige Offizium zu beten – seit der Zeit Josephs II. hatte der Konvent nur mehr die kleinen Horen und die Vesper gemeinsam verrichtet. Zusammen mit den Novizen brachte er die Bibliothek in Ordnung und legte für die noch vorhandenen Bestände einen Katalog an. 1857 veröffentlichte er seine „Geschichte des regulirten Chorherrenstiftes des heiligenn Augustiin zu Reichersberg“, die noch heute eine unentbehrliche Fundgrube für den Haushistoriker darstellt.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;br/&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Schon als junger Priester hatte er das Gelübde gemacht, alle Ersparnisse zu Ehren Gottes, für die Kirche und für die Armen zu verwenden. So verdankt ihm die Sakristei einige Ornate und einen mit Edelsteinen besetzten Kelch. Eine aufopfernde Tätigkeit entfaltete er im Beichtstuhl. Da es zu dieser Zeit im ganzen Innviertel kein anderes Kloster gab, war der Andrang sehr groß Ein Höhepunkt seiner Regierungszeit waren die Jubiläumsfeiern zum 800jährigen Bestehen des Stiftes im Jahr 1884 verbunden mit einer Volksmission, der ersten, die es hier gab. 1891 feierte der greise Propst sein goldenes Priesterjubiläum. Kaiser Franz Joseph verlieh ihm aus diesem Anlass das Ritterkreuz des Leopoldordens.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Schon als junger Priester hatte er das Gelübde gemacht, alle Ersparnisse zu Ehren Gottes, für die Kirche und für die Armen zu verwenden. So verdankt ihm die Sakristei einige Ornate und einen mit Edelsteinen besetzten Kelch. Eine aufopfernde Tätigkeit entfaltete er im Beichtstuhl. Da es zu dieser Zeit im ganzen Innviertel kein anderes Kloster gab, war der Andrang sehr groß Ein Höhepunkt seiner Regierungszeit waren die Jubiläumsfeiern zum 800jährigen Bestehen des Stiftes im Jahr 1884 verbunden mit einer Volksmission, der ersten, die es hier gab. 1891 feierte der greise Propst sein goldenes Priesterjubiläum. Kaiser Franz Joseph verlieh ihm aus diesem Anlass das Ritterkreuz des Leopoldordens.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;

&lt;!-- diff cache key wiki:diff::1.12:old-10694:rev-10695 --&gt;
&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
	</entry>
</feed>