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	<title>Kloster Neustift - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Sacra.Wiki</subtitle>
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		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Kloster_Neustift&amp;diff=10467&amp;oldid=prev</id>
		<title>Herbert Krammer: /* Die Türkengefahr in Tirol im 15. Jahrhundert und die Wehranlage in Neustift */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Die Türkengefahr in Tirol im 15. Jahrhundert und die Wehranlage in Neustift&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
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Wie man diese Gefahr in Neustift sah, geht aus der Handschrift des Stiftschronisten hervor (Cod. 931, 640f.): &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Nam circa annum 1476, cum Turcarum irruptio ... Denn um das Jahr 1476 brachen die Türken in das deutsche Land ein, in Kärnten, Steiermark, Österreich und in die Grenzgebiete der Grafschaft Tirol und Görz; und nicht nur, daß sie alles Erreichbare verwüsteten und mit sich führten, sie verschleppten auch viele Christenmenschen aus diesen Ländern in die Sklaverei. Sie waren schon so nahe, daß die nächste Umgebung ihnen offenstand und auch unser Kloster bereits in höchster Gefahr war. Da trachtete unser fürsorglicher Propst nur mehr danach, ihrem plötzlichen Einfall ein Bollwerk entgegenzusetzen, um ihnen unsere Leute und deren Gut wenigstens nicht gleich überlassen zu müssen. Er bat daher den Erzherzog Sigismund um die Erlaubnis, das Kloster mit starken Mauern umringen zu dürfen, was ihm dieser auch gleich zugestand. Nun führte Propst [[Leonhard]], ohne Zeit zu verlieren oder auf die Kosten zu achten, um Kloster und Kirche nicht so sehr starke als vielmehr hohe Mauern auf, um dem feindlichen Angriff gleichsam aus einer festen Burg mit Feuer und Schwert zu begegnen.&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Was sich damals in Neustift vor den Klosterpforten abspielte, muss ein gewaltiger Schock gewesen sein. Die Chorherren wurden wie aus einem Traum und vor die Tatsache einer akuten Kriegsgefahr gestellt. Mit Begeisterung hatte man das Werden des gotischen Kirchenbaues verfolgt, erfreute sich am Glanz der neuen Flügelaltäre und schuf in der Buchmalerei des Skriptoriums eine paradiesische Welt. Nun wurde der von Propst [[Leonhard Pacher]] (1467–1483) in Angriff genommene Kirchenbau eingestellt, die Aufträge für die Ausstattung wurden zurückgenommen und alle verfügbaren Mittel für die neue Aufgabe eingesetzt. An Baumaterialien fehlte es ja nicht. Sie waren in Menge für den Kirchenbau herbeigeschafft worden. Auf den Wehrgängen der Mauer hielten die Männer der Stiftsfeuerwehr und des Dorfes Übungen für den Ernstfall ab. Es war geplant, auch die Dorfbewohner von Neustift in letzter Stunde hinter die Klostermauern zu holen. Die Gefahr zog im Osten ab, aber man traute dem Frieden nicht.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Im Jahr 1474 waren die Osmanen bereits vor Klagenfurt. Auf dem Reichstag von Augsburg bat der Kaiser um Hilfe. Auch die Bischöfe von Brixen, Trient und Chur waren da. 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Wie man diese Gefahr in Neustift sah, geht aus der Handschrift des Stiftschronisten hervor (Cod. 931, 640f.): &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Nam circa annum 1476, cum Turcarum irruptio ... Denn um das Jahr 1476 brachen die Türken in das deutsche Land ein, in Kärnten, Steiermark, Österreich und in die Grenzgebiete der Grafschaft Tirol und Görz; und nicht nur, daß sie alles Erreichbare verwüsteten und mit sich führten, sie verschleppten auch viele Christenmenschen aus diesen Ländern in die Sklaverei. Sie waren schon so nahe, daß die nächste Umgebung ihnen offenstand und auch unser Kloster bereits in höchster Gefahr war. Da trachtete unser fürsorglicher Propst nur mehr danach, ihrem plötzlichen Einfall ein Bollwerk entgegenzusetzen, um ihnen unsere Leute und deren Gut wenigstens nicht gleich überlassen zu müssen. Er bat daher den Erzherzog Sigismund um die Erlaubnis, das Kloster mit starken Mauern umringen zu dürfen, was ihm dieser auch gleich zugestand. Nun führte Propst [[Leonhard]], ohne Zeit zu verlieren oder auf die Kosten zu achten, um Kloster und Kirche nicht so sehr starke als vielmehr hohe Mauern auf, um dem feindlichen Angriff gleichsam aus einer festen Burg mit Feuer und Schwert zu begegnen.&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Was sich damals in Neustift vor den Klosterpforten abspielte, muss ein gewaltiger Schock gewesen sein. Die Chorherren wurden wie aus einem Traum und vor die Tatsache einer akuten Kriegsgefahr gestellt. Mit Begeisterung hatte man das Werden des gotischen Kirchenbaues verfolgt, erfreute sich am Glanz der neuen Flügelaltäre und schuf in der Buchmalerei des Skriptoriums eine paradiesische Welt. Nun wurde der von Propst [[Leonhard Pacher]] (1467–1483) in Angriff genommene Kirchenbau eingestellt, die Aufträge für die Ausstattung wurden zurückgenommen und alle verfügbaren Mittel für die neue Aufgabe eingesetzt. An Baumaterialien fehlte es ja nicht. Sie waren in Menge für den Kirchenbau herbeigeschafft worden. Auf den Wehrgängen der Mauer hielten die Männer der Stiftsfeuerwehr und des Dorfes Übungen für den Ernstfall ab. Es war geplant, auch die Dorfbewohner von Neustift in letzter Stunde hinter die Klostermauern zu holen. Die Gefahr zog im Osten ab, aber man traute dem Frieden nicht.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Im Jahr 1474 waren die Osmanen bereits vor Klagenfurt. Auf dem Reichstag von Augsburg bat der Kaiser um Hilfe. Auch die Bischöfe von Brixen, Trient und Chur waren da. 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		<author><name>Herbert Krammer</name></author>
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		<title>Flora Prohaska am 2. Juni 2022 um 11:26 Uhr</title>
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		<author><name>Flora Prohaska</name></author>
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		<title>Flora Prohaska am 1. Juni 2022 um 13:44 Uhr</title>
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		<updated>2022-06-01T13:44:17Z</updated>

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Propst Leopold I. de Zanna (1767–1787) erteilte dem Architekten Giuseppe Sartori aus dem Trentino den Auftrag zum Bau der neuen Stiftsbibliothek. Der Baumeister hielt sich dabei an das Muster des aus vielen Stiften bereits bekannten doppelstöckigen Saales, in den auf 3/4 der Höhe eine Galerie eingebaut wurde. So waren im Geviert des Raumes zwei voneinander abgesetzte Reihen von Bücherschränken zwischen den Fenstern einsetzbar. Ein solcher &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Bibliotheksaal &lt;/del&gt;präsentiert &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;in &lt;/del&gt;Großformat bereits eine Art Sachkatalog der diversen Disziplinen in leichter Überschaubarkeit. Durch die Galerie werden Theologie und Weltwissenschaft voneinander getrennt. Die einzelnen Schränke tragen in ihren geschnitzten Aufsätzen den lateinischen Titel des jeweiligen Sachbereiches. Der Neustifter &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Bibliotheksaal &lt;/del&gt;zeichnet sich durch seine harmonischen Proportionen und durch die schöne Stukkaturdecke aus, die der Meister Hans Musak aus Innsbruck nach Art der Wessobrunner Stukkateure hin zauberte. Weil ein solcher Saal nicht als Arbeitsraum gedacht war, sondern für festliche Schulveranstaltungen und Disputationen verwendet wurde, richtete man in den beiden Stockwerken eine Reihe von Lesestuben und Studierräumen wie auch ein &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Bibliothekarchiv &lt;/del&gt;ein. Die Art der Schule eines Stiftes prägte auch den Umfang der Fachliteratur. Da in Neustift die theologische Hauslehranstalt bedeutsamer war als die weltliche Knabenschule, umfassten die theologischen Standardwerke zwei Drittel der Bücher des Bibliothekssaales. Dem war auch mit der Größe der Schränke leicht Rechnung zu tragen, denn die Bücher waren ja schon da. Wie kam es aber, dass sich in einer Klosterbibliothek ein so reicher Schatz an weltwissenschaftlichen Werken fand, dass für sie im Architekturkonzept ein eigener Bereich mit einer ganzen Reihe von Regalen vorgesehen war&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;. &lt;/del&gt;Da zeigt sich die Neugier und die Aufgeschlossenheit der Mönche und Ordensleute, die neben ihrem Auftrag an einem theologischen Katheder auch interessiert waren, wie die Gesetzlichkeiten der Schöpfung funktionieren, wie die Geheimnisse der Natur beschaffen sind und was man damals auf dem &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Gebiete &lt;/del&gt;der Entdeckungen, der Völkerkunde anderer Länder, der Medizin und Astronomie erforscht hatte. Es gab &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;da &lt;/del&gt;auch Werke mit Anschauungen und Erklärungen, die von bedenklich bis für den orthodoxen Glauben unstatthaft reichten. Daher ließ schon Papst Benedikt XIV. im &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Jahre &lt;/del&gt;1761 einen Index der verbotenen Bücher aufstellen. In der Folgezeit wurde der Stiftsbibliothekar dazu angehalten, Bücher dieses Index in einem &amp;quot;Giftkasten&amp;quot; unter Verschluss zu halten.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Voraussetzung für die Systematik der barocken Stiftsbibliotheken war die philosophische Gedankenwelt des 18. Jahrhunderts. Diese war u. a. geprägt von der Idee, auf sämtlichen Gebieten Klarheit, Fassbarkeit und Überschaubarkeit zu schaffen. 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		<author><name>Flora Prohaska</name></author>
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		<title>Flora Prohaska am 1. Juni 2022 um 13:40 Uhr</title>
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		<updated>2022-06-01T13:40:18Z</updated>

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		<author><name>Flora Prohaska</name></author>
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		<title>Flora Prohaska am 1. Juni 2022 um 12:35 Uhr</title>
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		<author><name>Flora Prohaska</name></author>
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