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	<title>Sacra.Wiki - Benutzerbeiträge [de-at]</title>
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		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Adam_I._Scharrer&amp;diff=10779</id>
		<title>Adam I. Scharrer</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Adam Scharrer&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1631-08-01&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Krems (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1649-04-11&lt;br /&gt;
|Profess=1650-04-24&lt;br /&gt;
|Primiz=1655-10-03&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1681-02-13&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/130129348&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 211–212. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n231/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Holubar (Hg.): Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche und statistische Daten. Klosterneuburg &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2014, S. 285.&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Adam Scharrer.jpg&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Porträt von Adam Scharrer, unbekannter Maler (18. Jahrhundert)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Adam I. Scharrer, * 1. August 1631 in Krems (Niederösterreich), † 13. Februar 1681, war Doktor der Theologie, Chorherr und von 1675-1681 der 46. Propst des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Scharrer trat am 11. April 1649 in das Stift Klosterneuburg ein, legte am 24. April 1650 die Profess ab, feierte am 3. Oktober 1655 seine Primiz und wurde 1655 zum Priester geweiht. 1659 wurde er Kantor, 1661 übernahm er die Verwaltung der [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Stift Klosterneuburg|Stiftspfarre]], 1667 wählten ihn die Chorherren von Klosterneuburg zum Dechant (bis 1675) und nach dem Tod des Propstes [[Bernhard II. Schmeddingh|Bernhard II.]] am 19. Dezember 1675 zu ihrem Vorsteher. Während Adams Regierung brach in Klosterneuburg die Pest aus (1679), die viele Opfer forderte. Er flüchtete vor ihr mit den Stiftsklerikern und einem Teil der Kapitularen nach Hagenbrunn. Nichtsdestoweniger dürfte er selbst am 13. Februar 1681 an der Pest gestorben sein. Scharrer wurde am 20. Februar 1681 in der Afrakapelle der Stiftskirche bestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Dechant verfasste Scharrer ein historisches Werk und beschäftigte sich eingehend mit den Archivalien des Stiftsarchivs. Er ließ daher, nachdem er zum Propst gewählt worden war, alle vorhandenen Urkunden und Protokolle durch Magister Christian von Regensburg abschreiben, um im Fall des Verlustes der Originale in den getreuen Abschriften wenigstens einigen Ersatz zu haben. Auch die Kunst fand durch den Propst Förderung. Er schmückte die gegenwärtig nicht mehr bestehende Leopoldskapelle im alten Kapitelhaus mit Gemälden aus und errichtete in ihr einen neuen Altar. Später brachte er in dieser Kapelle zehn Nußbaumkasten zur Aufnahme der Schätze des Stiftes an, wie des Erzherzogshutes, der silbernen Büste des heiligen Leopold und anderer Cimelien. So gilt Scharrer als Begründer der Schatzkammer des Stiftes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Österreichische Marg-Graffen Von Leopold dem Durchleuchtigen und Ersten, bis auf Heinrich, letzten Marggraffen und I. Hertzogen zu Österreich. Wien 1670. [https://books.google.at/books?id=17FhAAAAcAAJ&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PP9#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Bernhard II. Schmeddingh]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Pröpste des Stiftes Klosterneuburg|Propst des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1675–1681&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Sebastian Mayr]] &lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=NN1&lt;br /&gt;
|FUNKTION2=[[Liste der Dechanten des Stiftes Klosterneuburg|Dechant des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM2=1667–1775&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER2=NN2&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Niederösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doktor (Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kantor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dechant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Adam_I._Scharrer&amp;diff=10778</id>
		<title>Adam I. Scharrer</title>
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		<updated>2023-06-26T13:15:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: Name eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Adam Scharrer&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1631-08-01&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Krems (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1649-04-11&lt;br /&gt;
|Profess=1650-04-24&lt;br /&gt;
|Primiz=1655-10-03&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1681-02-13&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/130129348&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 211–212. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n231/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Holubar (Hg.): Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche und statistische Daten. Klosterneuburg &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2014, S. 285.&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Adam Scharrer.jpg&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Porträt von Adam Scharrer, unbekannter Maler (18. Jahrhundert)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Adam I. Scharrer, * 1. August 1631 in Krems (Niederösterreich), † 13. Februar 1681, war Doktor der Theologie, Chorherr und von 1675-1681 der 46. Propst des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Scharrer trat am 11. April 1649 in das Stift Klosterneuburg ein, legte am 24. April 1650 die Profess ab, feierte am 3. Oktober 1655 seine Primiz und wurde 1655 zum Priester geweiht. 1659 wurde er Kantor, 1661 übernahm er die Verwaltung der [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Stift Klosterneuburg|Stiftspfarre]], 1667 wählten ihn die Chorherren von Klosterneuburg zum Dechant (bis 1675) und nach dem Tod des Propstes [[Bernhard II. Schmeddingh|Bernhard II.]] am 19. Dezember 1675 zu ihrem Vorsteher. Während Adams Regierung brach in Klosterneuburg die Pest aus (1679), die viele Opfer forderte. Er flüchtete vor ihr mit den Stiftsklerikern und einem Teil der Kapitularen nach Hagenbrunn. Nichtsdestoweniger dürfte er selbst am 13. Februar 1681 an der Pest gestorben sein. Scharrer wurde am 20. Februar 1681 in der Afrakapelle der Stiftskirche bestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Dechant verfasste Scharrer ein historisches Werk und beschäftigte sich eingehend mit den Archivalien des Stiftsarchivs. Er ließ daher, nachdem er zum Propst gewählt worden war, alle vorhandenen Urkunden und Protokolle durch Magister Christian von Regensburg abschreiben, um im Fall des Verlustes der Originale in den getreuen Abschriften wenigstens einigen Ersatz zu haben. Auch die Kunst fand durch den Propst Förderung. Er schmückte die gegenwärtig nicht mehr bestehende Leopoldskapelle im alten Kapitelhaus mit Gemälden aus und errichtete in ihr einen neuen Altar. Später brachte er in dieser Kapelle zehn Nußbaumkasten zur Aufnahme der Schätze des Stiftes an, wie des Erzherzogshutes, der silbernen Büste des heiligen Leopold und anderer Cimelien. So gilt Scharrer als Begründer der Schatzkammer des Stiftes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adam Scharrer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Österreichische Marg-Graffen Von Leopold dem Durchleuchtigen und Ersten, bis auf Heinrich, letzten Marggraffen und I. Hertzogen zu Österreich. Wien 1670. [https://books.google.at/books?id=17FhAAAAcAAJ&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PP9#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Bernhard II. Schmeddingh]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Pröpste des Stiftes Klosterneuburg|Propst des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1675–1681&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Sebastian Mayr]] &lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=NN1&lt;br /&gt;
|FUNKTION2=[[Liste der Dechanten des Stiftes Klosterneuburg|Dechant des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM2=1667–1775&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER2=NN2&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Niederösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doktor (Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kantor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dechant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Max_Mustermann&amp;diff=10777</id>
		<title>Max Mustermann</title>
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		<updated>2023-06-26T12:28:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: Foto hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Max Mustermann&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=2023-06-26&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Klosterneuburg (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Gurk&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Datei:Andreas Weißenbäck.jpg&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Ottokar_Otto_Kernstock&amp;diff=10764</id>
		<title>Ottokar Otto Kernstock</title>
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		<updated>2023-06-25T13:46:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Ottokar Otto Kernstock&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1848-07-25&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Marburg an der Drau (Slowenien)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1867-08-22&lt;br /&gt;
|Profess=1871-09-01&lt;br /&gt;
|Primiz=1871-09-28&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1928-11-05&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Festenburg (Steiermark)&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Vorau&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/118722026&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 329–332. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n349/mode/2up Digitalisat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Hutz: Nekrolog der Vorauer Chorherren seit 1900. In: 825 Jahre Chorherrenstift Vorau 1163-1988. Vorau 1988 (In Unum Congregati 3-4), S. 54.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Hutz: Stift Vorau im 20. Jahrhundert. Stift Vorau 2004, S. 226.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Dr. Ottokar Otto Kernstock, * 25. Juli 1848 in Marburg an der Drau (Slowenien), † 5. November 1928 in Festenburg (Steiermark), war Chorherr des [[Stift Vorau|Stiftes Vorau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Kernstock wandte sich nach seinen 1866 in Graz absolvierten Gymnasialstudien dem juridischen Fach zu, trat aber bereits am 22. August des Jahres 1867 in das Chorherrenstift Vorau ein. Während seiner theologischen Lehrjahre in Graz genoss er dort auch am steiermärkischen Landesarchiv durch dessen Direktor Josef von Zahn einen gründlichen Unterricht in der Urkundenlehre und Paläographie. Am 1. September 1871 legte Kernstock die Profess ab, am 28. September 1871 wurde er ordiniert. Ein Jahr später erhielt er die Stelle eines Archivars im Stift, als welcher er eine wertvolle Pergamentrolle entdeckte, nämlich den Heiratsbrief des Astronomen Johannes Kepler. Diese Urkunde diente als Bucheinband. Im Jahr 1873 ging Kernstock als Kaplan auf die Pfarre [[Liste der Pfarren des Stiftes Vorau #Waldbach|Waldbach]], von wo er jedoch schon nach kurzer Zeit krank ins Stift zurückkehrte. Drei Jahre lang weilte er nun im Stift und beschäftigte sich viel mit wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungen. Vom Glück begünstigt, machte er im Stift neuerdings mehrere wertvolle literarische Funde. So fand er ein Bruchstück eines lateinischen Mysterienspieles aus dem 12. Jahrhundert &amp;quot;Ordo de Isaak et Rebecca et filiis eorum&amp;quot;, ferner entdeckte er ziemlich umfangreiche, zu Vorsteckblättern und zu Falzen verwendete Bruchstücke des &amp;quot;Wigalois&amp;quot; Wirnt von Gravenberg aus dem 13. Jahrhundert sowie Kompositionen deutscher Minnelieder (Heinrichs Frauenlob, Bartels Regenbogen und anderer) aus dem 14. Jahrhundert mit neumatischen Notenzeichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1877 begab sich Kernstock wieder als Kaplan in die Seelsorge, und zwar nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Vorau #St. Lorenzen am Wechsel|St. Lorenz]]. Dort war er bis zum Jahr 1883, in welchem er nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Vorau #Dechantskirchen|Dechantskirchen]] versetzt wurde. Seit 1887 versah er die Missarstelle in Reinberg. 1889 übernahm er die in tiefer Waldeinsamkeit gelegene Pfarre [[Liste der Pfarren des Stiftes Vorau #Festenburg|Festenburg]]. Dort starb er am 5. November 1928.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung des Schriftstellers Kernstock liegt ganz besonders in seinen poetischen Erzeugnissen. Die ersten Anregungen zum dichterischen Schaffen empfing er wohl von seinem Vater, einem k. k. Beamten, den seine vorzügliche Erzählungsgabe in gleicher Weise auszeichnete wie seine Liebe zur Natur und zur schönen Literatur. Großen Einfluss auf die Geistesfähigkeiten und auf die dichterische Anlage Kernstocks hatten auch mehrere Professoren des Grazer Gymnasiums, das er besuchte, vor allem unter den Benediktinern aus Admont, welche an jenem unterrichteten, der Philologe Dr. Bußwald, in dem, wie Kernstock schreibt, ein Humanist der Renaissance wiedererstanden zu sein schien, der hochbegabte Odendichter Edmund Rieder, welcher seine Schüler für das Studium der mittelhochdeutschen Sprache und Literatur begeisterte, und andere. Aber auch seinen weltlichen Gymnasialprofessoren verdankt Kernstock manche Anregung, zum Beispiel dem Mathematiker Krischek, der seine Schüler zu streng logischem Denken anleitete, und dem gefeierten Historiker und Universitätsprofessor Dr. Krones (†), welcher es wie kein zweiter verstand, seine Schüler für das Geschichtsstudium zu erwärmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kaplan in St. Lorenz am Wechsel trat Ottokar Kernstock im Jahr 1878 mit den Münchener &amp;quot;Fliegenden Blättern&amp;quot; in Verbindung und seither ist er ein geschätzter Mitarbeiter derselben. In den &amp;quot;Fliegenden Blättern&amp;quot; veröffentlichte er damals sein erstes mittelhochdeutsches Gedicht: &amp;quot;Wie ez deme gesellen des liutpfaffen ze sant Gilgen ergie, dô er zer alme wolte varen&amp;quot;, dem viele andere Gedichte, ohne Zweifel &amp;quot;wahre Perlen deutscher Lyrik&amp;quot;, folgten. Die meisten seiner Gedichte erschienen in den &amp;quot;Fliegenden Blättern&amp;quot;. Manche seiner Dichtungen, in denen wir oft die alten trauten Weisen der Minnesänger vernehmen, wurden auch vertont, so von C. Hirsch seine Landsknechtlieder, herausgegeben unter dem Titel &amp;quot;Die wehrhafte Nachtigall&amp;quot;, von Ernst Höller das Weihnachtsdrama &amp;quot;Verloren und wiedergefunden&amp;quot; und andere mehr. Eine Sammlung seiner schönsten Gedichte, zu einem gar lieblich duftenden Blumenstrauß &amp;quot;Aus dem Zwingergärtlein&amp;quot; vereint, bot Kernstock im Jahr 1901. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bekannte Literaturkenner und Literaturforscher P. Dr. Anselm Salzer von Seitenstetten bezeichnete ihn als einen Dichter von Gottes Gnaden und schrieb über seine Gedichte &amp;quot;Aus dem Zwingergärtlein&amp;quot;: &amp;quot;Vom Herzen wünsche ich, daß die Weisen, die Kernstock gesungen, allerorts erklingen, wo man Sinn und Gefühl für wahre Poesie im Getriebe des Alltagsleben noch nicht verloren hat... Es sind durchwegs wirkungsvolle Tone, die der Sänger hier seiner Harfe entlockt, und sie gehören zu den schönsten und zartesten der neueren Lyrik.&amp;quot; [Siehe &amp;quot;Augustinus, Literaturblatt zum Correspondenz-Blatt für den katholischen Clerus Oesterreichs&amp;quot;. XX. Jg. Wien 1901, Nr. 14, Sp. 89.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
I. Kunsthistorisches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beitrag zur Geschichte der hl. Gräber. &amp;quot;Kirchenschmuck&amp;quot;, 1874. &lt;br /&gt;
* Eine Frohnleichnamsprocession im 14. Jahrhundert. Ebend., 1875.  &lt;br /&gt;
* Die älteren Chorbücher des Stiftes Vorau. Ebend., 1876.&lt;br /&gt;
* Kunst und Künstler in Oststeiermark. &amp;quot;Oststeirische Zeitung&amp;quot;, 1884. &lt;br /&gt;
* J. C. Hackhofers Festenburger Gemälde. Separatabdruck aus dem &amp;quot;Kirchenschmuck&amp;quot; mit einem Titelbild und 5 Tafeln. Graz 1903, Styria. 25 S. 8°.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
II. Homiletisches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Drei Trauungsreden: 1872, 1873, 1888. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
III. Geschichtliches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zur Vervollständigung der Lavanter Bischofsreihe. &amp;quot;Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen&amp;quot;, 1876.&lt;br /&gt;
* Aus den Erlebnissen eines deutschen Arztes. &amp;quot;Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. Organ des German. Museums in Nürnberg&amp;quot;, 1876.&lt;br /&gt;
* Chronikalisches aus dem Stifte Vorau. &amp;quot;Beiträge zur Kunde steiermärk. Geschichtsquellen&amp;quot;, 1877. &lt;br /&gt;
* Beiträge zur Geschichte der östlichen Steiermark. &amp;quot;Mitteilungen des historischen Vereines für Steiermark&amp;quot;, 1877. &lt;br /&gt;
* Das Protocollum Voraviense antiquissimum. &amp;quot;Beiträge zur Kunde steiermärk. Geschichtsquellen&amp;quot;, 1887. &lt;br /&gt;
* Burg Thalberg. &amp;quot;Mittheilungen des hist. Vereines für Steierm.&amp;quot;, 1887. &lt;br /&gt;
* Thalberger Reminiscenzen. Ebend., 1887. &lt;br /&gt;
* Gebwin, Propst zu Vorau. &amp;quot;Vereinsgabe des kath. Preßvereines der Diöcese Seckau&amp;quot;, 1892.  &lt;br /&gt;
* Conrad II., Propst von Vorau. &amp;quot;Vereinsgabe des k. Preßv. d. D. Seckau&amp;quot;, 1893. &lt;br /&gt;
* Gottfried, Prior in Linz. &amp;quot;Vereinsgabe usw.&amp;quot;, 1892. &lt;br /&gt;
* Artikel &amp;quot;Vorau&amp;quot; in dem von der Leogesellschaft herausgegebenen Werke: Das sociale Wirken der katholischen Kirche in Österreich. Diöcese Seckau. (Von Alois Stradner.) Wien 1897, Mayer und C. &lt;br /&gt;
* Ein Capitel aus der österreichischen Kirchengeschichte. &amp;quot;Correspondenzblatt f. d. kath. Clerus Österreichs&amp;quot;, 1897. &lt;br /&gt;
* Vor 300 Jahren. Ebend. 1898. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Soziales. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ein echter Patriot muß wohl manchmal ungeduldig werden. &amp;quot;Correspondenzblatt f. d. k. Clerus Österr.&amp;quot;, 1898. &lt;br /&gt;
* Volksbibliotheken und Lesehallen. Ebenda, 1899. &lt;br /&gt;
* Der bildungsfeindliche Clerus. Ebenda, 1900. &lt;br /&gt;
* Wie man in der Marine über Religion und Sittlichkeit denkt. Ebenda, 1901, Sp. 276–278. &lt;br /&gt;
* Hochnothpeinliches. Ebenda, 1901, Sp. 729–730. &lt;br /&gt;
* Was liest der deutsche Arbeiter? Ebenda, 1902, Sp. 517–521.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
V. Literaturgeschichtliche Abhandlungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mittelalterliche Liedercompositionen. &amp;quot;Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. Organ des Germ. Museums in Nürnberg&amp;quot;, 1877. &lt;br /&gt;
* Dramatische Reliquien. Ebenda, 1877. &lt;br /&gt;
* Der kath. Clerus und die Literatur &amp;quot;Correspondenzbl. f. d. kath. Clerus Österreichs&amp;quot;, 1897. &lt;br /&gt;
* Gute Belletristik. Ebenda, 1898.&lt;br /&gt;
* Dramatische Juden. Ebenda, 1898. &lt;br /&gt;
* Das Theater am Ganges. Ebenda, 1898. &lt;br /&gt;
* Paris. Ebenda, 1898. &lt;br /&gt;
* Freidenkergedanken. Ebenda, 1898. &lt;br /&gt;
* Der Priester auf der Bühne. Ebenda, 1898. &lt;br /&gt;
* Steht die kathol. Belletristik auf der Höhe der Zeit? Ebenda, 1899. &lt;br /&gt;
* Tausend Jahre. Ebenda, 1899. &lt;br /&gt;
* Veremundus vindex. Ebenda, 1900. &lt;br /&gt;
* Ein verbotenes Stück. Ebenda, 1900. &lt;br /&gt;
* Ein antiker Feuilletonist. Ebenda, 1900. &lt;br /&gt;
* Ein geistlicher Sänger Altösterreichs (Michael Denis). Ebenda, 1902, Sp. 376–379. &lt;br /&gt;
* Neulateiner. Ebenda, 1902. &lt;br /&gt;
* Ein &amp;quot;Los von Rom&amp;quot;-Roman. Ebenda, 1903. &lt;br /&gt;
* Der Nationaldichter der &amp;quot;Hienzen&amp;quot;. S. &amp;quot;Grazer Volksblatt&amp;quot; 36. J., 1903, Nr. 105 und 106.&lt;br /&gt;
* Geschichten zum &amp;quot;Giften&amp;quot;. &amp;quot;Correspondenzbl. f. d. kath. Clerus.&amp;quot; 1903. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VI. Belletristisches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Des Dreißigjährigen Krieges Friedensfeier. &amp;quot;Deutscher Hausschatz&amp;quot;, 1876.&lt;br /&gt;
* Die Memoiren eines Folianten. Ebenda, 1878.  &lt;br /&gt;
* Ein Weihnachtsmärchen. Dramatisches Gedicht. Graz 1894, Wagner. &lt;br /&gt;
* Die Wahrheit wird euch frei machen. &amp;quot;Arbeiterkalender&amp;quot;, 1898.&lt;br /&gt;
* Im &amp;quot;Einsiedlerkalender&amp;quot;. Gedichte zu Bildern von Gehrts, 1900. &lt;br /&gt;
* Aus dem Zwingergärtlein. Gesammelte Gedichte. München 1901, Braun und Schneider. 181 S. 8°. 2. Aufl. 1904.&lt;br /&gt;
* Viele Gedichte und Lieder in den Münchener &amp;quot;Fliegenden Blättern&amp;quot; und in anderen Zeitschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem viele Rezensionen, besonders im &amp;quot;Augustinus&amp;quot;, Literaturblatt zum &amp;quot;Korrespondenz-Blatt für den kath. Klerus Österreichs&amp;quot; und in dem von Dr. Fr. Schnürer redigierten &amp;quot;Allgemeinen Literaturblatt&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Allram und Rebay, Ottokar Kernstock, der Sänger im Talar. Ein Lebensbild aus der deutschen Literatur. In &amp;quot;Deutsche Kunst- und Musik-Zeitung&amp;quot;. Wien 1902. XXIX. Jahrg. § 34 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Slowenien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Vorau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archivar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaplan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
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		<title>Stift Gurk</title>
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		<updated>2022-10-14T12:41:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Domstift_Gurk.png&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Domstift Gurk, Kupferstich Matthaeus Merian, Topographia Provinciarum Austriacarum, Austriae, Styriae, Carinthiae, Carniolae, Tyrolis etc., Das ist Beschreibung Vnd Abbildung der fürnembsten Stätt Vnd Plätz in den Osterreichischen Landen Vnder vnd OberOsterreich, Steyer, Kärndten, Crain Vnd Tyrol. Franckfurt am Mayn 1679; Quelle: https://digital.ub.uni-duesseldorf.de/content/pageview/189927 der ULB Düsseldorf (2009)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Historische Namensformen ==&lt;br /&gt;
Den Namen Gurk/''Krka'' leitet die Sprachwissenschaft von der indogermanischen Form *''kr-k-a'', ,,die Sumpfige&amp;quot;, ab, aus der sich althochdeutsch ''Gurka'' und im Slawischen ''Krka'' entwickelte. Als Bezeichnung für den Gurk-Fluss, einen Nebenfluss der Drau, ist 831 in ''Gurcam'' und 891-893 ''Gurca'' urkundlich belegt, als Bezeichnung für den Markt Gurk 898 ''Gurca'', und 1051 ''Curca''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische und kirchliche Topographie ==&lt;br /&gt;
Marktgemeinde im Gurktal, ca. 20 km nordwestlich von St. Veit an der Glan. Herzogtum Kärnten (bis 1849), Kronland Kärnten (1849-1918) Bundesland Kärnten (seit 1918); Grafschaft Friesach (10. bis Ende 12. Jahrhundert), Kreis Klagenfurt (1748- 1849), Bezirkshauptmannschaft St. Veit a.d. Glan (seit 1849). Bischöfliches Landgericht Straßburg, Marktburgfried Gurk, seit 1849 Gerichtsbezirk St. Veit an der Glan. Heute: Bundesland Kärnten, Politischer Bezirk und Gerichtsbezirk St. Veit an der Glan; Marktgemeinde und Katastralgemeinde Gurk. Diözese Gurk, Archidiakonat Gurk, Dekanat Gurk. Heute: Diözese Gurk, Dekanat Gurk, Pfarre Gurk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Patrozinien ==&lt;br /&gt;
Das Patrozinium der um 1160 begonnenen einstigen Kathedralkirche der Bischöfe von Gurk war von Anfang an Maria Himmelfahrt. Auch die von Hemma erbaute Kirche bei dem von ihr errichteten Nonnenkloster trug ein Marienpatrozinium. Die alte Pfarrkirche in Gurk, eine Eigenkirche der Gräfin Hemma, für die diese 1043 das Tauf- und Begräbnisrecht sowie den Zehent vom Salzburger Erzbischof Balduin erwarb, trug zunächst die Patrozinien Johannes des Täufers und Magdalenas. Ab dem späten Mittelalter ist nur mehr von der Pfarrkirche St. Magdalena die Rede. 1788 wurde diese Pfarrkirche St. Magdalena gesperrt und die Domkirche Maria Himmelfahrt zur Pfarrkirche umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtlicher Überblick ==&lt;br /&gt;
=== Gründungsgeschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer Tradition, deren Ursprung in die letzten Jahrzehnte des 12. Jahrhunderts weist, war es die heilige Hemma, die 1043 in Gurk neben dem Frauenkloster auch ein Chorherrenstift gründete; zwanzig Kanonik er seien es gewesen, die nach dem Willen der Stifterin die Seelsorge im Gurktal besorgen sollten. Im vierten der spätmittelalterlichen Reliefs des Lienhard Pampstl im Gurker Dom dargestellt, hat diese Tradition das Geschichtsbild über die Entstehung des Gurker Domkapitels nachhaltig geformt. Auch die Kapitelstatuten von 1871 leiten die Anfänge des Gurker Kapitels aus einer unmittelbaren Stiftung der hl. Hemma ab.&lt;br /&gt;
Erst die systematische Sammlung und Auswertung der Gurker Geschichtsquellen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verknüpfte die Errichtung des Gurker Domkapitels mit anderen, zeitlich späteren Vorgängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Geschichtsdarstellung, die sich von Hyperkritik ebenso fernhält wie von naiver Nacherzählung der Tradition, wird festhalten, dass urkundlich nur ein Frauenkloster in Gurk als Stiftung der hl. Hemma feststeht. Bis 1060 lässt sich dieses Kloster nachweisen, bald danach muss es aufgelöst worden sein. Das Stiftungsgut kam an den Erzbischof von Salzburg. Gebhard (1060-1088) erkannte in diesem Heimfall die Möglichkeit, für den Salzburger Sprengel südlich der Tauern seelsorglich und administrativ besser vorzusorgen.&lt;br /&gt;
Mit Zustimmung von Alexander II. und Heinrich IV. setzte er 1072 in Gurk einen Bischof ein, ohne freilich ein volles Suffraganbistum zu errichten. Als Salzburger „Eigenbistum&amp;quot; sollte es ganz seiner Verfügung unterstellt bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitere Entwicklung von Gurk, dem Ort des Hemmagrabes und Sitz eines Bischofs, zum kirchlichen Mittelpunkt setzt nach dem Ende des Investiturstreits ein. Sie vollzieht sich im größeren Rahmen der umfassenden kirchlichen Reformbewegung dieser Jahrzehnte. Erzbischof Konrad I. (1106-1147) von Salzburg, ein entschlossener Verfechter der Gregorianischen Reform, begann ab 1121 seine Diözese nach den neuen Vorstellungen zu reorganisieren. Sein Bemühen war es ganz allgemein, die kanonischen Vorschrift en zur Grundlage seines Wirkens zu machen. Diese Tendenz lässt sich auch bei den Maßnahmen, die er in Gurk traf, feststellen. Als er im Jahre 1131 Bischof Hiltebold (1106-1131) eine Diözese zuwies und 1144 den Zehnten des neuen Sprengels an Bischof Roman I. (1131-1167) abtrat, geschah dies mit dem Hinweis auf die Weisung des Papstes und das allgemeine Recht, denen nachzukommen ihn bisher nur die widrigen Zeitläufe gehindert hätten. Freilich hat er damit die ursprünglichen Absichten Gebhards mit dem Gurker Bischof teilweise aufgegeben. Die zentrale Rolle bei der Neuordnung seiner Diözese hatte Erzbischof Konrad den Reformkanonikern zugedacht. Ihr Ideal, in der vita communis und persönlicher Besitzlosigkeit die Kirche der Apostel wieder aufleben zu lassen, hatte eine Bewegung ausgelöst, die zwischen 1110 und 1150 das christliche Abendland erfasste. Sie erwies ihre Kraft in hunderten von Stiftsgründungen, wobei in den Regeln des hl. Augustinus die genauer bestimmte Form des urkirchlichen Lebens erblickt wurde. Zuerst eremitisch zurückgezogen, wandelten sich die Reformkanoniker unter der Führung eines geistlich erstarkten Papsttums zu Trägern einer erneuerten, verinnerlichten Seelsorge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kirchenprovinz Salzburg kam es zu einer eigenständigen Ausformung der Kanonikerbewegung, die hier, wie kaum anderswo, die ganze Diözesanorganisation geistlich und institutionell trug. Im Jahre 1122 gelang es Konrad I., dem Salzburger Domkapitel die Augustinusregel aufzuerlegen. Das nunmehr regulierte Kanonikerstift am Dom sollte sich in den nächsten Jahrzehnten als das eigentliche Reformzentrum für den ganzen Salzburger Kirchensprengel erweisen.&lt;br /&gt;
Nach diesem Muster vollzog sich 1123 auch die Errichtung eines regulierten Domkapitels in Gurk. Wie die weithin zuverlässige „Vita Chuonradi archiepiscopi Salisburgensis&amp;quot; berichtet, habe Bischof Hiltebold seinem Vorbild Konrad nachgeeifert und in Gurk die vita communis eingeführt. In der gefälschten Gründungsurkunde für das Kapitel, der allerdings authentische Aufzeichnungen zugrunde liegen, wird neben Hiltebold Erzbischof Konrad als ''auctor et adiutor huius institutionis'' genannt. Diese Nachrichten und auch die Tatsache, dass der erste Gurker Propst Pabo aus dem eben regulierten Salzburger Domstift kam, zeigen, wie sehr das Gurker Domstift aus der Bewegung der Reformkanoniker herausgewachsen ist und sich nach den Absichten seiner Stifter in den Salzburger Verband einfügen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Erkenntnis ergänzt die ältere Kärntner Geschichtsschreibung, nach der die Gründung des Kapitels nur als Schritt zur Verselbständigung des Gurker Bistums gesehen wurde.&lt;br /&gt;
Welches der in den Quellen erscheinenden Daten ist der genaue Gründungszeitpunkt des Domstifts von Gurk? Die eben herangezogenen erzählenden Quellen nennen 1123 als das Jahr der Gründung. Damit stimmt überein, dass in einer Schenkung Erzbischof Konrads I. an sein Domkapitel im Jahre 1123 als Zeuge Pabo prepositus Gurcensis auftaucht. Die Urkunde, in der die förmliche Errichtung und Dotation des Kapitels bezeugt werden, trägt das Datum 1124. Nun ist diese Urkunde eine Fälschung aus den letzten Jahren des 12. Jahrhunderts, der, wie schon oben bemerkt, authentische Aufzeichnungen zugrunde liegen. Je nachdem, wieviel Glaubwürdigkeit dieser Urkunde zugebilligt wird, fällt auch die Entscheidung für das eigentliche Gründungsdatum. Verzichtet man auf ein „offizielles&amp;quot; Errichtungsdatum, dann ist die Gründung des Gurker Domkapitels für das Jahr 1123 gut bezeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War es in Gurk eine völlige Neugründung oder auch hier „nur&amp;quot; die Einführung der Augustinusregel für die Kleriker rund um den Bischof? Die Quellen legen die Errichtung eines von Anfang an regulierten Chorherrenstifts nahe, obwohl die Bemerkung der ,,Vita Chuonradi&amp;quot;, dass Hiltebold hier, nämlich in Gurk, nur geringen Wider stand fand, auf schon vorhandene Domkleriker hindeutet. Der Vergleich bezieht sich auf die Reform des Salzburger Kapitels, in dem ein nicht geringer Widerstand gegen die Regulierung überwunden werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nicht eindeutig lässt sich die Frage beantworten, welche Regel und welche Gebräuche in Gurk beobachtet wurden. Die in das Jahr 1124 zurückdatierte Urkunde hält fest, dass Hiltebold das gemeinschaftliche Leben ''secundum regulam beati Augustini'' eingeführt habe. In dieser Zeit hatte jedoch die Erkenntnis, dass Augustinus zwei Regeln hinterlassen hat, bereits zu auseinanderstrebenden Entwicklungen unter den Reformkanonikern geführt. War ursprünglich nur eine Regel, das ''praeceptum'', als Grundlage für die Reform herangezogen worden, so hatte eine zweite Fassung der Augustinusregel, der ''ordo monasterii'', zu strengeren Reformgrundsätzen geführt. Als ''ordo novus'' im Kloster Springiersbach, Diözese Trier, entstanden, wurde er von dort 1129 nach Salzburg übertragen und hier zur Grundlage für die Reform der meisten Stifte. Für Gurk wurde die These vertreten, dass hier nach dem ''praeceptum'' gelebt wurde, doch konnten dafür nu Statuten aus dem 14. und 15. Jahrhundert als Beweis beigebracht werden. Bei der engen, auch personellen Verbindung des Gurker Domstifts mit Salzburg ist die Übernahme de dort beobachteten ''ordo novus'' nicht unwahrscheinlich. Erst eine genaue Untersuchung, wie die Reformstatuten des 15. Jahrhunderts auf die ursprünglich in Gurk beobachtete Regel zurückgreifen, wird ein begründetes Urteil über die anfänglich eingeführte Regel leichter machen. Die Reformbewegung, obwohl vor allem um die Priester bemüht, griff doch über diesen Stand hinaus. Grundsätzlich wollte sie allen Christen die Teilnahm am urkirchlichen Lebensideal eröffnen. So gliederten sich den Kanonikerstiften Chorfrauenvereinigungen und Laienmitglieder, die Konversen, an. Auch das Gurker Domstift kannte diese Dreigliedrigkeit. Ab 1140 werden in zahlreichen Urkundenfratres ''conversi'' genannt. Die große Bestätigungsurkunde Bischof Ulschalks (1217-1221) für das Kapitel von 1218 erwähnt ''sorores in claustro''. Leider sind für Gurk die Quellen zu dürftig, als dass sich ein genaues Bild gewinnen ließe, wie die drei Konvente einander zugeordnet waren. Auch das Aufhören der Konversenbewegung und das Absterben des Chorfrauenstifts lassen sich nicht genau datieren. 1394 wird das Frauenkloster zum letzten Mal erwähnt. Nach einer Bemerkung des Kapitelarchivars Syhn seien die verbliebenen Chorfrauen im 15. Jahrhundert nach dem bischöflichen Schloss Grades gebracht worden und dort ausgestorben. Gleichzeitig mit der Errichtung des regulierten Domstifts wird diesem auch ein eigenes Vermögen von den Stiftungsgütern des Bistums abgesondert. Der Umfang dieser Schenkung durch Bischof Hiltebold, nach dem Willen Konrads I. vorgenommen, ist im Einzelnen nicht festzustellen, weil aus der schon erwähnten Fälschung die dahinterliegende echte Aufzeichnung von 1123 /2 4 nicht scharf herauszulösen ist. Immerhin steht fest, dass sie zahlreiche Huben, Wald- und Alpennutzungen im Gurktal, sowie das Gut Gerasdorf (nächst Neunkirchen) in Niederösterreich umfasste.&lt;br /&gt;
Der Zuwachs an Vermögen erfolgte durch Schenkungen an das Kapitel von den verschiedensten Seiten und bestand in liegenden Gütern wie auch in Rechten. Bedeutungsvoll wurde die Schenkung des Montanregals für die Domkapitelbesitzungen durch Friedrich I. Barbarossa im Jahre 1170.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Entwicklung des Chorherrenstiftes bis zur Säkularisation ===&lt;br /&gt;
Die weitere Entwicklung verlief nicht immer zum Wohle des Ordenslebens, da sich die Gurker Chorherren allmählich mehr als weltliche Domherren denn als Mönche zu fühlen begannen. So warf der Gurker Bischof Raimund Peraudi (1491-1505) seinem Dompropste vor, dass er sich wie ein weltlicher Fürst gebärde und im Jahre 1564 machten die Chorherren den kaiserlichen Visitatoren gegenüber geltend, dass ihr Kloster ein Domstift, sie selbst aber Adelige (wie die übrig en Dom stifte Deutschlands so war auch Gurk damals den Söhnen des Adels vorbehalten) und nicht gemeine Ordensleute wären. Wenn sie auch das Ordenskleid und das sarocium trügen, so gälten sie doch als Säkularkleriker nach Art der Salzburger Domherren. Diese Berufung auf die Salzburger Kanoniker war freilich unberechtigt, da das bisher regulierte Salzburger Kapitel zu Beginn des 16. Jahrhunderts in ein Säkularkapitel umgeändert worden war. Daher hören wir schon frühzeitig, dass im Stift Gurk der Geist der Verweltlichung und ein Verfall der Ordenszucht einriss. In der Visitation des Gurker Bischofs Ulrich II. aus dem Jahre 1347 wird über arge Missstände im Stifte geklagt, die den Bischof dazu veranlassten, die Chorherren allen Ernstes an die Einhaltung ihrer Ordensregel zu erinnern und scharfe Bestimmungen zu erlassen, die vor allem gegen die Erwerbung von Privateigentum durch die einzelnen Mitglieder, gegen ihre Absenz vom Stifte und den Geist der Widersetzlichkeit ihren Oberen gegenüber gerichtet sind. Diese Reformdekrete scheinen aber nicht von nachhaltiger Wirkung gewesen zu sein, da 70 Jahre später der Gurker Bischof Ernst Auer (1410-1432) erneut gegen krasse Auswüchse im Domstift einschreiten musste und sich erst nach jahrelangen Bemühungen mit seinen Reformen Geltung verschaffen konnte. So lesen wir, dass der Notar des Propstes im Jahre 1421 die Chorherren dazu verleiten konnte, die bischöfliche Visitation anfänglich gar nicht zuzulassen und sogar den Landesfürsten zu ihrer Verhinderung anzurufen. Schließlich kam es aber doch zur Versöhnung: die Chorherren reichen dem Bischof die Hände und versprechen ihm, in allem Gehorsam zu leisten. Wenn aber der Bischof ihre Kirche und das Kapitel visitieren wolle, so hätte er ihnen das einen Monat früher zu intimieren. Im Jahre 1427 schritt derselbe Bischof im Verein mit dem Dompropst Johann von St. Andrä im Lavanttale, dem Dekan Stephan des Stiftes Klosterneuburg und dem dortigen Cellerar zur erneuten Visitation, zu der sich auch Vertreter des Landesfürsten einfanden. Der Visitationsbericht spricht vom völligen Verfall der Klosterzucht: Alle Chorherren besitzen Eigentum, huldigen dem Spiel und dem Trunk und das auch in öffentlichen Tabernen, beobachten die Fasten nicht, sind zum Teil sogar beweibt usw. Vier Kanoniker, unter ihnen auch der Stiftspfarrer von Gurk, verweigern die Reform, während sich die übrigen derselben unterwerfen. Schließlich gelang dem Bischof doch die Reform und durch seinen Schiedsspruch zwischen Propst und Kapitel vom Jahre 1431 wurden wieder erträgliche Zustände im Stift hergestellt. Aus dieser Zeit stammte ein heute nicht mehr vorhandenes prachtvoll geschriebenes Regelbuch samt den Reformstatuten des Bischofs Auer. Darin ist davon die Rede, dass die Kanoniker nach der Chrodegangregel in einem gemeinsamen Dormitorium schlafen, dass sie mindestens dreimal in der Woche zelebrieren und einmal in der Woche beichten müssen.Täglich ist Schuldkapitel und dreimal im Jahre Generalkapitel zu halten. Unter den Reformbestimmungen, die besonders das gemeinsame Chorgebet, das Verbot jeglichen Privateigentums und die Anrufung weltlicher Gewalt durch die Chorherren ihren Oberen gegenüber betreffen, ist vor allem der Passus interessant, dass ein oder zwei begabte Kanoniker zum Zwecke ihrer Ausbildung an das studium generale zu entsenden sind. Im Jahre 1452 will der apostolische Legat Nikolaus von Cusa im Stift eine Reform durchführen, doch wird der Auftrag dazu im Namen des apostolischen Stuhles an den Bischof von Seckau abgetreten, ohne dass wir über weitere Schritte in dieser Richtung aus den Quellen etwas erfahren würden. Ob damit vielleicht die Reservation auf die Propstei durch Papst Calixt III. im Jahre 1455 zusammenhängt, ist nicht auszumachen. Jedenfalls müssen sich die Dinge im Stift im Verlauf des 15. Jahrhunderts zum Besseren gewandt haben, da nach dem Bericht des Chronisten der Zustand des Stiftes in religiös-sittlicher Hinsicht am Vorabend der Reformation in Deutschland zufriedenstellend war und unter der Regierung des tatkräftigen Propstes Wilhelm Welz er von Eberstein (1487-1518) die Ordenszucht in Blüte stand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst in der Reformationszeit nahm die Verwilderung im Stift wieder überhand. Als die große Reformkommission, die Kaiser Ferdinand I. zur Visitation der Klöster und Stifte in Innerösterreich aufgestellt hatte, im Jahre 1565 auch nach Gurk kam, meldete sie in einem Geheimbericht an den Herrscher, dass schon eine ganz oberflächliche Erkundigung ''so vil ansehenlicher ergerliche defekt und mengel'' ergeben hätte, wie sie bei keinem anderen Gotteshause zu finden waren. Zu einer eigentlichen Visitation des Stiftes ist es damals überhaupt nicht gekommen, weil sich dasselbe dagegen wehrte und Bischof Urban von Gurk, der sich in seinem Prestige als Ordinarius des Kapitels es damals im Stifte arg ausgesehen haben, da sie vom ärgerlichen Leben und Treiben der ganz verweltlichten Chorherren, vom Einreißen lutherischer Ideen unter ihnen und vom Aufhören des Nachwuchses zu erzählen wissen. Die Kanoniker kennen nicht einmal die Ordensregel, sie vernachlässigen den Gottesdienst und das Chorgebet, bewirtschaften eigene Höfe und führen einen selbständigen Haushalt. Bischof Urban Sagstetter (1556-1573) und der Propst nahmen zwar die Reform nun selbst in Angriff, aber erst der eifrige Bischof Christof Andrä von Spaur (1573- 1603) brachte sie energisch und teilweise auch erfolgreich in Gang. Spaur war besonders auf den Nachwuchs im Stifte bedacht. Weil der heimische Adel, der ihn bisher hauptsächlich geliefert hatte, zum größten Teil zur neuen Lehre abgefallen war, konnte man aus dem Inlande nicht mehr genug Kandidaten für das Stift erhalten. Darum verfügte Spaur, dass im Notfalle auch Nichtadelige zugelassen werden sollten. Da man sich aber im Stift mit einer solchen Neuerung, die einen Bruch mit der Tradition bedeutete, nicht recht befreunden wollte, so wurden die Lücken durch adelige Novizen von auswärts, besonders aus dem benachbarten Südtirol, der Heimat von Spaur, aufgefüllt. Im Jahre 1578 visitierte der apostolische Nuntius für Deutschland, Bischof Felician Ninguarda, das Stift und legte ihm fünf Artikel vor unter Androhung des ''bracchium saeculare'' und einer noch strengeren Visitation. Im Verein mit dem tüchtigen Propste Karl von Grimming gelang es Bischof Spaur, die ärgsten Missstände im Stifte zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1591 wurden von Dr. P. Emmerich Forster und P. Dema SJ über Antrag von Spaur die neuen Constitutionen ''auch mit unser (des Propstes und der Chorherren) Zustimmung'' aufgeschrieben, und am 7. Jänner 1591 begannen die Kanoniker nach ihnen zu leben. Bei der Visitation des Stiftes durch den apostolischen Nuntius Graf Hieronymus von Porcia im Jahre 1596 verpflichteten sich die Chorherren auf die ihnen von ihm vorgelegten Reformdekrete, die auf die Wiederherstellung des gemeinsamen Lebens, auf Verzicht jeglichen Privateigentums, auf strenge Einhaltung der Clausur und auf die Übung des Chorgebetes abzielten. Die Matutin ist im Winter um vier Uhr morgens, im Sommer um drei Uhr, an den Festtagen aber schon um Mitternacht zu singen, und das Schuldkapitel jeden Freitag zu halten. Es sollen zumindest vier Novizen im Stifte sein und vier von den jüngeren Professen seien zum Studium an öffentliche Schulen zu schicken. Die bisherige Gewohnheit, dass jeder einzelne Kanoniker einen Teil der Kapitelpfründe vom Propste zur Nutzniessung erhielt, wird aufgehoben. Das Pfründeneinkommen der Chorherren soll durch einen eigenen Offizial verwaltet und zum gemeinsamen Unterhalt verwendet werden. Während Spaur in seinen Dekreten vom 15. März 1596 ausnahmsweise noch gestattet hatte, dass aus den jährlichen Überschüssen der Kapitelpfründe jedem Kanoniker ein Betrag von 40 fl. Ausgeschüttet wurde, ist in den Dekreten von Porcia davon nicht mehr die Rede. Der feierliche Verzicht auf jegliches Privateigentum wird am 4. Juli 1597 von Dekan, Senior und zwei Kapitularen unterzeichnet und die Reformdekrete im gleichen Jahre eigens noch durch Papst Clemens VIII. bestätigt. Die folgenden Bischöfe schritten auf der eingeschlagenen Bahn dieser Reformen im Sinne des Konzils von Trient weiter. So bestimmte Bischof Johann Jakob von Lamberg (1603-1630) anlässlich seiner Visitation vom Jahre 1621, dass hinfort kein Chorherr eine der inkorporierten Stiftspfarren versorgen dürfe, und, wenn das trotzdem notwendig sein sollte, der Pfarrer im Stifte zu wohnen hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war nur mehr die Betreuung der Stiftspfarre Gurk und der nahen Pfarre Zweinitz durch einen der Chorherren möglich. Doch hat man sich in der Folgezeit nicht an diese Bestimmung gehalten und bis zur Säkularisierung des regulierten Chorherrenstiftes im Jahre 1787 finden wir immer wieder Konventualen als Seelsorger auf den inkorporierten Stiftspfarren tätig. Bischof Sebastian von Lodron muss bei seiner Visitation vom Jahre 1631 feststellen, dass es immer noch nicht möglich sei, das Stift auf den vorgeschriebenen Stand von zwölf Mitgliedern zu bringen. Daher sollen vier oder sechs Novizen, womöglich von adeliger Abkunft, aufgenommen werden. Die Jagd soll den Chorherren verboten sein. Erst seit der Mitte des 17. Jahrhunderts trat in der Frage des Nachwuchses ein Wandel ein, seitdem aus dem neuen katholischen Adel des Landes wieder genug Kandidaten gefunden werden konnten. Doch auch in dieser Zeit war die Ordenszucht im Stifte noch weit entfernt vom Ideal der Reform. So klagt Bischof Johann VIII. von Goes, der spätere Kardinal (1673- 1696), über das Darniederliegen der Klosterdisziplin. Die Bestimmung betreffs der Armut, die einst Nuntius Porcia eingeschärft habe, werde dadurch durchbrochen, dass der Propst den Domherren ein Honorar zu ihrer freien Verfügung auszahle und ihnen die Erträgnisse von Messen und Opfern überlasse, damit sie sich davon selbst die nötig en Kleider anschafften usw. Matutin und Laudes würden nicht mehr gesungen, sondern nur rezitiert, während nach den Dekreten vom Jahre 1596 alle Horen gesungen werden müssten. Doch erklärt sich der Bischof damit einverstanden, dass das Chorgebet im Sommer um fünf Uhr und im Winter erst um halb sechs Uhr morgens beginne, ausgenommen die hohen Feste, an denen das Chorgebet schon um Mitternacht anzufangen hätte. Während des Essens sei Stillschweigen zu beobachten und eine Vorlesung aus frommen Büchern zu halten. Die Anzahl der Gänge soll auf sieben bis acht beschränkt und der Weingenuss vermindert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Visitation im Jahre 1740 wundert sich der Laibacher Fürstbischof Sigismund von Schrattenbach darüber, dass im Stift der Brauch der Exerzitien nicht bestehe und rät daher die Einführung dieser geistlichen Übungen an. Ebenso wird den Kanonikern vorgeschrieben, auf die Verwendung ihrer Adelsprädikate in jeder Form zu verzichten, wozu sie sich bei der folgenden Visitation im Jahre 1744 feierlich verpflichten.&lt;br /&gt;
Als im Zuge der josephinischen Neuregulierung der Bistümer der Bischof von Gurk seine Residenz nach Klagenfurt verlegte, hatte auch für das Augustiner-Chorherrenstift die Stunde geschlagen. Mit Dekret des Gurker Fürstbischofs und späteren Kardinals Graf Salm vom 24. August 1787 wurden die Chorherren ihrer Ordensgelübde entbunden und das regulierte Domstift in ein weltliches Domkapitel umgewandelt (säkularisiert), das noch im gleichen Jahre in die Landeshauptstadt übersiedelte. Damit hatte das regulierte Augustiner-Chorherrenstift von Gurk nach mehr als 650jährigem Bestande zu existieren aufgehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungs- und karitative Tätigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Ruhmestitel in der Geschichte des Stiftes bildet seine einstige Domschule. Ihre Anfänge gehen in früheste Zeit zurück, da bereits innerhalb der Jahre 1189 bis 1191 ein scholasticus namens Heinrich urkundlich erwähnt wird. Diese Schule war im Mittelalter der geistige Mittelpunkt von Kärnten, an der nicht nur zukünftige Geistliche, sondern auch der einheimische Adel die Ausbildung erhielten. In den Reformdekreten des schon genannten Bischofs Ernst Auer vom Jahre 1427 erhalten wir näheren Aufschluss über ihre Organisation. Sie bestand nach dem Muster der mittelalterlichen Dom- und Klosterschulen aus zwei Abteilungen, und zwar einer Schule für die jungen Kanoniker und Novizen, die sich innerhalb des Stiftes befand, und einer anderen für weltliche Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leitung beider Schulen stand unter einem gemeinsamen Rektor (rector scholarum). Neben der weltlichen Schule für Adelsknaben wurde später noch eine Schule für gewöhnliche Knaben unterhalten. Vom hohen Ansehen der Domschule, die weitum bekannt war, zeugt kein Geringerer als König Ferdinand I., der dem Gurker Kapitel den Auftrag erteilt, die große Tradition der Schule auch weiterhin fortzuführen. Sie überdauerte sogar die Stürme der Reformationszeit und ist erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Verfall geraten. Noch bei der Visitation vom Jahre 1740 wird der Wunsch geäußert, dass die Schule für gewöhnliche Knaben wiederum ins Leben gerufen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht vergessen werden darf auch die große karitative Tätigkeit des Stiftes in allen Zeiten seines Bestandes, wie das aus den Quellen hinlänglich hervorgeht und wovon unter anderem das schon frühzeitig erwähnte und von Propst Grimming im Jahre 1596neu erbaute Spital von Gurk sowie die im Jahre 1209 genannte ''domus hospitum Zeugni'' ablegen. So verfügte z. B. Propst Friedrich am 7. November 1260, dass fortan im Stift alljährlich das Allerseelenfest gefeiert und an diesem Tage eine Armenspeisung vorgenommen werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konföderationen ===&lt;br /&gt;
Dominikanerorden (1292); Salzburg, Domkapitel (1297); St. Paul im Lavanttal (1315); Seckau, Domkapitel (1320); Prämonstratenser (Name unbek., 1320); St. Andrä im Lavanttal (1336); Griffen (1336); St. Lamprecht (1337); Friesach, Frauenkloster Maria Magdalena (1341); Berchtesgaden (1358); Neustift bei Brixen (1344); St. Michael a.d. Etsch (1374); Stainz (1366); St. Florian (1368); Admont (1378); Chiemsee, Domkapitel (1425); Waldhausen (1502); St. Peter in Salzburg (1517); Vorau (1517); Ossiach (1517); St. Felicitas in der Au (1519); Reichersberg (1519); Pöllau (1519); Beyharting (1520); Formbach (1520); Neustift (1585)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse ==&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftliche Verhältnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gurker Domkapitel wurde von seinem Gründer, dem Gurker Bischof Hiltepold, mit reichem Besitz im Glödnitztal, in Zauchwinkel und vermutlich auch nördlich von Gurk dotiert. Auch die Liegenschaften der inkorporierten Pfarren wie St. Martin am Krappfeld, Ottmanach, Glantschach und Tigring wurden dem Vermögen des Kapitels einverleibt. Das Urbar des Gurker Domkapitel s aus dem Jahr 1285 verzeichnet insgesamt 956 Besitzeinheiten (acht Höfe, 761 Huben, 151 Halb- oder Zuhuben, fünf Schwaigen, 24 Mühlen und sieben Tavernen). Eine große Zahl an Stiftungen im Laufe des Spätmittelalters brachte eine beachtliche Erweiterung des Gurker Grundbesitzes mit sich. Gurker Ministeriale, vor allem aber die Gurker Bischöfe und Domherren, hatten zahlreiche Güter dem Domkapitel überlassen. Nicht nur, dass Stiftungen für Jahrtage etwa auf nahezu allen Altären und Kapellen im Gurker Dom anzutreffen sind; oftmals wurden die Einkünfte aus einer Stiftung auch für besondere Zwecke gewidmet: Etwa für die Beleuchtung des Grabes der Stifterin Hemma, für das Hospital, für die Bücherei oder für die Beschaffung von Bekleidung für die Domherren.&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser soliden wirtschaftlichen Basis war es dem Kapitel möglich, die Steuern zur Finanzierung der Türkenkriege ohne gravierende Veräußerungen zu erlegen. Für die „Quart&amp;quot; in den Jahren 1529 / 30 wurden lediglich Außenbesitzungen in der Obersteiermark verkauft. In der Neuzeit blieb der Grundbesitz im wesentlichen unverändert, sieht man von der Erwerbung der Herrschaft Mannsberg am Krappfeld 1629 und der Vertauschung des Tigringer Amtes an die bistümliche Herrschaft Albeck vor 1558 ab. Insgesamt erweist sich der Grundbesitz des Kapitels als leicht zunehmend: Die theresianische Rektifikation um 1750 verzeichnet für das Domstift 1038 Besitzeinheiten (543 Huben, 385 Zulehen und 110 Keuschen). Überdies hatte das Domkapitel im späten Mittelalter Weingärten in der Untersteiermark in der Umgebung von Marburg an der Drau und in Luttenberg an sich bringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgaben der Untertanen des Domkapitels an die Grundherrschaft bestanden in Getreide (Hafer, Roggen, Gerste, Weizen, Hopfen), daneben auch in Bohnen, Erbsen und Hirse sowie Käse, Brettern, Schindeln, Bauholz und Geld. Außerdem verfügte das Domstift über größere Zehentsprengel als der Bischof von Gurk, bedingt durch die dem Kapitel inkorporierten Pfarren, die weit über den kleinen Gurker Diözesansprengel hinau reichten. Mühlen und Tavernen, nicht zuletzt die Montanbetriebe des Kapitels (Silberbergbau in der Umgebung von Friesach, Eisenhämmer im Gurktal und am Krappfeld) waren weitere Quellen, aus denen das Domstift Erträgnisse zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gurker Domstift verfügte auch über zwei Märkte. Im Jahr 1202 hatte der steirische Ministeriale Offo von Teuffenbach den Markt Weitensfeld an das Gurker Kapitel geschenkt, das bald danach mit königlicher Erlaubnis an anderer Stelle einen neuen Markt errichtete. Diese neue Gründung, der heutige Markt Weitensfeld, wurde 1211 vom Kärntner Herzog bestätigt und mit einem Burgfried ausgestattet. Noch im 13. Jahrhundert erbrachte dieser Markt dem Gurker Kapitel bedeutende Einnahmen. Gurk selbst, seit 1072 Bischofssitz, wird in den Urkunden und Urbaren bis in das 14. Jahrhundert zwar nur villa genannt, hatte aber in Größe und Funktion schon lange vorher die Stellung eines Marktes erreicht. Die Gurker Bischöfe verlegten ihre Hofhaltung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf die nur wenig entfernte Straßburg; Bischof Heinrich II. vertauschte 1217 seine Besitzungen in und um Gurk mit dem Kapitel gegen einen Gutshof bei Aspang in Niederösterreich. Die Bedeutung des Ortes Gurk als Sitz des Domkapitels und als Verwaltungszentrum einer bedeutenden Grundherrschaft führte in der Folge einerseits nicht nur zu einem massiven Ansteigen der Gewerbe, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Aufstieg, wozu die Funktion des Ortes als Wallfahrtsstätte (Grab der hl. Hemma) ebenfalls wesentlich beitrug. Erst in der Neuzeit konnte Straßburg den Markt Gurk, der im frühen 14. Jahrhundert knapp 100 bewohnte Gebäude zählte, überholen. 1452 musste Bischof Johann Schallermann den Burgfried für den Markt Gurk anerkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtliche Verhältnisse ===&lt;br /&gt;
Das neubegründete Domkapitel war bestrebt, sich dieselbe Rechtsstellung zu erwerben, wie sie seit dem Wormser Konkordate die übrigen deutschen Domkapitel besaßen. Daher suchte es namentlich das Recht der freien Bischofswahl an sich zu bringen. Das führte zu einem fast ein Jahrhundert dauernden Kampf mit Salzburg, das schließlich als Sieger daraus hervorging. Das Gurker Kapitel trug einen höchst bescheidenen Erfolg davon. Nach dem Ausgleich vom 9. Oktober 1232 konnte der Erzbischof fortan dem Gurker Kapitel drei beliebige Kandidaten, ohne dass einer von ihnen seinem Schoße anzugehören brauchte, vorschlagen, von denen es einen zum Bischof erwählen durfte. Diese Rechtslage blieb bis zum Jahre 1535 in Geltung, wenn auch in der Folgezeit häufig Päpste, Kaiser und vor allem die habsburgischen Landesfürsten, seitdem sie im Jahre 1335 in den Besitz von Kärnten gelangt waren, ihr en Einfluss auf die Besetzung des Gurker Stuhles geltend machten und die verbrieften Rechte des Domkapitels einfach ignorierten. Im Jahre 1535 verlor es dann überhaupt sein bisheriges Wahlrecht. Die ursprüngliche enge Verquickung zwischen Bischof und Kapitel begann sich in der Folge zu lockern. Den ersten Schritt zu dieser Entwicklung bildete der Bau des festen Schlosses Straßburg im Gurktal durch Bischof Roman I. im Jahre 1147, wo die Bischöfe fortan ihre neue Residenz aufschlugen. Dadurch, dass der Propst das Amt eines Archidiakons bekleidete und sich in Gurk der Sitz des bischöflichen Konsistoriums befand, dem der Propst präsidierte, entwickelte sich eine Art Dyarchie von Bischof und Domkapitel, was zu mehrfachen späteren Streitigkeiten bezüglich der Temporalien und der Spiritualien führte. Diese wurden erst unter Bischof Johann V. Schallermann (1436-1463) durch einen von Papst Nikolaus V. bestätigten Vertrag beendigt. So behielt sich der Bischof zwar im Bereich des Domkapitels, dem die Burgfriede von Gurk und von Weitensfeld unterstanden, die oberste Gerichtsbarkeit (Blutbann) vor, überließ aber dem Domkapitel in diesen zwei domstiftlichen Märkten die niedere Gerichtsbarkeit. In geistlicher Hinsicht wurde im Vertrag vom Bischof dem Propst das Archidiakonat erneut bestätigt und dem Kapitel das Recht auf die Besetzung seiner alten Pfarren im Bereich der Diözese anerkannt. Unter dem tatkräftigen Propste Wilhelm Welzer erhielten die Gurker Pröpste wegen der häufigen Abwesenheit ihrer Bischöfe von der Diözese von Papst Alexander VI. im Jahre 1496 das Recht der Pontifikalien zugestanden und im darauffolgenden Jahre den Titel eines Lateranensischen Abtes, den sie bis 1787 beibehielten. Weitere Selbständigkeitsbestrebungen des Propstes Welzer verwickelt en ihn in einen in Rom geführten Prozess mit dem damaligen Gurker Bischof Kardinal Peraudi, über dessen Ausgang wir nicht unterrichtet sind, doch konnten die Gurker Pröpste die bisherigen, vom Papste erlangten Privilegien behaupten. Der auf Peraudi folgende Bischof Matthäus Lang suchte die Propstei an sich zu reißen, auf die ihm einst Alexander VI. die Reservation erteilt hatte, doch hat sich das Domstift dagegen erfolgreich zur Wehr gesetzt. Auf Papst Nikolaus III. geht das Privileg zurück, dass im Stift zur Zeit eines allgemeinen Interdiktes, das über das Land verhängt würde, bei geschlossenen Türen der Gottesdienst gefeiert werden dürfe. Im Jahre 1460 hatte der Dompropst von Papst Pius II. das Recht erhalten, seine Kanoniker, Professen und Novizen von der Exkommunikaton loszusprechen, ausgenommen im Falle eines Mordes. Unter Bischof Lamberg wurde dem Domstift nach 1620 zeitweilig das Konsistorium entzogen, das es nach dem Tode des Bischofs aber wieder zurückerhielt. Als das Konsistorium am Ende des 17. Jahrhunderts endgültig nach Straßburg verlegt wurde, musste aber ein Gurker Domherr als Mitglied in dasselbe berufen werden. Schon Fürstbischof Joseph Maria von Thun hatte im Jahre 1755 den Versuch gemacht, das regulierte Domstift in ein weltliches Domkapitel umzuwandeln, was ihm aber nicht gelungen war. Im Jahre 1779 erhielten die Gurker Domherren von Kaiserin Maria Theresia das Recht verliehen, goldene Kapitelkreuze zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Verhältnisse ===&lt;br /&gt;
Die Reformkanonikerbewegung überwand soziale Schranken und konnte in den Jahrzehnten ihrer stärksten geistlichen Kraft Mitglieder verschiedener sozialer Schichten in sich vereinen. So war das Salzburger Domkapitel in den Anfängen „gemeinständisch&amp;quot; ebenso wie die Kapitel der Suffraganbistümer, unter ihnen auch das Gurker Stift. Erst als sich Mitglieder des Adels und vor allem die Ministerialen der einzelnen Bistümer in die Kapitel einreihten, veränderte sich das soziale Gefüge. Einzelne Kapitel entwickelten sich zu „gemischt adeligen&amp;quot; Einrichtungen, die zu manchen Zeiten nach adeliger Ausschließlichkeit strebten. In der Salzburger Kirchenprovinz nahm diese Entwicklung, neben dem Salzburger Domkapitel, nur das Gurker Domstift.&lt;br /&gt;
Die Bedingung der adeligen Herkunft wurde allerdings nie in Statuten festgelegt, entwickelte sich aber zu einer Gewohnheit, an der zäh festgehalten wurde. Seltene Ausnahmen wurden dem Kapitel vom Landesfürsten oder dem eigenen Bischof aufgedrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst der bedrohliche Rückgang an Kanonikern während der Reformationszeit bewirkte keine Öffnung. 1611 befiehlt Erzherzog Ferdinand dem Kapitel, die alte Gewohnheit beizubehalten und nur Adelige aufzunehmen. Dabei blieb es bis zur Säkularisation. Die adelige Zusammensetzung brachte dem Gurker Domstift ein politisches Gewicht, das sich zu einem Mitspracherecht bei Verfügungen des Bischofs ausbildete, weit über die allgemeinrechtlichen Bestimmungen hinaus. Auch der Einfluss des Gurker Dompropstes als Kärntner Land stand in den Zeiten der ständischen Mitregierung des Landes im 16. Jahrhundert gründet vor allem im adeligen Charakter des Gurker Kapitels.&lt;br /&gt;
Die Zahl der Kanoniker war bis zur Säkularisation nicht festgelegt. Viele Faktoren, die allgemeine kirchliche Situation, die besondere des Gurker Domstifts, die wirtschaftliche Entwicklung im Lande, ließen die Zahl der Kanoniker schwanken. Die von der Tradition an den Gründungsanfang projektierte Zahl von 20 Kanonikern wurde wohl des Öfteren erreicht, im 15. und beginnenden 16. Jahrhundert fiel sie jedoch auf sechs ab. Sie stieg in der Zeit der katholischen Reform nur langsam auf zwölf, welche Zahl etwa die durchschnittliche Besetzung des Gurker Domstifts bis zur Säkularisation blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pfarrseelsorge und Archidiakonat ==&lt;br /&gt;
Es wurde schon hervorgehoben, dass wie kaum anderswo Erzbischof Konrad I. in Salzburg die Reformkanoniker gezielt und vorrangig zur Seelsorgeverbesserung und Pfarrreform einsetzte. Nun liegt der Schluss nahe, dass den Reformstiften zahlreiche Pfarren anvertraut worden wären. Dem steht die Beobachtung entgegen, dass es unter Konrad I. nur wenige Pfarren waren, die von Regularkanonikern übernommen wurden. Die Aufgabe der Reform stifte sah man mehr darin, Muster und Stützpunkt für die Seelsorgereform zu werden als flächendeckend die Seelsorge zu übernehmen. Einer weitverstreuten Zahl von Pfarren stand ja schon der Wille zur ''vita communis'' entgegen, die zu den unaufgebbaren Grundsätzen der Regularkanoniker gehörte. Den Zweck, die Reform einzuleiten, erreichte ein Stift auch schon durch die entsprechende Auswahl eines Pfarrers für die ihm anvertraute Pfarre. Zudem musste es nicht immer die Übergabe einer Pfarrkirche an das Kapitel sein, um die Seelsorgereform zu gewährleisten; oft waren es ''ecclesiae'' und ''capellae'' innerhalb eines Pfarrbereichs, die den Regularkanonikern übertragen und damit zu ausstrahlenden Zentren der Reform wurden. Im Zusammenhang ist auch festzuhalten, dass die Übertragung der Seelsorge an einer Pfarrei in dieser Zeit noch nicht (immer) beurkundet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War es in Salzburg sofort nach der Regulierung des Domstiftes zur Übertragung der Pfarrechte in der Stadt an die Domkanoniker gekommen, so überantwortete dem Gurker Domkapitel erst Roman I. vor oder spätestens 1164 die Pfarre Gurk; aus diesem Jahr stammt die große Bestätigungsurkunde für das Domkapitel, die allerdings teilweise verunechtet ist. ''Administratio parochie et usus administrationis'' sollten beim Kanonikerstift sein. Die genaue kirchenrechtliche Bedeutung dieser Formulierung und die dahinterliegenden Verhältnisse wären erst noch zu klären. Mit derselben Urkunde wurde auch die Pfarre Altenmarkt dem Gurker Domkapitel anvertraut. Gerade die Formulierung für Altenmarkt zeigt deutlich, dass die Übertragung der Pfarre an das Kapitel auf die Hebung der Seelsorge abzielte. Schon vor 1164 war es zur Übertragung von Kirchen durch den Gurker Bischof wie auch die Salzburger Erzbischöfe oder zur Überlassung von adeligen Eigenkirchen an das Kapitel gekommen. Sie gruppierten sich territorial vorzüglich um das Stift, lagen aber auch über Kärnten verstreut. Nicht lange konnte das Kapitel die Pfarre St. Lorenzen am Steinfelde in Niederösterreich behaupten. Bei der einzelnen Kirche lässt sich kaum sagen, welches Motiv zu ihrer Übertragung an das Gurker Domstift geführt hat. Dazu kommt, dass die frühesten urkundlichen Erwähnungen bereits fälschende Erweiterungen ursprünglicher Vergabungen sind, in denen eine Kirchenübertragung schon in andere pastorale und rechtliche Zusammenhänge gebracht wird. Denn nach dem Tod Romans I. (1167) zeigten sich auch in Gurk sehr schnell die Zerfallserscheinungen des Salzburger Reformkanonikerverbandes. Bei den jetzt anfallenden Pfarrerwerbungen stehen bereits die materiellen Interessen und Bedürfnisse zumindest gleichrangig neben den pastoralen Belangen. Die Rechtsform der Pfarrübernahme wird die Inkorporation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Bemühungen der Gurker Kirche von 1170 bis 1230, sich von Salzburg unabhängigzu machen, entstehen mehrere Urkundenfälschungen, die einen umfänglichen Besitz an inkorporierten Pfarren für das Domkapitel behaupten. Auch wird die Verfügungsgewalt über die inkorporierten Pfarren extensiv umschrieben: In mehreren Urkunden, in denen Pfarrübertragungen verbrieft oder bestätigt werden, erscheint die Verfügung, das ''ius ordinationis et administrationis'' einer Pfarrei werde dem Domkapitel überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stimmt die Interpretation, dass damit das alleinige Verfügungsrecht des Domkapitels ''quoad spiritualia et temporalia'' ausgesagt wird, dann hat das Gurker Domkapitel jede bischöfliche Verfügungsgewalt über seine Pfarren zumindest zeitweise ausschalten können; eine Entwicklung, die ein Gurker Proprium gewesen wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Einfluss der gesamtkirchlichen Entwicklung, die auf eine Stärkung der bischöflichen Gewaltgegenüber autonomen Rechtsträgern hinauslief, vereinheitlichten sich die durchaus verschiedenen Beziehrungen einzelner Pfarren und Kirchen zum Gurker Domkapitel in der Form des Patronates: Außer der Dom- und Stiftskirche Gurk, die eigentümlicher Besitz des Domkapitels war und ist, erwarb das Domkapitel bis zum Jahre 1500 über die folgenden Pfarren bzw. Kirchen das Patronat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Jakob ob Gurk (vor 1169 über die ''ecclesia'', 1786 über die Pfarre), Zweinitz (altes Patronat; ausdrücklich 1452), Altenmarkt (vor 1164), Glödnitz (vor 1164 und ab 1452), Deutschgriffen (vor 1164), Zammelsberg (1455), Tigring (1273), Steuerberg (1455?), St. Martin am Krappfeld (um 1158), Ottmanach (1134), Grafenstein (vor 1158), Hörzendorf(1136), Glantschach (1164), Sörg (1203, mit dem Stift Gößstrittig, endgültig 1776). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Jahre 1500 erwarb das Domkapitel nachstehende Patronate:&lt;br /&gt;
Pisweg (15/1 im Tausch gegen Sirnitz mit dem Gurker Bischof), Weitensfeld (formell erst 1752), Steinbichl (1683 alternierend mit dem Bischof von Gurk).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig mit der Gründung und Festigung des Gurker Domstifts entwickelt sich in der Salzburger Kirchenprovinz der Archidiakonat. Diese alte Einrichtung der Kirche erreicht jetzt ihre letzte Ausformung als ein Amt, das an eine bestimmte kirchliche Würde gebunden erscheint. Der Archidiakon wird zu einem Prälaten, der unter Umständen dem Bischof konkurrierend gegenübertreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Archidiakonate im Salzburger Kirchensprengel ist bisher nur ungenügend erforscht. Jedenfalls gab es die Aufgabe und das Amt der Archidiakone unter Konrad I., der sie zu verschiedensten Aufgaben delegierte. Das Amt wird aber, wie die Quellen zeigen, nach Maßgabe des Erzbischofs und unter seiner Autorität ausgeübt. Entsprechend dem Konzept Konrads I., die Regularkanoniker bevorzugt heranzuziehen, erschein en unter ihm häufig Regularpröpste mit archidiakonalen Aufgaben betraut. Dabei kommt es noch nicht zu einer bleibenden Verbindung von Stiftspropstei und Archidiakonatsamt. Sowie aber der Salzburger Reformkanonikerverband zerfällt, nehmen einzelne Regularpröpste den Archidiakonat bleibend für sich in Anspruch und lassen sich ihn durch Privilegien immer neu bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Untersuchung über die Entstehung des Archidiakonats in der Diözese Gurk fehlt noch und es ist nach einer ersten Überprüfung der Quellen fraglich, ob eine genaue Darstellung überhaupt möglich ist. Wohl im Zuge der allgemeinen Entwicklung im Salzburger Kirchensprengel kommt es auch in der kleinen Gurker Diözese zur Ausbildung des Archidiakonats. Die erste ausdrückliche Erwähnung des Archidiakonats in Gurk geschieht in einer Urkunde, in der dem Dompropst auch schon für immer diese Würde zugesprochen wurde. Es ist da s umfassende Konfirmationsprivileg Romans I. aus 1164.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da aber diese Urkunde in der vorliegenden Form eine Fälschung aus 1196 / 1200 ist, muss auch an der Bestimmung über den Archidiakonat gezweifelt werden. Unbestreitbar tritt die bleibende Einheit von Propst- und Archidiakonatswürde in der Bestätigungsurkunde Bischof Ulschalks für das Kapitel aus 1218 auf. Im selben Jahr nennt sich der Gurker Propst Otto auch zum ersten Mal Archidiakon.&lt;br /&gt;
Das Gurker Kapitel hatte ein großes Interesse an dieser Verbindung und ließ sich den Archidiakonat wiederholt bestätigen; so 1223, 1266 und öfters. Wie er sich zu einer den Bischof konkurrierenden Würde heraus entwickelte, ist noch zu klären. Greifbar wird die eigenständige Position im 15. Jahrhundert, als sich der Gurker Dompropst durch die neu sich entwickelnden bischöflichen Ämter des Generalvikars und Offizials in seinen Rechten als Archidiakon eingeschränkt sah. Ein sich mehr und mehr weitender Streit begann 1413 und wird während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit Heftigkeit geführt. Ein landesfürstlicher Schiedsspruch von 1426 kann den Streit nur kurz beruhigen.&lt;br /&gt;
Er endet mit dem Kompromiss von 1452, der die Gewalt des Archidiakons zwar dem Dompropst belässt, sie jedoch als ''potestas delegata'' definiert. Damit kündigt sich das Ende des Archidiakonatsinstituts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den veränderten Bedingungen der Gurker Diözese in der Neuzeit nimmt die Bedeutung des Archidiakons weiter ab. Er hält sich mit eingeschränkten Funktionen und schließlich nur mehr als Ehrentitel. Noch 1778 wird der Dompropst ''archidiaconus Gurcensis'' genannt. Den letzten verbliebenen Rest an Jurisdiktion und auch den Titel scheint er bei der Diözesanregulierung verloren zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliothek ==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem erst 1978 nach Klagenfurt über stellten Gurker Archiv wurde die Bibliothek bereits 1902 auf zwölf Wagen in das Gurkerhaus, den Sitz der Gurker Domherren in Klagenfurt, gebracht und aufgestellt. Die Domkapitelbibliothek zählt 2.411 Titel in 3.323 Bänden, da runter 202 Inkunabeln und 254 Frühdrucke bis zum Jahr 1550. Als Ordnungssystem dient eine Sachgruppeneinteilung mit 26 Gruppen. Erschlossen ist die Bibliothek durch zwei Kataloge, einen Sachgruppenkatalog und einen alphabetischen Katalog in je zwei Bänden, angelegt unter Propst Rechpach vom Minoritenpater Innozenz Wibmer im Jahr 1766. Die Mehrzahl der Werke entstammt den Bereichen Theologie (Bibel, Kirchenväter, Dogmatik, Scholastik, Polemik, Mystik und Aszetik), Kirchen- und Profanrecht sowie Kirchen- und Profangeschichte; darüber hinaus sind auch Predigtwerke, philosophische Schrift en sowie die Disziplinen Physik, Ethik, Rhetorik und Poetik sowie Grammatik vertreten. Die 97 Titel der ''Libri prohibiti'' sind größtenteils Bücher protestantischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bau- und Kunstgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die ehemalige Dom- und heutige Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Gurk ist nicht nur eines der bedeutendsten kirchlichen Bauwerke Österreichs, sondern ein Kulturdenkmal europäischen Ranges. Der Gurker Bischof Roman I. dürfte noch in den dreißiger Jahren des 12. Jahrhunderts die Entscheidung für einen Neubau der Kirche in Gurk - anstelle des von Hemma 1043 errichteten Gotteshauses bei dem von ihr gegründeten Frauenkloster - getroffen haben. Die monumentalen Dimensionen dieser Bischofskirche - lang gestreckte Pfeilerbasilika mit doppeltürmiger Westfassade, Empore, Krypta und drei Apsiden - zeugen vom Selbstbewusstsein der Gurker Kirche. Bauleute, die aus Oberitalien stammten oder dort ausgebildet worden waren, führten zunächst den Bau so weit fort, dass im Jahr 1174 die Gebeine der Klostergründerin Hemma in die neue Krypta übertragen werden konnten. Nach einer Unterbrechung des Baues in den folgenden Jahren scheint die Arbeit an Langhaus und Chor erst im letzten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts abgeschlossen worden zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weihe des Hochaltares erfolgte im Jahr 1200. Bis 1220 wurde auch der doppeltürmige Westteil mit der Bischofskapelle fertiggestellt. Damit war der Dom weitgehend in seiner heutigen Form aufgeführt. Ein Brand um die Mitte de s 13. Jahrhunderts beschädigte den Westteil. In der Folge erhielt die Westempore um 1260/70 ein ikonographisch anspruchsvolles Freskenprogramm. 1287 wurde nach weiteren Brandschäden der Dom neu geweiht.&lt;br /&gt;
In den vierziger Jahren des 14. Jahrhundert s ließ Propst Heinrich Rötel die offene Vorhalle des Domes schließen und die dort befindliche Dreifaltigkeitskapelle erneuern. Unter dem ersten großen Gurker Bauherrn der Spätgotik, Propst Johann Hinderkircher, setzte die Erneuerungstätigkeit am Dom (Einwölbung des Querhauses, Ausbau der Sakristei und Stiftung des „Gurker Fastentuches&amp;quot;) ein. Sein Nachfolger, Propst Lorenz von Freiberg, nahm 1469 die Errichtung des Propsteihofes in Angriff, mit dem nördlich des viereckigen, an den Dom anschließenden einstöckigen romanischen Kapitelgebäudes eine dem Propst entsprechende Repräsentationswohnung geschaffen wurde. 1490 konnte dieses Bauwerk unter Propst Wilhelm Welzer vollendet werden, der auch für die Neubedachung von Dom und Kapiteltrakt sowie die Anfertigung neuer Kirchenstühle Sorge trug. Ein Brand, der am 3. Mai 1525 die Gurker Baulichkeiten heimsuchte - es war bereits der dritte nach den Feuerkatastrophen von 1260 und 1284 - verwüstete den Dom mit -samt dem Kapitelgebäude. Die Wiederherstellung von Kirche und Stift ist Propst Christoph Galler zu danken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Renaissanceepoche an der Gurker Kirche durchgeführte Arbeiten unter den Pröpsten Spiritus und Grimming - Erneuerung der Türme um 1560, Schaffung eines Verbindungsganges zwischen Kapitel und Propsthof 1584, Beginn der Ausmalung der Ostwand des Domes einschließlich der Apsiden durch den Klagenfurter Maler Anton Blumental im Jahre 1598 - haben dem Dom auch Merkmale dieser Stilrichtung aufgedrückt; unter anderem stammen nicht wenige kunstvoll angefertigte Grabsteine im Dom aus dieser Zeit. Der unter Propst Viztum begonnenen Barockisierung fielen zwar die Altäre und zahlreiche mittelalterliche Fresken des Domes zum Opfer, andererseits geht auf diesen Bauherrn die Errichtung des Gurker Hochaltars durch den sächsischen Bildhauer Michael Hönel wie auch der Neubau des Stiftsgebäudes ab 1637 durch den Leobener Baumeister Peter Franz Carlone zurück. Der recht einfach gehaltene Kapiteltrakt, erbaut aus dem Material des abgetragenen romanischen Kapitelhauses, erhielt damals weitgehend seine heutige Gestalt als Verbindung zwischen Propsthof und Dom. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Propst Gösel begann der Umbau der Domtürme, die um 1680 mit ''zween walischen Cuplen'' versehen wurden. Vielfältig sind die Verdienste des Propstes Koehler in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für den Dom: Unter ihm wurden von Georg Raphael Donner die Domkanzel und der berühmte Kreuzaltar geschaffen; die Einrichtung von Kirche und Krypta wurde erneuert (Umgestaltung des Hemmagrabes, neue Kirchenbänke, Doppelbeichtstühle) und auch die Tafelbilder mit der Hemmalegende durch den Kärntner Maler Fromiller angefertigt. Kochlers Nachfolger, Propst Rechpach, der sich mehr dem Kapitel als dem Dom zuwandte, betrieb die innere Einrichtung und Ausgestaltung des Stiftsgebäudes und ließ um 1765 - dem Geschmack der Zeit entsprechend - den Dom ausweißen. Mit der Übersiedlung des Domkapitels nach Klagenfurt brach für Gurk eine stille Zeit an. 1808 beschädigte ein Brand den Dom und vernichtete die Prunkräume des Stiftes, das in der Zwischenzeit als Militärspital gedient hatte. Im Stiftsgebäude selbst wurden Wohnungen und Kanzleien eingerichtet. Benediktinerinnen von Nonnberg in Salzburg, die Kirche und Stift 1890 übernommen hatten, erwarben 1898 die Baulichkeiten in Gurk einschließlich des Domes. Im Jahre 1922 ging der Gurker Dom wieder in das Eigentum des Gurker Domkapitels über, während die Stiftsgebäude selbst vom Orden der Redemptoristen angekauft wurden. Seit 1934 befinden sich die domstiftlichen Gebäude im Eigentum des Salvatorianerordens, der hier eine Niederlassung errichtete. Ohne hier auf eine nähere kunsthistorische Erörterung der Ausstattung des Gurker Domes eingehen zu können - Informationen darüber bieten zahlreiche Monographien - sei nochmals auf die Kontinuität der Hemmaverehrung seit der Requisitio (Recognitio) ihres Grabes durch Propst Friedrich am 21. November des Jahres 1287 hingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verehrung dokumentieren die einzigartige hundert säulige Krypta mit dem Grab der hl. Hemma, einem auf drei Köpfen ruhenden Steinsarkophag und dem barocken Altaraufbau von Corradini, die sechs Holzreliefs aus der Zeit um 1508 mit der Darstellung von Szenen aus dem Leben der Heiligen, schließlich auch Ring und Anhänger der Heiligen selbst, die in einem von der Pfarre Maria Hilf in Wien gestifteten Reliquiar am Beginn des nördlichen Seitenschiffes ausgestellt werden. Das Stift war aber auch immer ein Zentrum der Marienverehrung. So wurde von den Kanonikern seit altersher (''ab antiquo'') wöchentlich in ihrer der seligsten Jungfrau geweihten Kirche ein Marienamt gefeiert. Als Erzbischof Eberhard von Salzburg sich im Jahre 1220 beim Papste über die Verschiedenheit und Ungleichheit des Gottesdienstes der Regularchorherren seiner Diözese beklagt hatte, nahmen Salzburger Kommissäre eine Visitation in Gurk vor und stellten das gewohnte wöchentliche Marienamt ab. Die Gurker appellierten aber nach Rom, worauf ihnen Papst Honorius III. die Beibehaltung dieses Gebrauches erlaubte. Zu Ehren des Ordensvaters Augustinus wurde noch vor der Vollendung des Domes in der Krypta zwischen den Jahren 1180 und 1190 ein Altar errichtet, der sich seit 1647 in der Oberkirche befindet und in den Jahren 1796/ 97 an die Stelle des heutigen Augustinusaltares übertragen wurde. Zur Verehrung des Heiligen, dessen Fest bis in unsere Zeit in Gurk feierlich begangen wird, gründete Propst Koehler nach 1720 die marianische Augustinusbruderschaft, für die Paul Troger das herrliche Tafelbild des Kirchenvaters malte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archiv ==&lt;br /&gt;
Wenngleich das Archiv des Gurker Domkapitels erstmals im Jahre 1468 urkundlich bezeugt ist, ist die Existenz des Gurker Archivs auch für die vorangehenden Jahrhunderte anzunehmen. Unter Propst Karl von Grimming (1570-1611) wurde da s Archiv neu geordnet; spätestens ab dem Jahre 1574 war es im „Gewölb&amp;quot; im 1. Stock des Propsthofes untergebracht. 1749 wurde das Archivgewölbe mit der heute noch erhaltenen Archiveinrichtung versehen. Nach der Übersiedlung des Domkapitels von Gurk nach Klagenfurt blieb das Gurker Archiv zunächst an Ort und Stelle. Erst im Mai 1978 wurde dieses Archiv samt der Archiveinrichtung in das Haus des Domkapitels nach Klagenfurt (Gurkerhaus) überstellt und mit dem neuen, seit 1787 in Klagenfurt existierenden Archiv des Domkapitels vereinigt. Seit Dezember 2004 ist das Kapitelarchiv dem Archiv der Diözese Gurk in Klagenfurt angegliedert und in dessen Räumlichkeiten zu benutzen.&lt;br /&gt;
Auskunft über die Bestände des Kapitelarchivs in Gurk geben die Archivkataloge von Heinrich Kurtz (vollendet 1523), des Domherren und Archivars Amadeus von Platz über das Spiritualarchiv (1747), des Gurker Notar s Sebastian Friedrich Syhn über das Temporalarchiv (um 1770), endlich das Archivregister des Franz Wahrheit (1759-1762). Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Archiv des Gurker Domkapitels immer wieder von Historikern aufgesucht: Von Wolfgang Lazius im Frühjahr 1549 über Markus Hansiz, Wilhelm Wattenbach und Josef von Zahn bis zu August von Jaksch reicht der Bogen der Gurker Archivbenutzer. Unter dem Letztgenannten kam der Großteil der Urkunden des Domkapitels bis zum Jahr 1300 in das Kärntner Landesarchiv und wurde in den ,,Gurker Geschichtsquellen&amp;quot; im Rahmen der „Monumenta historica ducatus Carinthiae&amp;quot; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
Die Bestände des Archivs des Gurker Domkapitels sind in vier Hauptgruppen gegliedert: Das Temporalarchiv als Wirtschaftsarchiv mit etwa 120 Laden, das Spiritualarchiv als geistliches Archiv mit 24 Laden, das Pfarrarchiv und das Konsistorialarchiv. Während Temporal- und Spiritualarchiv durch die bereits genannten Verzeichnisse erfasst wurden, sind das Pfarrarchiv mit dem Material über die inkorporierten Seelsorgestellen und die Patronatspfarren sowie das Konsistorialarchiv, das Material besonders aus der Zeit der Gegenreformation bietet, nicht erschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ansichten und Pläne ==&lt;br /&gt;
Symbolhafte Ansichten des Domes bieten da s Kapitelsiegel, das von 1317 bis 1635 in Verwendung stand, und spätere Siegel des Gurker Domkapitels bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Aus der Zeit nach 1340 stammt die Ansicht des Domes im Reimoffizium, das heute im Kärntner Landesarchiv verwahrt wird (KLA, GV HS 1/ 29). Ein Fresko aus der Zeit des Propstes Hinderkircher im nördlichen Querhaus des Domes bietet die Ansicht der Domfassade um die Mitte des 15. Jahrhunderts; eine Teilansicht der Fassade bietet das vierte Hemmarelief (vor 1508), das den Einzug der Chorherren in den Dom zeigt. Von Anton Blumenthal stammt eine Gesamtansicht von Gurk im rechtsseitigen Fresko der Hauptapsis, das Dom und Stiftsanlage aus der Türkenzeit darstellt (1598). Auf dem nach 1626 von Michael Hönel errichteten Hochaltar sind Wilhelm und Hemma jeweils mit einem Modell des Domes dargestellt. Dieser Altar ist wieder im Gurker Verbrüderungsbuch aus der Zeit um 1685 dargestellt, da s neben einem Stifterbild (Wilhelm und Hemma halten den Gurker Dom) auch eine Ansicht des Marktes Gurk enthält. Das aus dem Jahr 1637 stammende Bildnis „Der Tod der seligen Hemma&amp;quot; bringt in einer Szene eine Landschaft mit dem Gurker Dom; ein Holzrelief um 1650 in der Pfarrkirche Lieding zeigt Hemma und Wilhelm als Stifter mit dem Modell des Gurker Domes. Merian veröffentlichte 1649, Valvasor 1681 Ansichten des Domstiftes und des Marktes Gurk. Eine Bleistiftzeichnung des Landschaftsmalers und Topographen Ferdinand Runk aus dem Jahr 1795 in der Bibliothek der Akademie der bildenden Künste in Wien zeigt Gurk von Südosten, während Joseph Wagner in seinem „Album für Kärnten&amp;quot; (Klagenfurt 1847) einen Stahlstich Gurks von Südwesten bringt. Ein Ölbild in der bischöflichen Residenz in Klagenfurt aus dem 19. Jahrhundert zeigt neben der Ansicht des Ortes und des Domstiftes Gurk auch die alte Pfarrkirche St. Maria Magdalena, die am Ende des 18. Jahrhunderts profaniert und Ende des 19. Jahrhunderts abgetragen wurde. Historische Pläne des Domes und des Stiftes sind nicht bekannt. Pläne und Risse von Dom und Stift verwahren das Bundesdenkmalamt Wien und das Landeskonservatorat in Klagenfurt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sphragistik und Heraldik ==&lt;br /&gt;
=== Siegel ===&lt;br /&gt;
Das erste Siegel des Kapitel s ist schon 1182 nachweisbar. Im runden Siegelfeld sitzt Maria mit dem unbekleideten Jesuskind an ihrer rechten Seite auf einer einfachen Bank. Auf dem Haupt trägt Maria eine dreizackige Krone, unter der ihre Locken über beide Schultern fallen. Sie ist mit einem knöchellangen Gewand bekleidet und die beiden Füße ruhen auf einem sich nach links windenden Drachen mit einem zweimal geringelten Pfeilschwanz und drohend nach oben aufgerissenem Maul. In der linken Hand hält Maria ein aufgeschlagenes Buch mit einer lateinischen gekürzten Inschrift. Um das Siegelfeld ist eine mit einem Sechsstern beginnende Umschrift geführt, in der die Buchstaben N seitenverkehrt gestochen sind. Sie wird von zwei glatten Linien begrenzt:&lt;br /&gt;
* / SIGILLVM SANCTE MARIE ECCL(esi)E GVRCENSIS&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der einzige noch vorhandene Abdruck aus naturfarbigem Wachs ist unten durch eine heute geklebte Bruchstelle beschädigt. Es werden ab 1200 drei neue, sehr ähnliche Siegelstempel verwendet. In diesen steht als Halbfigur frontal Maria in einem Rundbogen vor einer romanischen Kirchenfassade mit zwei runden Türmen und Seitenapsiden. Das Haupt ist mit einem Schleier bedeckt und Maria kehrt beide erhobenen Handflächen dem Beschauer zu. Die unziale Umschrift ist bei allen drei Typaren etwas verschieden. Ab 1337 ist bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts ein fünftes Siegeltypar in Verwendung gestanden, bei dem wiederum die Mutter Gottes, die mit ihrer rechten Hand das bekleidete Jesuskind hält, dargestellt ist. Das Kind trägt in seiner rechten Hand die Weltkugel und Maria reicht ihm einen Apfel. Sie trägt einen Schleier und steht vor einem gerauteten Hintergrund in einem Dreipass. Beide tragen&lt;br /&gt;
um ihre Häupter Heiligenscheine. Über der Figurengruppe ist der Gurker Dom mit den beiden Türmen, den beiden Galerien der Seitenschiffe und einer Chorapside zu sehen. Die nun zwischen Perllinien verlaufende Umschrift wird oben durch die Kreuze der Türme unterbrochen.&lt;br /&gt;
In der Neuzeit ab 1678 sind, anders als bei allen anderen Chorherrenstiften, in fast allen Kapitelsiegeln nebeneinander sowohl das persönliche Wappen des jeweils regierenden Propstes als auch das Wappen des Gurker Kapitels zu sehen. Nur 1688 ist im Siegel des Kapitels, anscheinend in einer Vakanzzeit, das Stiftswappen und darüber der Kärntner Herzogshut dargestellt. Im Feld befind en sich die beiden knienden Patrone heilige Wilhelm und heilige Hemma, die zur oben thronenden Mutter Gottes die Stiftskirche emporhalten. Diese ist von zwei Engeln mit Palmwedeln in den Händen flankiert. Von mehreren Siegeln sind die Originaltypare noch im Kapitelarchiv Gurk aufbewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
In mehreren Reihen von Gold und Rot gerautet. Die Herkunft dieses Wappenbildes ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gedruckte Quellen==&lt;br /&gt;
*Beda Schroll: Necrologium des Cathedral-Capitels der regulirten Chorherren von Gurk. In: Archiv für österreichische Geschichte 75. Wien 1889, S. 237–286.&lt;br /&gt;
*Monumenta historica ducatus Carinthiae. Band I: Die Gurker Geschichtsquellen 864 bis 1232. Hg. von August von Jaksch. Klagenfurt 1896. Band II: Die Gurker Geschichtsquellen 1233 bis 1269. Hg. von August von Jaksch. Klagenfurt 1898.&lt;br /&gt;
*Hermann Wiessner (Hg.): Gurker Urbare (Bistum und Kapitel) in Auswahl aus der Zeit von 1285 bis 1502. Österreichische Urbare III/3/1. Wien 1951.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Annemarie Bösch-Niederer: Quellen und Forschungen zum Musikleben der mittelalterlichen Diözese Gurk. Diss. Univ. Wien. Wien 1982.&lt;br /&gt;
*Karl Burkart: Das Anwalthaus in Gurk. Seine Besitzer, die Domstiftanwälte und Domstiftsekretäre. In: Carinthia I 177 (1987), S. 361–402. &lt;br /&gt;
*Karl Burkart: Mündliche und schriftliche Überlieferungen zum Gurker Gerichtsbrunnen auf der Heiden. In: Carinthia I 179 (1989), S. 149–151. &lt;br /&gt;
*Otto Demus: Der Gurker „Ratschluß der Erlösung“. In: Carinthia I 162 (1972), S. 55–64. &lt;br /&gt;
*Wilhelm Deuer: Der Dorn zu Gurk. Gurk 1995.&lt;br /&gt;
*Wilhelm Deuer: Der Gurker Dom – ein Kulturdenkmal von europäischem Rang. In: Das Goldene Buch von Gurk, S. 41–55. &lt;br /&gt;
*Dom zu Gurk: Fresken der Westempore. Gurk 1984.&lt;br /&gt;
*Heinz Dopsch: Die Stifterfamilie des Klosters Gurk und ihre Verwandtschaft. In: Carinthia I 161 (1971), S. 95–123.&lt;br /&gt;
*Gudrun Faulborn: Gurker Freskenzyklus der Vorhalle aus der Sicht des Rezipienten: Narrative Strukturen. 2 Bände. Dipl.-Arb. Univ. Graz. Graz 1993.&lt;br /&gt;
*Gertraud Feldegg: Das Leben der hl. Hemma von Gurk. Wien 1950.&lt;br /&gt;
*Herbert Felsberger: Regulierte Augustiner Chorherren als Domkapitel zu Gurk. Von den Anfängen bis zur Glaubensspaltung 1123 bis 1535. Eine rechtsgeschichtliche Untersuchung. Diss. Univ. Rom. Rom 1962.&lt;br /&gt;
*Barbara Felsner-Korak: Das Gurktal. Klagenfurt 1988 (Carinthia-Kultur-Begleiter, 3).&lt;br /&gt;
*Rudolf Freisitzer: Die Grundherrschaft des Gurker Domkapitels als Wirtschaftsfaktor in Kärnten. Diss. Univ. Klagenfurt. Klagenfurt 1989.&lt;br /&gt;
*Walther Fresacher: Die Erschließung des Gurker Kerngebietes. In: Carinthia I 161 (1971), S. 77–93.&lt;br /&gt;
*Walther Fresacher: Wirtschaftsgeschichtliche Erkenntnisse aus den Gurker Urbaren. In: Carinthia II 61 (1971), S. 125–149.&lt;br /&gt;
*Anton Fritz: Das Hemma-Buch. Gräfin Hemma von Friesach und Zeltschach. Landesmutter von Kärnten. Klagenfurt 1992.&lt;br /&gt;
*Karl Ginhart: Die Datierung der Fresken in der Gurker Westempore. In: Carinthia I 157 (1967), S. 9–174.&lt;br /&gt;
*Das goldene Buch von Gurk. Hg. von der Marktgemeinde Gurk. Gurk 1998.&lt;br /&gt;
*Bruno Grimschitz: Die monumentalen Gemäldefolgen des Domes zu Gurk. Wien 1921 (Österreichische Kunstbücher, 15).&lt;br /&gt;
*Heinz Meixner / Hilde Haas / Friedrich Kahler: Die Steine und Fassungen von Ring und Anhänger der hl. Hemma aus dem Dom zu Gurk in Kärnten. In: Carinthia II 142 (1952), S. 85–88.&lt;br /&gt;
*Franz Gustav Hann: Kunstgeschichtlicher Führer durch den Gurker Dom. 2. Auflage. Klagenfurt 1899.&lt;br /&gt;
*Siegfried Hartwagner: Der Dom zu Gurk. Klagenfurt 1969.&lt;br /&gt;
*Siegfried Hartwagner: Der Dom zu Gurk. Denkmalpflegerische Arbeiten und Probleme. In: Carinthia I 162 (1972), S. 3–53.&lt;br /&gt;
*Siegfried Hartwagner: Die Restaurierung des Gurker Hochaltars. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege (1956).&lt;br /&gt;
*Siegfried Hartwagner: Kärnten – Der Bezirk St. Veit an der Glan. Seine Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen. Salzburg 1977, S. 80–95.&lt;br /&gt;
*Friedrich Hausmann: Die Weingüter des Hochstiftes Gurk im Herzogtume Steier im Mittelalter. In: Festschrift Othmar Pickl zum 60. Geburtstag. Graz -Wien 1987, S. 195–213.&lt;br /&gt;
*Friedrich Hausmann: Ein verschollenes Diplomatar für Gurk und die „Germania Sacra&amp;quot; des P. Marcus Hansiz SJ. und des Abtes Magnus Klein von Göttweig. In: Carinthia I 161 (1971), S. 197–212.&lt;br /&gt;
*Heinrich Hermann: Kapitel und Propst 1747. In: Carinthia 45 (1885), S. 68.&lt;br /&gt;
*August von Jaksch: Die ältesten Siegel der Bischöfe und des Capitels von Gurk. In: Mittheilungen der dritten (Archiv-)Section 2 (1894), S. 127f.&lt;br /&gt;
*Heinrich Hermann: Zum 800jährigen Stiftungsfest des Gurker Domkapitels 1124 bis 1924. In: Carinthia I 114 (1924), S. 1–6.&lt;br /&gt;
*Barbara Kienzl: Das barocke Hemmagrab. Ein Denkmal venezianischer Barockplastik in Gurk. In: Hemma von Gurk. Katalog der Ausstellung auf Schloß Straßburg. Klagenfurt 1988, S. 274–284.&lt;br /&gt;
*Walter Koch: Inschriftenpaläographie. Ein schriftkundlicher Beitrag zu ausgewählten Inschriften Kärntens mit besonderer Berücksichtigung von Gurk. In: Carinthia I 162 (1972), S. 115–147.&lt;br /&gt;
*Heinrich Koller: Zur Vorgeschichte der Gurker Bistumsgründung. In: Carinthia I 161 (1971), S. 51–75.&lt;br /&gt;
*Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. 2. Teil: Alphabetisches Kärntner Siedlungsnamenbuch. Klagenfurt 1958 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, 51), S. 96.&lt;br /&gt;
*Adalbert Krause: Die heilige Hemma von Gurk. 2. Auflage. Klagenfurt 1974.&lt;br /&gt;
*Anton Kreuzer: Die Stifte und Klöster Kärntens. Klagenfurt 1986, S. 97–99.&lt;br /&gt;
*Elmar Lechner: Der Gruß eines Kollegen über die Jahrhunderte hinweg. Peter Schlattels Gedenkstein im Gurker Dom. In: Jahresbericht des Bundesgymnasiums I Klagenfurt 120 (1987/88), S. 28–30.&lt;br /&gt;
*Josef Löw: Kleiner Gurker Domführer. Klagenfurt 1924.&lt;br /&gt;
*Josef Löw: S. Hemma-Büchlein. Klagenfurt 1931.&lt;br /&gt;
*Alice Meir/Andrea Breganik: Archiv des Gurker Domkapitels. In: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich. Band 3: Burgenland-Kärnten-Niederösterreich-Oberösterreich-Salzburg. Hg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. Hildesheim / Zürich / New York 1996.&lt;br /&gt;
*Alice Meir: Die Gegenreformation im Bistum Gurk. In: Katholische Reform und Gegenreformation in Innerösterreich 1564 bis 1628. Hg. von France Martin Dolinar. Klagenfurt u. a. 1994, S. 317–329.&lt;br /&gt;
*Ilsa Nedetzky: Bischof Roman I. und die Entwicklung des Bistums Gurk. Diss. Univ. Graz. Graz 1967.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Aus den Kalendernotizen des Gurker Domprobstes Wolfgang Andreas von Gösel (1674–1688). In: Carinthia I 155 (1965), S. 504–518.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Aus dem Tagebuch des Gurker Weihbischofs und Dompropstes Karl von Griming. In: Carinthia l 136 / 138 (1948), S. 136–141; 139 (1949), S. 363–373;  142 (1952), S. 337–346.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Beiträge zur Gurker Bistumsgeschichte aus der Zeit der Reformation und Gegenreformation. In: Carinthia I 145 (1955), S. 543–576; 146 (1956), S. 189–228; 150 (1960), S. 29–276; 154 (1964), S. 181–220; 157 (1967), S. 396–408.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Das Archiv des Gurker Domkapitels. In: Carinthia I 166 (1976), S. 109–122.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Die Bischöfe von Gurk 1072 bis 1822. Klagenfurt 1969 (Aus Forschung und Kunst Band 5).&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Die persönliche Zusammensetzung des adeligen Gurker Domkapitels in der Zeit von 1620 bis 1787. In: Carinthia I 154 (1964), S.  221–256.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Die persönliche Zusammensetzung des adeligen Gurker Domkapitels und Domstiftes in der Zeit des späten Mittelalters. Mit Nachträgen zum Verzeichnis der Gurker Chorherren (Domherren) 1490 bis 1620. In: Carinthia I 156 (1966), S. 593–634; Nachträge und Berichtigungen. In: Carinthia I 159 (1969), S. 519–523.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Ehemaliger Gurker Hausbesitz in Wien. In: Carinthia I 163 (1973), S. 153–155.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Ein Schulbericht des 17. Jahrhunderts. In: Carinthia I 173 (1983), S. 289–299.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Kardinal Matthäus Lang und die Gurker Dompropstwahl vom Jahre 1518. In: Carinthia 1 151 (1961), S. 655–667.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Randnotizen zur Gurker Bistumsgeschichte. In: Carinthia 118 (1990), S. 343–354.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Zwei Briefe des Gurker Archives aus dem 16. Jahrhundert. In: Carinthia I 147 (1957), S. 517–524. &lt;br /&gt;
*Viktor Paschinger: Die ursprünglichen Grenzen der Diözese Gurk. In: Carinthia I 142 (1952), S. 248–256.&lt;br /&gt;
*Wolf Peschl: Geschichte des Bistums Gurk von den Anfängen bis 1232. Diss. Univ. Wien. Wien 1965.&lt;br /&gt;
*Eduard Graf von Petenegg: Das angebliche Bild der Seligen Hemma. In: Carinthia I 107 (1917), S. 1–41.&lt;br /&gt;
*Heinz Dieter Pohl / Peter Jordan: Kärnten – Deutsche und slowenische Namen. Salzburg 1992 (Österreichische Namensforschung, 20). &lt;br /&gt;
*Waldemar Posch: Dom zu Gurk. Gurk 1967.&lt;br /&gt;
*Waldemar Posch: Hemma von Gurk. Gurk 1974.&lt;br /&gt;
*Otto Rainer: Das Gurker Fastentuch. Gurk 1984.&lt;br /&gt;
*Hans Riehl: Der Dom zu Gurk. Königstein im Taunus und Leipzig. o. J.&lt;br /&gt;
*Floridus Röhrig: Alte Stifte in Österreich. Band II: Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg. Wien / München 1966, S. 31–33.&lt;br /&gt;
*Hugo Schnell: Der Dom zu Gurk. München o.J.&lt;br /&gt;
*Alfred Schnerich: Die beiden biblischen Gemälde-Cyclen des Domes zu Gurk. Wien 1894.&lt;br /&gt;
*Alfred Schnerich: G.R. Donners Tätigkeit für das Domstift Gurk. In: Kunst und Kunsthandwerk. Monatsschrift des österreichischen Museums für Kunst und Industrie 21 (1918), S. 409–422.&lt;br /&gt;
*Peter Schöffmann: Das Bistum Gurk im konfessionellen Zeitalter. Synoden, Visitationen und kirchliche Erneuerung von 1521 bis 1648. Klagenfurt 1989.&lt;br /&gt;
*Michael Sempf: Die Holzreliefs der Türen des Gurker Westportals. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 33 (1979), S. 1–16.&lt;br /&gt;
*Hannelore Stein-Kaiser: Der alttestamentliche Freskenzyklus in der Vorhalle des Domes zu Gurk unter Berücksichtigung seiner Ikonographie. Diss. Univ. Wien. Wien 1975.&lt;br /&gt;
*Josef Till: Hemmas Welt. Hemma von Gurk. Ein Frauenschicksal im Mittelalter. Klagenfurt /Celovec-Ljubljana / Laibach-Wien / Dunaj 1999.&lt;br /&gt;
*Christine Tropper: Die Stifter des Hemma-Freskos in Zweinitz. Zum Problem Gurktaler Adel und Gurker Domkapitel in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In: Carinthia 1180 (1990), S. 285–301.&lt;br /&gt;
*Peter Tropper: Das Gurker Konsistorium im 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur kirchlichen Verwaltungs- und Archivgeschichte Kärntens. In: Carinthia I 177 (1987), S. 313–359.&lt;br /&gt;
*Peter Tropper: Frühneuzeitliche Pfarrordnungen und Kircheninstruktionen aus der Diözese Gurk. Exemplarische Quellen zum Thema „Pfarrer und Gemeinde&amp;quot; zwischen 1498 und 1738. In: Österreichisches Archiv für Kirchenrecht 40 (1991), S. 339–366.&lt;br /&gt;
*Hermann Weissner: Bistum und Kapitel von Gurk als Gewerken. In: Carinthia I 161 (1971), S. 157–161.&lt;br /&gt;
*Hermann Weissner: Bistum und Kapitel von Gurk als Kärntner Grundherrschaft. In: Carinthia I 161 (1971), S. 151–155.&lt;br /&gt;
*Hermann Weissner: Stellung und Bedeutung des Bistums und Kapitels von Gurk als Kärntner Grundherrschaft. In: Bericht über den 4. österreichischen Historikertag in Klagenfurt. Wien 1957 (Veröffentlichungen des Verbandes österreichischer Geschichtsvereine, 11), S. 133–137.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Stift Gurk</title>
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		<updated>2022-10-14T12:38:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Domstift_Gurk.png&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Domstift Gurk, Kupferstich Matthaeus Merian, Topographia Provinciarum Austriacarum, Austriae, Styriae, Carinthiae, Carniolae, Tyrolis etc., Das ist Beschreibung Vnd Abbildung der fürnembsten Stätt Vnd Plätz in den Osterreichischen Landen Vnder vnd OberOsterreich, Steyer, Kärndten, Crain Vnd Tyrol. Franckfurt am Mayn 1679; Quelle: https://digital.ub.uni-duesseldorf.de/content/pageview/189927 der ULB Düsseldorf (2009)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Historische Namensformen ==&lt;br /&gt;
Den Namen Gurk/''Krka'' leitet die Sprachwissenschaft von der indogermanischen Form *''kr-k-a'', ,,die Sumpfige&amp;quot;, ab, aus der sich althochdeutsch ''Gurka'' und im Slawischen ''Krka'' entwickelte. Als Bezeichnung für den Gurk-Fluss, einen Nebenfluss der Drau, ist 831 in ''Gurcam'' und 891-893 ''Gurca'' urkundlich belegt, als Bezeichnung für den Markt Gurk 898 ''Gurca'', und 1051 ''Curca''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische und kirchliche Topographie ==&lt;br /&gt;
Marktgemeinde im Gurktal, ca. 20 km nordwestlich von St. Veit an der Glan. Herzogtum Kärnten (bis 1849), Kronland Kärnten (1849-1918) Bundesland Kärnten (seit 1918); Grafschaft Friesach (10. bis Ende 12. Jahrhundert), Kreis Klagenfurt (1748- 1849), Bezirkshauptmannschaft St. Veit a.d. Glan (seit 1849). Bischöfliches Landgericht Straßburg, Marktburgfried Gurk, seit 1849 Gerichtsbezirk St. Veit an der Glan. Heute: Bundesland Kärnten, Politischer Bezirk und Gerichtsbezirk St. Veit an der Glan; Marktgemeinde und Katastralgemeinde Gurk. Diözese Gurk, Archidiakonat Gurk, Dekanat Gurk. Heute: Diözese Gurk, Dekanat Gurk, Pfarre Gurk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Patrozinien ==&lt;br /&gt;
Das Patrozinium der um 1160 begonnenen einstigen Kathedralkirche der Bischöfe von Gurk war von Anfang an Maria Himmelfahrt. Auch die von Hemma erbaute Kirche bei dem von ihr errichteten Nonnenkloster trug ein Marienpatrozinium. Die alte Pfarrkirche in Gurk, eine Eigenkirche der Gräfin Hemma, für die diese 1043 das Tauf- und Begräbnisrecht sowie den Zehent vom Salzburger Erzbischof Balduin erwarb, trug zunächst die Patrozinien Johannes des Täufers und Magdalenas. Ab dem späten Mittelalter ist nur mehr von der Pfarrkirche St. Magdalena die Rede. 1788 wurde diese Pfarrkirche St. Magdalena gesperrt und die Domkirche Maria Himmelfahrt zur Pfarrkirche umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtlicher Überblick ==&lt;br /&gt;
=== Gründungsgeschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer Tradition, deren Ursprung in die letzten Jahrzehnte des 12. Jahrhunderts weist, war es die heilige Hemma, die 1043 in Gurk neben dem Frauenkloster auch ein Chorherrenstift gründete; zwanzig Kanonik er seien es gewesen, die nach dem Willen der Stifterin die Seelsorge im Gurktal besorgen sollten. Im vierten der spätmittelalterlichen Reliefs des Lienhard Pampstl im Gurker Dom dargestellt, hat diese Tradition das Geschichtsbild über die Entstehung des Gurker Domkapitels nachhaltig geformt. Auch die Kapitelstatuten von 1871 leiten die Anfänge des Gurker Kapitels aus einer unmittelbaren Stiftung der hl. Hemma ab.&lt;br /&gt;
Erst die systematische Sammlung und Auswertung der Gurker Geschichtsquellen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verknüpfte die Errichtung des Gurker Domkapitels mit anderen, zeitlich späteren Vorgängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Geschichtsdarstellung, die sich von Hyperkritik ebenso fernhält wie von naiver Nacherzählung der Tradition, wird festhalten, dass urkundlich nur ein Frauenkloster in Gurk als Stiftung der hl. Hemma feststeht. Bis 1060 lässt sich dieses Kloster nachweisen, bald danach muss es aufgelöst worden sein. Das Stiftungsgut kam an den Erzbischof von Salzburg. Gebhard (1060-1088) erkannte in diesem Heimfall die Möglichkeit, für den Salzburger Sprengel südlich der Tauern seelsorglich und administrativ besser vorzusorgen.&lt;br /&gt;
Mit Zustimmung von Alexander II. und Heinrich IV. setzte er 1072 in Gurk einen Bischof ein, ohne freilich ein volles Suffraganbistum zu errichten. Als Salzburger „Eigenbistum&amp;quot; sollte es ganz seiner Verfügung unterstellt bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitere Entwicklung von Gurk, dem Ort des Hemmagrabes und Sitz eines Bischofs, zum kirchlichen Mittelpunkt setzt nach dem Ende des Investiturstreits ein. Sie vollzieht sich im größeren Rahmen der umfassenden kirchlichen Reformbewegung dieser Jahrzehnte. Erzbischof Konrad I. (1106-1147) von Salzburg, ein entschlossener Verfechter der Gregorianischen Reform, begann ab 1121 seine Diözese nach den neuen Vorstellungen zu reorganisieren. Sein Bemühen war es ganz allgemein, die kanonischen Vorschrift en zur Grundlage seines Wirkens zu machen. Diese Tendenz lässt sich auch bei den Maßnahmen, die er in Gurk traf, feststellen. Als er im Jahre 1131 Bischof Hiltebold (1106-1131) eine Diözese zuwies und 1144 den Zehnten des neuen Sprengels an Bischof Roman I. (1131-1167) abtrat, geschah dies mit dem Hinweis auf die Weisung des Papstes und das allgemeine Recht, denen nachzukommen ihn bisher nur die widrigen Zeitläufe gehindert hätten. Freilich hat er damit die ursprünglichen Absichten Gebhards mit dem Gurker Bischof teilweise aufgegeben. Die zentrale Rolle bei der Neuordnung seiner Diözese hatte Erzbischof Konrad den Reformkanonikern zugedacht. Ihr Ideal, in der vita communis und persönlicher Besitzlosigkeit die Kirche der Apostel wieder aufleben zu lassen, hatte eine Bewegung ausgelöst, die zwischen 1110 und 1150 das christliche Abendland erfasste. Sie erwies ihre Kraft in hunderten von Stiftsgründungen, wobei in den Regeln des hl. Augustinus die genauer bestimmte Form des urkirchlichen Lebens erblickt wurde. Zuerst eremitisch zurückgezogen, wandelten sich die Reformkanoniker unter der Führung eines geistlich erstarkten Papsttums zu Trägern einer erneuerten, verinnerlichten Seelsorge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kirchenprovinz Salzburg kam es zu einer eigenständigen Ausformung der Kanonikerbewegung, die hier, wie kaum anderswo, die ganze Diözesanorganisation geistlich und institutionell trug. Im Jahre 1122 gelang es Konrad I., dem Salzburger Domkapitel die Augustinusregel aufzuerlegen. Das nunmehr regulierte Kanonikerstift am Dom sollte sich in den nächsten Jahrzehnten als das eigentliche Reformzentrum für den ganzen Salzburger Kirchensprengel erweisen.&lt;br /&gt;
Nach diesem Muster vollzog sich 1123 auch die Errichtung eines regulierten Domkapitels in Gurk. Wie die weithin zuverlässige „Vita Chuonradi archiepiscopi Salisburgensis&amp;quot; berichtet, habe Bischof Hiltebold seinem Vorbild Konrad nachgeeifert und in Gurk die vita communis eingeführt. In der gefälschten Gründungsurkunde für das Kapitel, der allerdings authentische Aufzeichnungen zugrunde liegen, wird neben Hiltebold Erzbischof Konrad als ''auctor et adiutor huius institutionis'' genannt. Diese Nachrichten und auch die Tatsache, dass der erste Gurker Propst Pabo aus dem eben regulierten Salzburger Domstift kam, zeigen, wie sehr das Gurker Domstift aus der Bewegung der Reformkanoniker herausgewachsen ist und sich nach den Absichten seiner Stifter in den Salzburger Verband einfügen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Erkenntnis ergänzt die ältere Kärntner Geschichtsschreibung, nach der die Gründung des Kapitels nur als Schritt zur Verselbständigung des Gurker Bistums gesehen wurde.&lt;br /&gt;
Welches der in den Quellen erscheinenden Daten ist der genaue Gründungszeitpunkt des Domstifts von Gurk? Die eben herangezogenen erzählenden Quellen nennen 1123 als das Jahr der Gründung. Damit stimmt überein, dass in einer Schenkung Erzbischof Konrads I. an sein Domkapitel im Jahre 1123 als Zeuge Pabo prepositus Gurcensis auftaucht. Die Urkunde, in der die förmliche Errichtung und Dotation des Kapitels bezeugt werden, trägt das Datum 1124. Nun ist diese Urkunde eine Fälschung aus den letzten Jahren des 12. Jahrhunderts, der, wie schon oben bemerkt, authentische Aufzeichnungen zugrunde liegen. Je nachdem, wieviel Glaubwürdigkeit dieser Urkunde zugebilligt wird, fällt auch die Entscheidung für das eigentliche Gründungsdatum. Verzichtet man auf ein „offizielles&amp;quot; Errichtungsdatum, dann ist die Gründung des Gurker Domkapitels für das Jahr 1123 gut bezeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War es in Gurk eine völlige Neugründung oder auch hier „nur&amp;quot; die Einführung der Augustinusregel für die Kleriker rund um den Bischof? Die Quellen legen die Errichtung eines von Anfang an regulierten Chorherrenstifts nahe, obwohl die Bemerkung der ,,Vita Chuonradi&amp;quot;, dass Hiltebold hier, nämlich in Gurk, nur geringen Wider stand fand, auf schon vorhandene Domkleriker hindeutet. Der Vergleich bezieht sich auf die Reform des Salzburger Kapitels, in dem ein nicht geringer Widerstand gegen die Regulierung überwunden werden musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nicht eindeutig lässt sich die Frage beantworten, welche Regel und welche Gebräuche in Gurk beobachtet wurden. Die in das Jahr 1124 zurückdatierte Urkunde hält fest, dass Hiltebold das gemeinschaftliche Leben ''secundum regulam beati Augustini'' eingeführt habe. In dieser Zeit hatte jedoch die Erkenntnis, dass Augustinus zwei Regeln hinterlassen hat, bereits zu auseinanderstrebenden Entwicklungen unter den Reformkanonikern geführt. War ursprünglich nur eine Regel, das ''praeceptum'', als Grundlage für die Reform herangezogen worden, so hatte eine zweite Fassung der Augustinusregel, der ''ordo monasterii'', zu strengeren Reformgrundsätzen geführt. Als ''ordo novus'' im Kloster Springiersbach, Diözese Trier, entstanden, wurde er von dort 1129 nach Salzburg übertragen und hier zur Grundlage für die Reform der meisten Stifte. Für Gurk wurde die These vertreten, dass hier nach dem ''praeceptum'' gelebt wurde, doch konnten dafür nu Statuten aus dem 14. und 15. Jahrhundert als Beweis beigebracht werden. Bei der engen, auch personellen Verbindung des Gurker Domstifts mit Salzburg ist die Übernahme de dort beobachteten ''ordo novus'' nicht unwahrscheinlich. Erst eine genaue Untersuchung, wie die Reformstatuten des 15. Jahrhunderts auf die ursprünglich in Gurk beobachtete Regel zurückgreifen, wird ein begründetes Urteil über die anfänglich eingeführte Regel leichter machen. Die Reformbewegung, obwohl vor allem um die Priester bemüht, griff doch über diesen Stand hinaus. Grundsätzlich wollte sie allen Christen die Teilnahm am urkirchlichen Lebensideal eröffnen. So gliederten sich den Kanonikerstiften Chorfrauenvereinigungen und Laienmitglieder, die Konversen, an. Auch das Gurker Domstift kannte diese Dreigliedrigkeit. Ab 1140 werden in zahlreichen Urkundenfratres ''conversi'' genannt. Die große Bestätigungsurkunde Bischof Ulschalks (1217-1221) für das Kapitel von 1218 erwähnt ''sorores in claustro''. Leider sind für Gurk die Quellen zu dürftig, als dass sich ein genaues Bild gewinnen ließe, wie die drei Konvente einander zugeordnet waren. Auch das Aufhören der Konversenbewegung und das Absterben des Chorfrauenstifts lassen sich nicht genau datieren. 1394 wird das Frauenkloster zum letzten Mal erwähnt. Nach einer Bemerkung des Kapitelarchivars Syhn seien die verbliebenen Chorfrauen im 15. Jahrhundert nach dem bischöflichen Schloss Grades gebracht worden und dort ausgestorben. Gleichzeitig mit der Errichtung des regulierten Domstifts wird diesem auch ein eigenes Vermögen von den Stiftungsgütern des Bistums abgesondert. Der Umfang dieser Schenkung durch Bischof Hiltebold, nach dem Willen Konrads I. vorgenommen, ist im Einzelnen nicht festzustellen, weil aus der schon erwähnten Fälschung die dahinterliegende echte Aufzeichnung von 1123 /2 4 nicht scharf herauszulösen ist. Immerhin steht fest, dass sie zahlreiche Huben, Wald- und Alpennutzungen im Gurktal, sowie das Gut Gerasdorf (nächst Neunkirchen) in Niederösterreich umfasste.&lt;br /&gt;
Der Zuwachs an Vermögen erfolgte durch Schenkungen an das Kapitel von den verschiedensten Seiten und bestand in liegenden Gütern wie auch in Rechten. Bedeutungsvoll wurde die Schenkung des Montanregals für die Domkapitelbesitzungen durch Friedrich I. Barbarossa im Jahre 1170.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Entwicklung des Chorherrenstiftes bis zur Säkularisation ===&lt;br /&gt;
Die weitere Entwicklung verlief nicht immer zum Wohle des Ordenslebens, da sich die Gurker Chorherren allmählich mehr als weltliche Domherren denn als Mönche zu fühlen begannen. So warf der Gurker Bischof Raimund Peraudi (1491-1505) seinem Dompropste vor, dass er sich wie ein weltlicher Fürst gebärde und im Jahre 1564 machten die Chorherren den kaiserlichen Visitatoren gegenüber geltend, dass ihr Kloster ein Domstift, sie selbst aber Adelige (wie die übrig en Dom stifte Deutschlands so war auch Gurk damals den Söhnen des Adels vorbehalten) und nicht gemeine Ordensleute wären. Wenn sie auch das Ordenskleid und das sarocium trügen, so gälten sie doch als Säkularkleriker nach Art der Salzburger Domherren. Diese Berufung auf die Salzburger Kanoniker war freilich unberechtigt, da das bisher regulierte Salzburger Kapitel zu Beginn des 16. Jahrhunderts in ein Säkularkapitel umgeändert worden war. Daher hören wir schon frühzeitig, dass im Stift Gurk der Geist der Verweltlichung und ein Verfall der Ordenszucht einriss. In der Visitation des Gurker Bischofs Ulrich II. aus dem Jahre 1347 wird über arge Missstände im Stifte geklagt, die den Bischof dazu veranlassten, die Chorherren allen Ernstes an die Einhaltung ihrer Ordensregel zu erinnern und scharfe Bestimmungen zu erlassen, die vor allem gegen die Erwerbung von Privateigentum durch die einzelnen Mitglieder, gegen ihre Absenz vom Stifte und den Geist der Widersetzlichkeit ihren Oberen gegenüber gerichtet sind. Diese Reformdekrete scheinen aber nicht von nachhaltiger Wirkung gewesen zu sein, da 70 Jahre später der Gurker Bischof Ernst Auer (1410-1432) erneut gegen krasse Auswüchse im Domstift einschreiten musste und sich erst nach jahrelangen Bemühungen mit seinen Reformen Geltung verschaffen konnte. So lesen wir, dass der Notar des Propstes im Jahre 1421 die Chorherren dazu verleiten konnte, die bischöfliche Visitation anfänglich gar nicht zuzulassen und sogar den Landesfürsten zu ihrer Verhinderung anzurufen. Schließlich kam es aber doch zur Versöhnung: die Chorherren reichen dem Bischof die Hände und versprechen ihm, in allem Gehorsam zu leisten. Wenn aber der Bischof ihre Kirche und das Kapitel visitieren wolle, so hätte er ihnen das einen Monat früher zu intimieren. Im Jahre 1427 schritt derselbe Bischof im Verein mit dem Dompropst Johann von St. Andrä im Lavanttale, dem Dekan Stephan des Stiftes Klosterneuburg und dem dortigen Cellerar zur erneuten Visitation, zu der sich auch Vertreter des Landesfürsten einfanden. Der Visitationsbericht spricht vom völligen Verfall der Klosterzucht: Alle Chorherren besitzen Eigentum, huldigen dem Spiel und dem Trunk und das auch in öffentlichen Tabernen, beobachten die Fasten nicht, sind zum Teil sogar beweibt usw. Vier Kanoniker, unter ihnen auch der Stiftspfarrer von Gurk, verweigern die Reform, während sich die übrigen derselben unterwerfen. Schließlich gelang dem Bischof doch die Reform und durch seinen Schiedsspruch zwischen Propst und Kapitel vom Jahre 1431 wurden wieder erträgliche Zustände im Stift hergestellt. Aus dieser Zeit stammte ein heute nicht mehr vorhandenes prachtvoll geschriebenes Regelbuch samt den Reformstatuten des Bischofs Auer. Darin ist davon die Rede, dass die Kanoniker nach der Chrodegangregel in einem gemeinsamen Dormitorium schlafen, dass sie mindestens dreimal in der Woche zelebrieren und einmal in der Woche beichten müssen.Täglich ist Schuldkapitel und dreimal im Jahre Generalkapitel zu halten. Unter den Reformbestimmungen, die besonders das gemeinsame Chorgebet, das Verbot jeglichen Privateigentums und die Anrufung weltlicher Gewalt durch die Chorherren ihren Oberen gegenüber betreffen, ist vor allem der Passus interessant, dass ein oder zwei begabte Kanoniker zum Zwecke ihrer Ausbildung an das studium generale zu entsenden sind. Im Jahre 1452 will der apostolische Legat Nikolaus von Cusa im Stift eine Reform durchführen, doch wird der Auftrag dazu im Namen des apostolischen Stuhles an den Bischof von Seckau abgetreten, ohne dass wir über weitere Schritte in dieser Richtung aus den Quellen etwas erfahren würden. Ob damit vielleicht die Reservation auf die Propstei durch Papst Calixt III. im Jahre 1455 zusammenhängt, ist nicht auszumachen. Jedenfalls müssen sich die Dinge im Stift im Verlauf des 15. Jahrhunderts zum Besseren gewandt haben, da nach dem Bericht des Chronisten der Zustand des Stiftes in religiös-sittlicher Hinsicht am Vorabend der Reformation in Deutschland zufriedenstellend war und unter der Regierung des tatkräftigen Propstes Wilhelm Welz er von Eberstein (1487-1518) die Ordenszucht in Blüte stand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst in der Reformationszeit nahm die Verwilderung im Stift wieder überhand. Als die große Reformkommission, die Kaiser Ferdinand I. zur Visitation der Klöster und Stifte in Innerösterreich aufgestellt hatte, im Jahre 1565 auch nach Gurk kam, meldete sie in einem Geheimbericht an den Herrscher, dass schon eine ganz oberflächliche Erkundigung ''so vil ansehenlicher ergerliche defekt und mengel'' ergeben hätte, wie sie bei keinem anderen Gotteshause zu finden waren. Zu einer eigentlichen Visitation des Stiftes ist es damals überhaupt nicht gekommen, weil sich dasselbe dagegen wehrte und Bischof Urban von Gurk, der sich in seinem Prestige als Ordinarius des Kapitels es damals im Stifte arg ausgesehen haben, da sie vom ärgerlichen Leben und Treiben der ganz verweltlichten Chorherren, vom Einreißen lutherischer Ideen unter ihnen und vom Aufhören des Nachwuchses zu erzählen wissen. Die Kanoniker kennen nicht einmal die Ordensregel, sie vernachlässigen den Gottesdienst und das Chorgebet, bewirtschaften eigene Höfe und führen einen selbständigen Haushalt. Bischof Urban Sagstetter (1556-1573) und der Propst nahmen zwar die Reform nun selbst in Angriff, aber erst der eifrige Bischof Christof Andrä von Spaur (1573- 1603) brachte sie energisch und teilweise auch erfolgreich in Gang. Spaur war besonders auf den Nachwuchs im Stifte bedacht. Weil der heimische Adel, der ihn bisher hauptsächlich geliefert hatte, zum größten Teil zur neuen Lehre abgefallen war, konnte man aus dem Inlande nicht mehr genug Kandidaten für das Stift erhalten. Darum verfügte Spaur, dass im Notfalle auch Nichtadelige zugelassen werden sollten. Da man sich aber im Stift mit einer solchen Neuerung, die einen Bruch mit der Tradition bedeutete, nicht recht befreunden wollte, so wurden die Lücken durch adelige Novizen von auswärts, besonders aus dem benachbarten Südtirol, der Heimat von Spaur, aufgefüllt. Im Jahre 1578 visitierte der apostolische Nuntius für Deutschland, Bischof Felician Ninguarda, das Stift und legte ihm fünf Artikel vor unter Androhung des ''bracchium saeculare'' und einer noch strengeren Visitation. Im Verein mit dem tüchtigen Propste Karl von Grimming gelang es Bischof Spaur, die ärgsten Missstände im Stifte zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1591 wurden von Dr. P. Emmerich Forster und P. Dema SJ über Antrag von Spaur die neuen Constitutionen ''auch mit unser (des Propstes und der Chorherren) Zustimmung'' aufgeschrieben, und am 7. Jänner 1591 begannen die Kanoniker nach ihnen zu leben. Bei der Visitation des Stiftes durch den apostolischen Nuntius Graf Hieronymus von Porcia im Jahre 1596 verpflichteten sich die Chorherren auf die ihnen von ihm vorgelegten Reformdekrete, die auf die Wiederherstellung des gemeinsamen Lebens, auf Verzicht jeglichen Privateigentums, auf strenge Einhaltung der Clausur und auf die Übung des Chorgebetes abzielten. Die Matutin ist im Winter um vier Uhr morgens, im Sommer um drei Uhr, an den Festtagen aber schon um Mitternacht zu singen, und das Schuldkapitel jeden Freitag zu halten. Es sollen zumindest vier Novizen im Stifte sein und vier von den jüngeren Professen seien zum Studium an öffentliche Schulen zu schicken. Die bisherige Gewohnheit, dass jeder einzelne Kanoniker einen Teil der Kapitelpfründe vom Propste zur Nutzniessung erhielt, wird aufgehoben. Das Pfründeneinkommen der Chorherren soll durch einen eigenen Offizial verwaltet und zum gemeinsamen Unterhalt verwendet werden. Während Spaur in seinen Dekreten vom 15. März 1596 ausnahmsweise noch gestattet hatte, dass aus den jährlichen Überschüssen der Kapitelpfründe jedem Kanoniker ein Betrag von 40 fl. Ausgeschüttet wurde, ist in den Dekreten von Porcia davon nicht mehr die Rede. Der feierliche Verzicht auf jegliches Privateigentum wird am 4. Juli 1597 von Dekan, Senior und zwei Kapitularen unterzeichnet und die Reformdekrete im gleichen Jahre eigens noch durch Papst Clemens VIII. bestätigt. Die folgenden Bischöfe schritten auf der eingeschlagenen Bahn dieser Reformen im Sinne des Konzils von Trient weiter. So bestimmte Bischof Johann Jakob von Lamberg (1603-1630) anlässlich seiner Visitation vom Jahre 1621, dass hinfort kein Chorherr eine der inkorporierten Stiftspfarren versorgen dürfe, und, wenn das trotzdem notwendig sein sollte, der Pfarrer im Stifte zu wohnen hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war nur mehr die Betreuung der Stiftspfarre Gurk und der nahen Pfarre Zweinitz durch einen der Chorherren möglich. Doch hat man sich in der Folgezeit nicht an diese Bestimmung gehalten und bis zur Säkularisierung des regulierten Chorherrenstiftes im Jahre 1787 finden wir immer wieder Konventualen als Seelsorger auf den inkorporierten Stiftspfarren tätig. Bischof Sebastian von Lodron muss bei seiner Visitation vom Jahre 1631 feststellen, dass es immer noch nicht möglich sei, das Stift auf den vorgeschriebenen Stand von zwölf Mitgliedern zu bringen. Daher sollen vier oder sechs Novizen, womöglich von adeliger Abkunft, aufgenommen werden. Die Jagd soll den Chorherren verboten sein. Erst seit der Mitte des 17. Jahrhunderts trat in der Frage des Nachwuchses ein Wandel ein, seitdem aus dem neuen katholischen Adel des Landes wieder genug Kandidaten gefunden werden konnten. Doch auch in dieser Zeit war die Ordenszucht im Stifte noch weit entfernt vom Ideal der Reform. So klagt Bischof Johann VIII. von Goes, der spätere Kardinal (1673- 1696), über das Darniederliegen der Klosterdisziplin. Die Bestimmung betreffs der Armut, die einst Nuntius Porcia eingeschärft habe, werde dadurch durchbrochen, dass der Propst den Domherren ein Honorar zu ihrer freien Verfügung auszahle und ihnen die Erträgnisse von Messen und Opfern überlasse, damit sie sich davon selbst die nötig en Kleider anschafften usw. Matutin und Laudes würden nicht mehr gesungen, sondern nur rezitiert, während nach den Dekreten vom Jahre 1596 alle Horen gesungen werden müssten. Doch erklärt sich der Bischof damit einverstanden, dass das Chorgebet im Sommer um fünf Uhr und im Winter erst um halb sechs Uhr morgens beginne, ausgenommen die hohen Feste, an denen das Chorgebet schon um Mitternacht anzufangen hätte. Während des Essens sei Stillschweigen zu beobachten und eine Vorlesung aus frommen Büchern zu halten. Die Anzahl der Gänge soll auf sieben bis acht beschränkt und der Weingenuss vermindert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Visitation im Jahre 1740 wundert sich der Laibacher Fürstbischof Sigismund von Schrattenbach darüber, dass im Stift der Brauch der Exerzitien nicht bestehe und rät daher die Einführung dieser geistlichen Übungen an. Ebenso wird den Kanonikern vorgeschrieben, auf die Verwendung ihrer Adelsprädikate in jeder Form zu verzichten, wozu sie sich bei der folgenden Visitation im Jahre 1744 feierlich verpflichten.&lt;br /&gt;
Als im Zuge der josephinischen Neuregulierung der Bistümer der Bischof von Gurk seine Residenz nach Klagenfurt verlegte, hatte auch für das Augustiner-Chorherrenstift die Stunde geschlagen. Mit Dekret des Gurker Fürstbischofs und späteren Kardinals Graf Salm vom 24. August 1787 wurden die Chorherren ihrer Ordensgelübde entbunden und das regulierte Domstift in ein weltliches Domkapitel umgewandelt (säkularisiert), das noch im gleichen Jahre in die Landeshauptstadt übersiedelte. Damit hatte das regulierte Augustiner-Chorherrenstift von Gurk nach mehr als 650jährigem Bestande zu existieren aufgehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildungs- und karitative Tätigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Ruhmestitel in der Geschichte des Stiftes bildet seine einstige Domschule. Ihre Anfänge gehen in früheste Zeit zurück, da bereits innerhalb der Jahre 1189 bis 1191 ein scholasticus namens Heinrich urkundlich erwähnt wird. Diese Schule war im Mittelalter der geistige Mittelpunkt von Kärnten, an der nicht nur zukünftige Geistliche, sondern auch der einheimische Adel die Ausbildung erhielten. In den Reformdekreten des schon genannten Bischofs Ernst Auer vom Jahre 1427 erhalten wir näheren Aufschluss über ihre Organisation. Sie bestand nach dem Muster der mittelalterlichen Dom- und Klosterschulen aus zwei Abteilungen, und zwar einer Schule für die jungen Kanoniker und Novizen, die sich innerhalb des Stiftes befand, und einer anderen für weltliche Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leitung beider Schulen stand unter einem gemeinsamen Rektor (rector scholarum). Neben der weltlichen Schule für Adelsknaben wurde später noch eine Schule für gewöhnliche Knaben unterhalten. Vom hohen Ansehen der Domschule, die weitum bekannt war, zeugt kein Geringerer als König Ferdinand I., der dem Gurker Kapitel den Auftrag erteilt, die große Tradition der Schule auch weiterhin fortzuführen. Sie überdauerte sogar die Stürme der Reformationszeit und ist erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Verfall geraten. Noch bei der Visitation vom Jahre 1740 wird der Wunsch geäußert, dass die Schule für gewöhnliche Knaben wiederum ins Leben gerufen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht vergessen werden darf auch die große karitative Tätigkeit des Stiftes in allen Zeiten seines Bestandes, wie das aus den Quellen hinlänglich hervorgeht und wovon unter anderem das schon frühzeitig erwähnte und von Propst Grimming im Jahre 1596neu erbaute Spital von Gurk sowie die im Jahre 1209 genannte ''domus hospitum Zeugni'' ablegen. So verfügte z. B. Propst Friedrich am 7. November 1260, dass fortan im Stift alljährlich das Allerseelenfest gefeiert und an diesem Tage eine Armenspeisung vorgenommen werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konföderationen ===&lt;br /&gt;
Dominikanerorden (1292); Salzburg, Domkapitel (1297); St. Paul im Lavanttal (1315); Seckau, Domkapitel (1320); Prämonstratenser (Name unbek., 1320); St. Andrä im Lavanttal (1336); Griffen (1336); St. Lamprecht (1337); Friesach, Frauenkloster Maria Magdalena (1341); Berchtesgaden (1358); Neustift bei Brixen (1344); St. Michael a.d. Etsch (1374); Stainz (1366); St. Florian (1368); Admont (1378); Chiemsee, Domkapitel (1425); Waldhausen (1502); St. Peter in Salzburg (1517); Vorau (1517); Ossiach (1517); St. Felicitas in der Au (1519); Reichersberg (1519); Pöllau (1519); Beyharting (1520); Formbach (1520); Neustift (1585)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse ==&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftliche Verhältnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gurker Domkapitel wurde von seinem Gründer, dem Gurker Bischof Hiltepold, mit reichem Besitz im Glödnitztal, in Zauchwinkel und vermutlich auch nördlich von Gurk dotiert. Auch die Liegenschaften der inkorporierten Pfarren wie St. Martin am Krappfeld, Ottmanach, Glantschach und Tigring wurden dem Vermögen des Kapitels einverleibt. Das Urbar des Gurker Domkapitel s aus dem Jahr 1285 verzeichnet insgesamt 956 Besitzeinheiten (acht Höfe, 761 Huben, 151 Halb- oder Zuhuben, fünf Schwaigen, 24 Mühlen und sieben Tavernen). Eine große Zahl an Stiftungen im Laufe des Spätmittelalters brachte eine beachtliche Erweiterung des Gurker Grundbesitzes mit sich. Gurker Ministeriale, vor allem aber die Gurker Bischöfe und Domherren, hatten zahlreiche Güter dem Domkapitel überlassen. Nicht nur, dass Stiftungen für Jahrtage etwa auf nahezu allen Altären und Kapellen im Gurker Dom anzutreffen sind; oftmals wurden die Einkünfte aus einer Stiftung auch für besondere Zwecke gewidmet: Etwa für die Beleuchtung des Grabes der Stifterin Hemma, für das Hospital, für die Bücherei oder für die Beschaffung von Bekleidung für die Domherren.&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser soliden wirtschaftlichen Basis war es dem Kapitel möglich, die Steuern zur Finanzierung der Türkenkriege ohne gravierende Veräußerungen zu erlegen. Für die „Quart&amp;quot; in den Jahren 1529 / 30 wurden lediglich Außenbesitzungen in der Obersteiermark verkauft. In der Neuzeit blieb der Grundbesitz im wesentlichen unverändert, sieht man von der Erwerbung der Herrschaft Mannsberg am Krappfeld 1629 und der Vertauschung des Tigringer Amtes an die bistümliche Herrschaft Albeck vor 1558 ab. Insgesamt erweist sich der Grundbesitz des Kapitels als leicht zunehmend: Die theresianische Rektifikation um 1750 verzeichnet für das Domstift 1038 Besitzeinheiten (543 Huben, 385 Zulehen und 110 Keuschen). Überdies hatte das Domkapitel im späten Mittelalter Weingärten in der Untersteiermark in der Umgebung von Marburg an der Drau und in Luttenberg an sich bringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abgaben der Untertanen des Domkapitels an die Grundherrschaft bestanden in Getreide (Hafer, Roggen, Gerste, Weizen, Hopfen), daneben auch in Bohnen, Erbsen und Hirse sowie Käse, Brettern, Schindeln, Bauholz und Geld. Außerdem verfügte das Domstift über größere Zehentsprengel als der Bischof von Gurk, bedingt durch die dem Kapitel inkorporierten Pfarren, die weit über den kleinen Gurker Diözesansprengel hinau reichten. Mühlen und Tavernen, nicht zuletzt die Montanbetriebe des Kapitels (Silberbergbau in der Umgebung von Friesach, Eisenhämmer im Gurktal und am Krappfeld) waren weitere Quellen, aus denen das Domstift Erträgnisse zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gurker Domstift verfügte auch über zwei Märkte. Im Jahr 1202 hatte der steirische Ministeriale Offo von Teuffenbach den Markt Weitensfeld an das Gurker Kapitel geschenkt, das bald danach mit königlicher Erlaubnis an anderer Stelle einen neuen Markt errichtete. Diese neue Gründung, der heutige Markt Weitensfeld, wurde 1211 vom Kärntner Herzog bestätigt und mit einem Burgfried ausgestattet. Noch im 13. Jahrhundert erbrachte dieser Markt dem Gurker Kapitel bedeutende Einnahmen. Gurk selbst, seit 1072 Bischofssitz, wird in den Urkunden und Urbaren bis in das 14. Jahrhundert zwar nur villa genannt, hatte aber in Größe und Funktion schon lange vorher die Stellung eines Marktes erreicht. Die Gurker Bischöfe verlegten ihre Hofhaltung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf die nur wenig entfernte Straßburg; Bischof Heinrich II. vertauschte 1217 seine Besitzungen in und um Gurk mit dem Kapitel gegen einen Gutshof bei Aspang in Niederösterreich. Die Bedeutung des Ortes Gurk als Sitz des Domkapitels und als Verwaltungszentrum einer bedeutenden Grundherrschaft führte in der Folge einerseits nicht nur zu einem massiven Ansteigen der Gewerbe, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Aufstieg, wozu die Funktion des Ortes als Wallfahrtsstätte (Grab der hl. Hemma) ebenfalls wesentlich beitrug. Erst in der Neuzeit konnte Straßburg den Markt Gurk, der im frühen 14. Jahrhundert knapp 100 bewohnte Gebäude zählte, überholen. 1452 musste Bischof Johann Schallermann den Burgfried für den Markt Gurk anerkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtliche Verhältnisse ===&lt;br /&gt;
Das neubegründete Domkapitel war bestrebt, sich dieselbe Rechtsstellung zu erwerben, wie sie seit dem Wormser Konkordate die übrigen deutschen Domkapitel besaßen. Daher suchte es namentlich das Recht der freien Bischofswahl an sich zu bringen. Das führte zu einem fast ein Jahrhundert dauernden Kampf mit Salzburg, das schließlich als Sieger daraus hervorging. Das Gurker Kapitel trug einen höchst bescheidenen Erfolg davon. Nach dem Ausgleich vom 9. Oktober 1232 konnte der Erzbischof fortan dem Gurker Kapitel drei beliebige Kandidaten, ohne dass einer von ihnen seinem Schoße anzugehören brauchte, vorschlagen, von denen es einen zum Bischof erwählen durfte. Diese Rechtslage blieb bis zum Jahre 1535 in Geltung, wenn auch in der Folgezeit häufig Päpste, Kaiser und vor allem die habsburgischen Landesfürsten, seitdem sie im Jahre 1335 in den Besitz von Kärnten gelangt waren, ihr en Einfluss auf die Besetzung des Gurker Stuhles geltend machten und die verbrieften Rechte des Domkapitels einfach ignorierten. Im Jahre 1535 verlor es dann überhaupt sein bisheriges Wahlrecht. Die ursprüngliche enge Verquickung zwischen Bischof und Kapitel begann sich in der Folge zu lockern. Den ersten Schritt zu dieser Entwicklung bildete der Bau des festen Schlosses Straßburg im Gurktal durch Bischof Roman I. im Jahre 1147, wo die Bischöfe fortan ihre neue Residenz aufschlugen. Dadurch, dass der Propst das Amt eines Archidiakons bekleidete und sich in Gurk der Sitz des bischöflichen Konsistoriums befand, dem der Propst präsidierte, entwickelte sich eine Art Dyarchie von Bischof und Domkapitel, was zu mehrfachen späteren Streitigkeiten bezüglich der Temporalien und der Spiritualien führte. Diese wurden erst unter Bischof Johann V. Schallermann (1436-1463) durch einen von Papst Nikolaus V. bestätigten Vertrag beendigt. So behielt sich der Bischof zwar im Bereich des Domkapitels, dem die Burgfriede von Gurk und von Weitensfeld unterstanden, die oberste Gerichtsbarkeit (Blutbann) vor, überließ aber dem Domkapitel in diesen zwei domstiftlichen Märkten die niedere Gerichtsbarkeit. In geistlicher Hinsicht wurde im Vertrag vom Bischof dem Propst das Archidiakonat erneut bestätigt und dem Kapitel das Recht auf die Besetzung seiner alten Pfarren im Bereich der Diözese anerkannt. Unter dem tatkräftigen Propste Wilhelm Welzer erhielten die Gurker Pröpste wegen der häufigen Abwesenheit ihrer Bischöfe von der Diözese von Papst Alexander VI. im Jahre 1496 das Recht der Pontifikalien zugestanden und im darauffolgenden Jahre den Titel eines Lateranensischen Abtes, den sie bis 1787 beibehielten. Weitere Selbständigkeitsbestrebungen des Propstes Welzer verwickelt en ihn in einen in Rom geführten Prozess mit dem damaligen Gurker Bischof Kardinal Peraudi, über dessen Ausgang wir nicht unterrichtet sind, doch konnten die Gurker Pröpste die bisherigen, vom Papste erlangten Privilegien behaupten. Der auf Peraudi folgende Bischof Matthäus Lang suchte die Propstei an sich zu reißen, auf die ihm einst Alexander VI. die Reservation erteilt hatte, doch hat sich das Domstift dagegen erfolgreich zur Wehr gesetzt. Auf Papst Nikolaus III. geht das Privileg zurück, dass im Stift zur Zeit eines allgemeinen Interdiktes, das über das Land verhängt würde, bei geschlossenen Türen der Gottesdienst gefeiert werden dürfe. Im Jahre 1460 hatte der Dompropst von Papst Pius II. das Recht erhalten, seine Kanoniker, Professen und Novizen von der Exkommunikaton loszusprechen, ausgenommen im Falle eines Mordes. Unter Bischof Lamberg wurde dem Domstift nach 1620 zeitweilig das Konsistorium entzogen, das es nach dem Tode des Bischofs aber wieder zurückerhielt. Als das Konsistorium am Ende des 17. Jahrhunderts endgültig nach Straßburg verlegt wurde, musste aber ein Gurker Domherr als Mitglied in dasselbe berufen werden. Schon Fürstbischof Joseph Maria von Thun hatte im Jahre 1755 den Versuch gemacht, das regulierte Domstift in ein weltliches Domkapitel umzuwandeln, was ihm aber nicht gelungen war. Im Jahre 1779 erhielten die Gurker Domherren von Kaiserin Maria Theresia das Recht verliehen, goldene Kapitelkreuze zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Verhältnisse ===&lt;br /&gt;
Die Reformkanonikerbewegung überwand soziale Schranken und konnte in den Jahrzehnten ihrer stärksten geistlichen Kraft Mitglieder verschiedener sozialer Schichten in sich vereinen. So war das Salzburger Domkapitel in den Anfängen „gemeinständisch&amp;quot; ebenso wie die Kapitel der Suffraganbistümer, unter ihnen auch das Gurker Stift. Erst als sich Mitglieder des Adels und vor allem die Ministerialen der einzelnen Bistümer in die Kapitel einreihten, veränderte sich das soziale Gefüge. Einzelne Kapitel entwickelten sich zu „gemischt adeligen&amp;quot; Einrichtungen, die zu manchen Zeiten nach adeliger Ausschließlichkeit strebten. In der Salzburger Kirchenprovinz nahm diese Entwicklung, neben dem Salzburger Domkapitel, nur das Gurker Domstift.&lt;br /&gt;
Die Bedingung der adeligen Herkunft wurde allerdings nie in Statuten festgelegt, entwickelte sich aber zu einer Gewohnheit, an der zäh festgehalten wurde. Seltene Ausnahmen wurden dem Kapitel vom Landesfürsten oder dem eigenen Bischof aufgedrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst der bedrohliche Rückgang an Kanonikern während der Reformationszeit bewirkte keine Öffnung. 1611 befiehlt Erzherzog Ferdinand dem Kapitel, die alte Gewohnheit beizubehalten und nur Adelige aufzunehmen. Dabei blieb es bis zur Säkularisation. Die adelige Zusammensetzung brachte dem Gurker Domstift ein politisches Gewicht, das sich zu einem Mitspracherecht bei Verfügungen des Bischofs ausbildete, weit über die allgemeinrechtlichen Bestimmungen hinaus. Auch der Einfluss des Gurker Dompropstes als Kärntner Land stand in den Zeiten der ständischen Mitregierung des Landes im 16. Jahrhundert gründet vor allem im adeligen Charakter des Gurker Kapitels.&lt;br /&gt;
Die Zahl der Kanoniker war bis zur Säkularisation nicht festgelegt. Viele Faktoren, die allgemeine kirchliche Situation, die besondere des Gurker Domstifts, die wirtschaftliche Entwicklung im Lande, ließen die Zahl der Kanoniker schwanken. Die von der Tradition an den Gründungsanfang projektierte Zahl von 20 Kanonikern wurde wohl des Öfteren erreicht, im 15. und beginnenden 16. Jahrhundert fiel sie jedoch auf sechs ab. Sie stieg in der Zeit der katholischen Reform nur langsam auf zwölf, welche Zahl etwa die durchschnittliche Besetzung des Gurker Domstifts bis zur Säkularisation blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pfarrseelsorge und Archidiakonat ==&lt;br /&gt;
Es wurde schon hervorgehoben, dass wie kaum anderswo Erzbischof Konrad I. in Salzburg die Reformkanoniker gezielt und vorrangig zur Seelsorgeverbesserung und Pfarrreform einsetzte. Nun liegt der Schluss nahe, dass den Reformstiften zahlreiche Pfarren anvertraut worden wären. Dem steht die Beobachtung entgegen, dass es unter Konrad I. nur wenige Pfarren waren, die von Regularkanonikern übernommen wurden. Die Aufgabe der Reform stifte sah man mehr darin, Muster und Stützpunkt für die Seelsorgereform zu werden als flächendeckend die Seelsorge zu übernehmen. Einer weitverstreuten Zahl von Pfarren stand ja schon der Wille zur ''vita communis'' entgegen, die zu den unaufgebbaren Grundsätzen der Regularkanoniker gehörte. Den Zweck, die Reform einzuleiten, erreichte ein Stift auch schon durch die entsprechende Auswahl eines Pfarrers für die ihm anvertraute Pfarre. Zudem musste es nicht immer die Übergabe einer Pfarrkirche an das Kapitel sein, um die Seelsorgereform zu gewährleisten; oft waren es ''ecclesiae'' und ''capellae'' innerhalb eines Pfarrbereichs, die den Regularkanonikern übertragen und damit zu ausstrahlenden Zentren der Reform wurden. Im Zusammenhang ist auch festzuhalten, dass die Übertragung der Seelsorge an einer Pfarrei in dieser Zeit noch nicht (immer) beurkundet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War es in Salzburg sofort nach der Regulierung des Domstiftes zur Übertragung der Pfarrechte in der Stadt an die Domkanoniker gekommen, so überantwortete dem Gurker Domkapitel erst Roman I. vor oder spätestens 1164 die Pfarre Gurk; aus diesem Jahr stammt die große Bestätigungsurkunde für das Domkapitel, die allerdings teilweise verunechtet ist. ''Administratio parochie et usus administrationis'' sollten beim Kanonikerstift sein. Die genaue kirchenrechtliche Bedeutung dieser Formulierung und die dahinterliegenden Verhältnisse wären erst noch zu klären. Mit derselben Urkunde wurde auch die Pfarre Altenmarkt dem Gurker Domkapitel anvertraut. Gerade die Formulierung für Altenmarkt zeigt deutlich, dass die Übertragung der Pfarre an das Kapitel auf die Hebung der Seelsorge abzielte. Schon vor 1164 war es zur Übertragung von Kirchen durch den Gurker Bischof wie auch die Salzburger Erzbischöfe oder zur Überlassung von adeligen Eigenkirchen an das Kapitel gekommen. Sie gruppierten sich territorial vorzüglich um das Stift, lagen aber auch über Kärnten verstreut. Nicht lange konnte das Kapitel die Pfarre St. Lorenzen am Steinfelde in Niederösterreich behaupten. Bei der einzelnen Kirche lässt sich kaum sagen, welches Motiv zu ihrer Übertragung an das Gurker Domstift geführt hat. Dazu kommt, dass die frühesten urkundlichen Erwähnungen bereits fälschende Erweiterungen ursprünglicher Vergabungen sind, in denen eine Kirchenübertragung schon in andere pastorale und rechtliche Zusammenhänge gebracht wird. Denn nach dem Tod Romans I. (1167) zeigten sich auch in Gurk sehr schnell die Zerfallserscheinungen des Salzburger Reformkanonikerverbandes. Bei den jetzt anfallenden Pfarrerwerbungen stehen bereits die materiellen Interessen und Bedürfnisse zumindest gleichrangig neben den pastoralen Belangen. Die Rechtsform der Pfarrübernahme wird die Inkorporation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Bemühungen der Gurker Kirche von 1170 bis 1230, sich von Salzburg unabhängigzu machen, entstehen mehrere Urkundenfälschungen, die einen umfänglichen Besitz an inkorporierten Pfarren für das Domkapitel behaupten. Auch wird die Verfügungsgewalt über die inkorporierten Pfarren extensiv umschrieben: In mehreren Urkunden, in denen Pfarrübertragungen verbrieft oder bestätigt werden, erscheint die Verfügung, das ''ius ordinationis et administrationis'' einer Pfarrei werde dem Domkapitel überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stimmt die Interpretation, dass damit das alleinige Verfügungsrecht des Domkapitels ''quoad spiritualia et temporalia'' ausgesagt wird, dann hat das Gurker Domkapitel jede bischöfliche Verfügungsgewalt über seine Pfarren zumindest zeitweise ausschalten können; eine Entwicklung, die ein Gurker Proprium gewesen wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Einfluss der gesamtkirchlichen Entwicklung, die auf eine Stärkung der bischöflichen Gewaltgegenüber autonomen Rechtsträgern hinauslief, vereinheitlichten sich die durchaus verschiedenen Beziehrungen einzelner Pfarren und Kirchen zum Gurker Domkapitel in der Form des Patronates: Außer der Dom- und Stiftskirche Gurk, die eigentümlicher Besitz des Domkapitels war und ist, erwarb das Domkapitel bis zum Jahre 1500 über die folgenden Pfarren bzw. Kirchen das Patronat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Jakob ob Gurk (vor 1169 über die ''ecclesia'', 1786 über die Pfarre), Zweinitz (altes Patronat; ausdrücklich 1452), Altenmarkt (vor 1164), Glödnitz (vor 1164 und ab 1452), Deutschgriffen (vor 1164), Zammelsberg (1455), Tigring (1273), Steuerberg (1455?), St. Martin am Krappfeld (um 1158), Ottmanach (1134), Grafenstein (vor 1158), Hörzendorf(1136), Glantschach (1164), Sörg (1203, mit dem Stift Gößstrittig, endgültig 1776). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Jahre 1500 erwarb das Domkapitel nachstehende Patronate:&lt;br /&gt;
Pisweg (15/1 im Tausch gegen Sirnitz mit dem Gurker Bischof), Weitensfeld (formell erst 1752), Steinbichl (1683 alternierend mit dem Bischof von Gurk).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig mit der Gründung und Festigung des Gurker Domstifts entwickelt sich in der Salzburger Kirchenprovinz der Archidiakonat. Diese alte Einrichtung der Kirche erreicht jetzt ihre letzte Ausformung als ein Amt, das an eine bestimmte kirchliche Würde gebunden erscheint. Der Archidiakon wird zu einem Prälaten, der unter Umständen dem Bischof konkurrierend gegenübertreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Archidiakonate im Salzburger Kirchensprengel ist bisher nur ungenügend erforscht. Jedenfalls gab es die Aufgabe und das Amt der Archidiakone unter Konrad I., der sie zu verschiedensten Aufgaben delegierte. Das Amt wird aber, wie die Quellen zeigen, nach Maßgabe des Erzbischofs und unter seiner Autorität ausgeübt. Entsprechend dem Konzept Konrads I., die Regularkanoniker bevorzugt heranzuziehen, erschein en unter ihm häufig Regularpröpste mit archidiakonalen Aufgaben betraut. Dabei kommt es noch nicht zu einer bleibenden Verbindung von Stiftspropstei und Archidiakonatsamt. Sowie aber der Salzburger Reformkanonikerverband zerfällt, nehmen einzelne Regularpröpste den Archidiakonat bleibend für sich in Anspruch und lassen sich ihn durch Privilegien immer neu bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Untersuchung über die Entstehung des Archidiakonats in der Diözese Gurk fehlt noch und es ist nach einer ersten Überprüfung der Quellen fraglich, ob eine genaue Darstellung überhaupt möglich ist. Wohl im Zuge der allgemeinen Entwicklung im Salzburger Kirchensprengel kommt es auch in der kleinen Gurker Diözese zur Ausbildung des Archidiakonats. Die erste ausdrückliche Erwähnung des Archidiakonats in Gurk geschieht in einer Urkunde, in der dem Dompropst auch schon für immer diese Würde zugesprochen wurde. Es ist da s umfassende Konfirmationsprivileg Romans I. aus 1164.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da aber diese Urkunde in der vorliegenden Form eine Fälschung aus 1196 / 1200 ist, muss auch an der Bestimmung über den Archidiakonat gezweifelt werden. Unbestreitbar tritt die bleibende Einheit von Propst- und Archidiakonatswürde in der Bestätigungsurkunde Bischof Ulschalks für das Kapitel aus 1218 auf. Im selben Jahr nennt sich der Gurker Propst Otto auch zum ersten Mal Archidiakon.&lt;br /&gt;
Das Gurker Kapitel hatte ein großes Interesse an dieser Verbindung und ließ sich den Archidiakonat wiederholt bestätigen; so 1223, 1266 und öfters. Wie er sich zu einer den Bischof konkurrierenden Würde heraus entwickelte, ist noch zu klären. Greifbar wird die eigenständige Position im 15. Jahrhundert, als sich der Gurker Dompropst durch die neu sich entwickelnden bischöflichen Ämter des Generalvikars und Offizials in seinen Rechten als Archidiakon eingeschränkt sah. Ein sich mehr und mehr weitender Streit begann 1413 und wird während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit Heftigkeit geführt. Ein landesfürstlicher Schiedsspruch von 1426 kann den Streit nur kurz beruhigen.&lt;br /&gt;
Er endet mit dem Kompromiss von 1452, der die Gewalt des Archidiakons zwar dem Dompropst belässt, sie jedoch als ''potestas delegata'' definiert. Damit kündigt sich das Ende des Archidiakonatsinstituts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den veränderten Bedingungen der Gurker Diözese in der Neuzeit nimmt die Bedeutung des Archidiakons weiter ab. Er hält sich mit eingeschränkten Funktionen und schließlich nur mehr als Ehrentitel. Noch 1778 wird der Dompropst ''archidiaconus Gurcensis'' genannt. Den letzten verbliebenen Rest an Jurisdiktion und auch den Titel scheint er bei der Diözesanregulierung verloren zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliothek ==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem erst 1978 nach Klagenfurt über stellten Gurker Archiv wurde die Bibliothek bereits 1902 auf zwölf Wagen in das Gurkerhaus, den Sitz der Gurker Domherren in Klagenfurt, gebracht und aufgestellt. Die Domkapitelbibliothek zählt 2.411 Titel in 3.323 Bänden, da runter 202 Inkunabeln und 254 Frühdrucke bis zum Jahr 1550. Als Ordnungssystem dient eine Sachgruppeneinteilung mit 26 Gruppen. Erschlossen ist die Bibliothek durch zwei Kataloge, einen Sachgruppenkatalog und einen alphabetischen Katalog in je zwei Bänden, angelegt unter Propst Rechpach vom Minoritenpater Innozenz Wibmer im Jahr 1766. Die Mehrzahl der Werke entstammt den Bereichen Theologie (Bibel, Kirchenväter, Dogmatik, Scholastik, Polemik, Mystik und Aszetik), Kirchen- und Profanrecht sowie Kirchen- und Profangeschichte; darüber hinaus sind auch Predigtwerke, philosophische Schrift en sowie die Disziplinen Physik, Ethik, Rhetorik und Poetik sowie Grammatik vertreten. Die 97 Titel der ''Libri prohibiti'' sind größtenteils Bücher protestantischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bau- und Kunstgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die ehemalige Dom- und heutige Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Gurk ist nicht nur eines der bedeutendsten kirchlichen Bauwerke Österreichs, sondern ein Kulturdenkmal europäischen Ranges. Der Gurker Bischof Roman I. dürfte noch in den dreißiger Jahren des 12. Jahrhunderts die Entscheidung für einen Neubau der Kirche in Gurk - anstelle des von Hemma 1043 errichteten Gotteshauses bei dem von ihr gegründeten Frauenkloster - getroffen haben. Die monumentalen Dimensionen dieser Bischofskirche - lang gestreckte Pfeilerbasilika mit doppeltürmiger Westfassade, Empore, Krypta und drei Apsiden - zeugen vom Selbstbewusstsein der Gurker Kirche. Bauleute, die aus Oberitalien stammten oder dort ausgebildet worden waren, führten zunächst den Bau so weit fort, dass im Jahr 1174 die Gebeine der Klostergründerin Hemma in die neue Krypta übertragen werden konnten. Nach einer Unterbrechung des Baues in den folgenden Jahren scheint die Arbeit an Langhaus und Chor erst im letzten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts abgeschlossen worden zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weihe des Hochaltares erfolgte im Jahr 1200. Bis 1220 wurde auch der doppeltürmige Westteil mit der Bischofskapelle fertiggestellt. Damit war der Dom weitgehend in seiner heutigen Form aufgeführt. Ein Brand um die Mitte de s 13. Jahrhunderts beschädigte den Westteil. In der Folge erhielt die Westempore um 1260/70 ein ikonographisch anspruchsvolles Freskenprogramm. 1287 wurde nach weiteren Brandschäden der Dom neu geweiht.&lt;br /&gt;
In den vierziger Jahren des 14. Jahrhundert s ließ Propst Heinrich Rötel die offene Vorhalle des Domes schließen und die dort befindliche Dreifaltigkeitskapelle erneuern. Unter dem ersten großen Gurker Bauherrn der Spätgotik, Propst Johann Hinderkircher, setzte die Erneuerungstätigkeit am Dom (Einwölbung des Querhauses, Ausbau der Sakristei und Stiftung des „Gurker Fastentuches&amp;quot;) ein. Sein Nachfolger, Propst Lorenz von Freiberg, nahm 1469 die Errichtung des Propsteihofes in Angriff, mit dem nördlich des viereckigen, an den Dom anschließenden einstöckigen romanischen Kapitelgebäudes eine dem Propst entsprechende Repräsentationswohnung geschaffen wurde. 1490 konnte dieses Bauwerk unter Propst Wilhelm Welzer vollendet werden, der auch für die Neubedachung von Dom und Kapiteltrakt sowie die Anfertigung neuer Kirchenstühle Sorge trug. Ein Brand, der am 3. Mai 1525 die Gurker Baulichkeiten heimsuchte - es war bereits der dritte nach den Feuerkatastrophen von 1260 und 1284 - verwüstete den Dom mit -samt dem Kapitelgebäude. Die Wiederherstellung von Kirche und Stift ist Propst Christoph Galler zu danken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Renaissanceepoche an der Gurker Kirche durchgeführte Arbeiten unter den Pröpsten Spiritus und Grimming - Erneuerung der Türme um 1560, Schaffung eines Verbindungsganges zwischen Kapitel und Propsthof 1584, Beginn der Ausmalung der Ostwand des Domes einschließlich der Apsiden durch den Klagenfurter Maler Anton Blumental im Jahre 1598 - haben dem Dom auch Merkmale dieser Stilrichtung aufgedrückt; unter anderem stammen nicht wenige kunstvoll angefertigte Grabsteine im Dom aus dieser Zeit. Der unter Propst Viztum begonnenen Barockisierung fielen zwar die Altäre und zahlreiche mittelalterliche Fresken des Domes zum Opfer, andererseits geht auf diesen Bauherrn die Errichtung des Gurker Hochaltars durch den sächsischen Bildhauer Michael Hönel wie auch der Neubau des Stiftsgebäudes ab 1637 durch den Leobener Baumeister Peter Franz Carlone zurück. Der recht einfach gehaltene Kapiteltrakt, erbaut aus dem Material des abgetragenen romanischen Kapitelhauses, erhielt damals weitgehend seine heutige Gestalt als Verbindung zwischen Propsthof und Dom. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Propst Gösel begann der Umbau der Domtürme, die um 1680 mit ''zween walischen Cuplen'' versehen wurden. Vielfältig sind die Verdienste des Propstes Koehler in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für den Dom: Unter ihm wurden von Georg Raphael Donner die Domkanzel und der berühmte Kreuzaltar geschaffen; die Einrichtung von Kirche und Krypta wurde erneuert (Umgestaltung des Hemmagrabes, neue Kirchenbänke, Doppelbeichtstühle) und auch die Tafelbilder mit der Hemmalegende durch den Kärntner Maler Fromiller angefertigt. Kochlers Nachfolger, Propst Rechpach, der sich mehr dem Kapitel als dem Dom zuwandte, betrieb die innere Einrichtung und Ausgestaltung des Stiftsgebäudes und ließ um 1765 - dem Geschmack der Zeit entsprechend - den Dom ausweißen. Mit der Übersiedlung des Domkapitels nach Klagenfurt brach für Gurk eine stille Zeit an. 1808 beschädigte ein Brand den Dom und vernichtete die Prunkräume des Stiftes, das in der Zwischenzeit als Militärspital gedient hatte. Im Stiftsgebäude selbst wurden Wohnungen und Kanzleien eingerichtet. Benediktinerinnen von Nonnberg in Salzburg, die Kirche und Stift 1890 übernommen hatten, erwarben 1898 die Baulichkeiten in Gurk einschließlich des Domes. Im Jahre 1922 ging der Gurker Dom wieder in das Eigentum des Gurker Domkapitels über, während die Stiftsgebäude selbst vom Orden der Redemptoristen angekauft wurden. Seit 1934 befinden sich die domstiftlichen Gebäude im Eigentum des Salvatorianerordens, der hier eine Niederlassung errichtete. Ohne hier auf eine nähere kunsthistorische Erörterung der Ausstattung des Gurker Domes eingehen zu können - Informationen darüber bieten zahlreiche Monographien - sei nochmals auf die Kontinuität der Hemmaverehrung seit der Requisitio (Recognitio) ihres Grabes durch Propst Friedrich am 21. November des Jahres 1287 hingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verehrung dokumentieren die einzigartige hundert säulige Krypta mit dem Grab der hl. Hemma, einem auf drei Köpfen ruhenden Steinsarkophag und dem barocken Altaraufbau von Corradini, die sechs Holzreliefs aus der Zeit um 1508 mit der Darstellung von Szenen aus dem Leben der Heiligen, schließlich auch Ring und Anhänger der Heiligen selbst, die in einem von der Pfarre Maria Hilf in Wien gestifteten Reliquiar am Beginn des nördlichen Seitenschiffes ausgestellt werden. Das Stift war aber auch immer ein Zentrum der Marienverehrung. So wurde von den Kanonikern seit altersher (''ab antiquo'') wöchentlich in ihrer der seligsten Jungfrau geweihten Kirche ein Marienamt gefeiert. Als Erzbischof Eberhard von Salzburg sich im Jahre 1220 beim Papste über die Verschiedenheit und Ungleichheit des Gottesdienstes der Regularchorherren seiner Diözese beklagt hatte, nahmen Salzburger Kommissäre eine Visitation in Gurk vor und stellten das gewohnte wöchentliche Marienamt ab. Die Gurker appellierten aber nach Rom, worauf ihnen Papst Honorius III. die Beibehaltung dieses Gebrauches erlaubte. Zu Ehren des Ordensvaters Augustinus wurde noch vor der Vollendung des Domes in der Krypta zwischen den Jahren 1180 und 1190 ein Altar errichtet, der sich seit 1647 in der Oberkirche befindet und in den Jahren 1796/ 97 an die Stelle des heutigen Augustinusaltares übertragen wurde. Zur Verehrung des Heiligen, dessen Fest bis in unsere Zeit in Gurk feierlich begangen wird, gründete Propst Koehler nach 1720 die marianische Augustinusbruderschaft, für die Paul Troger das herrliche Tafelbild des Kirchenvaters malte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archiv ==&lt;br /&gt;
Wenngleich das Archiv des Gurker Domkapitels erstmals im Jahre 1468 urkundlich bezeugt ist, ist die Existenz des Gurker Archivs auch für die vorangehenden Jahrhunderte anzunehmen. Unter Propst Karl von Grimming (1570-1611) wurde da s Archiv neu geordnet; spätestens ab dem Jahre 1574 war es im „Gewölb&amp;quot; im 1. Stock des Propsthofes untergebracht. 1749 wurde das Archivgewölbe mit der heute noch erhaltenen Archiveinrichtung versehen. Nach der Übersiedlung des Domkapitels von Gurk nach Klagenfurt blieb das Gurker Archiv zunächst an Ort und Stelle. Erst im Mai 1978 wurde dieses Archiv samt der Archiveinrichtung in das Haus des Domkapitels nach Klagenfurt (Gurkerhaus) überstellt und mit dem neuen, seit 1787 in Klagenfurt existierenden Archiv des Domkapitels vereinigt. Seit Dezember 2004 ist das Kapitelarchiv dem Archiv der Diözese Gurk in Klagenfurt angegliedert und in dessen Räumlichkeiten zu benutzen.&lt;br /&gt;
Auskunft über die Bestände des Kapitelarchivs in Gurk geben die Archivkataloge von Heinrich Kurtz (vollendet 1523), des Domherren und Archivars Amadeus von Platz über das Spiritualarchiv (1747), des Gurker Notar s Sebastian Friedrich Syhn über das Temporalarchiv (um 1770), endlich das Archivregister des Franz Wahrheit (1759-1762). Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Archiv des Gurker Domkapitels immer wieder von Historikern aufgesucht: Von Wolfgang Lazius im Frühjahr 1549 über Markus Hansiz, Wilhelm Wattenbach und Josef von Zahn bis zu August von Jaksch reicht der Bogen der Gurker Archivbenutzer. Unter dem Letztgenannten kam der Großteil der Urkunden des Domkapitels bis zum Jahr 1300 in das Kärntner Landesarchiv und wurde in den ,,Gurker Geschichtsquellen&amp;quot; im Rahmen der „Monumenta historica ducatus Carinthiae&amp;quot; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
Die Bestände des Archivs des Gurker Domkapitels sind in vier Hauptgruppen gegliedert: Das Temporalarchiv als Wirtschaftsarchiv mit etwa 120 Laden, das Spiritualarchiv als geistliches Archiv mit 24 Laden, das Pfarrarchiv und das Konsistorialarchiv. Während Temporal- und Spiritualarchiv durch die bereits genannten Verzeichnisse erfasst wurden, sind das Pfarrarchiv mit dem Material über die inkorporierten Seelsorgestellen und die Patronatspfarren sowie das Konsistorialarchiv, das Material besonders aus der Zeit der Gegenreformation bietet, nicht erschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ansichten und Pläne ==&lt;br /&gt;
Symbolhafte Ansichten des Domes bieten da s Kapitelsiegel, das von 1317 bis 1635 in Verwendung stand, und spätere Siegel des Gurker Domkapitels bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Aus der Zeit nach 1340 stammt die Ansicht des Domes im Reimoffizium, das heute im Kärntner Landesarchiv verwahrt wird (KLA, GV HS 1/ 29). Ein Fresko aus der Zeit des Propstes Hinderkircher im nördlichen Querhaus des Domes bietet die Ansicht der Domfassade um die Mitte des 15. Jahrhunderts; eine Teilansicht der Fassade bietet das vierte Hemmarelief (vor 1508), das den Einzug der Chorherren in den Dom zeigt. Von Anton Blumenthal stammt eine Gesamtansicht von Gurk im rechtsseitigen Fresko der Hauptapsis, das Dom und Stiftsanlage aus der Türkenzeit darstellt (1598). Auf dem nach 1626 von Michael Hönel errichteten Hochaltar sind Wilhelm und Hemma jeweils mit einem Modell des Domes dargestellt. Dieser Altar ist wieder im Gurker Verbrüderungsbuch aus der Zeit um 1685 dargestellt, da s neben einem Stifterbild (Wilhelm und Hemma halten den Gurker Dom) auch eine Ansicht des Marktes Gurk enthält. Das aus dem Jahr 1637 stammende Bildnis „Der Tod der seligen Hemma&amp;quot; bringt in einer Szene eine Landschaft mit dem Gurker Dom; ein Holzrelief um 1650 in der Pfarrkirche Lieding zeigt Hemma und Wilhelm als Stifter mit dem Modell des Gurker Domes. Merian veröffentlichte 1649, Valvasor 1681 Ansichten des Domstiftes und des Marktes Gurk. Eine Bleistiftzeichnung des Landschaftsmalers und Topographen Ferdinand Runk aus dem Jahr 1795 in der Bibliothek der Akademie der bildenden Künste in Wien zeigt Gurk von Südosten, während Joseph Wagner in seinem „Album für Kärnten&amp;quot; (Klagenfurt 1847) einen Stahlstich Gurks von Südwesten bringt. Ein Ölbild in der bischöflichen Residenz in Klagenfurt aus dem 19. Jahrhundert zeigt neben der Ansicht des Ortes und des Domstiftes Gurk auch die alte Pfarrkirche St. Maria Magdalena, die am Ende des 18. Jahrhunderts profaniert und Ende des 19. Jahrhunderts abgetragen wurde. Historische Pläne des Domes und des Stiftes sind nicht bekannt. Pläne und Risse von Dom und Stift verwahren das Bundesdenkmalamt Wien und das Landeskonservatorat in Klagenfurt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sphragistik und Heraldik ==&lt;br /&gt;
=== Siegel ===&lt;br /&gt;
Das erste Siegel des Kapitel s ist schon 1182 nachweisbar. Im runden Siegelfeld sitzt Maria mit dem unbekleideten Jesuskind an ihrer rechten Seite auf einer einfachen Bank. Auf dem Haupt trägt Maria eine dreizackige Krone, unter der ihre Locken über beide Schultern fallen. Sie ist mit einem knöchellangen Gewand bekleidet und die beiden Füße ruhen auf einem sich nach links windenden Drachen mit einem zweimal geringelten Pfeilschwanz und drohend nach oben aufgerissenem Maul. In der linken Hand hält Maria ein aufgeschlagenes Buch mit einer lateinischen gekürzten Inschrift. Um das Siegelfeld ist eine mit einem Sechsstern beginnende Umschrift geführt, in der die Buchstaben N seitenverkehrt gestochen sind. Sie wird von zwei glatten Linien begrenzt:&lt;br /&gt;
* / SIGILLVM SANCTE MARIE ECCL(esi)E GVRCENSIS&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der einzige noch vorhandene Abdruck aus naturfarbigem Wachs ist unten durch eine heute geklebte Bruchstelle beschädigt. Es werden ab 1200 drei neue, sehr ähnliche Siegelstempel verwendet. In diesen steht als Halbfigur frontal Maria in einem Rundbogen vor einer romanischen Kirchenfassade mit zwei runden Türmen und Seitenapsiden. Das Haupt ist mit einem Schleier bedeckt und Maria kehrt beide erhobenen Handflächen dem Beschauer zu. Die unziale Umschrift ist bei allen drei Typaren etwas verschieden. Ab 1337 ist bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts ein fünftes Siegeltypar in Verwendung gestanden, bei dem wiederum die Mutter Gottes, die mit ihrer rechten Hand das bekleidete Jesuskind hält, dargestellt ist. Das Kind trägt in seiner rechten Hand die Weltkugel und Maria reicht ihm einen Apfel. Sie trägt einen Schleier und steht vor einem gerauteten Hintergrund in einem Dreipass. Beide tragen&lt;br /&gt;
um ihre Häupter Heiligenscheine. Über der Figurengruppe ist der Gurker Dom mit den beiden Türmen, den beiden Galerien der Seitenschiffe und einer Chorapside zu sehen. Die nun zwischen Perllinien verlaufende Umschrift wird oben durch die Kreuze der Türme unterbrochen.&lt;br /&gt;
In der Neuzeit ab 1678 sind, anders als bei allen anderen Chorherrenstiften, in fast allen Kapitelsiegeln nebeneinander sowohl das persönliche Wappen des jeweils regierenden Propstes als auch das Wappen des Gurker Kapitels zu sehen. Nur 1688 ist im Siegel des Kapitels, anscheinend in einer Vakanzzeit, das Stiftswappen und darüber der Kärntner Herzogshut dargestellt. Im Feld befind en sich die beiden knienden Patrone heilige Wilhelm und heilige Hemma, die zur oben thronenden Mutter Gottes die Stiftskirche emporhalten. Diese ist von zwei Engeln mit Palmwedeln in den Händen flankiert. Von mehreren Siegeln sind die Originaltypare noch im Kapitelarchiv Gurk aufbewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
In mehreren Reihen von Gold und Rot gerautet. Die Herkunft dieses Wappenbildes ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gedruckte Quellen==&lt;br /&gt;
*Beda Schroll: Necrologium des Cathedral-Capitels der regulirten Chorherren von Gurk. In: Archiv für österreichische Geschichte 75. Wien 1889, S. 237–286.&lt;br /&gt;
*Monumenta historica ducatus Carinthiae. Band I: Die Gurker Geschichtsquellen 864 bis 1232. Hg. von August von Jaksch. Klagenfurt 1896. Band II: Die Gurker Geschichtsquellen 1233 bis 1269. Hg. von August von Jaksch. Klagenfurt 1898.&lt;br /&gt;
*Hermann Wiessner (Hg.): Gurker Urbare (Bistum und Kapitel) in Auswahl aus der Zeit von 1285 bis 1502. Österreichische Urbare III/3/1. Wien 1951.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Annemarie Bösch-Niederer: Quellen und Forschungen zum Musikleben der mittelalterlichen Diözese Gurk. Diss. Univ. Wien. Wien 1982.&lt;br /&gt;
*Karl Burkart: Das Anwalthaus in Gurk. Seine Besitzer, die Domstiftanwälte und Domstiftsekretäre. In: Carinthia I 177 (1987), S. 361–402. &lt;br /&gt;
*Karl Burkart: Mündliche und schriftliche Überlieferungen zum Gurker Gerichtsbrunnen auf der Heiden. In: Carinthia I 179 (1989), S. 149–151. &lt;br /&gt;
*Otto Demus: Der Gurker „Ratschluß der Erlösung“. In: Carinthia I 162 (1972), S. 55–64. &lt;br /&gt;
*Wilhelm Deuer: Der Dorn zu Gurk. Gurk 1995.&lt;br /&gt;
*Wilhelm Deuer: Der Gurker Dom – ein Kulturdenkmal von europäischem Rang. In: Das Goldene Buch von Gurk, S. 41–55. &lt;br /&gt;
*Dom zu Gurk: Fresken der Westempore. Gurk 1984.&lt;br /&gt;
*Heinz Dopsch: Die Stifterfamilie des Klosters Gurk und ihre Verwandtschaft. In: Carinthia I 161 (1971), S. 95–123.&lt;br /&gt;
*Gudrun Faulborn: Gurker Freskenzyklus der Vorhalle aus der Sicht des Rezipienten: Narrative Strukturen. 2 Bände. Dipl.-Arb. Univ. Graz. Graz 1993.&lt;br /&gt;
*Gertraud Feldegg: Das Leben der hl. Hemma von Gurk. Wien 1950.&lt;br /&gt;
*Herbert Felsberger: Regulierte Augustiner Chorherren als Domkapitel zu Gurk. Von den Anfängen bis zur Glaubensspaltung 1123 bis 1535. Eine rechtsgeschichtliche Untersuchung. Diss. Univ. Rom. Rom 1962.&lt;br /&gt;
*Barbara Felsner-Korak: Das Gurktal. Klagenfurt 1988 (Carinthia-Kultur-Begleiter, 3).&lt;br /&gt;
*Rudolf Freisitzer: Die Grundherrschaft des Gurker Domkapitels als Wirtschaftsfaktor in Kärnten. Diss. Univ. Klagenfurt. Klagenfurt 1989.&lt;br /&gt;
*Walther Fresacher: Die Erschließung des Gurker Kerngebietes. In: Carinthia I 161 (1971), S. 77–93.&lt;br /&gt;
*Walther Fresacher: Wirtschaftsgeschichtliche Erkenntnisse aus den Gurker Urbaren. In: Carinthia II 61 (1971), S. 125–149.&lt;br /&gt;
*Anton Fritz: Das Hemma-Buch. Gräfin Hemma von Friesach und Zeltschach. Landesmutter von Kärnten. Klagenfurt 1992.&lt;br /&gt;
*Karl Ginhart: Die Datierung der Fresken in der Gurker Westempore. In: Carinthia I 157 (1967), S. 9–174.&lt;br /&gt;
*Das goldene Buch von Gurk. Hg. von der Marktgemeinde Gurk. Gurk 1998.&lt;br /&gt;
*Bruno Grimschitz: Die monumentalen Gemäldefolgen des Domes zu Gurk. Wien 1921 (Österreichische Kunstbücher, 15).&lt;br /&gt;
*Heinz Meixner / Hilde Haas / Friedrich Kahler: Die Steine und Fassungen von Ring und Anhänger der hl. Hemma aus dem Dom zu Gurk in Kärnten. In: Carinthia II 142 (1952), S. 85–88.&lt;br /&gt;
*Franz Gustav Hann: Kunstgeschichtlicher Führer durch den Gurker Dom. 2. Auflage. Klagenfurt 1899.&lt;br /&gt;
*Siegfried Hartwagner: Der Dom zu Gurk. Klagenfurt 1969.&lt;br /&gt;
*Siegfried Hartwagner: Der Dom zu Gurk. Denkmalpflegerische Arbeiten und Probleme. In: Carinthia I 162 (1972), S. 3–53.&lt;br /&gt;
*Siegfried Hartwagner: Die Restaurierung des Gurker Hochaltars. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege (1956).&lt;br /&gt;
*Siegfried Hartwagner: Kärnten – Der Bezirk St. Veit an der Glan. Seine Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen. Salzburg 1977, S. 80–95.&lt;br /&gt;
*Friedrich Hausmann: Die Weingüter des Hochstiftes Gurk im Herzogtume Steier im Mittelalter. In: Festschrift Othmar Pickl zum 60. Geburtstag. Graz -Wien 1987, S. 195–213.&lt;br /&gt;
*Friedrich Hausmann: Ein verschollenes Diplomatar für Gurk und die „Germania Sacra&amp;quot; des P. Marcus Hansiz SJ. und des Abtes Magnus Klein von Göttweig. In: Carinthia I 161 (1971), S. 197–212.&lt;br /&gt;
*Heinrich Hermann: Kapitel und Propst 1747. In: Carinthia 45 (1885), S. 68.&lt;br /&gt;
*August von Jaksch: Die ältesten Siegel der Bischöfe und des Capitels von Gurk. In: Mittheilungen der dritten (Archiv-)Section 2 (1894), S. 127f.&lt;br /&gt;
*Heinrich Hermann: Zum 800jährigen Stiftungsfest des Gurker Domkapitels 1124 bis 1924. In: Carinthia I 114 (1924), S. 1–6.&lt;br /&gt;
*Barbara Kienzl: Das barocke Hemmagrab. Ein Denkmal venezianischer Barockplastik in Gurk. In: Hemma von Gurk. Katalog der Ausstellung auf Schloß Straßburg. Klagenfurt 1988, S. 274–284.&lt;br /&gt;
*Walter Koch: Inschriftenpaläographie. Ein schriftkundlicher Beitrag zu ausgewählten Inschriften Kärntens mit besonderer Berücksichtigung von Gurk. In: Carinthia I 162 (1972), S. 115–147.&lt;br /&gt;
*Heinrich Koller: Zur Vorgeschichte der Gurker Bistumsgründung. In: Carinthia I 161 (1971), S. 51–75.&lt;br /&gt;
*Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. 2. Teil: Alphabetisches Kärntner Siedlungsnamenbuch. Klagenfurt 1958 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, 51), S. 96.&lt;br /&gt;
*Adalbert Krause: Die heilige Hemma von Gurk. 2. Auflage. Klagenfurt 1974.&lt;br /&gt;
*Anton Kreuzer: Die Stifte und Klöster Kärntens. Klagenfurt 1986, S. 97–99.&lt;br /&gt;
*Elmar Lechner: Der Gruß eines Kollegen über die Jahrhunderte hinweg. Peter Schlattels Gedenkstein im Gurker Dom. In: Jahresbericht des Bundesgymnasiums I Klagenfurt 120 (1987/88), S. 28–30.&lt;br /&gt;
*Josef Löw: Kleiner Gurker Domführer. Klagenfurt 1924.&lt;br /&gt;
*Josef Löw: S. Hemma-Büchlein. Klagenfurt 1931.&lt;br /&gt;
*Alice Meir/Andrea Breganik: Archiv des Gurker Domkapitels. In: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich. Band 3: Burgenland-Kärnten-Niederösterreich-Oberösterreich-Salzburg. Hg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. Hildesheim / Zürich / New York 1996.&lt;br /&gt;
*Alice Meir: Die Gegenreformation im Bistum Gurk. In: Katholische Reform und Gegenreformation in Innerösterreich 1564 bis 1628. Hg. von France Martin Dolinar. Klagenfurt u. a. 1994, S. 317–329.&lt;br /&gt;
*Ilsa Nedetzky: Bischof Roman I. und die Entwicklung des Bistums Gurk. Diss. Univ. Graz. Graz 1967.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Aus den Kalendernotizen des Gurker Domprobstes Wolfgang Andreas von Gösel (1674–1688). In: Carinthia I 155 (1965), S. 504–518.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Aus dem Tagebuch des Gurker Weihbischofs und Dompropstes Karl von Griming. In: Carinthia l 136 / 138 (1948), S. 136–141; 139 (1949), S. 363–373;  142 (1952), S. 337–346.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Beiträge zur Gurker Bistumsgeschichte aus der Zeit der Reformation und Gegenreformation. In: Carinthia I 145 (1955), S. 543–576; 146 (1956), S. 189–228; 150 (1960), S. 29–276; 154 (1964), S. 181–220; 157 (1967), S. 396–408.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Das Archiv des Gurker Domkapitels. In: Carinthia I 166 (1976), S. 109–122.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Die Bischöfe von Gurk 1072 bis 1822. Klagenfurt 1969 (Aus Forschung und Kunst Band 5).&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Die persönliche Zusammensetzung des adeligen Gurker Domkapitels in der Zeit von 1620 bis 1787. In: Carinthia I 154 (1964), S.  221–256.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Die persönliche Zusammensetzung des adeligen Gurker Domkapitels und Domstiftes in der Zeit des späten Mittelalters. Mit Nachträgen zum Verzeichnis der Gurker Chorherren (Domherren) 1490 bis 1620. In: Carinthia I 156 (1966), S. 593–634; Nachträge und Berichtigungen. In: Carinthia I 159 (1969), S. 519–523.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Ehemaliger Gurker Hausbesitz in Wien. In: Carinthia I 163 (1973), S. 153–155.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Ein Schulbericht des 17. Jahrhunderts. In: Carinthia I 173 (1983), S. 289–299.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Kardinal Matthäus Lang und die Gurker Dompropstwahl vom Jahre 1518. In: Carinthia 1 151 (1961), S. 655–667.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Randnotizen zur Gurker Bistumsgeschichte. In: Carinthia 118 (1990), S. 343–354.&lt;br /&gt;
*Jakob Obersteiner: Zwei Briefe des Gurker Archives aus dem 16. Jahrhundert. In: Carinthia I 147 (1957), S. 517–524. &lt;br /&gt;
*Viktor Paschinger: Die ursprünglichen Grenzen der Diözese Gurk. In: Carinthia I 142 (1952), S. 248–256.&lt;br /&gt;
*Wolf Peschl: Geschichte des Bistums Gurk von den Anfängen bis 1232. Diss. Univ. Wien. Wien 1965.&lt;br /&gt;
*Eduard Graf von Petenegg: Das angebliche Bild der Seligen Hemma. In: Carinthia I 107 (1917), S. 1–41.&lt;br /&gt;
*Heinz Dieter Pohl / Peter Jordan: Kärnten – Deutsche und slowenische Namen. Salzburg 1992 (Österreichische Namensforschung 20). &lt;br /&gt;
*Waldemar Posch: Dom zu Gurk. Gurk 1967.&lt;br /&gt;
*Waldemar Posch: Hemma von Gurk. Gurk 1974.&lt;br /&gt;
*Otto Rainer: Das Gurker Fastentuch. Gurk 1984.&lt;br /&gt;
*Hans Riehl: Der Dom zu Gurk. Königstein im Taunus und Leipzig. o. J.&lt;br /&gt;
*Floridus Röhrig: Alte Stifte in Österreich. Band II: Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg. Wien / München 1966, S. 31–33.&lt;br /&gt;
*Hugo Schnell: Der Dom zu Gurk. München o.J.&lt;br /&gt;
*Alfred Schnerich: Die beiden biblischen Gemälde-Cyclen des Domes zu Gurk. Wien 1894.&lt;br /&gt;
*Alfred Schnerich: G.R. Donners Tätigkeit für das Domstift Gurk. In: Kunst und Kunsthandwerk. Monatsschrift des österreichischen Museums für Kunst und Industrie 21 (1918), S. 409–422.&lt;br /&gt;
*Peter Schöffmann: Das Bistum Gurk im konfessionellen Zeitalter. Synoden, Visitationen und kirchliche Erneuerung von 1521 bis 1648. Klagenfurt 1989.&lt;br /&gt;
*Michael Sempf: Die Holzreliefs der Türen des Gurker Westportals. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 33 (1979), S. 1–16.&lt;br /&gt;
*Hannelore Stein-Kaiser: Der alttestamentliche Freskenzyklus in der Vorhalle des Domes zu Gurk unter Berücksichtigung seiner Ikonographie. Diss. Univ. Wien. Wien 1975.&lt;br /&gt;
*Josef Till: Hemmas Welt. Hemma von Gurk. Ein Frauenschicksal im Mittelalter. Klagenfurt /Celovec-Ljubljana / Laibach-Wien / Dunaj 1999.&lt;br /&gt;
*Christine Tropper: Die Stifter des Hemma-Freskos in Zweinitz. Zum Problem Gurktaler Adel und Gurker Domkapitel in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In: Carinthia 1180 (1990), S. 285–301.&lt;br /&gt;
*Peter Tropper: Das Gurker Konsistorium im 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur kirchlichen Verwaltungs- und Archivgeschichte Kärntens. In: Carinthia I 177 (1987), S. 313–359.&lt;br /&gt;
*Peter Tropper: Frühneuzeitliche Pfarrordnungen und Kircheninstruktionen aus der Diözese Gurk. Exemplarische Quellen zum Thema „Pfarrer und Gemeinde&amp;quot; zwischen 1498 und 1738. In: Österreichisches Archiv für Kirchenrecht 40 (1991), S. 339–366.&lt;br /&gt;
*Hermann Weissner: Bistum und Kapitel von Gurk als Gewerken. In: Carinthia I 161 (1971), S. 157–161.&lt;br /&gt;
*Hermann Weissner: Bistum und Kapitel von Gurk als Kärntner Grundherrschaft. In: Carinthia I 161 (1971), S. 151–155.&lt;br /&gt;
*Hermann Weissner: Stellung und Bedeutung des Bistums und Kapitels von Gurk als Kärntner Grundherrschaft. In: Bericht über den 4. österreichischen Historikertag in Klagenfurt. Wien 1957 (Veröffentlichungen des Verbandes österreichischer Geschichtsvereine, 11), S. 133–137.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Stift St. Andrä im Lavanttal</title>
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		<updated>2022-10-14T09:16:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Kirchliche Topographie=Das Gebiet von St. Andrä kam 860, die Pfarre St. Andrä zwischen 889 und 907 durch Schenkung des Priesters Adalolt an das Erzstift Salzburg. Für einige seiner Besitzungen erwarb das Domstift auch Burgfriede: Aigen, Fischern, Kollegg (1693 gekauft) und Reideben (seit 1693/97 beim Stift, eigener Burgfried von Bamberg erst 1755 anerkannt, dann von Kaiserin Maria Theresia dem Dompropst verliehen). In diesen übte es die niedere Gerichtsbarkeit über seine Untertanen aus. Für die Blutgerichtsbarkeit war das Landgericht Hartneidstein (Burgruine im Lavanttal) zuständig. Das salzburgische Pflegamt (Herrschaft) St. Andrä unterstand dem Vizedomamt Friesach. Der Ort St. Andrä wird 1234 Markt, 1289 erstmals Stadt genannt und gehörte bis 1805 zum Land Salzburg. Die Stadt besaß einen eigenen Stadtburgfried, der ebenfalls (noch 1697) zum Landgericht Hartneidstein gehörte.&lt;br /&gt;
|Frühere Bezeichnungen=Ecclesia sancti Andree (977); ecclesia sancti Andree de Lauent (1225); in Lauent in ecclesia sancti Andree, in qua tune canonici et ordo regularis (...) extitit institutus (1228), St. Andre in dem Lauental (1307); conventus Laventinae ecclesiae (1336); probst und gotzhaus ze Lavent (1365); brobst, dechannt und das gancz Capitel zu sand Andre (1457); brobst, dechant vnnd das gantz capitl augustiner regulierten ordens der bischofflichen khierchen sannt Andre Lauendter bisthumbs khorherer (1548); propst des thumstiffts zue Sant Andre im Lauenthal (1559); Propstei des Stiftes St. Andreä und das Capitel (1592); [das] löbliche Domkapitel zu St. Andrä (1693)&lt;br /&gt;
|Patrozinium=Hl. Andreas, 1367 auch St. Augustinus und St. Vitus&lt;br /&gt;
|Politische Topographie=Herzogtum Kärnten, seit 1748 Kreis Klagenfurt, seit 1918 Bundesland Kärnten, heute politischer Bezirk Wolfsberg. Das Chorherrenstift gehörte von der Gründung bis zu seiner Auflösung zum Metropolitansprengel Salzburg, ab 1228 zum Salzburger Suffraganbistum Lavant. Näherhin lag es im Archidiakonat Lavant, das ab 1244 bis zum Ende des Stiftes der Dompropst von St. Andrä innehatte. (Mutter-)Pfarre St. Andrä seit mindestens 1145.&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Sankt Andrae im Lavanttal.png&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Stift St. Andrä im Lavanttal, Kupferstich (1679), in: Matthaeus Merian, Topographia Provinciarum Austriacarum, Austriae, Styriae, Carinthiae, Carniolae, Tyrolis etc., Das ist Beschreibung Vnd Abbildung der fürnembsten Stätt Vnd Plätz in den Osterreichischen Landen Vnder vnd OberOsterreich, Steyer, Kärndten, Crain Vnd Tyrol. Franckfurt am Mayn 1679; Quelle: https://digital.ub.uni-duesseldorf.de/content/pageview/189927 der ULB Düsseldorf (2009)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Geschichtlicher Überblick==&lt;br /&gt;
===Vorgeschichte===&lt;br /&gt;
Über die Anfänge von Kirche und Pfarre St. Andrä herrscht in der bisherigen Literatur noch keine Klarheit, weshalb die diesbezüglichen Probleme im Rahmen des hier zu behandelnden Artikels nur aufgezeigt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im 18. Jahrhundert im Domstift St. Andrä entstandene &amp;quot;Collectio multivariarum Litterarum&amp;quot; spricht von den hl. Virgil (Salzburger Bischof, verstorben 785) und Modest (der um 763 verstorbene Salzburger Chorbischof), die in Kärnten viele Kirchen gebaut hätten, von denen jene zu St. Andrä die älteste im Lavanttal gewesen sei, wie aus &amp;quot;wahren Dokumenten&amp;quot; hervorgehe, die in der &amp;quot;Collectio&amp;quot; leider nicht genannt werden. Um 790 hätte dann die früher heidnische Siedlung &amp;quot;Flavium&amp;quot; den Namen St. Andrä erhalten. Die Erläuterungen von Fresacher, Moro u. a. geben dazu irrig &amp;quot;um 790&amp;quot; für den Kirchenbau, statt für die Annahme des neuen Namens St. Andrä an, denn um 790 waren Virgil und Modestus schon tot und konnten die Kirche zu dieser Zeit nicht mehr gebaut haben. Waren wirklich Virgil und Modest die Erbauer der Kirche, dann geschah dies um 760.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walther Fresacher hielt – im Gegensatz zu Alfred Jaksch – diese frühe Gründung der Kirche in St. Andrä für unwahrscheinlich, weil nicht zu beweisen. Ernst Klebei brachte die Schenkung u. a. einer curtis &amp;quot;ad Lavantam&amp;quot; an Salzburg durch König Ludwig den Deutschen am 20. 11. 860 mit der Entstehung eines kirchlichen Zentrums in St. Andrä in Verbindung, während Gotbert Moro dies früher ausgeschlossen hatte. Klebel stützte seine Überlegungen auf Urkunden, in denen die Formulierung &amp;quot;sancti Andree in Lauent&amp;quot; (1183) bzw. &amp;quot;in Lavent in ecclesia S. Andreae&amp;quot; (1243) gebraucht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche St. Andrä wurde nach ihm im Ort Lavant errichtet, Lavant und St. Andrä bezeichnen deshalb ein und denselben Ort. Dieser Meinung konnte sich auch Fresacher anschließen. Ein weiteres ungelöstes Problem stellen die durch eine Urkunde vom Jahre 888 von König Arnulf dem Priester Adalold geschenkten zwei Kapellen samt dem Zehent von den Höfen und der Pfarre dar: &amp;quot;capellas duas cum decima de curtibus et plebe.&amp;quot; Tangl (gestützt auf die &amp;quot;Collectio&amp;quot; ) sah in den Kapellen St. Jakob unterhalb St. Andrä und St. Paul (jetzt Stiftskirche St. Paul i. L.), die Pfarre hielt er für St. Andrä. Fresacher identifizierte die Pfarre mit St. Marein (Dekanat Wolfsberg ) und meinte, dass die Kapellen vielleicht St. Andrä und [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Andrä im Lavanttal|Maria Rojach]] gewesen seien. Klebel (und dann auch Fresacher) glaubte, mit den Kapellen seien St. Marein und möglicherweise Lavamünd gemeint, früh abgezweigte Tochterpfarren St. Andräs. Karl Amon ließ die Identifizierun g der Pfarre zwischen St. Andrä und St. Marein offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu diesen Schwierigkeiten kommt die urkundliche Nennung eines &amp;quot;Chunradus praepos itus St. Andreae&amp;quot; für 1180, 45 Jahre vor Gründung des Chorherrenstiftes. Hohenauer meinte, dass Konrad Propst des Kollegiatstiftes St. Andrä in Freising gewesen sein könnte und daher nicht nach St. Andrä i. L. gehört. Tangl und Pagitz-Roscher reklamierten Konrad für St. Andrä i. L. und Tangl war der Meinung, der Titel Konrads wäre vielleicht eine Auszeichnung für dessen besondere Verdienste gewesen. Weniger Schwierigkeiten macht die urkundliche Nennung eines Archidiakons Heinrich mit Sitz in St. Andrä (de Lavent) 1203. Sein Auftreten könnte als Spätfolge der Seelsorgreform unter Erzbischof Konrad I. von Salzburg zu betrachten sein. Konrad I. hat nachweislich Leuten seines Vertrauens die Leitung von Seelsorgestationen übertragen, so wie er es auch bei den Reformstiften der Regularkanoniker tat. Stefan Weinfurter nennt dafür einige Beispiele, darunter den Pfarrer Werner von St. Andrä, dem der Erzbischof 1145 bescheinigte, seine Kirche mit großer Umsicht und Klugheit zu führen und ihm gleichzeitig seinen Besitz bestätigte. Dass St. Andrä schon vor Gründung des Stiftes Sitz eines salzburgischen Archidiakons im Lavanttal war, unterstreicht nur die frühe Bedeutung der Pfarre als kirchliches Zentrum des Lavanttales. Weinfurter spricht in diesem Zusammenhang von der Reformpfarre St. Andrä, was immer dies bedeuten mag. Schließlich hat Erzbischof Eberhard II. gerade zur Zeit der Gründung des Stiftes St. Andrä eine Reform des Augustinerordens, die auch eine Kanonikerreform war, durchgeführt (Meersseman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem überaus komplizierten geschichtlichen Hintergrund vollzog sich die Errichtung des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Andrä. Einen Lösungsansatz für einige der vorstehend aufgezeigten Fragen bieten die Ausführungen von K. Amon, die er schon 1981 bei der Behandlung des Eigenkirchenwesens und der Salzburger Mission in Karantanien und Pannonien vorgestellt hat. Darin wird der Nachricht in der wohl 871 entstandenen &amp;quot;Conversio Bagoariorum et Carantanorum&amp;quot; Glaubwürdigkeit verliehen, wo es heißt, Modestus habe außer drei namentlich angeführten Kirchen noch an vielen anderen Orten Kirchen geweiht, wobei Amon die Möglichkeit andeutet, dass die damaligen Salzburger Chorbischöfe auf Eigenkirchen als Lebensunterhalt angewiesen gewesen sein könnten. Amon weist ferner auf die Tatsache hin, dass die Urkunde von 860 (in der u. a. der Hof in Lavant, den der Salzburger Erzbischof bisher zu Lehen getragen hatte, diesem vom König ins Eigentum geschenkt wurde) Gutshofkirchen unerwähnt lässt, eine solche aber bei keinem der 860 geschenkten Höfe auszuschließen ist. Derselben Ansicht ist auch Gleirscher. Damit würde der Status St. Andräs als Mutterpfarre gut erklärt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gründungsgeschichte===&lt;br /&gt;
Erzbischof Eberhard II. von Salzburg ist der Gründer von drei Bistümern und einiger Stifte innerhalb seines Metropolitansprengels. Nachdem er schon 1213 und 1215 die Erlaubnis König Friedrichs II. von Hohenstaufen zur Gründung von Chiemsee erhalten hatte, entstand 1218 das Bistum Seckau in der Steiermark und zehn Jahre später das Kärntner Bistum Lavant mit Sitz in St. Andrä im Lavanttal. Es war sprengelmäßig das kleinste der drei Bistümer. Die Bistumsgründungen waren Salzburgs Antwort auf einen 1173/74 vom Erzbischof von Mainz im Verein mit dem damaligen Markgrafen von Steiermark verfolgten Plan, auf dem Gebiet des Markgrafen ein eigenes Bistum zu errichten, das von Salzburg ebenso unabhängig sein sollte wie das Bistum Gurk, das sich damals sehr um Selbständigkeit bemühte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erzbischof Eberhard hatte nicht im Sinn, die von ihm gegründeten Bistümer großzügig aus Salzburger Besitz zu dotieren. Wie schon seinerzeit bei der Gründung von Gurk wurde bezüglich Chiemsee das dortige Frauenkloster zwecks Verwendung seines Besitzes als Stiftungsgut schlecht gemacht, was in Rom aber nicht verfing. Deshalb wurde das Chiemseer Chorherrenstift nominell zum Domkapitel des neuen Bistums. Bei Seckau konnte der Erzbischof diesen Weg nicht mehr einschlagen. Das Bistum wurde zur Gänze mit erzstiftischem Gut dotiert, das Chorherrenstift zum Domkapitel. Hinsichtlich des geplanten Bistums Lavant konnte oder wollte Eberhard II. die &amp;quot;cathedra episcopalis&amp;quot; an keinem in diesem Gebiet schon bestehenden Stift, etwa dem von Unterdrauburg, errichten. Da er für das neue Bistum aber ein Domkapitel brauchte, gründete er rasch ein Chorherrenstift, dessen Kanoniker er dann dem ersten Bischof von Lavant als Domkapitel zuweisen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gründungsurkunde über die Errichtung des Chorherrenklosters - nicht: regulierten Kollegiatkapitels, wie in neuester Literatur kolportiert wird - gibt es nicht und sie hat wahrscheinlich nie existiert. Angeblich erhielt Erzbischof Eberhard von Papst Innozenz III. (1198–1216) und Kaiser Friedrich II. (1212–1250) die Zustimmung zur Klostergründung, dies berichten Hohenauer und Tangl, ohne darüber Näheres auszusagen. Tangl (und ihm folgend Kovacic) nannte, unter Berufung auf die fehlerhafte &amp;quot;Collectio multivariarum Litterarum&amp;quot;, den 20. August 1212 als Stiftungsdatum. Auf dieses Datum hatten sich schon Mezger in seiner Historia Salisburgensis (Lib. VI), Hansizius (Germania Sacra) und Marian (Austria Sacra) berufen. Es widerspricht aber der angeblichen Zustimmung Friedrichs II., der erst am 9. Dezember 1212 in Deutschland zur Regierung kam. Magda Pagitz-Roscher wies deshalb zurecht 1212 als Gründungsjahr zurück und plädierte vor dem 25. Juli 1225 als Datum. Sie legte sich auf 1223 als terminus post quem fest, in welchem Jahr, nach den Annales sancti Rudberti, in der Pfarrkirche St. Andrä die Gebeine der Märtyrer Vitus, Modestus und Crescentia aufgefunden wurden, einem schon bestehenden Stift aber keine Erwähnung geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein solches wird auch im päpstlichen Schreiben vom Jänner 1224 noch nicht erwähnt, in dem Papst Honorius III. vom Salzburger Erzbischof nähere Auskünfte über dessen Bistumsplan verlangte. Die Existenz des Stiftes ist daher erstmals zum 25. Juli 1225 gesichert, denn der Papst sagt in seiner an diesem Tag ergangenen Zustimmung zur Bistumsgründung, der Erzbischof habe &amp;quot;noviter&amp;quot; an der Kirche des hl. Andreas zu Lavant einen Konvent unter einem Propst eingerichtet. Trotzdem wird noch in neuesten Publikationen an 1212 als Gründungsjahr des Stiftes festgehalten. Auch dass die vermeintliche Auffindung der Gebeine der Heiligen Vitus, Modestus und Creszentia den Erzbischof zur Gründung des Klosters veranlasst habe, wie Dopsch meinte, dürfte zu eng gesehen sein. Das Kloster entstand an der im 9. Jahrhundert an Salzburg geschenkten Pfarrkirche zum hl. Andreas im Ort Lavant (noch 1228: &amp;quot;... in Lauent in ecclesia sancti Andree&amp;quot;) im gleichnamigen Kärntner Tal. Der Name des Kirchen- und Pfarrpatrons verdrängte bald den alten, vorslawischen Ortsnamen Lavant, der jedoch für das Bistum bis ins 19. Jahrhundert bestimmend blieb. In der neueren Literatur wird manchmal das Bistum mit dem Chorherrenstift verwechselt, wenn in den Quellen vom Bischof zu Lavant und seinem Stift die Rede ist. Die dem Bischof und seinem Stift verkauften Güter gelangten natürlich nur in den Besitz des Bistums, nicht des Chorherrenstiftes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dotation=== &lt;br /&gt;
Die Dotation des Chorherrenstiftes St. Andrä durch den Erzbischof war besonders dürftig ausgefallen. Sie bestand bei der Gründung lediglich aus der &amp;quot;mensa parochialis&amp;quot; St. Andräs. Es handelte sich dabei um Güter zu Eitweg, Gemmersdorf (beide bei St. Andrä) und Siebending (GB Völkermarkt), die schon lange vorher an die Pfarre gekommen waren. Deren Einkünfte mögen für den Lebensunterhalt der vier ersten Chorherren (den Propst eingeschlossen?) gerade ausgereicht haben, für ein größeres Kapitel aber war das zu wenig. Um die Zahl der Kanoniker zu erhöhen, schenkte Erzbischof Eberhard II. 1234 dem Stift einen Wald bei St. Andrä, ein Bergrecht im Lavanttal, Einkünfte auf den Bergen Achberg und Dachberg (bei St. Andrä) sowie die Maut und den Salzzoll im Markt St. Andrä. Dafür sollten im Stift immer acht Priester neben je zwei Diakonen, Subdiakonen und Akolythen leben. Einige dieser Schenkungen wurden aber in der Folge dem Stift von Salzburg wieder entzogen, darunter die Maut und der Salzzoll, weshalb die Zahl der Kleriker meist über sechs nicht hinauskam, wie der Chronist der &amp;quot;Collectio&amp;quot; berichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Propst - der 1227 genannte [[Ulrich]] - und die ersten Kanoniker kamen nach der Urkunde von 1228 aus dem Salzburger Kapitel. [[Friedrich Schralle]], zuerst erzbischöflicher Kaplan, war nicht der erste, sondern schon der dritte Propst. Um zu verhindern, dass das religiöse Leben der Kanoniker durch die Not an weltlichen Gütern leide, wie es wirklich der Fall war, überließ Eberhard II. dem Stift 1244/45 ein weiteres Gut zu Siebending, Zehente von Äckern bei Thürn, Siebending, Wimpassing und Brückl (alle GB Wolbberg) und vier Weingärten im Lavanttal. Um dem Holzmangel des Stiftes abzuhelfen, übergab er noch einen Wald bei Winklern (Großwinklern bei Wolfsberg), den das Stift bis zur Aufhebung besaß. Von privater Seite erhielt das Stift fünf Huben zu Schönweg und auf dem Berg Lamm (alle bei St. Andrä) geschenkt. Damit war die Gründungsphase des Klosters abgeschlossen. Ende 1246 starb Eberhard II. und das Stift verlor seinen ersten Gönner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Domstift im Mittelalter=== &lt;br /&gt;
Der Stifter erließ anlässlich der Gründung des Bistums Lavant 1228 für das Domstift Statuten, die dessen Rechte festlegten. Er verweigerte dem Kapitel nicht nur das Recht der Bischofswahl, sondern verpflichtete die Chorherren, jeden neuen Propst nur aus dem Salzburger Domkapitel zu wählen. Dies hatte aber praktische Gültigkeit nur solange, als Erzbischof Eberhard lebte. Die ersten drei Pröpste kamen daher aus Salzburg. Auch wenn sich das Kapitel bis zum Ende des Stiftes an diese Bestimmung hielt, war nach Eberhards Tod kein Salzburger Domherr jemals wieder bereit, die Wahl zum Propst von St. Andrä anzunehmen. Zu gering war die Pfründe des Propstes, zu unbedeutend und ohne jede Aufstiegschance seine Position. Der Erzbischof musste daher mindestens ab 1288 dem Kapitel von St. Andrä gestatten, nach Ablehnung der Wahl durch den gewählten Salzburger Kanoniker den Propst aus dem eigenen Kapitel wählen zu dürfen, welche Prozedur sich bis zur Aufhebung des Stiftes regelmäßig wiederholte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wohnung für den Propst und die Chorherren war der Pfarrhof von St. Andrä bestimmt worden. In diesem sicher nicht großen Haus dürften die Kanoniker lange Zeit ein beengtes Leben geführt haben. Für den Bischof von Lavant war in St. Andrä anfangs überhaupt kein Platz, er musste in der Burg Lavant im salzburgischen Friesach residieren. Erst viel später konnte er sich in einem eigenen Bischofshof in St. Andrä niederlassen. Die Ärmlichkeit blieb im Domkapitel ein Dauergast. Propst Ulrich (1298–1314) schlichtete 1314 einen Streit mit seinem Kapitel betreffend die Anschaffung von Kleidern für die Kanoniker dahingehend, dass dafür gewisse Einkünfte herangezogen werden sollten, zu denen jene Kanoniker, die als Pfarrer oder Vikare tätig waren, einen Bargeldbeitrag zu leisten hatten. Dazu wurde eine eigene Kammer unter einem Chorherren als Kämmerer eingerichtet. Einige Jahre später wird neben der Sakristei die Infirmarie des Klosters erwähnt, die von einem Chorherren bestiftet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bedeutendste Propst des 14. Jahrhunderts war zweifellos [[Pilgrim II.]] (1370–1405). Während seiner langen Regierungszeit wurden dem Kloster zahlreiche Güter in Form von Jahrtagsstiftungen, Verkäufen und Schenkungen übergeben. Unter den Spendern erscheinen die Bischöfe von Lavant, Adelige der Umgebung und Bürger von St. Andrä. Pilgrim war offenbar der erste Propst, der in der Diözese Lavant Visitationen durchführte. Jene von 1383 zog eine Lavanter Diözesansynode nach sich, in deren Verlauf der Bischof neue Statuten für das Domstift erließ, deren Inhalt Tangl nicht bekannt wurde, im Codex Henrici jedoch enthalten ist. Schiedsrichterliche Funktionen bei Streitigkeiten zwischen geistlichen Kommunitäten sowie Bitten um Besiegelung oder Zeugenschaft von Urkunden beweisen das hohe Ansehen dieses Propstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pilgrims Nachfolger [[Nicolaus]] starb eines gewaltsamen Todes, er wurde im Juli 1405 in seiner Kirche von einem Besessenen erstochen. Sein Nachfolger [[Eustachius]] soll die Ordensregel wieder hergestellt haben. Der nächste Propst [[Johann Strasser]] war gebürtiger Lavanttaler, vor seiner Wahl Kapitelsyndikus und regierte von 1411 bis mindestens 1446, wahrscheinlich aber bis zu seinem Tod 1452. Mit dem Stift St. Paul im Lavanttal hatte er wegen dessen Pfarren St. Martin im Granitztal in Kärnten und Fresen in der Steiermark Schwierigkeiten. Der Propst drängte als Archidiakon den Abt, auf die Pfarren geeignete Kleriker zu präsentieren und diese auch zu den Diözesansynoden zu schicken. Ein schon Jahre andauernder Zehentstreit zwischen St. Paul und dem Domstift wurde bis zum Salzburger Erzbischof, dem Herzog von Kärnten und sogar vor das Konzil zu Basel getragen, 1441 aber durch einen Vergleich beendet. 1427 war der Propst Mitvisitator und Reformator des Gurker Domkapitels. Unter den zwei letzten Pröpsten des 15. Jahrhunderts [[Erhard Perman]] (1469–1485) und [[Andreas Stachel]] (1485–1500) erlebte das Stift besonders schwierige Zeiten. In die politischen Wirren zwischen Salzburg, Kaiser Friedrich III. und König Mathias Corvinus von Ungarn wurde neben anderen Salzburger Besitzungen auch die Stadt St. Andrä hineingezogen. Im Salzburger Bistumsstreit hatte Erzbischof Bernhard die Ungarn zu Hilfe gerufen und ihnen seine Kärntner Besitzungen geöffnet. Auch der Bischof von Lavant hielt mit den Ungarn, doch war es den Kaiserlichen gelungen, St. Andrä 1481 noch vor den Ungarn zu besetzen, weshalb der Bischof nach Ungarn flüchtete. 1475, 1476 und 1480 verheerten die Türken das Lavanttal, konnten St. Andrä aber nicht einnehmen. Zusätzlich gab es in dieser Zeit auf dem Lavanter Stuhl zweimal einen Bischofswechsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Niedergang des Stiftes im 16. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
Nach der Resignation von Propst Andreas Stachel (1500) berief der Salzburger Erzbischof einen Kanoniker aus dem Domstift Freising auf die Propstei von St. Andrä. Offenbar war im Konvent selbst kein geeigneter Kandidat vorhanden. Wieviele Chorherren das Stift damals hatte, ist unbekannt. Unter Propst [[Wolfgang Frankl]] (1523–1543) verlor das Stift durch die Quart den vierten Teil seines Gültenbesitzes, da es diesen von König Ferdinand I. aus Geldmangel nicht auszulösen vermochte. Den größten Teil davon kaufte Bischof Leonhard Peuerl von Lavant, was der Grund für den späteren Vorwurf des Stiftes gewesen sein mag, das Bistum habe widerrechtlich Untertanen des Domstiftes an sich gebracht. Eine Nachricht aus den &amp;quot;Alten Salzburger Akten&amp;quot;, Bischof Leonhard von Lavant (1508–1536) habe beim Papst dem Propst (Wolfgang) die Infulierung ausgewirkt, kann nur ad personam des Propstes gegolten haben. Andererseits hatte Propst [[Wolfgang]] mit diesem Bischof derart heftige Auseinandersetzungen über die beiderseitigen Jurisdiktionsrechte, dass ihn der Bischof exkommunizierte. Der wirtschaftlich sehr schwierig gewordenen Lage der Propstei war Propst [[Paul Scheibensteiner]] (&amp;quot;auss gotlicher verhengnuss brobst vnd ertzbriester zu Sanct Andree&amp;quot;) nicht gewachsen, er wurde nach zehnjähriger Amtszeit 1567 vom Kaiser abgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich machte sich der im Lavanttal, wie in ganz Kärnten, ausbreitende Protestantismus auch in St. Andrä bemerkbar. Er dürfte das Domstift insofern erfasst haben, als die Zahl der Kanoniker auf fünf oder noch weniger absank. Denn das Stift war nach wie vor reguliert, das Klosterleben aber beim evangelischen Adel und Bürgertum inopportun geworden. Noch 1569 nahm der Propst in Salzburg an einer Provinzialsynode teil, an der Beschlüsse gegen das weitere Vordringen der evangelischen Lehre und für die Stärkung des katholischen Glaubens gefasst wurden. Zumindest damals scheint es im Stift noch keinen häretischen Kanoniker gegeben zu haben, während 1585 im Stift 25 &amp;quot;Lutterisch Puecher&amp;quot; vorhanden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im gleichen Jahr trat Georg Stobäus sein Amt als Bischof von Lavant an. Er fand nach seinen Worten - Bistum und Domstift in elendem Zustand vor. Das Volk sei sodomitisch und die Priesterschaft ketzerisch gewesen, es habe keinen Katholiken mehr gegeben. Speziell die Gebäude des Stiftes waren in Gefahr, in Trümmer zu fallen. Stobäus wurde zum Reformator von Bistum und Domstift. Propst [[Valentin Kummer]] (1575–1585) war eine schwache Persönlichkeit und hatte nicht nur den Fürstbischof, sondern auch die Kanoniker als Gegner. 1584 wurde er vom Kapitel beim Erzpriester und beim Vizedom in Friesach angezeigt, weil er die Schulden des Stiftes nicht bezahle, dafür aber den Chorherren das Notwendige vorenthalte, um sich etwas zu ersparen, von dem man nicht wisse, &amp;quot;wo es hin khumbt&amp;quot;. Die Gläubigen gingen zu den &amp;quot;Sectischen&amp;quot; und überdies habe sich der Propst mit einer &amp;quot;unzüchtigen Weibs Person suspect gemacht&amp;quot;. Kummer wurde vom Bischof von der Verwaltung der Temporalien entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stobäus sagt selbst, dass er seine Diözese in Ordnung bringen wollte und bei der Kathedralkirche den Anfang machte. Da die bischöflichen Ermahnungen beim Domkapitel nichts fruchteten, griff der Bischof härter durch, indem er den Propst seiner Würde entsetzte und den Dechant und einige Kanoniker strafte. Propst [[Valentin]] soll schließlich 1585 resigniert haben und am 2. April 1586 gestorben sein. Nun ernannte Salzburg [[Blasius Sorger]] zum Propst. Dieser regierte bis 1592, worauf das Kapitel angeblich ein Wahlinstrument nach Salzburg schickte, das keine Gültigkeit erlangte, weil es von Stobäus mit Erfolg hintertrieben worden sein soll. Tatsache ist, dass es offenbar nur mehr drei Kanoniker im Stift gab, die die Wahl eines Nachfolgers für Propst Sorger dem Bischof überließen. Dieser berief keinen von ihnen zum Propst, sondern ernannte den Dechant von Unterdrauburg [[Joseph Saan]] zum Administrator der Propstei, was dieser zwei Jahre lang blieb, damit er die wirtschaftliche Konsolidierung des Stiftes herbeiführen konnte. 1594 erhielt die Kanonie in Dominicus Leo wieder einen gewählten Propst. Aber auch er machte dem Bischof bald Sorgen. Schon 1599 musste Stobäus den Propst wegen verschiedener &amp;quot;Exzesse&amp;quot; suspendsieren, setzte ihn jedoch wieder ein. Ebenso waren einige Kanoniker durch Zügellosigkeiten aufgefallen. Ernste Gründe müssen den Bischof bewogen haben, den Propst 1614 neuerlich nicht nur seiner Würde, sondern auch seines aktiven und passiven Stimmrechtes für verlustig zu erklären. Auf Bitten der Kanoniker wurde Leo provisorisch im Amt belassen, da man mit seiner ökonomischen Leitung zufrieden war. Später scheint sich der Propst gebessert zu haben, denn im Jänner 1616 assistierte er mit dem Propst von Griffen dem Gurker Bischof beim Begräbnis für den Abt von St. Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Barockzeit=== &lt;br /&gt;
1619 wählte das Kapitel [[Johannes Maria Gambazi]] (auch Gambotz) zum neuen Dompropst. Er stammte aus Lugano in der Schweiz, war 1574 geboren worden und 1599 nach St. Andrä gekommen. Hier wurde er 1602 eingekleidet. Dass er früher Abt gewesen sein soll, ist daher kaum glaubhaft. Seine Regierungszeit ist die längste und prächtigste aller Pröpste geworden (1619–1662). 1625 verlieh ihm und allen seinen Nachfolgern Papst Urban VIII. das Recht der Pontifikalien. Dazu schaffte sich Gambazi eine Mitra, die ihn 181 fl kostete, einen Hirtenstab, ein Pectorale mit Kette aus Gold, einen Pontifikalring mit einem Saphir sowie große Tapeten aus grüner Seide für Pontifikalämter in der Kirche an. Außer verschiedenen Rauten hat er - nach eigenen Angaben - das neue Konventgebäude zu bauen begonnen und vollendet. Ausdruck der Bedeutung seiner Würde war die Berufung des Propstes als Verordneter in den großen Ausschuss der Kärntner Landstände (1645), die auch einigen Nachfolgern Gambazis zuteil wurde. Schon zu Lebzeiten ließ er sich ein repräsentatives Grabmal vom Bildhauer Philibert Pocabel errichten, das den Propst in ganzer Pracht und Herrlichkeit in &amp;quot;pontificalibus&amp;quot; zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Nachfolger [[Augustin Mayr]] (1662–1669) war anscheinend der erste Dompropst, der auch die Benediktion erhielt, die der Lavanter Fürstbischof vornahm. Noch als Stiftsdechant erhielt Mayer von Fürstbischof Max Gandolph von Khünburg den Auftrag, ein Verzeichnis der Lavanter Bischöfe bis zu Khünburg zu verfassen, das er 1656 fertigstellte. Es diente als Vorlage für eine bald darauf gemalte Porträtreihe aller Lavanter Bischöfe, die in Marburg/Maribor noch vorhanden ist. Mayer hat auch eine Beschreibung der Pröpste verfasst. Der Historiograph des Domkapitels aber wurde der bücherfreundliche Propst Adam Seyfried von Sugart (1688–1722). Er hinterließ eine Stiftsgeschichte von 1212 bis zu seiner Zeit (&amp;quot;Collectio multi variarum Litterarum ...&amp;quot;). Trotz - oder gerade wegen etlicher damals getätigter Ankäufe von Realitäten ging es dem Stift finanziell zunehmend schlechter, weshalb das Kapitel nach Sugarts Tod um Aufschub der Wahl bat, was Salzburg ablehnte. 1724 wurde die Bitte um Wahlaufschub neuerlich abgewiesen. Der nächste Propst [[Franz Anton von Sugart]] resignierte 1736 aus disziplinären - nicht, wie behauptet wird, wirtschaftlichen - Gründen, wurde aber wieder eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aufhebung===&lt;br /&gt;
[[Franz Georg Messner]] (1760–1798) war der letzte Propst. Nachdem wirtschaftliche Notmaßnahmen keine Besserung der Vermögenslage des Stiftes gebracht hatten und die Kärntner Landeshauptmannschaft den Besitz wegen Steuerrückständen sequestriert hatte, wandten sich der Propst und das personell schon sehr zusammengeschmolzene Kapitel 1787 an den Salzburger Erzbischof. Sie beantragten die Rückstellung des Stiftungsvermögens an das Erzstift, behielten sich aber einen Unterhalt von 300 fl vor. Das Kapitel bestand ohnehin nur noch aus vier Kanonikern. Das Salzburger Domkapitel konnte dem Stift keine Hilfe gewähren und stimmte der Aufhebung St. Andräs zu. Man dachte in Salzburg daran, mit dem Fundationsvermögen ein neues Lavanter Domkapitel zu errichten. Als Propst Messner 1798 starb, war das Domstift nicht nur zahlungsunfähig, sondern nur noch mit zwei Domherren besetzt. Rettungsversuche des Lavanter Bischofs in letzter Minute wurden von der österreichischen Regierung nicht mehr akzeptiert. Die inzwischen staatlicherseits getroffene Bistumsregulierung, die den Sprengel Lavants verkleinert hatte, verhinderte eine andere Lösung, sodass 1808 die Liquidation des Stiftsvermögens erfolgte. Damit hatte das Stift auch vermögensrechtlich aufgehört zu existieren, nachdem es bereits personell ausgestorben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schule und wissenschaftliche Tätigkeit==&lt;br /&gt;
Die Domschule von St. Andrä ist urkundlich schon für das 14. Jahrhundert (1307, 1354, 1367) nachzuweisen. Die nächsten Hinweise zu ihr stammen erst wieder aus den Jahren 1576 (&amp;quot;Lorenz Weihsenkircher, derzeit des ehrwürdigen Kapitels allhier Schulmeister, zur Zeit Stadtschreiber&amp;quot;) und 1669. Damals hatte auch die Stadt eine eigene Schule, deren Erhaltung ihr oblag, wozu aber das Domstift jeden finanziellen Beitrag verweigerte. Das sogenannte Rogishaus in St. Andrä, das 1640 der Lavanter Bischof dem Bistum wieder restituieren sollte, diente offenbar dem Unterhalt der bischöflichen Alumnen und nicht dem der zukünftigen Chorherren. Denn 1641 gab es im Stift außer dem Propst nur sieben Kanoniker, aber keinen Novizen, dagegen zwei Sänger (Discantisten), während Domschüler nicht erwähnt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Bildungsstand der Kanoniker war bisher wenig bekannt. Ob der im 15. Jahrhundert genannte &amp;quot;baccalaureus in artibus, rector et notarius&amp;quot; Jakob ein Domherr oder eher ein Mitarbeiter der bischöflich Lavanter Kanzlei war, ist nicht zu entscheiden. Die Pröpste [[Martin Sanni]] (1669–1688) und [[Adam Seyfried von Sugart]] (1688–1722) besaßen das Doktorat der Theologie, wahrscheinlich als erste aus dem Kapitel. Von der historiographischen Tätigkeit der Pröpste [[Augustin Mayr]] und Adam Seyfried von Sugart war bereits die Rede. Die Berufung einiger Pröpste der Barockzeit in das Verordnetenkollegium der Kärntner Landstände setzt ein Minimum an juridischen Kenntnissen dieser Persönlichkeiten voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1710 sagten mehrere Kanoniker, in St. Andrä Philosophie oder Logik studiert zu haben. Andere hatten ihr Theologiestudium bei den Jesuiten in Graz oder Klagenfurt, einer in Fall an der Drau/Fala (bei Marburg/Maribor) absolviert, wo Benediktiner von St. Paul lehrten. Einem Chorherren hatte der Dompropst selbst Moral vorgetragen. Angeblich wurde ab 1763 eine Lateinschule in vier Klassen geführt, der ein eigenes Seminar angeschlossen war. Die Schule hat natürlich am Domstift existiert. Im folgenden Jahr werden &amp;quot;Professores Scholarum&amp;quot; erwähnt, wobei die Juniores und Novizen einem Chorherren als Scholasticus anvertraut waren und täglich bei einer Messe ministrieren sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Jahre später ernannte der Propst den Chorherren [[Anton Rainer]] von Harbach zwecks Unterweisung der Jugend zum Professor der &amp;quot;3. und 4. Schuell&amp;quot;. 1777 hatte der Scholasticus nicht nur die Novizen und Domicellarii unter sich, sondern auch die Sorge für die Bibliothek zu tragen. Nach dem Wunsch des Lavanter Bischofs sollte in diesem Jahr die Schule in ein Gymnasium umgewandelt werden, doch wurde diesem Vorhaben durch die Kärntner Landeshauptmannschaft - unverständlicherweise - nicht stattgegeben. Seltenheitswert besitzt das im Druck erhaltene Programm einer Aufführung der Schul-Jugend des &amp;quot;Cathedral-Collegiums Ordinis S. Augustini zu St. Andree&amp;quot; vom 28. August 1764. An diesem Tag führten die Domschüler als Dank für die Auszeichnung des Salzburger Erzbischofs für ihre guten Leistungen ein Trauerspiel auf, mit dem Titel &amp;quot;Augustus Caesar, Ein großmüthiger Überwünder seiner selbst&amp;quot;. Einer der letzten Domherrn, Sigmund von Dornhofen, war im Jahre 1800 Schulkatechet und hielt noch 1804 Normalschule, wofür ihm der Fürstbischof 50 fl Zulage versprach, um deren Auszahlung Dornhofen die Stiftsadministration ersuchte. Damals war die Domschule aber wohl schon abgekommen und nur noch die städtische Schule existent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse==&lt;br /&gt;
===Wirtschaftliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Erzbischof Eberhard II. hat sowohl das Chorherrenstift als auch das Bistum Lavant mit Gütern und Einkünften sehr gering ausgestattet. Das Bistum wurde schon vor 1841 (Tangl) spöttisch als Zwetschgen-Bistum bezeichnet, weil sein Jahresertrag praktisch nur dem Wert der Zwetschgenernte eines Jahres entsprach. Trotz mancher Schenkungen Erzbischof Eberhards II., von denen einige St. Andrä später von Salzburg sogar wieder entzogen wurden, war das Domstift beim Tod des Erzbischofs (1246) kaum lebensfähig. Er hat den ersten Chorherren nicht einmal ein Klostergebäude errichtet, sondern sie im bestehenden Pfarrhof untergebracht, obwohl er ihre Zahl auf 14 erhöht wissen wollte. Für den 1285 eingesammelten Kreuzzugszehent hatte St. Andrä 2 Mark weniger 40 Friesacher Pfennige zu bezahlen, ungefähr so viel wie die Kirche von Sternberg in Kärnten, sogar die Propstei Gurnitz zahlte mehr. Wegen der Armut der Stiftung überließ Salzburg 1291 dem Propst auf Widerruf den zehnten Teil aller Erträgnisse und Früchte der Salzburger Herrschaft im Lavanttal, bis sich das Stiftsvermögen auf andere Weise gemehrt habe. Im nächsten Jahr wurde die Vergabe erneuert. Erzbischof Friedrich III. verschaffte dem Stift 1324 noch Güter und Einkünfte zu Wimpassing und anderen Orten. Dann scheint sich Salzburg für die finanzielle Notlage des Stiftes auf Jahrhunderte hinaus nicht mehr interessiert zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Förderer des Stiftes erwiesen sich dagegen immer wieder die Lavanter Bischöfe, denn sie kannten die bedrängte Lage des Stiftes aus eigener Anschauung. Bischof Heinrich errichtete 1367 eine Jahrtagsstiftung für seinen Vorgänger und 1385 eine für sich selbst, wofür er dem Kapitel etliche Untertanen und ein Gut bei St. Andrä übergab. 1404 stiftete Bischof Konrad zwei ewige Wochenmessen auf den Annaaltar der Domkirche und gab dem Stift fünf Güter und einen Weingarten im Lavanttal. 1416 erhielt das Stift bischöflich Lavanter Lehen verliehen, weil es um solche gebeten hatte. 1424 schenkte der scheidende Bischof dem Kapitel 100 fl zur Renovierung der domstiftischen Gebäude, sein Nachfolger zwei Teiche zu Siebending. Auch einzelne Chorherren machten ihren Privatbesitz dem Stift dienstbar, wie der Chorherr Achaz, der 1401 der Propstei eine Hube verkaufte für zwei Jahrtage, die nicht einmal für ihn, sondern für einen Pfarrer und einen Privatmann zu halten waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hatte Herzog Rudolf IV. noch 1365 für den Bischof von Lavant, den Propst und das Kapitel einen Schutzbrief wegen der &amp;quot;grozzen notturft und gebresten&amp;quot; ausgestellt, scheint sich unter Propst [[Pilgrim II.]] (1370–1405) die wirtschaftliche Lage St. Andräs zeitweilig gebessert zu haben. Neben den Lavanter Bischöfen mehrten auch Adelige aus dem Lavanttal und Bürger von St. Andrä durch Seelgerät- und Ewige-Licht-Stiftungen oder Verkäufe den Besitz des Stiftes. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Güter, Huben, Äcker und Wiesen, aber auch einzelne Weingärten im Lavanttal. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gingen Stiftungen, Güterschenkungen und Ankäufe wie bei den meisten Ordenshäusern stark zurück. Die letzte Stiftung eines Jahrtages erfolgte durch eine Bürgerin von St. Andrä kurz vor der Reformation 1512.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der folgenden Zeit geriet die Kanonie neuerlich in eine wirtschaftliche und finanzielle Notlage, die anhielt, solange das Stift noch existierte. Am stärksten traf das Kloster die von König Ferdinand I. mit Zustimmung des Papstes vom geistlichen Besitz geforderte Quart, wodurch 1529/30 ein Viertel der Gülten für den Türkenkrieg zu Geld gemacht werden musste. St. Andrä war mit über 56 Pfund betroffen. Sein Besitz war also bis dahin auf etwa 225 Pfund Gülten angewachsen. Von den 56 Pfund Gülten erwarb Bischof Leonhard Peuerl 45 für sein Bistum, den Rest Christoph Welzer von Eberstein (7 Pfund 20 Schilling) und Franz von Thannhausen, salzburgischer Hauptmann zu Friesach. Von diesem ökonomischen Aderlass hat sich das Stift nicht mehr erholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die den Pröpsten [[Paul Scheibensteiner]] (1558–1568) und [[Valentin Kummer]] (1575–1585) nachgesagte maßlose Verschwendung mag auf die ordentlichen und besonders die außerordentlichen Steuern, die der Landesfürst und die Kärntner Landschaft von den Gültbesitzern für den Türkenkrieg forderten, zurückzuführen sein. Wohl deshalb verkaufrechtete Propst Scheibensteiner 1563 den ganzen Getreidezehent zu Messensach und Mettersdorf samt einem Drittel Getreidezehent im Salzburger Amt St. Andrä um eine gewisse Summe an einen Bürger von St. Andrä und 1566 zur Abzahlung der Landsteuern und Türkenhilfe dem Lavanter Bischof eine Realität. Ob die damaligen Pröpste Geld auch missbräuchlich verwendet haben, ist nicht ersichtlich, doch warf der Konvent Prop st Kummer 1584 vor, die Schulden des Stiftes nicht bezahlt zu haben. Die Barschaft im Kloster bestand damals nur in &amp;quot;etlich funfundzweinzig dopelte und einfache Ducaten&amp;quot;. In den Kellern des Stiftes lagerten mehrere Startin Wein, hauptsächlich von den Rieden bei Wolfsberg, weniger aus Marburg. An Vieh im Propst- und Meierhof zählte man neben einem Reitross und fünf Wagenrössern 21 Milchkühe, zehn Kälber, einige Stiere, zehn Mastschweine und 24 Jungschweine. Jedenfalls stieg die Verschuldung des Stiftes weiter an und machte eine Administration unumgänglich. Wie weit es dem Administrator gelungen ist, die Wirtschaft zu sanieren, ist fraglich, denn er hatte dafür nur einige Jahre Zeit. Nach der Aussage von Bischof Georg Stobäus waren die Gebäude der Propstei ruinös, denn die Kanoniker konnten für sie nichts tun. Sie hatten angeblich Mühe, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ob sich die finanzielle Lage unter Propst [[Dominicus Leo]] (seit 1594) wirklich gebessert hat, ist unsicher. Er soll aber ein von seinem Kapitel anerkannter Ökonom gewesen sein. Damals besaß das Stift bereits die Gült der Kaplanei Schloss Tanzenberg, die aber nur aus zehn Untertanen bestand. Propst Leo hinterließ eine Barschaft von 674 fl, aber 1.275 fl Schulden. Dem Lebensunterhalt des Kapitels dienten 28 Milchkühe, 47 Schweine, fünf Gänse und ein Truthahnpaar. Im &amp;quot;Wolfsbergerkeller&amp;quot; des Stiftes lagerte Schmalz in Fässern, &amp;quot;Almbkhäs&amp;quot; und Birnenmost. Dompropst Johann Gambazi (1619–1662) veräußerte dem Bischof von Lavant ein Haus in St. Andrä, konnte aber auch Realitäten ankaufen, wie zwei Huben zu Matschenbloch, eine Hube zu Pfaffendorf bei St. Georgen im Lavanttal und eine Mautmühle samt Keuschen und Gründen zu Eisdorf (alle GB Wolfsberg), die alle Salzburger Lehen waren. Außerdem streckte der Propst der Kärntner Landschaft 1.080 fl vor, die von der jährlichen Steuer auf 20 Jahre abgerechnet werden sollten. Ein vom Kaiser gefordertes Darlehen von 10.000 fl konnte der Propst nur zum zehnten Teil erlegen und selbst dieser musste aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Jahre 1671 stammt das erste Urbar des Stiftsbesitzes. Dieser war in folgende Ämter zusammengefasst: das Gängl-Amt, Amt in Gemain, Aigen, Agsdorf, Amt Hornburg, Amt Haimburg, Amt Höllersberg (=Linsenberg), Trautmannsdorferamt und Amt St. Achatii (Kaplanei Schloss Tanzenberg), dessen zehn Untertanen vom Zollfeld bis nach Feldkirchen zerstreut wohnten. Insgesamt zählte man in allen Ämtern 144 und eine halbe Hube, vier Zulehen, den Neuharn- und Pirkerhof, vier Tavernen, eine Schmiede, zwei Badstuben und zwei Weingärten (ohne die Eintragungen des Bergregisters). Das stiftische Haus in Klagenfurt war 1670 zum Teil vermietet. Der Hauptbesitz des Stiftes lag in den Orten Siebending, Eitweg, Schönweg, Lamm, Pöllan und Wölzing, wo es schon seit der Gründung dotiert war. Etliche Güter St. Andräs waren Lehen Salzburgs, Bambergs und Lavants. Größere Erwerbungen tätigten die Pröpste Martin Sanni (1669–1688) und Adam Seyfried von Sugart (1688–1722).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1672 wurde mit der Stiftung des Pfarrers von Rinkenberg bei Bleiburg der Mollhof bei St. Andrä samt vier Huben (zwölf Pfund Gülten) angekauft. Danach erwarb das Stift den Edelsmannssitz Pollheim bei St. Michael im Lavanttal (Kaufpreis unbekannt) und 1693 die Güter Kollegg bei St. Andrä sowie Reideben südlich von Wolfsberg, für die zusammen 20.050 fl bezahlt werden mussten. Der Reinertrag aller vier Güter betrug insgesamt nur 940 fl im Jahr und die Finanzierung der Käufe erfolgte mit Fremdkapital, das man sich eigentlich nicht mehr leisten konnte. Zum unausgeglichenen Haushalt trugen wahrscheinlich auch die Anschaffungen von Kirchensilber, Paramenten und anderen Dingen unter Propst Gambazi und seinen Nachfolgern bei. Dementsprechend war das Stift 1685 bereits so überschuldet, dass es die Türkensteuer nicht mehr zahlen konnte. Die Passiva waren in diesem Jahr auf 19.310 fl gestiegen, die jährlich über 830 fl an Zinsen erforderten, weshalb die Finanzgebarung des Stiftes einen Jahresabgang von über 794 fl aufwies. Die Lage wurde durch (uneinbringliche) Untertanenausstände verschärft, die 1689 auf 5.891 fl angewachsen waren, denen damals 2.500 fl Bargeld im Stift gegenüberstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 18. Jahrhunderts kaufte das Stift noch die Herbsthube zu Rojach, ein Lehen Bambergs. Dann folgte der völlige finanzielle Zusammenbruch. 1721 wurden dem Domstift fast alle Untertanen gepfändet, die der Bischof von Lavant in Verwaltung nahm. Erzbischof Franz Anton von Harrach trat - viel zu spät - als Retter in höchster Not auf, löste die Untertanen dem Bischof um 9.000 fl ab und gab sie dem Stift zurück. Dieses hatte 1724 das Glück, von Johann Anton Freiherrn von Ruesdorf testamentarisch zum Universalerben eingesetzt zu werden. Dadurch kamen das Gut Polheim und der übrige Lavanttaler Besitz des Freiherrn eigentümlich an das Stift. Trotz vieler Legate, die auf dieser Erbschaft lasteten, blieb dem Stift ein gewisser Vermögensrest, mit dem der Propst einige alte Schulden tilgen konnte. Es hätte aber mehrerer solcher Erbschaften bedurft, um die Finanzgebarung St. Andräs vor dem Konkurs zu retten. 1732 war das Stift mit Passivschulden derart überladen, dass man von der Herrschaft Kollegg mehrere Meiereigründe und Zehente, Weingärten, einen Teil der Wälder und fast alle Untertanen verlor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reformversuche in der Verwaltung der Güter durch den Stiftschaffer blieben erfolglos. Der letzte Propst tauschte mit dem Stift Griffen noch einige Huben gegen die Griffen gehörende Gült Roswein bei Marburg/Maribor, und 1777 wurden die vier Weingärten bei Marburg abgestoßen. Zu diesem Zeitpunkt war das Stift längst zahlungsunfähig. Wegen der hohen Steuerrückstände sequestrierte die Kärntner Landeshauptmannschaft den gesamten Stiftsbesitz und setzte den Rentmeister als Sequester ein. In dieser ausweglosen Situation wandten sich der Propst und die vier letzten Chorherren am 15. Juni 1787 an den Salzburger Erzbischof und beantragten die Rückstellung (eigentlich Rücknahme) des Fundationsvermögens, ausgenommen den Unterhalt von 300 fl. Sollte dies unmöglich sein, baten sie um Erlaubnis, sich wegen Aufhebung des Stiftes an den Wiener Hof wenden zu dürfen. Das Salzburger Domkapitel stimmte dem Antrag auf Aufhebung zu. 1789 bestand das Vermögen des Stiftes aus 23.540 fl Aktiva, denen 56.942 fl Passiva gegenüberstanden, die liegenden Güter wurden auf 134.756 fl geschätzt. Dies ergab nur einen rechnerischen Überhang von 101.354 fl Aktiva, denn die Zinsen der Passiva konnte das Stift nicht mehr bezahlen. Das Stiftsvermögen wurde daher 1808 liquidiert und zum Religionsfonds geschlagen. Die Verwaltung der Güter übernahm die k. k. Staatsherrschaft St. Andrä.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rechtliche Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Erzbischof Eberhard II. hat als Gründer das Chorherrenstift St. Andrä in rechtlicher Hinsicht völlig von Salzburg abhängig gemacht. Während er dem Kapitel die Wahl des Lavanter Bischofs verweigerte, hat er dem Stift zwar die freie Propstwahl zugesichert, doch durch die Bestimmung, einen Kanoniker des Salzburger Domstiftes zum Propst zu wählen, eingeschränkt. Die ersten drei Pröpste hat Eberhard noch selbst eingesetzt. Danach dürfte das Kapitel von St. Andrä versucht haben, die lästige Bestimmung abzuschütteln, doch beurkundete 1288 der Lavanter Bischof erneut diese Verpflichtung. Damals überließen die Chorherren dem Bischof die Wahl, doch nahm der aus dem Salzburger Kapitel Gewählte die Wahl nicht an. An diesem Prozedere musste St. Andrä selbst dann noch festhalten, als das Salzburger Domstift 1514 säkularisiert wurde, sodass ab diesem Zeitpunkt stets ein Ordensfremder zum Propst von St. Andrä gewählt wurde. Ab diesem Zeitpunkt hätten die Gewählten bei Annahme der Wahl in den Augustinerorden treten müssen, was keiner von ihnen wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Säkularisierung des Salzburger Domstiftes war sicher die Ärmlichkeit der Kanonie der Hauptgrund, dass alle aus Salzburg Gewählten ihre Wahl ablehnten. 1288 überließ das Kapitel von St. Andrä die Propstwahl dem Lavanter Bischof. Eine etwas eigenartige Form der Wahl, die eine Einzelerscheinung blieb, war die Propstwahl von 1411, bei der sich das Kapitel &amp;quot;per formam mixtam et scrutinii&amp;quot; auf einen Salzburger Domherren einigte, der jedoch dann vom Kapitelsenior allein gewählt wurde. Wahrscheinlich schon bei der Gründung des Stiftes, jedenfalls vor 1244 und nicht erst in diesem Jahr, wie fast in der gesamten neueren Literatur über St. Andrä angegeben, wurde dem Propst die Würde und das Amt eines Archidiakons der Diözese Lavant verliehen, die einzelne Pfarrer von St. Andrä schon früher für dieses Gebiet der Salzburger Erzdiözese bekleidet hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Archidiakon hatte der Propst für den Bischof von Lavant die Pfarren der Diözese samt dem Kollegiatstift Unterdrauburg zu visitieren und Diözesansynoden abzuhalten. Eine solche tagte 1383 im Propsteigebäude zu St. Andrä in Anwesenheit des Propstes Pilgrim, seines Kapitels und zahlreicher Pfarrer aus den kärntnerischen und steirischen Pfarren der Diözese sowie des Dechants von Unterdrauburg. Pilgrim investierte als Archidiakon 1386 auch den neuen Pfarrer von St. Georg in Remschnik. Eine Unrichtigkeit stellt die Behauptung von Hauthaler/Martin im SUB III 620 n. 1073 (danach Pagitz-Roscher, Dopsch-Spatzenegger und andere) dar, der Erzbischof habe von Friedrich von Pettau die von diesem lehenweise innegehabte Vogtei über das Stift St. Andrä und dessen Besitzungen zurückgekauft und dem Stift geschenkt. Denn dies widerspricht dem Text der Urkunde von 1243, wo es nur heißt, dass Friedrich von Pettau der Kirche von St. Andrä &amp;quot;... advocacia super domo sancti Andree in Lavent&amp;quot; und einige Huben in genannten Orten verkauft habe, die er von Salzburg zu Lehen getragen hatte, und wofür ihm Propst und Kapitel 8 Mark gegeben hätten. Der Verfasser der Collectio merkte dazu explizit an, dass es sich dabei um ein Haus - nicht um das Kloster - gehandelt habe, das an das Pfarrhaus und die Pfarrkirche von St. Andrä anstieß und später zum Wohnhaus des Propstes wurde. 1245 schenkte der Erzbischof die Vogtei über diese Güter tatsächlich dem Domstift. Noch 1798 wird ausdrücklich festgehalten, dass das Fundations- und Vogtrecht über das Domstift beim Erzstift Salzburg liege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in das 17. Jahrhundert hatten die Salzburger Erzbischöfe die neugewählten Pröpste konfirmiert. Propst [[Erhard Ferman]] wurde 1469 im Auftrag des Erzbischofs vom Abt von St. Paul konfirmiert und investiert. Augustin Mayr war der erste Dompropst, der vom Bischof von Lavant 1662 konfirmiert und auch benediziert wurde. In der Folge wohnten die Lavanter Bischöfe regelmäßig den Propstwahlen bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Stift St. Paul hatte das Domstift im 15. Jahrhundert kirchen- und besitzrechtliche Auseinandersetzungen. Die Pfarrer der dem Kloster St. Paul im Lavanttal gehörenden Pfarren St. Martin im Gradnitztal und St. Maria in Fresen an der Drau suchten sich der geistlichen Jurisdiktion Lavants bzw. des Archidiakons zu entziehen, wurden aber 1421 vertraglich zu ihrer Anerkennung gezwungen. Ein Zehentstreit St. Andräs mit St. Paul wurde nicht nur in Salzburg und vor dem Herzog von Österreich verhandelt, sondern bis vor das Konzil von Basel bzw. Florenz getragen und 1441 durch einen Vergleich beendet. Einzelne Pröpste wurden mit den Lavanter Bischöfen wegen der sich gegenseitig berührenden oder überschneidenden Kompetenzen in Streitigkeiten verwickelt. So warf 1456 auf der Salzburger Provinzialsynode Bischof Theobald Propst Jakob Stepfer vor, sich bischöfliche Rechte angemaßt zu haben, während der Propst sich in seinen Rechten als Archidiakon vom Bischof beeinträchtigt fühlte. 1529 hatte Erzbischof Matthäus Lang neuerlich in einem Jurisdiktionsstreit zwischen Bischof und Propst zu vermitteln. Der Bischof hatte den Propst wegen Überschreitung seiner Jurisdiktion sogar exkommuniziert und dies dreimal öffentlich verkünden lassen. Der Erzbischof ließ es bei den bisherigen Jurisdiktionsrechten des Bischofs und Dompropstes bleiben, trug aber dem Bischof auf, bei jedem weiteren Vorgehen gegen den Propst sich vorher mit dem Erzbischof zu beraten. Die Jurisdiktion über das &amp;quot;Commisariat&amp;quot; St. Florian (Groß St. Florian in der Weststeiermark und die dabei befindlichen Kirchen) wurde dem Propst damals auch künftighin nicht konzediert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vierzig Jahre später musste der Propst den erkrankten Bischof auf der Salzburger Synode offiziell vertreten und 1515 hielt Propst Gilg Häring eine Diözesansynode zu St. Andrä ab. Seit mindestens 1446 gehörte der Propst zu den Kärntner Landständen und wurde von diesen oder dem Landesfürsten bei jedem Steueranschlag mitbelastet, im genannten Jahr mit 200 Gulden. Ebensoviel zahlte damals das Nonnenstift St. Georgen am Längsee oder die Stadt Klagenfurt, das Stift St. Paul hingegen viermal soviel. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Pröpste als Mitglieder der Prälatenkurie regelmäßig in das ständische Verordnetenamt berufen. Denn ihr Ansehen war seit der päpstlichen Verleihung des Pontifikalienrechtes 1625 sehr gestiegen. Dieses war jedoch auf die Domkirche beschränkt. Erst 1773 wurde dem Propst der Gebrauch der Pontifikalien bei Hochämtern, öffentlichen Prozessionen, Vespern etc. im ganzen Generalvikariatsbereich und der Erzdiözese Salzburg bewilligt. Da Stift und Kapitel von einem Salzburger Erzbischof gegründet worden waren, blieben beide bis zuletzt auch kirchenrechtlich an Salzburg gebunden. Dementsprechend wandten sich Propst und Kapitel 1787 wegen der unlösbaren wirtschaftlichen Situation nach Salzburg und beantragten die Rücknahme des Fundationsvermögens des insolvent gewordenen Stiftes. Das Salzburger Domkapitel nahm den Vorschlag an. Man plante in Salzburg mit dem Vermögen ein neues Lavanter Domkapitel zu errichten, nachdem das alte wirtschaftlich wie personell der Auflösung entgegenging. Die Wiener Regierung lehnte den Vorschlag jedoch mit der Begründung ab, dass das &amp;quot;regulirte Domstiftspersonale zu St. Andre&amp;quot; zur Erledigung der Amtsgeschäfte des in seinem Sprengel verkleinerten Bistums ausreichen würde. In der Folge starb aber das Domkapitel völlig aus, sein Besitz fiel an den Religionsfonds und erst 1825 wurde in St. Andrä ein neues Domkapitel installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Mit dem ersten Propst Ulrich kamen auch vier Chorherren, deren Namen nicht überliefert wurden, aus dem Salzburger Kapitel nach St. Andrä. Erzbischof Eberhard übergab 1234 dem Stift 13 Mark Gülten, damit die Zahl der Kanoniker auf 14 erhöht werden könne. Ob diese Zahl in den ersten Jahrhunderten je erreicht wurde, ist unbekannt und sehr fraglich, denn dafür fehlte auch ein entsprechendes Stiftsgebäude. 1308 werden namentlich vier Chorherren genannt, sechs Jahre später befanden sich neben dem Propst zehn Chorherren im Stift und alle waren Priester. Einer von ihnen stammte aus Wolfsberg im Lavanttal, ein anderer aus Altenmarkt in der Südweststeiermark. Um die Einnahmen des Stiftes mit seinen Ausgaben im Gleichgewicht zu halten, wurde bestimmt, dass die Zahl der Chorherren in der nächsten Dekade zehn nicht übersteigen sollte. Diese Vereinbarungen schlossen Propst und Kapitel im Jahre 1314 unter Bestätigung des Bischofs von Lavant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze 14. Jahrhundert hindurch werden neben den Pröpsten zahlreiche Dechante und Kanoniker genannt, aber fast immer nur mit Vornamen. Meist wurden die bisherigen Dechante zu Pröpsten gewählt, manchmal der Chorherr, der Pfarrer von St. Andrä war. In den Jahren 1375 bis 1383 werden urkundlich neben dem Propst und Dechant die Chorherren [[Achaz]], [[Albrecht]], [[Heinrich Pakker]] (oder auch Payr), [[Johann Himmelberger]], [[Johann Roster]], [[Johann Bavarus]] (Payr), [[Wolfhard de judenburga]] und [[Lienhard]] genannt. Der Konvent umfasste mit dem Propst zehn Personen. Von diesen ist Himmelberger eindeutig Kärntner und entweder aus dem Ort Himmelberg gebürtig oder Angehöriger der gleichnamigen Adelsfamilie. Payer könnte aus der zu Wolfsberg ansässigen adeligen Familie stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem 15. Jahrhundert sind nur wenige Chorherren namentlich bekannt. Hans Strasser, Kapitelsyndikus, und [[Jacob der Stepfer]] waren 1407 und 1434 Chorherren. Strasser war Lavanttaler und wahrscheinlich ein Mitglied der später adeligen Familie Strasser. Er wurde ebenso Propst wie Stepfer, der aus Reit (oder Oting = Altötting?) gekommen sein soll. Propst Jakob nahm über Vermittlung des Lavanter Bischofs und des kaiserlichen Rates [[Christoph Ungnad]], den Doktor der päpstlichen Rechte Franziscus von Mitterburg, ins Kapitel auf. Von den Dechanten dieser Zeit ragt [[Bernhard Gespäner]] (1474, 1480) hervor. 1494 erneuerte Bischof Erhard die von seinem Vorgänger 1383 erlassenen Constitutiones und gebot den Geistlichen u. a. nachdrücklich, sich standesgemäß zu kleiden und ein rotes Birett nur dann zu tragen, wenn sie dazu berechtigt seien. Um diese Zeit (1487) bestand in St. Andrä bereits eine St.-Ruperti-Bruderschaft, die auch 1566 und 1640 erwähnt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stift stand in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts noch in Blüte, dann geriet es allmählich in den Sog der Reformation Luthers, die bereits das Lavanttal erfasst hatte. 1592 sank die Zahl der Kapitularen offenbar auf unter fünf, weil damals nur mehr drei Kapitulare die Wahl des neuen Propstes dem Lavanter Bischof anheim stellten, der keinen von ihnen für die Würde geeignet hielt und einen Administrator einsetzte. Über die Herkunft der Pröpste des 16. Jahrhunderts fehlen genaue Angaben. Lediglich bei [[Gilg Häring]] (Propst 1500) wird vermerkt, dass er Profess des Bistums Freising gewesen sei, wiewohl ein Ruprecht Haring 1567 unter den Ratsbürgern St. Andräs genannt wird. Wenigstens die beiden, miteinander wahrscheinlich verwandten Pröpste [[Andreas]] und [[Tiburz Stachel]] (1485–1500, 1543–1558) könnten einer Bürgerfamilie von St. Andrä angehört haben, denn 1591 scheint unter den dortigen Ratsherrn ein Simon Stachl auf. Es ist anzunehmen, dass St. Andrä oder das Lavanttal die Heimat einer ganzen Reihe von namentlich bekannten wie auch vieler unbekannter Chorherren aller Jahrhunderte gewesen ist. Ähnliches mag für die Pröpste jener Zeit gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Reformbischof Georg Stobäus (1584–1618) und seinen Nachfolgern erstarkte zwar das katholische Leben der Diözese Lavant, doch das Stift wollte sich nicht so recht erholen. Da der Bischof mit dem Lebenswandel der Kanoniker unzufrieden war, versuchte er, geeignetere Kandidaten auch von weit her zu gewinnen, wie den Schweizer Gambazi. 1638 wurde [[P. Paul Huber]] aus dem Kloster Dießen in der Diözese Augsburg in St. Andrä aufgenommen, nachdem er durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges aus seinem Mutterkloster hatte fliehen müssen. Um den Erfolg der Reformen im Domstift für die Zukunft sicherzustellen, ließen es die Lavanter Bischöfe namens Salzburgs öfter visitieren. 1662 befanden sich 13 Kanoniker im Stift, darunter zwei Verwandte der Pröpste Leo und Gambazi mit demselben Familiennamen. Von zehn Kanonikern ist die Herkunft angegeben, drei stammten aus St. Andrä, zwei aus Klagenfurt, je einer aus Wolfsberg, Völkermarkt, Marburg/Maribor, aus Böhmen und der Schweiz. Bis auf die drei jüngsten Kanoniker waren alle Priester und hatten studiert, meistens Logik und Rhetorik, nur der Dechant auch Theologie. Einen akademischen Grad führte keiner. Alle waren bürgerlichen Standes. Der personelle Höchststand in der Geschichte des Domstiftes wurde im Jahre 1710 erreicht, als mit dem Propst 16 Kanoniker im Kloster lebten, was zu Raumnot führte. Einen Beitrag zur Erhöhung der Kanonikerzahl hatte Johann Otto Graf von Dernbach (verstorben 1697) durch die Stiftung von 6.000 fl als Unterhalt für zwei Kanoniker geleistet. Elf Kanoniker stammten aus Kärnten, nur einer aus St. Andrä selbst, vier aus der Steiermark und einer aus Böhmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Propst befanden sich elf Adelige im Kloster, darunter zwei Grafen [[Windischgräz]] und je ein Freiherr [[Aicholt]], [[Christallnig]] und [[Gabelkhoven]]. Möglicherweise gab es 1710 noch einen weiteren Kanoniker aus Kärnten im Stift, der als Festprediger bei den Klagenfurter Jesuiten wirkte. 1726 betrug die Zahl der Kapitulare zwölf, von denen sieben aus dem Adel stammten, darunter die beiden Pröpste des Namens Sugart und Propst [[Johann Georg von Thalheim]] (verstorben 1724), und bis auf einen Grazer und einen Böhmen alle gebürtige Kärntner waren. Das Stift hatte offenbar an Ansehen gewonnen. 1764 lebten 15 Kapitulare im Kloster, für die Fürstbischof Attems umfangreiche Kapitularstatuten erließ, die der Salzburger Erzbischof bestätigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Disziplinäre Entgleisungen einzelner Kanoniker blieben auch im 18. Jahrhundert nicht aus. Der letzte Propst Franz Georg Messner (verstorben 1798) war der Sohn eines Bürgers aus Friesach in Kärnten. 1764 stand er noch einem Kapitel von 14 Chorherren vor. Dann hörten, bedingt durch ein 1786 ergangenes Verbot, neue Kanoniker aufzunehmen, die Eintritte auf und Todesfälle lichteten die Reihe der Kanoniker. Grund für das Verbot war wohl die schlechte Wirtschaftslage des Stiftes. Mit dem Tod des letzten Propstes unterblieb die Wahl eines Nachfolgers sowohl aus wirtschaftlichen, als auch aus personellen Gründen. Die Sistierung des Chorgebetes und der mensa communis war der erste Schritt zur Auflösung des Klosters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bau- und Kunstgeschichte== &lt;br /&gt;
===Dom- und Stiftskirche===&lt;br /&gt;
Als das Stift 1225 gegründet wurde, wurde ihm die bisherige Pfarrkirche St. Andreas samt dem Pfarrhof übergeben. Die Pfarrkirche wurde Stiftskirche, drei Jahre später zum Dom des neuerrichteten Bistums, der daneben befindliche Pfarrhof zum Chorherrenkloster. Die erste Kirche zum hl. Andreas muss im 9. Jahrhundert erbaut worden sein. Aus dieser Zeit stammt, neben der Krypta, in der ein römischer Grabstein gefunden wurde, der Westturm, denn er besitzt an der Südseite romanische Drillingsfenster. Für die Pfarrkirche genügte ein Turm, für eine Bischofskirche war er jedoch entschieden zu wenig repräsentativ. Daher fügte man in der Gotik den Nordturm hinzu, der dem Gotteshaus bis heute sein charakteristisches Aussehen verleiht. Am 10. April 1183 urkundete der Salzburger Erzbischof zu St. Andrä in seiner curia vor der Rupertikapelle. Diese stand in unmittelbarer Nähe der damaligen Pfarrkirche und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts abgetragen. Bald nachdem die Pfarrkirche zur Stifts- und Domkirche geworden war, erforderte die Anwesenheit einer größeren Anzahl von Priestern die Errichtung zusätzlicher Altäre. Als erster Seitenaltar der Domkirche wird 1243 ein Altar des hl. Michael erwähnt. Noch im 13. Jahrhundert scheint auch der Kreuzaltar errichtet worden zu sein, der 1317 bestiftet wurde. Bischof Heinrich Krapff von Lavant errichtete und weihte zwischen 1363 und 1367 den Augustinusaltar und bestiftete ihn reichlich. 1403 wird ein Altar des hl. Ulrich, im Jahr darauf der Annaaltar genannt. Dies ergibt für das Jahr 1404 neben dem Hochaltar die Zahl von fünf Seitenaltären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Dom- und heutige Stadtpfarrkirche in St. Andrä stammt aus dem 14. und 15. Jahrhundert und ist ein dreischiffiger, gotischer Raum. Das Langhaus ist vierjochig angelegt, das Mittelschiff weist ein Kreuzrippengewölbe des 15. Jahrhunderts auf, das Kreuzgewölbe der Seitenschiffe ist barock. Der Hauptchor ist dreijochig, sein Kreuzrippengewölbe wird der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zugeordnet. Die Maßwerkfenster sind neogotisch. Die ehemaligen Seitenchöre (Winterchor) wurden von den Schiffen abgemauert. Im südlichen Seitenchor befindet sich jetzt die Sakristei, das Kreuzrippengewölbe mit den Konsolköpfen wird um 1400 datiert. Die Annakapelle nördlich des Chores war früher die Taufkapelle und besitzt Fresken aus dem Jahre 1545, die der Dechant Christan Fux anbringen ließ. Sie sind 3,4 m breit und doppelt so hoch und zeigen in neun Feldern die Geburt Christi, Christus am Ölberg, eine Kreuzigungsgruppe und andere Darstellungen (z.B. Tiere).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem 16. Jahrhundert ist betreffend die Domkirche noch bekannt, dass Fürstbischof Leonhard Peuerl 1513 Meister Oswald von St. Veit mit der Herstellung eines Flügelaltars beauftragte, der nicht mehr existiert, und 1553/1554 (zwei?) Glocken von Urban Fiering gegossen wurden, die noch vorhanden sind. Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert haben sich auch im nördlichen Raum neben dem Westturm erhalten. Zu beiden Seiten des Westturmes befinden sich Kapellenräume (spätgotisch bzw. barock). Tauf- und Weihwasserbecken stammen aus dem Jahr 1692. In den drei Seitenkapellen der Kirche stehen Statuen des Apostels Andreas (linke Kapelle), des Apostels Petrus (rechte Kapelle) sowie ein Altaraufsatz aus dem 18. Jahrhundert, die Geburt Jesu darstellend (zweite nördliche Kapelle). Der Hochaltar wurde 1902 in neogotischer Form errichtet und zeigt eine geschnitzte Kreuzigungsgruppe, im oberen Abschluss die Statue des Kirchenpatrons Andreas. Die beiden Seitenaltäre sind dem hl. Augustinus (links) und Mariä Verkündigung (rechts) geweiht, das Verkündigungsbild stammt von Jakob Zanussi (verstorben 1742). Dieser Maler des Barock dürfte außerdem das ehemalige Hochaltarbild &amp;quot;Mariä Himmelfahrt&amp;quot; geschaffen haben, das jetzt vor der Empore hängt. Auf dem rechten Seitenaltar steht auch der ehemalige Tabernakel des Hochaltares und eine überlebensgroße Pieta aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Chorgestühl im Presbyterium, jedes zu sieben Plätzen, trägt die Jahreszahl 1761. Im 18. Jahrhundert hatte sich in der Domkirche bereits ein reicher Schatz an Reliquien angesammelt, darunter &amp;quot;ossa S. Andreae Ap.&amp;quot; und solche des hl. Augustinus mit dem Siegel Bischof Leonhards von Lavant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche enthält zahlreiche Grabsteine von Bischöfen, Pröpsten und Adeligen vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Einige sind bedeutende Denkmale der Bildhauerkunst. Der figurale Rotmarmor-Grabstein des Bischofs Lorenz II. von Lichtenberg (verstorben 1446) wird mit einem unbekannten Künstler im Umfeld von Hans Eybenstock bzw. Hans Valkenauer in Verbindung gebracht. Von den Pröpsten haben sich nur zwei Grabsteine in der Sakristei erhalten. Der für Johann Gambazi (verstorben 1662) wurde von Philiberto Pacobel, wahrscheinlich einem Sohn des zur Zeit der Reformation tätigen Philiberto Pacobelo d. Ä., angefertigt und signiert. Er zeigt den Propst in ganzer Figur und &amp;quot;in pontificalibus&amp;quot; samt dem kombinierten Wappen des Stiftes und des Propstes. Der zweite Grabstein gehört Propst Martin Sanni (verstorben 1688).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im 19. Jahrhundert erfolgten Umgestaltung des Kircheninneren im damaligen Zeitgeschmack der Neogotik fielen u. a. der Hochaltar und die Kanzel zum Opfer. Außerdem wurde der Westfassade eine Vorhalle angefügt. Deshalb sind Aussagen über den Zustand des Kircheninneren, als das Domstift noch existierte, nur bedingt zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stiftsgebäude=== &lt;br /&gt;
Wenig ist aus der Frühzeit des Stiftes über das Propsteigebäude bekannt. 1245 übertrug Erzbischof Eberhard dem Domstift das Vogteirecht über ein Haus in St. Andrä, das von Friedrich von Pettau zurückgekauft worden war. Es handelte sich dabei um das der Pfarrkirche benachbarte ehemalige Pfarrhaus, das dann durch Verbauung angrenzender Grundstücke zum Stiftsgebäude der Kanoniker vergrößert wurde. Unter dem Lavanter Bischof Hermann Gnaser (1434–1438) wurde das öffentliche Bad zu St. Andrä, am Kapitelgarten gelegen, dem Domkapitel zugewiesen (und damit &amp;quot;entschärft&amp;quot;). Dass einzelne Lavanter Bischöfe sich dem Domstift gegenüber finanziell großzügig zeigten, ist bereits gesagt worden. Konrad II. (um 1391–um 1408) soll dem Kapitel 22 Mark Silber geschenkt haben, Friedrich Theis von Thesingen (1423) gab vor seinem Weggang nach Chiemsee dem Stift 100 Gulden zur Herstellung der Gebäude. Um 1420 gab es in der Propstei eine &amp;quot;stuba maiora&amp;quot;, in der die Bischöfe und Pröpste mehrmals Urkunden ausstellten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Jakob Unrest sollen die kaisertreuen Söldner unter Leonhard von Kollnitz im Juni 1480 die Stadt St. Andrä überfallen und besetzt haben, damit sie nicht den Ungarn in die Hände fiele. Der auf salzburgisch-ungarischer Seite stehende Lavanter Bischof war geflohen. Die Kaiserlichen plünderten die bischöfliche Residenz und andere Gebäude der Stadt, und einige Söldner vergriffen sich angeblich auch an den sakralen Gefäßen der Domkirche und der Mitra des Bischofs. 1584 beschwerte sich der Konvent über Propst Valentin Kummer, er habe nicht nur die Schulden des Stiftes nicht bezahlt, sondern auch die Gebäude lassen abgehn, weshalb Bischof Stobäus feststellte, dass diese in Gefahr waren, in Trümmer zu verfallen. Auf seine Ermahnungen hin wurden sie durch den Propst wiederhergestellt und mit neuen anständigen Gemächern versehen. Auch die bischöfliche Residenz wurde von Stobäus neu aufgebaut. Angeblich ist schon damals der Ausbau der jetzt noch bestehenden ehemaligen Stiftsgebäude begonnen worden, unter Bischof Leonhard Götz (1619–1640) aber wieder zum Stillstand gekommen. Denn 1640 wird dem neuen Bischof Albert von Priamis aufgetragen, die von seinem Vorgänger verschleppten Baumaterialien dem Stift zurückzugeben und die Gebäude fertigzustellen. Auch das von Bischof Götz vertragene Silbergeschirr des Stiftes sei diesem zu restituieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das nach dem Tod des Propstes Dominicus Leo 1619 angelegte Inventar des Stiftes weist alle damals vorhandenen Räume des Stiftes samt der Einrichtung aus. Genannt werden eine Rüstkammer, die Tafelstube, ein Saal, eine große Stube, ein anschließendes Gewölbe, in dem sich das Archiv befand, weiters ein Saal vor dem oberen Zimmer des Propstes, ein Zimmer, das man die Alte Propstei nannte, samt der Alten Tafelstube, die Bibliothek und das neue Zimmer. Außerdem gab es ein Kraut- und ein Pressgewölbe, ein &amp;quot;Kuchelstübl&amp;quot;, einen Keller und den &amp;quot;Wolfsberger Keller&amp;quot;. Zuletzt werden noch die Pfisterei, die Torwärterstube, Mühle und Schmiede erwähnt, welch letztere zwei wohl schon außerhalb des Klosters lagen. Propst Gambazi (1619–1662) behauptete, den Konventbau begonnen und vollendet zu haben. Es müsste der heute noch stehende, zweigeschossige Bau mit den flachbogigen Pfeilerarkaden sein, der jetzt als Pfarrhof dient. 1641 wurden bezüglich des Klosters keine Baufälligkeiten beanstandet. Gambazi war der baufreudigste aller Pröpste des 17. und 18. Jahrhunderts und scheint auch die Geldmittel dafür gehabt zu haben. Bei der Propsteipforte errichtete er vier Zellen, baute die Propsteiküche, zwei Gastzimmer, die Arkadengänge von der Propstei in den oberen und unteren Konvent, ummauerte den Garten bei der Straße, führte im Marburger Weingarten ein Weingartenhaus auf und baute den Weinkeller in Gams. Aus der folgenden Zeit fehlen Nachrichten über bauliche Veränderungen der Propstei. Solche mussten wegen der Finanznot des Stiftes höchstwahrscheinlich unterbleiben, weshalb St. Andrä kein großartiges Barockstift werden konnte, wie es in jener Zeit so viele andere Klöster und Stifte Österreichs geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte August 1692 traf ein Blitzschlag das Propsteigebäude und zündete. Der Brand soll angeblich mit Wein gelöscht worden sein, nicht mit Wasser, das man für unwirksam hielt. Man hat wohl schneller den Wein in den Kellern als genügend Wasser zur Verfügung gehabt. Über die Bautätigkeit der Pröpste auf den inkorporierten Pfarren und deren Filialkirchen ist noch weniger bekannt, eine solche wegen der Armut des Stiftes auch kaum möglich gewesen. Lediglich von Propst Andreas Stachel wird berichtet, dass er 1499 die Nikolauskapelle in Siebending gestiftet habe. Glückliche Umstände haben dazu geführt, dass im Pfarrhof Maria Rojach unter verschiedenen geistlichen Porträts auch zwei von Pröpsten des Domstiftes St. Andrä die Zeiten bis heute überdauert haben. Die Porträts blieben bis dato unidentifiziert und deshalb so gut wie unbekannt. Das erste Porträt zeigt Propst Franz Anton von Sugart und sein Wappen und trägt die Inschrift: &amp;quot;Franciscus Antonius/De Sugart S. S. Tlgae. Doc./Cath. Eccl. Ad S. Andream/Vallis Lavant. Praepositus./Archid. Natus, Die 12. Marty/725 ad Praeposituram infulatam/Electus, Regimin. 34 An. Obiit 759/Die 20 Septemb. Aetatis Suae 73 Ann.&amp;quot;. Das zweite Porträt ist unbeschriftet, trägt aber ein Allianzwappen, dessen linkes Wappen den stehenden hl. Andreas mit Nimbus, vor sich das Andreaskreuz haltend, zeigt, während das rechte jenes des letzten Propstes Franz Georg Messner ist, den daher das Bild darstellt. Das Allianzwappen ist von einem Engelskopf, der eine Mitra trägt, und einem Pastorale nach rechts überhöht. Das persönliche Wappen des Propstes konnte durch Vergleich mit einem Siegel Propst Messners im Klagenfurter Diözesanarchiv zweifelsfrei identifiziert werden. Der Propst trägt ein mit Diamanten besetztes Pektorale und einen ebensolchen Ring, rechts vom Dargestellten sind Mitra und Infel zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliothek==&lt;br /&gt;
Die Erstausstattung des neu gegründeten Chorherrenstiftes mit Büchern zum liturgischen Gebrauch erfolgte sicher seitens des Erzbischofs bzw. durch das Salzburger Domstift. Was sonst noch an theologischer und säkularer Literatur von Salzburg nach St. Andrä mitgegeben wurde oder in den ersten Zeiten dorthin gekommen ist, kann mangels Nachrichten nicht einmal vermutet werden. Es scheint, als ob sich die Tätigkeit eines etwa vorhandenen Skriptoriums allein auf die Abschrift gewisser &amp;quot;Constitutiones&amp;quot; zur Augustinusregel beschränkt hätte, denn die Überlieferung von Handschriften aus dem Domstift ist äußerst dürftig. Einige Handschriften haben sich in der bischöflichen Bibliothek zu Marburg/Maribor erhalten, wobei nicht ganz sicher ist, ob sie dem Gebrauch der Kanoniker und/oder dem der Lavanter Bischöfe dienten: Eine Pergamenthandschrift aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, die &amp;quot;Constitutiones a sanctis patribus, ordinis sancti Augustini per Salczburgensem provinciam constitutis&amp;quot;, wie sie das Salzburger Kapitel beobachtete, sowie einen &amp;quot;Liber consuetudinum in regulam et ordinem sancti Augustini episcopi&amp;quot; enthält. Die Handschrift wurde von Weinfurter als Abschrift einer 1224 oder kurz danach zu datierenden Handschrift aus St. Florian nachgewiesen, die anlässlich der Kanonikerreform (eigentlich reine Ordensreform) unter Erzbischof Eberhard II. entstanden ist. Eine weitere Pergamenthandschrift desselben Jahrhunderts in Marburg ist mit &amp;quot;Sermone S. Augustini&amp;quot; (recte &amp;quot;Sermones ... &amp;quot; ?) betitelt. Sie könnte ebenso wie ein Kalender mit Heiligenfesten aus einem Augustinerkloster stammen und enthält die Notiz: &amp;quot;1467 Martinvs Kolweis.&amp;quot; Eine Sammelhandschrift aus dem 15. Jahrhundert, die von &amp;quot;Jacobum baccalarium in artibus, rectorem et notarium apud sanctum Andream in Lavant&amp;quot; verfasst wurde, befindet sich in Klagenfurt. Jacob war wohl bischöflich Lavanter Notar. Im Kärntner Landesarchiv wird ein Fragment des Stricker aus dem 13./14. Jahrhundert verwahrt, das aus St. Andrä stammen soll. 1585 werden im Inventar der Propstei summarisch 30 lateinische und deutsche Bücher in Folio, 20 ebensolche in Quart, 30 in Quart- und Sextformat sowie 25 &amp;quot;allerley Luttrisch Puecher&amp;quot; ewähnt. Die Bibliothek bestand demnach aus 105 Büchern. Dazu kamen noch 13 pergamentene Bücher im Chor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1619 heißt es, dass es einen Bibliotheksraum gebe, als dessen Inhalt zwar lediglich ein &amp;quot;zinnenes Nachtgeschürr&amp;quot; angegeben wird, doch war schon ein ordentlicher Katalog der in der Quelle weder im einzelnen noch zahlenmäßig genannten Bücher verfasst worden. Auch 1662 gab es einen Bibliothekskatalog, er ist aber nicht mehr vorhanden. Dompropst Adam Seyfried von Sugart (1688–1722) war ein ausgesprochener Liebhaber von Büchern. Er sagt selbst, dass er eine Bibliothek mit veralteten Büchern vorfand, weshalb er neue anschaffte. 1703 listete er diese eigenhändig mit Verfassern und Titeln auf. Es waren 524 Werke in einer Vielzahl von Bänden, die ihn 1.200 fl gekostet hatten. Ihr Inhalt bestand hauptsächlich in theologischen, dogmatischen, scholastischen, kanonistischen, philosophischen und anderen Abhandlungen, aber auch Wolfgang Zahns &amp;quot;Opera de mundo et coelo&amp;quot; sowie &amp;quot;Geographia&amp;quot; und Druckwerke anderer älterer und zeitgenössischer Autoren waren darunter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Bitte des Propstes schenkte diesem Johann Otto Graf von Dernbach (verstorben 1697) aus seiner Privatbibliothek 680 auserlesene Bücher, deren Wert der Propst auf 2.000 fl schätzte. Damit besaß das Domstift eine Bibliothek von einigen tausend Bänden, die später sicher noch vermehrt wurden. Dies mag einige Pröpste angeregt haben, selbst schriftstellerisch, d. h. historiographisch tätig zu werden. Aus der Feder Propst [[Augustin Mayrs]] (1662–1669) stammt die Reihe der Bischöfe von Lavant bis 1669, die andere fortsetzten. Sie ist offenbar identisch mit dem &amp;quot;Chartularium&amp;quot; Mayrs, das Jaksch 1904 als verloren meldet, jedoch der St. Pauler Benediktiner Trudpert Neugart für sein abschriftlich erhaltenes Werk &amp;quot;Episcopatus Lavantinus&amp;quot; benützte. Propst Adam Seyfried von Sugart ist der Verfasser der &amp;quot;Collectio multi variarum litterarum&amp;quot; (1703/07), die sich - nicht immer ganz richtig mit der Gründungsgeschichte des Stiftes beschäftigt und sich im KLA befindet. 1697/98 schenkte der Stainzer Chorherr [[Johann Maximilian Morelli]] lt. Widmung dem Kloster St. Andrä ein Buch über die „Universa philosophia [Aristote ica]&amp;quot;. Bis in die letzten Zeiten &lt;br /&gt;
des Stiftes scheint immer ein Chorherr als Bibliothekar die Bücher betreut zu haben. Heute sollen von der Bibliothek des Domstiftes nur wenige Bände erhalten geblieben sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archivalien==&lt;br /&gt;
August v. Jaksch klagte 1905 (im dritten Band der MDC, S. XVIII), dass es mit dem Archiv dieser Kirche (Lavant/St. Andrä) sehr schlecht aussehe. Tatsächlich erfährt man über ein Archiv des Domstifts vor dem Ende des 16. Jahrhunderts so gut wie nichts. Erst 1585 wird im damals aufgenommenen Inventar der Propstei lapidar erwähnt, dass die Urkunden in verschiedenen Kästen aufbewahrt würden. Dann herrscht in den Inventaren der Propstei zweihundert Jahre lang Schweigen über das Archiv. Kurz vor dem Ende des Stiftes (1777) verwaltete es ein Chorherr als Archivar, dem damals aufgetragen wurde, sich Kenntnis über alle geistlichen und weltlichen Akten zu verschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Liquidationsinventar von 1808, das Hinweise über Archiv- und Bibliotheksbestände enthalten hätte, konnte unter der von Pagitz-Roscher angegebenen Signatur im KLA nicht gefunden werden. Urkunden in Original bzw. Abschrift aus oder über St. Andrä bzw. Lavant befinden sich derzeit im Diözesanarchiv Maribor und im Klagenfurter Landesarchiv. Eine wertvolle Quelle über das Bistum und Domstift im Spätmittelalter ist der &amp;quot;Codex Henrici episcopi&amp;quot;, den Bischof Heinrich Krapff von Lavant (1363–1387) anlegte und der im Diözesanarchiv Maribor verwahrt wird. Er enthält Abschriften zahlreicher, im Original z. T. verlorener Urkunden von vor der Gründung des Domstiftes und Bistums bis zum 16. Jahrhundert. Die im Original oder nur aus dem &amp;quot;Codex&amp;quot; überlieferten Urkunden wurden zum größten Teil von Ozinger ediert und haben - mehr oder weniger vollständig - abschriftlich in die Urkundenreihe des Steiermärkischen Landesarchives sowie in das Salzburger Urkundenbuch und die MDC Aufnahme gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Diözesanarchiv in Maribor bewahrt auch einige Handschriften aus St. Andrä (z.B. Codex 115). Anderes Quellenmaterial ist im Kärntner Landesarchiv zu finden, worunter eine Reihe von Handschriften mit verschiedenen Signaturen zu verstehen ist. Akten über das Domstift vom 16. bis 18. Jahrhundert, darunter etliche Originalurkunden, enthalten einige Kartons im ADG im Archivkörper &amp;quot;Alte Salzburger Akten&amp;quot; - Domstift St. Andrä. Im Salzburger Landesarchiv existieren schließlich die Domkapitel-Protokolle, in denen Angelegenheiten des Domstiftes ihren Niederschlag gefunden haben. Sie wurden von Magda Pagitz-Roscher für ihre Publikation benützt. Über Akten aus dem Domstift im Diözesanarchiv Maribor war wegen dessen noch unerschlossenen Bestandes nichts zu erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur== &lt;br /&gt;
* Karl Amon: Eigenkirche und Salzburger Mission. In: Siedlung, Macht und Wirtschaft. Festschrift Fritz Posch zum 70 Geburtstag. Hg. von Gerhard Pferschy. Graz 1981 (Veröffentlichungen des Steiermärkischen Landesarchivs, 12), S. 319–333.&lt;br /&gt;
* Karl Amon: Vom Archipresbyterat zur &amp;quot;Urpfarre&amp;quot;. Das Landesarchipresbyterat als Ursprung der Pfarre in der Alten Diözese Salzburg. In: Festschrift Helmut J. Mezler-Andelberg. Hg. von Herwig Ebner / Walter Höflechner. Graz 1988, S. 21–36.&lt;br /&gt;
* Caesar Augustus. Ein Großmüthiger Überwünder seiner selbst. In einem Trauerspiel von 3 Aufzügen, welches die Schul-Jugend des Cathedral-Collegiums Ordinis S. Augustini [...] zu St. Andree im Laventhall den 28. August im Jahr 1764 vorgestellet, [...]. Klagenfurt [1764].&lt;br /&gt;
* DEHIO-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Wien 2001.&lt;br /&gt;
* Otto Demus: Die spätgotischen Altäre Kärntens. Klagenfurt 1991 (Aus Forschung und Kunst, 25).&lt;br /&gt;
* Heinz Dopsch / Hans Spatzenegger: Geschichte Salzburgs. 2 Bände. Salzburg 1981–83.&lt;br /&gt;
* Franz Dückher von Haßlau zu Winckl: Saltzburgische Chronica. Das ist: Beschreibung deß Lands / Stifftung (...). Saltzburg 1666 (Nachdruck Graz 1979). &lt;br /&gt;
* Walther Fresacher: Eine aufschlussreiche Urkunde aus dem Jahre 1319. In: Carinthia I, 147 (l957), S. 350–381.&lt;br /&gt;
* Walther Fresacher: Die ältesten Kirchen im Lavanttal. In: Carinthia I, 149 (1959), S. 788–803.&lt;br /&gt;
* Walther Fresacher: Die Blutgerichtsbarkeit des Stiftes St. Paul und der Stadt St. Andrä in Kärnten. In: Carinthia I, 155 (1965), S. 169–198.&lt;br /&gt;
* Walther Fresacher / Gotbert Moro u. a.: Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, II. Abteilung: Die Kirchen- und Grafschaftskarte. Teil 8, 2: Kärnten. Ost- und Mittelkärnten nördlich der Drau. Klagenfurt 1958 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, 52/1958).&lt;br /&gt;
* Karl Ginhart: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Klagenfurt (Land). Klagenfurt [1932] (Die Kunstdenkmäler Kärntens, V/2).&lt;br /&gt;
* Paul Gleirscher: Karantanien. Das slawische Kärnten. Klagenfurt 2000.&lt;br /&gt;
* Lorenz Franz Hohenauer: Kurze Kirchengeschichte von Kärnten. Klagenfurt 1850, S. 109.&lt;br /&gt;
* August von Jaksch / Martin Wutte u. a.: Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer. Hg. von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, I. Abteilung: Die Landgerichtskarte. 4. Teil: Kärnten, Krain, Görz und Istrien. Wien 1914.&lt;br /&gt;
* Schatzhaus Kärnten. Landesausstellung St. Paul 1991. 900 Jahre Benediktinerstift. Hg. vom Ausstellungskuratorium. Klagenfurt 1991.&lt;br /&gt;
* Barbara Neubauer-Kienzl / Wilhelm Deuer: Renaissance in Kärnten. Klagenfurt 1996 (Die Kunstgeschichte Kärntens, 4).&lt;br /&gt;
* Ernst Klebl: Zur Geschichte der Pfarren und Kirchen Kärntens. In: Carinthia I, 115 (1925), S. 1–47.&lt;br /&gt;
* Olaf Klose: St. Andrä im Lavanttal in Kärnten. In: Nordelbingen. Beiträge zur Kunst- und Kulturgeschichte 43. Heide-Holstein 1974, S. 285–288.&lt;br /&gt;
* Milko Kos: Srednejeveski rokopisi v Sloveniji. In: Zbornik za umetnostno zgodovino, izdaja Umetnostno-zgodovinske drustvo v Ljubljani, Jg. 9 (1929), S. 1–2, 11–43.&lt;br /&gt;
* Francisek Kovacic: Zgodovina Lavantinske skofije (1228-1928). Ob 700 letnici njene ustanovitve. Maribor 1928.&lt;br /&gt;
* Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. Teil I und II. Fotomechanischer Nachdruck der Ausgabe: Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 50/1956, 51/ 1958. Klagenfurt 1996.&lt;br /&gt;
* Anton Kreuzer: Die Stifte und Klöster Kärntens. Klagenfurt 1986.&lt;br /&gt;
* Alois Maier: Kirchengeschichte von Kärnten. 3 Teile. Klagenfurt 1951–56.&lt;br /&gt;
* Marian: Geschichte der ganzen oesterreichischen, weltlichen und kloesterlichen Klerisey beyderley Geschlechtes, 3. Teil., 5. Band. Wien 1783, S. 279 ff.&lt;br /&gt;
* Gilles Gerard Meersseman: Die Reform der Salzburger Augustiner-Stifte (1218) eine Folge des IV. Laterankonzils (1215). In: Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte (4/1954), S. 81–95.&lt;br /&gt;
* Hermann Menhardt: Handschriftenverzeichnis der Kärntner Bibliotheken. Band l: Klagenfurt, Maria Saal, Friesach. Wien 1927.&lt;br /&gt;
* Richard Milesi: Barock und Klassizismus in der Grabplastik Kärntens. Klagenfurt 1965 (Buchreihe des Landesmuseums für Kärnten, XVIII).&lt;br /&gt;
* St. Anrdrä i. L. In: Mitteilungen der K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und Historischen Denkmale X (N. F. 1884), S. CXXVff. &lt;br /&gt;
* Barbara Neubauer-Kienzl / Wilhelm Deuer / Eduard Mahlknecht: Barock in Kärnten Klagenfurt 2000 (Die Kunstgeschichte Kärntens).&lt;br /&gt;
* Jakob Übersteiner: Aus Religionsakten des Jahres 1582. In Carinthia I, 172 (1982), S. 7–38.&lt;br /&gt;
* Österreichische Kunst-Topographie. I. Band: Kunst-Topographie des Herzogthums Kärntens. Hg. von der K. K. Central-Commission f. Erforschung u. Erhaltung von Kunst u. histor. Denkmalen. Wien 1889.&lt;br /&gt;
* Ignaz Orzen: Das Bisthum und die Diözese Lavant. I. Theil. Marburg 1875.&lt;br /&gt;
* Magda Pagitz-Roscher: Das Augustiner-Chorherrenstift St. Andrä im Lavanttal. In: Carinthia I, 157 (1967), S. 296–319.&lt;br /&gt;
* Carl F. Panagl-Holbein: Zeugen einer großen Vergangenheit. Aufgelassene Klöster in Österreich. Wien 1988.&lt;br /&gt;
* Josef Pötsch: St. Andrä im Lavanttal. 650 Jahre Stadt 1339–1989. Hg. von der Stadtgemeinde St. Andrä. St. Andrä / Wolfsberg 1989. &lt;br /&gt;
* Josef Pötsch / Günther Peter: St. Andrä in alten Ansichten. Zaltbommel 1998 (Europäische Bibliothek).&lt;br /&gt;
* Johann Quitt: Zwei Flügelaltäre des Lavanttales aus dem Jahre 1513. In: Carinthia I, 99 (1909), S. 9–13.&lt;br /&gt;
* Karl Schellhass: Der Dominikaner-Felician Niguarda und die Gegenreformation in Süddeutschland und Österreich 1560-1583. Band 1 und 2. Torino 1930 und 1939 (Bibliothek des preußischen Historischen Institutes in Rom, 17).&lt;br /&gt;
* 750 Jahre Bistum Lavant 1228-1978. St. Andrä im Lavanttal. Hg. von der Stadtpfarre St. Andrä. Wolfsberg 1978.&lt;br /&gt;
* Jakob Stepischneg: Georg III. Stobaeus von Palmburg, Fürstbischof von Lavant. In: Archiv für österreichische Geschichte 15 (1856), S. 71–132.&lt;br /&gt;
* Karlmann Tangl: Reihe der Bischöfe von Lavant. Klagenfurt 1841. Darin: Reihe der Pröpste des regulierten Chorherren-Stiftes zu St. Andreä, S. 361–487 und Nachtrag S. 503–505.&lt;br /&gt;
* Peter G. Tropper: Vom Missionsgebiet zum Landesbistum. Organisation und Administration der katholischen Kirche in Kärnten von Chorbischof Modestus bis zu Bischof Köstner. Klagenfurt 1996.&lt;br /&gt;
* Hans Wagner / Herbert Klein: Salzburgs Domherren von 1300 bis 1514. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 92 (1952).&lt;br /&gt;
* Wallfahrtskirche Maria Loreto. Bischofstadt St. Andrä im Lavanttal. Passau 1990 (PEDA-Kunstführer, 40).&lt;br /&gt;
* Stefan Weinfurter: Salzburger Bistumsreform und Bischofspolitik im 12. Jahrhundert. Der Erzbischof Konrad I. von Salzburg (1106–1147) und die Regularkanoniker. Köln / Wien 1975 (Kölner historische Abhandlungen, 24).&lt;br /&gt;
* Erika Weinzierl-Fischer: Die Quart in Kärntens Stiftern und Klöstern 1529–1530. In: Mitteilungen des österreichischen Staatsarchivs 4 (1951), S. 139–166.&lt;br /&gt;
* Sabine Weiß: Die Beziehungen des Erzbistums Salzburg und seiner Eigenbistümer Gurk, Chiemsee, Seckau und Lavant zur römischen Kurie unter Papst Martin V. (1417–1431). Eine Strukturanalyse. Habil.schr. Univ. Innsbruck. Innsbruck 1978.&lt;br /&gt;
* Alfred von Wretschko: Zur Frage der Besetzung des erzbischöflichen Stuhles in Salzburg im Mittelalter. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 47 (1907).&lt;br /&gt;
* Friederike Zaisberger: Die Städte der Salzburger Erzbischöfe. Übersicht und Vergleich. Eine Bestandsaufnahme. In: Stadt und Kirche. Hg. von Franz-Heinz Hye. Linz 1995 (Beiträge zur Geschichte der Städte Mitteleuropas, XIII), S. 15–52. &lt;br /&gt;
* Notburga Zimmermann: Die Entwicklung des elementaren Schulwesens im Lavanttal (Kärnten) in der Zeit zwischen der Erklärung des Schulwesens zum &amp;quot;Politicum&amp;quot; (1770) und dem Reichsvolksschulgesetz (1869). Diss. Univ. Klagenfurt. Klagenfurt 2000.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Stift St. Andrä im Lavanttal</title>
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		<updated>2022-10-14T09:14:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Kirchliche Topographie=Das Gebiet von St. Andrä kam 860, die Pfarre St. Andrä zwischen 889 und 907 durch Schenkung des Priesters Adalolt an das Erzstift Salzburg. Für einige seiner Besitzungen erwarb das Domstift auch Burgfriede: Aigen, Fischern, Kollegg (1693 gekauft) und Reideben (seit 1693/97 beim Stift, eigener Burgfried von Bamberg erst 1755 anerkannt, dann von Kaiserin Maria Theresia dem Dompropst verliehen). In diesen übte es die niedere Gerichtsbarkeit über seine Untertanen aus. Für die Blutgerichtsbarkeit war das Landgericht Hartneidstein (Burgruine im Lavanttal) zuständig. Das salzburgische Pflegamt (Herrschaft) St. Andrä unterstand dem Vizedomamt Friesach. Der Ort St. Andrä wird 1234 Markt, 1289 erstmals Stadt genannt und gehörte bis 1805 zum Land Salzburg. Die Stadt besaß einen eigenen Stadtburgfried, der ebenfalls (noch 1697) zum Landgericht Hartneidstein gehörte.&lt;br /&gt;
|Frühere Bezeichnungen=Ecclesia sancti Andree (977); ecclesia sancti Andree de Lauent (1225); in Lauent in ecclesia sancti Andree, in qua tune canonici et ordo regularis (...) extitit institutus (1228), St. Andre in dem Lauental (1307); conventus Laventinae ecclesiae (1336); probst und gotzhaus ze Lavent (1365); brobst, dechannt und das gancz Capitel zu sand Andre (1457); brobst, dechant vnnd das gantz capitl augustiner regulierten ordens der bischofflichen khierchen sannt Andre Lauendter bisthumbs khorherer (1548); propst des thumstiffts zue Sant Andre im Lauenthal (1559); Propstei des Stiftes St. Andreä und das Capitel (1592); [das] löbliche Domkapitel zu St. Andrä (1693)&lt;br /&gt;
|Patrozinium=Hl. Andreas, 1367 auch St. Augustinus und St. Vitus&lt;br /&gt;
|Politische Topographie=Herzogtum Kärnten, seit 1748 Kreis Klagenfurt, seit 1918 Bundesland Kärnten, heute politischer Bezirk Wolfsberg. Das Chorherrenstift gehörte von der Gründung bis zu seiner Auflösung zum Metropolitansprengel Salzburg, ab 1228 zum Salzburger Suffraganbistum Lavant. Näherhin lag es im Archidiakonat Lavant, das ab 1244 bis zum Ende des Stiftes der Dompropst von St. Andrä innehatte. (Mutter-)Pfarre St. Andrä seit mindestens 1145.&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Sankt Andrae im Lavanttal.png&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Stift St. Andrä im Lavanttal, Kupferstich (1679), in: Matthaeus Merian, Topographia Provinciarum Austriacarum, Austriae, Styriae, Carinthiae, Carniolae, Tyrolis etc., Das ist Beschreibung Vnd Abbildung der fürnembsten Stätt Vnd Plätz in den Osterreichischen Landen Vnder vnd OberOsterreich, Steyer, Kärndten, Crain Vnd Tyrol. Franckfurt am Mayn 1679; Quelle: https://digital.ub.uni-duesseldorf.de/content/pageview/189927 der ULB Düsseldorf (2009)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Geschichtlicher Überblick==&lt;br /&gt;
===Vorgeschichte===&lt;br /&gt;
Über die Anfänge von Kirche und Pfarre St. Andrä herrscht in der bisherigen Literatur noch keine Klarheit, weshalb die diesbezüglichen Probleme im Rahmen des hier zu behandelnden Artikels nur aufgezeigt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im 18. Jahrhundert im Domstift St. Andrä entstandene &amp;quot;Collectio multivariarum Litterarum&amp;quot; spricht von den hl. Virgil (Salzburger Bischof, verstorben 785) und Modest (der um 763 verstorbene Salzburger Chorbischof), die in Kärnten viele Kirchen gebaut hätten, von denen jene zu St. Andrä die älteste im Lavanttal gewesen sei, wie aus &amp;quot;wahren Dokumenten&amp;quot; hervorgehe, die in der &amp;quot;Collectio&amp;quot; leider nicht genannt werden. Um 790 hätte dann die früher heidnische Siedlung &amp;quot;Flavium&amp;quot; den Namen St. Andrä erhalten. Die Erläuterungen von Fresacher, Moro u. a. geben dazu irrig &amp;quot;um 790&amp;quot; für den Kirchenbau, statt für die Annahme des neuen Namens St. Andrä an, denn um 790 waren Virgil und Modestus schon tot und konnten die Kirche zu dieser Zeit nicht mehr gebaut haben. Waren wirklich Virgil und Modest die Erbauer der Kirche, dann geschah dies um 760.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walther Fresacher hielt - im Gegensatz zu Alfred Jaksch - diese frühe Gründung der Kirche in St. Andrä für unwahrscheinlich, weil nicht zu beweisen. Ernst Klebei brachte die Schenkung u. a. einer curtis &amp;quot;ad Lavantam&amp;quot; an Salzburg durch König Ludwig den Deutschen am 20. 11. 860 mit der Entstehung eines kirchlichen Zentrums in St. Andrä in Verbindung, während Gotbert Moro dies früher ausgeschlossen hatte. Klebel stützte seine Überlegungen auf Urkunden, in denen die Formulierung &amp;quot;sancti Andree in Lauent&amp;quot; (1183) bzw. &amp;quot;in Lavent in ecclesia S. Andreae&amp;quot; (1243) gebraucht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche St. Andrä wurde nach ihm im Ort Lavant errichtet, Lavant und St. Andrä bezeichnen deshalb ein und denselben Ort. Dieser Meinung konnte sich auch Fresacher anschließen. Ein weiteres ungelöstes Problem stellen die durch eine Urkunde vom Jahre 888 von König Arnulf dem Priester Adalold geschenkten zwei Kapellen samt dem Zehent von den Höfen und der Pfarre dar: &amp;quot;capellas duas cum decima de curtibus et plebe.&amp;quot; Tangl (gestützt auf die &amp;quot;Collectio&amp;quot; ) sah in den Kapellen St. Jakob unterhalb St. Andrä und St. Paul (jetzt Stiftskirche St. Paul i. L.), die Pfarre hielt er für St. Andrä. Fresacher identifizierte die Pfarre mit St. Marein (Dekanat Wolfsberg ) und meinte, dass die Kapellen vielleicht St. Andrä und [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Andrä im Lavanttal|Maria Rojach]] gewesen seien. Klebel (und dann auch Fresacher) glaubte, mit den Kapellen seien St. Marein und möglicherweise Lavamünd gemeint, früh abgezweigte Tochterpfarren St. Andräs. Karl Amon ließ die Identifizierun g der Pfarre zwischen St. Andrä und St. Marein offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu diesen Schwierigkeiten kommt die urkundliche Nennung eines &amp;quot;Chunradus praepos itus St. Andreae&amp;quot; für 1180, 45 Jahre vor Gründung des Chorherrenstiftes. Hohenauer meinte, dass Konrad Propst des Kollegiatstiftes St. Andrä in Freising gewesen sein könnte und daher nicht nach St. Andrä i. L. gehört. Tangl und Pagitz-Roscher reklamierten Konrad für St. Andrä i. L. und Tangl war der Meinung, der Titel Konrads wäre vielleicht eine Auszeichnung für dessen besondere Verdienste gewesen. Weniger Schwierigkeiten macht die urkundliche Nennung eines Archidiakons Heinrich mit Sitz in St. Andrä (de Lavent) 1203. Sein Auftreten könnte als Spätfolge der Seelsorgreform unter Erzbischof Konrad I. von Salzburg zu betrachten sein. Konrad I. hat nachweislich Leuten seines Vertrauens die Leitung von Seelsorgestationen übertragen, so wie er es auch bei den Reformstiften der Regularkanoniker tat. Stefan Weinfurter nennt dafür einige Beispiele, darunter den Pfarrer Werner von St. Andrä, dem der Erzbischof 1145 bescheinigte, seine Kirche mit großer Umsicht und Klugheit zu führen und ihm gleichzeitig seinen Besitz bestätigte. Dass St. Andrä schon vor Gründung des Stiftes Sitz eines salzburgischen Archidiakons im Lavanttal war, unterstreicht nur die frühe Bedeutung der Pfarre als kirchliches Zentrum des Lavanttales. Weinfurter spricht in diesem Zusammenhang von der Reformpfarre St. Andrä, was immer dies bedeuten mag. Schließlich hat Erzbischof Eberhard II. gerade zur Zeit der Gründung des Stiftes St. Andrä eine Reform des Augustinerordens, die auch eine Kanonikerreform war, durchgeführt (Meersseman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor diesem überaus komplizierten geschichtlichen Hintergrund vollzog sich die Errichtung des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Andrä. Einen Lösungsansatz für einige der vorstehend aufgezeigten Fragen bieten die Ausführungen von K. Amon, die er schon 1981 bei der Behandlung des Eigenkirchenwesens und der Salzburger Mission in Karantanien und Pannonien vorgestellt hat. Darin wird der Nachricht in der wohl 871 entstandenen &amp;quot;Conversio Bagoariorum et Carantanorum&amp;quot; Glaubwürdigkeit verliehen, wo es heißt, Modestus habe außer drei namentlich angeführten Kirchen noch an vielen anderen Orten Kirchen geweiht, wobei Amon die Möglichkeit andeutet, dass die damaligen Salzburger Chorbischöfe auf Eigenkirchen als Lebensunterhalt angewiesen gewesen sein könnten. Amon weist ferner auf die Tatsache hin, dass die Urkunde von 860 (in der u. a. der Hof in Lavant, den der Salzburger Erzbischof bisher zu Lehen getragen hatte, diesem vom König ins Eigentum geschenkt wurde) Gutshofkirchen unerwähnt lässt, eine solche aber bei keinem der 860 geschenkten Höfe auszuschließen ist. Derselben Ansicht ist auch Gleirscher. Damit würde der Status St. Andräs als Mutterpfarre gut erklärt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Gründungsgeschichte===&lt;br /&gt;
Erzbischof Eberhard II. von Salzburg ist der Gründer von drei Bistümern und einiger Stifte innerhalb seines Metropolitansprengels. Nachdem er schon 1213 und 1215 die Erlaubnis König Friedrichs II. von Hohenstaufen zur Gründung von Chiemsee erhalten hatte, entstand 1218 das Bistum Seckau in der Steiermark und zehn Jahre später das Kärntner Bistum Lavant mit Sitz in St. Andrä im Lavanttal. Es war sprengelmäßig das kleinste der drei Bistümer. Die Bistumsgründungen waren Salzburgs Antwort auf einen 1173/74 vom Erzbischof von Mainz im Verein mit dem damaligen Markgrafen von Steiermark verfolgten Plan, auf dem Gebiet des Markgrafen ein eigenes Bistum zu errichten, das von Salzburg ebenso unabhängig sein sollte wie das Bistum Gurk, das sich damals sehr um Selbständigkeit bemühte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erzbischof Eberhard hatte nicht im Sinn, die von ihm gegründeten Bistümer großzügig aus Salzburger Besitz zu dotieren. Wie schon seinerzeit bei der Gründung von Gurk wurde bezüglich Chiemsee das dortige Frauenkloster zwecks Verwendung seines Besitzes als Stiftungsgut schlecht gemacht, was in Rom aber nicht verfing. Deshalb wurde das Chiemseer Chorherrenstift nominell zum Domkapitel des neuen Bistums. Bei Seckau konnte der Erzbischof diesen Weg nicht mehr einschlagen. Das Bistum wurde zur Gänze mit erzstiftischem Gut dotiert, das Chorherrenstift zum Domkapitel. Hinsichtlich des geplanten Bistums Lavant konnte oder wollte Eberhard II. die &amp;quot;cathedra episcopalis&amp;quot; an keinem in diesem Gebiet schon bestehenden Stift, etwa dem von Unterdrauburg, errichten. Da er für das neue Bistum aber ein Domkapitel brauchte, gründete er rasch ein Chorherrenstift, dessen Kanoniker er dann dem ersten Bischof von Lavant als Domkapitel zuweisen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gründungsurkunde über die Errichtung des Chorherrenklosters - nicht: regulierten Kollegiatkapitels, wie in neuester Literatur kolportiert wird - gibt es nicht und sie hat wahrscheinlich nie existiert. Angeblich erhielt Erzbischof Eberhard von Papst Innozenz III. (1198–1216) und Kaiser Friedrich II. (1212–1250) die Zustimmung zur Klostergründung, dies berichten Hohenauer und Tangl, ohne darüber Näheres auszusagen. Tangl (und ihm folgend Kovacic) nannte, unter Berufung auf die fehlerhafte &amp;quot;Collectio multivariarum Litterarum&amp;quot;, den 20. August 1212 als Stiftungsdatum. Auf dieses Datum hatten sich schon Mezger in seiner Historia Salisburgensis (Lib. VI), Hansizius (Germania Sacra) und Marian (Austria Sacra) berufen. Es widerspricht aber der angeblichen Zustimmung Friedrichs II., der erst am 9. Dezember 1212 in Deutschland zur Regierung kam. Magda Pagitz-Roscher wies deshalb zurecht 1212 als Gründungsjahr zurück und plädierte vor dem 25. Juli 1225 als Datum. Sie legte sich auf 1223 als terminus post quem fest, in welchem Jahr, nach den Annales sancti Rudberti, in der Pfarrkirche St. Andrä die Gebeine der Märtyrer Vitus, Modestus und Crescentia aufgefunden wurden, einem schon bestehenden Stift aber keine Erwähnung geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein solches wird auch im päpstlichen Schreiben vom Jänner 1224 noch nicht erwähnt, in dem Papst Honorius III. vom Salzburger Erzbischof nähere Auskünfte über dessen Bistumsplan verlangte. Die Existenz des Stiftes ist daher erstmals zum 25. Juli 1225 gesichert, denn der Papst sagt in seiner an diesem Tag ergangenen Zustimmung zur Bistumsgründung, der Erzbischof habe &amp;quot;noviter&amp;quot; an der Kirche des hl. Andreas zu Lavant einen Konvent unter einem Propst eingerichtet. Trotzdem wird noch in neuesten Publikationen an 1212 als Gründungsjahr des Stiftes festgehalten. Auch dass die vermeintliche Auffindung der Gebeine der Heiligen Vitus, Modestus und Creszentia den Erzbischof zur Gründung des Klosters veranlasst habe, wie Dopsch meinte, dürfte zu eng gesehen sein. Das Kloster entstand an der im 9. Jahrhundert an Salzburg geschenkten Pfarrkirche zum hl. Andreas im Ort Lavant (noch 1228: &amp;quot;... in Lauent in ecclesia sancti Andree&amp;quot;) im gleichnamigen Kärntner Tal. Der Name des Kirchen- und Pfarrpatrons verdrängte bald den alten, vorslawischen Ortsnamen Lavant, der jedoch für das Bistum bis ins 19. Jahrhundert bestimmend blieb. In der neueren Literatur wird manchmal das Bistum mit dem Chorherrenstift verwechselt, wenn in den Quellen vom Bischof zu Lavant und seinem Stift die Rede ist. Die dem Bischof und seinem Stift verkauften Güter gelangten natürlich nur in den Besitz des Bistums, nicht des Chorherrenstiftes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dotation=== &lt;br /&gt;
Die Dotation des Chorherrenstiftes St. Andrä durch den Erzbischof war besonders dürftig ausgefallen. Sie bestand bei der Gründung lediglich aus der &amp;quot;mensa parochialis&amp;quot; St. Andräs. Es handelte sich dabei um Güter zu Eitweg, Gemmersdorf (beide bei St. Andrä) und Siebending (GB Völkermarkt), die schon lange vorher an die Pfarre gekommen waren. Deren Einkünfte mögen für den Lebensunterhalt der vier ersten Chorherren (den Propst eingeschlossen?) gerade ausgereicht haben, für ein größeres Kapitel aber war das zu wenig. Um die Zahl der Kanoniker zu erhöhen, schenkte Erzbischof Eberhard II. 1234 dem Stift einen Wald bei St. Andrä, ein Bergrecht im Lavanttal, Einkünfte auf den Bergen Achberg und Dachberg (bei St. Andrä) sowie die Maut und den Salzzoll im Markt St. Andrä. Dafür sollten im Stift immer acht Priester neben je zwei Diakonen, Subdiakonen und Akolythen leben. Einige dieser Schenkungen wurden aber in der Folge dem Stift von Salzburg wieder entzogen, darunter die Maut und der Salzzoll, weshalb die Zahl der Kleriker meist über sechs nicht hinauskam, wie der Chronist der &amp;quot;Collectio&amp;quot; berichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Propst - der 1227 genannte [[Ulrich]] - und die ersten Kanoniker kamen nach der Urkunde von 1228 aus dem Salzburger Kapitel. [[Friedrich Schralle]], zuerst erzbischöflicher Kaplan, war nicht der erste, sondern schon der dritte Propst. Um zu verhindern, dass das religiöse Leben der Kanoniker durch die Not an weltlichen Gütern leide, wie es wirklich der Fall war, überließ Eberhard II. dem Stift 1244/45 ein weiteres Gut zu Siebending, Zehente von Äckern bei Thürn, Siebending, Wimpassing und Brückl (alle GB Wolbberg) und vier Weingärten im Lavanttal. Um dem Holzmangel des Stiftes abzuhelfen, übergab er noch einen Wald bei Winklern (Großwinklern bei Wolfsberg), den das Stift bis zur Aufhebung besaß. Von privater Seite erhielt das Stift fünf Huben zu Schönweg und auf dem Berg Lamm (alle bei St. Andrä) geschenkt. Damit war die Gründungsphase des Klosters abgeschlossen. Ende 1246 starb Eberhard II. und das Stift verlor seinen ersten Gönner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Domstift im Mittelalter=== &lt;br /&gt;
Der Stifter erließ anlässlich der Gründung des Bistums Lavant 1228 für das Domstift Statuten, die dessen Rechte festlegten. Er verweigerte dem Kapitel nicht nur das Recht der Bischofswahl, sondern verpflichtete die Chorherren, jeden neuen Propst nur aus dem Salzburger Domkapitel zu wählen. Dies hatte aber praktische Gültigkeit nur solange, als Erzbischof Eberhard lebte. Die ersten drei Pröpste kamen daher aus Salzburg. Auch wenn sich das Kapitel bis zum Ende des Stiftes an diese Bestimmung hielt, war nach Eberhards Tod kein Salzburger Domherr jemals wieder bereit, die Wahl zum Propst von St. Andrä anzunehmen. Zu gering war die Pfründe des Propstes, zu unbedeutend und ohne jede Aufstiegschance seine Position. Der Erzbischof musste daher mindestens ab 1288 dem Kapitel von St. Andrä gestatten, nach Ablehnung der Wahl durch den gewählten Salzburger Kanoniker den Propst aus dem eigenen Kapitel wählen zu dürfen, welche Prozedur sich bis zur Aufhebung des Stiftes regelmäßig wiederholte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wohnung für den Propst und die Chorherren war der Pfarrhof von St. Andrä bestimmt worden. In diesem sicher nicht großen Haus dürften die Kanoniker lange Zeit ein beengtes Leben geführt haben. Für den Bischof von Lavant war in St. Andrä anfangs überhaupt kein Platz, er musste in der Burg Lavant im salzburgischen Friesach residieren. Erst viel später konnte er sich in einem eigenen Bischofshof in St. Andrä niederlassen. Die Ärmlichkeit blieb im Domkapitel ein Dauergast. Propst Ulrich (1298–1314) schlichtete 1314 einen Streit mit seinem Kapitel betreffend die Anschaffung von Kleidern für die Kanoniker dahingehend, dass dafür gewisse Einkünfte herangezogen werden sollten, zu denen jene Kanoniker, die als Pfarrer oder Vikare tätig waren, einen Bargeldbeitrag zu leisten hatten. Dazu wurde eine eigene Kammer unter einem Chorherren als Kämmerer eingerichtet. Einige Jahre später wird neben der Sakristei die Infirmarie des Klosters erwähnt, die von einem Chorherren bestiftet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bedeutendste Propst des 14. Jahrhunderts war zweifellos [[Pilgrim II.]] (1370–1405). Während seiner langen Regierungszeit wurden dem Kloster zahlreiche Güter in Form von Jahrtagsstiftungen, Verkäufen und Schenkungen übergeben. Unter den Spendern erscheinen die Bischöfe von Lavant, Adelige der Umgebung und Bürger von St. Andrä. Pilgrim war offenbar der erste Propst, der in der Diözese Lavant Visitationen durchführte. Jene von 1383 zog eine Lavanter Diözesansynode nach sich, in deren Verlauf der Bischof neue Statuten für das Domstift erließ, deren Inhalt Tangl nicht bekannt wurde, im Codex Henrici jedoch enthalten ist. Schiedsrichterliche Funktionen bei Streitigkeiten zwischen geistlichen Kommunitäten sowie Bitten um Besiegelung oder Zeugenschaft von Urkunden beweisen das hohe Ansehen dieses Propstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pilgrims Nachfolger [[Nicolaus]] starb eines gewaltsamen Todes, er wurde im Juli 1405 in seiner Kirche von einem Besessenen erstochen. Sein Nachfolger [[Eustachius]] soll die Ordensregel wieder hergestellt haben. Der nächste Propst [[Johann Strasser]] war gebürtiger Lavanttaler, vor seiner Wahl Kapitelsyndikus und regierte von 1411 bis mindestens 1446, wahrscheinlich aber bis zu seinem Tod 1452. Mit dem Stift St. Paul im Lavanttal hatte er wegen dessen Pfarren St. Martin im Granitztal in Kärnten und Fresen in der Steiermark Schwierigkeiten. Der Propst drängte als Archidiakon den Abt, auf die Pfarren geeignete Kleriker zu präsentieren und diese auch zu den Diözesansynoden zu schicken. Ein schon Jahre andauernder Zehentstreit zwischen St. Paul und dem Domstift wurde bis zum Salzburger Erzbischof, dem Herzog von Kärnten und sogar vor das Konzil zu Basel getragen, 1441 aber durch einen Vergleich beendet. 1427 war der Propst Mitvisitator und Reformator des Gurker Domkapitels. Unter den zwei letzten Pröpsten des 15. Jahrhunderts [[Erhard Perman]] (1469–1485) und [[Andreas Stachel]] (1485–1500) erlebte das Stift besonders schwierige Zeiten. In die politischen Wirren zwischen Salzburg, Kaiser Friedrich III. und König Mathias Corvinus von Ungarn wurde neben anderen Salzburger Besitzungen auch die Stadt St. Andrä hineingezogen. Im Salzburger Bistumsstreit hatte Erzbischof Bernhard die Ungarn zu Hilfe gerufen und ihnen seine Kärntner Besitzungen geöffnet. Auch der Bischof von Lavant hielt mit den Ungarn, doch war es den Kaiserlichen gelungen, St. Andrä 1481 noch vor den Ungarn zu besetzen, weshalb der Bischof nach Ungarn flüchtete. 1475, 1476 und 1480 verheerten die Türken das Lavanttal, konnten St. Andrä aber nicht einnehmen. Zusätzlich gab es in dieser Zeit auf dem Lavanter Stuhl zweimal einen Bischofswechsel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Niedergang des Stiftes im 16. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
Nach der Resignation von Propst Andreas Stachel (1500) berief der Salzburger Erzbischof einen Kanoniker aus dem Domstift Freising auf die Propstei von St. Andrä. Offenbar war im Konvent selbst kein geeigneter Kandidat vorhanden. Wieviele Chorherren das Stift damals hatte, ist unbekannt. Unter Propst [[Wolfgang Frankl]] (1523–1543) verlor das Stift durch die Quart den vierten Teil seines Gültenbesitzes, da es diesen von König Ferdinand I. aus Geldmangel nicht auszulösen vermochte. Den größten Teil davon kaufte Bischof Leonhard Peuerl von Lavant, was der Grund für den späteren Vorwurf des Stiftes gewesen sein mag, das Bistum habe widerrechtlich Untertanen des Domstiftes an sich gebracht. Eine Nachricht aus den &amp;quot;Alten Salzburger Akten&amp;quot;, Bischof Leonhard von Lavant (1508–1536) habe beim Papst dem Propst (Wolfgang) die Infulierung ausgewirkt, kann nur ad personam des Propstes gegolten haben. Andererseits hatte Propst [[Wolfgang]] mit diesem Bischof derart heftige Auseinandersetzungen über die beiderseitigen Jurisdiktionsrechte, dass ihn der Bischof exkommunizierte. Der wirtschaftlich sehr schwierig gewordenen Lage der Propstei war Propst [[Paul Scheibensteiner]] (&amp;quot;auss gotlicher verhengnuss brobst vnd ertzbriester zu Sanct Andree&amp;quot;) nicht gewachsen, er wurde nach zehnjähriger Amtszeit 1567 vom Kaiser abgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich machte sich der im Lavanttal, wie in ganz Kärnten, ausbreitende Protestantismus auch in St. Andrä bemerkbar. Er dürfte das Domstift insofern erfasst haben, als die Zahl der Kanoniker auf fünf oder noch weniger absank. Denn das Stift war nach wie vor reguliert, das Klosterleben aber beim evangelischen Adel und Bürgertum inopportun geworden. Noch 1569 nahm der Propst in Salzburg an einer Provinzialsynode teil, an der Beschlüsse gegen das weitere Vordringen der evangelischen Lehre und für die Stärkung des katholischen Glaubens gefasst wurden. Zumindest damals scheint es im Stift noch keinen häretischen Kanoniker gegeben zu haben, während 1585 im Stift 25 &amp;quot;Lutterisch Puecher&amp;quot; vorhanden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im gleichen Jahr trat Georg Stobäus sein Amt als Bischof von Lavant an. Er fand nach seinen Worten - Bistum und Domstift in elendem Zustand vor. Das Volk sei sodomitisch und die Priesterschaft ketzerisch gewesen, es habe keinen Katholiken mehr gegeben. Speziell die Gebäude des Stiftes waren in Gefahr, in Trümmer zu fallen. Stobäus wurde zum Reformator von Bistum und Domstift. Propst [[Valentin Kummer]] (1575–1585) war eine schwache Persönlichkeit und hatte nicht nur den Fürstbischof, sondern auch die Kanoniker als Gegner. 1584 wurde er vom Kapitel beim Erzpriester und beim Vizedom in Friesach angezeigt, weil er die Schulden des Stiftes nicht bezahle, dafür aber den Chorherren das Notwendige vorenthalte, um sich etwas zu ersparen, von dem man nicht wisse, &amp;quot;wo es hin khumbt&amp;quot;. Die Gläubigen gingen zu den &amp;quot;Sectischen&amp;quot; und überdies habe sich der Propst mit einer &amp;quot;unzüchtigen Weibs Person suspect gemacht&amp;quot;. Kummer wurde vom Bischof von der Verwaltung der Temporalien entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stobäus sagt selbst, dass er seine Diözese in Ordnung bringen wollte und bei der Kathedralkirche den Anfang machte. Da die bischöflichen Ermahnungen beim Domkapitel nichts fruchteten, griff der Bischof härter durch, indem er den Propst seiner Würde entsetzte und den Dechant und einige Kanoniker strafte. Propst [[Valentin]] soll schließlich 1585 resigniert haben und am 2. April 1586 gestorben sein. Nun ernannte Salzburg [[Blasius Sorger]] zum Propst. Dieser regierte bis 1592, worauf das Kapitel angeblich ein Wahlinstrument nach Salzburg schickte, das keine Gültigkeit erlangte, weil es von Stobäus mit Erfolg hintertrieben worden sein soll. Tatsache ist, dass es offenbar nur mehr drei Kanoniker im Stift gab, die die Wahl eines Nachfolgers für Propst Sorger dem Bischof überließen. Dieser berief keinen von ihnen zum Propst, sondern ernannte den Dechant von Unterdrauburg [[Joseph Saan]] zum Administrator der Propstei, was dieser zwei Jahre lang blieb, damit er die wirtschaftliche Konsolidierung des Stiftes herbeiführen konnte. 1594 erhielt die Kanonie in Dominicus Leo wieder einen gewählten Propst. Aber auch er machte dem Bischof bald Sorgen. Schon 1599 musste Stobäus den Propst wegen verschiedener &amp;quot;Exzesse&amp;quot; suspendsieren, setzte ihn jedoch wieder ein. Ebenso waren einige Kanoniker durch Zügellosigkeiten aufgefallen. Ernste Gründe müssen den Bischof bewogen haben, den Propst 1614 neuerlich nicht nur seiner Würde, sondern auch seines aktiven und passiven Stimmrechtes für verlustig zu erklären. Auf Bitten der Kanoniker wurde Leo provisorisch im Amt belassen, da man mit seiner ökonomischen Leitung zufrieden war. Später scheint sich der Propst gebessert zu haben, denn im Jänner 1616 assistierte er mit dem Propst von Griffen dem Gurker Bischof beim Begräbnis für den Abt von St. Paul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Barockzeit=== &lt;br /&gt;
1619 wählte das Kapitel [[Johannes Maria Gambazi]] (auch Gambotz) zum neuen Dompropst. Er stammte aus Lugano in der Schweiz, war 1574 geboren worden und 1599 nach St. Andrä gekommen. Hier wurde er 1602 eingekleidet. Dass er früher Abt gewesen sein soll, ist daher kaum glaubhaft. Seine Regierungszeit ist die längste und prächtigste aller Pröpste geworden (1619–1662). 1625 verlieh ihm und allen seinen Nachfolgern Papst Urban VIII. das Recht der Pontifikalien. Dazu schaffte sich Gambazi eine Mitra, die ihn 181 fl kostete, einen Hirtenstab, ein Pectorale mit Kette aus Gold, einen Pontifikalring mit einem Saphir sowie große Tapeten aus grüner Seide für Pontifikalämter in der Kirche an. Außer verschiedenen Rauten hat er - nach eigenen Angaben - das neue Konventgebäude zu bauen begonnen und vollendet. Ausdruck der Bedeutung seiner Würde war die Berufung des Propstes als Verordneter in den großen Ausschuss der Kärntner Landstände (1645), die auch einigen Nachfolgern Gambazis zuteil wurde. Schon zu Lebzeiten ließ er sich ein repräsentatives Grabmal vom Bildhauer Philibert Pocabel errichten, das den Propst in ganzer Pracht und Herrlichkeit in &amp;quot;pontificalibus&amp;quot; zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Nachfolger [[Augustin Mayr]] (1662–1669) war anscheinend der erste Dompropst, der auch die Benediktion erhielt, die der Lavanter Fürstbischof vornahm. Noch als Stiftsdechant erhielt Mayer von Fürstbischof Max Gandolph von Khünburg den Auftrag, ein Verzeichnis der Lavanter Bischöfe bis zu Khünburg zu verfassen, das er 1656 fertigstellte. Es diente als Vorlage für eine bald darauf gemalte Porträtreihe aller Lavanter Bischöfe, die in Marburg/Maribor noch vorhanden ist. Mayer hat auch eine Beschreibung der Pröpste verfasst. Der Historiograph des Domkapitels aber wurde der bücherfreundliche Propst Adam Seyfried von Sugart (1688–1722). Er hinterließ eine Stiftsgeschichte von 1212 bis zu seiner Zeit (&amp;quot;Collectio multi variarum Litterarum ...&amp;quot;). Trotz - oder gerade wegen etlicher damals getätigter Ankäufe von Realitäten ging es dem Stift finanziell zunehmend schlechter, weshalb das Kapitel nach Sugarts Tod um Aufschub der Wahl bat, was Salzburg ablehnte. 1724 wurde die Bitte um Wahlaufschub neuerlich abgewiesen. Der nächste Propst [[Franz Anton von Sugart]] resignierte 1736 aus disziplinären - nicht, wie behauptet wird, wirtschaftlichen - Gründen, wurde aber wieder eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Aufhebung===&lt;br /&gt;
[[Franz Georg Messner]] (1760–1798) war der letzte Propst. Nachdem wirtschaftliche Notmaßnahmen keine Besserung der Vermögenslage des Stiftes gebracht hatten und die Kärntner Landeshauptmannschaft den Besitz wegen Steuerrückständen sequestriert hatte, wandten sich der Propst und das personell schon sehr zusammengeschmolzene Kapitel 1787 an den Salzburger Erzbischof. Sie beantragten die Rückstellung des Stiftungsvermögens an das Erzstift, behielten sich aber einen Unterhalt von 300 fl vor. Das Kapitel bestand ohnehin nur noch aus vier Kanonikern. Das Salzburger Domkapitel konnte dem Stift keine Hilfe gewähren und stimmte der Aufhebung St. Andräs zu. Man dachte in Salzburg daran, mit dem Fundationsvermögen ein neues Lavanter Domkapitel zu errichten. Als Propst Messner 1798 starb, war das Domstift nicht nur zahlungsunfähig, sondern nur noch mit zwei Domherren besetzt. Rettungsversuche des Lavanter Bischofs in letzter Minute wurden von der österreichischen Regierung nicht mehr akzeptiert. Die inzwischen staatlicherseits getroffene Bistumsregulierung, die den Sprengel Lavants verkleinert hatte, verhinderte eine andere Lösung, sodass 1808 die Liquidation des Stiftsvermögens erfolgte. Damit hatte das Stift auch vermögensrechtlich aufgehört zu existieren, nachdem es bereits personell ausgestorben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schule und wissenschaftliche Tätigkeit==&lt;br /&gt;
Die Domschule von St. Andrä ist urkundlich schon für das 14. Jahrhundert (1307, 1354, 1367) nachzuweisen. Die nächsten Hinweise zu ihr stammen erst wieder aus den Jahren 1576 (&amp;quot;Lorenz Weihsenkircher, derzeit des ehrwürdigen Kapitels allhier Schulmeister, zur Zeit Stadtschreiber&amp;quot;) und 1669. Damals hatte auch die Stadt eine eigene Schule, deren Erhaltung ihr oblag, wozu aber das Domstift jeden finanziellen Beitrag verweigerte. Das sogenannte Rogishaus in St. Andrä, das 1640 der Lavanter Bischof dem Bistum wieder restituieren sollte, diente offenbar dem Unterhalt der bischöflichen Alumnen und nicht dem der zukünftigen Chorherren. Denn 1641 gab es im Stift außer dem Propst nur sieben Kanoniker, aber keinen Novizen, dagegen zwei Sänger (Discantisten), während Domschüler nicht erwähnt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Bildungsstand der Kanoniker war bisher wenig bekannt. Ob der im 15. Jahrhundert genannte &amp;quot;baccalaureus in artibus, rector et notarius&amp;quot; Jakob ein Domherr oder eher ein Mitarbeiter der bischöflich Lavanter Kanzlei war, ist nicht zu entscheiden. Die Pröpste [[Martin Sanni]] (1669–1688) und [[Adam Seyfried von Sugart]] (1688–1722) besaßen das Doktorat der Theologie, wahrscheinlich als erste aus dem Kapitel. Von der historiographischen Tätigkeit der Pröpste [[Augustin Mayr]] und Adam Seyfried von Sugart war bereits die Rede. Die Berufung einiger Pröpste der Barockzeit in das Verordnetenkollegium der Kärntner Landstände setzt ein Minimum an juridischen Kenntnissen dieser Persönlichkeiten voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1710 sagten mehrere Kanoniker, in St. Andrä Philosophie oder Logik studiert zu haben. Andere hatten ihr Theologiestudium bei den Jesuiten in Graz oder Klagenfurt, einer in Fall an der Drau/Fala (bei Marburg/Maribor) absolviert, wo Benediktiner von St. Paul lehrten. Einem Chorherren hatte der Dompropst selbst Moral vorgetragen. Angeblich wurde ab 1763 eine Lateinschule in vier Klassen geführt, der ein eigenes Seminar angeschlossen war. Die Schule hat natürlich am Domstift existiert. Im folgenden Jahr werden &amp;quot;Professores Scholarum&amp;quot; erwähnt, wobei die Juniores und Novizen einem Chorherren als Scholasticus anvertraut waren und täglich bei einer Messe ministrieren sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Jahre später ernannte der Propst den Chorherren [[Anton Rainer]] von Harbach zwecks Unterweisung der Jugend zum Professor der &amp;quot;3. und 4. Schuell&amp;quot;. 1777 hatte der Scholasticus nicht nur die Novizen und Domicellarii unter sich, sondern auch die Sorge für die Bibliothek zu tragen. Nach dem Wunsch des Lavanter Bischofs sollte in diesem Jahr die Schule in ein Gymnasium umgewandelt werden, doch wurde diesem Vorhaben durch die Kärntner Landeshauptmannschaft - unverständlicherweise - nicht stattgegeben. Seltenheitswert besitzt das im Druck erhaltene Programm einer Aufführung der Schul-Jugend des &amp;quot;Cathedral-Collegiums Ordinis S. Augustini zu St. Andree&amp;quot; vom 28. August 1764. An diesem Tag führten die Domschüler als Dank für die Auszeichnung des Salzburger Erzbischofs für ihre guten Leistungen ein Trauerspiel auf, mit dem Titel &amp;quot;Augustus Caesar, Ein großmüthiger Überwünder seiner selbst&amp;quot;. Einer der letzten Domherrn, Sigmund von Dornhofen, war im Jahre 1800 Schulkatechet und hielt noch 1804 Normalschule, wofür ihm der Fürstbischof 50 fl Zulage versprach, um deren Auszahlung Dornhofen die Stiftsadministration ersuchte. Damals war die Domschule aber wohl schon abgekommen und nur noch die städtische Schule existent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse==&lt;br /&gt;
===Wirtschaftliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Erzbischof Eberhard II. hat sowohl das Chorherrenstift als auch das Bistum Lavant mit Gütern und Einkünften sehr gering ausgestattet. Das Bistum wurde schon vor 1841 (Tangl) spöttisch als Zwetschgen-Bistum bezeichnet, weil sein Jahresertrag praktisch nur dem Wert der Zwetschgenernte eines Jahres entsprach. Trotz mancher Schenkungen Erzbischof Eberhards II., von denen einige St. Andrä später von Salzburg sogar wieder entzogen wurden, war das Domstift beim Tod des Erzbischofs (1246) kaum lebensfähig. Er hat den ersten Chorherren nicht einmal ein Klostergebäude errichtet, sondern sie im bestehenden Pfarrhof untergebracht, obwohl er ihre Zahl auf 14 erhöht wissen wollte. Für den 1285 eingesammelten Kreuzzugszehent hatte St. Andrä 2 Mark weniger 40 Friesacher Pfennige zu bezahlen, ungefähr so viel wie die Kirche von Sternberg in Kärnten, sogar die Propstei Gurnitz zahlte mehr. Wegen der Armut der Stiftung überließ Salzburg 1291 dem Propst auf Widerruf den zehnten Teil aller Erträgnisse und Früchte der Salzburger Herrschaft im Lavanttal, bis sich das Stiftsvermögen auf andere Weise gemehrt habe. Im nächsten Jahr wurde die Vergabe erneuert. Erzbischof Friedrich III. verschaffte dem Stift 1324 noch Güter und Einkünfte zu Wimpassing und anderen Orten. Dann scheint sich Salzburg für die finanzielle Notlage des Stiftes auf Jahrhunderte hinaus nicht mehr interessiert zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Förderer des Stiftes erwiesen sich dagegen immer wieder die Lavanter Bischöfe, denn sie kannten die bedrängte Lage des Stiftes aus eigener Anschauung. Bischof Heinrich errichtete 1367 eine Jahrtagsstiftung für seinen Vorgänger und 1385 eine für sich selbst, wofür er dem Kapitel etliche Untertanen und ein Gut bei St. Andrä übergab. 1404 stiftete Bischof Konrad zwei ewige Wochenmessen auf den Annaaltar der Domkirche und gab dem Stift fünf Güter und einen Weingarten im Lavanttal. 1416 erhielt das Stift bischöflich Lavanter Lehen verliehen, weil es um solche gebeten hatte. 1424 schenkte der scheidende Bischof dem Kapitel 100 fl zur Renovierung der domstiftischen Gebäude, sein Nachfolger zwei Teiche zu Siebending. Auch einzelne Chorherren machten ihren Privatbesitz dem Stift dienstbar, wie der Chorherr Achaz, der 1401 der Propstei eine Hube verkaufte für zwei Jahrtage, die nicht einmal für ihn, sondern für einen Pfarrer und einen Privatmann zu halten waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hatte Herzog Rudolf IV. noch 1365 für den Bischof von Lavant, den Propst und das Kapitel einen Schutzbrief wegen der &amp;quot;grozzen notturft und gebresten&amp;quot; ausgestellt, scheint sich unter Propst [[Pilgrim II.]] (1370–1405) die wirtschaftliche Lage St. Andräs zeitweilig gebessert zu haben. Neben den Lavanter Bischöfen mehrten auch Adelige aus dem Lavanttal und Bürger von St. Andrä durch Seelgerät- und Ewige-Licht-Stiftungen oder Verkäufe den Besitz des Stiftes. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Güter, Huben, Äcker und Wiesen, aber auch einzelne Weingärten im Lavanttal. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gingen Stiftungen, Güterschenkungen und Ankäufe wie bei den meisten Ordenshäusern stark zurück. Die letzte Stiftung eines Jahrtages erfolgte durch eine Bürgerin von St. Andrä kurz vor der Reformation 1512.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der folgenden Zeit geriet die Kanonie neuerlich in eine wirtschaftliche und finanzielle Notlage, die anhielt, solange das Stift noch existierte. Am stärksten traf das Kloster die von König Ferdinand I. mit Zustimmung des Papstes vom geistlichen Besitz geforderte Quart, wodurch 1529/30 ein Viertel der Gülten für den Türkenkrieg zu Geld gemacht werden musste. St. Andrä war mit über 56 Pfund betroffen. Sein Besitz war also bis dahin auf etwa 225 Pfund Gülten angewachsen. Von den 56 Pfund Gülten erwarb Bischof Leonhard Peuerl 45 für sein Bistum, den Rest Christoph Welzer von Eberstein (7 Pfund 20 Schilling) und Franz von Thannhausen, salzburgischer Hauptmann zu Friesach. Von diesem ökonomischen Aderlass hat sich das Stift nicht mehr erholt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die den Pröpsten [[Paul Scheibensteiner]] (1558–1568) und [[Valentin Kummer]] (1575–1585) nachgesagte maßlose Verschwendung mag auf die ordentlichen und besonders die außerordentlichen Steuern, die der Landesfürst und die Kärntner Landschaft von den Gültbesitzern für den Türkenkrieg forderten, zurückzuführen sein. Wohl deshalb verkaufrechtete Propst Scheibensteiner 1563 den ganzen Getreidezehent zu Messensach und Mettersdorf samt einem Drittel Getreidezehent im Salzburger Amt St. Andrä um eine gewisse Summe an einen Bürger von St. Andrä und 1566 zur Abzahlung der Landsteuern und Türkenhilfe dem Lavanter Bischof eine Realität. Ob die damaligen Pröpste Geld auch missbräuchlich verwendet haben, ist nicht ersichtlich, doch warf der Konvent Prop st Kummer 1584 vor, die Schulden des Stiftes nicht bezahlt zu haben. Die Barschaft im Kloster bestand damals nur in &amp;quot;etlich funfundzweinzig dopelte und einfache Ducaten&amp;quot;. In den Kellern des Stiftes lagerten mehrere Startin Wein, hauptsächlich von den Rieden bei Wolfsberg, weniger aus Marburg. An Vieh im Propst- und Meierhof zählte man neben einem Reitross und fünf Wagenrössern 21 Milchkühe, zehn Kälber, einige Stiere, zehn Mastschweine und 24 Jungschweine. Jedenfalls stieg die Verschuldung des Stiftes weiter an und machte eine Administration unumgänglich. Wie weit es dem Administrator gelungen ist, die Wirtschaft zu sanieren, ist fraglich, denn er hatte dafür nur einige Jahre Zeit. Nach der Aussage von Bischof Georg Stobäus waren die Gebäude der Propstei ruinös, denn die Kanoniker konnten für sie nichts tun. Sie hatten angeblich Mühe, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ob sich die finanzielle Lage unter Propst [[Dominicus Leo]] (seit 1594) wirklich gebessert hat, ist unsicher. Er soll aber ein von seinem Kapitel anerkannter Ökonom gewesen sein. Damals besaß das Stift bereits die Gült der Kaplanei Schloss Tanzenberg, die aber nur aus zehn Untertanen bestand. Propst Leo hinterließ eine Barschaft von 674 fl, aber 1.275 fl Schulden. Dem Lebensunterhalt des Kapitels dienten 28 Milchkühe, 47 Schweine, fünf Gänse und ein Truthahnpaar. Im &amp;quot;Wolfsbergerkeller&amp;quot; des Stiftes lagerte Schmalz in Fässern, &amp;quot;Almbkhäs&amp;quot; und Birnenmost. Dompropst Johann Gambazi (1619–1662) veräußerte dem Bischof von Lavant ein Haus in St. Andrä, konnte aber auch Realitäten ankaufen, wie zwei Huben zu Matschenbloch, eine Hube zu Pfaffendorf bei St. Georgen im Lavanttal und eine Mautmühle samt Keuschen und Gründen zu Eisdorf (alle GB Wolfsberg), die alle Salzburger Lehen waren. Außerdem streckte der Propst der Kärntner Landschaft 1.080 fl vor, die von der jährlichen Steuer auf 20 Jahre abgerechnet werden sollten. Ein vom Kaiser gefordertes Darlehen von 10.000 fl konnte der Propst nur zum zehnten Teil erlegen und selbst dieser musste aufgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Jahre 1671 stammt das erste Urbar des Stiftsbesitzes. Dieser war in folgende Ämter zusammengefasst: das Gängl-Amt, Amt in Gemain, Aigen, Agsdorf, Amt Hornburg, Amt Haimburg, Amt Höllersberg (=Linsenberg), Trautmannsdorferamt und Amt St. Achatii (Kaplanei Schloss Tanzenberg), dessen zehn Untertanen vom Zollfeld bis nach Feldkirchen zerstreut wohnten. Insgesamt zählte man in allen Ämtern 144 und eine halbe Hube, vier Zulehen, den Neuharn- und Pirkerhof, vier Tavernen, eine Schmiede, zwei Badstuben und zwei Weingärten (ohne die Eintragungen des Bergregisters). Das stiftische Haus in Klagenfurt war 1670 zum Teil vermietet. Der Hauptbesitz des Stiftes lag in den Orten Siebending, Eitweg, Schönweg, Lamm, Pöllan und Wölzing, wo es schon seit der Gründung dotiert war. Etliche Güter St. Andräs waren Lehen Salzburgs, Bambergs und Lavants. Größere Erwerbungen tätigten die Pröpste Martin Sanni (1669–1688) und Adam Seyfried von Sugart (1688–1722).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1672 wurde mit der Stiftung des Pfarrers von Rinkenberg bei Bleiburg der Mollhof bei St. Andrä samt vier Huben (zwölf Pfund Gülten) angekauft. Danach erwarb das Stift den Edelsmannssitz Pollheim bei St. Michael im Lavanttal (Kaufpreis unbekannt) und 1693 die Güter Kollegg bei St. Andrä sowie Reideben südlich von Wolfsberg, für die zusammen 20.050 fl bezahlt werden mussten. Der Reinertrag aller vier Güter betrug insgesamt nur 940 fl im Jahr und die Finanzierung der Käufe erfolgte mit Fremdkapital, das man sich eigentlich nicht mehr leisten konnte. Zum unausgeglichenen Haushalt trugen wahrscheinlich auch die Anschaffungen von Kirchensilber, Paramenten und anderen Dingen unter Propst Gambazi und seinen Nachfolgern bei. Dementsprechend war das Stift 1685 bereits so überschuldet, dass es die Türkensteuer nicht mehr zahlen konnte. Die Passiva waren in diesem Jahr auf 19.310 fl gestiegen, die jährlich über 830 fl an Zinsen erforderten, weshalb die Finanzgebarung des Stiftes einen Jahresabgang von über 794 fl aufwies. Die Lage wurde durch (uneinbringliche) Untertanenausstände verschärft, die 1689 auf 5.891 fl angewachsen waren, denen damals 2.500 fl Bargeld im Stift gegenüberstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 18. Jahrhunderts kaufte das Stift noch die Herbsthube zu Rojach, ein Lehen Bambergs. Dann folgte der völlige finanzielle Zusammenbruch. 1721 wurden dem Domstift fast alle Untertanen gepfändet, die der Bischof von Lavant in Verwaltung nahm. Erzbischof Franz Anton von Harrach trat - viel zu spät - als Retter in höchster Not auf, löste die Untertanen dem Bischof um 9.000 fl ab und gab sie dem Stift zurück. Dieses hatte 1724 das Glück, von Johann Anton Freiherrn von Ruesdorf testamentarisch zum Universalerben eingesetzt zu werden. Dadurch kamen das Gut Polheim und der übrige Lavanttaler Besitz des Freiherrn eigentümlich an das Stift. Trotz vieler Legate, die auf dieser Erbschaft lasteten, blieb dem Stift ein gewisser Vermögensrest, mit dem der Propst einige alte Schulden tilgen konnte. Es hätte aber mehrerer solcher Erbschaften bedurft, um die Finanzgebarung St. Andräs vor dem Konkurs zu retten. 1732 war das Stift mit Passivschulden derart überladen, dass man von der Herrschaft Kollegg mehrere Meiereigründe und Zehente, Weingärten, einen Teil der Wälder und fast alle Untertanen verlor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reformversuche in der Verwaltung der Güter durch den Stiftschaffer blieben erfolglos. Der letzte Propst tauschte mit dem Stift Griffen noch einige Huben gegen die Griffen gehörende Gült Roswein bei Marburg/Maribor, und 1777 wurden die vier Weingärten bei Marburg abgestoßen. Zu diesem Zeitpunkt war das Stift längst zahlungsunfähig. Wegen der hohen Steuerrückstände sequestrierte die Kärntner Landeshauptmannschaft den gesamten Stiftsbesitz und setzte den Rentmeister als Sequester ein. In dieser ausweglosen Situation wandten sich der Propst und die vier letzten Chorherren am 15. Juni 1787 an den Salzburger Erzbischof und beantragten die Rückstellung (eigentlich Rücknahme) des Fundationsvermögens, ausgenommen den Unterhalt von 300 fl. Sollte dies unmöglich sein, baten sie um Erlaubnis, sich wegen Aufhebung des Stiftes an den Wiener Hof wenden zu dürfen. Das Salzburger Domkapitel stimmte dem Antrag auf Aufhebung zu. 1789 bestand das Vermögen des Stiftes aus 23.540 fl Aktiva, denen 56.942 fl Passiva gegenüberstanden, die liegenden Güter wurden auf 134.756 fl geschätzt. Dies ergab nur einen rechnerischen Überhang von 101.354 fl Aktiva, denn die Zinsen der Passiva konnte das Stift nicht mehr bezahlen. Das Stiftsvermögen wurde daher 1808 liquidiert und zum Religionsfonds geschlagen. Die Verwaltung der Güter übernahm die k. k. Staatsherrschaft St. Andrä.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rechtliche Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Erzbischof Eberhard II. hat als Gründer das Chorherrenstift St. Andrä in rechtlicher Hinsicht völlig von Salzburg abhängig gemacht. Während er dem Kapitel die Wahl des Lavanter Bischofs verweigerte, hat er dem Stift zwar die freie Propstwahl zugesichert, doch durch die Bestimmung, einen Kanoniker des Salzburger Domstiftes zum Propst zu wählen, eingeschränkt. Die ersten drei Pröpste hat Eberhard noch selbst eingesetzt. Danach dürfte das Kapitel von St. Andrä versucht haben, die lästige Bestimmung abzuschütteln, doch beurkundete 1288 der Lavanter Bischof erneut diese Verpflichtung. Damals überließen die Chorherren dem Bischof die Wahl, doch nahm der aus dem Salzburger Kapitel Gewählte die Wahl nicht an. An diesem Prozedere musste St. Andrä selbst dann noch festhalten, als das Salzburger Domstift 1514 säkularisiert wurde, sodass ab diesem Zeitpunkt stets ein Ordensfremder zum Propst von St. Andrä gewählt wurde. Ab diesem Zeitpunkt hätten die Gewählten bei Annahme der Wahl in den Augustinerorden treten müssen, was keiner von ihnen wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Säkularisierung des Salzburger Domstiftes war sicher die Ärmlichkeit der Kanonie der Hauptgrund, dass alle aus Salzburg Gewählten ihre Wahl ablehnten. 1288 überließ das Kapitel von St. Andrä die Propstwahl dem Lavanter Bischof. Eine etwas eigenartige Form der Wahl, die eine Einzelerscheinung blieb, war die Propstwahl von 1411, bei der sich das Kapitel &amp;quot;per formam mixtam et scrutinii&amp;quot; auf einen Salzburger Domherren einigte, der jedoch dann vom Kapitelsenior allein gewählt wurde. Wahrscheinlich schon bei der Gründung des Stiftes, jedenfalls vor 1244 und nicht erst in diesem Jahr, wie fast in der gesamten neueren Literatur über St. Andrä angegeben, wurde dem Propst die Würde und das Amt eines Archidiakons der Diözese Lavant verliehen, die einzelne Pfarrer von St. Andrä schon früher für dieses Gebiet der Salzburger Erzdiözese bekleidet hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Archidiakon hatte der Propst für den Bischof von Lavant die Pfarren der Diözese samt dem Kollegiatstift Unterdrauburg zu visitieren und Diözesansynoden abzuhalten. Eine solche tagte 1383 im Propsteigebäude zu St. Andrä in Anwesenheit des Propstes Pilgrim, seines Kapitels und zahlreicher Pfarrer aus den kärntnerischen und steirischen Pfarren der Diözese sowie des Dechants von Unterdrauburg. Pilgrim investierte als Archidiakon 1386 auch den neuen Pfarrer von St. Georg in Remschnik. Eine Unrichtigkeit stellt die Behauptung von Hauthaler/Martin im SUB III 620 n. 1073 (danach Pagitz-Roscher, Dopsch-Spatzenegger und andere) dar, der Erzbischof habe von Friedrich von Pettau die von diesem lehenweise innegehabte Vogtei über das Stift St. Andrä und dessen Besitzungen zurückgekauft und dem Stift geschenkt. Denn dies widerspricht dem Text der Urkunde von 1243, wo es nur heißt, dass Friedrich von Pettau der Kirche von St. Andrä &amp;quot;... advocacia super domo sancti Andree in Lavent&amp;quot; und einige Huben in genannten Orten verkauft habe, die er von Salzburg zu Lehen getragen hatte, und wofür ihm Propst und Kapitel 8 Mark gegeben hätten. Der Verfasser der Collectio merkte dazu explizit an, dass es sich dabei um ein Haus - nicht um das Kloster - gehandelt habe, das an das Pfarrhaus und die Pfarrkirche von St. Andrä anstieß und später zum Wohnhaus des Propstes wurde. 1245 schenkte der Erzbischof die Vogtei über diese Güter tatsächlich dem Domstift. Noch 1798 wird ausdrücklich festgehalten, dass das Fundations- und Vogtrecht über das Domstift beim Erzstift Salzburg liege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in das 17. Jahrhundert hatten die Salzburger Erzbischöfe die neugewählten Pröpste konfirmiert. Propst [[Erhard Ferman]] wurde 1469 im Auftrag des Erzbischofs vom Abt von St. Paul konfirmiert und investiert. Augustin Mayr war der erste Dompropst, der vom Bischof von Lavant 1662 konfirmiert und auch benediziert wurde. In der Folge wohnten die Lavanter Bischöfe regelmäßig den Propstwahlen bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Stift St. Paul hatte das Domstift im 15. Jahrhundert kirchen- und besitzrechtliche Auseinandersetzungen. Die Pfarrer der dem Kloster St. Paul im Lavanttal gehörenden Pfarren St. Martin im Gradnitztal und St. Maria in Fresen an der Drau suchten sich der geistlichen Jurisdiktion Lavants bzw. des Archidiakons zu entziehen, wurden aber 1421 vertraglich zu ihrer Anerkennung gezwungen. Ein Zehentstreit St. Andräs mit St. Paul wurde nicht nur in Salzburg und vor dem Herzog von Österreich verhandelt, sondern bis vor das Konzil von Basel bzw. Florenz getragen und 1441 durch einen Vergleich beendet. Einzelne Pröpste wurden mit den Lavanter Bischöfen wegen der sich gegenseitig berührenden oder überschneidenden Kompetenzen in Streitigkeiten verwickelt. So warf 1456 auf der Salzburger Provinzialsynode Bischof Theobald Propst Jakob Stepfer vor, sich bischöfliche Rechte angemaßt zu haben, während der Propst sich in seinen Rechten als Archidiakon vom Bischof beeinträchtigt fühlte. 1529 hatte Erzbischof Matthäus Lang neuerlich in einem Jurisdiktionsstreit zwischen Bischof und Propst zu vermitteln. Der Bischof hatte den Propst wegen Überschreitung seiner Jurisdiktion sogar exkommuniziert und dies dreimal öffentlich verkünden lassen. Der Erzbischof ließ es bei den bisherigen Jurisdiktionsrechten des Bischofs und Dompropstes bleiben, trug aber dem Bischof auf, bei jedem weiteren Vorgehen gegen den Propst sich vorher mit dem Erzbischof zu beraten. Die Jurisdiktion über das &amp;quot;Commisariat&amp;quot; St. Florian (Groß St. Florian in der Weststeiermark und die dabei befindlichen Kirchen) wurde dem Propst damals auch künftighin nicht konzediert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vierzig Jahre später musste der Propst den erkrankten Bischof auf der Salzburger Synode offiziell vertreten und 1515 hielt Propst Gilg Häring eine Diözesansynode zu St. Andrä ab. Seit mindestens 1446 gehörte der Propst zu den Kärntner Landständen und wurde von diesen oder dem Landesfürsten bei jedem Steueranschlag mitbelastet, im genannten Jahr mit 200 Gulden. Ebensoviel zahlte damals das Nonnenstift St. Georgen am Längsee oder die Stadt Klagenfurt, das Stift St. Paul hingegen viermal soviel. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Pröpste als Mitglieder der Prälatenkurie regelmäßig in das ständische Verordnetenamt berufen. Denn ihr Ansehen war seit der päpstlichen Verleihung des Pontifikalienrechtes 1625 sehr gestiegen. Dieses war jedoch auf die Domkirche beschränkt. Erst 1773 wurde dem Propst der Gebrauch der Pontifikalien bei Hochämtern, öffentlichen Prozessionen, Vespern etc. im ganzen Generalvikariatsbereich und der Erzdiözese Salzburg bewilligt. Da Stift und Kapitel von einem Salzburger Erzbischof gegründet worden waren, blieben beide bis zuletzt auch kirchenrechtlich an Salzburg gebunden. Dementsprechend wandten sich Propst und Kapitel 1787 wegen der unlösbaren wirtschaftlichen Situation nach Salzburg und beantragten die Rücknahme des Fundationsvermögens des insolvent gewordenen Stiftes. Das Salzburger Domkapitel nahm den Vorschlag an. Man plante in Salzburg mit dem Vermögen ein neues Lavanter Domkapitel zu errichten, nachdem das alte wirtschaftlich wie personell der Auflösung entgegenging. Die Wiener Regierung lehnte den Vorschlag jedoch mit der Begründung ab, dass das &amp;quot;regulirte Domstiftspersonale zu St. Andre&amp;quot; zur Erledigung der Amtsgeschäfte des in seinem Sprengel verkleinerten Bistums ausreichen würde. In der Folge starb aber das Domkapitel völlig aus, sein Besitz fiel an den Religionsfonds und erst 1825 wurde in St. Andrä ein neues Domkapitel installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Mit dem ersten Propst Ulrich kamen auch vier Chorherren, deren Namen nicht überliefert wurden, aus dem Salzburger Kapitel nach St. Andrä. Erzbischof Eberhard übergab 1234 dem Stift 13 Mark Gülten, damit die Zahl der Kanoniker auf 14 erhöht werden könne. Ob diese Zahl in den ersten Jahrhunderten je erreicht wurde, ist unbekannt und sehr fraglich, denn dafür fehlte auch ein entsprechendes Stiftsgebäude. 1308 werden namentlich vier Chorherren genannt, sechs Jahre später befanden sich neben dem Propst zehn Chorherren im Stift und alle waren Priester. Einer von ihnen stammte aus Wolfsberg im Lavanttal, ein anderer aus Altenmarkt in der Südweststeiermark. Um die Einnahmen des Stiftes mit seinen Ausgaben im Gleichgewicht zu halten, wurde bestimmt, dass die Zahl der Chorherren in der nächsten Dekade zehn nicht übersteigen sollte. Diese Vereinbarungen schlossen Propst und Kapitel im Jahre 1314 unter Bestätigung des Bischofs von Lavant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze 14. Jahrhundert hindurch werden neben den Pröpsten zahlreiche Dechante und Kanoniker genannt, aber fast immer nur mit Vornamen. Meist wurden die bisherigen Dechante zu Pröpsten gewählt, manchmal der Chorherr, der Pfarrer von St. Andrä war. In den Jahren 1375 bis 1383 werden urkundlich neben dem Propst und Dechant die Chorherren [[Achaz]], [[Albrecht]], [[Heinrich Pakker]] (oder auch Payr), [[Johann Himmelberger]], [[Johann Roster]], [[Johann Bavarus]] (Payr), [[Wolfhard de judenburga]] und [[Lienhard]] genannt. Der Konvent umfasste mit dem Propst zehn Personen. Von diesen ist Himmelberger eindeutig Kärntner und entweder aus dem Ort Himmelberg gebürtig oder Angehöriger der gleichnamigen Adelsfamilie. Payer könnte aus der zu Wolfsberg ansässigen adeligen Familie stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem 15. Jahrhundert sind nur wenige Chorherren namentlich bekannt. Hans Strasser, Kapitelsyndikus, und [[Jacob der Stepfer]] waren 1407 und 1434 Chorherren. Strasser war Lavanttaler und wahrscheinlich ein Mitglied der später adeligen Familie Strasser. Er wurde ebenso Propst wie Stepfer, der aus Reit (oder Oting = Altötting?) gekommen sein soll. Propst Jakob nahm über Vermittlung des Lavanter Bischofs und des kaiserlichen Rates [[Christoph Ungnad]], den Doktor der päpstlichen Rechte Franziscus von Mitterburg, ins Kapitel auf. Von den Dechanten dieser Zeit ragt [[Bernhard Gespäner]] (1474, 1480) hervor. 1494 erneuerte Bischof Erhard die von seinem Vorgänger 1383 erlassenen Constitutiones und gebot den Geistlichen u. a. nachdrücklich, sich standesgemäß zu kleiden und ein rotes Birett nur dann zu tragen, wenn sie dazu berechtigt seien. Um diese Zeit (1487) bestand in St. Andrä bereits eine St.-Ruperti-Bruderschaft, die auch 1566 und 1640 erwähnt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stift stand in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts noch in Blüte, dann geriet es allmählich in den Sog der Reformation Luthers, die bereits das Lavanttal erfasst hatte. 1592 sank die Zahl der Kapitularen offenbar auf unter fünf, weil damals nur mehr drei Kapitulare die Wahl des neuen Propstes dem Lavanter Bischof anheim stellten, der keinen von ihnen für die Würde geeignet hielt und einen Administrator einsetzte. Über die Herkunft der Pröpste des 16. Jahrhunderts fehlen genaue Angaben. Lediglich bei [[Gilg Häring]] (Propst 1500) wird vermerkt, dass er Profess des Bistums Freising gewesen sei, wiewohl ein Ruprecht Haring 1567 unter den Ratsbürgern St. Andräs genannt wird. Wenigstens die beiden, miteinander wahrscheinlich verwandten Pröpste [[Andreas]] und [[Tiburz Stachel]] (1485–1500, 1543–1558) könnten einer Bürgerfamilie von St. Andrä angehört haben, denn 1591 scheint unter den dortigen Ratsherrn ein Simon Stachl auf. Es ist anzunehmen, dass St. Andrä oder das Lavanttal die Heimat einer ganzen Reihe von namentlich bekannten wie auch vieler unbekannter Chorherren aller Jahrhunderte gewesen ist. Ähnliches mag für die Pröpste jener Zeit gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Reformbischof Georg Stobäus (1584–1618) und seinen Nachfolgern erstarkte zwar das katholische Leben der Diözese Lavant, doch das Stift wollte sich nicht so recht erholen. Da der Bischof mit dem Lebenswandel der Kanoniker unzufrieden war, versuchte er, geeignetere Kandidaten auch von weit her zu gewinnen, wie den Schweizer Gambazi. 1638 wurde [[P. Paul Huber]] aus dem Kloster Dießen in der Diözese Augsburg in St. Andrä aufgenommen, nachdem er durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges aus seinem Mutterkloster hatte fliehen müssen. Um den Erfolg der Reformen im Domstift für die Zukunft sicherzustellen, ließen es die Lavanter Bischöfe namens Salzburgs öfter visitieren. 1662 befanden sich 13 Kanoniker im Stift, darunter zwei Verwandte der Pröpste Leo und Gambazi mit demselben Familiennamen. Von zehn Kanonikern ist die Herkunft angegeben, drei stammten aus St. Andrä, zwei aus Klagenfurt, je einer aus Wolfsberg, Völkermarkt, Marburg/Maribor, aus Böhmen und der Schweiz. Bis auf die drei jüngsten Kanoniker waren alle Priester und hatten studiert, meistens Logik und Rhetorik, nur der Dechant auch Theologie. Einen akademischen Grad führte keiner. Alle waren bürgerlichen Standes. Der personelle Höchststand in der Geschichte des Domstiftes wurde im Jahre 1710 erreicht, als mit dem Propst 16 Kanoniker im Kloster lebten, was zu Raumnot führte. Einen Beitrag zur Erhöhung der Kanonikerzahl hatte Johann Otto Graf von Dernbach (verstorben 1697) durch die Stiftung von 6.000 fl als Unterhalt für zwei Kanoniker geleistet. Elf Kanoniker stammten aus Kärnten, nur einer aus St. Andrä selbst, vier aus der Steiermark und einer aus Böhmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Propst befanden sich elf Adelige im Kloster, darunter zwei Grafen [[Windischgräz]] und je ein Freiherr [[Aicholt]], [[Christallnig]] und [[Gabelkhoven]]. Möglicherweise gab es 1710 noch einen weiteren Kanoniker aus Kärnten im Stift, der als Festprediger bei den Klagenfurter Jesuiten wirkte. 1726 betrug die Zahl der Kapitulare zwölf, von denen sieben aus dem Adel stammten, darunter die beiden Pröpste des Namens Sugart und Propst [[Johann Georg von Thalheim]] (verstorben 1724), und bis auf einen Grazer und einen Böhmen alle gebürtige Kärntner waren. Das Stift hatte offenbar an Ansehen gewonnen. 1764 lebten 15 Kapitulare im Kloster, für die Fürstbischof Attems umfangreiche Kapitularstatuten erließ, die der Salzburger Erzbischof bestätigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Disziplinäre Entgleisungen einzelner Kanoniker blieben auch im 18. Jahrhundert nicht aus. Der letzte Propst Franz Georg Messner (verstorben 1798) war der Sohn eines Bürgers aus Friesach in Kärnten. 1764 stand er noch einem Kapitel von 14 Chorherren vor. Dann hörten, bedingt durch ein 1786 ergangenes Verbot, neue Kanoniker aufzunehmen, die Eintritte auf und Todesfälle lichteten die Reihe der Kanoniker. Grund für das Verbot war wohl die schlechte Wirtschaftslage des Stiftes. Mit dem Tod des letzten Propstes unterblieb die Wahl eines Nachfolgers sowohl aus wirtschaftlichen, als auch aus personellen Gründen. Die Sistierung des Chorgebetes und der mensa communis war der erste Schritt zur Auflösung des Klosters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bau- und Kunstgeschichte== &lt;br /&gt;
===Dom- und Stiftskirche===&lt;br /&gt;
Als das Stift 1225 gegründet wurde, wurde ihm die bisherige Pfarrkirche St. Andreas samt dem Pfarrhof übergeben. Die Pfarrkirche wurde Stiftskirche, drei Jahre später zum Dom des neuerrichteten Bistums, der daneben befindliche Pfarrhof zum Chorherrenkloster. Die erste Kirche zum hl. Andreas muss im 9. Jahrhundert erbaut worden sein. Aus dieser Zeit stammt, neben der Krypta, in der ein römischer Grabstein gefunden wurde, der Westturm, denn er besitzt an der Südseite romanische Drillingsfenster. Für die Pfarrkirche genügte ein Turm, für eine Bischofskirche war er jedoch entschieden zu wenig repräsentativ. Daher fügte man in der Gotik den Nordturm hinzu, der dem Gotteshaus bis heute sein charakteristisches Aussehen verleiht. Am 10. April 1183 urkundete der Salzburger Erzbischof zu St. Andrä in seiner curia vor der Rupertikapelle. Diese stand in unmittelbarer Nähe der damaligen Pfarrkirche und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts abgetragen. Bald nachdem die Pfarrkirche zur Stifts- und Domkirche geworden war, erforderte die Anwesenheit einer größeren Anzahl von Priestern die Errichtung zusätzlicher Altäre. Als erster Seitenaltar der Domkirche wird 1243 ein Altar des hl. Michael erwähnt. Noch im 13. Jahrhundert scheint auch der Kreuzaltar errichtet worden zu sein, der 1317 bestiftet wurde. Bischof Heinrich Krapff von Lavant errichtete und weihte zwischen 1363 und 1367 den Augustinusaltar und bestiftete ihn reichlich. 1403 wird ein Altar des hl. Ulrich, im Jahr darauf der Annaaltar genannt. Dies ergibt für das Jahr 1404 neben dem Hochaltar die Zahl von fünf Seitenaltären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige Dom- und heutige Stadtpfarrkirche in St. Andrä stammt aus dem 14. und 15. Jahrhundert und ist ein dreischiffiger, gotischer Raum. Das Langhaus ist vierjochig angelegt, das Mittelschiff weist ein Kreuzrippengewölbe des 15. Jahrhunderts auf, das Kreuzgewölbe der Seitenschiffe ist barock. Der Hauptchor ist dreijochig, sein Kreuzrippengewölbe wird der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zugeordnet. Die Maßwerkfenster sind neogotisch. Die ehemaligen Seitenchöre (Winterchor) wurden von den Schiffen abgemauert. Im südlichen Seitenchor befindet sich jetzt die Sakristei, das Kreuzrippengewölbe mit den Konsolköpfen wird um 1400 datiert. Die Annakapelle nördlich des Chores war früher die Taufkapelle und besitzt Fresken aus dem Jahre 1545, die der Dechant Christan Fux anbringen ließ. Sie sind 3,4 m breit und doppelt so hoch und zeigen in neun Feldern die Geburt Christi, Christus am Ölberg, eine Kreuzigungsgruppe und andere Darstellungen (z.B. Tiere).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem 16. Jahrhundert ist betreffend die Domkirche noch bekannt, dass Fürstbischof Leonhard Peuerl 1513 Meister Oswald von St. Veit mit der Herstellung eines Flügelaltars beauftragte, der nicht mehr existiert, und 1553/1554 (zwei?) Glocken von Urban Fiering gegossen wurden, die noch vorhanden sind. Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert haben sich auch im nördlichen Raum neben dem Westturm erhalten. Zu beiden Seiten des Westturmes befinden sich Kapellenräume (spätgotisch bzw. barock). Tauf- und Weihwasserbecken stammen aus dem Jahr 1692. In den drei Seitenkapellen der Kirche stehen Statuen des Apostels Andreas (linke Kapelle), des Apostels Petrus (rechte Kapelle) sowie ein Altaraufsatz aus dem 18. Jahrhundert, die Geburt Jesu darstellend (zweite nördliche Kapelle). Der Hochaltar wurde 1902 in neogotischer Form errichtet und zeigt eine geschnitzte Kreuzigungsgruppe, im oberen Abschluss die Statue des Kirchenpatrons Andreas. Die beiden Seitenaltäre sind dem hl. Augustinus (links) und Mariä Verkündigung (rechts) geweiht, das Verkündigungsbild stammt von Jakob Zanussi (verstorben 1742). Dieser Maler des Barock dürfte außerdem das ehemalige Hochaltarbild &amp;quot;Mariä Himmelfahrt&amp;quot; geschaffen haben, das jetzt vor der Empore hängt. Auf dem rechten Seitenaltar steht auch der ehemalige Tabernakel des Hochaltares und eine überlebensgroße Pieta aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Chorgestühl im Presbyterium, jedes zu sieben Plätzen, trägt die Jahreszahl 1761. Im 18. Jahrhundert hatte sich in der Domkirche bereits ein reicher Schatz an Reliquien angesammelt, darunter &amp;quot;ossa S. Andreae Ap.&amp;quot; und solche des hl. Augustinus mit dem Siegel Bischof Leonhards von Lavant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche enthält zahlreiche Grabsteine von Bischöfen, Pröpsten und Adeligen vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Einige sind bedeutende Denkmale der Bildhauerkunst. Der figurale Rotmarmor-Grabstein des Bischofs Lorenz II. von Lichtenberg (verstorben 1446) wird mit einem unbekannten Künstler im Umfeld von Hans Eybenstock bzw. Hans Valkenauer in Verbindung gebracht. Von den Pröpsten haben sich nur zwei Grabsteine in der Sakristei erhalten. Der für Johann Gambazi (verstorben 1662) wurde von Philiberto Pacobel, wahrscheinlich einem Sohn des zur Zeit der Reformation tätigen Philiberto Pacobelo d. Ä., angefertigt und signiert. Er zeigt den Propst in ganzer Figur und &amp;quot;in pontificalibus&amp;quot; samt dem kombinierten Wappen des Stiftes und des Propstes. Der zweite Grabstein gehört Propst Martin Sanni (verstorben 1688).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im 19. Jahrhundert erfolgten Umgestaltung des Kircheninneren im damaligen Zeitgeschmack der Neogotik fielen u. a. der Hochaltar und die Kanzel zum Opfer. Außerdem wurde der Westfassade eine Vorhalle angefügt. Deshalb sind Aussagen über den Zustand des Kircheninneren, als das Domstift noch existierte, nur bedingt zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stiftsgebäude=== &lt;br /&gt;
Wenig ist aus der Frühzeit des Stiftes über das Propsteigebäude bekannt. 1245 übertrug Erzbischof Eberhard dem Domstift das Vogteirecht über ein Haus in St. Andrä, das von Friedrich von Pettau zurückgekauft worden war. Es handelte sich dabei um das der Pfarrkirche benachbarte ehemalige Pfarrhaus, das dann durch Verbauung angrenzender Grundstücke zum Stiftsgebäude der Kanoniker vergrößert wurde. Unter dem Lavanter Bischof Hermann Gnaser (1434–1438) wurde das öffentliche Bad zu St. Andrä, am Kapitelgarten gelegen, dem Domkapitel zugewiesen (und damit &amp;quot;entschärft&amp;quot;). Dass einzelne Lavanter Bischöfe sich dem Domstift gegenüber finanziell großzügig zeigten, ist bereits gesagt worden. Konrad II. (um 1391–um 1408) soll dem Kapitel 22 Mark Silber geschenkt haben, Friedrich Theis von Thesingen (1423) gab vor seinem Weggang nach Chiemsee dem Stift 100 Gulden zur Herstellung der Gebäude. Um 1420 gab es in der Propstei eine &amp;quot;stuba maiora&amp;quot;, in der die Bischöfe und Pröpste mehrmals Urkunden ausstellten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Jakob Unrest sollen die kaisertreuen Söldner unter Leonhard von Kollnitz im Juni 1480 die Stadt St. Andrä überfallen und besetzt haben, damit sie nicht den Ungarn in die Hände fiele. Der auf salzburgisch-ungarischer Seite stehende Lavanter Bischof war geflohen. Die Kaiserlichen plünderten die bischöfliche Residenz und andere Gebäude der Stadt, und einige Söldner vergriffen sich angeblich auch an den sakralen Gefäßen der Domkirche und der Mitra des Bischofs. 1584 beschwerte sich der Konvent über Propst Valentin Kummer, er habe nicht nur die Schulden des Stiftes nicht bezahlt, sondern auch die Gebäude lassen abgehn, weshalb Bischof Stobäus feststellte, dass diese in Gefahr waren, in Trümmer zu verfallen. Auf seine Ermahnungen hin wurden sie durch den Propst wiederhergestellt und mit neuen anständigen Gemächern versehen. Auch die bischöfliche Residenz wurde von Stobäus neu aufgebaut. Angeblich ist schon damals der Ausbau der jetzt noch bestehenden ehemaligen Stiftsgebäude begonnen worden, unter Bischof Leonhard Götz (1619–1640) aber wieder zum Stillstand gekommen. Denn 1640 wird dem neuen Bischof Albert von Priamis aufgetragen, die von seinem Vorgänger verschleppten Baumaterialien dem Stift zurückzugeben und die Gebäude fertigzustellen. Auch das von Bischof Götz vertragene Silbergeschirr des Stiftes sei diesem zu restituieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das nach dem Tod des Propstes Dominicus Leo 1619 angelegte Inventar des Stiftes weist alle damals vorhandenen Räume des Stiftes samt der Einrichtung aus. Genannt werden eine Rüstkammer, die Tafelstube, ein Saal, eine große Stube, ein anschließendes Gewölbe, in dem sich das Archiv befand, weiters ein Saal vor dem oberen Zimmer des Propstes, ein Zimmer, das man die Alte Propstei nannte, samt der Alten Tafelstube, die Bibliothek und das neue Zimmer. Außerdem gab es ein Kraut- und ein Pressgewölbe, ein &amp;quot;Kuchelstübl&amp;quot;, einen Keller und den &amp;quot;Wolfsberger Keller&amp;quot;. Zuletzt werden noch die Pfisterei, die Torwärterstube, Mühle und Schmiede erwähnt, welch letztere zwei wohl schon außerhalb des Klosters lagen. Propst Gambazi (1619–1662) behauptete, den Konventbau begonnen und vollendet zu haben. Es müsste der heute noch stehende, zweigeschossige Bau mit den flachbogigen Pfeilerarkaden sein, der jetzt als Pfarrhof dient. 1641 wurden bezüglich des Klosters keine Baufälligkeiten beanstandet. Gambazi war der baufreudigste aller Pröpste des 17. und 18. Jahrhunderts und scheint auch die Geldmittel dafür gehabt zu haben. Bei der Propsteipforte errichtete er vier Zellen, baute die Propsteiküche, zwei Gastzimmer, die Arkadengänge von der Propstei in den oberen und unteren Konvent, ummauerte den Garten bei der Straße, führte im Marburger Weingarten ein Weingartenhaus auf und baute den Weinkeller in Gams. Aus der folgenden Zeit fehlen Nachrichten über bauliche Veränderungen der Propstei. Solche mussten wegen der Finanznot des Stiftes höchstwahrscheinlich unterbleiben, weshalb St. Andrä kein großartiges Barockstift werden konnte, wie es in jener Zeit so viele andere Klöster und Stifte Österreichs geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte August 1692 traf ein Blitzschlag das Propsteigebäude und zündete. Der Brand soll angeblich mit Wein gelöscht worden sein, nicht mit Wasser, das man für unwirksam hielt. Man hat wohl schneller den Wein in den Kellern als genügend Wasser zur Verfügung gehabt. Über die Bautätigkeit der Pröpste auf den inkorporierten Pfarren und deren Filialkirchen ist noch weniger bekannt, eine solche wegen der Armut des Stiftes auch kaum möglich gewesen. Lediglich von Propst Andreas Stachel wird berichtet, dass er 1499 die Nikolauskapelle in Siebending gestiftet habe. Glückliche Umstände haben dazu geführt, dass im Pfarrhof Maria Rojach unter verschiedenen geistlichen Porträts auch zwei von Pröpsten des Domstiftes St. Andrä die Zeiten bis heute überdauert haben. Die Porträts blieben bis dato unidentifiziert und deshalb so gut wie unbekannt. Das erste Porträt zeigt Propst Franz Anton von Sugart und sein Wappen und trägt die Inschrift: &amp;quot;Franciscus Antonius/De Sugart S. S. Tlgae. Doc./Cath. Eccl. Ad S. Andream/Vallis Lavant. Praepositus./Archid. Natus, Die 12. Marty/725 ad Praeposituram infulatam/Electus, Regimin. 34 An. Obiit 759/Die 20 Septemb. Aetatis Suae 73 Ann.&amp;quot;. Das zweite Porträt ist unbeschriftet, trägt aber ein Allianzwappen, dessen linkes Wappen den stehenden hl. Andreas mit Nimbus, vor sich das Andreaskreuz haltend, zeigt, während das rechte jenes des letzten Propstes Franz Georg Messner ist, den daher das Bild darstellt. Das Allianzwappen ist von einem Engelskopf, der eine Mitra trägt, und einem Pastorale nach rechts überhöht. Das persönliche Wappen des Propstes konnte durch Vergleich mit einem Siegel Propst Messners im Klagenfurter Diözesanarchiv zweifelsfrei identifiziert werden. Der Propst trägt ein mit Diamanten besetztes Pektorale und einen ebensolchen Ring, rechts vom Dargestellten sind Mitra und Infel zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliothek==&lt;br /&gt;
Die Erstausstattung des neu gegründeten Chorherrenstiftes mit Büchern zum liturgischen Gebrauch erfolgte sicher seitens des Erzbischofs bzw. durch das Salzburger Domstift. Was sonst noch an theologischer und säkularer Literatur von Salzburg nach St. Andrä mitgegeben wurde oder in den ersten Zeiten dorthin gekommen ist, kann mangels Nachrichten nicht einmal vermutet werden. Es scheint, als ob sich die Tätigkeit eines etwa vorhandenen Skriptoriums allein auf die Abschrift gewisser &amp;quot;Constitutiones&amp;quot; zur Augustinusregel beschränkt hätte, denn die Überlieferung von Handschriften aus dem Domstift ist äußerst dürftig. Einige Handschriften haben sich in der bischöflichen Bibliothek zu Marburg/Maribor erhalten, wobei nicht ganz sicher ist, ob sie dem Gebrauch der Kanoniker und/oder dem der Lavanter Bischöfe dienten: Eine Pergamenthandschrift aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, die &amp;quot;Constitutiones a sanctis patribus, ordinis sancti Augustini per Salczburgensem provinciam constitutis&amp;quot;, wie sie das Salzburger Kapitel beobachtete, sowie einen &amp;quot;Liber consuetudinum in regulam et ordinem sancti Augustini episcopi&amp;quot; enthält. Die Handschrift wurde von Weinfurter als Abschrift einer 1224 oder kurz danach zu datierenden Handschrift aus St. Florian nachgewiesen, die anlässlich der Kanonikerreform (eigentlich reine Ordensreform) unter Erzbischof Eberhard II. entstanden ist. Eine weitere Pergamenthandschrift desselben Jahrhunderts in Marburg ist mit &amp;quot;Sermone S. Augustini&amp;quot; (recte &amp;quot;Sermones ... &amp;quot; ?) betitelt. Sie könnte ebenso wie ein Kalender mit Heiligenfesten aus einem Augustinerkloster stammen und enthält die Notiz: &amp;quot;1467 Martinvs Kolweis.&amp;quot; Eine Sammelhandschrift aus dem 15. Jahrhundert, die von &amp;quot;Jacobum baccalarium in artibus, rectorem et notarium apud sanctum Andream in Lavant&amp;quot; verfasst wurde, befindet sich in Klagenfurt. Jacob war wohl bischöflich Lavanter Notar. Im Kärntner Landesarchiv wird ein Fragment des Stricker aus dem 13./14. Jahrhundert verwahrt, das aus St. Andrä stammen soll. 1585 werden im Inventar der Propstei summarisch 30 lateinische und deutsche Bücher in Folio, 20 ebensolche in Quart, 30 in Quart- und Sextformat sowie 25 &amp;quot;allerley Luttrisch Puecher&amp;quot; ewähnt. Die Bibliothek bestand demnach aus 105 Büchern. Dazu kamen noch 13 pergamentene Bücher im Chor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1619 heißt es, dass es einen Bibliotheksraum gebe, als dessen Inhalt zwar lediglich ein &amp;quot;zinnenes Nachtgeschürr&amp;quot; angegeben wird, doch war schon ein ordentlicher Katalog der in der Quelle weder im einzelnen noch zahlenmäßig genannten Bücher verfasst worden. Auch 1662 gab es einen Bibliothekskatalog, er ist aber nicht mehr vorhanden. Dompropst Adam Seyfried von Sugart (1688–1722) war ein ausgesprochener Liebhaber von Büchern. Er sagt selbst, dass er eine Bibliothek mit veralteten Büchern vorfand, weshalb er neue anschaffte. 1703 listete er diese eigenhändig mit Verfassern und Titeln auf. Es waren 524 Werke in einer Vielzahl von Bänden, die ihn 1.200 fl gekostet hatten. Ihr Inhalt bestand hauptsächlich in theologischen, dogmatischen, scholastischen, kanonistischen, philosophischen und anderen Abhandlungen, aber auch Wolfgang Zahns &amp;quot;Opera de mundo et coelo&amp;quot; sowie &amp;quot;Geographia&amp;quot; und Druckwerke anderer älterer und zeitgenössischer Autoren waren darunter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Bitte des Propstes schenkte diesem Johann Otto Graf von Dernbach (verstorben 1697) aus seiner Privatbibliothek 680 auserlesene Bücher, deren Wert der Propst auf 2.000 fl schätzte. Damit besaß das Domstift eine Bibliothek von einigen tausend Bänden, die später sicher noch vermehrt wurden. Dies mag einige Pröpste angeregt haben, selbst schriftstellerisch, d. h. historiographisch tätig zu werden. Aus der Feder Propst [[Augustin Mayrs]] (1662–1669) stammt die Reihe der Bischöfe von Lavant bis 1669, die andere fortsetzten. Sie ist offenbar identisch mit dem &amp;quot;Chartularium&amp;quot; Mayrs, das Jaksch 1904 als verloren meldet, jedoch der St. Pauler Benediktiner Trudpert Neugart für sein abschriftlich erhaltenes Werk &amp;quot;Episcopatus Lavantinus&amp;quot; benützte. Propst Adam Seyfried von Sugart ist der Verfasser der &amp;quot;Collectio multi variarum litterarum&amp;quot; (1703/07), die sich - nicht immer ganz richtig mit der Gründungsgeschichte des Stiftes beschäftigt und sich im KLA befindet. 1697/98 schenkte der Stainzer Chorherr [[Johann Maximilian Morelli]] lt. Widmung dem Kloster St. Andrä ein Buch über die „Universa philosophia [Aristote ica]&amp;quot;. Bis in die letzten Zeiten &lt;br /&gt;
des Stiftes scheint immer ein Chorherr als Bibliothekar die Bücher betreut zu haben. Heute sollen von der Bibliothek des Domstiftes nur wenige Bände erhalten geblieben sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archivalien==&lt;br /&gt;
August v. Jaksch klagte 1905 (im dritten Band der MDC, S. XVIII), dass es mit dem Archiv dieser Kirche (Lavant/St. Andrä) sehr schlecht aussehe. Tatsächlich erfährt man über ein Archiv des Domstifts vor dem Ende des 16. Jahrhunderts so gut wie nichts. Erst 1585 wird im damals aufgenommenen Inventar der Propstei lapidar erwähnt, dass die Urkunden in verschiedenen Kästen aufbewahrt würden. Dann herrscht in den Inventaren der Propstei zweihundert Jahre lang Schweigen über das Archiv. Kurz vor dem Ende des Stiftes (1777) verwaltete es ein Chorherr als Archivar, dem damals aufgetragen wurde, sich Kenntnis über alle geistlichen und weltlichen Akten zu verschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Liquidationsinventar von 1808, das Hinweise über Archiv- und Bibliotheksbestände enthalten hätte, konnte unter der von Pagitz-Roscher angegebenen Signatur im KLA nicht gefunden werden. Urkunden in Original bzw. Abschrift aus oder über St. Andrä bzw. Lavant befinden sich derzeit im Diözesanarchiv Maribor und im Klagenfurter Landesarchiv. Eine wertvolle Quelle über das Bistum und Domstift im Spätmittelalter ist der &amp;quot;Codex Henrici episcopi&amp;quot;, den Bischof Heinrich Krapff von Lavant (1363–1387) anlegte und der im Diözesanarchiv Maribor verwahrt wird. Er enthält Abschriften zahlreicher, im Original z. T. verlorener Urkunden von vor der Gründung des Domstiftes und Bistums bis zum 16. Jahrhundert. Die im Original oder nur aus dem &amp;quot;Codex&amp;quot; überlieferten Urkunden wurden zum größten Teil von Ozinger ediert und haben - mehr oder weniger vollständig - abschriftlich in die Urkundenreihe des Steiermärkischen Landesarchives sowie in das Salzburger Urkundenbuch und die MDC Aufnahme gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Diözesanarchiv in Maribor bewahrt auch einige Handschriften aus St. Andrä (z.B. Codex 115). Anderes Quellenmaterial ist im Kärntner Landesarchiv zu finden, worunter eine Reihe von Handschriften mit verschiedenen Signaturen zu verstehen ist. Akten über das Domstift vom 16. bis 18. Jahrhundert, darunter etliche Originalurkunden, enthalten einige Kartons im ADG im Archivkörper &amp;quot;Alte Salzburger Akten&amp;quot; - Domstift St. Andrä. Im Salzburger Landesarchiv existieren schließlich die Domkapitel-Protokolle, in denen Angelegenheiten des Domstiftes ihren Niederschlag gefunden haben. Sie wurden von Magda Pagitz-Roscher für ihre Publikation benützt. Über Akten aus dem Domstift im Diözesanarchiv Maribor war wegen dessen noch unerschlossenen Bestandes nichts zu erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur== &lt;br /&gt;
* Karl Amon: Eigenkirche und Salzburger Mission. In: Siedlung, Macht und Wirtschaft. Festschrift Fritz Posch zum 70 Geburtstag. Hg. von Gerhard Pferschy. Graz 1981 (Veröffentlichungen des Steiermärkischen Landesarchivs, 12), S. 319–333.&lt;br /&gt;
* Karl Amon: Vom Archipresbyterat zur &amp;quot;Urpfarre&amp;quot;. Das Landesarchipresbyterat als Ursprung der Pfarre in der Alten Diözese Salzburg. In: Festschrift Helmut J. Mezler-Andelberg. Hg. von Herwig Ebner / Walter Höflechner. Graz 1988, S. 21–36.&lt;br /&gt;
* Caesar Augustus. Ein Großmüthiger Überwünder seiner selbst. In einem Trauerspiel von 3 Aufzügen, welches die Schul-Jugend des Cathedral-Collegiums Ordinis S. Augustini [...] zu St. Andree im Laventhall den 28. August im Jahr 1764 vorgestellet, [...]. Klagenfurt [1764].&lt;br /&gt;
* DEHIO-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Wien 2001.&lt;br /&gt;
* Otto Demus: Die spätgotischen Altäre Kärntens. Klagenfurt 1991 (Aus Forschung und Kunst, 25).&lt;br /&gt;
* Heinz Dopsch / Hans Spatzenegger: Geschichte Salzburgs. 2 Bände. Salzburg 1981–83.&lt;br /&gt;
* Franz Dückher von Haßlau zu Winckl: Saltzburgische Chronica. Das ist: Beschreibung deß Lands / Stifftung (...). Saltzburg 1666 (Nachdruck Graz 1979). &lt;br /&gt;
* Walther Fresacher: Eine aufschlussreiche Urkunde aus dem Jahre 1319. In: Carinthia I, 147 (l957), S. 350–381.&lt;br /&gt;
* Walther Fresacher: Die ältesten Kirchen im Lavanttal. In: Carinthia I, 149 (1959), S. 788–803.&lt;br /&gt;
* Walther Fresacher: Die Blutgerichtsbarkeit des Stiftes St. Paul und der Stadt St. Andrä in Kärnten. In: Carinthia I, 155 (1965), S. 169–198.&lt;br /&gt;
* Walther Fresacher / Gotbert Moro u. a.: Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, II. Abteilung: Die Kirchen- und Grafschaftskarte. Teil 8, 2: Kärnten. Ost- und Mittelkärnten nördlich der Drau. Klagenfurt 1958 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, 52/1958).&lt;br /&gt;
* Karl Ginhart: Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Klagenfurt (Land). Klagenfurt [1932] (Die Kunstdenkmäler Kärntens, V/2).&lt;br /&gt;
* Paul Gleirscher: Karantanien. Das slawische Kärnten. Klagenfurt 2000.&lt;br /&gt;
* Lorenz Franz Hohenauer: Kurze Kirchengeschichte von Kärnten. Klagenfurt 1850, S. 109.&lt;br /&gt;
* August von Jaksch / Martin Wutte u. a.: Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer. Hg. von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, I. Abteilung: Die Landgerichtskarte. 4. Teil: Kärnten, Krain, Görz und Istrien. Wien 1914.&lt;br /&gt;
* Schatzhaus Kärnten. Landesausstellung St. Paul 1991. 900 Jahre Benediktinerstift. Hg. vom Ausstellungskuratorium. Klagenfurt 1991.&lt;br /&gt;
* Barbara Neubauer-Kienzl / Wilhelm Deuer: Renaissance in Kärnten. Klagenfurt 1996 (Die Kunstgeschichte Kärntens, 4).&lt;br /&gt;
* Ernst Klebl: Zur Geschichte der Pfarren und Kirchen Kärntens. In: Carinthia I, 115 (1925), S. 1–47.&lt;br /&gt;
* Olaf Klose: St. Andrä im Lavanttal in Kärnten. In: Nordelbingen. Beiträge zur Kunst- und Kulturgeschichte 43. Heide-Holstein 1974, S. 285–288.&lt;br /&gt;
* Milko Kos: Srednejeveski rokopisi v Sloveniji. In: Zbornik za umetnostno zgodovino, izdaja Umetnostno-zgodovinske drustvo v Ljubljani, Jg. 9 (1929), S. 1–2, 11–43.&lt;br /&gt;
* Francisek Kovacic: Zgodovina Lavantinske skofije (1228-1928). Ob 700 letnici njene ustanovitve. Maribor 1928.&lt;br /&gt;
* Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. Teil I und II. Fotomechanischer Nachdruck der Ausgabe: Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 50/1956, 51/ 1958. Klagenfurt 1996.&lt;br /&gt;
* Anton Kreuzer: Die Stifte und Klöster Kärntens. Klagenfurt 1986.&lt;br /&gt;
* Alois Maier: Kirchengeschichte von Kärnten. 3 Teile. Klagenfurt 1951–56.&lt;br /&gt;
* Marian: Geschichte der ganzen oesterreichischen, weltlichen und kloesterlichen Klerisey beyderley Geschlechtes, 3. Teil., 5. Band. Wien 1783, S. 279 ff.&lt;br /&gt;
* Gilles Gerard Meersseman: Die Reform der Salzburger Augustiner-Stifte (1218) eine Folge des IV. Laterankonzils (1215). In: Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte (4/1954), S. 81–95.&lt;br /&gt;
* Hermann Menhardt: Handschriftenverzeichnis der Kärntner Bibliotheken. Band l: Klagenfurt, Maria Saal, Friesach. Wien 1927.&lt;br /&gt;
* Richard Milesi: Barock und Klassizismus in der Grabplastik Kärntens. Klagenfurt 1965 (Buchreihe des Landesmuseums für Kärnten, XVIII).&lt;br /&gt;
* St. Anrdrä i. L. In: Mitteilungen der K. K. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und Historischen Denkmale X (N. F. 1884), S. CXXVff. &lt;br /&gt;
* Barbara Neubauer-Kienzl / Wilhelm Deuer / Eduard Mahlknecht: Barock in Kärnten Klagenfurt 2000 (Die Kunstgeschichte Kärntens).&lt;br /&gt;
* Jakob Übersteiner: Aus Religionsakten des Jahres 1582. In Carinthia I, 172 (1982), S. 7–38.&lt;br /&gt;
* Österreichische Kunst-Topographie. I. Band: Kunst-Topographie des Herzogthums Kärntens. Hg. von der K. K. Central-Commission f. Erforschung u. Erhaltung von Kunst u. histor. Denkmalen. Wien 1889.&lt;br /&gt;
* Ignaz Orzen: Das Bisthum und die Diözese Lavant. I. Theil. Marburg 1875.&lt;br /&gt;
* Magda Pagitz-Roscher: Das Augustiner-Chorherrenstift St. Andrä im Lavanttal. In: Carinthia I, 157 (1967), S. 296–319.&lt;br /&gt;
* Carl F. Panagl-Holbein: Zeugen einer großen Vergangenheit. Aufgelassene Klöster in Österreich. Wien 1988.&lt;br /&gt;
* Josef Pötsch: St. Andrä im Lavanttal. 650 Jahre Stadt 1339–1989. Hg. von der Stadtgemeinde St. Andrä. St. Andrä / Wolfsberg 1989. &lt;br /&gt;
* Josef Pötsch / Günther Peter: St. Andrä in alten Ansichten. Zaltbommel 1998 (Europäische Bibliothek).&lt;br /&gt;
* Johann Quitt: Zwei Flügelaltäre des Lavanttales aus dem Jahre 1513. In: Carinthia I, 99 (1909), S. 9–13.&lt;br /&gt;
* Karl Schellhass: Der Dominikaner-Felician Niguarda und die Gegenreformation in Süddeutschland und Österreich 1560-1583. Band 1 und 2. Torino 1930 und 1939 (Bibliothek des preußischen Historischen Institutes in Rom, 17).&lt;br /&gt;
* 750 Jahre Bistum Lavant 1228-1978. St. Andrä im Lavanttal. Hg. von der Stadtpfarre St. Andrä. Wolfsberg 1978.&lt;br /&gt;
* Jakob Stepischneg: Georg III. Stobaeus von Palmburg, Fürstbischof von Lavant. In: Archiv für österreichische Geschichte 15 (1856), S. 71–132.&lt;br /&gt;
* Karlmann Tangl: Reihe der Bischöfe von Lavant. Klagenfurt 1841. Darin: Reihe der Pröpste des regulierten Chorherren-Stiftes zu St. Andreä, S. 361–487 und Nachtrag S. 503–505.&lt;br /&gt;
* Peter G. Tropper: Vom Missionsgebiet zum Landesbistum. Organisation und Administration der katholischen Kirche in Kärnten von Chorbischof Modestus bis zu Bischof Köstner. Klagenfurt 1996.&lt;br /&gt;
* Hans Wagner / Herbert Klein: Salzburgs Domherren von 1300 bis 1514. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 92 (1952).&lt;br /&gt;
* Wallfahrtskirche Maria Loreto. Bischofstadt St. Andrä im Lavanttal. Passau 1990 (PEDA-Kunstführer, 40).&lt;br /&gt;
* Stefan Weinfurter: Salzburger Bistumsreform und Bischofspolitik im 12. Jahrhundert. Der Erzbischof Konrad I. von Salzburg (1106–1147) und die Regularkanoniker. Köln / Wien 1975 (Kölner historische Abhandlungen, 24).&lt;br /&gt;
* Erika Weinzierl-Fischer: Die Quart in Kärntens Stiftern und Klöstern 1529–1530. In: Mitteilungen des österreichischen Staatsarchivs 4 (1951), S. 139–166.&lt;br /&gt;
* Sabine Weiß: Die Beziehungen des Erzbistums Salzburg und seiner Eigenbistümer Gurk, Chiemsee, Seckau und Lavant zur römischen Kurie unter Papst Martin V. (1417–1431). Eine Strukturanalyse. Habil.schr. Univ. Innsbruck. Innsbruck 1978.&lt;br /&gt;
* Alfred von Wretschko: Zur Frage der Besetzung des erzbischöflichen Stuhles in Salzburg im Mittelalter. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 47 (1907).&lt;br /&gt;
* Friederike Zaisberger: Die Städte der Salzburger Erzbischöfe. Übersicht und Vergleich. Eine Bestandsaufnahme. In: Stadt und Kirche. Hg. von Franz-Heinz Hye. Linz 1995 (Beiträge zur Geschichte der Städte Mitteleuropas, XIII), S. 15–52. &lt;br /&gt;
* Notburga Zimmermann: Die Entwicklung des elementaren Schulwesens im Lavanttal (Kärnten) in der Zeit zwischen der Erklärung des Schulwesens zum &amp;quot;Politicum&amp;quot; (1770) und dem Reichsvolksschulgesetz (1869). Diss. Univ. Klagenfurt. Klagenfurt 2000.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Stift Suben</title>
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		<updated>2022-10-13T13:19:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Frühere Bezeichnungen=Subana; Subuna&lt;br /&gt;
|Benannt nach=''Aenus fiumen'' oder ''Enus fiumen'' (Fluss Inn): Aus &amp;quot;Sub&amp;quot; und &amp;quot;en&amp;quot; ergibt sich &amp;quot;Unter-Inn&amp;quot;  oder &amp;quot;am unteren Inn gelegen&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Closter Suben.jpg&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Stift Suben, Kupferstich (1721)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Politische und kirchliche Topographie== &lt;br /&gt;
Das Innviertel gehörte bis 1779 politisch zu Bayern, kam im Friedensvertrag von Teschen an Österreich, dem es nach einem kurzen Intermezzo unter Napoleon 1816 endgültig eingegliedert wurde. 1850 erfolgte die Errichtung der Gemeinde Suben mit 296 Einwohnern. Heutige topographische Lage: Republik Österreich, Bundesland Oberösterreich, Bezirkshauptmannschaft Schärding, Gemeinde Suben. Kirchlicherseits gehörte das Innviertel ehemals größtenteils zur 739 gegründeten Diözese Passau. Mit dem Wechsel der Landeshoheit kam es 1783/85 zur neugegründeten Diözese Linz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Patrozinien== &lt;br /&gt;
Bereits die erste Kirche der von den Formbacher Grafen erbauten Burg war dem hl. Märtyrerbischof Lambert von Maastricht geweiht. Dieses Patrozinium blieb der Stiftung immer erhalten. Die vor dem Stiftstor gelegene und 1785 profanierte Pfarrkirche war der hl. Jungfrau Maria geweiht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Suben liegt hoch auf der Schotterterrasse am Ostufer des Inn auf einer natürlich geschützten Landzunge, die vom tief eingeschnittenen Subenbach und vom Inn gebildet wird. Hier war vermutlich schon eine keltische, vorgermanische Niederlassung. Später stand auf der Landzunge eine römische Befestigungsanlage zum Schutz der Innschiffahrt. Im 11. Jahrhundert waren große Teile des Gebietes am unteren Inn im Besitz der Grafen von Formbach (Vornbach), die an der Stelle der Römerbefestigung in Suben eine Burg mit einer Kirche zum hl. Lambert errichteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Kollegiatstift=== &lt;br /&gt;
Als Gründungszeit des Stiftes wird seit jeher 1050 angegeben, doch ist dieses Datum keineswegs gesichert. Die Sage erzählt, Tuta sei mit ihrer älteren Schwester Himiltrud - beide Töchter des Grafen Heinrich von Formbach - bei einer Bootsfahrt auf dem Inn während eines Sturmes in arge Bedrängnis gekommen. Menschliche Hilfe war nicht in Sicht und so wandte sich Tuta in ihrer Todesnot zum Himmel und gelobte, dort ein Kloster zu bauen, wo ihr Schiff sicher an Land gelangen würde. Tatsächlich erreichten sie oberhalb von Schärding, bei der Mündung des Subenerbaches, das rettende Ufer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tuta wird in frühen Zeugnissen als Regina (&amp;quot;Königin&amp;quot;) bezeichnet. Nach heutigen Erkenntnissen war sie wenige Jahre mit König Bela I. von Ungarn (t 1063) verheiratet. Einer zweiten Ehe mit Graf Engelbrecht III. von Kärnten entsprossen zwei Kinder: Koloman und Adelheid. Koloman wurde Kleriker und soll später Vorsteher des Kollegiatkapitels Suben gewesen sein. Adelheid vermählte sich mit Graf Udalschalk vom Lungau (Oberkärnten). Tutas Todesjahr ist unbekannt, denn das Datum auf ihrer aus gotischer Zeit stammenden Grabplatte - 1136 - hält einer genauen Überprüfung nicht stand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sogenannten Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst gehörten die Grafen von Formbach zur päpstlichen Partei. Aus diesem Grunde wurden im Jahr 1078 die Burgen von Formbach und Suben von kaiserlichen Verbündeten zerstört. In den erhaltenen Berichten wird aber kein Stift in Suben erwähnt. Die tatsächliche Gründung des Kollegiatstiftes dürfte demnach zwischen 1080 und 1100 erfolgt sein. Tuta stattete das ''monasterium Subene'' mit Gütern am rechten Innufer aus. Auch im Schärdinger Wasserzoll - nach 1095, aber vor 1100 - hat Tuta den ihr zufallenden Zollerträgnisanteil ihrer Stiftung vermacht. Auch Tutas Tochter Adelheid und ihr Ehemann Graf Udalschalk erwiesen sich als Wohltäter des Stiftes.&amp;lt;ref&amp;gt; In einem Diplom, das um 1120 ausgestellt wurde, heißt es: &amp;quot;Allen Gläubigen sei kundgetan, daß Graf Udalschalk und seine Gattin Adelheid ihrem Sohn Altmann Suben übergeben haben und den Altar des heiligen Lambert, des Blutzeugen Christi, mit allem, was dazugehört, damit er dies den Klerikern überlasse, die dort nach dem Willen der Vorfahren Gott dienen. Zeugen dafür sind ...&amp;quot; &amp;lt;/ref&amp;gt; Der hier genannte Alhnann, also ein Enkel der Tuta, war zu dieser Zeit Kanonikus in Passau und wurde später Bischof von Trient. In einer anderen Urkunde bezeugen Gräfin Adelheid und ihr Sohn Altmann, Cholomunzi (heute Kolbnitz a. d. Möll, Kärnten) mit allem, was dazugehört , mit einer einzigen Ausnahme , an Suben zu übergeben. In diesem Zusammenhang ist ein Diplom aus dem Jahr 1125 oder 1126 von Bedeutung, in dem Altmann, diesmal schon als Bischof ausgewiesen, der Kirche in Suben, &amp;quot;... in der auch seine Eltern ruhen ...&amp;quot;, eine ziemlich große Anzahl von Schenkungen vermacht und sie den dort in Gemeinschaft lebenden Klerikern als Eigentum übergibt. Bischof Altmann hat also das bereits bestehende weltpriesterliche Kollegiatstift, das bisher ein eher kümmerliches Dasein führte, kräftig unter stützt und gilt als zweiter Stifter von Suben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Augustiner-Chorherrenstift=== &lt;br /&gt;
Die Reformidee, die Kirche aus ihrer weltlichen Umklammerung zu befreien, hatte in Bischof Altmann von Passau, Erzbischof Gebhard von Salzburg und dessen Nachfolger Thiemo zähe Vertreter gefunden und sie mit König Heinrich IV. (1056–1106) in schwere Auseinandersetzungen verwickelt. Erzbischof Konrad I. von Salzburg (1106–1147), der seit 1112 im Exil in Sachsen lebte, konnte 1121/22 in seine Diözese zurückkehren und nahm nun sein bereits vorher begonnenes Reformwerk in Angriff. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er führte im Domstift die Augustinusregel ein und schuf einen Verband von 14 regulierten Stiften; dazu kamen noch andere Stifte, die die gemeinsame Observanz und teilweise auch persönliche Beziehungen mit Salzburg verbanden. In den Bannkreis dieser kraftvollen Persönlichkeit geriet auch Altmann, dem Konrad I. half, auf den Bischofsitz von Trient zu gelangen. Auch die Tatsache, dass die Besitzungen Altmanns in Kärnten und in der Steiermark in der Erzdiözese Salzburg lagen, dürfte ein Grund dafür gewesen sein, dass Altmann 1142 im Stift Suben die Augustinusregel einführte und es dem Domstift Salzburg unterstellte. Der feierliche Akt fand in Salzburg statt, und zwar in Anwesenheit des Erzbischofs, des Propstes des Domstiftes, des Abtes von St. Peter, des Propstes von Berchtesgaden, des Propstes Gerhoch von Reichersberg, aller Domherren sowie vieler Kleriker und Adeliger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung, dass der jeweilige Propst von Suben von Salzburg zu bestellen sei, mag für den Konvent nicht immer angenehm gewesen sein, war aber nicht unüblich. Auch die Pröpste von Weyarn und Högelwörth wurden von Salzburg eingesetzt. Als erster Propst des Chorherrenstiftes wird bereits 1142 Johann I. erwähnt. Der Propst des Kollegiatstiftes, Otto, starb am 8. Februar 1143. Möglicherweise hat er nach Umwandlung in ein reguliertes Stift resigniert. Bereits 1145 bezog eine kleine Gruppe von Subener Chorherren das an der Burg des Grafen Ulrich von Epp an errichtete Stift St. Michael a. d. Etsch, das bis 1807 bestand. Bischof Altmann von Trient, der große Wohltäter und Reformator von Suben, starb 1149. Sein Leichnam wurde nach Suben überführt und in der Stiftskirche beigesetzt. Leider ist sein Grab verschollen. Der zweite Propst Chuno (1153–1167) kam aus dem Stift Chiemsee. Unter ihm erfuhr das kleine Suben einen personellen und materiellen Zuwachs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Herzog Heinrich Jasomirgott das Kloster Metten im Jahr 1157 den Benediktinern übergeben hatte, über siedelten die Chorherren von dort nach Suben. Durch Güterteilung kamen auch Weingärten in Rossatz in der Wachau an das Stift. Ebenso wichtig wie die liegenden Güter waren Privilegien, mit denen dem Stift die Mautfreiheit für Salz und Wein und Käse verbrieft wurden. Die Reihe dieser häufig erneuerten Urkunden beginnt mit dem Jahr 1207 durch die Erzbischöfe von Salzburg, die Bischöfe von Passau, die Herzöge von Bayern und die Babenberger. Nicht minder wichtig waren auch die Privilegien der Grafen von Schaunberg bei ihrer Aschacher Maut für Wein und Korn ab 1301. Daraus kann auch entnommen werden, dass die Schaunberger die Vogtei über das Subener Stift innehatten. Die Maut selbst stammte aus dem Erbe der Formbacher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subens Entwicklung war, verglichen mit anderen Klöstern des Innviertels, durch zwei Faktoren behindert. Zum einen durch die Stiftsverfassung, welche die Bestellung des Propstes durch das Salzburger Domkapitel vorsah, zum anderen durch den völligen Mangel an inkorporierten Pfarreien in der Umgebung. Bis ins 15. Jahrhundert sind nur spärliche Nachrichten auf wirtschaftlichem Gebiet überliefert. Wohl sind die Namen der Pröpste überliefert, auch einige Chorherren sind bekannt, aber über die inneren Verhältnisse findet sich kein Wort. Aus einer Urkunde des Erzbischofs Ortolf von Salzburg vom Jahr 1356 erfährt man allerdings, dass sich in Suben auch ein Nonnenkloster befunden hat. Vielleicht war die Marienkirche vor dem Stiftstor für die Nonnen bestimmt, ähnlich war es auch in Reichersberg und Ranshofen. Die Chorfrauen lebten in geringer Zahl sehr zurückgezogen und ihre Konvente starben fast überall im 15. Jahrhundert aus. Die Frauenkirche muss damals schon sehr baufällig gewesen sein, denn Propst [[Matthäus Meermoser]] (1422–1456) ließ sie neu erbauen. Sie diente später als Pfarrkirche für die Bewohner der Hofmark. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesem Propst, der aus dem Stift Berchtesgaden kam, erlebte Suben einen gewissen Aufschwung. 1431 schickte er den Chorherrn [[Johann Furtner]] in das von den Pauliner Mönchen verlassene Kloster St. Oswald im Bayerischen Wald. Gemeinsam mit Chorherren aus St. Nikola versuchten die Subener, St. Oswald wieder zu beleben, doch war ihnen kein bleibender Erfolg beschieden. Die Ursachen lagen an der geringen Dotierung, den Übergriffen und Plünderungen durch die Böhmen und der fehlenden Klosterdisziplin in der Reformationszeit. 1563 gaben die Subener St. Oswald endgültig auf. Einige Jahre später übernahm es die Benediktinerabtei Niederaltaich als Filiale (Propstei). Eine Reihe von Gebetsverbrüderungen im 15. Jahrhundert lassen auf ein intensives religiöses Leben schließen: [[Stift Reichersberg|Reichersberg]] 1416, Michaelbeuern 1421, [[Stift St. Florian|St. Florian]] 1426, [[Stift St. Pölten|St. Pölten]] 1426, [[Stift Vorau|Vorau]] 1444, Rottenbuch 1449, Rohr 1449, [[Stift Herzogenburg|Herzogenburg]] 1475, Kremsmünster 1497, Mondsee 1500. Ob die von Kardinal Nikolaus von Cusa bestellten Visitatoren 1451 mit der Einführung der strengen Raudnitzer Statuten Erfolg hatten, ist nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem benachbarten Stift Reichersberg gelang es jedenfalls, durch Appellation an den Papst diese Verfügung rückgängig zu machen. Für den guten Geist des Hauses spricht aber, dass damals sogar Subener Chorherren als Pröpste in andere Stifte berufen wurden: [[Georg Fabri]] 1458 nach Paring bei Regensburg, [[Johannes von Röth]] am 1465 nach Schlehdorf und [[Wolfgang Gladiatoris]] aus Schärding 1465 nach Herzogenburg. Die bereits 1236 von Papst Gregor IX. beurkundete freie Propstwahl konnte erstmals 1474 gegenüber Salzburg durchgesetzt werden. Leonhard Hutter (1474–1493) hatte sich bereits als Ökonom große Verdienste erworben und stand auch wegen seiner Gelehrsamkeit und Frömmigkeit in großem Ansehen. Die Grafen von Schaunburg bestätigten im Jahr 1490 die Mautfreiheiten für &amp;quot;das Gotteshaus zu Sübn daz von unsern Vordern, den Gott genade, gestiftet ist, und dez wir Vogt und Herren sein.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. April 1504 begann der Landshuter Erbfolgekrieg, der für den Landstrich am Inn große Bedrängnis, Brandschatzung und Raub brachte. Am 23. Juni 1505 erhob sich ein fürchterliches von Hagelschlag begleitetes Gewitter, das ganze Scheunen umwarf, die größten Bäume entwurzelte, viel Vieh tötete und alle Feldfrüchte und Saaten vernichtete. Im Kloster Suben warf es das ganze Dachwerk herunter und schlug alle Fenster ein. Eine wesentliche Erweiterung seines Wirkungskreises erfuhr das Stift durch die Inkorporierung der großen Weltpriesterpfarre Raab mit dem Vikariat Zell an der Pram und den Filialen Enzenkirchen und St. Willibald sowie der Pfarre Taufkirchen mit den Filialen Diersbach und Rainbach. Dort wirkten die Subener Chorherren bis zur Auflösung des Stiftes. Anfang des 16. Jahrunderts ging die Epoche spätgotischer Frömmigkeit zu Ende. Noch wurden Kirchen gebaut, Jahrtage gestiftet und Gebetsverbrüderungen eingegangen. Dann aber drangen allmählich und unaufhaltsam reformatorische Ideen ein, sie trübten das katholische Glaubensbewusstsein und führten zu Unruhen und Aufständen in der Bevölkerung. Die bayerischen Herzöge traten dem Protestantismus energisch entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Reformationszeit=== &lt;br /&gt;
​&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color: #FFFF00;&amp;quot;&amp;gt;Zu den ersten Opfern der neuen Lehre&amp;lt;/span&amp;gt; gehörte der Priester [[Leonhard Käser]]. Er stammte aus der nunmehrigen Stiftspfarre Raab und verbreitete als Hilfspriester schon vor dem Bauernaufstand von 1525 lutherische Ideen. Vor dem bischöflichen Gericht in Passau widerrief er, floh aber dann nach Wittenberg, wo ihn bald eine persönliche Freundschaft mit Luther verband. Als ihn Nachrichten vom baldigen Ende seines Vaters erreichten, reiste er heimlich in die Heimat zurück, wurde hier aber verhaftet und nachdem er zu keinem Widerruf bereit war, zum Tode verurteilt. Bei der Verhandlung in Passau saß auch der Subener Propst [[Petrus Dörffl]] am Richtertisch. Leonhard Käser wurde am 16. August 1527 in Schärding öffentlich verbrannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hinrichtungen folgten. Das Eindringen der neuen Lehre ließ sich aber nicht verhindern, besonders auch weil viele Adelige heimlich oder offen dem Protestantismus anhingen. So führten die Grafen von Ortenburg in ihrem Gebiet die Augsburger Konfession ein und beriefen sich dabei auf ihre Reichsunmittelbarkeit. Sie konnten alle Angriffe der bayerischen Herzöge abwehren und schufen so eine protestantische Enklave. Auch Graf Georg III. von Schaunburg, der Vogt von Suben, stellte einen evangelischen Lehrer an. In der benachbarten Stadt Schärding gaben sich die drei Priester zwar offiziell als katholisch, predigten aber nach Schriften der Reformatoren, kümmerten sich nicht um die Erziehung der Jugend und lebten im Konkubinat. Bei der am 13. Oktober 1558 auf Betreiben Herzog Albrechts V. begonnenen Visitation gehörten dem Stift Suben nur mehr neun Professen und drei Novizen an. Es gab naturgemäß einige Beanstandungen, im Großen und Ganzen aber war alles wohl vorgesehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren ging es mit der Disziplin rasch bergab. Propst Johann VII. Müller und einige Konventualen mussten sich beim Landrichter wegen Konkubinats verantworten, in Raab musste der Vikar Adam Tiner aus eben diesem Grunde die Pfarre verlassen. Im Konvent herrschten Uneinigkeit und Ungehorsam gegen den Propst, der schließlich im Jahr 1585 resignierte. Der nächste Propst [[Paul Fixinger]] kam aus dem [[Stift Ranshofen]], wo noch ein besserer Geist herrschte. Er konnte aber gegen die Zustände in Suben nichts ausrichten und starb schon nach einigen Monaten. Nach seinem Tod sah sich die Regierung in Burghausen genötigt, den Chorherren ihre schlechte Lebensweise vorzuwerfen und sie aufzufordern &amp;quot;dem Dechant [[Johannes Ponner]] in geistlichen und weltlichen zu gehorchen und von jedem Widerstand und hochstrafbaren Handlungen abzulassen, sich wie Religiosen zu benehmen; im übrigen habe der Landrichter den Auftrag, alle Widerspenstigen dem Bischof oder anderen Klöstern, so weit genueg von dannen entlegen auf einem Karren geschwind zu geschicken.&amp;quot; Bald darauf wurde der Stiftsdechant Ponner Propst - ob durch Wahl oder Ernennung ist nicht bekannt. Er leitete das Stift nur fünf Jahre. Da in Suben kein geeigneter Kandidat vorhanden war, entschied sich der Konvent für [[Michael Hererig]] vom Stift Baumburg (1591–1599). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihm gelang es, wieder Ordnung zu schaffen und so ging er als Restaurator und Reformator in die Hausgeschichte ein. Er machte sich auch als Komponist einen Namen. Sein &amp;quot;Hortus musicalis ...&amp;quot; erschien 1606 und 1609 in vier Teilen. Nach acht Jahren segensreicher Tätigkeit wählten ihn die Chorherren von St. Nikola zu ihrem Vorsteher. Die beiden nächsten Prälaten regierten nur ganz kurz. 1602 wurde der Pfarrvikar von Taufkirchen [[Leonhard Lilius]] zum Administrator bestellt. Erst 1604 erfolgte seine Wahl zum Propst. Er stammte aus Ulm, war dort protestantisch getauft worden, studierte in Dillingen und trat vermutlich 1591 in Suben ein. Zum Nachweis seiner ehelichen Geburt legte er eine Bestätigung seiner Heimatstadt vor, dass &amp;quot;Lienhart Lilien, des Becken Son, so ain Studiosus sein solle, die begerte Kuntschaft eelicher geburt&amp;quot; erteilt wird. Unter dem nächsten Propst [[Georg Reichenstorfer]] (1610–1622), der das Bräuhaus in Suben erbaute, bewilligte Herzog Maximilian im Jahr 1614 dem Kloster die Bierbräuergerechtigkeit zur &amp;quot;Hausnotdurft&amp;quot;, versagte aber die Ausdehnung auf die zum Stift gehörenden Wirte. Einen schweren wirtschaftlichen Schaden erlitt das Stift unter Propst [[Markus Peckh]] (1622–1628). Ein Brand vernichtete den Hof in Rossatz. Die Aufbauarbeiten gingen durch die Notzeit des Dreißigjährigen Krieges nur mühsam voran. 1620 war Herzog Maximilian von Bayern von Kaiser Ferdinand II. beauftragt worden, die Unruhen unter der weithin protestantischen Bevölkerung Oberösterreichs niederzuschlagen. Seine Heerführer gingen mit äußerster Härte vor, und so kam es zum großen Bauernaufstand des Jahres 1626. Wenn auch das Gebiet am Inn nicht direkt davon betroffen war, so litt es doch unter dem Durchzug der verschiedenen Heere, es entstand eine große Teuerung und eine unvorstellbare Hungersnot. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klöster des Landes erhielten 1632 den Auftrag: &amp;quot;Bei der noch continuirenden Pauernrebellion im Landt ob der Ennß alles entbehrl iche Getreide auf die Festungen Burghausen, Braunau und Schärding der Armada, Land und Leuten, auch gemeinen Wesen zum Besten, abzuführen.&amp;quot; Auf der Flucht vor den Schweden kamen Chorherren aus anderen Klöstern nach Suben. 1634 übernahm [[Ambrosius Faber]] aus dem [[Stift Rohr]] die Pfarre Taufkirchen. Der seit 1628 regierende Propst [[Matthias Froschhammer]], ein Müllerssohn aus Suben, begann 1635 mit der Einführung der Tauf-, Trauungs- und Sterbematriken von Suben. An ihn erinnert auch noch ein dreiteiliger roter Ornat aus Damast mit dem Propstwappen und der Jahreszahl 1628. Nach seinem im Jahr 1640 erfolgten Tod ging [[Georg Gugler]] als neu er Propst aus der Wahl her vor. Der Dreißigjährige Krieg neigte sich dem Ende zu. Wenn auch die Schweden nie über den Inn kamen, so waren doch weite Landstriche verwüstet und entvölkert. Zudem trat 1648 noch die Pest auf und raffte unzählige Menschen dahin. Auch Propst Georg erlag am 4. August 1649 der Seuche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Äußere und innere Erneuerung=== &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann eine größere Bautätigkeit, weil die desolaten Gebäude kaum mehr bewohnbar waren. Propst [[Aquilin Sattelpogner]] (1672–1678) errichtete die Propstei an der Innseite. Weitere Vorhaben verhinderte sein frühzeitiger Tod. Mit [[Ernest Theophil Scharrer]] (1679–1696) gelangte eine echte Barockpersönlichkeit zur Führung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er erhielt 1684 das Recht der Pontifikalien. Sein Stab mit dem Namen des Papstes Innozenz XI gehört heute zum Linzer Domschatz. Große Bauten erlaubte die Notzeit der Türkenkriege nicht. Doch tat Propst Ernest viel für die Verschönerung der Kirche. Er ließ den an den Stufen zum Presbyterium stehenden Kreuzaltar entfernen und ein neues Chorgestühl aufstellen. Durch Verlegung der Bibliothek entstand ein Aufenthaltsraum für die Chorherren. Das kirchliche Leben erfuhr einen mächtigen Auftrieb durch die Errichtung einer Erzbruderschaft Maria Hilf, die über zahlreiche Ablässe verfügte. Was Ernest Theophil zögernd begann, führte nach ihm [[Gregor II. Raiffauer]] (1696–1720) zügig durch, freilich nicht ohne Auftrag und Nachdruck des Diözesanbischofs Johann Philipp von Lamberg. Er ließ die alten baufälligen Konventgebäude abbrechen und sie durch einen Neubau ersetzen. Durch Vermittlung des Geistlichen Rates in München wurde die Aufnahme eines zinsenlosen Kredites in der Höhe von 20.731 Gulden bei den Kirchen des Rentamtes Burghausen bereits 1697 bewilligt und 1701 noch einmal ein Nachtragskredit von 10.000 Gulden gewährt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit ließ der Propst das nötige Baumaterial zusammenholen. Auch hier half die Hofkammer in München, indem sie 175 gut zubehauene große Granitsteine, die bei der Ausbesserung der Festungswerke in Schärding übrig geblieben waren, dem Stift schenkte. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) war Kurfürst Max Emmanuel auf die Seite Frankreichs getreten. Bayerische und österreichische Truppen lösten einander als Besetzer ab, requirierten rücksichtslos und hoben Rekruten aus, wobei besonders die Bevölkerung der Stiftspfarren betroffen wurde. Das halbfertige Kloster war mit Flüchtlingen überfüllt, wurde fast täglich bedrängt und mit Brandschatzung bedroht, um riesige Summen Geldes zu erpressen. Allen Schwierigkeiten zum Trotz sah Propst Gregor auf Ordnung und Disziplin. In seiner Bescheidenheit schob er die lnfulierung immer wieder hinaus, bis ihm schließlich im Jahr 1709 der Passauer Weihbischof Johann Raimund von Lamberg in der bischöflichen Hauskapelle Mitra und Stab überreichen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der wenigen schriftlichen Zeugnisse, die aus dieser Zeit erhalten sind, ist das &amp;quot;Diarium Subense&amp;quot;, das Gregor noch als Dechant 1681 anlegte und das bis 1780 reicht. Es beschränkt sich allerdings groß teils auf personelle Veränderungen (Eintritte, Professen, Weihen, Versetzungen, Todesfälle). Nur gelegentlich gewährt es einen Einblick in die inneren Verhältnisse der Gemeinschaft und das Tagewerk der Chorherren. Dieses war jedenfalls sehr stark vom ''officium divinum'' bestimmt. Propst Gregor änderte die Ordnung der Tagzeiten geringfügig, &amp;quot;damit die Herren mehr Zeit haben zum Studium&amp;quot;. Die Prim begann um 6 Uhr früh, anschließend war Zeit für die Privatmessen. Den liturgischen Höhepunkt des Tages bildeten die Terz um 9 Uhr und das Kapitelamt. Das Mittagessen war an Werktagen immer um 11 Uhr. Die Vesper wurde um 14 Uhr (früher um 15 Uhr) gebetet, die Komplet schon um 16.45 Uhr vor dem Abendessen. Bezüglich Matutin und Laudes finden sich keine Hinweise, wahrscheinlich werden sie wie im benachbarten Stift Reichersberg schon um 4 Uhr morgens gewesen sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einkleidungen fanden nach der Prim vor der Privatmesse des Propstes in seinem Oratorium oder in der Marienkapelle statt. Dort legten die jungen Ordensleute bereits nach dem Noviziatsjahr ihre ewigen Gelübde ab. Dabei erhielten sie auch einen Ordensnamen und wurden bis zur Priesterweihe mit &amp;quot;Frater&amp;quot; angesprochen. Die Studien absolvierten sie zum Teil im Haus - einem Chorherrn war das Amt des &amp;quot;Repetitors&amp;quot; anvertraut - aber auch in Ingolstadt, Dillingen, Passau, Salzburg, Graz oder Linz. Da die meisten Kandidaten schon Vorstudien nachweisen konnten, dauerte die Zeit bis zur Priesterweihe gewöhnlich nur zwei bis vier Jahre. Die Weihen erhielten sie vom Diözesanbischof in Passau. Seit Propst Ernest war es Brauch, dass an hohen Festtagen, wenn der Propst in der Kirche Pontifikalfunktionen hielt, er von den Chorherren in Zweierreihen von der Prälatur abgeholt und auch wieder zurückbegleitet wurde. Gregors Nachfolger [[Patritius Egerbacher]] (1720–1748) wandte seine Aufmerksamkeit mehr den Stiftspfarren zu. Er ließ in Taufkirchen, Zell an der Pram und Raab großzügige Pfarrhöfe errichten. Propst [[Finnin Geibinger]] (1748–1763) baute den Stiftsmeierhof ganz neu auf und begann auf Drängen des Pfarrers Ildefons Schalkhammer den Umbau der gotischen zweischiffigen Kirche in Raab zu einem dreischiffigen Gotteshaus mit reicher Stuckverzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schalkhammer stammte aus Rotthalmünster, war 1720 in Suben eingetreten, wurde 1724 in Passau zum Priester geweiht, war anschließend Kooperator in Raab, 1740 bis 1742 Pfarrer in Zell, 1742 bis 1748 Pfarrer in Taufkirchen und seither Pfarrer in Raab. 1763 ging er aus der Wahl als Propst hervor. Er leitete das Stift nur vier Jahre. 1764 kamen der Direktor der Historischen Klasse der Kurbayerischen Akademie der Wissenschaften, Christian Friedrich Pfeffel und der Akademiesekretär P. Ildefons Kennedy OSB nach Suben, um für den IV. Band der &amp;quot;Monumenta boica&amp;quot; Urkunden einzusehen. Aus unbekannten Gründen wurde ihnen aber das Stiftsarchiv nicht zugänglich gemacht, und so musste dieser Band in Bezug auf Suben im Jahr 1765 nach der Fassung von 1620 erscheinen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1766 legte Dechant [[Wilhelm Weber]] einen Musikalienkatalog an und schrieb die Taufbücher (seit 1635) in ein einziges Buch zusammen. Nach dem Tod des Propstes Ildefons 1767 fiel die Wahl auf ihn. Er begann nun mit Energie den Neubau der Stiftskirche, deren Pläne noch von seinem Vorgänger erstellt worden waren. Er ordnete auch den Umbau der vor dem Tor liegenden Pfarrkirche und die Anlage eines neuen Friedhofes für die Pfarrgemeinde an. Die neue Stiftskirche erhielt am 6. Oktober 1771 durch Kardinal Leopold Ernst von Firmian die Weihe. Die großen Feierlichkeiten , mit denen die Kirchweihe und die Übertragung der Reliquien der hl. Märtyrer Benignus und Illuminatus vor sich gingen, bilden den Höhepunkt in der neueren Geschichte des Stiftes. Für die innere Ausstattung ließ Propst Wilhelm eine Reihe von Bildern malen, so von der Gründerin Tuta, von Bischof Altmann und vom neuen Stiftsbau. Auch die Bilderreihe der Prälaten seit Matthias Froschhammer ließ er anfertigen. Sieben von ihnen befinden sich heute im Konventgang des Stiftes Reichersberg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. Juni 1775 kam der Diözesanbischof Kardinal Leopold Ernst Firmian mit großem Gefolge, darunter sein Weihbischof Franciscus Carl Firmian, zur Visitation, die für vier Tage anberaumt war. Dazu waren auch die auswärts stationierten Vikare ins Stift gekommen und mussten sich mit den übrigen Chorherren einer Befragung bzw. einem Examen durch Geistliche Räte des Bischofs stellen. Am 24. Juni vollzog der Weihbischof auch die Weihe der neuerbauten Pfarrkirche. Insgesamt empfingen 569 Personen das Sakrament der Firmung. Einen nicht alltäglichen Besuch erlebte der Konvent am 4. Juli 1776. Äbtissin Scholastika von Niedernburg kam mit 21 Nonnen auf neun Wagen angereist. Die Schwestern speisten zusammen mit den Chorherren im &amp;quot;Mittleren Saal&amp;quot;, bei Tischmusik ''plaudentibus monialibus''. Nach der Vesper besichtigten die Nonnen die Kirchen und mit ausdrücklicher Erlaubnis des Propstes auch die Räume der Klausur. Um 6 Uhr abends traten sie wieder die Heimreise an. Während die ersten zehn Regierungsjahre des Propstes Wilhelm Weber recht positiv verliefen, traten bald darauf innere und äußere Ereignisse ein, die zu einem raschen Abstieg und schließlich zur Aufhebung führten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Das Ende=== &lt;br /&gt;
Durch den Friedensvertrag von Teschen am 13. Mai 1779 war der Landstrich am rechten Innufer zu Österreich gekommen. 700 Jahre hatte das Stift unter bayerischer Herrschaft gestanden. Mit dem Wechsel der Landeshoheit kam zugleich die Zeit, in der die kirchlichen Reformen Kaiser Josephs II. die Klöster in arge Bedrängnis brachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klosterreduktion stand in einem ursächlichen Zusammenhang mit der geplanten Errichtung neuer Pfarren. Und hier dürfte Propst Wilhelm den entscheidenden Fehler begangen haben. Als er 1781 den Auftrag zur Erhebung der Filiale St. Willibald zur selbständigen Pfarre erhielt, antwortete er der Landesregierung in Linz, er wolle sich in dieser Frage ''ad summam sedem'' wenden. Das wurde als direkte Appellation an den päpstlichen Stuhl verstanden und er wurde deswegen zu einer Geldstrafe von 100 Golddukaten verurteilt. Kurz darauf überprüfte eine Kommission das Stift auf seine Notwendigkeit. Leider gab es auch im Konvent Missstimmung und Uneinigkeit, und so wurde Suben als erstes Kloster in Oberösterreich als entbehrlich befunden und zur Aufhebung bestimmt. Am 6. März 1784 wurde das Stift aufgehoben und die Verwaltung dem Propst [[Ambras Kreuzmayr]] von Reichersberg übertragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jüngeren Konventualen begrüßten zum Teil die Aufhebung des Ordenszwanges, die älteren ertrugen das Schicksal mit Schmerz und baten den Kaiser, weiterhin im Stift leben zu dürfen. Der Personalstand betrug mit den auswärtigen Pfarrern 25 Priester. Soweit die Chorherren nicht auf die neu errichteten Pfarren Diersbach, Rainbach, Enzenkirchen und St. Willibald kamen, konnten sie vorerst noch im Stift verbleiben. Vom Angebot, nach Reichersberg überzutreten, wollte keiner Gebrauch machen. Für den Propst bestimmte die Regierung eine tägliche Pension von 4 Gulden, für die Kapitularen im Stift monatlich 16 Gulden und für die Seelsorgsgeistlichen jährlich 364 Gulden. Die Administration von Suben brachte für den Propst von Reichersberg eine Fülle nicht endenwollender Verdrießlichkeiten. Allein die Verwaltung der verstreuten Besitzungen, die Umbauten und Neubauten von Pfarrhöfen und Schulen, sowie die Besoldung der Chorherren und Lehrer, ließen ihn bei der Regierung vorstellig werden, dass Reichersberg dieser Belastung auf Dauer nicht gewachsen sei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Jahresabrechnung ergab zwar einen kleinen Kassarest, der aber nur durch die verminderte Auszahlung an die Stiftsherren erzielt wurde. So erhielt Propst Wilhelm statt der vorgesehenen 4 Gulden nur 2 Gulden täglich. Er wohnte weiterhin im Stiftsgebäude, das leer und ohne Gebrauch war, konnte noch sein goldenes Priesterjubiläum feiern und starb am 14. Dezember 1789. Am dortigen Friedhof erinnert nichts mehr, weder ein Grab noch ein Denkmal, an den letzten Propst von Suben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die weiteren Schicksale=== &lt;br /&gt;
Nachdem Propst Ambros von Reichersberg als Administrator entbunden worden war, wuchsen die Schwierigkeiten in Suben immer mehr an. Schließlich blieb kein anderer Ausweg, als große Teile des stiftlichen Besitzes zu verkaufen, so den Meierhof mit seinen Grundstücken und den Hof in Rossatz mit den Weingärten. Auch die zu den Pfarrhöfen gehörigen Wirtschaften erfuhren das gleiche Schicksal. 1792 wurde die &amp;quot;Herrschaft Suben&amp;quot; dem Generalvikar des Bistums Linz als Realdotation übergeben. Nach dessen Tod 1802 zog der Staat Suben ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1809 beherbergten die leerstehenden Gebäude ein französisches Militärlazarett. 1810 fiel das Innviertel bis 1816 wieder an Bayern, das sich mit Frankreich gegen Österreich verbündet hatte. Napoleon schenkte nunmehr Suben mit Mondsee und Engelszell dem bayerischen General Fürst Wrede, dessen Nachkommen es bis 1855 besaßen. Unter deren Verwaltung trat ein starker Verfall an den Stiftsgebäuden ein, zahlreiche Kunstgegenstände wurden verkauft oder verschleppt. Endlich gelangte Suben durch Kauf an den k.k. Strafhausfonds, der die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color: #FFFF00;&amp;quot;&amp;gt;Weiber-Strafanstalt&amp;lt;/span&amp;gt;  von Garsten hierher verlegte. Die Leitung hatten &amp;quot;Schwestern vom Guten Hirten&amp;quot;. Diese Verfügung war naturgemäß mit größeren Umbauten, vor allem in den Innenräumen , verbunden. Die Prälatur wurde für die Strafgefangenen, der Gasttrakt für die Krankensäle, das anschließende Brauhaus für Arbeitsräume bestimmt. Küche und Speiseräume befanden sich im Erdgeschoss. Der große Hof vor der Stiftskirche wurde nunmehr durch einen ebenerdigen, neu aufgeführten Trakt in zwei Hälften geteilt; der Neubau diente als Klausur für die Nonnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber errichtete man einen einstöckigen Bau als Konvent für die Franziskaner, welche die Pfarre und die seelsorgliche Betreuung der Strafanstalt übernahmen. Ein drittes Gebäude wurde neben dem Stiftstor für die Unterbringung der Schule, der Militärwache und des Hausarztes errichtet. Nach nur zehnjährigem Bestehen wurde die weibliche Haftanstalt aufgelassen. Die &amp;quot;Frauen vom Guten Hirten&amp;quot; übersiedelten in das ehemalige Zisterzienserstift Baumgartenberg. Seit 1865 sind in Suben männliche Sträflinge inhaftiert. Bis 1932 lautete die offizielle Bezeichnung: &amp;quot;Männerstrafanstalt&amp;quot;, von da an bis 1974 &amp;quot;Arbeitshaus&amp;quot; und seither &amp;quot;Strafvollzugsanstalt&amp;quot;. Unter der Leitung von Oberst Erich Zanzinger (1955–1983) erfolgte der längst notwendige Umbau und Ausbau. Zwar fiel ihm die alte Propstei zum Opfer, es gelang aber, den darunter liegenden gotischen Keller zu erhalten. Mit der Segnung und Inbetriebnahme der neuen Gebäude fand die Generalsanierung am 21. November 1982 ihren Abschluss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schule== &lt;br /&gt;
Von der Schule, die naturgemäß vorhanden war, gibt es nur spärliche Berichte. Bei der Visitation von 1558 gab der Ludimoderator Leopold Reuter an, er unterrichte zehn Präbendisten und sieben andere Schüler. Erstere wohnten im Stift und wurden besonders für den Chorgesang ausgebildet, aus ihnen gewann man auch einen Teil des klösterlichen Nachwuchses. Der Lehrer klagte, die Schüler würden &amp;quot;übel gehalten mit der Speisung&amp;quot;. Für die Unterweisung der Junioren in den theologischen Disziplinen war ein Chorherr als Repetitor aufgestellt. Weltliche und kirchliche Vorgesetzte drängten des öfteren darauf, die Junioren zur besseren Ausbildung an Universitäten zu schicken, speziell an solche der Jesuiten, etwa Ingolstadt, aber die Prälaten auch anderer Klöster zögerten. Zum einen entstanden dadurch höhere Kosten, zum anderen gab es auch die Befürchtung, durch das Miteinander verschiedener Orden könnte die eigene Spiritualität leiden. Es erhielten zwar auch immer einige Junioren ihre Ausbildung an höheren Schulen, aber noch 1711 ließ Propst Gregor Raiffauer seine sieben Kleriker von einem gelehrten Ranshofener Chorherrn unterrichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse== &lt;br /&gt;
===Wirtschaftliche Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Seit der Gründungszeit besaß das Stift zwei weit auseinander liegende Besitzkomplexe. Von der Gräfin Tuta stammten im wesentlichen Wälder, Güter und Zinspflichtige zu beiden Seiten des Inn, sowie im Pram- und Antiesental. Bischof Altmann bzw. seine Eltern vermehrten die Ausstattung durch Güter in Oberkärnten und der Untersteiermark, so Kolbnitz auf dem Lurnfeld bei Obervellach und Malentein (Malta) in Kärnten. Aber schon 1126 vertauschte Bischof Altmann mit Erzbischof Konrad von Salzburg die Kirche von Kolbnitz gegen Verleihung gewisser Rechte (Tauf- und Begräbnisrecht) an die Kirche zu St. Margarethen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese weit entfernten Besitzungen waren schwer zu beaufsichtigen und so versuchte man des öfteren, wenigstens Teile davon zu veräußern. So wird aus dem Jahr 1534 berichtet, dass das Stift Güter in der Steiermark verkaufte. Auch mit den auswärtigen Verwaltern hatte man nicht immer Glück. Diese hatten die Abgaben der Untertanen einzufordern, Nachlässe oder Befreiungen kund zumachen und die Verrechnung mit dem Grundherrn zu besorgen. Im Jahr 1537 schreibt Propst Lambert Bogner an den bayerischen Herzog, dass er den Verwalter der Stiftsgüter in Kärnten absetzen musste. 1699 schloss das Stift einen Vertrag mit dem Stift Rein. Dieses erhielt vier in seiner Nähe liegende Subener Untertanen und übernahm dafür die auf der Pfarre St. Margarethen liegenden Lasten und Forderungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dauer war hingegen der Besitz des Hofes in Rossatz in der Wachau gegenüber Dürnstein mit den Weingärten. Wenn es sich auch nicht um hervorragende Lagen handelte, so lieferten diese Weingärten doch eine genügende Menge für den Eigenbedarf und einen bescheidenen Vertrieb. Im Spanischen Erbfolgekrieg, als die Bayern in Österreich eindrangen, verkündete der Kaiser 1704, er wolle alle &amp;quot;baierischen, geistlichen und weltlichen Güter, Gülten und Effekten, die in Österreich liegen, confisciren und sequestrieren&amp;quot; lassen. Nach mühevollen Verhandlungen gelang es dem Chorherrn und Lesemeister [[Quarin Piesenberger]], die Aufhebung der Beschlagnahme zu erwirken, nachdem er 97 Gulden für &amp;quot;Präsente, Taxen und Reisegelder&amp;quot; ausgegeben hatte. Für den Transport des Weines, aber auch anderer lebenswichtiger Güter sicherten sich die Klöster verschiedene Privilegien. Seit dem 13. Jahrhundert erhielt Suben Befreiungen von allen bayerischen Mauten zwischen Salzburg und Passau und von der zu Aschach an der Donau. Diese alten Privilegien ließ sich das Stift des öfteren erneuern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch von den inkorporierten Pfarren bezog das Stift Einkünfte. Die Vikare mussten einen Teil des ihnen zustehenden Zehents abliefern. Die &amp;quot;Pensiones ad mensam ex Parochiis&amp;quot; betrugen 1696: von Raab 300, von Taufkirchen 150, von Zell 100 und von St. Margarethen 50 Gulden. Das Einkommen des Stiftes war nicht unbedeutend, blieb aber weit hinter den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Nachbarstifte Formbach und Reichersberg zurück. Eine arge Störung des wirtschaftlichen Gleichgewichtes verursachten die immer wiederkehrenden Sonderabgaben, speziell in Kriegszeiten. So forderte der kaiserliche General Thürheim im Spanischen Erbfolgekrieg am 26. Juni 1704 binnen sechs Tagen 4.000 Gulden Kontribution, sonst würde mit dem Stift sehr arg verfahren. Nur durch Vermittlung des Bischofs von Passau und verschiedener Protektoren konnte die Summe auf 1.500 Gulden herabgemindert werden. Dazu kamen auch noch gewaltige Naturallieferungen. Bald darauf musste das Stift zur Entlohnung der rebellierenden Garnisonen von Schärding und Braunau 1.500 Gulden vorstrecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn auch genauere Nachrichten fehlen, so liegt doch auf der Hand, dass der tüchtige Propst Gregor Raiffauer das Kloster durch gute Wirtschaft hochgebracht hat, denn sonst wäre es nie möglich gewesen, in dieser Zeit sämtliche Schulden (6.000 Gulden), die er bei seiner Amtsübernahme vorgefunden hatte, zu tilgen und dazu noch die 30.000 Gulden Baudarlehen bis auf 3.000 Gulden zurückzuzahlen. Bei der Aufhebung des Stiftes erscheinen 112.000 Gulden ausgewiesen, ein ansehnlicher Betrag, von dem rund 92.000 Gulden auf den Besitz von Gütern aller Art entfielen. Mit je 1.000 Gulden wurde der Körner- bzw. Weinvorrat bewertet, der Viehbestand mit 1.250 Gulden. Von dem sehr schön und gut gebauten Meierhof aus wurden 35 Tagwerk Ackerland bebaut, wozu noch 29 Tagwerk Wiesen und 52 Tagwerk Wald kamen. An Weingärten in der Wachau sind 94 Viertel (23,5 Joch) ausgewiesen. Geringen oder keinen Ertrag warfen das Bräuhaus, die Mühle sowie zwei Weiher und drei Hausgärten ab. Von den Untertanen im Inn viertel wurden 6.333 Gulden von denen in Bayern 491 Gulden an Abgaben verzeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rechtliche Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Nur aus einigen Urkunden geht hervor, dass die Grafen von Schaunburg bei Eferding die Vogtei über Suben innehatten. Sie leiteten dieses Recht von einer Seitenverwandtschaft mit der Gründerin Tuta ab. Nach dem Aussterben der Formbacher 1158 erhielten die Herren von Julbach bei Braunau neben den Haupterben Graf Berthold III. von Andechs und Markgraf Ottokar von Steyr Gebietsanteile ostwärts von der Pram bis ins Donautal mit der Maut zu Aschach. 1161 errichteten sie auf steiler Höhe über der Donau die Schaunburg, nach der sie sich später benannten. Aufgabe der Vögte war es, die ihnen anvertrauten Klöster zu beschützen und die Rechtsprechung über die Untertanen auszuüben. So trug im Jahr 1306 Herzog Stephan von Bayern dem Heinrich von Schaunburg als Vogt von Suben auf, keine Klagen von Untertanen gegen das Stift anzuhören, wenn sie das Erbrecht nicht zahlen wollten. Am 12. Juni 1559 erlosch mit dem Tod des Grafen Wolfgang II. das Geschlecht der Schaunburger. Sein Erbe fiel an seinen Schwiegersohn Erasmus von Starhemberg. Seine Nachkommen wollten zwar die Vogtei über Suben beibehalten, doch dürften sie damit keinen Erfolg gehabt haben, denn bereits 1559 wurde Suben Hofmark und bekam einen eigenen Hofrichter in der Person des Friedrich Peer. Doch erstreckte sich die niedere Gerichtsbarkeit nur über die 30 Häuser der Hofmark, für die übrigen Untertanen war das Landgericht Schärding zuständig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Suben gehörte immer zu den kleineren Klöstern. Die Zahl der Stiftsmitglieder bewegte sich gewöhnlich zwischen 18 und 20. In der Reformationszeit sank die Zahl der Priester auf neun ab, dazu kamen im Jahr 1558 noch zwei Novizen. Bis 1622 war ein leichter Aufstieg zu verzeichnen: sieben Priester und vier Junioren. 1698 zählte die Gemeinschaft 14 Priester und vier Junioren. Bei der Aufhebung hatte das Stift seinen Höchststand mit 25 Chorherren. Die letzten Eintritte erfolgten 1778: [[Gregor Hobezeder]], ein Bauernsohn aus St. Marien in Bayern, und [[Ambros Traunbauer]], ein Musikerssohn aus Raab. Diese beiden waren auch die letzten Pfarrseelsorger von Suben aus dem Konvent. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, kamen die Chorherren aus dem bayerischen Raum und waren meist Söhne von Handwerkern und Bauern. Im Stift lebten neben etwaigen Senioren folgende Offizialen - wobei nicht jedes Amt mit einem eigenen Chorherrn besetzt war: Propst, Dechant, Novizenmeister, Kastner, Ökonom, Keller- und Küchenmeister, Chorregent, Repetitor der Junioren, Katechet, Vestiar und Sakristan. Auf den Pfarren waren gewöhnlich sechs bis acht Priester stationiert, an den Feiertagen erhielten sie Aushilfen von excurrierenden Mitbrüdern. Ein einziges Mal wird im Diarium ein Laienbruder angeführt: Im Jahr 1669 starb Frater [[Paulus Dieterich]], Conversus und Schneider, 69 Jahre alt und 33 Jahre im Orden. Sonst waren für die vielfältigen Aufgaben und Arbeiten weltliche Kräfte vorhanden, angefangen vom Hofrichter über den Amtmann und Schullehrer bis zu den Beschäftigten im Haus und Meierhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliothek und Archivalien== &lt;br /&gt;
Bei der Aufhebung des Stiftes ging der größte Teil des Archiv- und Bibliotheksbestandes verloren. Über Auftrag der Aufhebungskommission wurden die Archivalien und Teile der Bibliothek in 62 Kisten verpackt und nach Linz gebracht. Unterwegs ging einiges verloren. Ein verlässlicher Katalog fand sich nicht. Wohl hatte Propst [[Gregor Raiffauer]] die Bestände katalogisieren und neue Schränke anfertigen lassen, aber im Zuge der Turbulenzen um die Aufhebung geriet vieles durcheinander. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Bericht der Landesregierung schienen unter diesen Büchern nicht nur literarische, sondern auch Provinzial-Dokumente, uralte Manuskripte und kostbare Werke zu sein, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color: #FFFF00;&amp;quot;&amp;gt;die selbst zu allerhöchstem Dienstgebrauch sein könnten&amp;lt;/span&amp;gt;. Für die Hofbibliothek wurde daraus aber nichts ausgewählt. 22 Handschriften und an die 30 Inkunabeln gelangten in die Oberösterreichische Landesbibliothek. Sie sind durch ihre Rückennummern oder den Besitzvermerk ''Coenobii Subensis'' bestimmbar. Aus den Einbänden kann auf eine eigene Buchbinderei geschlossen werden. Einzelne Handschriften befinden sich auch im Linzer Diözesanarchiv und im Stift St. Florian. Das Oberösterreichische Landesarchiv in Linz besitzt noch Archivalien aus der Zeit von 1589 bis 1800. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Bestände kamen nach München, später unter der Herrschaft des Fürsten Wrede wieder zurück nach Suben und sind seither spurlos verschwunden. Eine Anzahl von Archivalien herzoglich-bayerischer, bzw. kurbayerischer Provenienz ist im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München erhalten (Kloster Suben, Literalien): l. Fundations-, Privilegien und Freiheitsbriefe von 1142 bis 1659, 2. Sammelband: Konfirmationen der Privilegien und Freiheiten von 1508 bis 1580 und Prälatenwahlen 1598 bis 1604 u.a., 3. Visitationen und Prälatenwahlen 1598 bis 1672 (2 Bde.). Im Staatsarchiv Landshut liegen Archivalien betreffend die Untertanen (1591f, 1690f), das Bräuhaus (1660f) u.a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bau- und Kunstgeschichte== &lt;br /&gt;
Auf den Bau der alten Klosteranlage gibt es keinerlei Hinweise. Der Epitaph der Gründerin Tuta aus dem 15. Jahrhundert zeigt eine der romanischen Kirche vermutlich nachgebildete Anlage, eine dreischiffige Basilika mit drei halbkreisförmigen Apsiden und einem über dem Mittelschiff aufragenden Westturm mit steilem Zeltdach und gekoppelten Schallfenstern. Auch der Stich von Johann Franck (1687) rechtfertigt diese Annahme. Einzig und allein nach weisbar für diese Anlage ist die durch eine Grabung um 1970 freigelegte romanische Stiege mit Resten eines Türgewändes, mannstief unter dem heutigen Kirchenpflaster gelegen. Auch einige Spolien, sowie ein Konsolstein mit einem Löwenkopf haben sich in den Grundmauerresten südwestlich des Turmes erhalten. Dieser wurde nach 1200 aus behauenem Konglomeratstein errichtet. Die über der gotisch gewölbten Vorhalle liegende ehemalige Westempore gehört dem 13. Jahrhundert an, wurde aber in der Barockzeit umgestaltet. Dieser Raum dürfte mit einem Doppelfenster gegen die Kirche hin geöffnet gewesen sein. Eine Granitsäule mit Kapitell und Basis ist noch erhalten. Unter der ehemaligen Propstei, die 1979 abgebrochen und durch einen Neubau (Einzelzellentrakt) ersetzt wurde, konnte nach äußerst schwierigen Fundamentierungsarbeiten der gotische Keller gerettet werden. Er stellt heute ein baulich es Kleinod dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 15. Jahrhundert weist sich mit einigen bedeutenden Grabsteinen von Pröpsten aus, die heute großteils verschwunden sind, von denen aber literarische Nachrichten vorliegen. Ob sich die Spätgotik auch baulich manifestierte, lässt sich nicht mehr feststellen. Als kostbarer Schatz hat sich bis heute ein dreifaches Geläute aus 1425, 1534 und 1538 gegossenen Glocken erhalten. Aus der Zeit um 1425 stammt auch der Grabstein der Stifterin Tuta. Der Stein aus rotem Marmor ist 230 cm hoch und 118 cm breit. Heute ist er an der Kirchenwand befestigt, ursprünglich war er aber wohl liegend gedacht, wie die Anordnung der Umschrift beweist.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese lautet in gotischen Minuskeln: &amp;quot;Hye leyt die hochgeporen / chünichleychis geschlechtes czu ungern genant Tuta / stifterin decz gegenwertigen / gotshaus hie czu Suben gestorben MCXXXVI Kls May&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; 1636 erbaute Propst [[Matthias Froschhammer]] einen eigenen Krankentrakt, woran noch ein Gedenkstein erinnert. Außerhalb des Klosterbereiches, im Ort, entstand das Hofrichterhaus. Damals dürfte auch das Oratorium im Westturm mit Stuck geometrisch dekoriert worden sein. Für vier von acht ovalen Feldern sind die dazugehörigen Reliefs bekannt - sie stellen Nonnen, vielleicht Chorfrauen dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Friedensschluss von Münster 1648 setzte ein ungeheurer wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung in Deutschland ein, von dem auch die Stifte und Klöster am Inn erfasst wurden. Nun begann auch die Erneuerung des Stiftes Suben, dessen Gebäude schon sehr renovierungsbedürftig waren. Propst [[Hieronymus Landl]] errichtete zwischen 1650 und 1660 die Kapelle der hl. Katharina, die nach den älteren Stichen südseitig an die Kirche angebaut war, wo auch der Friedhof lag. Nur karge Reste bezeichnen ihren ehemaligen Standort. Noch am Ausgang des 17. Jahrhunderts waren im Stift zwölf Epitaphien von Pröpsten und eine große Anzahl von Grabsteinen adeliger Familien vorhanden, die meisten davon mit lebensgroßen Darstellungen der Stiftsvorstände. Beim Bau des neuen Konventgebäudes (1698–1702) und der Stiftskirche (1766–1770) sind wahrscheinlich schon viele der alten Denkmäler zugrunde gegangen. Ganz sicher aber wurden viele der alten Grabplatten bei der Adaptierung zur Strafanstalt zerstört oder auch verschleppt. Konrad Meindl, der verdienstvolle Historiker des Stiftes Reichersberg, hat 1889 die wenigen noch vorhandenen Epitaphien beschrieben und aus dem Diarium Grabinschriften von verlorenen Monumenten veröffentlicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zeichen der nach den Türkenkriegen verstärkt einsetzenden Marienverehrung begann Propst [[Ernest Theophil Scharrer]] zwischen Kirchturm und Propstei mit dem Bau einer Marienkapelle und ließ 1687 nach dem Vorbild von München und Wien eine Mariensäule aufstellen. Die Inschrift gedenkt der Befreiung Wiens und Budapests, der Heldentaten Max Emmanuels in den Türkenkriegen und nennt Maria die &amp;quot;Patrona Bavariae&amp;quot;. Die Säule wurde 1932 von der Innleiten an die Hauptstraße im Ort versetzt. Propst Scharrer begann auch mit der Umgestaltung der Kirche. So ließ er den erst vor etwa 50 Jahren vor dem Presbyterium aufgestellten Kreuzaltar entfernen, um Platz für ein neues Chorgestühl zu bekommen. In seine Regierungszeit fällt auch die Verschönerung der &lt;br /&gt;
Kirche durch Statuen und Bilder. In den Höfen wurden Springbrunnen errichtet und die Stiftspforte vollständig erneuert. Durch die Verlegung der Bibliothek in den Krankentrakt erhielten die Chorherren einen Aufenthaltsraum. Dabei war die finanzielle Situation keineswegs glänzend. Selbst für die Tilgung kleiner alter Schulden mussten Darlehen aufgenommen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größere Aufgabe fiel seinem Nachfolger [[Gregor Raiffauer]] zu. Das alte Kloster war bereits derart baufällig, dass nur mehr ein Abbruch und Neubau in Frage kam. 1698 begann man mit dem Abriss eines Teiles der alten Gebäude, und am 24. September des gleichen Jahres legte der Propst in einer feierlichen Zeremonie den Grundstein für den Neubau. Mitte November 1699 konnte dieser Teil mit der Küche und dem Refektorium unter Dach gebracht werden. Dann ging es an den Abbruch des restlichen Altbestandes und bis 1703 war der ganze Konventtrakt mit der Dechantei, der Bibliothek und den Gastzimmern vollendet. Damit waren gerade noch die Wohntrakte fertig geworden, denn nun griff der Spanische Erbfolgekrieg auch ins Innviertel über und verzögerte immer wieder die Arbeiten am Bau. Die Innenausstattung konnte nur mehr in bescheidenem Maße erfolgen. Die Gänge und die Zimmer haben durchwegs flache Decken, nur der erste Stock und zwei Räume im Erdgeschoss weisen Stuckverzierungen auf. Sie stammen von Pietro Camuzzi, einem Mitarbeiter Carlo Antonio Carlones. Obwohl keinerlei archivalische Belege vorhanden sind, spricht manches dafür, dass Carlone auch am Neubau in Suben beteiligt war, vielleicht nur als Berater. Er lebte zu dieser Zeit in Passau, wo er auch 1708 im Kloster St. Nikola starb.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Die Stiftskirche=== &lt;br /&gt;
Sofort nach seiner Wahl ging Propst [[Ildefons Schalkhammer]] daran, Pläne für den Neubau der Stiftskirche ausarbeiten zu lassen. Den Auftrag erhielt Baumeister Simon Frey aus Pullach bei München. Ab Mai 1767 wurde die alte Kirche abgetragen und sofort mit dem Neubau begonnen, dessen Fundamentierung Schalkhammer noch erleben konnte. Sein Nachfolger, [[Wilhelm Weber]], förderte den Bau tatkräftig, holte zum Architekten kongeniale Künstler, wie den Stuckateur Joh. Baptist Modler, den Freskanten und Ölmaler Joh. Jakob Zeiller aus Reutte in Tirol, für Altarbilder Joh. Georg Unrueh und den Bildhauer Josef Deutschmarul, sowie den Kunsttischler Martin Haller, alle drei aus Passau. Die Kirche ist nicht auf den Fundamenten des romanischen Vorgängerbaues, sondern wie Ausgrabungen 1969/70 zeigten, nach freiem Plan mit breiteren Abmessungen errichtet worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Innenraum ist ein einschiffiger längsgerichteter Saal, der durch drei aufeinander folgende Hängekuppeln, von denen die mittlere größer ausgebildet ist, zwischen achsialem und zentralem Baugedanken ideal ausgewogen erscheint. Die Wände bilden je drei Seitenaltarnischen, von denen die mittlere höher und tiefer ist, wodurch ein leicht kreuzförmiger Grundriss erzielt wird. Über den Nischen verlaufen Oratorien, die die Gliederung der Wände noch verstärken. Die Deckenfresken zeigen im Presbyterium die Darstellung des Lammes nach der Offenbarung des Johannes, im Hauptschiff die Verherrlichung des hl. Augustinus mit den Ordensgemeinschaften, die nach seiner Regel leben und über dem Betchor die Bekehrung des hl. Augustinus. Unter der Empore sieht man die Vertreibung der Wechsler aus dem Tempel, im Barock ein beliebtes Thema in den Vorhallen. Dieses Fresko ist noch in seiner Ursprünglichkeit erhalten, während die übrigen zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einem in Suben inhaftierten Banknotenfälscher restauriert und verdorben wurden. 1952/53 konnten sie dem Originalzustand wieder nahe gebracht werden. Die sparsame, aber meisterhafte Stuckierung in leichten, zum Teil vergoldeten Rocailleformen, stammt laut Signatur unter der Orgelempore von &amp;quot;Johann Baptist Modler, Stukhatorer in Kößlam&amp;quot;, besonders reich sind die beiden Kartuschen am Chor- und Emporenbogen mit den Stifts- und Propstwappen und einer lateinischen Inschrift. &amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot; Was Ildefons 1766 zu bauen begonnen hat, vollendete Wilhelm 1770 mit Pracht.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die bemerkenswerte Kanzel mit den Evangelistensymbolen und dem Sämannrelief stammt von Deutschmann. Der Schalldeckel zeigt in einer bewegten Gruppe die Vernichtung der Irrlehrer durch Augustinus. Der Hauptaltar und die Seitenaltäre sind typische Rokokobauten, die Altarblätter des Hoch altars (hl. Lambert) und der beiden großen Seitenaltäre (Kreuzigung bzw. hl. Familie) sind Werke des Joh. Georg Unrueh, die Bilder der übrigen Seitenaltäre (Augustinus, Antonius, Maria mit dem Jesuskind und Leonhard) stammen von Joh. Jakob Zeiller. Von Bedeutung ist auch das von Martin Haller verfertigte Orgelgehäuse und das Chorgestühl. Da der Platz im Presbyterium dafür nicht ausreichte, hat man es auf der Empore im Halbkreis hinter dem Spieltisch aufgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur== &lt;br /&gt;
* Franz Berger: Die kirchlichen Verhältnisse des Innviertels in der Mitte des XVI. Jahrhunderts. In: Archiv für die Geschichte der Diözese Linz (1905), S. 61f. &lt;br /&gt;
* Diarium Subense: 1680–1780. Ergänzt von Konrad Meindl 1873. Stiftsarchiv Reichersberg. &lt;br /&gt;
* Fritz Dworschak: 900 Jahre Stift Suben am Inn. In: Oberösterreichische Heimatblätter 6/3 (1952). S. 296–318. &lt;br /&gt;
* Franz Engl: Das ehemalige Augustiner Chorherrenstift Suben am Inn. In: 900 Jahre Stift Reichersberg. Linz 1984, S. 67–79.&lt;br /&gt;
* Dagobert Frey: Österreichische Kunsttopographie. Die Denkmale des politischen Bezirkes Schärding XXI. Wien 1927, S. 213–231. &lt;br /&gt;
* Alois Haberl: Zell an der Pram. Ried 1929. &lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte. Die Bestände des Oberösterreichischen Landesarchivs. Linz 1958 (Mittelungen des Oberösterreichischen Landesarchivs. Ergänzungsband 10), S. 105. &lt;br /&gt;
* Max Heuwieser: Suben. In: Alte Klöster in Passau und Umgebung. Hg. von Josef Oswald. Passau 1954. &lt;br /&gt;
* Rudolf Hittmair: Der Josefinische Klostersturm im Land ob der Enns. Freiburg im Breisgau 1907, S. 147f. &lt;br /&gt;
* Kurt Holter: Die mittelalterliche Buchkunst der Chorherrenstifte am Inn. In: 900 Jahre Stift Reichersberg. Linz 1984, S. 215f. &lt;br /&gt;
* Günther Kleinhanns: Die Stiftsbauten von Ranshofen, Reichersberg und Suben. In: Oberösterreichische Heimatblätter 38/2 (1984), S. 172–200. &lt;br /&gt;
* Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld: Die weiland Chorherren-Probstei Suben am Inn mit ihren erlauchten Stiftern und Herrlichkeiten diess- und jenseits der Alpen. München 1849.&lt;br /&gt;
* Johann Evangelist Lamprecht: Beiträge zur Geschichte des aufgelassenen Stiftes Suben. handschr. 1856. (Kopie im Pfarramt Suben) &lt;br /&gt;
* Johann Evangelist Lamprecht: Beschreibung des Ortes Raab und dessen Umgebung. Linz 1877. &lt;br /&gt;
* Johann Evangelist Lamprecht: Historisch-topographische und statistische Beschreibung der k.k. Landesfürstl. Gräntzstadt Schärding am Inn. Schärding 1887, S. 288–296. &lt;br /&gt;
* Johann Evangelist Lamprecht: Die Altpfarre Taufkirchen an der Pram. Schärding 1891. &lt;br /&gt;
* Konrad Meindl: Einige Grabmonumente des ehemaligen Stiftes Suben. In: Mitteilungen der Central-Commission XV (1889), S. 78f. &lt;br /&gt;
* Franz X. Pritz: Beiträge zur Geschichte des aufgelassenen Chorherrenstiftes Suben. In: 16. Jahresbericht des Museums Francisco Carolinum (1856), S. 1–66. &lt;br /&gt;
* Hans Rödhammer: Die Reise des Propstes Wilhelm III. von Suben nach St. Margarethen am Hengist. In: Oberösterreichische Heimatblätter 29/ 1/2 (1975), S. 52–57. &lt;br /&gt;
* Hans Rödhammer: Die Pröpste des ehemaligen Augustiner Chorherrenstiftes Suben, in: Oberösterreichische Heimatblätter 32/ 3/4 (1978), S. 224–248. &lt;br /&gt;
* Hans Rödhammer: Die Chorfrauenklöster am unteren Inn. In: Oberösterreichische Heimatblätter 42/3 (1988), S. 145–158. &lt;br /&gt;
* Konrad Schiffmann: Historisches Ortsnamen-Lexikon des Landes Oberösterreich. Band 1. Linz 1935, S. 524. &lt;br /&gt;
* Bernhard Schütz: Suben am Inn. Schnell Kunstführer, Nr. 953. München 1984.&lt;br /&gt;
* Peter Wiesinger / Richard Reutner: Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich. Band 3. Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Schärding. Wien 1994. &lt;br /&gt;
* August Wurzinger: Suben. In: In Unum Congregati. Mitteilungen der Österreichischen Chorherrencongregation (1964), S. 42–48, S. 60–67. &lt;br /&gt;
* Erich Zanzinger: Die Geschichte der Strafvollzugsanstalt Suben. In: Oberösterreichische Heimatblätter 38/2 (1984), S. 146–171. &lt;br /&gt;
* Erich Zanzinger: Heimatbuch der Gemeinde Suben. Ein Ort im Wandel der Zeiten. Suben 1987. &lt;br /&gt;
* Ignaz Zibermayr: Das Oberösterreichische Landesarchiv in Linz. Linz 1950, S. 149, S. 232, S. 306.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<updated>2022-10-13T13:03:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Frühere Bezeichnungen=Subana; Subuna&lt;br /&gt;
|Benannt nach=''Aenus fiumen'' oder ''Enus fiumen'' (Fluss Inn): Aus &amp;quot;Sub&amp;quot; und &amp;quot;en&amp;quot; ergibt sich &amp;quot;Unter-Inn&amp;quot;  oder &amp;quot;am unteren Inn gelegen&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Closter Suben.jpg&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Stift Suben, Kupferstich (1721)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Politische und kirchliche Topographie== &lt;br /&gt;
Das Innviertel gehörte bis 1779 politisch zu Bayern, kam im Friedensvertrag von Teschen an Österreich , dem es nach einem kurzen Intermezzo unter Napoleon 1816 endgültig eingegliedert wurde. 1850 erfolgte die Errichtung der Gemeinde Suben mit 296 Einwohnern. Heutige topographische Lage: Republik Österreich, Bundesland Oberösterreich, Bezirkshauptmannschaft Schärding, Gemeinde Suben. Kirchlicherseits gehörte das Innviertel ehemals größtenteils zur 739 gegründeten Diözese Passau. Mit dem Wechsel der Landeshoheit kam es 1783/ 85 zur neugegründeten Diözese Linz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Patrozinien== &lt;br /&gt;
Bereits die erste Kirche der von den Formbacher Grafen erbauten Burg war dem hl. Märtyrerbischof Lambert von Maastricht geweiht. Dieses Patrozinium blieb der Stiftung immer erhalten. Die vor dem Stiftstor gelegene und 1785 profanierte Pfarrkirche war der hl. Jungfrau Maria geweiht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Suben liegt hoch auf der Schotterterrasse am Ostufer des Inn auf einer natürlich geschützten Landzunge, die vom tief eingeschnittenen Subenbach und vom Inn gebildet wird. Hier war vermutlich schon eine keltische, vorgermanische Niederlassung. Später stand auf der Landzunge eine römische Befestigungsanlage zum Schutz der Innschiffahrt. Im 11. Jahrhundert waren große Teile des Gebietes am unteren Inn im Besitz der Grafen von Formbach (Vornbach), die an der Stelle der Römerbefestigung in Suben eine Burg mit einer Kirche zum hl. Lambert errichteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Kollegiatstift=== &lt;br /&gt;
Als Gründungszeit des Stiftes wird seit jeher 1050 angegeben, doch ist dieses Datum keineswegs gesichert. Die Sage erzählt, Tuta sei mit ihrer älteren Schwester Himiltrud - beide Töchter des Grafen Heinrich von Formbach - bei einer Bootsfahrt auf dem Inn während eines Sturmes in arge Bedrängnis gekommen. Menschliche Hilfe war nicht in Sicht und so wandte sich Tuta in ihrer Todesnot zum Himmel und gelobte, dort ein Kloster zu bauen, wo ihr Schiff sicher an Land gelangen würde. Tatsächlich erreichten sie oberhalb von Schärding, bei der Mündung des Subenerbaches, das rettende Ufer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tuta wird in frühen Zeugnissen als Regina (&amp;quot;Königin&amp;quot;) bezeichnet. Nach heutigen Erkenntnissen war sie wenige Jahre mit König Bela I. von Ungarn (t 1063) verheiratet. Einer zweiten Ehe mit Graf Engelbrecht III. von Kärnten entsprossen zwei Kinder: Koloman und Adelheid. Koloman wurde Kleriker und soll später Vorsteher des Kollegiatkapitels Suben gewesen sein. Adelheid vermählte sich mit Graf Udalschalk vom Lungau (Oberkärnten). Tutas Todesjahr ist unbekannt, denn das Datum auf ihrer aus gotischer Zeit stammenden Grabplatte - 1136 - hält einer genauen Überprüfung nicht stand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sogenannten Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst gehörten die Grafen von Formbach zur päpstlichen Partei. Aus diesem Grunde wurden im Jahr 1078 die Burgen von Formbach und Suben von kaiserlichen Verbündeten zerstört. In den erhaltenen Berichten wird aber kein Stift in Suben erwähnt. Die tatsächliche Gründung des Kollegiatstiftes dürfte demnach zwischen 1080 und 1100 erfolgt sein. Tuta stattete das ''monasterium Subene'' mit Gütern am rechten Innufer aus. Auch im Schärdinger Wasserzoll - nach 1095, aber vor 1100 - hat Tuta den ihr zufallenden Zollerträgnisanteil ihrer Stiftung vermacht. Auch Tutas Tochter Adelheid und ihr Ehemann Graf Udalschalk erwiesen sich als Wohltäter des Stiftes.&amp;lt;ref&amp;gt; In einem Diplom, das um 1120 ausgestellt wurde, heißt es: &amp;quot;Allen Gläubigen sei kundgetan, daß Graf Udalschalk und seine Gattin Adelheid ihrem Sohn Altmann Suben übergeben haben und den Altar des heiligen Lambert, des Blutzeugen Christi, mit allem, was dazugehört, damit er dies den Klerikern überlasse, die dort nach dem Willen der Vorfahren Gott dienen. Zeugen dafür sind ...&amp;quot; &amp;lt;/ref&amp;gt; Der hier genannte Alhnann, also ein Enkel der Tuta, war zu dieser Zeit Kanonikus in Passau und wurde später Bischof von Trient. In einer anderen Urkunde bezeugen Gräfin Adelheid und ihr Sohn Altmann, Cholomunzi (heute Kolbnitz a. d. Möll, Kärnten) mit allem, was dazugehört , mit einer einzigen Ausnahme , an Suben zu übergeben. In diesem Zusammenhang ist ein Diplom aus dem Jahr 1125 oder 1126 von Bedeutung, in dem Altmann, diesmal schon als Bischof ausgewiesen, der Kirche in Suben, &amp;quot;... in der auch seine Eltern ruhen ...&amp;quot;, eine ziemlich große Anzahl von Schenkungen vermacht und sie den dort in Gemeinschaft lebenden Klerikern als Eigentum übergibt. Bischof Altmann hat also das bereits bestehende weltpriesterliche Kollegiatstift, das bisher ein eher kümmerliches Dasein führte, kräftig unter stützt und gilt als zweiter Stifter von Suben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Augustiner-Chorherrenstift=== &lt;br /&gt;
Die Reformidee, die Kirche aus ihrer weltlichen Umklammerung zu befreien, hatte in Bischof Altmann von Passau, Erzbischof Gebhard von Salzburg und dessen Nachfolger Thiemo zähe Vertreter gefunden und sie mit König Heinrich IV. (1056–1106) in schwere Auseinandersetzungen verwickelt. Erzbischof Konrad I. von Salzburg (1106–1147), der seit 1112 im Exil in Sachsen lebte, konnte 1121/22 in seine Diözese zurückkehren und nahm nun sein bereits vorher begonnenes Reformwerk in Angriff. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er führte im Domstift die Augustinusregel ein und schuf einen Verband von 14 regulierten Stiften; dazu kamen noch andere Stifte, die die gemeinsame Observanz und teilweise auch persönliche Beziehungen mit Salzburg verbanden. In den Bannkreis dieser kraftvollen Persönlichkeit geriet auch Altmann, dem Konrad I. half, auf den Bischofsitz von Trient zu gelangen. Auch die Tatsache, dass die Besitzungen Altmanns in Kärnten und in der Steiermark in der Erzdiözese Salzburg lagen, dürfte ein Grund dafür gewesen sein, dass Altmann 1142 im Stift Suben die Augustinusregel einführte und es dem Domstift Salzburg unterstellte. Der feierliche Akt fand in Salzburg statt, und zwar in Anwesenheit des Erzbischofs, des Propstes des Domstiftes, des Abtes von St. Peter, des Propstes von Berchtesgaden, des Propstes Gerhoch von Reichersberg, aller Domherren sowie vieler Kleriker und Adeliger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestimmung, dass der jeweilige Propst von Suben von Salzburg zu bestellen sei, mag für den Konvent nicht immer angenehm gewesen sein, war aber nicht unüblich. Auch die Pröpste von Weyarn und Högelwörth wurden von Salzburg eingesetzt. Als erster Propst des Chorherrenstiftes wird bereits 1142 Johann I. erwähnt. Der Propst des Kollegiatstiftes, Otto, starb am 8. Februar 1143. Möglicherweise hat er nach Umwandlung in ein reguliertes Stift resigniert. Bereits 1145 bezog eine kleine Gruppe von Subener Chorherren das an der Burg des Grafen Ulrich von Epp an errichtete Stift St. Michael a. d. Etsch, das bis 1807 bestand. Bischof Altmann von Trient, der große Wohltäter und Reformator von Suben, starb 1149. Sein Leichnam wurde nach Suben überführt und in der Stiftskirche beigesetzt. Leider ist sein Grab verschollen. Der zweite Propst Chuno (1153–1167) kam aus dem Stift Chiemsee. Unter ihm erfuhr das kleine Suben einen personellen und materiellen Zuwachs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Herzog Heinrich Jasomirgott das Kloster Metten im Jahr 1157 den Benediktinern übergeben hatte, über siedelten die Chorherren von dort nach Suben. Durch Güterteilung kamen auch Weingärten in Rossatz in der Wachau an das Stift. Ebenso wichtig wie die liegenden Güter waren Privilegien, mit denen dem Stift die Mautfreiheit für Salz und Wein und Käse verbrieft wurden. Die Reihe dieser häufig erneuerten Urkunden beginnt mit dem Jahr 1207 durch die Erzbischöfe von Salzburg, die Bischöfe von Passau, die Herzöge von Bayern und die Babenberger. Nicht minder wichtig waren auch die Privilegien der Grafen von Schaunberg bei ihrer Aschacher Maut für Wein und Korn ab 1301. Daraus kann auch entnommen werden, dass die Schaunberger die Vogtei über das Subener Stift innehatten. Die Maut selbst stammte aus dem Erbe der Formbacher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subens Entwicklung war, verglichen mit anderen Klöstern des Innviertels, durch zwei Faktoren behindert. Zum einen durch die Stiftsverfassung, welche die Bestellung des Propstes durch das Salzburger Domkapitel vorsah, zum anderen durch den völligen Mangel an inkorporierten Pfarreien in der Umgebung. Bis ins 15. Jahrhundert sind nur spärliche Nachrichten auf wirtschaftlichem Gebiet überliefert. Wohl sind die Namen der Pröpste überliefert, auch einige Chorherren sind bekannt, aber über die inneren Verhältnisse findet sich kein Wort. Aus einer Urkunde des Erzbischofs Ortolf von Salzburg vom Jahr 1356 erfährt man allerdings, dass sich in Suben auch ein Nonnenkloster befunden hat. Vielleicht war die Marienkirche vor dem Stiftstor für die Nonnen bestimmt, ähnlich war es auch in Reichersberg und Ranshofen. Die Chorfrauen lebten in geringer Zahl sehr zurückgezogen und ihre Konvente starben fast überall im 15. Jahrhundert aus. Die Frauenkirche muss damals schon sehr baufällig gewesen sein, denn Propst [[Matthäus Meermoser]] (1422–1456) ließ sie neu erbauen. Sie diente später als Pfarrkirche für die Bewohner der Hofmark. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter diesem Propst, der aus dem Stift Berchtesgaden kam, erlebte Suben einen gewissen Aufschwung. 1431 schickte er den Chorherrn [[Johann Furtner]] in das von den Pauliner Mönchen verlassene Kloster St. Oswald im Bayerischen Wald. Gemeinsam mit Chorherren aus St. Nikola versuchten die Subener, St. Oswald wieder zu beleben, doch war ihnen kein bleibender Erfolg beschieden. Die Ursachen lagen an der geringen Dotierung, den Übergriffen und Plünderungen durch die Böhmen und der fehlenden Klosterdisziplin in der Reformationszeit. 1563 gaben die Subener St. Oswald endgültig auf. Einige Jahre später übernahm es die Benediktinerabtei Niederaltaich als Filiale (Propstei). Eine Reihe von Gebetsverbrüderungen im 15. Jahrhundert lassen auf ein intensives religiöses Leben schließen: [[Stift Reichersberg|Reichersberg]] 1416, Michaelbeuern 1421, [[Stift St. Florian|St. Florian]] 1426, [[Stift St. Pölten|St. Pölten]] 1426, [[Stift Vorau|Vorau]] 1444, Rottenbuch 1449, Rohr 1449, [[Stift Herzogenburg|Herzogenburg]] 1475, Kremsmünster 1497, Mondsee 1500. Ob die von Kardinal Nikolaus von Cusa bestellten Visitatoren 1451 mit der Einführung der strengen Raudnitzer Statuten Erfolg hatten, ist nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem benachbarten Stift Reichersberg gelang es jedenfalls, durch Appellation an den Papst diese Verfügung rückgängig zu machen. Für den guten Geist des Hauses spricht aber, dass damals sogar Subener Chorherren als Pröpste in andere Stifte berufen wurden: [[Georg Fabri]] 1458 nach Paring bei Regensburg, [[Johannes von Röth]] am 1465 nach Schlehdorf und [[Wolfgang Gladiatoris]] aus Schärding 1465 nach Herzogenburg. Die bereits 1236 von Papst Gregor IX. beurkundete freie Propstwahl konnte erstmals 1474 gegenüber Salzburg durchgesetzt werden. Leonhard Hutter (1474–1493) hatte sich bereits als Ökonom große Verdienste erworben und stand auch wegen seiner Gelehrsamkeit und Frömmigkeit in großem Ansehen. Die Grafen von Schaunburg bestätigten im Jahr 1490 die Mautfreiheiten für &amp;quot;das Gotteshaus zu Sübn daz von unsern Vordern, den Gott genade, gestiftet ist, und dez wir Vogt und Herren sein.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. April 1504 begann der Landshuter Erbfolgekrieg, der für den Landstrich am Inn große Bedrängnis, Brandschatzung und Raub brachte. Am 23. Juni 1505 erhob sich ein fürchterliches von Hagelschlag begleitetes Gewitter, das ganze Scheunen umwarf, die größten Bäume entwurzelte, viel Vieh tötete und alle Feldfrüchte und Saaten vernichtete. Im Kloster Suben warf es das ganze Dachwerk herunter und schlug alle Fenster ein. Eine wesentliche Erweiterung seines Wirkungskreises erfuhr das Stift durch die Inkorporierung der großen Weltpriesterpfarre Raab mit dem Vikariat Zell an der Pram und den Filialen Enzenkirchen und St. Willibald sowie der Pfarre Taufkirchen mit den Filialen Diersbach und Rainbach. Dort wirkten die Subener Chorherren bis zur Auflösung des Stiftes. Anfang des 16. Jahrunderts ging die Epoche spätgotischer Frömmigkeit zu Ende. Noch wurden Kirchen gebaut, Jahrtage gestiftet und Gebetsverbrüderungen eingegangen. Dann aber drangen allmählich und unaufhaltsam reformatorische Ideen ein, sie trübten das katholische Glaubensbewusstsein und führten zu Unruhen und Aufständen in der Bevölkerung. Die bayerischen Herzöge traten dem Protestantismus energisch entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Reformationszeit=== &lt;br /&gt;
​&amp;lt;span style=&amp;quot;background-color: #FFFF00;&amp;quot;&amp;gt;Zu den ersten Opfern der neuen Lehre&amp;lt;/span&amp;gt; gehörte der Priester [[Leonhard Käser]]. Er stammte aus der nunmehrigen Stiftspfarre Raab und verbreitete als Hilfspriester schon vor dem Bauernaufstand von 1525 lutherische Ideen. Vor dem bischöflichen Gericht in Passau widerrief er, floh aber dann nach Wittenberg, wo ihn bald eine persönliche Freundschaft mit Luther verband. Als ihn Nachrichten vom baldigen Ende seines Vaters erreichten, reiste er heimlich in die Heimat zurück, wurde hier aber verhaftet und nachdem er zu keinem Widerruf bereit war, zum Tode verurteilt. Bei der Verhandlung in Passau saß auch der Subener Propst [[Petrus Dörffl]] am Richtertisch. Leonhard Käser wurde am 16. August 1527 in Schärding öffentlich verbrannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Hinrichtungen folgten. Das Eindringen der neuen Lehre ließ sich aber nicht verhindern, besonders auch weil viele Adelige heimlich oder offen dem Protestantismus anhingen. So führten die Grafen von Ortenburg in ihrem Gebiet die Augsburger Konfession ein und beriefen sich dabei auf ihre Reichsunmittelbarkeit. Sie konnten alle Angriffe der bayerischen Herzöge abwehren und schufen so eine protestantische Enklave. Auch Graf Georg III. von Schaunburg, der Vogt von Suben, stellte einen evangelischen Lehrer an. In der benachbarten Stadt Schärding gaben sich die drei Priester zwar offiziell als katholisch, predigten aber nach Schriften der Reformatoren, kümmerten sich nicht um die Erziehung der Jugend und lebten im Konkubinat. Bei der am 13. Oktober 1558 auf Betreiben Herzog Albrechts V. begonnenen Visitation gehörten dem Stift Suben nur mehr neun Professen und drei Novizen an. Es gab naturgemäß einige Beanstandungen, im Großen und Ganzen aber war alles wohl vorgesehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren ging es mit der Disziplin rasch bergab. Propst Johann VII. Müller und einige Konventualen mussten sich beim Landrichter wegen Konkubinats verantworten, in Raab musste der Vikar Adam Tiner aus eben diesem Grunde die Pfarre verlassen. Im Konvent herrschten Uneinigkeit und Ungehorsam gegen den Propst, der schließlich im Jahr 1585 resignierte. Der nächste Propst [[Paul Fixinger]] kam aus dem [[Stift Ranshofen]], wo noch ein besserer Geist herrschte. Er konnte aber gegen die Zustände in Suben nichts ausrichten und starb schon nach einigen Monaten. Nach seinem Tod sah sich die Regierung in Burghausen genötigt, den Chorherren ihre schlechte Lebensweise vorzuwerfen und sie aufzufordern &amp;quot;dem Dechant [[Johannes Ponner]] in geistlichen und weltlichen zu gehorchen und von jedem Widerstand und hochstrafbaren Handlungen abzulassen, sich wie Religiosen zu benehmen; im übrigen habe der Landrichter den Auftrag, alle Widerspenstigen dem Bischof oder anderen Klöstern, so weit genueg von dannen entlegen auf einem Karren geschwind zu geschicken.&amp;quot; Bald darauf wurde der Stiftsdechant Ponner Propst - ob durch Wahl oder Ernennung ist nicht bekannt. Er leitete das Stift nur fünf Jahre. Da in Suben kein geeigneter Kandidat vorhanden war, entschied sich der Konvent für [[Michael Hererig]] vom Stift Baumburg (1591–1599). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihm gelang es, wieder Ordnung zu schaffen und so ging er als Restaurator und Reformator in die Hausgeschichte ein. Er machte sich auch als Komponist einen Namen. Sein &amp;quot;Hortus musicalis ...&amp;quot; erschien 1606 und 1609 in vier Teilen. Nach acht Jahren segensreicher Tätigkeit wählten ihn die Chorherren von St. Nikola zu ihrem Vorsteher. Die beiden nächsten Prälaten regierten nur ganz kurz. 1602 wurde der Pfarrvikar von Taufkirchen [[Leonhard Lilius]] zum Administrator bestellt. Erst 1604 erfolgte seine Wahl zum Propst. Er stammte aus Ulm, war dort protestantisch getauft worden, studierte in Dillingen und trat vermutlich 1591 in Suben ein. Zum Nachweis seiner ehelichen Geburt legte er eine Bestätigung seiner Heimatstadt vor, dass &amp;quot;Lienhart Lilien, des Becken Son, so ain Studiosus sein solle, die begerte Kuntschaft eelicher geburt&amp;quot; erteilt wird. Unter dem nächsten Propst [[Georg Reichenstorfer]] (1610–1622), der das Bräuhaus in Suben erbaute, bewilligte Herzog Maximilian im Jahr 1614 dem Kloster die Bierbräuergerechtigkeit zur &amp;quot;Hausnotdurft&amp;quot;, versagte aber die Ausdehnung auf die zum Stift gehörenden Wirte. Einen schweren wirtschaftlichen Schaden erlitt das Stift unter Propst [[Markus Peckh]] (1622–1628). Ein Brand vernichtete den Hof in Rossatz. Die Aufbauarbeiten gingen durch die Notzeit des Dreißigjährigen Krieges nur mühsam voran. 1620 war Herzog Maximilian von Bayern von Kaiser Ferdinand II. beauftragt worden, die Unruhen unter der weithin protestantischen Bevölkerung Oberösterreichs niederzuschlagen. Seine Heerführer gingen mit äußerster Härte vor, und so kam es zum großen Bauernaufstand des Jahres 1626. Wenn auch das Gebiet am Inn nicht direkt davon betroffen war, so litt es doch unter dem Durchzug der verschiedenen Heere, es entstand eine große Teuerung und eine unvorstellbare Hungersnot. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klöster des Landes erhielten 1632 den Auftrag: &amp;quot;Bei der noch continuirenden Pauernrebellion im Landt ob der Ennß alles entbehrl iche Getreide auf die Festungen Burghausen, Braunau und Schärding der Armada, Land und Leuten, auch gemeinen Wesen zum Besten, abzuführen.&amp;quot; Auf der Flucht vor den Schweden kamen Chorherren aus anderen Klöstern nach Suben. 1634 übernahm [[Ambrosius Faber]] aus dem [[Stift Rohr]] die Pfarre Taufkirchen. Der seit 1628 regierende Propst [[Matthias Froschhammer]], ein Müllerssohn aus Suben, begann 1635 mit der Einführung der Tauf-, Trauungs- und Sterbematriken von Suben. An ihn erinnert auch noch ein dreiteiliger roter Ornat aus Damast mit dem Propstwappen und der Jahreszahl 1628. Nach seinem im Jahr 1640 erfolgten Tod ging [[Georg Gugler]] als neu er Propst aus der Wahl her vor. Der Dreißigjährige Krieg neigte sich dem Ende zu. Wenn auch die Schweden nie über den Inn kamen, so waren doch weite Landstriche verwüstet und entvölkert. Zudem trat 1648 noch die Pest auf und raffte unzählige Menschen dahin. Auch Propst Georg erlag am 4. August 1649 der Seuche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Äußere und innere Erneuerung=== &lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann eine größere Bautätigkeit, weil die desolaten Gebäude kaum mehr bewohnbar waren. Propst [[Aquilin Sattelpogner]] (1672–1678) errichtete die Propstei an der Innseite. Weitere Vorhaben verhinderte sein frühzeitiger Tod. Mit [[Ernest Theophil Scharrer]] (1679–1696) gelangte eine echte Barockpersönlichkeit zur Führung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er erhielt 1684 das Recht der Pontifikalien. Sein Stab mit dem Namen des Papstes Innozenz XI gehört heute zum Linzer Domschatz. Große Bauten erlaubte die Notzeit der Türkenkriege nicht. Doch tat Propst Ernest viel für die Verschönerung der Kirche. Er ließ den an den Stufen zum Presbyterium stehenden Kreuzaltar entfernen und ein neues Chorgestühl aufstellen. Durch Verlegung der Bibliothek entstand ein Aufenthaltsraum für die Chorherren. Das kirchliche Leben erfuhr einen mächtigen Auftrieb durch die Errichtung einer Erzbruderschaft Maria Hilf, die über zahlreiche Ablässe verfügte. Was Ernest Theophil zögernd begann, führte nach ihm [[Gregor II. Raiffauer]] (1696–1720) zügig durch, freilich nicht ohne Auftrag und Nachdruck des Diözesanbischofs Johann Philipp von Lamberg. Er ließ die alten baufälligen Konventgebäude abbrechen und sie durch einen Neubau ersetzen. Durch Vermittlung des Geistlichen Rates in München wurde die Aufnahme eines zinsenlosen Kredites in der Höhe von 20.731 Gulden bei den Kirchen des Rentamtes Burghausen bereits 1697 bewilligt und 1701 noch einmal ein Nachtragskredit von 10.000 Gulden gewährt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit ließ der Propst das nötige Baumaterial zusammenholen. Auch hier half die Hofkammer in München, indem sie 175 gut zubehauene große Granitsteine, die bei der Ausbesserung der Festungswerke in Schärding übrig geblieben waren, dem Stift schenkte. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) war Kurfürst Max Emmanuel auf die Seite Frankreichs getreten. Bayerische und österreichische Truppen lösten einander als Besetzer ab, requirierten rücksichtslos und hoben Rekruten aus, wobei besonders die Bevölkerung der Stiftspfarren betroffen wurde. Das halbfertige Kloster war mit Flüchtlingen überfüllt, wurde fast täglich bedrängt und mit Brandschatzung bedroht, um riesige Summen Geldes zu erpressen. Allen Schwierigkeiten zum Trotz sah Propst Gregor auf Ordnung und Disziplin. In seiner Bescheidenheit schob er die lnfulierung immer wieder hinaus, bis ihm schließlich im Jahr 1709 der Passauer Weihbischof Johann Raimund von Lamberg in der bischöflichen Hauskapelle Mitra und Stab überreichen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der wenigen schriftlichen Zeugnisse, die aus dieser Zeit erhalten sind, ist das &amp;quot;Diarium Subense&amp;quot;, das Gregor noch als Dechant 1681 anlegte und das bis 1780 reicht. Es beschränkt sich allerdings groß teils auf personelle Veränderungen (Eintritte, Professen, Weihen, Versetzungen, Todesfälle). Nur gelegentlich gewährt es einen Einblick in die inneren Verhältnisse der Gemeinschaft und das Tagewerk der Chorherren. Dieses war jedenfalls sehr stark vom ''officium divinum'' bestimmt. Propst Gregor änderte die Ordnung der Tagzeiten geringfügig, &amp;quot;damit die Herren mehr Zeit haben zum Studium&amp;quot;. Die Prim begann um 6 Uhr früh, anschließend war Zeit für die Privatmessen. Den liturgischen Höhepunkt des Tages bildeten die Terz um 9 Uhr und das Kapitelamt. Das Mittagessen war an Werktagen immer um 11 Uhr. Die Vesper wurde um 14 Uhr (früher um 15 Uhr) gebetet, die Komplet schon um 16.45 Uhr vor dem Abendessen. Bezüglich Matutin und Laudes finden sich keine Hinweise, wahrscheinlich werden sie wie im benachbarten Stift Reichersberg schon um 4 Uhr morgens gewesen sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einkleidungen fanden nach der Prim vor der Privatmesse des Propstes in seinem Oratorium oder in der Marienkapelle statt. Dort legten die jungen Ordensleute bereits nach dem Noviziatsjahr ihre ewigen Gelübde ab. Dabei erhielten sie auch einen Ordensnamen und wurden bis zur Priesterweihe mit &amp;quot;Frater&amp;quot; angesprochen. Die Studien absolvierten sie zum Teil im Haus - einem Chorherrn war das Amt des &amp;quot;Repetitors&amp;quot; anvertraut - aber auch in Ingolstadt, Dillingen, Passau, Salzburg, Graz oder Linz. Da die meisten Kandidaten schon Vorstudien nachweisen konnten, dauerte die Zeit bis zur Priesterweihe gewöhnlich nur zwei bis vier Jahre. Die Weihen erhielten sie vom Diözesanbischof in Passau. Seit Propst Ernest war es Brauch, dass an hohen Festtagen, wenn der Propst in der Kirche Pontifikalfunktionen hielt, er von den Chorherren in Zweierreihen von der Prälatur abgeholt und auch wieder zurückbegleitet wurde. Gregors Nachfolger [[Patritius Egerbacher]] (1720–1748) wandte seine Aufmerksamkeit mehr den Stiftspfarren zu. Er ließ in Taufkirchen, Zell an der Pram und Raab großzügige Pfarrhöfe errichten. Propst [[Finnin Geibinger]] (1748–1763) baute den Stiftsmeierhof ganz neu auf und begann auf Drängen des Pfarrers Ildefons Schalkhammer den Umbau der gotischen zweischiffigen Kirche in Raab zu einem dreischiffigen Gotteshaus mit reicher Stuckverzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schalkhammer stammte aus Rotthalmünster, war 1720 in Suben eingetreten, wurde 1724 in Passau zum Priester geweiht, war anschließend Kooperator in Raab, 1740 bis 1742 Pfarrer in Zell, 1742 bis 1748 Pfarrer in Taufkirchen und seither Pfarrer in Raab. 1763 ging er aus der Wahl als Propst hervor. Er leitete das Stift nur vier Jahre. 1764 kamen der Direktor der Historischen Klasse der Kurbayerischen Akademie der Wissenschaften, Christian Friedrich Pfeffel und der Akademiesekretär P. Ildefons Kennedy OSB nach Suben, um für den IV. Band der &amp;quot;Monumenta boica&amp;quot; Urkunden einzusehen. Aus unbekannten Gründen wurde ihnen aber das Stiftsarchiv nicht zugänglich gemacht, und so musste dieser Band in Bezug auf Suben im Jahr 1765 nach der Fassung von 1620 erscheinen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1766 legte Dechant [[Wilhelm Weber]] einen Musikalienkatalog an und schrieb die Taufbücher (seit 1635) in ein einziges Buch zusammen. Nach dem Tod des Propstes Ildefons 1767 fiel die Wahl auf ihn. Er begann nun mit Energie den Neubau der Stiftskirche, deren Pläne noch von seinem Vorgänger erstellt worden waren. Er ordnete auch den Umbau der vor dem Tor liegenden Pfarrkirche und die Anlage eines neuen Friedhofes für die Pfarrgemeinde an. Die neue Stiftskirche erhielt am 6. Oktober 1771 durch Kardinal Leopold Ernst von Firmian die Weihe. Die großen Feierlichkeiten , mit denen die Kirchweihe und die Übertragung der Reliquien der hl. Märtyrer Benignus und Illuminatus vor sich gingen, bilden den Höhepunkt in der neueren Geschichte des Stiftes. Für die innere Ausstattung ließ Propst Wilhelm eine Reihe von Bildern malen, so von der Gründerin Tuta, von Bischof Altmann und vom neuen Stiftsbau. Auch die Bilderreihe der Prälaten seit Matthias Froschhammer ließ er anfertigen. Sieben von ihnen befinden sich heute im Konventgang des Stiftes Reichersberg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. Juni 1775 kam der Diözesanbischof Kardinal Leopold Ernst Firmian mit großem Gefolge, darunter sein Weihbischof Franciscus Carl Firmian, zur Visitation, die für vier Tage anberaumt war. Dazu waren auch die auswärts stationierten Vikare ins Stift gekommen und mussten sich mit den übrigen Chorherren einer Befragung bzw. einem Examen durch Geistliche Räte des Bischofs stellen. Am 24. Juni vollzog der Weihbischof auch die Weihe der neuerbauten Pfarrkirche. Insgesamt empfingen 569 Personen das Sakrament der Firmung. Einen nicht alltäglichen Besuch erlebte der Konvent am 4. Juli 1776. Äbtissin Scholastika von Niedernburg kam mit 21 Nonnen auf neun Wagen angereist. Die Schwestern speisten zusammen mit den Chorherren im &amp;quot;Mittleren Saal&amp;quot;, bei Tischmusik ''plaudentibus monialibus''. Nach der Vesper besichtigten die Nonnen die Kirchen und mit ausdrücklicher Erlaubnis des Propstes auch die Räume der Klausur. Um 6 Uhr abends traten sie wieder die Heimreise an. Während die ersten zehn Regierungsjahre des Propstes Wilhelm Weber recht positiv verliefen, traten bald darauf innere und äußere Ereignisse ein, die zu einem raschen Abstieg und schließlich zur Aufhebung führten.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Das Ende=== &lt;br /&gt;
Durch den Friedensvertrag von Teschen am 13. Mai 1779 war der Landstrich am rechten Innufer zu Österreich gekommen. 700 Jahre hatte das Stift unter bayerischer Herrschaft gestanden. Mit dem Wechsel der Landeshoheit kam zugleich die Zeit, in der die kirchlichen Reformen Kaiser Josephs II. die Klöster in arge Bedrängnis brachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klosterreduktion stand in einem ursächlichen Zusammenhang mit der geplanten Errichtung neuer Pfarren. Und hier dürfte Propst Wilhelm den entscheidenden Fehler begangen haben. Als er 1781 den Auftrag zur Erhebung der Filiale St. Willibald zur selbständigen Pfarre erhielt, antwortete er der Landesregierung in Linz, er wolle sich in dieser Frage ''ad summam sedem'' wenden. Das wurde als direkte Appellation an den päpstlichen Stuhl verstanden und er wurde deswegen zu einer Geldstrafe von 100 Golddukaten verurteilt. Kurz darauf überprüfte eine Kommission das Stift auf seine Notwendigkeit. Leider gab es auch im Konvent Missstimmung und Uneinigkeit, und so wurde Suben als erstes Kloster in Oberösterreich als entbehrlich befunden und zur Aufhebung bestimmt. Am 6. März 1784 wurde das Stift aufgehoben und die Verwaltung dem Propst [[Ambras Kreuzmayr]] von Reichersberg übertragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jüngeren Konventualen begrüßten zum Teil die Aufhebung des Ordenszwanges, die älteren ertrugen das Schicksal mit Schmerz und baten den Kaiser, weiterhin im Stift leben zu dürfen. Der Personalstand betrug mit den auswärtigen Pfarrern 25 Priester. Soweit die Chorherren nicht auf die neu errichteten Pfarren Diersbach, Rainbach, Enzenkirchen und St. Willibald kamen, konnten sie vorerst noch im Stift verbleiben. Vom Angebot, nach Reichersberg überzutreten, wollte keiner Gebrauch machen. Für den Propst bestimmte die Regierung eine tägliche Pension von 4 Gulden, für die Kapitularen im Stift monatlich 16 Gulden und für die Seelsorgsgeistlichen jährlich 364 Gulden. Die Administration von Suben brachte für den Propst von Reichersberg eine Fülle nicht endenwollender Verdrießlichkeiten. Allein die Verwaltung der verstreuten Besitzungen, die Umbauten und Neubauten von Pfarrhöfen und Schulen, sowie die Besoldung der Chorherren und Lehrer, ließen ihn bei der Regierung vorstellig werden, dass Reichersberg dieser Belastung auf Dauer nicht gewachsen sei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Jahresabrechnung ergab zwar einen kleinen Kassarest, der aber nur durch die verminderte Auszahlung an die Stiftsherren erzielt wurde. So erhielt Propst Wilhelm statt der vorgesehenen 4 Gulden nur 2 Gulden täglich. Er wohnte weiterhin im Stiftsgebäude, das leer und ohne Gebrauch war, konnte noch sein goldenes Priesterjubiläum feiern und starb am 14. Dezember 1789. Am dortigen Friedhof erinnert nichts mehr, weder ein Grab noch ein Denkmal, an den letzten Propst von Suben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die weiteren Schicksale=== &lt;br /&gt;
Nachdem Propst Ambros von Reichersberg als Administrator entbunden worden war, wuchsen die Schwierigkeiten in Suben immer mehr an. Schließlich blieb kein anderer Ausweg, als große Teile des stiftlichen Besitzes zu verkaufen, so den Meierhof mit seinen Grundstücken und den Hof in Rossatz mit den Weingärten. Auch die zu den Pfarrhöfen gehörigen Wirtschaften erfuhren das gleiche Schicksal. 1792 wurde die &amp;quot;Herrschaft Suben&amp;quot; dem Generalvikar des Bistums Linz als Realdotation übergeben. Nach dessen Tod 1802 zog der Staat Suben ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1809 beherbergten die leerstehenden Gebäude ein französisches Militärlazarett. 1810 fiel das Innviertel bis 1816 wieder an Bayern, das sich mit Frankreich gegen Österreich verbündet hatte. Napoleon schenkte nunmehr Suben mit Mondsee und Engelszell dem bayerischen General Fürst Wrede, dessen Nachkommen es bis 1855 besaßen. Unter deren Verwaltung trat ein starker Verfall an den Stiftsgebäuden ein, zahlreiche Kunstgegenstände wurden verkauft oder verschleppt. Endlich gelangte Suben durch Kauf an den k.k. Strafhausfonds, der die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color: #FFFF00;&amp;quot;&amp;gt;Weiber-Strafanstalt&amp;lt;/span&amp;gt;  von Garsten hierher verlegte. Die Leitung hatten &amp;quot;Schwestern vom Guten Hirten&amp;quot;. Diese Verfügung war naturgemäß mit größeren Umbauten, vor allem in den Innenräumen , verbunden. Die Prälatur wurde für die Strafgefangenen, der Gasttrakt für die Krankensäle, das anschließende Brauhaus für Arbeitsräume bestimmt. Küche und Speiseräume befanden sich im Erdgeschoss. Der große Hof vor der Stiftskirche wurde nunmehr durch einen ebenerdigen, neu aufgeführten Trakt in zwei Hälften geteilt; der Neubau diente als Klausur für die Nonnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber errichtete man einen einstöckigen Bau als Konvent für die Franziskaner, welche die Pfarre und die seelsorgliche Betreuung der Strafanstalt übernahmen. Ein drittes Gebäude wurde neben dem Stiftstor für die Unterbringung der Schule, der Militärwache und des Hausarztes errichtet. Nach nur zehnjährigem Bestehen wurde die weibliche Haftanstalt aufgelassen. Die &amp;quot;Frauen vom Guten Hirten&amp;quot; übersiedelten in das ehemalige Zisterzienserstift Baumgartenberg. Seit 1865 sind in Suben männliche Sträflinge inhaftiert. Bis 1932 lautete die offizielle Bezeichnung: &amp;quot;Männerstrafanstalt&amp;quot;, von da an bis 1974 &amp;quot;Arbeitshaus&amp;quot; und seither &amp;quot;Strafvollzugsanstalt&amp;quot;. Unter der Leitung von Oberst Erich Zanzinger (1955–1983) erfolgte der längst notwendige Umbau und Ausbau. Zwar fiel ihm die alte Propstei zum Opfer, es gelang aber, den darunter liegenden gotischen Keller zu erhalten. Mit der Segnung und Inbetriebnahme der neuen Gebäude fand die Generalsanierung am 21. November 1982 ihren Abschluss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schule== &lt;br /&gt;
Von der Schule, die naturgemäß vorhanden war, gibt es nur spärliche Berichte. Bei der Visitation von 1558 gab der Ludimoderator Leopold Reuter an, er unterrichte zehn Präbendisten und sieben andere Schüler. Erstere wohnten im Stift und wurden besonders für den Chorgesang ausgebildet, aus ihnen gewann man auch einen Teil des klösterlichen Nachwuchses. Der Lehrer klagte, die Schüler würden &amp;quot;übel gehalten mit der Speisung&amp;quot;. Für die Unterweisung der Junioren in den theologischen Disziplinen war ein Chorherr als Repetitor aufgestellt. Weltliche und kirchliche Vorgesetzte drängten des öfteren darauf, die Junioren zur besseren Ausbildung an Universitäten zu schicken, speziell an solche der Jesuiten, etwa Ingolstadt, aber die Prälaten auch anderer Klöster zögerten. Zum einen entstanden dadurch höhere Kosten, zum anderen gab es auch die Befürchtung, durch das Miteinander verschiedener Orden könnte die eigene Spiritualität leiden. Es erhielten zwar auch immer einige Junioren ihre Ausbildung an höheren Schulen, aber noch 1711 ließ Propst Gregor Raiffauer seine sieben Kleriker von einem gelehrten Ranshofener Chorherrn unterrichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse== &lt;br /&gt;
===Wirtschaftliche Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Seit der Gründungszeit besaß das Stift zwei weit auseinander liegende Besitzkomplexe. Von der Gräfin Tuta stammten im wesentlichen Wälder, Güter und Zinspflichtige zu beiden Seiten des Inn, sowie im Pram- und Antiesental. Bischof Altmann bzw. seine Eltern vermehrten die Ausstattung durch Güter in Oberkärnten und der Untersteiermark, so Kolbnitz auf dem Lurnfeld bei Obervellach und Malentein (Malta) in Kärnten. Aber schon 1126 vertauschte Bischof Altmann mit Erzbischof Konrad von Salzburg die Kirche von Kolbnitz gegen Verleihung gewisser Rechte (Tauf- und Begräbnisrecht) an die Kirche zu St. Margarethen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese weit entfernten Besitzungen waren schwer zu beaufsichtigen und so versuchte man des öfteren, wenigstens Teile davon zu veräußern. So wird aus dem Jahr 1534 berichtet, dass das Stift Güter in der Steiermark verkaufte. Auch mit den auswärtigen Verwaltern hatte man nicht immer Glück. Diese hatten die Abgaben der Untertanen einzufordern, Nachlässe oder Befreiungen kund zumachen und die Verrechnung mit dem Grundherrn zu besorgen. Im Jahr 1537 schreibt Propst Lambert Bogner an den bayerischen Herzog, dass er den Verwalter der Stiftsgüter in Kärnten absetzen musste. 1699 schloss das Stift einen Vertrag mit dem Stift Rein. Dieses erhielt vier in seiner Nähe liegende Subener Untertanen und übernahm dafür die auf der Pfarre St. Margarethen liegenden Lasten und Forderungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dauer war hingegen der Besitz des Hofes in Rossatz in der Wachau gegenüber Dürnstein mit den Weingärten. Wenn es sich auch nicht um hervorragende Lagen handelte, so lieferten diese Weingärten doch eine genügende Menge für den Eigenbedarf und einen bescheidenen Vertrieb. Im Spanischen Erbfolgekrieg, als die Bayern in Österreich eindrangen, verkündete der Kaiser 1704, er wolle alle &amp;quot;baierischen, geistlichen und weltlichen Güter, Gülten und Effekten, die in Österreich liegen, confisciren und sequestrieren&amp;quot; lassen. Nach mühevollen Verhandlungen gelang es dem Chorherrn und Lesemeister [[Quarin Piesenberger]], die Aufhebung der Beschlagnahme zu erwirken, nachdem er 97 Gulden für &amp;quot;Präsente, Taxen und Reisegelder&amp;quot; ausgegeben hatte. Für den Transport des Weines, aber auch anderer lebenswichtiger Güter sicherten sich die Klöster verschiedene Privilegien. Seit dem 13. Jahrhundert erhielt Suben Befreiungen von allen bayerischen Mauten zwischen Salzburg und Passau und von der zu Aschach an der Donau. Diese alten Privilegien ließ sich das Stift des öfteren erneuern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch von den inkorporierten Pfarren bezog das Stift Einkünfte. Die Vikare mussten einen Teil des ihnen zustehenden Zehents abliefern. Die &amp;quot;Pensiones ad mensam ex Parochiis&amp;quot; betrugen 1696: von Raab 300, von Taufkirchen 150, von Zell 100 und von St. Margarethen 50 Gulden. Das Einkommen des Stiftes war nicht unbedeutend, blieb aber weit hinter den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Nachbarstifte Formbach und Reichersberg zurück. Eine arge Störung des wirtschaftlichen Gleichgewichtes verursachten die immer wiederkehrenden Sonderabgaben, speziell in Kriegszeiten. So forderte der kaiserliche General Thürheim im Spanischen Erbfolgekrieg am 26. Juni 1704 binnen sechs Tagen 4.000 Gulden Kontribution, sonst würde mit dem Stift sehr arg verfahren. Nur durch Vermittlung des Bischofs von Passau und verschiedener Protektoren konnte die Summe auf 1.500 Gulden herabgemindert werden. Dazu kamen auch noch gewaltige Naturallieferungen. Bald darauf musste das Stift zur Entlohnung der rebellierenden Garnisonen von Schärding und Braunau 1.500 Gulden vorstrecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn auch genauere Nachrichten fehlen, so liegt doch auf der Hand, dass der tüchtige Propst Gregor Raiffauer das Kloster durch gute Wirtschaft hochgebracht hat, denn sonst wäre es nie möglich gewesen, in dieser Zeit sämtliche Schulden (6.000 Gulden), die er bei seiner Amtsübernahme vorgefunden hatte, zu tilgen und dazu noch die 30.000 Gulden Baudarlehen bis auf 3.000 Gulden zurückzuzahlen. Bei der Aufhebung des Stiftes erscheinen 112.000 Gulden ausgewiesen, ein ansehnlicher Betrag, von dem rund 92.000 Gulden auf den Besitz von Gütern aller Art entfielen. Mit je 1.000 Gulden wurde der Körner- bzw. Weinvorrat bewertet, der Viehbestand mit 1.250 Gulden. Von dem sehr schön und gut gebauten Meierhof aus wurden 35 Tagwerk Ackerland bebaut, wozu noch 29 Tagwerk Wiesen und 52 Tagwerk Wald kamen. An Weingärten in der Wachau sind 94 Viertel (23,5 Joch) ausgewiesen. Geringen oder keinen Ertrag warfen das Bräuhaus, die Mühle sowie zwei Weiher und drei Hausgärten ab. Von den Untertanen im Inn viertel wurden 6.333 Gulden von denen in Bayern 491 Gulden an Abgaben verzeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rechtliche Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Nur aus einigen Urkunden geht hervor, dass die Grafen von Schaunburg bei Eferding die Vogtei über Suben innehatten. Sie leiteten dieses Recht von einer Seitenverwandtschaft mit der Gründerin Tuta ab. Nach dem Aussterben der Formbacher 1158 erhielten die Herren von Julbach bei Braunau neben den Haupterben Graf Berthold III. von Andechs und Markgraf Ottokar von Steyr Gebietsanteile ostwärts von der Pram bis ins Donautal mit der Maut zu Aschach. 1161 errichteten sie auf steiler Höhe über der Donau die Schaunburg, nach der sie sich später benannten. Aufgabe der Vögte war es, die ihnen anvertrauten Klöster zu beschützen und die Rechtsprechung über die Untertanen auszuüben. So trug im Jahr 1306 Herzog Stephan von Bayern dem Heinrich von Schaunburg als Vogt von Suben auf, keine Klagen von Untertanen gegen das Stift anzuhören, wenn sie das Erbrecht nicht zahlen wollten. Am 12. Juni 1559 erlosch mit dem Tod des Grafen Wolfgang II. das Geschlecht der Schaunburger. Sein Erbe fiel an seinen Schwiegersohn Erasmus von Starhemberg. Seine Nachkommen wollten zwar die Vogtei über Suben beibehalten, doch dürften sie damit keinen Erfolg gehabt haben, denn bereits 1559 wurde Suben Hofmark und bekam einen eigenen Hofrichter in der Person des Friedrich Peer. Doch erstreckte sich die niedere Gerichtsbarkeit nur über die 30 Häuser der Hofmark, für die übrigen Untertanen war das Landgericht Schärding zuständig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Suben gehörte immer zu den kleineren Klöstern. Die Zahl der Stiftsmitglieder bewegte sich gewöhnlich zwischen 18 und 20. In der Reformationszeit sank die Zahl der Priester auf neun ab, dazu kamen im Jahr 1558 noch zwei Novizen. Bis 1622 war ein leichter Aufstieg zu verzeichnen: sieben Priester und vier Junioren. 1698 zählte die Gemeinschaft 14 Priester und vier Junioren. Bei der Aufhebung hatte das Stift seinen Höchststand mit 25 Chorherren. Die letzten Eintritte erfolgten 1778: [[Gregor Hobezeder]], ein Bauernsohn aus St. Marien in Bayern, und [[Ambros Traunbauer]], ein Musikerssohn aus Raab. Diese beiden waren auch die letzten Pfarrseelsorger von Suben aus dem Konvent. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, kamen die Chorherren aus dem bayerischen Raum und waren meist Söhne von Handwerkern und Bauern. Im Stift lebten neben etwaigen Senioren folgende Offizialen - wobei nicht jedes Amt mit einem eigenen Chorherrn besetzt war: Propst, Dechant, Novizenmeister, Kastner, Ökonom, Keller- und Küchenmeister, Chorregent, Repetitor der Junioren, Katechet, Vestiar und Sakristan. Auf den Pfarren waren gewöhnlich sechs bis acht Priester stationiert, an den Feiertagen erhielten sie Aushilfen von excurrierenden Mitbrüdern. Ein einziges Mal wird im Diarium ein Laienbruder angeführt: Im Jahr 1669 starb Frater [[Paulus Dieterich]], Conversus und Schneider, 69 Jahre alt und 33 Jahre im Orden. Sonst waren für die vielfältigen Aufgaben und Arbeiten weltliche Kräfte vorhanden, angefangen vom Hofrichter über den Amtmann und Schullehrer bis zu den Beschäftigten im Haus und Meierhof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliothek und Archivalien== &lt;br /&gt;
Bei der Aufhebung des Stiftes ging der größte Teil des Archiv- und Bibliotheksbestandes verloren. Über Auftrag der Aufhebungskommission wurden die Archivalien und Teile der Bibliothek in 62 Kisten verpackt und nach Linz gebracht. Unterwegs ging einiges verloren. Ein verlässlicher Katalog fand sich nicht. Wohl hatte Propst [[Gregor Raiffauer]] die Bestände katalogisieren und neue Schränke anfertigen lassen, aber im Zuge der Turbulenzen um die Aufhebung geriet vieles durcheinander. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Bericht der Landesregierung schienen unter diesen Büchern nicht nur literarische, sondern auch Provinzial-Dokumente, uralte Manuskripte und kostbare Werke zu sein, &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color: #FFFF00;&amp;quot;&amp;gt;die selbst zu allerhöchstem Dienstgebrauch sein könnten&amp;lt;/span&amp;gt;. Für die Hofbibliothek wurde daraus aber nichts ausgewählt. 22 Handschriften und an die 30 Inkunabeln gelangten in die Oberösterreichische Landesbibliothek. Sie sind durch ihre Rückennummern oder den Besitzvermerk ''Coenobii Subensis'' bestimmbar. Aus den Einbänden kann auf eine eigene Buchbinderei geschlossen werden. Einzelne Handschriften befinden sich auch im Linzer Diözesanarchiv und im Stift St. Florian. Das Oberösterreichische Landesarchiv in Linz besitzt noch Archivalien aus der Zeit von 1589 bis 1800. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Bestände kamen nach München, später unter der Herrschaft des Fürsten Wrede wieder zurück nach Suben und sind seither spurlos verschwunden. Eine Anzahl von Archivalien herzoglich-bayerischer, bzw. kurbayerischer Provenienz ist im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München erhalten (Kloster Suben, Literalien): l. Fundations-, Privilegien und Freiheitsbriefe von 1142 bis 1659, 2. Sammelband: Konfirmationen der Privilegien und Freiheiten von 1508 bis 1580 und Prälatenwahlen 1598 bis 1604 u.a., 3. Visitationen und Prälatenwahlen 1598 bis 1672 (2 Bde.). Im Staatsarchiv Landshut liegen Archivalien betreffend die Untertanen (1591f, 1690f), das Bräuhaus (1660f) u.a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bau- und Kunstgeschichte== &lt;br /&gt;
Auf den Bau der alten Klosteranlage gibt es keinerlei Hinweise. Der Epitaph der Gründerin Tuta aus dem 15. Jahrhundert zeigt eine der romanischen Kirche vermutlich nachgebildete Anlage, eine dreischiffige Basilika mit drei halbkreisförmigen Apsiden und einem über dem Mittelschiff aufragenden Westturm mit steilem Zeltdach und gekoppelten Schallfenstern. Auch der Stich von Johann Franck (1687) rechtfertigt diese Annahme. Einzig und allein nach weisbar für diese Anlage ist die durch eine Grabung um 1970 freigelegte romanische Stiege mit Resten eines Türgewändes, mannstief unter dem heutigen Kirchenpflaster gelegen. Auch einige Spolien, sowie ein Konsolstein mit einem Löwenkopf haben sich in den Grundmauerresten südwestlich des Turmes erhalten. Dieser wurde nach 1200 aus behauenem Konglomeratstein errichtet. Die über der gotisch gewölbten Vorhalle liegende ehemalige Westempore gehört dem 13. Jahrhundert an, wurde aber in der Barockzeit umgestaltet. Dieser Raum dürfte mit einem Doppelfenster gegen die Kirche hin geöffnet gewesen sein. Eine Granitsäule mit Kapitell und Basis ist noch erhalten. Unter der ehemaligen Propstei, die 1979 abgebrochen und durch einen Neubau (Einzelzellentrakt) ersetzt wurde, konnte nach äußerst schwierigen Fundamentierungsarbeiten der gotische Keller gerettet werden. Er stellt heute ein baulich es Kleinod dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 15. Jahrhundert weist sich mit einigen bedeutenden Grabsteinen von Pröpsten aus, die heute großteils verschwunden sind, von denen aber literarische Nachrichten vorliegen. Ob sich die Spätgotik auch baulich manifestierte, lässt sich nicht mehr feststellen. Als kostbarer Schatz hat sich bis heute ein dreifaches Geläute aus 1425, 1534 und 1538 gegossenen Glocken erhalten. Aus der Zeit um 1425 stammt auch der Grabstein der Stifterin Tuta. Der Stein aus rotem Marmor ist 230 cm hoch und 118 cm breit. Heute ist er an der Kirchenwand befestigt, ursprünglich war er aber wohl liegend gedacht, wie die Anordnung der Umschrift beweist.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese lautet in gotischen Minuskeln: &amp;quot;Hye leyt die hochgeporen / chünichleychis geschlechtes czu ungern genant Tuta / stifterin decz gegenwertigen / gotshaus hie czu Suben gestorben MCXXXVI Kls May&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; 1636 erbaute Propst [[Matthias Froschhammer]] einen eigenen Krankentrakt, woran noch ein Gedenkstein erinnert. Außerhalb des Klosterbereiches, im Ort, entstand das Hofrichterhaus. Damals dürfte auch das Oratorium im Westturm mit Stuck geometrisch dekoriert worden sein. Für vier von acht ovalen Feldern sind die dazugehörigen Reliefs bekannt - sie stellen Nonnen, vielleicht Chorfrauen dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Friedensschluss von Münster 1648 setzte ein ungeheurer wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung in Deutschland ein, von dem auch die Stifte und Klöster am Inn erfasst wurden. Nun begann auch die Erneuerung des Stiftes Suben, dessen Gebäude schon sehr renovierungsbedürftig waren. Propst [[Hieronymus Landl]] errichtete zwischen 1650 und 1660 die Kapelle der hl. Katharina, die nach den älteren Stichen südseitig an die Kirche angebaut war, wo auch der Friedhof lag. Nur karge Reste bezeichnen ihren ehemaligen Standort. Noch am Ausgang des 17. Jahrhunderts waren im Stift zwölf Epitaphien von Pröpsten und eine große Anzahl von Grabsteinen adeliger Familien vorhanden, die meisten davon mit lebensgroßen Darstellungen der Stiftsvorstände. Beim Bau des neuen Konventgebäudes (1698–1702) und der Stiftskirche (1766–1770) sind wahrscheinlich schon viele der alten Denkmäler zugrunde gegangen. Ganz sicher aber wurden viele der alten Grabplatten bei der Adaptierung zur Strafanstalt zerstört oder auch verschleppt. Konrad Meindl, der verdienstvolle Historiker des Stiftes Reichersberg, hat 1889 die wenigen noch vorhandenen Epitaphien beschrieben und aus dem Diarium Grabinschriften von verlorenen Monumenten veröffentlicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zeichen der nach den Türkenkriegen verstärkt einsetzenden Marienverehrung begann Propst [[Ernest Theophil Scharrer]] zwischen Kirchturm und Propstei mit dem Bau einer Marienkapelle und ließ 1687 nach dem Vorbild von München und Wien eine Mariensäule aufstellen. Die Inschrift gedenkt der Befreiung Wiens und Budapests, der Heldentaten Max Emmanuels in den Türkenkriegen und nennt Maria die &amp;quot;Patrona Bavariae&amp;quot;. Die Säule wurde 1932 von der Innleiten an die Hauptstraße im Ort versetzt. Propst Scharrer begann auch mit der Umgestaltung der Kirche. So ließ er den erst vor etwa 50 Jahren vor dem Presbyterium aufgestellten Kreuzaltar entfernen, um Platz für ein neues Chorgestühl zu bekommen. In seine Regierungszeit fällt auch die Verschönerung der &lt;br /&gt;
Kirche durch Statuen und Bilder. In den Höfen wurden Springbrunnen errichtet und die Stiftspforte vollständig erneuert. Durch die Verlegung der Bibliothek in den Krankentrakt erhielten die Chorherren einen Aufenthaltsraum. Dabei war die finanzielle Situation keineswegs glänzend. Selbst für die Tilgung kleiner alter Schulden mussten Darlehen aufgenommen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größere Aufgabe fiel seinem Nachfolger [[Gregor Raiffauer]] zu. Das alte Kloster war bereits derart baufällig, dass nur mehr ein Abbruch und Neubau in Frage kam. 1698 begann man mit dem Abriss eines Teiles der alten Gebäude, und am 24. September des gleichen Jahres legte der Propst in einer feierlichen Zeremonie den Grundstein für den Neubau. Mitte November 1699 konnte dieser Teil mit der Küche und dem Refektorium unter Dach gebracht werden. Dann ging es an den Abbruch des restlichen Altbestandes und bis 1703 war der ganze Konventtrakt mit der Dechantei, der Bibliothek und den Gastzimmern vollendet. Damit waren gerade noch die Wohntrakte fertig geworden, denn nun griff der Spanische Erbfolgekrieg auch ins Innviertel über und verzögerte immer wieder die Arbeiten am Bau. Die Innenausstattung konnte nur mehr in bescheidenem Maße erfolgen. Die Gänge und die Zimmer haben durchwegs flache Decken, nur der erste Stock und zwei Räume im Erdgeschoss weisen Stuckverzierungen auf. Sie stammen von Pietro Camuzzi, einem Mitarbeiter Carlo Antonio Carlones. Obwohl keinerlei archivalische Belege vorhanden sind, spricht manches dafür, dass Carlone auch am Neubau in Suben beteiligt war, vielleicht nur als Berater. Er lebte zu dieser Zeit in Passau, wo er auch 1708 im Kloster St. Nikola starb.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Die Stiftskirche=== &lt;br /&gt;
Sofort nach seiner Wahl ging Propst [[Ildefons Schalkhammer]] daran, Pläne für den Neubau der Stiftskirche ausarbeiten zu lassen. Den Auftrag erhielt Baumeister Simon Frey aus Pullach bei München. Ab Mai 1767 wurde die alte Kirche abgetragen und sofort mit dem Neubau begonnen, dessen Fundamentierung Schalkhammer noch erleben konnte. Sein Nachfolger, [[Wilhelm Weber]], förderte den Bau tatkräftig, holte zum Architekten kongeniale Künstler, wie den Stuckateur Joh. Baptist Modler, den Freskanten und Ölmaler Joh. Jakob Zeiller aus Reutte in Tirol, für Altarbilder Joh. Georg Unrueh und den Bildhauer Josef Deutschmarul, sowie den Kunsttischler Martin Haller, alle drei aus Passau. Die Kirche ist nicht auf den Fundamenten des romanischen Vorgängerbaues, sondern wie Ausgrabungen 1969/70 zeigten, nach freiem Plan mit breiteren Abmessungen errichtet worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Innenraum ist ein einschiffiger längsgerichteter Saal, der durch drei aufeinander folgende Hängekuppeln, von denen die mittlere größer ausgebildet ist, zwischen achsialem und zentralem Baugedanken ideal ausgewogen erscheint. Die Wände bilden je drei Seitenaltarnischen, von denen die mittlere höher und tiefer ist, wodurch ein leicht kreuzförmiger Grundriss erzielt wird. Über den Nischen verlaufen Oratorien, die die Gliederung der Wände noch verstärken. Die Deckenfresken zeigen im Presbyterium die Darstellung des Lammes nach der Offenbarung des Johannes, im Hauptschiff die Verherrlichung des hl. Augustinus mit den Ordensgemeinschaften, die nach seiner Regel leben und über dem Betchor die Bekehrung des hl. Augustinus. Unter der Empore sieht man die Vertreibung der Wechsler aus dem Tempel, im Barock ein beliebtes Thema in den Vorhallen. Dieses Fresko ist noch in seiner Ursprünglichkeit erhalten, während die übrigen zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einem in Suben inhaftierten Banknotenfälscher restauriert und verdorben wurden. 1952/53 konnten sie dem Originalzustand wieder nahe gebracht werden. Die sparsame, aber meisterhafte Stuckierung in leichten, zum Teil vergoldeten Rocailleformen, stammt laut Signatur unter der Orgelempore von &amp;quot;Johann Baptist Modler, Stukhatorer in Kößlam&amp;quot;, besonders reich sind die beiden Kartuschen am Chor- und Emporenbogen mit den Stifts- und Propstwappen und einer lateinischen Inschrift. &amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot; Was Ildefons 1766 zu bauen begonnen hat, vollendete Wilhelm 1770 mit Pracht.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die bemerkenswerte Kanzel mit den Evangelistensymbolen und dem Sämannrelief stammt von Deutschmann. Der Schalldeckel zeigt in einer bewegten Gruppe die Vernichtung der Irrlehrer durch Augustinus. Der Hauptaltar und die Seitenaltäre sind typische Rokokobauten, die Altarblätter des Hoch altars (hl. Lambert) und der beiden großen Seitenaltäre (Kreuzigung bzw. hl. Familie) sind Werke des Joh. Georg Unrueh, die Bilder der übrigen Seitenaltäre (Augustinus, Antonius, Maria mit dem Jesuskind und Leonhard) stammen von Joh. Jakob Zeiller. Von Bedeutung ist auch das von Martin Haller verfertigte Orgelgehäuse und das Chorgestühl. Da der Platz im Presbyterium dafür nicht ausreichte, hat man es auf der Empore im Halbkreis hinter dem Spieltisch aufgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur== &lt;br /&gt;
* Franz Berger: Die kirchlichen Verhältnisse des Innviertels in der Mitte des XVI. Jahrhunderts. In: Archiv für die Geschichte der Diözese Linz (1905), S. 61f. &lt;br /&gt;
* Diarium Subense: 1680–1780. Ergänzt von Konrad Meindl 1873. Stiftsarchiv Reichersberg. &lt;br /&gt;
* Fritz Dworschak: 900 Jahre Stift Suben am Inn. In: Oberösterreichische Heimatblätter 6/3 (1952). S. 296–318. &lt;br /&gt;
* Franz Engl: Das ehemalige Augustiner Chorherrenstift Suben am Inn. In: 900 Jahre Stift Reichersberg. Linz 1984, S. 67–79.&lt;br /&gt;
* Dagobert Frey: Österreichische Kunsttopographie. Die Denkmale des politischen Bezirkes Schärding XXI. Wien 1927, S. 213–231. &lt;br /&gt;
* Alois Haberl: Zell an der Pram. Ried 1929. &lt;br /&gt;
* Haus der Geschichte. Die Bestände des Oberösterreichischen Landesarchivs. Linz 1958 (Mittelungen des Oberösterreichischen Landesarchivs. Ergänzungsband 10), S. 105. &lt;br /&gt;
* Max Heuwieser: Suben. In: Alte Klöster in Passau und Umgebung. Hg. von Josef Oswald. Passau 1954. &lt;br /&gt;
* Rudolf Hittmair: Der Josefinische Klostersturm im Land ob der Enns. Freiburg im Breisgau 1907, S. 147f. &lt;br /&gt;
* Kurt Holter: Die mittelalterliche Buchkunst der Chorherrenstifte am Inn. In: 900 Jahre Stift Reichersberg. Linz 1984, S. 215f. &lt;br /&gt;
* Günther Kleinhanns: Die Stiftsbauten von Ranshofen, Reichersberg und Suben. In: Oberösterreichische Heimatblätter 38/2 (1984), S. 172–200. &lt;br /&gt;
* Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld: Die weiland Chorherren-Probstei Suben am Inn mit ihren erlauchten Stiftern und Herrlichkeiten diess- und jenseits der Alpen. München 1849.&lt;br /&gt;
* Johann Evangelist Lamprecht: Beiträge zur Geschichte des aufgelassenen Stiftes Suben. handschr. 1856. (Kopie im Pfarramt Suben) &lt;br /&gt;
* Johann Evangelist Lamprecht: Beschreibung des Ortes Raab und dessen Umgebung. Linz 1877. &lt;br /&gt;
* Johann Evangelist Lamprecht: Historisch-topographische und statistische Beschreibung der k.k. Landesfürstl. Gräntzstadt Schärding am Inn. Schärding 1887, S. 288–296. &lt;br /&gt;
* Johann Evangelist Lamprecht: Die Altpfarre Taufkirchen an der Pram. Schärding 1891. &lt;br /&gt;
* Konrad Meindl: Einige Grabmonumente des ehemaligen Stiftes Suben. In: Mitteilungen der Central-Commission XV (1889), S. 78f. &lt;br /&gt;
* Franz X. Pritz: Beiträge zur Geschichte des aufgelassenen Chorherrenstiftes Suben. In: 16. Jahresbericht des Museums Francisco Carolinum (1856), S. 1–66. &lt;br /&gt;
* Hans Rödhammer: Die Reise des Propstes Wilhelm III. von Suben nach St. Margarethen am Hengist. In: Oberösterreichische Heimatblätter 29/ 1/2 (1975), S. 52–57. &lt;br /&gt;
* Hans Rödhammer: Die Pröpste des ehemaligen Augustiner Chorherrenstiftes Suben, in: Oberösterreichische Heimatblätter 32/ 3/4 (1978), S. 224–248. &lt;br /&gt;
* Hans Rödhammer: Die Chorfrauenklöster am unteren Inn. In: Oberösterreichische Heimatblätter 42/3 (1988), S. 145–158. &lt;br /&gt;
* Konrad Schiffmann: Historisches Ortsnamen-Lexikon des Landes Oberösterreich. Band 1. Linz 1935, S. 524. &lt;br /&gt;
* Bernhard Schütz: Suben am Inn. Schnell Kunstführer, Nr. 953. München 1984.&lt;br /&gt;
* Peter Wiesinger / Richard Reutner: Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich. Band 3. Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Schärding. Wien 1994. &lt;br /&gt;
* August Wurzinger: Suben. In: In Unum Congregati. Mitteilungen der Österreichischen Chorherrencongregation (1964), S. 42–48, S. 60–67. &lt;br /&gt;
* Erich Zanzinger: Die Geschichte der Strafvollzugsanstalt Suben. In: Oberösterreichische Heimatblätter 38/2 (1984), S. 146–171. &lt;br /&gt;
* Erich Zanzinger: Heimatbuch der Gemeinde Suben. Ein Ort im Wandel der Zeiten. Suben 1987. &lt;br /&gt;
* Ignaz Zibermayr: Das Oberösterreichische Landesarchiv in Linz. Linz 1950, S. 149, S. 232, S. 306.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Stift Stainz</title>
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&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
==Historische Namensformen== &lt;br /&gt;
Bereits 1160 wird der &amp;quot;riuus Stauwenz&amp;quot;, der Stainzbach, urkundlich erwähnt. 1177 stellte Papst Alexander III. in Venedig eine Bulle an den Salzburger Erzbischof aus, in der er ihn zum Schutz der Güter des Nonnenklosters St. Georgen am Längsee in Kärnten aufforderte, dem von den Leuten des Markgrafen von Steiermark H. und R. (die Brüder Herrand und Richer von Wildon) und anderen ein &amp;quot;predium apud stawiz&amp;quot; entfremdet worden war. Die Bezeichnung &amp;quot;stawiz&amp;quot; wird einerseits aus dem Slawischen &amp;quot;stava&amp;quot; abgeleitet und soll &amp;quot;Sauergraus&amp;quot; bzw. &amp;quot;Sauerbrunn&amp;quot; bedeuten. Tatsächlich existiert bei Stainz eine Mineralquelle, die teilweise den Stainzbach speist. Der Slawist Simon Pirchegger hingegen erklärte den slawischen Namen mit dem &amp;quot;Ort, wo der Gerber seine Felle wäscht&amp;quot;, denn östlich hinter Ettendorf fließt der Zirknjtzbach, wobei Ettendorf (früher &amp;quot;Eppendorf&amp;quot;) von R. Fitter als (spätere) deutsche Bezeichnung des 1177 genannten slawischen Ortsnamens &amp;quot;stawiz&amp;quot; angesprochen wurde. Die herzogliche Bestätigung von 1233 nennt die &amp;quot;prepositura(m) in honorem sancte Catharine ... apud fluuium Stanz&amp;quot; und die päpstliche Bulle von 1248 spricht von der &amp;quot;ecclesie de Stanz ordinis sancti Augustini&amp;quot;. Dass der Ort schon 1249 &amp;quot;Steinz&amp;quot; geschrieben worden wäre, klingt unglaublich, weshalb sich die Urkunden dieses Jahres (1249 III 23 Stainz A, B) - neben anderen inhaltlichen Kriterien - als Fälschungen erweisen, weil für das Kloster noch bis etwa 1500 die Bezeichnungen &amp;quot;Steunze&amp;quot;, &amp;quot;Stanz&amp;quot;, &amp;quot;Staentz&amp;quot; oder &amp;quot;Stencz&amp;quot; üblich waren. Weitere historische Namensformen: conventus canonicorum regularum eccl(es)ie St. Katharine in Stevntz (1319); choerherns. Gatrein goetshaus datz Stevntz (1343); das würdige Gottshaus zu Stäncz (1627); Stainz, ein Styfft Canonicorum Regularium (1681). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Politische und kirchliche Topographie== &lt;br /&gt;
Herzogtum Steiermark, seit 1462 Viertel zwischen Mur und Drau, seit 1748 Kreis Graz, Markt (seit 1372), politischer Bezirk Deutschlandsberg, Bundesland Steiermark. In kirchlich-organisatorischer Hinsicht gehörte Stainz vor der Stiftsgründung zum Gebiet des Erzbistums Salzburg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort lag in der Pfarre St. Stefan in Lemsitz, die sich noch im 12. Jahrhundert von der Mutterpfarre St. Laurentius in Hengsberg als Filialkirche abgetrennt hatte. Im Bereich der Pfarre St. Stefan lagen die Messkapellen St. Katharina auf dem Hügel, der später das Kloster trug, und St. Georg in Ettendorf. An die Pfarre St. Laurentius grenzte im Süden die Mutterpfarre (Groß-) St. Florian, wobei der Stainzbach die Grenze bildete. St. Laurentius wurde bei der Gründung des Bistums Seckau 1218 diesem zugeteilt, St. Florian hingegen dem 1225 neu errichteten Bistum Lavant eingegliedert. Dadurch wurde der Stainzbach Diözesangrenze. Um 1500 galt die kirchliche Einteilung: Metropolitansprengel Salzburg, Bistum Seckau, Archidiakonat des Domstiftes Seckau, zuletzt (bis 1783) Archidiakonat Hengsberg. Pfarrkirche war bis 1600 die in diesem Jahr abgebrochene Kirche St. Jakob im Markt Stainz, dann die Kanonikalkirche St. Katharina im Stift. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Patrozinium== &lt;br /&gt;
1249 erklärte Leutold von Wildon, die Stiftung des Klosters zu Ehren der Gottesmutter Maria und der Jungfrau und Märtyrerin Katharina (von Alexandrien) errichtet zu haben. Von Maria als Patronin ist später nicht mehr die Rede. Schon die Bestätigungsurkunde Herzog Friedrichs II. von 1233 spricht nur von der Propstei zu Ehren der hl. Katharina. Ihr soll bereits jene Kapelle geweiht gewesen sein, die sich, als Eigen der Herren von Wildon, angeblich um 1200 an der Stelle des späteren Kloster befunden hat und die 1232 als zur Pfarre St. Stefan in Lemsitz gehörig erwähnt wird. Die hl. Katharina blieb durch alle folgenden Zeiten alleinige Patronin von Kirche und Kloster. Deren historische Persönlichkeit ist zwar nicht fassbar, doch war ihre Verehrung im Mittelalter weit verbreitet, denn sie galt als Fürsprecherin bei Krankheiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtlicher Überblick== &lt;br /&gt;
===Gründungsgeschichte=== &lt;br /&gt;
Stainz ist das dritte Stift, das in der Steiermark für Augustiner-Chorherren gegründet wurde. Ihm gingen die 1140 bzw. 1163 gegründeten Stifte [[Stift Seckau|Seckau]] und [[Stift Vorau|Vorau]] zeitlich voran, zwei weitere - Rottenmann und Pöllau - folgten im 15. Jahrhundert. Während im Früh- und Hochmittelalter die Stifte von fürstlichen oder hoch freien Familien gegründet wurden, ist Stainz bezüglich seines Gründers eine Ausnahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Stifter war Leutold von Wildon, dessen Geschlecht zu den bedeutendsten landesfürstlichen Ministerialen in der Steiermark zählte. Leutolds Urgroßvater, Richer von Eferding, war ursprünglich hochfrei, 1120 aber schon Ministeriale von Passau. Sein Sohn und Enkel heirateten, ungeachtet ihres Status als Ministerialen der Markgrafen von Steiermark, in die Sippe der Aribonen bzw. der Freien von Gutenberg-Waldstein, sodass zu den Stammlehen, die die Familie in und um die Burg Wildon bereits besaß und wonach sie sich ab 1173 nannte, weitere ausgedehnte Besitzungen kamen, unter denen vor allem die oststeirische Herrschaft Riegersburg zu nennen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während andere bekannte Stifte nur mit einer Gründungssage dienen können, hat Stainz deren drei. Nach der ältesten Legende, die ein Zisterziensermönch des 13./14. Jahrhunderts berichtet, hätte Leutold von Wildon in Regensburg ein Mädchen kennengelernt, aber, als er ihren Namen - Katharina - erfuhr, aus Verehrung der Patronin auf eine Heirat verzichtet. Als er lange Zeit danach an einem Fuß erkrankte, der amputiert werden sollte, sei ihm in der Nacht vor der Operation die hl. Katharina erschienen, die ihn zum Dank für sein Verhalten geheilt habe. Nach der zweiten Gründungslegende stand um 1200 auf dem Hügel, auf dem dann das Stift errichtet wurde, eine Kapelle &amp;quot;St. Katharina in der Birken&amp;quot;, in deren Nähe Leutold unglücklicherweise ein Kind getötet haben soll. Aus Reue habe er später dort ein Kloster gestiftet. Eine dritte Version, 1895 in die Stainzer Pfarrchronik als aus dem Munde der letzten Chorherren gehörte Sage aufgenommen, berichtet, Leutolds Frau Agnes habe nachts im Traum eine Stimme gehört, ihr Mann könne wegen seiner allzu strengen Gerichtsbarkeit und einiger von ihm verübter Ungerechtigkeiten nicht selig werden, wenn er nicht zu &amp;quot;Katharina an der Pirka&amp;quot; eine schöne Kirche baue. Zu jener Zeit sei an der Stelle, an der sich jetzt die Kirche von Stainz erhebe, eine der hl. Katharina geweihte kleine Kapelle gestanden, mitten in einem &amp;quot;anmuthigen Pirkenhaine&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A. Kogler stellte zwischen der vom Volksmund als &amp;quot;Katharina in der Birken&amp;quot; bezeichneten Kirche und der von Herzog Friedrich II. in seiner Bestätigungsurkunde für Leutolds Gründung 1233 gebrauchten Formulierung,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;cum Leutoldus de Wildonia ... in honore sancte Catharine virginis preposituram de nouo erexerit apud fluuium Stanz&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; einen Zusammenhang in der Weise her, dass Leutold diese Kirche (Katharina in der Birken) neu herrichtete und durch die Klostergründung von (der Pfarre) St. Stephan loslöste. Doch spricht die Urkunde nicht von einer &amp;quot;ecclesia&amp;quot; sondern nur von einer neu errichteten Propstei. R. Baravalle (1936, 1961) nahm aufgrund der Formulierung &amp;quot;in der Birken &amp;quot; an, dass die Kapelle eine ehemalige Burgkapelle gewesen sein könnte, denn &amp;quot;in der Birken&amp;quot; als Singular sei unsinnig, &amp;quot;in der Pirk&amp;quot;, also in der Burg, hingegen die einzig vernünftige Erklärung und die ethymologische Wandlung von Burg zu Birk längst bekannt und erwiesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dieser Burg der Wildonier werde aber in den Urkunden Leutolds, die seine Stiftung betreffen, deshalb kein Wort erwähnt, um eventuellen späteren Ansprüchen seiner Verwandten jede Grundlage zu entziehen. R. Pitter wies die Erklärungen Koglers und Baravalles 1936 als sowohl historisch als auch etymologisch unzutreffend zurück. J. Grüblinger konnte sich 1954 Pitters Ansicht nicht anschließen und lehnte - nach H. Pirchegger - die Gleichsetzung des 1177 genannten &amp;quot;predium apud Stawiz&amp;quot; mit St. Georg in Ettendorf (&amp;quot;Eppendorf&amp;quot;) ab. H. Wilfinger plädierte 1979 wieder für eine Hauptburg auf dem Stainzer Schlossberg und der darin befindlichen Burgkapelle St. Katharina, ebenso F. O. Roth. Zuletzt ließ H. Ebner (1981) die Möglichkeit einer abgekommenen Wehranlage an der Stelle des Stiftes wieder offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Uneinigkeit in dieser Frage hängt mit der heute schlechten urkundlichen Dokumentation der Gründung zusammen, denn etliche Urkunden fehlen, andere werden bei unverdächtigem Inhalt - als Fälschungen verdächtigt. Leutold selbst sagt, er habe die Stiftung zur Sühne seiner und seiner Vorfahren Sünden errichtet, die, bei aller Vorsicht gegenüber dieser auch bei anderen Klosterstiftungen vorkommenden Begründung, so etwas wie ein Motiv anklingen lässt, das auch historisch begründbar ist: Die Wildonier hatten wieder holt kirchlichen Besitz wider alles Recht an sich gerissen oder geschädigt, wie aus der päpstlichen Bulle von 1177 und anderen Urkunden hervorgeht. Dass Leutold mit seiner Frau Agnes von Traberg (Unterdrauburg/ Dravograd) nur zwei Töchter, aber keinen Sohn hatte, mag zum Entschluss für eine Klostergründung sicher mitbestimmend gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er begann also vor 1229 in Stainz mit dem Bau eines Klosters für Augustiner-Chorherren, für das er Mönche aus dem Stift Seckau und Gerold als ersten Propst berief. Erst im Laufe der folgenden Jahre vermochte er es mit jenen Pfarren, Gütern und Einkünften auszustatten, die die Gründungsdotation bildeten. Sollte es je einen Stiftungsbrief für Stainz gegeben haben, so ist er verloren gegangen. Auch ein noch im 19. Jahrhundert bezeugtes Salbuch des Stiftes ist schon lange nicht mehr vorhanden, nur Abschriften davon gibt es. Immerhin ist eine undatierte &amp;quot;cartula&amp;quot; aus der Zeit um 1230 (nach anderen vom Jahre 1240) erhalten. In Form einer Traditionsnotiz, oder besser eines Gedächtnisprotokolls Leutolds, ist sie Ausdruck der Sorge des Stifters um die Ordnung der Besitzverhältnisse seiner Gründung, weil aus Antrieb böser Geister und Schlauheit verschlagener Menschen oft Zwistigkeiten und Betrügereien entspringen, wodurch die Güter der Guten, Gott arglos dargebracht, zerstückelt oder gar zerstört werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb ordnete Leutold mit Zustimmung seines Bruders Ulrich die Beziehungen seiner Untertanen, die auf Klostergrund lebten, zur Kirche der hl. Katharina in Stainz hinsichtlich Kirchgang, Maut, &amp;quot;Vürvanch&amp;quot; und anderer Belange. Er bestimmte, dass die Abgaben an den Kirchweihfesten der Pfarrkirchen St. Stefan in Lemsitz und St. Georg in Ettendorf an den Beauftragten des Stiftes zu entrichten, das Gerichtsgeld (genannt &amp;quot;Vürvanch&amp;quot;) aber dem Propst oder seinem Marktrichter zu leisten seien. 1232 überließ der Salzburger Erzbischof, dessen Zustimmung zur Gründung damit indirekt ausgedrückt wird, Leutold allen Grund der Kirche von Stainz und gab ihm den dafür abgetretenen Ort Gschwend (bei Kumberg) als Lehen wieder zurück. Erst 1245 genehmigte Erzbischof Eberhard II. den Tausch der salzburgischen Pfarre St. Stefan gegen Leutolds Pfarre St. Johann a. d. Feistritz (bei Herberstein), wodurch St. Stefan dem Kloster inkorporiert werden konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1247 schenkte Leutold seiner Gründung noch das Dorf Wald am Stainzbach mit 31 Huben. Zwei weitere Urkunden, die beide dasselbe Datum &amp;quot;Stainz 23. März 1249&amp;quot; (A, B) tragen und von Leutold ausgestellt worden sein sollen, wurden als Fälschungen, aber mit unverdächtigem Inhalt, angesprochen, weil gewisse in ihnen genannte Güter angeblich erst Jahre später an das Kloster gekommen sein sollen. Es handelt sich dabei um die Dörfer Stallhof, Graggerer und Grafendorf bei Stainz. Stallhof und Grafendorf werden in der Bestätigung Papst Bonifaz' VIII. (1294–1303), die nur als Transsumpt von 1473 und ohne Datum erhalten ist, nicht genannt. Es ist daher durchaus wahrscheinlich, dass diese päpstliche Güterbestätigung für Stainz vor dem 30. &lt;br /&gt;
September 1298 ergangen ist, zu welchem Datum Albert von Horneck den Hof Stallhof an Stainz verkaufte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erwähnte päpstliche Bestätigung nennt folgende Güter: Den Ort, wo die Kirche (der hl. Katharina) steht samt Zugehörungen, die Kirche St. Stefan, ein Drittel Zehent mit 53 Hofstätten in der Pfarre St. Stefan, den Markt und den Bach genannt Stainz, das Dorf Graggerer, Weingärten zu &amp;quot;Edelitz&amp;quot; (Edelz bei Stainz?), Sierling, Marhof, Eichegg (alle bei Stainz) und Vochera (bei Bad Gams), Güter in Gersdorf (bei Bad Gams), Rutzendorf, Neudorf (beide GB Stainz), &amp;quot;Reinmonstuel&amp;quot; (abgekommen?), Schwarzenschachen, Gschwend (bei Kumberg), Pichling (bei Stainz) und Maxendorf (bei Kirchbach, Oststmk.). In der Aufzählung fehlt das von Leutold geschenkte Dorf Wald (bei Stainz) und die Pfarrkirche St. Georg in Ettendorf. Mit wenigen Ausnahmen lagen alle genannten Besitzungen in der näheren oder weiteren Umgebung des Stiftes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dotation durch Leutold wird in der Literatur von &amp;quot;dürftig&amp;quot; bis &amp;quot;reichlichst&amp;quot; gewertet, je nachdem, mit welchem anderen Stift im Land man Stainz verglichen hat. Bedeutsam für die junge Gründung war natürlich der Besitz des unter dem Kloster gelegenen Marktes Stainz (1230 forum). Um für ihn einen Marktplatz anlegen zu können, musste auf der rechten Seite des Stainzbaches vom Bistum Lavant - der Bach war die Grenze zwischen den Bistümern Seckau und Lavant - Grund erworben werden, dessen Ausmaße aber nicht allzu groß gewesen sein können. Der erste Propst Gerold soll - nach dem Visitationsprotokoll von 1545 - aus den eigenen Reihen, drei Mönche aber, zur Verrichtung des Gottesdienstes, aus Seckau gekommen sein, das damit für die Neugründung zum Mutterkloster wurde. Der Vorauer Chorherr und Geschichtsschreiber [[Aquilinus Julius Caesar]] wusste 1777 allerdings zu berichten, dass auch Propst Gerold aus Seckau gestammt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Herimannus Schachner ex religiosa palaestra sua Geroldum cum primis sociis exurgenti Canonic Stainzensium Collegia inclyto an. 1229.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; Und der Autor fügt hinzu, dass das Stift in diesem oder dem vorangegangenen Jahr gegründet worden sei, wie die ihm zugänglich gemachten Urkunden gezeigt hätten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1233 erhielt die Stiftung die erste landesfürstliche Bestätigung durch Herzog Friedrich II., der gleichzeitig seinen Ministerialen erlaubte, dem Kloster Güter bis zu einem Wert von 10 Mark Friesacher Münze zuzuwenden. Die Urkunde führt die Namen der ersten Konventmitglieder an: Propst Gerold, Dechant Gerung, Kellermeister Herman sowie die Chorherren Johannes, Igno, Heimich der Jud, Richer und Hugo. 1247 bestätigte Bischof Ulrich von Seckau die in seiner Diözese gelegene Stiftung und im darauffolgenden Jahr erfolgte die Konfirmation durch Papst Innozenz IV., jedoch ohne den Besitzstand des Klosters zu nennen. Leutold von Wildon starb am 13. April 1248, nach Kogler aber erst am 29. März 1250. Er erhielt sein Begräbnis in der Stiftskirche, wo 1272 auch seine Witwe Agnes bestattet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Stift im Mittelalter=== &lt;br /&gt;
In den folgenden zwei Jahrhunderten gelang es dem Kloster, seinen Grundbesitz durch zahlreiche Schenkungen, Jahrtags-und Seelgerätstiftungen oder Ankäufe von privater Seite zu vergrößern. Von 1298 bis 1480 lassen sich etwa 80 derartige Erwerbungen nachweisen. 1365 werden im Zuge einer Stiftung die Altäre der hl. Dorothea und des hl. Johannes in der Stiftskirche erwähnt, etwa zur selben Zeit erfährt man von der Existenz des stiftischen Siechenhauses, für das der Pfarrer von St. Stefan ob Stainz dem Kloster einen Weinzehent übertrug, &amp;quot;zu ainen Trost den khrankhen herren&amp;quot;. 1400 errichtete eine fromme Frau einen Jahrtag auf dem St-Magdalena-Altar, und 1429 überließen Dechant und Kapitel dem Propst auf Lebenszeit ein Sechstel ihres Weinzehents zu St. Stefan für die Restaurierung der Kirche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Pröpsten des Mittelalters ragt Sighard (1296–1298) hervor, angeblich aus der ritterlichen Familie Lemsitz stammend, die in der näheren Umgebung des Stiftes begütert war. Die Regierung des Propstes [[Peter von Eppendorf]] (1345–1362), der einem zu Ettendorf ansässigen ritterlichen Geschlecht angehörte, bedeutete die Glanzzeit des mittelalterlichen Stiftes. Ende des 14. Jahrhunderts traten im Konvent erste schwere Unstimmigkeiten auf. Ein Teil der Chorherren scheint mit Propst Berthold (1377–1397) unzufrieden gewesen zu sein, weshalb 1398 der Seckauer Bischof die &amp;quot;Stöss, krieg vnd misshelligkeit&amp;quot; zwischen dem neuen Propst [[Konrad Torseuler]] und dem früheren Propst Berthold schlichten musste. Propst Konrad entsagte seiner Würde, wofür er die Pfarre St. Stefan samt den Einkünften erhielt. Neuer Propst wurde der bisherige Pfarrer von St. Stefan, Gebhart, während Bertold die Pfarre &amp;quot;dats sand Joergen zu Stenz&amp;quot; (St. Georg in Ettendorf) erhielt, aber nicht mehr nach der Propstei streben, vielmehr Propst und Kapitel gehorsam sein sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1438 gelangte in [[Sigmund von Lemsitz]] ein sehr um sichtiger Mann zur Regierung des Stiftes. Ihm verlieh Papst Nikolaus IV. am 1. Jänner 1453 das Recht der Pontifikalien sowie die Erlaubnis, in den stiftischen Kirchen Altäre und Paramente zu weihen. Die wirtschaftliche Situation des Klosters hatte sich aber dermaßen verschlechtert, dass sich das Stift in Rom um die Inkorporierung der Pfarren Mooskirchen und Hengsberg bei Wildon bemühte. Da in dieser Zeit fünfmal der Papst wechselte, war dem Ansuchen kein Erfolg beschieden, und die Angelegenheit wurde schließlich vom Stift nicht weiter verfolgt. 1480 brachte ein verheerender Türkeneinfall erstmals den &amp;quot;Erzfeind christlichen Glaubens&amp;quot; in die Weststeiermark und damit auch vor die Mauern des Stiftes. Ob die Türken Stainz geplündert haben, ist fraglich. Schwierig gestaltete sich die Regierungszeit des Propstes [[Johannes Macher]] (1518–1533). Der „Quart&amp;quot; von 1529 fiel ein Viertel des geistlichen Grundbesitzes zum Opfer. Anlässlich der 1528 erfolgten landesfürstlichen Visitation der Klöster und Pfarren in der Steiermark konnte die Visitationskommission über den Propst und die sieben Mitglieder des Kapitels nur lapidar feststellen&amp;lt;ref&amp;gt; &amp;quot;Haben in gelauben und sunst gegeneinander khain beschwär. Innen ist guet ordnung und geystlich leben zu haldten bevolchen.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; Als 1532 der schwerste Türkeneinfall in die Steiermark erfolgte, hatte Stainz das Glück, davon nicht berührt zu werden, weil es völlig abseits der Marschroute des Feindes lag, der an Graz vorbei über Leibnitz Richtung Pettau zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reformationszeit=== &lt;br /&gt;
Die folgenden Jahrzehnte brachten das Stift in arge Bedrängnis. Die Gründe dafür sind dieselben wie bei anderen Stiften und Klöstern des Landes. Die Türkenabwehr erforderte größte finanzielle Anstrengungen, die der Landesfürst auch von den geistlichen Grundherrschaften kompromisslos verlangte. 1540 tätigte König Ferdinand I. bei den Stiften des Landes eine Zwangsanleihe, die das reiche Benediktinerstift Admont mit 5.000 Gulden belastete, das &amp;quot;arme&amp;quot; Stift Stainz aber immerhin noch mit 500 Gulden betraf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reformation Martin Luthers, dessen Lehre um die Mitte des 16. Jahrhunderts neben dem Landeshauptmann Hans Ungnad weite Kreise des Adels und Bürgertums, weniger die Bauern, anhingen, wirkte sich in Stainz vorerst noch nicht so dramatisch aus wie in anderen Klöstern der Steiermark. Noch 1545 stellte eine Visitationskommission fest, Propst [[Bernhardin Ambring]] (1533–1553) und die fünf Chorherren &amp;quot;sein einess erbaren geistlichen wandels, gebrauchen sich ihrer regel Augustiner Ordenss, in Habith schwarzer Rökh, darob Sie weiss leynen Sarrokh antragen.&amp;quot; Der Gottesdienst werde nach altem Herkommen Tag und Nacht verrichtet, &amp;quot;nemblich allmorgen ein fruemess und taglich ein Hochambt sambt etlichen gesprochenen messen, auch Prim, Terz, Sechst, Non, Vesper, Complet und Mötten sambt einen Salve, so man all Sambstag und aller Unser Frawen Abendt singet.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die unter der Herrschaft des Stiftes lebende Bevölkerung war noch ziemlich geschlossen katholisch, denn man zählte damals 1.500 Kommunikanten. Die danach eingetretene Krise des Stiftes war weitgehend durch die Zerrüttung seiner Wirtschaft bedingt. 1556 hatte König Ferdinand abermals eine sehr hohe Summe zur Finanzierung der Türkenabwehr verlangt, wovon Stainz mit 2.000 Gulden betroffen war, die das Stift nicht mehr aufzubringen vermochte, weshalb die Ämter Stallhof und Wald samt Einkünften verpfändet werden mussten. Während die landesfürstliche Klostervisitation von 1575 in Stainz neben fünf Chorherren auch zwei Konkubinen und vier Kinder vorfand, scheinen sich wenigstens die finanziellen und personellen Verhältnisse unter den Pröpsten [[Joharules Buchfink]] (1553–1563) und [[Leonhard Grasmair]] (1563–1585) soweit stabilisiert zu haben, dass 1583 noch die &amp;quot;Bruggenrnühl&amp;quot; im Markt Stainz gebaut werden konnte und Grasmair bei seinem Tode einen Konvent von neun Mitgliedern hinterließ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuntius Germanico Malaspina stellte 1581 allerdings fest, dass der Propst - wie alle Chorherren - eine Konkubine hatte, jedoch froh war, sich von ihr trennen zu können, weshalb er im Amt bleiben konnte, während ein Chorherr und ein Pfarrer abgesetzt und eingekerkert wurden. Erst durch die Regierung des gänzlich unfähigen Propstes [[Sebastian Fuchs]] (1585–1596) schlitterte die Kanonie in einen völligen Niedergang, an dem weniger die &amp;quot;lutherische Häresie&amp;quot; als die lockere Lebensführung des Propstes und seine schlampige Wirtschaftsführung schuld waren. Fuchs machte bei anderen Stiften Schulden, die er nicht zurückzahlen konnte und trug dadurch zum finanziellen Ruin des Klosters bei. Der zur Visitation 1586 ins Stift geeilte Grazer Nuntius berichtete Erzherzog Karl, dass der Propst unwissend, bar jeder Kirchen- und Ordenszucht und für kirchliche Ämter ganz unwürdig, ja als Propst, Administrator oder Prokurator des Klosters untauglich sei. Der Nuntius suspendierte den Propst seines Amtes, doch da man einen geeigneten Nachfolger weder unter den Konventualen noch anderwärts fand, blieb Propst Fuchs weiter in Amt und Würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erneuerung unter Propst Rosolenz=== &lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Propstes Fuch war es dem Konvent unmöglich, in seinen Reihen einen Nachfolger zu finden. Man wählte daher am 21. Mai 1596 den Pfarrer von Leibnitz [[Jakob Rosolenz]], der bald darauf vom Seckauer Bischof Martin Brenner bestätigt, aber erst nach einjähriger Probezeit im Juni 1597 infuliert wurde, denn er war Weltpriester. Rosolenz stammte aus dem Kurfürstentum Köln, hatte aber an der Grazer Jesuitenuniversität Philosophie und Theologie studiert und sich in der Steiermark zum Priester weihen lassen. Er wurde nicht nur zum großen geistigen und wirtschaftlichen Erneuerer seines Stiftes, sondern ist auch einer der führenden Köpfe der katholischen Gegenreformation in der Steiermark geworden, die er mit Publikationen aus seiner Feder verteidigte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1598 visitierte der päpstliche Nuntius in Graz Hieronymus Graf Portia das Stift und erließ Konstitutionen und Dekrete, die als Richtlinien für die Reform durch Rosolenz dienen konnten. Dieser ging aber darüber weit hinaus, sodass sich die Konventualen über die strenge Disziplin beklagten, ohne bei Bischof Brenner etwas zu erreichen. Rosolenz brachte die stiftische Wirtschaft in kürzester Zeit wieder in Ordnung, indem er rigorose Sparmaßnahmen ergriff, Außenstände eintrieb und das Privatvermögen einzelner Chorherren einzog. Mit den erwirtschafteten Mitteln vermehrte er zum einen das Stiftsvermögen durch den Ankauf von Herrschaften, Höfen und Weingärten um ein Vielfaches. Andererseits verwendete er einen großen Teil der Einnahmen für den Umbau der Stiftskirche und Stiftsgebäude, was auf heftigen Widerstand der Chorherren stieß, die sich bei Bischof Brenner über den Propst beschwerten, er habe &amp;quot;vil Kindische Gepey&amp;quot; im Gotteshaus und in der Kirchen errichten lassen. Darüber hinaus unterstützte Rosolenz nicht nur den Landesfürsten, sondern auch die Grazer Jesuitenuniversität und die Jesuiten in Leoben mit namhaften Summen. In Radkersburg baute er sogar ein Kloster für Kapuziner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Grazer Bistumsplan=== &lt;br /&gt;
Der Plan des Grazer Hofes, die Landeshauptstadt zum Sitz eines zweiten steirischen Bistums zu machen, dazu das Stift als Dotation zu verwenden und Rosolenz als Bischof zu installieren, führte zu einem lang andauernden und bisweilen mit Erbitterung aus getragenen Kampf des Stainzer Kapitels mit Rosolenz und dessen Nachfolger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bistumsprojekt war am Grazer erzherzoglichen Hof schon länger ventiliert worden und sollte der katholischen Erneuerung in Innerösterreich dienen. 1611 ließ Erzherzog Ferdinand dem Erzbischof von Salzburg seinen Plan der Errichtung eines Bistums mit Sitz in Graz vortragen. Diesem sollte das Stift Stainz inkorporiert und Rosolenz erster Bischof werden. Obwohl Salzburg und der Bischof von Seckau mit der Errichtung des Bistums einverstanden waren und auch die päpstliche Zustimmung nicht ausblieb, hat Rosolenz die Rechnung doch ohne den Wirt gemacht. Denn inzwischen hatte der Inhaber des Seckauer Stuhls gewechselt, und der neue Bischof hatte große Bedenken, dass die von Rosolenz erworbenen Stiftsgüter Stainz entzogen und ohne Einwilligung der Chorherren als Dotation für das Bistum verwendet würden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den größten Widerstand aber leistete der Stainzer Konvent selbst. Er lehnte jede Umwandlung und Entfremdung der Stiftsgüter als dem Willen des Stifters, wie auch dem Gelübde der ''stabilitas loci'' eines Chorherren zuwiderlaufend ab, denn die Verwirklichung des Projektes hätte für die Konventualen die Übersiedelung nach Graz bedeutet. Kaiser Ferdinand II. ließ sich durch diese Schwierigkeiten nicht beirren, und die Verhandlungen gingen allseits weiter. Je mehr Zeit verstrich und je konkreter die Pläne wurden, desto zäher stellte sich das Stainzer Kapitel dagegen. Zuletzt appellierte es in einem Schreiben an den Apostolischen Stuhl, in dem es alle Schuld an den Auseinandersetzungen dem unbeliebten Propst zuschrieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber starb Rosolenz 1629. Als Mitglied des Prälatenstandes im steirischen Landtag hat Rosolenz seine Person ganz in den Dienst der Gegenreformation gestellt. Seine politischen Funktionen als Landtagsmitglied, Beauftragter und Verordneter der Landschaft, erzherzoglicher Rat sowie von 1612 bis 1615 als Hofkammerpräsident für Innerösterreich (Steiermark, Kärnten, Krain und Görz) vervielfachten seinen Einfluss auf das öffentliche Geschehen und bedeuteten eine kaum noch zu überbietende Anerkennung seiner Fähigkeiten und das unbedingte Vertrauen in seine Person durch Erzherzog Ferdinand. Aus diesen Tätigkeiten raffte ihn am 3. März 1629 ein plötzlicher Tod. Bischof Brenner selbst führte die Leiche des Verstorbenen nach Stainz, wo er in der Stiftskirche bestattet wurde. Einen bedeutenderen Propst hat Stainz weder vorher noch nachher gehabt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Tod von Rosolenz war das Bistumsprojekt aber noch nicht gefallen, der Streit vielmehr prolongiert. Ein päpstliches Dekret verfügte die Übereignung der drei Stiftsherrschaften Horneck, Rohrbach und Ettendorf und von 50.000 Gulden Bargeld an die Mensa des zu errichtenden Bistums, auch gegen den Willen der Kanoniker und des Diözesanbischofs. 1631 wurde der neue Propst Dr. phil. [[Simon Eberhard]] vom Kaiser nach Wien gerufen und zum Bischof von Graz designiert. Als Dechant des Stainzer Kapitels war Eberhard ein entschiedener Gegner des Bistumsplanes gewesen, als designierter Bischof aber nahm er diese Würde ohne Widerstreben an. Ein in Rom geäußerter Einwand, dass dem neuen Bistum die ganze Propstei einverleibt werden müsse und außerdem die Zustimmung des Propstes und des Stiftskapitels erforderlich sei, brachte das Projekt schließlich doch noch zu Fall. Dass diese Ereignisse das Zusammenleben zwischen Propst und Kapitel schwer belasteten und den Frieden im Haus jahrelang nachhaltig störten, war eine nicht zu vermeidende Folge des Streites.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Stift in der Barockzeit=== &lt;br /&gt;
Von den Pröpsten des 17. Jahrhunderts machte sich [[Georg Seyfried Freiherr Jöchlinger]] (1666–1684) dadurch unsterblich, dass er den Neubau des Stiftes und die Barockisierung der Stiftskirche in Angriff nahm. 1669 wurde das Stift auf sein Ansuchen in die &amp;quot;Lateranensische Kongregation&amp;quot; aufgenommen, sodass sich der Propst als &amp;quot;I. Abbas Lateranensis&amp;quot; bezeichnen konnte. Dies löste sofort Befürchtungen der kirchlichen Behörden aus, das Stift könnte sich der Jurisdiktion des Ordinarius entziehen und als exemt betrachten. Propst Jöchlinger starb 1683 im Grazer Stainzerhof, ihm folgte bis 1704 [[Johann Bernhard Freiherr von Paumgarten]]. Dieser setzte die Ausgestaltung von Kirche und Kloster fort, und 1695 konnte der neue Hochaltar der Stiftskirche geweiht werden. Die Vollendung der Innenausstattung des Gotteshauses fiel bereits in die Zeit seines Nachfolgers [[Christoph Horatius Carminelli]] (1705–1724).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Aufhebung des Stiftes und Versuche zur Wiedererrichtung=== &lt;br /&gt;
Auf Amand Joseph Freiherr von Paumgarten (1724–1748) folgte schon der letzte Propst, [[Johann Anton de Angelis]] (1748–1782). Er hieß eigentlich Engel und war der Sohn eines aus Italien stammenden Leinenwebermeisters im Markt Stainz, der als &amp;quot;Engelwirt&amp;quot; auch ein Gasthaus betrieb und ein Wappen führte. Angelis dürfte der einzige gebürtige Stainzer als Stiftsvorsteher gewesen sein. Unter ihm wurden noch mehrere Seitenaltäre sowie neue Kirchenbänke aufgestellt und die Kanzel errichtet. Nicht nur der disziplinäre Niedergang im Konvent, sondern auch wirtschaftliche Fehlentscheidungen des Propstes und die ersten Anzeichen josephinischer Klosterfeindlichkeit verdüsterten de Angelis' Amtszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sieben Schlaganfälle hatten ihn zuletzt fast völlig gelähmt, weshalb 1781 der Dechant die geistliche und weltliche Verwaltung des Stiftes übernahm. De Angelis, posthum als &amp;quot;Engel der Armen&amp;quot; gelobt, starb am 28. Juli 1782, worauf die Wahl eines Nachfolgers behördlicherseits nicht mehr in die Wege geleitet wurde. Das Stift administrierte vorerst der Stiftsdechant, der aber schon nach kurzer Zeit durch einen Chorherrn ersetzt wurde. Führungsqualitäten scheinen beide nicht besessen zu haben, denn die Disziplin im Konvent sank rapide ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb trat im Februar 1785 der Vizedechant [[Georg Anton Beck]] mit dem Titel und der Würde eines Stiftsdechant an die Spitze des Stiftes, konnte aber auch nichts mehr retten. Die Aufhebung von Stainz und Pöllau war schon längst beschlossen, um dem Religionsfonds weitere Geldmittel zuzuführen. Allerdings trug der skandalöse Lebenswandel der letzten Kanoniker viel dazu bei, den Seckauer Ordinarius ebenso wie den Salzburger Erzbischof für die Aufhebung geneigt zu machen, während die staatliche Regierung die rasche Auflösung des Stiftes aus Furcht vor einem weiteren Ruin des Stiftsvermögens betrieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Mai 1785 erschien Kreishauptmann Wolf Graf von Stubenberg in Stainz mit dem Auftrag, das Vermögen zu revidieren, die Stiftsbeamten in Eid und Pflicht zu nehmen, die Chorherren von der Verwaltung zu entfernen und das ganze Stift mit Sequestration zu belegen. Von diesem Tag an erhielt jeder Geistliche 40 Kreuzer, der Dechant 1 Gulden zum täglichen Unterhalt. Nachdem die Vermögensaufnahme abgeschlossen war, wurde den 27 Chorherren am 16. oder 17. August 1785 die Aufhebung des Stiftes verkündet. Mitte Jänner 1786 hatten alle Chorherren das Stift verlassen, mit Ausnahme der in der Pfarre Stainz als Seelsorger tätigen. Damit hörte die Kanonie nach 550 Jahren wechselvoller Geschichte zu existieren auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schätzung des gesamten Stiftsvermögens 1785 ergab den Betrag von 784.385 Gulden 34 Kreuzern. Am wertvollsten waren die Herrschaften und Grundstücke, deren Wert über 690.000 Gulden betrug. Das Stift besaß neben fünf Weingärten bei Stainz weitere 22 Weingärten in der Untersteiermark, wovon die 14 Weingärten bei Marburg allein 38.000 Liter Wein erbrachten. Durch die Aufhebung wurde das ehemalige Stift samt seinen Besitzungen Staatsherrschaft und von Beamten zugunsten des Religionsfonds verwaltet. In der Folge dienten die Stiftsgebäude für Verwaltungszwecke, später als Kaserne, Kriegsgefangenenlager für französische Soldaten und Heereslazarett, wobei die Gebäude zusehends verwahrlosten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1802 trat eine Gruppe von Exchorherren mit einer Eingabe an das Gubernium heran, die den Wunsch nach Wiedererrichtung des Stiftes beinhaltete. Die darüber gepflogenen Erhebungen waren 1807 abgeschlossen und ergaben, dass elf Exkanoniker zur Rückkehr in ihr früheres Stift bereit waren, doch ordnete das Gubernium weitere Untersuchungen an, die im folgenden Jahr mit der Abweisung des Begehrens endeten. F. Röhrig vertrat 1979 die Meinung, dass die Wiedererrichtung des Stiftes hauptsächlich am Fehlen eines Expropstes gescheitert sei, der die Wiedererrichtung mit größerem Rechtstitel und Nachdruck hätte betreiben können. Der Hauptgrund für die definitive Ablehnung war aber doch der, dass bei einer Wiedererrichtung des Stiftes Stainz diesem der Religionsfonds den größten Teil des ehemaligen Vermögens hätte refundieren müssen, was eine Schmälerung der Fondsmittel bedeutet hätte, die der Staat nicht zulassen wollte. Im frühen 19. Jahrhundert wurde die Staatsherrschaft Stainz an einen Privaten veräußert und 1840 gelang es Erzherzog Johann, die ehemaligen Stiftsgebäude samt dem noch vorhandenen Grundbesitz anzukaufen. Seither blieben Schloss und Gut im Besitz seiner Nachkommen, der Grafen von Meran. Überregionale Bedeutung erlangte Stainz in der Gegenwart durch die im Rahmen der &amp;quot;Styriarte&amp;quot; unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt in der Pfarrkirche dargebotenen musikalischen Aufführungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konföderationen==&lt;br /&gt;
Schon früh hat sich Stainz mit anderen Klöstern gebetsverbrüdert: 1296 (nach einer anderen Quelle erst 1311) mit dem Mutterkloster Seckau, 1319 mit Rein (erneuert 1407), 1328 mit Eberndorf und 1366 mit dem Domstift Gurk. 1382 verpflichtete sich Stainz gegenüber Vorau, das in Vorau besonders gefeierte Fest des hl. Eustachius auch in Stainz zu begehen, während Vorau die Oktav der hl. Katharina besonders feiern wollte. Die eigentliche Konföderierung mit Vorau datiert aber erst von 1495, vom selben Jahr auch die Konfraternität mit Admont. Propst Jöchlinger bekannte 1675, mit zahlreichen Klöstern in der Steiermark, Kärnten, Tirol (Neustift 1467), Ober -und Niederösterreich (Herzogenburg 1401) sowie in Bayern gebetsverbrüdert zu sein. Die alte Konfraternität mit Klosterneuburg wurde 1739 erneuert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Schule==&lt;br /&gt;
In Stainz wurde bereits im Zuge der Gründung eine Knabenschule eröffnet, wohl um den Klosternachwuchs sicherzustellen. 1247 wird ein Wildung ''scolaris'', also Schulmeister, urkundlich genannt. Interessant ist die Urkunde von 1352, mit der Otto und Diemut Vreynberger zum Dank für die liebevolle Erziehung, den vorzüglichen Unterricht und die väterliche Behandlung ihres Sohnes, die zehn Jahre gedauert hatte, dem Propst etliche Güter widmeten. 1755 wurde an allen nicht verhinderten Sonntägen durch einen Chorherrn im Beisein des Schulmeisters den Schulkindern und auch einigen Erwachsenen von der Kanzel die gewöhnliche christliche Lehr gehalten. Einen Schulmeister gab es auch in St. Stephan ob Stainz.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Karitative Tätigkeit== &lt;br /&gt;
1271 wird ein ''hospitalarius'' der hl. Katharina in Stainz erwähnt, dem der Vizedom von Leibnitz die Einkünfte von 18 Mark jährlich zur Verwendung zuwies. 1363 stiftete der Pfarrer Martin von St. Stephan dem Kloster einen Weingarten, dessen Ertrag u.a. dem Konvent-Krankenhaus dienen sollte. 1365 werden in einer Urkunde der Kuster, das Siechenhaus und die &amp;quot;sichen herren&amp;quot; erwähnt. Das Siechenhaus wurde noch 1438 von Propst Sigmund bestiftet. Auch der Armen hat man in Stainz nicht vergessen. Das Visitationsprotokoll von 1545 sagt, dass man vor Jahren jedem armen Menschen ein &amp;quot;mäßl Wein, ein laibel Brot&amp;quot; und einen Pfennig gegeben habe. Da aber so viele Arme gekommen seien, habe man sich diese Großzügigkeit nicht mehr leisten können , weshalb diese Spende jetzt nur noch an die Hausarmen, und zwar jeden Freitag, verteilt werde.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse===&lt;br /&gt;
===Wirtschaftliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Der Stifter des Klosters, Leutold von Wildon, war als Angehöriger eines im Lande hochangesehenen und vermögenden Geschlechtes durchaus in der Lage, ein Stift zu gründen und zu dotieren. 1249 nannte er folgende, von ihm selbst getätigte Schenkungen an seine Gründung: den Baugrund der Kirche, den Markt Stainz mit seinen Gründen, Äckern, Wiesen und Wäldern, die Dörfer Grafendorf und Graggerer bei Stainz, Höfe in Stallhof und Gschwendt, Huben in Schwarzenschachen und Herbersdorf und das Fischrecht im Stainzbach. Dem Salzburger Erzbischof hatte er sein Patronatsrecht über die Pfarre St. Johann in Feistritz abgetreten, damit dieser dem Stift die Mutterpfarre St. Stefan bei Stainz überlasse. Ebenso gehörte die Pfarre St. Georgen bei Ettendorf zum Stiftungsgut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich ist auch die Verfügung Leutolds, mit der er kurz vor seinem Tod dem Propst die Gerichtsbarkeit über seine und seines Bruders Ulrich Vasallen übertrug, unter diesem Aspekt zu sehen. Trotzdem wird die Dotierung durch Leutold als bescheiden bezeichnet. In der Folge kamen zwar viele Besitzungen unter verschiedensten Rechtstiteln an das Stift, zumeist in der näheren oder weiteren Umgebung gelegene Höfe, Hofstätten, Huben, Wiesen, Äcker, Weingärten, Wälder und Zehente, doch es waren meist kleine, verstreute Stücke, von denen einige noch dazu mit Seelgerätstiftungen zu Altären in der Stiftskirche belastet waren. Wirklich große Schenkungen durch die Landesfürsten, den Hochadel oder einzelne Bischöfe, wie sie andere Klöster erfahren durften, waren bei Stainz die Ausnahme, weshalb das Stift lange Zeit das kleine Kloster von Stainz blieb, wie es in einer Urkunde von 1328 heißt. Unter den namhaften Güterspenden sind die Seelgerätstiftung des Bischofs Friedrich von Seckau von 1309 über eine Mark Gülten für ein Ewiges Licht und 30 Messen, die Abtretung des Eigentumsrechtes am Schwaighof zu Ettendorf durch den Graf von Pfannberg 1323 und die Seelgerätstiftung des Pfarrers Heinrich von St. Peter im Sulmtal von 1365 hervorzuheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass die Lasten aus diesen Stiftungen für die Kanonie mitunter größer waren als der wirtschaftliche Nutzen davon. Unter Propst Wildung (1285–1296) wurde in der Steiermark der auf dem 14. allgemeinen Konzil von Lyon (1274) beschlossene Kreuzzugszehent gesammelt, der aus einem sechsjährigen Zehent aller geistlichen Einkünfte bestand. Die Kirche von Stainz und ihre Filialen St. Stefan, St. Georg in Ettendorf und die Laienkirche St. Jakob im Ort Stainz, mussten dafür ungefähr 20 1/2 Mark Grazer Münze aufbringen. Die angespannte Lage des Stiftes während des ganzen Mittelalters vermochte die Marktfreiheit des Ortes Stainz, die dieser seit der Zeit der Gründung besaß, nur wenig zu lindern. Herzog Albrecht III. räumte 1372 dem Markt Stainz dieselben Rechte ein, wie sie die landesfürstlichen Städte besaßen, worunter die Abhaltung von Märkten verstanden wurde. 1443 bestimmte Friedrich III. den Sonntag nach Pfingsten als weiteren Markttag für Stainz. Das Privileg erlaubte jedermann, 14 Tage vorher und 14 Tage nachher freien Handel zu treiben, was der ganzen Region und letztlich auch dem Stift wirtschaftlich zugute kam, die Situation des Klosters aber trotzdem nicht entscheidend verbessern konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Propst [[Sigmund von Lemsitz]] (1438–1461) sah sich angeblich außerstande, mit den geringen Einkünften 50 Personen versorgen zu können, worunter neben den Konventualen auch die Stiftsangestellten zu verstehen sind. Sein Nachfolger war sogar gezwungen, einige Stiftsgüter zu veräußern. Das Stift bemühte sich daher in Rom um die Inkorporierung der reichen Pfarren Mooskirchen und Hengsberg. Obwohl Kaiser Friedrich III. und König Maximilian I. sich sehr für Stainz und sein Anliegen einsetzten und mehrere Päpste hintereinander damit befasst waren, 1489 sogar eine Bulle Innozenz' VIII. mit der Verfügung der Inkorporation erging, wurde diese dennoch nicht durchgeführt. Das Rennen machte zuletzt das Bistum Seckau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem schon König Maximilian I. allen Klosterbesitz zu seinem Kammergut erklärt hatte, scheute sich König Ferdinand I. nicht, den Klöstern und der Pfarrgeistlichkeit über Jahrzehnte hinweg schwere Finanzlasten zur Bekämpfung der Türken aufzubürden. Infolge der &amp;quot;Quart&amp;quot; verlor Stainz 1530 das &amp;quot;Rainbach-Amt &amp;quot; in der Gemeinde Sierling (26 Untertanen mit ihren Gütern) und Grafendorf an kauflustige Adelige, ein wirtschaftlicher Schock für das wenig begüterte Stift, auch wenn Grafendorf 1553 wieder zurückgelöst werden konnte. 1537 nahm der König bei der Geistlichkeit ein Darlehen auf, wozu der Erzbischof von Salzburg in zwei Raten 6.000 Gulden, Admont 600 Gulden, Seckau 500 Gulden, St. Lambrecht 400 Gulden und das kleine Stainz 100 Gulden zahlte. Zwei Jahre später streckte Stainz wieder 100 Gulden vor, es folgte ein Zwangsdarlehen bei der innerösterreichischen Geistlichkeit, von dem Stainz mit 500 Gulden betroffen war. Schon diese Summen konnten offenbar nur durch Anleihen bei reichen Adeligen der Umgebung aufgebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Ungunst der Zeit sank die Gült des Stiftes von 567 auf 428 und zuletzt auf 403 Pfund, wie die Gültschätzung des Jahres 1542 ergab. Außerdem hatte Stainz vier gerüstete Pferde für das Landesaufgebot gegen die Türken zu stellen, ebensoviel wie der Ritter Falbenhaupt, während Admont 35 gerüstete Pferde stellte. Eine weitere Forderung des Königs 1556 über 50.000 Gulden, für die die Kirche alle Güter zum Pfand setzen und Stainz 2.000 Gulden beitragen sollte, vermochte das Stift, nach Erschöpfung der Barmittel, nur durch die Verpfändung zweier Ämter an Sigmund von Wildenslein aufzubringen. Die elfjährige Regierung des Propstes Sebastian Fuchs (1585–1596) bedeutete einen Tiefststand in der wirtschaftlichen Gebarung des Stiftes. Umso deutlicher fiel der Aufstieg des Klosters zur wohlhabenden Grundherrschaft und einem der reichsten Klöster des Landes unter Propst Jakob Rosolenz (1596–1629) aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rosolenz muss ein Finanzgenie gewesen sein. Seine ausgezeichneten Beziehungen zu den Seckauer Bischöfen [[Martin Brenner]] und [[Jakob Eberlein]] wie zum Landesherrn Erzherzog Ferdinand, dem späteren Kaiser Ferdinand II., dürften ihn in die Lage versetzt haben, aus seiner politischen Stellung im Hof-und Landesdienst Kapital für das herunter gewirtschaftete Stift zu schlagen. Dieser Propst hat das Stift bereichert wie keiner seiner Vorgänger. Hatte er zu Beginn seiner Regierung noch das Amt Rottenmann in der Obersteiermark veräußern müssen, kaufte er schon 1602 die Herrschaft Rohrbach (heute St. Josef) und 1604 den Edelsitz Lichtenberg, auch Stainzhofen genannt. 1612 schenkte ihm der Erzherzog den ihm gehörenden &amp;quot;Haimberhof&amp;quot; in der Stadt Graz, der zum Stadthaus des Stiftes wurde und seither &amp;quot;Stainzerhof&amp;quot; hieß. 1613 erhielt der Propst für ein Darlehen von 40.000 Gulden die Herrschaft Pettau/ Ptuj zum Pfand, 1614 wurden der Edelsitz Ettendorf, im Jahr darauf etliche Weingärten vom Freiherrn von Herberstein käuflich erworben, und 1620 schließlich kaufte Rosolenz die Herrschaft Horneck in der Südweststeiermark. Die Stiftskirche hat er im Stil der Renaissance erneuert, wovon heute fast nichts mehr zu sehen ist. Daneben hat er viel gebaut und sogar noch andere Ordensgemeinschaften und Institutionen finanziell großzügigst unterstützt. Das Geld scheint ihm nie ausgegangen zu sein, denn bei seinem Tode hinterließ er seinem Nachfolger nicht nur eine blühende Wirtschaft, sondern auch 50.000 Gulden in bar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Propst [[Simon Eberhard]] (1629–1649) konnte mit den vorhandenen Geldern die Güterkäufe noch einige Jahre fortsetzen. Zu diesen Erwerbungen gehörten auch Herrschaften, die Adelige nur deshalb verkauften, weil sie als Evangelische das Land verlassen mussten: 1629 Schloss und Herrschaft Leonrod als Lehen des Stiftes St. Lambrecht, im Jahr darauf die Herrschaft Vasoldsberg, die nur vier Jahre beim Stift blieb, 1634 Schloss und Herrschaft Lankowitz und zuletzt 1648 die kleine Herrschaft Herbersdorf. Dann erfolgten keine größeren Erwerbungen mehr. Alle genannten Herrschaften, mit Ausnahme des wieder abgestoßenen Vasoldsberg, blieben bis zur Aufhebung in Stiftsbesitz. Dementsprechend betrug 1640 die Gült des Klosters 1.392 Pfund. Die Einkünfte daraus ermöglichten es den Pröpsten des 17. und 18. Jahrhunderts, Stainz in barocker Pracht erstehen zu lassen. Dies geschah mitunter auf Kosten der Untertanen, von denen das Stift zeitweise erhöhte Robot und Abgaben verlangte. 1768 reichten die Bauern ihre neun Punkte umfassenden Beschwerden direkt bei Hofe ein, wo ihnen teilweise recht gegeben wurde, während die Grazer Kreisamtsbehörde als Erstinstanz den Beschwerdeführern strengstens untersagte, sich nochmals direkt nach Wien zu wenden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits verschuldete sich das Kloster im 18. Jahrhundert wieder. Verschiedene Gründe können dafür genannt werden. Die Stiftsherrschaften warfen keine Gewinne mehr ab, da ihre Bewirtschaftung durch Beamte teuer war, weshalb zuerst Kanoniker die Wirtschaft führten, bis man die Herrschaften verpachtete. Als schwerer Fehler des Propstes de Angelis erwies sich die Gewährung eines unbesicherten Darlehens an den Grafen von Plettenberg in Wien, das über 43.000 Gulden betrug, die das Stift wegen des Konkurses des Grafen nur zum kleineren Teil zurückerhielt. Außerdem war der Aufwand für Propst und Kanoniker sowie andere Ausgaben viel zu hoch. Nach dem Tod des letzten Propstes tat sich der Inventurskommissär mit der Vermögensaufnahme des Stiftes sehr schwer, da der Stiftsanwalt dazu unbrauchbar, der Hofmeister - ein Kanoniker - verreist und auch keine ordentliche Kanzlei oder Registratur vorhanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aktivstand ergab über 450.000, die Passiva dagegen betrugen schon mehr als 253.000 Gulden. Der jährliche Ertrag des stiftischen Gesamtvermögens belief sich auf fast 7.900 Gulden und sollte nach Meinung des Kommissärs nicht nur ausreichen, Propst und Kapitel zu erhalten, sondern auch die Schulden allmählich zu tilgen und einige Rücklagen zu bilden. Die genannten Zahlen sind aber teilweise zu niedrig angesetzt. Die Aufhebungskommission fand Stainz als reiches Stift vor. Allein die Herrschaften Horneck, Rohrbach (St. Josef), Lankowitz und Herbersdorf samt liegenden Gütern wurden auf über 690.000 Gulden geschätzt, der Grazer Stainzerhof, renovierungsbedürftig, war 5.000 Gulden wert, genau so viel wie alle Stiftsgebäude. Dazu kamen Weingärten in Radkersburg, Marburg/ Maribor und Luttenberg/ Ljutomer, Untertanenausstände, Bargeld, Silber, Preziosen, etc. Die Aktiva betrugen über 784.000 Gulden, die Passiva 74.600 Gulden. Das Reinvermögen belief sich daher auf fast 710.000 Gulden und der jährliche Ertrag der liegenden Güter auf 27.557 Gulden, womit sich Stainz als großer Gewinn für den Religionsfonds erwies. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rechtliche Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Stift Stainz war, zumindest anfangs, gleichsam das &amp;quot;Familienkloster&amp;quot; der Wildonier. Da der Stifter keine Söhne hinterließ, nahm sich nach dem Tode Leutolds dessen Bruder, Ulrich von Wildon, der Stiftung an, deren Errichtung er seinerzeit zugestimmt hatte. Leutold bemühte sich noch zu Lebzeiten erfolgreich, seine Gründung durch die landesfürstliche und kirchliche Obrigkeit absichern zu lassen, indem er 1233 die Bestätigung durch Herzog Friedrich II., 1247 die des Seckauer Bischofs und 1249 die Papst Innozenz IV. erreichen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Genehmigung des Salzburger Erzbischofs setzt der 1232 erfolgte Eintausch des Salzburg gehörenden Baugrundes, auf dem die Katharinenkirche des Klosters gerade errichtet worden war, voraus. Nach der ersten Urkunde vom 23. März 1249, die angeblich gefälscht ist und von Pitter nach 1343 angesetzt wird, hat Leutold von Wildon dem Kloster das Privileg der Vogtfreiheit und Immunität gewährt, wozu wohl die Erlaubnis des Landesfürsten Voraussetzung war. Später erfolgten zahlreiche weitere Bestätigungen der Stiftsprivilegien, so z.B. durch Herzog Stephan von Slawonien, Statthalter König Belas IV. von Ungarn in der Steiermark (1257), König Ottokar von Böhmen (1276), König Rudolf (1277) und andere habsburgische Landesfürsten. Von diesen waren jene des Herzogs Stephan und König Ottokars von größerer Bedeutung, denn ersterer bestätigte die Vogtfreiheit und Exemtion des Stiftes und Marktes, während der böhmische König erklärte, auf freiwilliges Verlangen des Konventes den Landeshauptmann von Steiermark als Vogt für das Kloster bestellen zu wollen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die landesfürstliche Privilegienbestätigung 1356 erklärte das Kloster als unmittelbar unter des Kaisers und Reiches Schutz stehend. Vogt des Klosters war dessen Diözese das Kloster lag. Konfirmationsurkunden der Bischöfe von Seckau sind aber erst von 1494 und 1518 erhalten. Die freie Propstwahl wurde dem Stainzer Kapitel 1268 vom Bischof von Lavant ausdrücklich bestätigt. Papst Bonifaz VIII. (1294–1303) sicherte dieses Recht dem Stift neuerlich zu, unter gleichzeitiger Bestätigung des Besitzstandes. 1455 behielt sich Papst Nikolaus V. die Besetzung mehrer Abteien und Propsteien in Steiermark und Kärnten vor, darunter auch Stainz, allerdings nach den Vorschlägen des Kaisers, was gegen das freie Wahlrecht des Kapitels verstieß. Später hat das Kloster das Wahl- bzw. Postulationsrecht des Propstes stets wahren können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist als Glücksfall zu betrachten, dass die in Stainz zuletzt benützte Wahlurne von ca. 1700 erhalten geblieben ist. R. Pitter übergab sie 1935 dem Diözesanmuseum Graz. Sie ist aus Buchenholz, hat die Form eines Speisekelches und ist schwarz poliert. Aus den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts gibt es wiederholt Nachrichten über die Funktion des Propstes als Kommisär Salzburgs bei der Einführung neuer Pfarrer in ihre Pfarren. 1480 wird Propst Augustin anlässlich einer solchen Einsetzung sogar als Archidiakon von Ober- und Untersteiermark bezeichnet. Das Recht der Pontifikalien wurde dem Stainzer Propst 1453 von Papst Nikolaus V. erteilt. Das Privileg gestattete dem Propst auch, Altäre und Paramente in den eigenen Kirchen zu weihen. Als Vertreter des geistlichen Großgrundbesitzes gehörten die Pröpste zum Prälatenstand der steirischen Stände und übten als seine Mitglieder wiederholt öffentliche Funktionen aus. Schon für Mitte Februar 1457 ist die Teilnahme des Stainzer Propstes am Landtag verbürgt. Rosolenz war 1628 als erster Stainzer Prälat Mitglied des Verordnetenkollegiums des Landtages. Nach ihm auch die Pröpste Johann Bernhard und Christoph Horatius. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Auszeichnung für die Stiftsvorstände bedeutete ihre Ernennung zum landesfürstlichen Rat, welche Ehre zuerst Propst Rosolenz als Günstling Erzherzog Ferdinands zuteil wurde, später trugen die Pröpste Jöchlinger, beide Paumgarten und Carminelli den Titel &amp;quot;kaiserlicher Rat&amp;quot;. Propst Johann Bernhard von Paumgarten und seine beiden Nachfolger nannten sich zudem lateranensische Äbte, weshalb Stainz auch als Abtei bezeichnet wurde. Der Chorherr [[Joseph Maria Kreuzer]] erlangte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sogar die Würde eines Apostolischen Protonotars, die auch einer der letzten Chorherren bekleidete. Der Ort Stainz, 1230 Markt genannt, hatte schon zu diesem Zeitpunkt auch einen Marktrichter, der 1245 namentlich genannt wird. 1249 trat Leutold von Wildon mit dem Markt auch das Recht der Gerichtsausübung an das neugegründete Stift ab. Die Bestellung des Marktrichters erfolgte jedoch auf Grund freier Wahl, der Propst hatte nur ein beschränktes Mitspracherecht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus der Zeit des Propstes [[Leonhard Grasmayr]] stammende Stainzer Marktrichterstab ist noch heute vorhanden. Die bisherige Forschung war sich nicht im klaren, ob das Stift bei seiner Gründung auch die hohe Gerichtsbarkeit über den Marktbereich erlangt habe. Denn 1597 wird von einem Landgericht und Burgfried des Marktes Stainz gesprochen, der sich etwa eine Quadratmeile ausdehnte. Der flächenmäßig viel ausgedehntere Burgfried des Stiftes hin gegen unter stand dem Landgericht Wildon, an das Schwerverbrecher nur mit dem Gürtel umfangen ausgeliefert wer den mussten, während leichtere Vergehen in Stainz abgeurteilt werden konnten. Der schon lange erhobenen Forderung der Stainzer Bürger nach Rückgabe der Gerichtsbarkeit entsprach Propst Rosolenz 1597 dadurch, dass der Stainzer Marktburgfried die Landgerichtsfreiheit haben sollte, das Stift sich aber im Marktburgfried und im Stiftsburgfried des eigenen Landgerichtes zu betragen habe. Es war also eine Delegation des Landgerichtes, das eigentlich dem Kloster als Herrn des Markt es zustand. 1694 und 1760 wurden in Stainz zwei Hinrichtungen mit dem Schwert vorgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Verhältnisse=== &lt;br /&gt;
Persönliche Zusammensetzung und zahlenmäßige Stärke eines Klosterkonventes sind Kriterien seines Gedeihens. 1332 bestand der Konvent aus dem Propst und vier Chorherren. Mitglieder des niederen Adels und wahrscheinlich auch des Bürgertums füllten damals die Reihen der Chorherren. 1358 befand sich ein Sohn des Ulrich Hagen im Kloster, 1334 werden Friedrich und [[Ulrich die Winterhofer]], 1371 [[Gottschalk der Chröczer]] als Mitglieder des Konventes genannt. Zahlreiche Stainzer Chorherren erscheinen in den Weiheregistem der Seckauer Bischöfe von 1425 bis 1507. Bis in das 17. Jahrhundert dürfte die Anzahl der Konventualen nie über zehn hinausgekommen sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die landesfürstliche Visitation 1528 fand im Stift außer dem Propst sieben Chorherren, die friedlich zusammenlebten. Auch 1545 waren Propst und Konvent &amp;quot;aineß erbaren geistlichen wandelß und wesenß&amp;quot;, lebten nach der Regel und trugen ihre schwarzen Röcke mit dem &amp;quot;weißleynen sarrokh&amp;quot; darüber. 1553 wählten fünf Chorherren, von denen einer des Schreibens unkundig war, den neuen Propst. Einige Jahrzehnte später hatte sich die Situation insofern verändert, als neben fünf Mönchen auch zwei Konkubinen und vier Kinder im Stift lebten. Das war zur Zeit der Hochblüte des Protestantismus in der Steiermark. Alle Konventualen dieser Zeit waren bürgerlicher Herkunft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem allgemeinen Tiefstand Ende des 16. Jahrhunderts erholte sich unter Propst Rosolenz das Stift in jeder Hinsicht ungemein rasch. 1601 schrieb Nuntius Portia den Chorherrenstiften der Steiermark ein einheitliches Ordenskleid vor, denn er hatte bemerkt, dass dieses nach Farbe und Schnitt verschieden war. Kurz bevor Rosolenz starb, lebten außer ihm bereits wieder zehn Kanoniker im Kloster, die aus der Mark Brandenburg, aus Köln, aus Linz sowie aus Krems in Niederösterreich stammten. Die Zahl der Kanoniker stieg in der Folge aber nur langsam, wenn auch stetig an. Noch 1639 betrug sie nur 13, und alle Chorherren waren bürgerlichen Standes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1666 wählten 14 Priester, zwei Diakone und ein Subdiakon den neuen Propst. Dessen Nachfolger, [[Johann Bernhard von Paumgarten]], hatte sich in den letzten Jahren seiner Regierung mit den Exzessen zweier Konventualen zu befassen, die er eigentlich wegen Untauglichkeit zum Klosterleben hätte entlassen müssen. Der eine hatte das Siegel des Propstes gefälscht und damit in Graz 2.300 Gulden ergaunert, war dann auf der Flucht gefasst und vom Stift interniert worden. Der andere hatte homophile Neigungen, denen zahlreiche junge Männer zum Opfer fielen. Er wurde im stiftischen Schloss Lankowitz eingesperrt, setzte aber auch dort sein Treiben fort. Er dürfte in der Haft gestorben sein. Schließlich verfiel der Propst selbst der Suspendierung durch den Bischof von Seckau aus Gründen der Insubordination, doch scheint diese nicht strikt exekutiert worden zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als man 1705 zur Wahl eines neuen Propstes schritt, befand sich der Konvent in einem personellen Höchststand: Der Dechant war 40 Jahre alt und stammte aus Graz. Weitere 19 Chorherren waren Priester und alle, bis auf drei, zwischen 25 und 44 Jahre alt. Zwei Herren waren noch Diakone, einer erst Subdiakon. Dazu kam der in Lankowitz inhaftierte Chorherr, der sein Stimmrecht verloren hatte. Neun Chorherren waren von Adel, der Rest der Konventualen gutbürgerlicher Herkunft, aus dem Bauernstand stammte keiner. Elf Konventualen nannten Graz als Heimatstadt, acht kamen aus der Steiermark, jedoch keiner aus Stainz selbst, der Rest nannte Kärnten, Salzburg, Wien, Niederösterreich und Böhmen als Heimat. Das Durchschnittsalter der 24 Chorherren betrug 37 Jahre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. und 18. Jahrhundert traten wiederholt Mitglieder landständischer Familien in das Stift ein. Darunter [[Leopold Wilhelm Graf Galler]] von Schloss Lannach, ein Graf Saurau, zwei Freiherren Jöchlinger, der eine, Georg Seyfried, wurde Propst, der andere war dessen Neffe, zwei Freiherren von Paumgarten, die beide zur Propstwürde kamen, zwei Brüder Freiherren Ottenfels aus Kärnten, ein Graf Morelli aus Graz sowie mehrere Angehörige des niederen steirischen (Beamten-) Adels. 1775 starb im Chor bei der Komplet, vom Schlag getroffen, [[Maria Karl Graf von Hainrichsperg]], letzter hochadeliger Chorherr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klagen über die damals ziemlich gesunkene Disziplin der meisten Konventualen drangen nicht nur dem Ordinarius zu Ohren, auch die staatlichen Regierungsbehörden waren hellhörig geworden. Manche Chorherren unternahmen in Begleitung von Damen aus Stainz Fahrten im Wagen oder Schlitten auf die Stiftsherrschaften und bis nach Marburg/ Maribor, besuchten Faschingveranstaltungen, frequentierten in Stainz und Graz Gasthäuser und kamen oft erst spät in der Nacht oder tagelang überhaupt nicht ins Stift. Die Konventualen trugen bis auf einen keinen Habit mehr. Trotz vieler Priester wurden an den Sonn- und Feiertagen so wenig Messen in der Stiftskirche gelesen, dass sich die Bürger von Stainz darüber beschwerten. Propst de Angelis konnte diesem Sittenverfall, trotz häufiger Ermahnungen an die Konventualen und wiederholter bischöflicher Visitationen, nicht mehr wehren, denn seine guten Absichten wurden vom Dechant durchkreuzt. Aus diesen Gründen war sowohl der Bischof von Seckau wie auch die Regierung der Ansicht, dass es besser sei, Stainz aufzuheben. Das Stift ist also auch an der Dekadenz seiner eigenen Mitglieder zugrunde gegangen. Am Tage der Aufhebung befanden sich 24 Chorherren im Stift, die bis auf drei bürgerlicher Herkunft waren und fast alle aus der Steiermark stammten. Jene, die körperlich in der Lage waren, wurden zur Ausübung der Seelsorge im Bereich des Bistums Seckau verpflichtet, unter Androhung des Verlustes ihrer staatlichen Pension im Weigerungsfalle. Als einziger von ihnen machte [[Ludwig Maximilian von Jacomini]] eine kirchliche Karriere, er wurde Domherr des Seckauer Kapitels in Graz, 1816 sogar Dompropst und saß in dieser Eigenschaft als Repräsentant des Domkapitels im Landtag. Der letzte Stainzer Exchorherr starb 1831 in Graz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliothek==&lt;br /&gt;
Propst Johann Bernhard von Paumgarten hinterließ bei seinem Tod 1704 auch eine Bibliothek, die auf zwölf Stellagen untergebracht war. 1782 zählte man 2.520 Bände, unter denen sich die meisten &amp;quot;Hl. Vätter&amp;quot; vorfanden, aber auch die &amp;quot;Acta sanctorum&amp;quot; des Johannes Bollandus. Drei Jahre später, bei der Aufhebung, wurde festgestellt, dass sich die Bibliothek in gänzlicher Unordnung befand und kein Katalog der Bestände vorhanden war, nur ein unverlässliches Repertorium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb konnten die Bücher auch nicht einzeln aufgenommen werden, doch gab es Werke verschiedener Disziplinen (Theologie, Jus, Geschichte etc.). Zusätzlich standen bei den Büchern noch zwei Globen. Der vernachlässigte Zustand der Bibliothek wird auf den Lebensstil der letzten Chorherren zurückgeführt, die für wissenschaftliche Betätigung wenig Interesse zeigten. Das Stift muss als Gründung des frühen 13. Jahrhunderts sicher zahlreiche Handschriften besessen haben, von denen nur ein kleiner Rest erhalten ist. Die Grazer Universitätsbibliothek besitzt fünf Handschriften aus Stainz. Eine Bibelhandschrift aus dem 13. Jahrhundert zeichnet sich durch die Qualität des Pergaments und die schöne Schrift aus. Das interessanteste Stück ist jedoch ein ''Antiphonarium Salisburgense'' vom Ende des 15. Jahrhunderts (Hs. 2 der UB Graz), das wegen seiner Größe (55 x 38 cm), seines Einbandes (brauner Lederband mit Blindpressung und Messingbeschlägen) und Buchmalerei auffällt. Es trägt auf Blatt 1 die Darstellung des hl. Augustinus und der hl. Katharina zwischen zwei Chorherren in der Tracht des 15. Jahrhunderts. Bei der Aufhebung wurden im Zimmer Nr. 35 des Stiftes neben altem Holz Graffelwerch auch alte Bücher gefunden, die nur zu verbrennen gehören. Ähnlich rigoros entschied man über die Correspondenz, wodurch viel Archivalisches zugrunde ging. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bücher der Bibliothek, die Manuskripte, das (restliche) Archiv und die mathematischen Instrumente wurden 1803 der k. k. öffentlichen Bibliothek in Graz übergeben. Außer den fünf Handschriften befinden sich heute auch viele Bücher in der Grazer Universitätsbibliothek. Letztere tragen am Rücken Schildchen mit Nummern, deren höchste Zahl 3.054 ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bau- und Kunstgeschichte== &lt;br /&gt;
===Pfarrkirche Stainz=== &lt;br /&gt;
Über die von einigen Forschern angenommene Existenz einer ersten Kapelle zur hl. Katharina &amp;quot;in der Birken&amp;quot; vor der Gründung des Stiftes wurde schon früher gesprochen. R. Kohlbach vermutete, diese &amp;quot;Urkapelle&amp;quot; sei in ihren Grundmauern noch in einem Nebenraum des Presbyteriums der heutigen Kirche vorhanden. 1978/79 im Erdgeschoss des Nordturmes durchgeführte Restaurierungsarbeiten haben an dessen nordöstlicher Innenwand ein steingemauertes Spitzbogenportal freigelegt, das vielleicht mit der von Kohlbach an dieser Stelle vermuteten gotischen (!) Katharinenkapelle in Beziehung gebracht werden könnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann die erste Kanonikalkirche fertiggestellt war, ist schwer zu sagen. 1232 (nicht wie behauptet 1244) wurde dem Leutold von Wildon vom Salzburger Erzbischof aller Grund und Boden um die Kirche der hl. Katharina in Stainz überlassen, womit die Existenz des Gotteshauses eigentlich feststeht. Seine Errichtung bzw. Fertigstellung hat wohl etliche Jahre gedauert, der Zeitraum dafür wird mit 1230 / 50 angegeben. Die ehemals romanische und geostete Kirche ist durch spätere Umbauten nur noch gebrochen erkennbar. Sie wurde in enger stilistischer Anlehnung an das Mutterkloster Seckau errichtet. Es wird in diesem Zusammenhang von &amp;quot;sächsischen&amp;quot; Bauformen gesprochen, die durch Erzbischof Konrad I. von Salzburg in seiner Diözese verbreitet worden seien. Analog der Seckauer Maßverhältnisse wurde die romanische Kirche von Stainz rekonstruiert: An das westliche Turmpaar mit der dazwischen gelegenen Vorhalle schlossen sich sechs Langhausjoche und zwei Chorjoche mit den angefügten Apsiden an. Damit ergibt sich die Länge der romanischen Kirche, ihre Breite stand mit den beiden Westtürmen seit der Erbauung fest, wobei die Seitenschiffe die halbe Mittelschiffsbreite besaßen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei quadratischen Westtürme und Teile des aufgehenden Mauerwerks im Schiff werden als in ihrem Kern frühgotisch bezeichnet. 1363/65 werden zwei Altäre der alten Kirche erwähnt, der St.-Dorothea- und St.-Johannes-Altar. 1400 wird eine Stiftung zum Magdalenenaltar errichtet, und 1429 war die Kirche nachweislich renovierungsbedürftig. Dann schweigen die Quellen über die Kirche für fast zwei Jahrhunderte. Unter Propst Rosolenz erfolgte um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert der Neubau der Stiftskirche. Die Kirche wurde nach Westen ausgerichtet, 14 Altäre, drei Kapellen und der Kreuzgang, wo die Konventualen begraben lagen, fielen dem damaligen Neubau zum Opfer. Das Kapitel machte darüber die Anzeige beim Seckauer Bischof und warf dem Propst Zerstörungssucht vor. Rosolenz rechtfertigte sich damit, dass nur drei Altäre der alten Kirche geweiht waren, die Kapellen gar nicht, denn sie seien armselig und nur mit Brettern gedeckt gewesen. Der Zugang zur Kirche war nach Meinung des Propstes ruinös, weil vor dem Kloster erbaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rosolenz ließ sich durch die Kritik aus dem Konvent nicht beirren. Zwischen 1605 und 1629 wurde der Chor der Kirche unter Einbeziehung der Türme nach Westen verlegt, weshalb das jetzige Presbyterium zwischen die beiden Kirchtürme eingezwängt erscheint, der Eingang dafür im Osten in dem von Rosolenz errichteten kleinen Hof angelegt, das Langhaus aufgeführt und eine prächtige Ausstattung im Stil der Renaissance in Angriff genommen. Am 22. Jänner 1629 wurden der Hochaltar der hl. Katharina und zwei Seitenaltäre zu Ehren Unserer Lieben Frau (links) und des hl. Augustinus (rechts) geweiht. Ein halbes Jahr nach dem Tod des Propstes erfolgte die Weihe von sechs weiteren Altären, die den Heiligen Jakob, Andreas, Johannes Baptist, Anna und Dorothea, dem hl. Kreuz und Petrus und Paulus dediziert waren. Leider ist von dieser Einrichtung nichts mehr erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fortführung des Neubaues der Stiftskirche erfolgte erst um 1680 unter Propst Jöchlinger. Als Baumeister steht der aus Deutschlandsberg stammende Ruep Schrittwieser, ein Schüler Domenico Sciassias, fest. Das Innere wurde zu einer Wandpfeilerkirche umgestaltet, die ihre Belichtung durch seitliche Emporen erhielt. Jöchlinger und seine Nachfolger Johann Bernhard von Paumgarten (1683–1704) und Christoph Horatius Carminelli (1705–1724) ließen im Chor, im Langhaus, an der Orgelbrüstung und in den Seitenkapellen die noch vorhandene üppige Stuckierung anbringen. Sie wird der Werkstätte des Alexander Serenio, der auch in Schloss Eggenberg in Graz gearbeitet hat, und Domenico Boscho zugeschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stuckgerahmte Wappen weisen auf die Pröpste Jöchlinger und Paumgarten als Auftraggeber hin. Die Fresken der etwa 70 Spiegelflächen der Decke stammen von Matthias Echter und wurden 1690/1700 angebracht. Im Kirchenschiff sind sie dem Leben und der Verherrlichung des hl. Augustinus gewidmet, im Presbyterium der Kirchenpatronin Katharina. Reste der frühbarocken Bemalung aus der Zeit von Propst Rosolenz wurden anlässlich der letzten Kirchenrenovierung entdeckt, aber wieder übertüncht. Seltsamerweise wird noch 1698 dem Propst von der Landschaft eine Beihilfe von 3.000 Gulden zur Behebung der  &amp;quot;Paufölligkeit dess Gottshauss&amp;quot; gewährt. Dessen Fertigstellung war offenbar noch nicht abgeschlossen. Der heute zweigeschossige Hochaltar nimmt den gesamten Chorschluss ein, trägt die Signatur des Stainzer Tischlers Matthias Jägisch mit der Jahreszahl 1689 und wurde 1695 geweiht. Er trägt das Wappen des Propstes Paumgarten, der auch den künstlerischen Entwurf geliefert haben soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Altarblätter, darstellend das Martyrium der hl. Katharina und ihren Triumph über den Tod, werden mit gutem Recht dem fürstlich Eggenbergischen Hofmaler Hans Adam Weissenkircher zugeschrieben. Die großen Seitenstatuen stellen die vier Päpste Silvester I., Damasaus I., Cölestin I. und Leo I. sowie die Kirchenlehrer Augustinus und Ambrosius dar, kleinere Statuen der oberen Reihe zeigen die Heiligen Agnes, Margareta, Ursula und Monika. Die Seitenaltäre an den Mauerpfeilern des Fronbogens sind dem hl. Augustinus und der Immaculata geweiht, sie wurden unter Propst Carminelli aufgestellt. Die Kapellen auf der Epistelseite sind den hl. Vierzehn Nothelfern, dem hl. Josef, dem hl. Kreuz und dem hl. Rosenkranz (früher den Armenseelen), die auf der Evangeliumseite dem hl. Johann Nepomuk, der hl. Maria vom Berge Karmel (Skapulierkapelle), der hl. Anna und dem hl. Antonius von Padua zugeeignet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Annakapelle befindet sich der figurale Grabstein des Propstes Simon Eberhard (gest. 1649), der einzige eines Propstes in der Kirche. Zwischen den Altären der hl. Anna und des hl. Antonius führte früher ein Ausgang in den Stiftshof, der 1809 vermauert und bei der letzten Restaurierung statt des Lourdes-Altars ein barockes Barbarabild erhielt. Den Altar der gegenüberliegenden Barbarakapelle hat man 1809 abgetragen und einen zusätzlichen Kircheneingang statt des vermauerten Ausgangs auf der Südseite geschaffen. Der Vierzehn-Nothelfer-Altar wurde 1906 abgebrochen, das Altarblatt von Veit Hauck ist aber noch vorhanden. In der Vierzehn-Nothelfer-Kapelle befindet sich, senkrecht eingemauert, der Wappengrabstein des Stifters Leutold von Wildon mit der Angabe des Sterbedatums. Er ist aus rotem Marmor gearbeitet und wird in die Jahre 1448/49 datiert, als man im Stift die 200-Jahr-Feier seines Todestages beging und aus diesem Anlass den ursprünglichen Grabstein durch einen neuen ersetzte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der gegenüberliegenden Kapellenwand fand der 1979 entdeckte Grabstein eines Propstes Aufstellung. Unter einer gotischen Baldachinarchitektur mit gedrehten Säulen sind im Flachrelief Infel, Krummstab und ein Wappenschild wiedergegeben, das neben dem zerbrochenen Rad der hl. Katharina auch das &amp;quot;Seeblatt&amp;quot; als Stiftswappen zeigt. Inschrift trägt der Stein keine. Da erst Propst Sigmund von Lemsitz (1453) das Pontifikalienrecht erhielt, könnte der Grabstein ihm gehören. Ein anderer 1979 gefundener gotischer Grabstein mit dem Lemsitzer Wappen wurde im Erdgeschoss des Nordturmes eingemauert. Das ist alles, was aus der mittelalterlichen Kirche übrig geblieben ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Altäre besitzen eine Ausstattung von dem in der Steiermark viel gerühmten Bildhauer Veit Königer (1729–1792). Er soll auch die Kanzel der Kirche geschaffen haben. Ein großer und zwei kleinere Paramentenschränke in der Sakristei datieren um 1720. Um 1740 wurden die Kirchtürme um die Glockenstube und ein weiteres achteckiges Geschoss mit barockem Helm erhöht. Propst Johann Anton de Angelis ließ 1757 das heutige Kirchengestühl aufstellen, während das hochbarocke Chorgestühl aus der Zeit um 1700 auf der Orgelempore steht. Die derzeitige Orgel ist neueren Datums. 1978/79 fand unter Pfarrer Lorenz Möstl eine grundlegende Renovierung der Pfarrkirche im Sinne des Denkmalschutzes statt. Später ist auch eine Außenrestaurierung von Kirche und Schloss erfolgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Stift===&lt;br /&gt;
Das ehemalige Stift erstreckt sich auf einer nördlich des Marktes gelegenen nach Osten abfallenden Hochfläche. Im Steirischen Schlösserbuch des G. M. Vischer von 1681 ist Stainz mit drei Abbildungen vertreten. Die erste zeigt das Stift vor dem barocken Umbau, mit einer Anhäufung verschieden hoher gotischer Gebäude, die von einer Mauer umgeben sind, welche von einer Reihe größerer und kleinerer Türme besetzt ist. Nur wenige Bauteile, darunter die Kirche, sind bereits barockisiert. Wahrscheinlich bildete eine alte Stiftsansicht die Vorlage für diesen Kupferstich, den Andreas Trost signiert hat. Die beiden anderen Stiche, die ebenfalls von Trost angefertigt wurden, stellen das bereits in barockem Stil um gebaute Stift dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Abbildungen geben bis auf einige spätere bauliche Veränderungen die heutige Anlage wieder. Diese ist ein Geviert, dessen nördlichen Trakt teilweise die Kirche bildet. Mittelalterlich ist nur der niedere und schmälere Westtrakt, der bei Vischer aber dieselbe Höhe wie die übrigen Trakte hat, weil dies vielleicht im barocken Bauplan so vorgesehen war. Die Seitenlänge der Trakte beträgt etwa 80 Meter. Der Komplex umfasst einen kleineren, auf Propst Rosolenz zurückgehenden Hof und den großen fast quadratischen, dreigeschossigen Stiftshof. Beide Höfe werden durch den Prälatentrakt, der an die Kirche anschließt, getrennt. Die Arkaden des großen Hofes sind bis auf das Erdgeschoss vermauert bzw. verglast, am Westtrakt aber als gemalte Gliederung angedeutet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Trakt befinden sich drei alte gemalte Wappen für Erzherzog Ferdinand II., den Stiftsgründer Leutold von Wildon und Propst Rosolenz, die dieser vor 1629 anbringen ließ. Auf Rosolenz geht sowohl die nach ihm benannte Stiege vom Markt zum Stift als auch der Getreidekasten gegenüber dem äußeren Stiftstor zurück. 1733 wurde vor dem Stiftsportal eine Statue der Immaculata flankiert von den Heiligen Gelasius und Patritius, die J. M. Leitner geschaffen hat, aufgestellt. Der unter Propst Jöchlinger vor dem Osttrakt angelegte barocke Garten mit einem Springbrunnen in der Mitte ist als einfacher Schlossgarten noch vorhanden. Die beiden charakteristischen achteckigen Pavillons an den Enden der Gartenterrasse wurden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hinzugefügt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Stiftsansicht, die als Ölbild des 18. Jahrhunderts im Grazer Franziskanerkluster existiert, zeigt das ehemalige Stift, wie es sich als Schloss der Grafen von Meran auch heute noch präsentiert. Das Innere des Schlosses besitzt eine Reihe von Räumen, deren Stuckdecken von einstiger barocker Pracht zeugen. Im Erdgeschoss des Südtraktes befindet sich das ehemalige Refektorium mit Stukkaturen und Malereien um 1695 bis 1700. Letztere stammen möglicherweise von Matthias Echter und stellen u.a. die &amp;quot;Hochzeit zu Kana&amp;quot;, die &amp;quot;Wunderbare Brotvermehrung&amp;quot;, das &amp;quot;Gastmahl im Hause des Simon&amp;quot; und das &amp;quot;Letzte Abendmahl&amp;quot; dar. Der ehemalige Kapitelsaal lag im Südosteck des 1. Stockes und wurde 1720 von Carlo Formentini stuckiert. Im früheren Bibliothekssaal befindet sich ein übermaltes Deckengemälde (Thema: &amp;quot;Siegeszug einer Herrscherin&amp;quot;) mit den Initialen des letzten Propstes Johann Anton de Angelis. Unter den Arkaden des großen Hofes steht der beschädigte Grabstein des Propstes Georg Christoph Purgstaller (t 1654). Das Schloss wird teils als Museum, teils als Privatwohnung der Familie Meran genützt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Pfarrkirche St. Stefan ob Stainz=== &lt;br /&gt;
Die ursprünglich romanische Kirche von St. Stefan wurde um 1500 gewölbt und ist heute eine vierjochige dreischiffige Halle. Der höhere, zweijochige Chor mit 5/ 8-Schluss und Kreuzrippengewölbe soll aus dem 14. Jahrhundert stammen. An der Ostwand des südlichen Seitenschiffes befinden sich zwei Konsolköpfe, unter deren einem sich das Wappenschild der Wildonier (Seeblatt) befindet, weshalb die Köpfe Leutold und Agnes von Wildon, die Stifter von Stainz, darstellen dürften. Im Chor befindet sich eine (Sakraments-) Nische mit Renaissance-Architekturumrahmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archivalien== &lt;br /&gt;
Vom ursprünglichen Archivgut des Stiftes ist nicht alles überliefert. Das meiste davon befindet sich im Steiermärkischen Landesarchiv. Die Urkunden sind in die Allgemeine Urkundenreihe eingereiht, die Akten in 25 Kartons gesammelt, Archivalien über Stainz befinden sich in der Reihe Altes Landrecht (Stainz, Stift). Auch das Diözesanarchiv Graz besitzt in fünf Kartons Akten über Stift Stainz. Ebenso existieren im Wiener Allgemeinen Verwaltungsarchiv im Archivkörper Alter Kultus (Sign. 94, Stifte, Steiermark, K 773) Akten über Stainz aus den Jahren 1782 bis 1803. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ungedruckte Quellen== &lt;br /&gt;
Archiv der Diözese Graz-Seckau (DAG): Stift Stainz, X1X b 32-36; Pfarrurkunden R 2, Nr. 183, 195,286. Steiermärkiscl1es Landesarchiv Graz: (StLA): AUR, Archiv Stainz , Stift und Herrschaft (19 Kartons). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ansichten und Baupläne== &lt;br /&gt;
Die ältesten Ansichten des Stiftes dürften die Kupferstiche des Andreas Trost nach Zeichnungen G. M. Vischers in der &amp;quot;Topographia ducatus Stiriae&amp;quot; von 1681 sein. Stainz ist mit drei Ansichten vertreten, wobei die erste das Stift noch größten teils gotisch zeigt. Der Stich ist wahrscheinlich nach einer alten Ansicht im Stift entstanden. Die beiden anderen Darstellungen zeigen das umgebaute, barockisierte Stift aus östlicher und westlicher Richtung. Da die Kirchtürme bereits weit über das Kirchendach hinausragen, ihre Erhöhung aber erst Jahrzehnte später erfolgte, geben die beiden zuletzt genannten Stiche den Bauplan der Barockanlage wider. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Ölbild im Grazer Franziskanerkloster, darstellend das Stift von Süden, lehnt sich an eine der Darstellungen G. M. Vischers an, ist aber späteren Datums, wie an den Gartenpavillons erkenntlich ist, die erst im 18. Jahrhundert erbaut wurden. Eine kleine Ansicht des Stiftes um 1720 ist auf dem Antependium des Marienaltares in der jetzigen Pfarrkirche Stainz zu sehen. Sie zeigt die Kirchtürme noch vor ihrer endgültigen Erhöhung. Bei Lackner ist eine Rekonstruktion des Grundrisses der romanischen Kirche über dem Grundriss der heutigen abgebildet. Kohlbach und Lackner bieten einen Grundriss der jetzigen Kirche im Maßstab 1:750, Lackner darüberhinaus auch einen Querschnitt der Kirche und einen Grundriss von Schloss samt Kirche. Sie gehen z.T. auf Erhebungen im Auftrag des Bundesdenkmalamtes 1951 zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sphragistik und Heraldik== &lt;br /&gt;
===Siegel===&lt;br /&gt;
Das Siegel des Stainzer Kapitels ist ab 1297 nachzuweisen und wurde bis ins 16. Jahrhundert verwendet. Im Siegelfeld steht in Dreivierteldrehung die hl. Katharina mit dem Rad als Attribut in ihrer Rechten. Die Heilige ist gekrönt und trägt einen Heiligenschein um ihr Haupt. Mit ihrer linken Hand hält sie die Märtyrerpalme. Links und rechts von ihr sind als Symbole für die Unsterblichkeit ein beblätterter Eichenast mit Eicheln und eine Efeuranke zu sehen. Letztere wurde manchmal als Weinrebe mit Trauben gedeutet, was jedoch keinen Sinn ergibt. Die umlaufende unziale Umschrift zwischen zwei Perllinien beginnt mit dem Kreuzzeichen und wird unten durch die Heiligenfigur geteilt: &amp;quot;+ S(igillum) · CO(n)VENTVS · ECC(lesi)E · SANC/TE · KATERINE · I(n) · STEVNTZ&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1589 wurde ein weiteres Kapitelsiegel angefertigt. Im Feld ist über dem Stiftswappen die hl. Katharina mit dem Rad und der Palme dargestellt. Neben ihr ist die Datierung 1589 angebracht. Die kapitale Inschrift auf einem Band wird durch den Wappenschild unterbrochen und ist außen von einer Perlenschnur mit acht Blütchen begrenzt. Etwas später ist ein kleines, achteckiges Signet mit der Datierung 1623 in Angelegenheiten des Kapitels nachzuweisen. Es zeigt wieder die hl. Katharina, ebenso ein folgendes, jedoch undatiertes hochelliptisches Typar, das bis zur Aufhebung des Stiftes verwendet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wappen=== &lt;br /&gt;
In Rot ein silbern es Seeblatt. Dieses Wappenbild geht auf das Geschlecht der Herren von Wildon als Stifter von Stainz zurück. Später wurde anscheinend das von einem natürlichen Seerosenblatt abgeleitete Bild nicht mehr verstanden, und es sind in den Schilden manchmal Linden-, Buchen- oder Birkenblätter dargestellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Leopold von Beckh-Widmanstetter: Das Grabmal (oder der Grabstein) Leutolds von Wildon in der Stiftskirche Stainz und die Siegel der Wildonier. In: Mittheilungen der k. k. Central-Commission für die Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale XVII (1872), S. 111ff. &lt;br /&gt;
* Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Steiermark. Wien 1982, S. 489f., S. 535ff. &lt;br /&gt;
* EPITAPHIUM (...) DOMINI GEORGU SIGEFRIDI (...) IN STAINZ PRAEPOSITI, (...) Qui pie in Domino obiit Graecij Alulo MDCLXXXIIJ. Die 7. Julij. Graetz 1683. &lt;br /&gt;
* Josef Grollinger: Jakob Rosolenz, Propst von Stainz (1596-1629). Ein Lebensbild aus der steirischen Gegenreformation. Diss. Univ. Graz. Graz 1954. &lt;br /&gt;
* Anton Kern: Die Handschriften der Universitätsbibliothek Graz. Band 1. Leipzig 1942, Nr. 2, Nr. 121; Band 2 Wien 1956, Nr. 1071, 1190, 1298; Band 3 Wien 1967, XXIf. &lt;br /&gt;
* Rochus Kohlbach: Stainz. In: Die Stifte Steiermarks. Ein Ehrenbuch der Heimat. Graz 1953, S. 197ff., S. 295, S. 317.&lt;br /&gt;
* Rochus Kohlbach: Stift Stainz in der Weststeiermark. Typoskript. Stiftsbibliothek Klosterneuburg o.J. (nach 1956). &lt;br /&gt;
* Arnulf Kogler: Die Wildonier und die ersten Anfänge des Augustiner-Chorherrenstiftes Stainz. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark 9 (1911), S. 127–155. [https://www.historischerverein-stmk.at/wp-content/uploads/Z_Jg9_Arnulf-KOGLER-Die-Wildonier-und-die-ersten-Anf%C3%A4nge-des-Augustiner-Chorherrenstiftes-Stainz.pdf (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Arnulf Kogler: Visitation und Inquisition des Stiftes Stainz. In: Blätter zur Geschichte und Heimatkunde der Alpenländer 2 (Beilage zum &amp;quot;Grazer Tagblatt&amp;quot;), (1911), S. 195ff. &lt;br /&gt;
* Arnulf Kogler: Das Ende der Stainzischen Marktgerichtsherrlichkeit. In: Blätter zur Geschichte und Heimatkunde der Alpenländer (Beilage zum &amp;quot;Grazer Tagblatt&amp;quot;), (1911), S. 129f. &lt;br /&gt;
* Walter Koschatzy: Der Baumeister des Stiftes Stainz. In: Neue Chronik zur Geschichte und Volkskunde der innerösterreichischen Alpenländer 31 (Beilage zu Nr. 17 der Südost-Tagespost), (1965), S. 3.&lt;br /&gt;
* Leopold Kretzenbacher: Zur Gründungslegende des Chorherrenstiftes Stainz. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark 48 (1957), S. 175ff. &lt;br /&gt;
* Helmut Lackner: Die Pfarrkirche hl. Katharina in Stainz. Stainz 1987.&lt;br /&gt;
* Johann Losserth: Das Kirchengut in Steiermark im 16. und 17. Jahrhundert. In: Forschungen zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte der Steiermark VIII/3 (1912), S. 59, 65, 199. &lt;br /&gt;
* Arnold Luschin: Die Siegel der steirischen Abteien und Convente des Mittelalters. In: Mittheilungen der k. k. Central-Commission für die Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale XIX (1874), S. 256f. &lt;br /&gt;
* Hans Pirchegger: Beiträge zur älteren Besitz- und Rechtsgeschichte steirischer Klöster. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark 38 (1947), S. 24ff. &lt;br /&gt;
* Rudolf Pitter: Beiträge zur Geschichte von Stainz. Diss. Univ. Graz. Graz 1936 (Exemplar im DAG, Nachlass Pitter). &lt;br /&gt;
* Andreas Posch: Die Widmung des &amp;quot;Stainzer Hofes&amp;quot; in Graz. In: Blätter für Heimatkunde 9 (1931), S. 1ff. &lt;br /&gt;
* Johann Rainer: Projekte zur Errichtung eines Bistums Graz. In: Römische Historische Mitteilungen 6/7 (1964), S. 114ff. &lt;br /&gt;
* Johann Rainer: Die Entwicklung der Diözesaneinteilung in der Steiermark. Mit besonderer Berücksichtigung der Zeit Karls II. und Ferdinands II. In: Innerösterreich 1564-1619 (Joannea III). Graz 1967, S. 233ff. &lt;br /&gt;
* Johann Rainer und Sabine Weiss: Die Visitation steirischer Klöster und Pfarren im Jahre 1581. Graz 1977 (Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark, 30), S. 25f., S. 131f., S. 140. &lt;br /&gt;
* Franz Schellauf: Stainz in Vergangenheit und Gegenwart. Stainz 1929. &lt;br /&gt;
* Elisabeth Schmölzer: Archivalische Vorarbeiten zur Österreichischen Kunsttopographie. Graz I: Adels- und Freihäuser. Hg. vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung. Graz 1993, S. 340f. &lt;br /&gt;
* Anton Selak: Stainz. Ein Beitrag zur Ortsgeschichte. Stainz 1930.&lt;br /&gt;
* 1229 Stiftskirche Stainz 1979. Festschrift anläßlich der Fertigstellung der Innenrestaurierung und der Installierung einer neuen Orgel. Deutschlandsberg 1980.&lt;br /&gt;
* Trauerrede auf Johann Anton, Prälaten der regulirten Khorherrn zu Stainz in Steyermark. Gesagt von Franz Xavier Gmeiner in der Kollegiatkirche zu Stainz, den 19. August 1782. Graez 1782. &lt;br /&gt;
* O. Trummer: Das Augustiner-Chorherrenstift Stainz. Diss. Technische Hochschule Graz. Graz 1929 (Exemplar 1945 zugrunde gegangen; das Exemplar des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Graz derzeit verschollen). &lt;br /&gt;
* Georg Matthaeus Vischer: Topographia ducatus Stiriae. Nachdruck nach dem Original von 1681. Hg. und mit einem Nachwort versehen von Anton Leopold Schuller. Band 2. Graz 1975, Stich 405–407.&lt;br /&gt;
* Renate Wagnerrieger: Architektur des Barock in der Steiermark. In: Tagungsbericht Dreiländerfachtagung der Kunsthistoriker in Graz 1972, S. 9ff. &lt;br /&gt;
* Franz Weissofner: Die letzten Chorherren des im Jahre 1785 aufgehobenen Stiftes Stainz. Unter besonderer Berücksichtigung ihrer nachmaligen Verwendung in der Seelsorge. Diss. Univ. Graz. Graz 1978. &lt;br /&gt;
* Hans Wilfinger: 800 Jahre Stainz 1177–1977. Neues Stainzer Heimatbuch. Stainz 1979. &lt;br /&gt;
* Herta Wlasak: Die Aufhebung des Chorherrenstiftes Stainz unter Kaiser Joseph II. aus besitzgeschichtlicher Sicht. Diss. Univ. Graz. Graz 1979. &lt;br /&gt;
* Adam Wolf: Die Aufhebung der Klöster in Innerösterreich 1782–1790. Ein Beitrag zur Geschichte Kaiser Joseph's II. Wien 1871, S. 116ff. &lt;br /&gt;
* Georg Wolfbauer: Das Augustiner-Chorherrenstift Stainz. Erster Versuch einer kunsttopographischen Aufnahme. In: Blätter für Heimatkunde 9 (1931), S. 3ff. [https://www.historischerverein-stmk.at/wp-content/uploads/B_Jg9_Georg-WOLFBAUER-Das-Augustiner-Chorherrenstift-Stainz.pdf (Digitalisat)]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Stift St. Michael an der Etsch</title>
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		<updated>2022-10-13T10:02:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Datum von=1144/45&lt;br /&gt;
|Datum bis=1807&lt;br /&gt;
|Kirchliche Topographie=Diözese: Trient&lt;br /&gt;
|Frühere Bezeichnungen=ecclesia ad honorem domini nostri Iesu Christi et victorios issime crucis sancteque Marie perpetue virginis et sancti Michahelis archangeli (1145), ecclesia sancti Michaelis archangeli dei basilica (1174), ecclesia sancti Michaelis (1177), domus sancti Michaelis (1196), monasterium sancti Michahelis prope Tridentum (1326), conventus monasterii sancti Michahelis (1360), sanndt Michel ain brob stey (um 1500), stift und gotzhaus zu sant Michel an der Etsch (1533), prepositura sancti Michaelis (1538), monasterium sancti Michaelis ad Athesim (1566), kloster S. Michael propstei (um 1600), Welschmichel (1674), korherrn stift zu Welschmichel in Tirol (1786); heute: San Miche le all'Adige&lt;br /&gt;
|Patrozinium=Erzengel Michael&lt;br /&gt;
|Politische Topographie=Nördlich von Trient am früheren Zusammenfluss des Noce mit der Etsch, Gemeinde San Michele all'Adige, ehemaliges Gericht Königsberg (Inhaber: Grafen von Eppan, dann Landesfürsten). Grafschaft Tirol, 1805 bis 1815 Königreich Bayern, seit 1815 Österreich, seit 1919 Königreich Italien, seit 1946 autonome Provinz Trient (Trento), Italien.&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Ansicht der Stiftsanlage von St. Michael nach 1874.png&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Anlage der Stiftsanlage von St. Michael, kolorierte Zeichnung (nach 1874), Stadtarchiv Bozen, Stiftung Rasmo-Zallinger, entnommen aus: Hannes Obermair: St. Michael an der Etsch. In: Österreichisches Chorherrenbuch. Die Klöster der Augustiner-Chorherren in der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Hg. von Floridus Röhrig. Klosterneuburg 2005, S. 435.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Geschichtlicher Überblick==&lt;br /&gt;
Das Augustiner-Chorherrenstift St. Michael entstand um 1144/45 rund 20 km nördlich von Trient gegenüber der (alten) Einmündung des Noce in die Etsch. Die Gründung erfolgte unter der Regierung Bischof Altmanns von Trient (1124–1149) auf Allodialgütern der Grafen von Eppan und war Teil der umfassenden Kanonikerreform und der monastischen Erneuerungsbewegung des 12. Jahrhunderts. Die nach dem 27. März 1149, dem Todestag Bischof Altmanns, redigierte und interpolierte Aufzeichnung über Weihe und Ausstattung des Stifts nennt als Gründungsdatum den 29. September 1145 (Michaelstag). Eine von der jüngeren Forschung erwogene Einordnung zu 1144 zieht den Gebrauch des &amp;quot;Calculus Pisanus&amp;quot; bzw. Überlieferungsfehler in Betracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Kristallisationspunkte der Kanonikerreform war das [[Stift Salzburg|Erzstift Salzburg]], nachdem Erzbischof Konrad I. (1106–1147) im Jahre 1122 sein Domkapitel zum Reformstift umgewandelt hatte. Zur Salzburger &amp;quot;Observanz&amp;quot; rechnete zweifelsohne auch der zum Metropolitanverband gehörige Diözesansprengel von Brixen, wo spätestens unter Bischof Hartmann (1140–1164) ein &amp;quot;halbreguliertes&amp;quot; Domkapitel konstituiert wurde. Die deutlichen Reserven der Brixner Kanoniker gegenüber der Salzburger Observanz dürften Hartmann 1142 zur Gründung des [[Kloster Neustift|Reformstifts Neustift]] in nächster Nähe von Brixen bewogen haben. Die Wirkung des Salzburger Reformkreises reichte aber auch über die Grenzen der Kirchenprovinz hinaus. Im unmittelbar angrenzenden Trienter Sprengel waren neben der Neuordnung des Domstiftes die Gründungen der Reformstifte St. Michael (1144/45) und [[Stift Au-Gries|Au]] bei Bozen (vor 1165/66) ein deutliches Reformsignal. Außerdem war 1146 das Kloster San Lorenzo bei Trient mit Benediktinern nach der Regel von Vallalto bei Bergamo reformiert worden. Diese äußerst beachtliche Entwicklung war sicherlich vorab auf die herausragende Persönlichkeit Bischof Altmanns zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Annahme einer aufeinander abgestimmten Aktion der beiden Hochkirchen von Trient und Brixen unter dynastisch-laikalem Beistand kann sich auch auf die ikonographische, wenngleich posthume bzw. apokryphe Überlieferung stützen, wonach sich Bischof Hartmann von Brixen als Mitfundator an der gräflich eppanischen Gründung von St. Michael beteiligt hätte (so das Bildprogramm einer Wandmalerei des 17. Jahrhunderts an der inneren Westwand der Stiftskirche). Die oft geäußerte Vermutung, die erste Generation von St. Michael sei vom [[Stift Suben|Chorherrenstift Suben am Inn]] (Oberösterreich), der Familiengründung Altmanns, gekommen, ist aufgrund dürftiger Quellenlage mit gebotener Vorsicht zu bewerten. Die Überlegung stützt sich darauf, dass Altmann – der seine Abkunft kognatisch aus dem Geschlecht der Vögte von Tegernsee herleitete – in direkter Linie von der vermuteten Gründerin Subens, Tuta (von Vornbach), abstammte. Insgesamt repräsentiert St. Michael somit den Prototyp eines unter bischöflicher Führung mit hochadeliger Assistenz gegründeten Kanonikerstifts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lässt sich die bischöfliche Initiative als Ausdruck jener Reformtendenzen deuten, unter deren Einfluss die Reformbischöfe des 12. Jahrhunderts allenthalben in ihren Diözesen an die Stelle des Eigenklosterwesens den bischöflichen Schutz treten ließen, so ist das neugegründete Stift im selben Maße Kristallisationspunkt adeligen Lebens sowie Ausdruck adeliger Frömmigkeit und Machtentfaltung im Zeichen dynastischer Mentalität, deren säkulare und spirituelle Komponenten letztlich kaum unterscheidbar sind. Ungeachtet seiner Stellung als Kollegiatkirche wurde das Stift vom Eppaner Dynastenadel offensichtlich als Familienkloster betrachtet und für Grablege und Stiftermemoria in Anspruch genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im 12. und frühen 13. Jahrhundert erreichte Besitzstand des Stifts entlang der beiden Achsen des Etschtals und des Nonsbergs wird erst wieder im 14. Jahrhundert etwa mit Gütern in Tramin, Enn-Neumarkt und Marling vermehrt. Die Konsolidierung des Stifts erfolgte nicht nur über die verstärkte Ausübung von Pfarrechten (St. Florian, Salurn), sondern lässt sich auch an der Erlangung der Pontifikalien unter Propst [[Jakob von Bayern]] (1404–1416) ablesen. 1636 wurde das Stift in die Kongregation der lateranensischen Chorherren in Rom eingereiht. Dennoch konnte sich das landständische Stift niemals über den Rang einer mittleren Institution hinausheben. Eine wirkungsvolle Dialektik mit dem Diözesanzentrum Trient scheint nur unzulänglich stattgefunden zu hab en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strukturprobleme brachen verstärkt im Zeitalter der Konfessionalisierung auf. Auf der Diözesansynode von 1590 schlugen der Trienter Fürstbischof Ludwig von Madruzzo und sein Domkapitel sogar die Unterdrückung des Stifts und den Einzug seines gesamten Besitzes vor, um damit das vom Konzil von Trient vorgeschriebene Seminar zu errichten. Anlässlich einer 1585 abgehaltenen Visitation hatten Bischof und landesfürstliche Kommissäre einen äußerst negativen Eindruck vom Stiftsleben gewonnen. Die Aufhebung konnte Propst [[Wolfgang Waltenhofer]] nur durch das Versprechen der Reform verhindern, die dann vor allem von den Prälaten des 17. Jahrhunderts durchgesetzt wurde. Für die Zwecke dieser neuen Disziplinierung erbat sich Propst [[Thomas Zigainer]] (1623–1656) einige Chorherren vom Stift Neustift bei Brixen, aus dem 1653 vier Stiftsmitglieder für ein Jahr nach St. Michael zogen. Unter Propst [[Georg Adam von Teitenhofen]] (1686–1715) erlitt das Stift im Zuge des spanischen Erbfolgekriegs (1704–1714) durch militärische Einquartierungen und Plünderungen größere Schäden. Nach den Reformpröpsten [[Pilati]], [[Fedeli]] und [[Kranabitter]] übernahm der letzte Propst [[Gregor Tasser]] (1770–1807) ein als Personenverband konsolidiertes und durch die erfolgten Baumaßnahmen architektonisch repräsentatives Ganzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die späte Blütezeit, so typisch für viele Stifte des Ancien Regime, wurde zunächst von der unter Kaiser Joseph II. (1780–1790) erstmals drohenden, schließlich jedoch abgewendeten Aufhebung getrübt. Der Konvent geriet 1796 in die Wirren des ersten Koalitionskriegs (1791–1797), als die siegreichen napoleonischen Truppen im September und im November 1796 das Stift plünderten, in das sich zuvor österreichisches Militär zurückgezogen hatte. Im April 1798 richtete der österreichische General Laudon im Stift eine Kaserne ein und schon 1801 wurde St. Michael neuerlich von den französischen Truppen heimgesucht. Im dritten Koalitionskrieg stand Bayern auf Seite Napoleons im Kampf gegen Österreich, das dabei unterlag und im Frieden von Pressburg (Dezember 1805) ganz Tirol, auch das Trentino, an Bayern abtreten musste. Die Aufhebung durch die kirchenfeindliche bayrische Regierung 1807 traf eine führungslose Gemeinschaft: Propst Tasser war am 17. Februar 1807 verstorben. Nur zwei Monate darauf kündigten die Regierungskommissäre die Beschlagnahme aller Güter und Gebäude mit dem ganzen Inventar an. Der staatliche Administrator Johann Tartarotti sicherte den meisten Chorherren, die das Stift verlassen mussten, eine Pension zu. Der Vorgang ordnet sich in die Unterdrückung auch der übrigen Tiroler Stifte und Klöster ein, deren Vermögen vom Staat eingezogen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die staatliche Bewertung ergab für St. Michael ein Gesamtvermögen von 436.007 fl. Darunter lagen nur Fiecht (303.510 fl.), Gries (404.319 fl.) und Marienberg (422.035 fl.), während Wilten (554.014 fl.), Neustift (615.643 fl.) und Stams (743.927 fl.) deutlich höhere Werte aufwiesen. Ein Großteil der Stiftsgüter von St. Michael wurde verpachtet, der noch vorhandene Kirchenschatz und die Paramente nach Innsbruck geliefert und dort 1808 versteigert. Seit 1874 ist das ehemalige Stift Sitz einer landwirtschaftlichen Schule (heute mit universitärer Anbindung), seit 1968 beherbergt es das Museo degli Usi e Costumi della Gente Trentina).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse==&lt;br /&gt;
===Wirtschaftliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Den nachträglich verfassten Gründungsaufzeichnungen gemäß übertrug Bischof Altmann von Trient dem neuen Stift einen Hof zu Tramin, dann eine kleine Ortschaft, genannt Traversara im Nonsberg in der Pfarre Arsio, den Fennberg oberhalb Margreid, wo das Kloster auch die niedere Gerichtsbarkeit erlangte, ferner den Zehent der Gemeinde Faedo oberhalb St. Michael. Überdies verlieh ihm Altmann die Leitung der Seelsorge über den Markt St. Michael, etwas später über die ausgedehnte Pfarrei Giovo, die sich über das ganze linke Etschufer samt dem anschließenden Gebirgsgelände zwischen Etsch und Avisio von der Salurnerklause bis zur Einmündung des Avisio erstreckte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graf Ulrich von Eppan dotierte das neue Stift mit allen im Umkreis gelegenen Eigengütern, diesseits und jenseits der Etsch. Auch schenkte er ihm einige Zehente. Weiters bestimmte er, dass die Bewohner des Marktes St. Michael von jeder Behausung am Fest des hl. Martinus 10 Solidi (Schilling) jährlich dem Kloster entrichten sollten. Am 11. August 1177 erteilte Papst Alexander III. dem Stift ein Privileg, durch das ihm alle bislang erworbenen und noch zukünftig zu erlangenden Rechte und Besitzungen bestätigt wurden. Die Bulle sicherte dem Stift auch die freie Propstwahl zu. Zu größerem Wohlstand wie die anderen Tiroler Stifte gelangte St. Michael erst später. Bezüglich des Umfanges der Gebäude blieb es ein bescheidenes Kloster. Schwere Verluste erlitt es durch Feuersbrünste, stark beschädigt wurde es immer wieder durch Überschwemmungen der Stiftsgüter an beiden Seiten der Etsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rechtliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Die Stiftsgründung war unter führender Beteiligung des Eppaner Grafen Ulrich (I.) und seiner Söhne Friedrich (I.) und Heinrich (II.) erfolgt. Die nach 1150 überarbeitete St. Michaeler Gründungsaufzeichnung von 1144/45–1149 hält die Ausstattung des Vogtamtes fest, indem die Dotierung des Stifts mit altem Trienter Mensalbesitz im Umfang des Unteren Fennberges (Übertragung &amp;quot;a principatu Tridentinensi&amp;quot;) Grundlagen einer eppanischen Vogteiherrschaft erkennen lässt, die in der Immunitätsgerichtsbarkeit über ein Instrument zur selbständigen politischen Machtbildung verfügte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Die personellen Ressourcen des Konvents scheinen ein dauerhaftes Problem gewesen zu sein: Die Zahl der Chorherren war zeitweise sehr gering und betrug während des 13. und 14. Jahrhunderts manchmal nur zwischen drei und vier. 1492 befanden sich in St. Michael drei Kanoniker und der Dekan, ebensoviele 1567, wobei hier offenbar die Stiftsmitglieder, die außerhalb des Konvents in den verschiedenen Seelsorgestationen wirkten, nicht mitgezählt sind. Um 1700 nahm die Zahl stark zu, das Stift zählte bei der Aufhebung 21 Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Beginn der Neuzeit, besonders seit dem Auftreten Luthers, traten wegen Mangels an deutschem Nachwuchs immer mehr Italiener ins Stift ein. Die Sprachgrenze wurde allmählich von Lavis bis Salurn, also 8 km nördlich von St. Michael vorgeschoben. Damit war das Stift schließlich von italienischen Bewohnern umgeben und wurde seither oft &amp;quot;Welschmichl&amp;quot; genannt. Trotzdem bildeten die deutschen Chorherren auch weiterhin gewöhnlich die Mehrheit. Als erster Italiener in der Reihe der Pröpste erscheint [[Carlo Barbi von Coredo]] im Nonsberg (1657–1659). Ihm folgte [[Antonio Quetta de Liliis]] (1663–1686) von Trient. Im ganzen zählte das Stift von 43 Pröpsten sieben Italiener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bau- und Kunstgeschichte==&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche, hochromanische Konventsanlage aus dem 12. und 13. Jahrhundert ist durch zahlreiche Um- und Neubauten nur noch in Restbeständen zugänglich. Auch ein für 1267 bezeugter verheerender Brand muss die Stiftsgebäude erheblich beschädigt haben. Die seit dem 19. Jahrhundert einsetzende staatliche Nutzung des Komplexes hat zudem jegliche Stiftsarchäologie verhindert, sodass weder eine Baugeschichte noch eine fundierte kunsthistorische Aufnahme vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nähere Aussagen sind erst zu neuzeitlichen Aspekten möglich: Der Neubau der Stiftskirche in den Jahren 1663 bis 1687 fiel nicht von ungefähr in die &amp;quot;zweite&amp;quot; Reformphase der Stiftsgeschichte, die mit dem Namen des Propstes Antonio Quetta de Liliis verbunden war. Als früherer Kanzler der bischöflichen Kurie in Trient war er durch Herrschaftswissen und Politiknähe ausgezeichnet. Den äußeren Anlass zum Neubau gab ein großer Brand, der die Stiftsgebäude stark in Mitleidenschaft zog. Das 1664 nach Plänen des Baumeisters Domenico Bianchi (de Blanchis) neu errichtete Langhaus wurde nun von je zwei Kapellen auf beiden Seiten flankiert, der Chor durch eine Kuppel erhöht. Im Kirchenraum fanden neben dem zwischen Schiff und Chor freistehenden Hochaltar fünf weitere Altäre aus verschiedenfarbigem Marmor Platz. Das ganze Innere mit der Kuppel und den vier Seitenkapellen wurde mit Stukkaturen und Bildern ausgeschmückt. Die meisten der qualitätvollen Fresken und Tafelgemälde, insbesondere die fünf Altarbilder, stammen vom Weltpriester Josef Alberti (1640–1716), der aus Tesero im Fleimstal stammte und seine künstlerische Ausbildung in Venedig und Rom erhalten hatte. Propst Antonio ließ auch das Stiftsgebäude durch Aufführung des östlichen Traktes vergrößern, unter Propst [[Benedetto Fedele]] (1733–1742) kam noch der nördliche Flügel samt Turm hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliothek und theologische Bildung==&lt;br /&gt;
Zu wissens- und bildungsgeschichtlichen Aspekten der Stiftsgeschichte sind keine vertieften Aussagen möglich, da Archiv wie Bibliothek großteils in Verlust geraten sind. So lassen sich etwa über das Bestehen eines Skriptoriums nur Mutmaßungen anstellen. Die frühen Wirtschaftsaufzeichnungen bzw. Privilegierungen weisen auf aktive Beteiligung der Empfänger hin, als es um die Verschriftlichung von rechtserheblichem Wissen ging. Insgesamt ist aufgrund der unmittelbaren Nähe des Trienter Bischofszentrums jedoch davon auszugehen, dass der Bischofshof und die Residenzstadt als überragende regionale Institutionen der Wissensbewahrung und -schöpfung, des Kulturaustauschs und der Ausbildung der Geistlichkeit auf St. Michael eine starke und intellektuelle Eigeninitiativen eher lähmende Sogwirkung ausgeübt haben dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine neuzeitliche lateinische Stifts- oder Mittelschule bestand in St. Michael allem Anschein nach nie, wohl aber eine theologische Hauslehranstalt, jedoch erst im 18. Jahrhundert, als Propst Ignaz Kranabitter eine Reform der theologischen Studien einführte. Die Stiftsbibliothek ging im Zuge der Aufhebung des Stifts großteils verloren. Der staatliche Administrator Johann Tartarotti verkaufte den Buchbestand wagenweise als Makulatur, ein anderer Teil wurde von den Beamten als Heizmaterial benützt. Ein vom josephinischen Kommissar Anton Leopold von Roschmann 1786, also zwei Jahrzehnte vor der Säkularisierungsmaßnahme, angelegtes Stiftsinventar überliefert keinerlei verwertbare Angaben zu den Bibliotheksbeständen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archivalien==&lt;br /&gt;
Das Archiv von St. Michael wurde 1796 erstmalig stark in Mitleidenschaft gezogen, als marodierende napoleonische Truppen Teile der Bestände verbrannten. Die Reste wurden ein Jahrzehnt später weiterhin zerstreut, wie dies ab 1807 bei den anderen tirolischen Stiften Au-Gries, Neustift, Marienberg, Stams, Wilten und Fiecht der Fall war, die von der bayerischen Regierung aufgehoben und unter staatliche Administration gestellt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich den Archiven der bereits unter Kaiser Joseph II. aufgehobenen geistlichen Anstalten im &amp;quot;Kreis an der Etsch&amp;quot;, die in das Bozner Rentamtsgebäude verbracht wurden, gelangten die bis 1822 unbeaufsichtigten St. Michaeler Bestände in das Rentamt Trient oder in die dortige Finanzdirektion. In dieser prekären Unterbringung wurden weitere Teile des Archivs entfremdet, gerieten in der Folge in Verlust oder fielen willkürlichen Aktenaussonderungen zum Opfer, wie eine 1852 angefertigte Skartierungsliste nahelegt. Die restlichen Archivalien kamen 1887 in das Statthaltereiarchiv in Innsbruck (hier besonders die Aufhebungsakten) bzw. in das Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien, von wo sie im Rahmen der österreichischen Extraditionen nach dem Ersten Weltkrieg nur teilweise an das 1926 errichtete Staatsarchiv Trient abgegeben wurden. Der Bestand S. Michele im Staatsarchiv Trient umfasst gerade vier Schuber mit Archivalien aus dem Zeitraum 1489 bis 1800.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Quelle zur Frühgeschichte des Stifts, die St. Michaeler Wirtschaftsaufzeichnungen und Traditionsnotizen aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, deren Original wie vieles andere anlässlich der Brandlegung von 1796 oder bei einem späteren Anlass zerstört wurde bzw. verloren ging, verdankt ihre beiläufige und fast &amp;quot;zufällige&amp;quot; Überlieferung einer juristischen Kontroverse des 17. Jahrhunderts. Die im Archivio Arcivescovile von Trient überlieferten Schriftstücke wurden 1664/65 von Antonio Begnudellio, Kanzler der bischöflichen Kurie Trient, notariell beglaubigt. Bei dieser Gelegenheit kopierte man auch die Traditionsnotizen, die also noch nicht an Rechtskraft eingebüßt hatten, sondern aufgrund ihres hohen Alters und ihrer vielfältigen Angaben als fundiertes Beweismaterial in einem Rechtsstreit angesehen wurden. Das älteste erhaltene Nekrolog des Stiftes St. Michael datiert 1665. Es enthält ebensowenig wie die im 12. Jahrhundert überarbeiteten Trienter Nekrologe die Namen der frühen Pröpste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Giuseppe Adami: San Michele. Memorie. Trento 1894.&lt;br /&gt;
* Karl Atz / Adelgott Schatz: Der deutsche Anteil des Bistums Trient. Topographisch-historisch-statistisch und archäologisch beschrieben. Band. 5: Das Dekanat Passeier und Schlanders und die deutschen Seelsorgen in den italienischen Dekanaten und Landesteilen der Diözese. Bozen 1910.&lt;br /&gt;
* Martin Bitschnau: Burg und Adel in Tirol zwischen 1050 und 1300. Grundlagen zu ihrer Erforschung. Wien 1983 (Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Kl., SBB 403).&lt;br /&gt;
* Albert Brackmann: Germania Pontificia. Band 1: Provincia Salisburgensis et episcopatus Tridentinus. Berlin 1911, Nachdr. Berlin 1960.&lt;br /&gt;
* Mirta Buccella: Aspetti istituzionali ed economici nella vita di un monastero agostiniano. In: Civis 3 (1979), S. 249–303.&lt;br /&gt;
* Aldo Chemelli / Carlo Perini / Marcus Perini: Trento illustrata. La città e il territorio in piante e vedute dal XVI al XX secolo. Padova 1990 (Le citta illustrate, 3).&lt;br /&gt;
* Emanuele Curzel: Le pievi trentine. Trasformazioni e continuità nell'organizzazione territoriale della cura d'anime dalle origini al XIII secolo. Bologna 1999 (ISR, Series maior, 5).&lt;br /&gt;
* Emanuele Curzel: I canonici e il Capitolo della cattedrale di Trento dal XII al XV secolo. Bologna 2001 (ISR, Series maior, 8).&lt;br /&gt;
* Hans Constantin Faussner: Die Königsurkundenfälschungen Ottos von Freising aus rechtshistorischer Sicht, Sigmaringen 1993 (Studien zur Rechts-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte, 13).&lt;br /&gt;
* Hans Constantin Faussner: Zur Frühzeit des Klosters Seeon und ihren Quellen. In: Herrschaft, Kirche, Kultur. Festschrift f. Friedrich Prinz zu seinem 65. Geburtstag. Hg. von Georg Jenal / Stephanie Haarländer. München 1993 (MGM 37), S. 339–368.&lt;br /&gt;
* Nikolaus Grass: Gefreite Abteien in Tirol. In: Ex aequo et bono. Willibald Plöchl zum 70. Geburtstag. Hg. von Peter Leisching u. a. Innsbruck 1977 (Forschungen zur Rechts- und Kulturgeschichte, 10), S. 67–98.&lt;br /&gt;
* Franz Gwercher: Historische Skizze der Gründung des Chorherren-Stiftes zu St. Michael an der Etsch und des Verfalles desselben. Brixen 1870.&lt;br /&gt;
* Hans Hirsch: Die Klosterimmunität seit dem Investiturstreit. Untersuchungen zur Verfassungsgeschichte des Deutschen Reiches und der deutschen Kirche. Weimar 1913, Nachdr. Darmstadt 1967.&lt;br /&gt;
* Ludwig Holzfurtner: Schenker und Schenkergruppen im hohen Mittelalter. Sozialgeschichtliche Studien anhand bayerischer Traditionsbücher. In: ZBLG 54 (1991), S. 299–323.&lt;br /&gt;
* Ludwig Holzfurtner: Ebersberg – Dießen – Scheyern. Zur Entwicklung der oberbayerischen Grafschaft in der Salierzeit. In: Die Salier und das Reich (Band 6, 1). Hg. von Stefan Weinfurter. Sigmaringen 1991, S. 549–577.&lt;br /&gt;
* Alfons Huber: Die Entstehung der weltlichen Territorien der Hochstifter Trient und Brixen, nebst Untersuchungen über die ältesten Glieder der Grafen von Eppan und Tirol. In: Archiv für österreichische Geschichte 63 (1882), S. 609–654.&lt;br /&gt;
* Franz Huter: Zur älteren Geschichte der Eppaner Grafen. In: Schiern 16 (1935), S. 304–309, 394–400.&lt;br /&gt;
* Franz Huter: Der untere Fennberg. Aus der Geschichte einer Hofgemeinde an der deutsch-romanischen Sprachgrenze. In: Salurner Büchl (2014), S. 29–48.&lt;br /&gt;
* Joachim Jahn: Kirche und Adel im ostschwäbisch-westbayerischen Gebiet um 1100. Heimatverein für den Landkreis Augsburg eV. Jahresbericht 1982. Festgabe für Hanns Ennerst. Augsburg 1982.&lt;br /&gt;
* Georg Jenal: Die geistlichen Gemeinschaften in Trentino – Alto Adige bis zu den Gründungen der Bettelorden. In: Atti dell'Accademia Roveretana degli Agiati 235/VI/25a (1985), S. 309–370.&lt;br /&gt;
* Friederike Klos-Buzek: Zur Frage der &amp;quot;vita canonica&amp;quot; im Brixner Domkapitel während des Hochmittelalters. In: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 67 (1959), S. 101–116.&lt;br /&gt;
* Friederike Klos-Buzek: Das Heilig-Geist-Spital auf der Insel zu Brixen in seinen Anfängen. In: Schiern 62 (1988), S. 16–24.&lt;br /&gt;
* Walter Landi: Ricerche sulla storia dei conti di Appiano: secoli XI–XIII. Tesi di laurea Universita degli studi di Trento. Trento 2001/02.&lt;br /&gt;
* Richard Loibl: Der Herrschaftsraum der Grafen von Vornbach und ihrer Nachfolger. Inauguraldiss. Univ. München. München 1993.&lt;br /&gt;
* Andreas Fiedler (=Marian): Austria Sacra. Oesterreichische Hierarchie und Monasteriologie II/3: Oberösterreich oder die gefürstete Grafschaft Tyrol. Wien 1781.&lt;br /&gt;
* Vigilio Mattevi: La prepositura di S. Michele all' Adige e la pieve di Salorno. In: Civis 13 (1989), S. 19–53.&lt;br /&gt;
* Eckhard Müllermertens / Wolfgang Huschner: Reichsintegration im Spiegel der Herrschaftspraxis Kaiser Konrads II. Weimar 1992 (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte, 35).&lt;br /&gt;
* Josef Nössing: Die Interessen der Grafen von Eppan im Vinschgau. In: Der Vinschgau und seine Nachbarräume. Vorträge des landeskundlichen Symposiums, Schloss Goldrain, 27. bis 30. Juni 1991. Hg. von Rainer Loose. Lana 1993 (Schriftenreihe des Südtiroler Kulturinstituts, 18), S. 99–105.&lt;br /&gt;
* Hannes Obermair: Kirche und Stadtentstehung. Die Pfarrkirche Bozen im Hochmittelalter. In: Die Dompfarre Bozen im Wandel der Zeiten. Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft (Schiern 69). Bozen 1995, S. 449–474.&lt;br /&gt;
* Christian Perntner: Das Straßenhospiz und die Kirche St. Florian bei Laag / Neumarkt. Dipl.-arb. Univ. Innsbruck. Innsbruck 1995.&lt;br /&gt;
* Daniela Rando: Vescovo e istituzioni ecclesiastiche a Trento nei secoli XI–XIII. Prime ricerche. In: Attidell' Accademia Roveretana degli Agiati 236/VI/26a (1986/87), S. 5–28.&lt;br /&gt;
* Nicolo Rasmo: Dizionario biografico degli artisti atesini. Vol. 1–2. Bolzano 1998.&lt;br /&gt;
* Franz Hieronymus Riedl: Ein Inventar des Stiftes Welschmichel von 1786. In: Beiträge zur geschichtlichen Landeskunde Tirols (1959), S. 273–294.&lt;br /&gt;
* Iginio Rogger: Per la storia del monastero di S. Michele: i regesti del dott. Hugo Neugebauer. In: Studi Trentini di scienze storiche 59 (1980), S. 3–39.&lt;br /&gt;
* Christine Sauer:  &amp;quot;Fundatio und Memoria&amp;quot;. Stifter und Klostergründer im Bild 1100 bis 1350. Göttingen 1993 (VMPIG 109).&lt;br /&gt;
* Karl Schadelbauer: Beziehungen des Stiftes St. Michael zum Etsch-Unterland. In: Schiern 33 (1959), S. 471–475.&lt;br /&gt;
* Aloys Schulte: Adel und die deutsche Kirche im Mittelalter. Stuttgart 1922.&lt;br /&gt;
* Anselm Sparber: Leben und Wirken des seligen Hartmann, Bischofs von Brixen. Wien 1957.&lt;br /&gt;
* Anselm Sparber: St. Michael an der Etsch. In: Stifte und Klöster. Entwicklung und Bedeutung im Kulturleben Südtirols. Bozen 1962 (Jahrbuch des Südtiroler Kulturinstitutes, 2), S. 336–342.&lt;br /&gt;
* Anselm Sparber: Die Brixner Fürstbischöfe im Mittelalter. Bozen 1968.&lt;br /&gt;
* Otto Stolz: Politisch-historische Landesbeschreibung von Südtirol. 2. Teil der Landesbeschreibung von Tirol Innsbruck 1937/39 (Schiern-Schriften 40).&lt;br /&gt;
* Wilhelm Störmer: Die Hausklöster der Wittelsbacher. In: Die Zeit der frühen Herzöge. Von Otto I. zu Ludwig dem Bayern. Beiträge zur Bayerischen Geschichte und Kunst 1180–1350 (Kat. Wittelsbach und Bayern I/1 ). München 1980, S. 139–150.&lt;br /&gt;
* Wilhelm Störmer: Zur Frage der Funktionen des kirchlichen Fernbesitzes im Gebiet der Ostalpen vom 8. bis zum 10. Jahrhundert. In: Die transalpinen Verbindungen der Bayern, Alemannen und Franken bis zum 10. Jahrhundert. Hg. von Helmut Beumann / Werner Schröder. Sigmaringen 1987 (Nationes ,6), S. 379–403.&lt;br /&gt;
* Wilhelm Störmer: Adel und Ministerialität zur Zeit Hartmanns von Aue. In: Hartmann von der Aue. Epoche – Werk – Wirkung . Hg. von Christoph Cormeau / Wilhelm Störmer. München 1993 (Arbeitsbücher zur Literaturgeschichte), S. 40–79.&lt;br /&gt;
* Georg Töchterle: Graf Ulrich &amp;quot;Eppanensis&amp;quot; und die Grafschaft &amp;quot;de Sarentino&amp;quot;. In: Schiern 10 (1929), S. 302–308.&lt;br /&gt;
* Ambros Trafojer: Das Kloster Gries. Gries/Bozen 1982.&lt;br /&gt;
* Oswald Trapp: Höhlenburgen in Alt-Tirol. In: Tiroler Burgenbuch 5: Sarntal. Hg. von Oswals Trapp. Bozen 1981, S. 251–296.&lt;br /&gt;
* Ernest Troger: Tirol in der ältesten Topographie Österreichs. In: Festschrift für Franz Huter zum 60. Geburtstag. Hg. von Ernest Troger / Georg Zwanowetz. Innsbruck 1959 (Schiern-Schriften, 207), S. 321–346.&lt;br /&gt;
* Hans von Voltelini: Beiträge zur Geschichte Tirols 1: Zur geistlichen Verwaltung der Diöcese Trient im 12. und 13. Jahrhundert. In: ZdF III/33 (1889), S. 1–188.&lt;br /&gt;
* Hans von Voltelini: Immunität, grund- und leibherrliche Gerichtsbarkeit in Südtirol. In: Archiv für österreichische Geschichte 94 (1907), S. 311–463.&lt;br /&gt;
* Hans von Voltelini: Das welsche Südtirol. Wien 1919 (Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, I/3).&lt;br /&gt;
* Simone Weber: La prepositura Agostiniana di S. Michele all' Adige. Trento 1978.&lt;br /&gt;
* Stefan Weinfurter: Salzburger Bistumsreform und Bischofspolitik im 12. Jahrhundert. Der Erzbischof Konrad I. von Salzburg (1106–1147) und die Regularkanoniker. Köln 1975 (Kölner historische Abhandlungen, 24). &lt;br /&gt;
* Stefan Weinfurter: Neuere Forschungen zu den Regularkanonikern im Deutschen Reich des 11. und 12. Jahrhunderts. In: Historische Zeitschrift 224 (1977), S. 379–397.&lt;br /&gt;
* Hans Wieser: Über Stift- und Klostersiegel in Südtirol. In: Stifte und Klöster. Entwicklung und Bedeutung im Kulturleben Südtirols. Bozen 1962 (Jahrbuch des Südtiroler Kulturinstitutes, 2), S. 441–451.&lt;br /&gt;
* Kurt Zeillinger: Erzbischof Konrad I. von Salzburg 1106–1147. Wien 1968 (Wiener Dissertationen aus dem Gebiete der Geschichte, 10).&lt;br /&gt;
* Peter Baptist Zierler: Die Herren von Tarasp und ihre Gründungen 1042–1220. In: Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs 7 (1910), S. 17–37, 103–119, 191–210.&lt;br /&gt;
* Thomas Zotz: Milites Christi. Ministerialität als Träger der Kanonikerreform. In: Reformidee und Reformpolitik im spätsalisch-frühstaufischen Reich. Hg. von Stefan Weinfurter. Mainz 1992 (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 68), S. 301–328.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Stift_St._Andr%C3%A4_an_der_Traisen&amp;diff=10658</id>
		<title>Stift St. Andrä an der Traisen</title>
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		<updated>2022-10-13T08:26:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Datum von=1160&lt;br /&gt;
|Datum bis=1783&lt;br /&gt;
|Kirchliche Topographie=Ursprünglich dem Bistum Passau zugehörig, seit Errichtung des Bischofsitzes in St. Pölten (1785) gehört es dieser Diözese an. Nach Aufhebung des Klosters wurde die Pfarre dem Stift und Dekanat Herzogenburg inkorporiert und bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch mit Chorherren besetzt.&lt;br /&gt;
|Frühere Bezeichnungen=ecclesie Sancti Andree circa Traysmam (1149), sant andree pei der Traisem (1340)&lt;br /&gt;
|Patrozinium=Apostel Andreas&lt;br /&gt;
|Politische Topographie=Etwa 1.300 Einwohner, Katastralgemeinde von Herzogenburg, politischer und auch GB St. Pölten, vor 2002 GB Herzogenburg, Nied erösterreich. Im Ort gab es seit jeher nur eine einzige Herrschaft, nämlich die des Klosters St. Andrä.&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Closter S Andre.jpg&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Stift St. Andrä, Kupferstich (1672) Georg Matthäus Vischer, Topographia archiducatus Austriae inferioris modernae. 1672; online unter: https://www.digitale-sammlungen.de/en/view/bsb10804602?page=142,143&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Geschichtlicher Überblick== &lt;br /&gt;
===Die Klostergründung===&lt;br /&gt;
Vermutlich seit Ende des 10. Jahrhunderts war das Geschlecht der Edlen von Traisen in Niederösterreich ansässig. Ob sie von dem führenden Adelsgeschlecht der Aribonen in Kärnten und Bayern direkt abstammen, ist nicht eindeutig geklärt, allerdings lässt sich ein Erbgang von den Aribonen an die Edlen von Traisen nachweisen. Urkundlich bestätigt ist jedenfalls, dass der Edle Hartnid, der Vater von Walther und Adalram (Gründer des Augustiner-Chorherrenstiftes von [[Stift Seckau|Feistritz-Seckau]] 1140) um 1070 Vogt des Benediktinerinnenklosters Göss war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Walther um 1148 ehe- und kinderlos starb, widmete er einen Großteil seines Besitzes der Kirche, auf dass hier an seinem Wohnsitz, wahrscheinlich eine burgenähnliche Behausung, ein Kloster für Augustiner-Chorherren entstünde. Zu seinem Testamentsvollstrecker setzte er Otto von Rechberg und Lengbach ein, aus einer Familie, zu der vermutlich eine Verwandtschaftsbeziehung bestand. Bischof Konrad von Passau zögerte mit der Stiftung, da er eine Zusammenlegung mit dem Kloster zu St. Georgen, das von Hochwasser und Seuchen bedroht war, beabsichtigte. Otto von Rechberg widersetzte sich jedoch den Passauerischen Plänen. Unterdessen muss allerdings seit etwa 1150 bereits eine Klostergemeinschaft bestanden haben: &amp;quot;duo [...] beati Georigii et Andree apostoli cenobia cum omnibus utriusque fratribus...&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst 1160, zwölf Jahre nach dem Tod des Stifters, stellte Bischof Konrad die Bestätigungsurkunde aus. Wie sehr man in Passau eine Zusammenlegung der beiden Klöster angestrebt hatte, wird in einer (in Passau) gefälschten Papsturkunde aus 1150 deutlich, in der Papst Eugen III. sein Einverständnis dazu gibt. Um aber ganz sicher zu gehen, wandte sich Otto von Rechberg, dessen Familie noch die Vogteirechte besaß, mit Hilfe des Propstes [[Mercardus (Marquart)]] an den Papst, übereignete ihm den Besitz des Stifters Walther von Traisen, und stellte ihn gegen einen jährlichen Zins unter den Schutz des päpstlichen Stuhls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob das Kloster St. Andrä bereits eine Gründung Kaiser Ottos III. sei, wie vor allem Propst [[Erath]] es wahrhaben wollte, lässt sich mehrfach verneinen. Die Interpolation in dem Diplom von 998, April 29, Rom, lautet &amp;quot;... et Traysme clausuram habeat ...&amp;quot; und ist sehr wahrscheinlich zwischen 1492 und 1500 erfolgt. Andreas von Meiller hat 1870 die Urkunde eingesehen und den Zusatz als Fälschung bestätigt. Im ältesten Nekrolog von St. Andrä scheint der Sterbetag von Kaiser Otto III. nicht auf, wohl aber der von Walther am 29. September. Zum Zeitpunkt der Verfälschung befand sich nämlich der Nekrolog nicht mehr in Stiftsbesitz, sodass nichts nachgetragen oder verändert werden konnte. Es gab auch in der mittelalterlichen Kirche (&amp;quot;...in Monasterio Sancti Andree in choro...&amp;quot;) eine Grabplatte mit folgender Inschrift: &amp;quot;Hec nostri Fundatoris tenet ossa [...] Dictus erat Walther.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bestand der Grundbesitz des Stiftes nur aus den ehemaligen Gütern Walthers in St. Andrä selbst und dessen unmittelbarer Umgebung, nämlich Baumgarten, Hasendorf, Moos und Waltendorf. Wenn auch in der Folgezeit ein bedeutender Zuwachs des Besitzstandes, vor allem aus dem Erbe des Testamentvollstreckers Otto von Rechberg und Lengbach und seiner Familie, verzeichnet werden konnte - die Güter lagen nun auch in weiter entfernten Gebieten wie am Fuß des Jauerling -, so blieb die wirtschaftliche Entwicklung der Kanonie doch stets in bescheidenen Grenzen. Selbst im 17. Jahrhundert, als das Kloster seine größte Blütezeit erlebte, rechnete man anlässlich der durch die Türkenkriege notwendigen Steuerforderungen des Hofes das Stift an der Traisen zu den weniger leistungsfähigen Kanonien Österreichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erste Blütezeit===&lt;br /&gt;
Im 13. und 14. Jahrhundert erlebte das Kloster seine erste Blütezeit. Die Besitzungen lagen zeitweise über drei Viertel des alten Niederösterreich verstreut, allerdings mit gewissen Verdichtungen um das ursprüngliche Erbe der Stifterfamilie; ein weiterer größerer Besitzstand ist um diese Zeit südlich von St. Pölten, in der Gegend von Kilb und Kirnberg, festzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von tüchtigen Prälaten geförderte wirtschaftliche Aufstieg führte bald zu einer regen geistlich-karitativen und kulturellen Tätigkeit. So richteten die Konventualen ein Hospital ein und widmeten sich in einem &amp;quot;Siechenhaus&amp;quot; der Pflege gebrechlicher Menschen. Auch gehörte um diese Zeit ein Frauenkloster zum Stift, desgleichen bestand im Kloster eine Schule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der relative Wohlstand ermöglichte nicht nur einen großzügigen Ausbau der gesamten Anlage, sondern bildete auch die Voraussetzung für die künstlerische Ausgestaltung der im Kern romanischen Kirche. Die im südlichen Anbau des Turmes noch erkennbaren Fresken, deren Entstehung mit dem Jahr 1374 festgesetzt wurde, sind ein Zeugnis hoher Klosterkultur. Sehr bald kam es aber zu Streitigkeiten mit dem kaum zwei Kilometer entfernten [[Stift Herzogenburg|Chorherrenstift Herzogenburg]]. Die Reibereien mit dem Nachbarn sollten bis zur Auflösung von St. Andrä nicht mehr aufhören, sodass ein späterer Chronist von einer fast ununterbrochenen gutnachbarlichen Feindschaft spricht. Es ging dabei vorwiegend um Differenzen über den Grenzverlauf an der Traisen, an deren Ufer durch Überschwemmungen immer wieder Grenzmarkierungen weggerissen wurden. Dadurch waren die Besitzrechte an bestimmten Viehweiden, Jagdgebieten und Fischwässern so strittig, dass sie bisweilen einer Klärung, sogar durch den Landesfürsten, bedurften. Besonders die Fischweiden bildeten ein ständiges und in Anbetracht der vielen in den Klöstern üblichen Fasttage erklärbares Streitobjekt. Unter den Pröpsten dieser Zeit seien besonders [[Gottschalk II.]] (1202–1215) und [[Siegfried]] (1215–1245) erwähnt, die des öfteren in Streitsachen anderer Stifte und Klöster mit kirchlichen Stellen zu Schiedsrichtern bestellt wurden - sicherlich ein Beweis des guten Rufes des Stiftes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Niedergang in der Reformationszeit=== &lt;br /&gt;
Die weitere Vermehrung der Stiftsgüter und der Ausbau des geistlichen Lebens erfuhren im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts einen argen Rückschlag. Plünderungen und Brandschatzungen, besonders durch Soldaten des Matthias Corvinus, sowie das Eindringen der Reformation führten zum wirtschaftlichen Niedergang von St. Andrä und brachten das Kloster an den Rand der Auflösung. Zeitweise kam es zu einer Spaltung unter den Konventualen: ein Teil verweigerte den Pröpsten gänzlich den Gehorsam, ein anderer maßte sich an, eigenmächtig über die Einkünfte des Stiftes zu verfügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sehr nachteilig erwies sich auch am Beginn des 15. Jahrhunderts der Streit zwischen der Albertinischen und der Leopoldinischen Linie der Habsburger. Die Pröpste wurden als Mitglieder des Prälatenstandes in die Politik hineingezogen und waren daher oft lange Zeit von ihrem Kloster abwesend. Aufgrund dieser Ereignisse ist es kein Wunder, dass in St. Andrä viele Besitzungen verkauft werden mussten und die Verschuldung beängstigende Ausmaße annahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders arg wirkte sich ein Feuer aus, das im Jahre 1485 das Kloster sowie den ganzen Ort in Schutt und Asche legte. Die Stiftsgebäude konnten erst durch die Hilfe des damaligen Bischofs von Seckau wieder aufgebaut werden, allerdings um den Preis, dass den Chorherren von St. Andrä ein Seckauer Konventuale, nämlich [[Johannes Zwickl]], als Prälat vorgesetzt wurde. Das steirische Kloster hatte die finanzielle Hilfe aufgrund der historischen Tatsache geleistet, dass die Familie der Grafen von Traisen neben St. Andrä auch das Stift von Seckau gegründet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1512 erhielt Propst [[Wolfgang II.]] Unverdorben von Jägernberg die päpstliche Genehmigung, die bischöflichen Insignien, wie Mitra und Stab, zu führen. Auf einem im St. Andräer Pfarrhof aufgefundenen Teil eines Grabsteines Propst Wolfgangs kann man sehr gut das Wappen dieses ersten infulierten Propstes erkennen. Wenige Jahre später gab es eine neue Katastrophe: Türkische Heerscharen suchten 1529 auf ihren Streifzügen durch das Umland Wiens auch St. Andrä heim und richteten so arge Verwüstungen an, dass die Kirche, nur notdürftig instand gesetzt, fast 150 Jahre hindurch eine halbe Ruine blieb. Das Wüten der Türken hatte sich auch gegen einen überlebensgroßen Kruzifixus gerichtet, der über dem damaligen Hochaltar hing. Sie schlugen ihm das Haupt ab und warfen es in die Traisen. In den &amp;quot;Annales Andreani&amp;quot; wird berichtet, dass dieses eine Zeitlang flussabwärts, dann flussaufwärts zurück zur Kanonie geschwommen sei, wo man es aus dem Wasser fischen und auf einen neugeschnitzten Körper aufsetzen konnte. Dem heiligen Haupt seien daraufhin Bart und Haare gewachsen und es habe unter zahlreichen Wundern gezittert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der moralische Niedergang war unfassbar; er fand in der Person des Propstes [[Christoph Rein]] (1563–1575), dessen Lebenswandel geradezu als Paradigma der Epoche zu bezeichnen ist, seinen Tiefpunkt. Rein lebte nacheinander mit drei Konkubinen zusammen; er wurde gewalttätig und schoss sogar um sich, als ihn ein Passauer Offizial gefangennehmen wollte. Selbst die vorübergehende Ausnüchterung im Gefängnis von Greifenstein führte nicht zu seiner Besserung. Eine riesige Verschuldung des Klosters, Veruntreuung von Waisengeldern, Verwüstung der Kircheneinrichtung – all das waren die Begleiterscheinungen des Lebenswandels dieses im Jahre 1563 berufenen Propstes. Selbst von dem einzigen Konventualen, der damals im Kloster verblieben war, heißt es, er sei ein wilder, gottloser Schwärmer gewesen, der vor jedem Gottesdienst zur Stärkung &amp;quot;ein seitl prandtwein ausgetrunken&amp;quot; habe. Erst der Tod Christoph Reins und die vom Kaiser selbst veranlasste Postulierung eines gebildeten Wiener Geistlichen, Matthäus Reinfall, beendeten das unmoralische Regiment.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zweite Blütezeit und barocke Ausbauphase===&lt;br /&gt;
Mit dem tüchtigen Prälaten [[Stephan Stengelmayer]] (1656–1671), der aus dem Konvent der St. Pöltner Chorherren stammte, setzte wieder eine Periode des wirtschaftlichen Aufstiegs ein. Geschäftstüchtig, wie der geborene Bayer war, veranlasste er den schwachsinnigen Sohn des kaiserlichen Hofbuchhalters Leiss von Laienburg zum Eintritt in das Kloster, wobei er ihn verpflichtete, sein ganzes Vermögen dem Stift zu übertragen. Mit Hilfe dieses Geldes konnte Stengelmayer nicht nur den Besitz des Klosters und dadurch dessen Einnahmen vergrößern, sondern auch die Kirche einigermaßen renovieren und neue zweistöckige Gebäude mit Wohnungen und Vorratsräumen erbauen lassen. So bekam die Klosteranlage jenes Aussehen, das uns von dem Vischerschen Stich aus dem Jahre 1672 bekannt ist. Als Stengelmayer starb, wurde er, der aus dem schon verfallenden Kloster wieder die Stätte einer blühenden geistlichen Gemeinschaft gemacht hatte, vor dem damaligen Hochaltar der Stiftskirche begraben, und zwar neben dem Grabmal Walthers von Traisen. Auf seiner Grabplatte, die sich hinter dem heutigen Hochaltar befindet, wird er nach Otto III. und Walther als &amp;quot;Tertius fundator&amp;quot; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Blütezeit wurde jäh durch den Türkeneinfall des Jahres 1683 unterbrochen. Bald nach Beginn der Belagerung Wiens drangen die Streitseharen der Osmanen auch über Gutenbrunn bis St. Andrä vor. Der damalige Propst [[Ivo Teschenbauer]] (1680–1698), ein gelehrter Jurist und ehemaliger St. Pöltner Chorherr, hatte sich gerade bemüht, die unter seinem unmittelbaren Vorgänger [[Matthias von Blauenstein]] etwas gelockerte Disziplin und eine neuerliche Verschuldung abzubauen – Blauenstein hatte das Leben eines unbekümmerten Edelmannes geführt –, als seine Tätigkeit durch einen heranstürmenden Tatarentrupp unterbrochen wurde. Die &amp;quot;Annales Andreani&amp;quot; wissen darüber folgendes zu berichten: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Nachdem die Tataren die Tore der Kanonie aufgebrochen hatten, metzelten sie alle Menschen nieder, die sie dort vorfanden. Einige Bewohner retteten sich in den Turm der Kirche. Da sie aber vergessen hatten, das Tor zu schließen, wurden sie von den Verfolgern eingeholt und in Stücke geschlagen. Reichlich floss das Blut, überall, vom höchsten Teil des Turmes zum Fußboden herab. Überall lagen die Leichen der Getöteten herum, in den Weinkellern rings um die Fässer, in der Küche und in den Werkstätten; niemand überlebte das Gemetzel, sodass die schon stinkenden Leichname lange nicht begraben werden konnten. Die Barbaren schleppten das ganze Getreide aus dem Speicher ins türkische Lager, vergossen den Wein aus den aufgebrochenen Fässern, verstreuten die Dokumente des Archivs über den Innenhof und zertraten oder zerrissen sie mit den Hufen der Pferde.&amp;quot; (Übers. I. S.)&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Auch das Grabmal des Klostergründers Walther von Traisen wurde von den Türken auf der Suche nach Schätzen völlig zerstört und eine alte Marienstatue aus dem Jahr 1360 wurde schwer beschädigt; sie ziert heute – weitgehend wiederhergestellt und barockisiert – den mittleren Altar auf der Epistelseite der Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Chronik heißt es weiter: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Nachdem die Türken alles in der Kanonie geplündert und zerstört hatten, legten sie das ganze Kloster in Schutt und Asche, sodass es dem verwüsteten Troja ähnlich war. Nur die Mauern und das Gewölbe der Kirche blieben stehen; dieses aber benützten die Türken als Pferdestall&amp;quot;.&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Propst Ivo flüchtete nach St. Nikola bei Passau, seine Mitbrüder fanden im Stift Melk Zuflucht. Nach dem Abzug der Türken kehrten sie per Schiff über die Donau heim. Der Anblick der ungeheuren Schäden und die drohende wirtschaftliche Not ließen den Prälaten fast verzweifeln. In seiner Bedrängnis fand er im Schutt des verwüsteten Kirchenbodens eine Silbermünze, die den Patron Andreas mit der Aufschrift &amp;quot;Sanctus Andreas reviviscens&amp;quot; zeigte. Dieser &amp;quot;Fingerzeig Gottes&amp;quot; ließ den Propst wieder Mut fassen; gemeinsam mit der überlebenden Bevölkerung schritt er an die Beseitigung der größten Schäden, versah die Ruinen mit neuen Dächern und konnte aufgrund einer überreichen Ernte sowohl Getreidespeicher als auch Weinfässer wieder auffüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Katastrophe der Türkenjahre setzte unter seinem Nachfolger, Propst [[Augustin Erath]] (1698–1719), die barocke Ausbauphase ein. Erath gehörte zu den gebildetsten Männern des damaligen Klerus; er war bis zu seiner Berufung Bibliothekar des Fürstbischofs Joseph Dominicus von Lamberg von Passau gewesen. Gleich in den ersten Jahren seiner Regierung begann er mit dem Neubau der Klostergebäude, die ja nur notdürftig wiederhergerichtet worden waren. 1705 war das neue Stiftsgebäude unter Dach. In den Innenräumen des Komplexes, der den ehemaligen Kreuzgang miteinbezog, kann man heute noch die prächtigen Stuckarbeiten bewundern, mit denen der Prälat die Decken ausschmücken ließ. In den Gebäuden waren 33 Räume untergebracht, darunter die 1705 fertiggestellte, gut ausgestattete Bibliothek. Über der Prälatur, die über eine Prunkstiege zu erreichen war, gab es im zweiten Stock einen Gesellschaftsraum mit Spieltisch, Elfenbeinkugeln und Stöcken – also ein Billardzimmer. Eine alte, ehemals gotische Kapelle, die heutige Annenkapelle, wurde zur Begräbnisstätte der Pröpste umgebaut; sie beherbergt auch das Grab Augustin Eraths.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächste Sorge des Propstes galt der alten, sehr verwahrlosten Kirche. Sie war in ihrer Substanz beinahe 700 Jahre alt und konnte schon lange nicht mehr den Ansprüchen des Stiftes genügen. Bereits 1702 hatte Erath mit dem Umbau des romanischen Turms begonnen, dessen Dach er abtragen und durch eine Kuppel mit dem kaiserlichen Doppeladler auf der Spitze ersetzen ließ. Allerdings reichten seine Mittel für einen Neubau der Kirche nicht aus. Er schmiedete 1711 lediglich Pläne dafür, deren Ausführung er seinem Nachfolger überließ. Dem Nachfolger Eraths, [[Anton von Ruckenbaum]] (1719–1745), dem hochgebildeten Sohn eines begüterten Wiener Ratsherrn und bisherigen Dechanten des Stiftes, fiel es nichl leicht, das Vermächtnis seines Vorgängers zu erfüllen. Erst der aufmunternde Rat seines Freundes, des großen Bauherrn Berthold Dietmayr von Melk, war für ihn ausschlaggebend, das große Werk eines Kirchenneubaus in Angriff zu nehmen. Am 3. Mai 1726 erfolgte die Grundsteinlegung, am 16. Juli 1729 wurde die neue Kirche durch den Bischof von Passau Joseph Dominik Graf Lamberg geweiht. Im Alter ging der so erfolgreiche Propst noch einer schweren Zeit entgegen. Durch Krankheit an beiden Beinen gelähmt, musste Ruckenbaum 1741 den Einfall der Franzosen und Bayern in Österreich erleben. Dabei wurde auch das Kloster von St. Andrä nicht verschont und zu einer hohen Kontributionszahlung verhalten. Da der Propst diese nicht leisten konnte, wurde er trotz seines schlechten Gesundheitszustandes als Geisel nach St. Pölten verschleppt. Erst als Gottfried Bessel, der Abt von Göttweig, helfend einsprang und die Summe erlegte, ließ man den alten, kranken Mann frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anton von Ruckenbaum scheint das Wunder vollbracht zu haben, die schöne Kirche, wie sie sich uns heute noch präsentiert, ohne Verschuldung der nicht sehr reichen Kanonie zu errichten. Auf der linken Seite der Kirchenvorhalle ist seine Grabplatte angebracht, deren Inschrift besagt, Ruckenbaum habe das Gotteshaus mit großem Fleiß und ohne Belastung für das Stift von Grund auf erbaut. Der Nachfolger Ruckenbaums, [[Leopold Franz Nickel]], regierte zwar nur fünf Jahre, doch war seine Wirtschaftsführung derart verschwenderisch – unter anderem ließ er nach dem Vorbild adeliger Schlösser eine Orangerie anlegen –, dass die von ihm hinterlassene Schuldenlast den kaiserlichen Hof veranlasste, das Stift vom Jahr 1751 an unter die Oberadministration der Herzogenburger Pröpste zu stellen. Zunächst wurde die Administration dem Herzogenburger Propst [[Frigdian Knecht]] übertragen, dann folgten die Dechanten [[Jakob Gruber]] und [[Joachim Gerstorffer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1751 besaß St. Andrä 335 Untertanen. Das Stift übte damals auch noch die Dorfgerichtsbarkeit aus, während die Landgerichtsbarkeit, vor allem was die Blutsgerichtsbarkeit betraf, dem Adel vorbehalten blieb. Im Jahr 1767 kam es noch einmal zu einer Prälatenwahl, gewählt wurde [[Gregor Grindler]]. Er starb am 9. April 1783 und schon am 16. August 1783 wurde die Aufhebung und Unterstellung St. Andräs unter Herzogenburg mittels Dekret angeordnet. Aufschluss über den Zustand des Klostergebäudes zur Zeit der Aufhebung geben Eintragungen in die Inventare von 1783 und 1785:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Kirche: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Diese ist zimlich gros, von guter Bauart, und durchaus gewölbt, und einer Orgel, hält in sich einen hohen, und 6 Seitenaltäre, darneben ist vorhanden eine Todenkapelle mit 1 Altar, dann in der Höhe ein klenes Altärl für den Prälaten, und einige Bilder. Auf dem Thurm nebst den Glocken eine Thurmuhr.&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Zum Stiftsgebäude: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Von zimlich gutem Baue ganz ordinair, worinn 33 mittere Zimmer mit Oefen, ein grosses Billardzimmer mit einem Ofen, eine Archivkammer, ein grosses Bibliothekzimmer (...), ein Kanzleyzimmer mit Ofen, ein Refectorium, ein grosses Tafelzimmer, ein kleines Salettel, über der Prälatur im 2ten Stock ist statt der Zimmer ein Behältniß, oder Schüttkasten für die Körner, eine Salzkammer, eine Pfisterery (...), eine Eisenkammer, zwo Mahlkammer, eine Brodkammer, eine grosse Stiftsküche nebst einem Zimmer, ein Arrest, eine Thorwärterswohnung nebst einem Nebengebäude, das alte Stift genannt von einem Stockwerke hoch, bestehend dermal in 2 grossen Behältnissen zum Früchten schütten, dann eine Weinpresse, nebst dem wohlgebauten Gartenhauß im Ziergarten, und samt dem Schulhause, und Mayerhofsgebäude, worinn die Wohnung des Beamten und der Mayerleute nebst den darbey befindlichen Stadel, Schupfen, und Stallungen wird geschätzt alles zusammen auf 1.500 fl.&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Von der Aufhebung 1783 bis zur Gegenwart=== &lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung des Stiftes St. Andrä stand das Gebäude ab dem Jahre 1795 leer. Der Pfarrer übersiedelte in den Meierhof, der noch heute als Pfarrhof dient. In den Jahren 1797 und 1801 trat die Regierung an den Propst von Herzogenburg heran mit dem Ersuchen um Überlassung des Stiftsgebäudes als Kaserne. Von 1805 bis 1809 wurde das Gebäude als Lazarett verwendet. Durch kaiserliche Entschließung vom 23. Jänner 1826 wurde das Kloster St. Andrä mit allen seinen Gülten dem Stift Herzogenburg übertragen. Im Jahre 1828 wurde das Stiftsgebäude um 8.000 Gulden an den Staat verkauft und noch im selben Jahr dem Armenfonds der Stadt Wien übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1828 fand die Eröffnung des kaiserlich-königlichen Versorgungshauses für 300 verarmte Wiener jeden Alters und Geschlechts statt. Am 16. April 1853 brach in Folge der Unachtsamkeit eines Pfleglings im Versorgungshaus ein Brand aus. Die Flammen drangen von der Laterne in die Kuppel ein und verwüsteten den Turm vollständig. Glücklicherweise blieb die Kirche selbst fast unversehrt. Mangels finanzieller Mittel behalf man sich damals mit einer Kirchturm-Notbedachung, die &amp;lt;span style=&amp;quot;background-color: #FFFF00;&amp;quot;&amp;gt;bis heute unverändert&amp;lt;/span&amp;gt; ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1924 bis 1938 gab es die Gemeinde Neu St. Andrä, die aus parteipolitischen Gründen von St. Andrä getrennt wurde und nur aus dem Versorgungshaus und einem eigenen Bürgermeister bestand. In der nationalsozialistischen Zeit kam es auch zu einer baulichen Abgrenzung des Heimes gegenüber der Kirche. Die Verwaltung ließ die Anstaltskapelle und den Kreuzgang, die im Besitz des Versorgungsheimes standen, räumen, sie wurden in der Folge als Magazin genützt. Mitte der sechziger Jahre begann eine Zeit der Modernisierung und der Erweiterung des Hauses. Die den Innenhof auf der nördlichen Seite begrenzenden alten Werkstätten wichen einem dreigeschossigen Neubau, der sich architektonisch dem Altbestand unauffällig angleicht. Aufgrund der Aufgabenstellung, vermehrt kranke alte Menschen zu betreuen, erfolgte 1974 die Änderung der Anstaltsform von einem Altersheim zu einem Pflegeheim. Am 14. Juli 1978 fand ein großer Festakt anlässlich der 150-Jahr-Feier als Heim der Stadt Wien statt. Die renovierte Kapelle wurde vom Propst des Stiftes Herzogenburg, Prälat [[Clemens Moritz]], geweiht und damit ihrer ursprünglichen Bestimmung wieder übergeben. Seit diesem Zeitpunkt finden hier regelmäßig Gottesdienste statt. Der gleichfalls renovierte Kreuzgang entwickelte sich immer mehr zum Aufenthaltsbereich und Kommunikationszentrum für Patienten und für kirchliche Veranstaltungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse==&lt;br /&gt;
===Wirtschaftliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Zu dem ursprünglichen Besitz, der im engeren Kreis um die Gründungsörtlichkeit lag und aus den Dörfern St. Andrä, Baumgarten, Hasendorf, Moos und Waltendorf bestand, kamen im Laufe des 12. Jahrhunderts weiter entfernte Güter dazu. So schenkte Otto von Rechberg und Lengbach die beiden Dörfer Trandorf und Zeiring am Jauerling, einen Meierhof in Unterstockstall mit fünf Lehen, ferner zwei Lehen in Neulengbach und einen Weingarten und Ackerland im benachbarten Walpersdorf dem Kloster. Im 13. und 14. Jahrhundert konnte der Besitz weiter vermehrt werden, und zwar durch Schenkung, Kauf und Tausch. Im Viertel unter dem Wienerwald hatte St. Andrä Weingärten bei Klosterneuburg, Höflein und St. Veit erworben. Im Viertel ober dem Wienerwald wurden die nahegelegenen Ortschaften Angern, Hameten und Unterwinden aufgekauft neben einigen Häusern in Oberwinden, Reidling, Gumperding sowie Herzogenburg. Auch kamen Besitzungen um St. Pölten dazu, wie Mamau, Kilb an der Mang, bei Pyhra, Wilhelmsburg, Kasten bei Altlengbach, Waasen bei Kirchstetten und Penzing bei Rappoltenkirchen. Im Viertel ober dem Manhartsberg kamen Besitzungen am Jauerling und im Viertel unter dem Manhartsberg solche in Unterstockstall, Amonsthal und Fels am Wagram in die Hand des Klosters. Im 17. Jahrhundert gestattete die durch die Erbschaft des Ferdinand Leiss geänderte Vermögenslage dem Stift, neue Güter zu erwerben, so die des ehemaligen [[Stift Schrattenthal|Chorherrenstiftes Schrattenthal]] bei Retz und die Herrschaft Blumau im Waldviertel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rechtliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Der Besitz des Klosters stand ursprünglich unter der Vogtei Ottos von Rechberg und Lengbach. Im Jahre 1235 erlosch mit Otto V., von dem es heißt, dass er erschlagen wurde, die männliche Linie der Lengbacher. Das Vogteirecht ging in die Hand des Landesfürsten über, in dessen Vertretung später der Burggraf von Leng(en)bach erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Die sozialen Verhältnisse im Stift waren sehr wechselhaft. Nach einem Verfall des Klosterlebens während der Reformation – im Jahre 1561 wird berichtet, dass nur noch zwei Konventualen, zwei Konkubinen, ein Eheweib des Propstes [[Benedikt]] und sieben Kinder anwesend waren – erholte sich der Personalstand unter den tüchtigen Barockvorstehern Erath und Ruckenbaum wieder und stieg auf zwölf Mitglieder. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde unter [[Gregor Grindler]], dem 1772 die Spiritualadministration entzogen wurde, ein neuerlicher Tiefstand erreicht, was schließlich zur endgültigen Einverleibung St. Andräs in das Stift Herzogenburg führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bau- und Kunstgeschichte==&lt;br /&gt;
===Romanische und gotische Bauphase===&lt;br /&gt;
Den ältesten Bauteil, der allerdings nicht mehr aus der Gründungszeit stammt, sieht man, wenn man über den Friedhof zur Westseite der Kirche geht. Der dort dem Kirchenschiff in nicht gänzlich achsialer Stellung vorgesetzte Turm zeigt ein gekuppeltes Rundbogenfenster mit ornamentalem Säulenkapitell, das unzweifelhaft als romanisch erkennbar ist. Auch aus dem im Jahre 1959 von Adalbert Klaar angefertigten Baualterplan der Kirche geht hervor, dass der Baubestand des dreigeschossigen Turmes fast vollständig romanisch ist; lediglich der oberste Teil wurde um das Jahr 1702 barockisiert und mit einem Zwiebelhelm versehen, den allerdings seit 1853 – nach einem Brand – ein recht unpassender Spitzhelm ersetzt. Die Basilika von St. Andrä war ursprünglich eine romanische Westturmkirche. Da sich der Altar bis zum barocken Neubau auf der Ostseite befand, betrat man die Kirche von der Turmseite aus. Der Turm diente also – wie damals üblich – zum Schutz dieses ursprünglichen Eingangs. Die ganze Anlage erscheint als eine verkleinerte eintürmige Variante des romanischen Westwerks vom Wiener Stephansdom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man die Frage nach der architektonischen Anlage des ehemaligen Langhauses beantworten, muss man davon ausgehen, dass die in gotischer Zeit vorgenommenen Umbauten meistens die romanischen Grundformen beibehielten. Augustin Erath, der Annalist aus dem 18. Jahrhundert, kannte noch das Aussehen des gotischen Gotteshauses und bestätigt dessen romanische Struktur. Er schreibt nämlich, das beinahe 700 Jahre alte Gebäude weise einen antiquierten Baustil auf; das Innere sei sehr dunkel, deshalb habe er die Bögen der zwei Seitenaltäre verbreitert und höher gesetzt, um bessere Lichtverhältnisse zu schaffen. Aus dem Vorhandensein solcher seitlicher Chorbögen ist abzuleiten, dass der Kirchenraum dreischiffig angelegt war. Die ursprüngliche Niedrigkeit dieser Bögen lässt also auf einen Weiterbestand der romanischen Anlage bis ins 18. Jahrhundert schließen. Überdies erkennt man auf dem Vischerschen Stich aus dem Jahr 1672 das niedere Dach des Seitenschiffes auf der Nordseite der Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Hochaltar stand etwa um die Mitte des 14. Jahrhunderts eine hölzerne Marienstatue mit dem Jesusknaben auf dem Arm, die heute ihren Platz auf dem Marienaltar gefunden hat und die nach neueren Forschungen in den Nahbereich von Werken des Wiener Michaelermeisters gebracht wird. Darüber befand sich ein überlebensgroßer hölzerner Kruzifixus. Dieser Altar wurde im Jahre 1529 von den Türken völlig zerstört; sie verstümmelten den Gekreuzigten und warfen ihn in die Traisen. Der Kopf der Figur wurde einige Zeit später wieder aufgefunden - er war angeblich den Fluss aufwärts geschwommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klostergebäude selbst dürften in frühester Zeit aus Holz errichtet worden sein, wie das bis ins 13. Jahrhundert üblich war; lediglich Kirche und Kapitelsaal waren Steinbauten. Diese Bauweise dürfte die Ursache für die totale Einäscherung der Gebäude bei den mehrfach überlieferten Feuersbrünsten gewesen sein; allein im 13. Jahrhundert brannte das Kloster dreimal vollständig nieder. Aus der vorbarocken Klosteranlage stammt der ehemalige Kreuzgang, der einen kleinen Hof umschließt. Die gotischen Gewölbeformen sind noch zu erkennen, ebenso die Strebepfeiler an den Außenwänden. Unter Erath wurde der Kreuzgang zur Gänze überbaut, sodass die Öffnungen zum Innenhof nun durch Fenster verschlossen sind; die Kreuzrippengewölbe wurden mit Blütenstuck überzogen. Eine besondere Kuriosität stellt innerhalb des Klosterkomplexes jene Kapelle dar, die eine Zeitlang der hl. Anna geweiht war, seit ca. 1690 der Allerseelenbruderschaft gewidmet ist und als Grabkapelle der Pröpste diente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 begann die Renovierung und Revitalisierung von Kreuzgang und Kapelle und das Bundesdenkmalamt führte Grabungen durch, wobei nicht nur Fundamente aus der romanischen Epoche freigelegt, sondern auch die Gräber der Pröpste [[Judinus]] und Erath entdeckt wurden. Die Deckenfresken der Kapelle (Allegorien zum Messopfer und im vorderen Teil schwierig zu deutende Emblemata) mit üppigen, italienisch anmutenden Stuckverzierungen, befanden sich in einem sehr guten Zustand, da keine Übermalung stattgefunden hatte. Im rückwärtigen Teil der Kapelle wurden gotische Bauelemente frei sichtbar belassen. Die reiche Ausstattung des an sich kleinen Raumes lässt auf eine größere Bedeutung in früherer Zeit schließen. In der Chronik wird er als mittelalterliche &amp;quot;Kapitelkapelle&amp;quot; bezeichnet, für die es immer wieder Stiftungen gegeben hat. Das Bauwerk muss in seinem Grundriss auf die romanische Andreaskapelle zurückgehen, um die herum die ersten Klostergebäude errichtet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Barocke Bauphase=== &lt;br /&gt;
St. Andräs heutige Gestalt stammt aus der Zeit nach der Türkenbelagerung. Im Jahre 1683 hatten sowohl das Kloster als auch das Gotteshaus arge Verwüstungen erlitten, die in den folgenden Jahren nur notdürftig behoben wurden. Erst Augustin Erath, der 1698 die Leitung des Stiftes übernahm, begann 1702 mit dem Neubau der Klostergebäude, den er 1705 abschloss. Eine Inschrift oberhalb des Eingangs in die Prälatur, deren Deckenstuck vor kurzem restauriert wurde, trägt dieses Datum. In diese Zeit fällt auch die Errichtung des reich stuckierten Refektoriums sowie der Gerichtsstube, die ebenfalls mit Deckenstuck (Rechtssymbole) ausgestattet ist. Beide Räume sind heute noch in sehr gutem Zustand erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Propst beabsichtigte auch den Wiederaufbau der halb verfallenen Kirche; deshalb ließ er zunächst 1701/02 den Turm erhöhen und neu bekrönen. Dass die Neugestaltung des Turmes Jakob Prandtauer oblag, geht aus einem Dokument aus dem Herzogenburger Stiftsarchiv hervor, das die charakteristischen Schriftzüge Prandtauers und die Eigenheiten seiner Orthographie zeigt: &amp;quot;Beileiffigen Iberschlag zu den Khirch-durem gebei. zu St. Andtree.&amp;quot; Um das total verwüstete Stift größer und schöner zu gestalten, schuf Erath einen Platz als neuen Mittelpunkt der Anlage, und zwar auf dem Areal des alten, damals noch hinter der Kirche befindlichen Friedhofs, und errichtete dort eine figurenreiche Mariensäule. Vieles spricht dafür, dass Jakob Prandtauer auch mit der Planung für die Kirche beauftragt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1709 berichtete Erath in seinen &amp;quot;Annalen&amp;quot;, er habe eine Entwurfszeichnung für den Umbau der Kirche in Händen, den er leider noch nicht verwirklichen könne. Das Wesentliche daran war die Umorientierung von Eingang und Hochaltar, wie sie später, nämlich 1729, tatsächlich vorgenommen wurde. Nach diesem Plan sollte aber der alte Baubestand nicht niedergerissen, sondern nur durch Ummantelung der Pfeiler neu gestaltet werden. Unter Eraths Nachfolger, Anton von Ruckenbaum, erfolgte am 3. Mai 1726 in Gegenwart des St. Pöltner Propstes Michael Führer die Grundsteinlegung, am 16. Juli 1729 wurde das neue Gebäude - allerdings noch ohne Innenausstattung - durch den Bischof von Passau, Joseph Dominik Graf Lamberg, geweiht. Ruckenbaum hatte entweder einen neuen Entwurf oder eine völlige Umarbeitung des ursprünglichen Prandtauer-Planes anfertigen lassen, die bis auf Teile der Nordmauer eine Neuerrichtung und zugleich eine Verlängerung des für das inzwischen vergrößerte Kloster offensichtlich zu bescheidenen Kirchenschiffes um ein Joch zur Folge hatte. Die Längenerweiterung bedingte allerdings eine geringfügige Achsenverschiebung nach Süden, die durch die Lage der damals knapp nordöstlich der alten Kirche befindlichen, auf die romanische Andreaskapelle zurückgehende Annenkapelle erzwungen wurde. Offensichtlich wagte man es nie, am Grundriss der ehrwürdigen &amp;quot;Kapitelkapelle&amp;quot; Änderungen vorzunehmen. Auch heute verlaufen ihre Mauern in der Längsrichtung nicht parallel zum Kirchenschiff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. August 1729 heiratete der aus dem Waldviertel stammende Baupolier Leopold Wißgrill in der Stiftskirche von St. Andrä, wobei im &amp;quot;Tauf- und Heiratsbuch von St. Andrä&amp;quot;, das sich heute im Diözesanarchiv von St. Pölten befindet, unter dem genannten Datum der Zusatz vermerkt ist: &amp;quot;...diese Brautleute waren die ersten, so in der neuen Kirch sind copulirt worden.&amp;quot; Wißgrill genoss wohl deshalb den Vorzug, in dem noch unfertigen Gotteshaus heiraten zu dürfen, weil er bereits damals jene Funktion eines Baupoliers ausübte, die er unmittelbar nachher beim Umbau des Stiftes Altenburg im Dienste Munggenasts innehatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Verlegung des Kircheneingangs zum neugeschaffenen Vorplatz hin ergab sich nun die Notwendigkeit, über dem Portal eine repräsentative Schauwand zu errichten. Diese imposante Fassade wächst in drei nach oben stufenweise sich verjüngenden Geschoßen empor; sie ist dem eigentlichen Baukörper vorgeblendet und wirkt infolge schwacher Risalitbildung ungemein flächig. Die beiden unteren Geschoße verbindet eine Riesenpilasterordnung zu einer aufwärtsstrebenden Einheit, die allerdings durch einen Dreiecksgiebel über dem Portal unterbrochen wird. Über das zweite Geschoß legt sich, deutlich abgesetzt durch ein Gesims, das schmale, geschwungene Giebelgeschoß. Der strenge Aufbau der Fassade wird durch dekorative Elemente gemildert: Wir finden große gerahmte Fenster, in Nischen stehen Heiligenstatuen – oben Petrus und Paulus, darunter Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist –, das Giebelfeld zeigt ein Reliefbild mit dem Martyrium des Kirchenheiligen und auf den Voluten der Seitenteile sitzen weibliche Allegorien von Glaube und Hoffnung, den Giebel bekrönt das brennende (vergoldete) Herz der Liebe, zugleich auch Symbol für den Ordensvater Augustinus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besondere Bedeutung kommt dem Portal zu: Zwischen übereck gestellten Säulen, die ein mit der Giebelrundung korrespondierender Segmentbogen verbindet, begrüßt die Besucher die Madonna mit dem Jesuskind. Im Gegensatz zur Wandfläche ist die Portalzone also plastisch durchkomponiert. Das Portal von St. Andrä erinnert an den Hochaltar der nahen, von Munggenast barockisierten Pfarrkirche von Pottenbrunn. Wir finden auch dort die übereck gestellten, ein Bildnis rahmenden Säulen mit hohem Gebälk, hinter dem sich zwischen doppelten Segmentbögen der Auszug wölbt. Auch zu Dürnstein findet sich eine Beziehung: Die ursprüngliche Farbgebung der Stiftskirche von St. Andrä, die im Jahre 1894 bei einer Renovierung verändert wurde, war in Blaugrau, Weiß und Dunkelgrau gehalten, eine Mischung, die das Bundesdenkmalamt ebenso am Dürnsteiner Kirchturm festgestellt und bei der letzten Restaurierung zur Anwendung gebracht hat. Der Umstand, dass zur Ausschmückung von St. Andrä ebenso wie in Pottenbrunn vorwiegend St. Pöltner Künstler und Handwerker herangezogen wurden – wie etwa die Stukkateure Johann Pöckh und Christoph Kirchner – untermauert weiters die Autorschaft Munggenasts an der Architektur. Dem St. Pöltner Bildhauer Peter Widerin sind sicherlich der größte Teil der Fassadenpl astik und auch mehrere Skulpturen des Innenraums zuzuschreiben, obwohl als einziger Beweis für seine Beteiligung an der Dekoration eine Rechnung über &amp;quot;vier Kindln&amp;quot; vorliegt. Mit Sicherheit stammt jedenfalls auch die Plastik des seitlichen Marienaltares von Peter Widerin. Zu Seiten der gotischen Madonnenstatue knien hier große vergoldete Engel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stiftskirche war aber noch ein anderer hervorragender Bildhauer tätig. Der Schalldeckel der holzgeschnitzten, mit schwerer Vergoldung prunkenden Kanzel zeigt den Kirchenvater Augustinus, der zwei zu seinen Füßen gekrümmte Ketzer in die Tiefe stürzt, während die Bekehrten (hier als Indianer dargestellt) verklärend zu ihm aufblicken. Den Kanzelkorb ziert ein vergoldetes Relief, das Innere der Kirche von S. Ambrogio in Mailand darstellend, in der der Kirchenvater Ambrosius predigt und unter dessen Zuhörern sich vermutlich der junge Augustinus befindet. Nach vor kurzem entdecktem und ausgewertetem Archivmaterial ist es nun erwiesen, dass der Passauer Bildhauer Joseph Mathias Götz Schöpfer der Kanzel war. Außerdem befindet sich unter den Kunstsammlungen des Stiftes Herzogenburg eine von Götz verfertigte Holzfigur Johannes' des Täufers, die aus St. Andrä stammt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Handwerkern und Künstlern, die gleichzeitig für St. Andrä und Pottenbrunn tätig waren, finden wir auch den Maler Johann Georg Schmidt, der in Pottenbrunn das Hochaltarbild und in St. Andrä drei Seitenaltarbilder – hl. Nikolaus, hl. Augustinus und die Glorie des hl. Johannes Nepomuk – sowie das Fresko über der Orgelempore geschaffen hat. St. Andräs schönster Schmuck sind die Fresken und Altarbilder Paul Trogers, deren Entstehung von Wanda Aschenbrenner um 1730/31 datiert wird. Von der Tätigkeit des großen Malers in der Stiftskirche ist nur eine Rechnung erhalten, die sich auf das Altarblatt &amp;quot;Heilige Dreifaltigkeit&amp;quot; auf einem Seitenaltar bezieht. Vermutlich aus der Trogerschule hervorgegegangen ist das Ölbild im Presbyterium, die Berufung der Brüder Petrus und Andreas durch Jesus am See Genezareth, sowie ein Seitenaltarbild, Maria und Anna. Vom neapolitanischen Maler Luca Giordano stammt das rechte Ölbild im Presbyterium, die Abnahme des hl. Andreas vom Kreuz. Trogers Hauptarbeiten aber leuchten – von dem ihm zugeschriebenen Hochaltarbild &amp;quot;Kreuzigung des hl. Andreas&amp;quot; abgesehen – von der Decke. Es handelt sich um sechs Platzlfresken (das letzte Fresko – König David spielt auf der Harfe – wurde von Johann Georg Schmidt geschaffen), deren spektakulärstes in einem weit geöffneten, von strahlendem Licht erfüllten Himmelsraum den auferstandenen, von jubelnden Engelscharen umgebenen Christus über Sünde, Tod und Teufel triumphieren lässt. Die herrlichen Farben haben ihre Leuchtkraft seit der Entstehungszeit unverändert bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliothek==&lt;br /&gt;
Drei Jahre nach der Einverleibung von St. Andrä nach Herzogenburg, am 14. September 1786, forderte die Niederösterreichische Landesregierung die unverzügliche Einsendung der Bücher – ohne Ausnahme – mit einem Bibliothekskatalog. Der barocke Bibliotheksraum des Andräer Klosters befand sich in unmittelbarer Nähe der Prälatur, im l. Stock des Hauses über dem Refektorium. Der Raum besteht heute noch, mit dem originalen frühbarocken Steingewände, Büste und Jahreszahl 1705 über dem Eingang. In der Leichenpredigt über Propst Augustin Erath wird die Ausstattung mit schönen und sinnreichen Gemälden sowie mit auserlesenen Büchern gepriesen. 50 Jahre später, um 1770, fällt die Beschreibung der Bibliothek von St. Andrä durch Adalbert Blumenschein eher negativ aus. &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;In diesem von dem zuerstgedachten [Stifte Herzogenburg] eine Viertelstunde über den Fluss Traysen entfernten, denen Geistlichen von dem nämliche Orden zuständigen Stifte besteht die Büchersammlung beyläuftig aus 5.000 Bänden. MSS [Manuscripte] sind keine, wohl aber von Autorib[us] classicis eine gute Anzahl vorhanden, deren die meisten aus der hochfürstl[ichen] Bibliothek zu Passau durch den dasigen Propsten Augustin Erath (welcher ehedessen Bücheraufseher ersagter Residenz gewesen) hierher gekommen, oder nach der Redensart der Geistlichen, so mich dahin geführet, dortselbst gestollen worden. Die Repositorien sind alt, und blau angestrichen. Die Decke ist niederig und mit einigen Sünnbildern schlechthin bemalen. Bey den oberen Fenstern hanget ein gemahltes Buch; oberhalb solcher steht geschrieben: 'Tolle, Lege', in dem Buch selbst 'Liber vite', und unterhalb demselben 'Legentibus assero Vitam'. Linkerhand befinden sich beim Herausgehen in einem Nebenzimmer die Doubletten, und etliche andere Bücher, die jedoch von gar keiner Erheblichkeit sind.&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Im Aufhebungsinventar vom 11. September 1783 wird die Bibliothek folgendermaßen beschrieben: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;... in welcher sich unterschiedliche überhaupt gute Bücher von besten Authoren dem geistlichen Fache nach befinden, 3072 Stück nebst einer Anzahl minderen Gattungen und Aßzeten, wie in dem Catalog zusammengetragen zu finden...&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Catalogus Bibliothecae Sand-Andreanae&amp;quot;, angelegt unter Propst Augustinus Erath (1698–1719), wurde bis zum Tod des vorletzten Propstes Leopold Nickel (1751) geführt. Er befindet sich heute im Stiftsarchiv Herzogenburg. Der überwiegende Teil der Bücher ist in lateinischer Sprache abgefasst, das Erscheinungsjahr liegt hauptsächlich im 17. Jahrhundert, was allerdings nicht gleichbedeutend mit dem Zeitpunkt der Erwerbung sein muss. Schriften, die sozusagen zur liturgischen Grundausstattung gehören, wie Bibeln, &amp;quot;omnia opera&amp;quot; des Ordensvaters Augustinus, Predigten, Lektionare, Heiligenviten, Psalterien, Werke der Kirchenväter, Mystiker und Humanisten sind natürlich Hauptbestandteil des Catalogus. Die &amp;quot;Historia sacra&amp;quot; war ebenso vertreten wie die &amp;quot;Historia profana&amp;quot;. Eine beachtliche Anzahl von medizinischen Werken, Bücher über Heilpflanzen und Kräuter, Hilfe bei der Krankenbetreuung – also alles, was für die Infirmarien notwendig ist – scheinen ebenfalls auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unentbehrlich waren die neuesten Werken der Architektur von Vitruvius, Palladio und Andrea Pozzo, wobei die Werke des Letzteren sicherlich Vorbild für die Ausgestaltung des barocken Kirchenraumes von St. Andrä waren. Auch einige protestantische (vielleicht sogar konfiszierte?) Schriften sind erfasst, wie etwa die Folioausgabe von Martin Luther, 12 Bde., Jena 1575. Bücher mit dem Andräer Besitzvermerk lassen sich in der Universitätsbibliothek Wien nachweisen. Im Bibliothekskatalog sind auch einige Inkunabeln und Frühdrucke von unterschiedlicher Thematik verzeichnet, alle Nachforschungen bezüglich ihres Verbleibes verliefen bislang jedoch ergebnislos. Eine Bibel des aufgehobenen regulierten [[Stift St. Pölten|Chorherrenstiftes St. Pölten]] aus 1341 ist von Herwordus de S. Andrea illuminiert worden. Dessen künstlerische Fähigkeiten dürften sich also über die Klostermauern hinaus eines guten Rufes erfreut haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste erhaltene Nekrolog des Stiftes, begonnen im 13. Jahrhundert, weitergeführt bis ins 15. Jahrhundert, befindet sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek. Die Eintragung unter dem 28. September lautet: &amp;quot;Waltherus, fundator huius ecclesiae.&amp;quot; Eine in der Vatikanischen Bibliothek liegende &amp;quot;Ysagoge iuris&amp;quot;, eine Einführung in das Kirchenrecht auf der Grundlage von Dekretalen, konnte vor einigen Jahren durch folgenden Besitzvermerk dem Kloster St. Andrä zugeordnet werden: &amp;quot;Iste liber est mo(naster)ii S. Andree c(is) Trays(enam).&amp;quot; Daraus kann man mit Sicherheit schließen, dass das kleine Kloster St. Andrä im ersten Viertel des 13. Jahrhundert eine Stätte der gelehrten Rechtspflege war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archivalien==&lt;br /&gt;
Mit ziemlicher Sicherheit kann man annehmen, dass ein Großteil des damals bestehenden Archivs von St. Andrä nach Herzogenburg gekommen ist, was gewiss ein Verdienst von Propst [[Michael Teufel]] war. Er hat &amp;quot;... für die Conservierung der Archive von St. Andrä und Dürrenstein, die nach Herzogenburg kamen, der Wissenschaft große Dienste geleistet.&amp;quot; Die früheste Erwähnung eines &amp;quot;Archivs&amp;quot; stammt aus dem Jahre 1566, wo die Rede von Stellen mit zwei Schubladen ist, in denen Briefe aufbewahrt sind. So erfährt man aus einem &amp;quot;Verzeichnüss&amp;quot; von 1592, dass in der Prälatur, wo sich auch die Kanzlei befand, ein Kasten stand, mit &amp;quot;allerlay missif, Aufsandtungen, Abschied, Verziecht, Quittungen, Inventarii, Verträg, Gerhabschaft, Raittungen und Acta.&amp;quot; Bis zur Aufhebung des Stiftes blieb das Archiv im Prälaturtrakt. Der in Inventarien öfter erwähnte Aufsatzschrank mit &amp;quot;Lädln&amp;quot;, worin die Stiftsbriefe und alten Schriften aufbewahrt wurden, befindet sich heute in den Archivräumen des Stiftes Herzogenburg. Beachtlich dezimiert wurden wichtige Verträge und Prozessakten bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, als ein Andräer Klosteradvokat in Wien an Pest erkrankte und sämtliche Unterlagen aus Sicherheitsgründen verbrannt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umfangreich ist der Bestand an Urkunden und Akten des Amtes Unter-Wölbling, das durch Verkauf vom Benediktinerinnenkloster am Nonnberg in Salzburg über einige Adelsfamilien an das Stift St. Andrä kam. Als großen Glücksfall kann man es bezeichnen, dass ein so einzigartiges Stück wie das Diplom von Kaiser Otto III. mit Bleisiegel aus 998 unbeschädigt und gut lesbar erhalten ist. In das Kloster kam die Pergamenturkunde wahrscheinlich durch die Verwandtschaftsbeziehung des Gründers Walther von Traisen mit den Lengbachern und Rechbergern. Besondere Beachtung verdient auch ein Ablassbrief aus 1490 in Prunkausstattung mit reicher Ornamentik und echten Goldbuchstaben. 1798 wurden Verschläge für den Transport der Archivalien angefertigt und diese in das Stift Herzogenburg gebracht, wo der Bestand als eigener, getrennter Archivkörper besteht. Insgesamt setzt sich das St. Andräer Archiv gegenwärtig aus 332 Urkunden (davon sind 288 aus Pergament; die erste deutschsprachige ist aus 1301) in chronologischer Ordnung und etwa 280 archivalischen Büchern, wie Einreichprotokoll-, Waisenamts- und Rentamtsbücher, die sogar bis 1913 weitergeführt wurden, zusammen. Der Großteil der 225 Aktenfaszikel (die Zahl wird sich nach vollständiger Sichtung noch erhöhen) stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert, wenig aus dem 16. Jahrhundert. Personal- und Bauakten sind nur marginal vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur== &lt;br /&gt;
* Wanda Aschenbrenner / Georg Schweighofer: Paul Troger. Leben und Werk. Salzburg 1965.&lt;br /&gt;
* Gerhard Bittner: Baugeschichte und Kunstinventar der Sakralbauten des Gerichtsbezirkes St. Pölten. Diss. Univ. Wien. Wien 1949.&lt;br /&gt;
* DEHIO-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich südlich der Donau, Horn / Wien 2000.&lt;br /&gt;
* Heinz Dopsch: Landherren, Herrenbesitz und Herrenstand in der Steiermark 1100–1500. Diss. Univ. Wien. Wien 1969.&lt;br /&gt;
* Johann Michael Führer: Das zu Ende gebrachte Buch des Lebens, das ist: Todten-Fall des Hochw. Herrn Augustin Erath, Propst zu St. Andrä a. d. Traisen. Wien 1719.&lt;br /&gt;
* Hermann Göhler: Zur Baugeschichte des aufgehobenen Chorherrenstifts St. Andrä an der Traisen. In: Der Traisengau (2. Jg. 1936), S. 128–150.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Häusler: Land zwischen Donau und Schöpfl. Wien 1980.&lt;br /&gt;
* Thomas Karl: Johann Georg Schmidt, genannt der &amp;quot;Wiener Schmidt&amp;quot; um 1685–1748. Diss. Univ. Wien. Wien 1983.&lt;br /&gt;
* Günther Katzler: Die Zehente des Stiftes St. Georgen-Herzogenburg von seiner Gründung bis zur Mitte des 14. Jh. Dipl.-Arb. Univ. Wien. Wien 2003.&lt;br /&gt;
* Christine Üppitz: Archiv und Bibliothek des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Andrä a. d. Traisen. In: Abgekommene Stifte und Klöster in Niederösterreich. Hg. von Thomas Aigner / Ralph Andraschek-Holzer. St. Pölten 2001 (Beiträge zur Kirchengeschichte Niederösterreichs, 6), S. 270–284.&lt;br /&gt;
* Christine Üppitz: Die Kaiserurkunde von 998. In: Festschrift der Marktgemeinde Neulengbach 998–1998. Neulengbach 1998, S. 5–10.&lt;br /&gt;
* Christine Üppitz (Red.): Festschrift 850 Jahre Augustiner-Chorherrenstift St. Andrä an der Traisen 1148–1998. St. Pölten 1998.&lt;br /&gt;
* Christine Üppitz: ...es warten gar fille ort auf mich... . Neuentdeckte Archivalien zur Kanzel von St. Andrä. In: C.R.Y. Festschrift zum 75. Geburtstag von Heinrich Fasching. Hg. von Thomas Aigner / Gottfried Auer u. a. St. Pölten 2004, S. 454–456.&lt;br /&gt;
* Christine Üppitz: Die Säule der Immaculata concerta von St. A./Traisen. In: Christus wohnt in uns? Suche und Versuche. Festschrift zum 25-jährigen Amtsjubiläum von Propst Maximilian Fürnsinn. Red. von H. Ulrich Manterer. Herzogenburg 2004, S. 385–401.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Payrich: Herzogenburg. In: Die bestehenden Stifte der Augustiner-Chorherren in Österreich, Südtirol und Polen. Hg. von Floridus Röhrig. Wien 1997, S. 29–98.&lt;br /&gt;
* Alois Plesser: Zur Kirchengeschichte des Viertels ob dem Wienerwald vor 1627. St. Pölten 1977 (Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt, 15).&lt;br /&gt;
* Lothar Schultes: Gotische Plastiken in und um Krems. Von den Anfängen bis um 1500. In: 1000 Jahre Krems am Fluss der Zeit. St. Pölten 2001 (Studien und Forschungen aus dem NÖ Institut für Landeskunde, 24), S. 85–120.&lt;br /&gt;
* Ilse Schütz: Die ehemalige Stiftskirche der Augustiner-Chorherren in St. Andrä an der Traisen. In: Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg (NF 15 1994), S. 111–118.&lt;br /&gt;
* Franz Xaver Schweickhard von Sickingen: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. 4. Band: Das Viertel ober dem Wienerwald. Wien 1836, S. 67–76.&lt;br /&gt;
* Georg Matthaeus Vischer: Topographia Archiducatus Austriae inferioris. O.O. 1672.&lt;br /&gt;
* Egon Wahl: Geschichte des ehemaligen Chorherrenstiftes St. Andrä an der Traisen mit besonderer Berücksichtigung der rechtlichen, besitz- und personalgeschichtlichen Verhältnisse. Diss. Univ. Wien. Wien 1945.&lt;br /&gt;
* Heinrich Weigl: Historisches Ortsnamensbuch von Niederösterreich, l. Band. Wien 1964.&lt;br /&gt;
* Theodor Wiedemann: Geschichte der Reformation und Gegenreformation im Lande unter der Enns. 3. Band: Die reformatorische Bewegung im Bisthume Passau. Prag 1882.&lt;br /&gt;
* Hans Wolf: Erläuterungen zum Historischen Atlas der Alpenländer. II. Abteilung: Die Kirchen- und Grafschaftskarte. Teil 6: Niederösterreich. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien 1955.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Stift St. Pölten</title>
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		<updated>2022-10-13T07:25:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Datum von=1083&lt;br /&gt;
|Datum bis=1784&lt;br /&gt;
|Kirchliche Topographie=Diözese Passau, seit 1785 Diözese St. Pölten&lt;br /&gt;
|Frühere Bezeichnungen=Treisma (799), Treisma ad monasterium Sti Ypoliti (976), Treisima civitas monasterii Sti Ypoliti (985/991), abbatiaad Sanctum Yppolitum (ca 1030), Sand Pelten (1297), Sand Polten (1344). Die römische Stadt trug den Namen Aelium Cetium.&lt;br /&gt;
|Lage={{AUT}}&lt;br /&gt;
|Koordinaten=48.20555, 15.62658&lt;br /&gt;
|Patrozinium=Hl. Hippolyt (976), ab 11./12. Jhd. zusätzlich Petrus, Stefan und Paul, später auch Maria&lt;br /&gt;
|Politische Topographie=Landeshauptstadt von Niederösterreich, 60 km westlich von Wien, Stadt mit eigenem Statut. Ursprünglich in der karolingischen, nach 955 ottonischen Mark gelegen, Markgrafschaft Österreich, seit 1156 Herzogtum (1422 Erzherzogtum) Österreich unter der Enns; seit 1920 Bundesland Niederösterreich.&lt;br /&gt;
|Hat Bild=V2 bsb10804602 00219 full full 0 default 1.jpg&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Stift St. Pölten, Kupferstich von Vischer (1672)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Geschichtlicher Überblick==&lt;br /&gt;
===Geschichte vor den Augustiner-Chorherren===&lt;br /&gt;
Das römische Municipium Aelium Cetium, in dem nach seiner Passio der hl. Florian 303/304 im Exil weilte, ging bald nach 400 in den Wirren der Völkerwanderung unter und wird auch in der &amp;quot;Vita Severini&amp;quot; nicht mehr erwähnt. Entsprechend erbrachten die Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte keine Römerfunde aus dem 5. Jahrhundert, wohl aber Zeichen der Zerstörung. Das Gebiet zwischen Enns und Wienerwald dürfte von 500 an kaum besiedelt gewesen sein und stand unter dem Einfluss der Awaren. Mit dem Awarenkrieg Karls des Großen von 791 wurde das Gebiet bis zur Raab wieder dem christlichen Westen eingegliedert. Es folgte bayrische, aber auch slawische Besiedlung. In St. Pölten soll es bald zu einer Klostergründung gekommen sein. Allerdings gibt es auch eine Tradition, die Propst [[Christoph Müller von Prankenheim]] (1688–1715) populär machte. Demnach wurde in St. Pölten durch die beiden adeligen Brüder Adalbert und Ottokar bereits 746 ein Kloster errichtet. Wahr daran ist, dass sie Tegernsee gegründet haben. Wahrscheinlich haben sie durch ihre Beziehungen zu Abt Fulrad von St. Denis Hippolytreliquien erhalten, die sie nach Tegernsee stifteten. Auch 764 wurde als Gründungsjahr angegeben (H. Löwe 1937), doch dürfte dies eher auf großdeutsche Überlegungen zurückgehen. Vor 791 ist eine Klostergründung in Niederösterreich nicht denkbar. Es ist zu vermuten, dass sich das Kloster Tegernsee, das zu den wohlhabendsten gehörte, mit entsprechenden Truppen am Awarenkrieg beteiligte und von Karl dem Großen wie andere auch mit Gütern an der Traisen belohnt wurde. Tegernsee errichtete hier wohl eine Zelle, die dann später Abtei genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Errichtung eines Klosters dürfte vor 840 geschehen sein, da dann Tegernsee Passauer Eigenkloster wurde. Vermutlich hatte Passau bereits vorher Besitz in St. Pölten. Die Schenkung der Martinskirche in Linz wurde 799 in Treisma getätigt, was für Passauer Besitz in St. Pölten spricht. Die erste sichere Nennung eines Klosters in St. Pölten geht auf eine Urkunde Kaiser Ottos II. aus dem Jahr 976 zurück. Darin bestätigt er dem Passauer Bischof seine Besitzungen, unter anderem &amp;quot;Treisma ad monasterium sancti Ypoliti.&amp;quot; Ebenso bestätigt Herzog Heinrich (der Zänker) in einem Weistum, das in die Jahre 985/991 datiert wird, dem Passauer Bischof unter anderen Besitzungen &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;deinde Treisimarn civitatem monasterii sancti Ypoliti martiris, ea integritate ut quondam beate memorie Adalbertus episcopus (946–970/971) sub Purchardo marchione (955–976) in sua tenuit vestitura et quemadmodum carta legali affirmatione antiquitus roborata et in publico recitata designabat.&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Wie weit es sich dabei um ein bestehendes Kloster oder nur um einen Rechtstitel handelt, sei dahingestellt. Jedenfalls weisen die Ansprüche Tegernsees aus dem 11. Jahrhundert darauf hin, dass wir es ursprünglich mit einer Tegernseer Gründung zu tun haben. Denn in den Tegernseer Güterverzeichnissen wird auch St. Pölten als entfremdetes Gut bezeichnet, so um 1020 und um 1060, das der Passauer Bischof innehabe. Nun wurde das Kloster Tegernsee erst 978 reaktiviert. Es besteht also kein Zweifel, dass St. Pölten im 9. Jahrhundert von Tegernsee aus als Benediktinerkloster gegründet wurde. Ja, es besteht die berechtigte Meinung, dass St. Pölten auch an der Mission im Großmährischen Reich tätig war, wie das Hippolytpatrozinium in Neutra und Znaim-Pöltenberg nahelegt. Ob es den Magyareneinfall überstanden hat, ist ungewiss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weltliches Kollegiatstift===&lt;br /&gt;
Im 11. Jahrhundert kam es jedenfalls zu einer Neuorganisation des Klosters. Im Nekrolog St. Pöltens werden die Bischöfe Berengar (1013–1045) und Eigilbert (1045/1046–1065) als &amp;quot;fundatores&amp;quot; des Klosters bezeichnet. Damals dürfte es zur Umwandlung des Klosters in ein weltliches Chorherrenstift gekommen sein, was durchaus im Trend der Zeit lag (vgl. Ardagger). Den genannten Bischöfen verdankte auch das Kloster die Verleihung seiner ersten Pfarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Augustiner-Chorherren===&lt;br /&gt;
Von der Reformtätigkeit Bischof Altmanns von Passau (1065–1091) war auch das Eigenkloster St. Pölten berührt. Ab 1081 stattete er seine Stiftung Göttweig aus. Dies geschah unter anderem auf Kosten der Pfarre St. Pölten, die Teile an die an Göttweig gekommenen Pfarren Kilb und Pyhra verlor. Vermutlich erst nach 1083 wurden in St. Pölten regulierte Kanoniker eingeführt. Dies geschah gegen den Willen der dortigen Kanoniker, wie aus der &amp;quot;Vita sancti Altmanni&amp;quot; hervorgeht. Die St. Pöltner Kanoniker dürften mit ihrem kaiserlich gesinnten Vogt Walchun von Perg im Investiturstreit zu Kaiser Heinrich IV. gehalten haben. Altmann besetzte St. Pölten also mit regulierten Kanonikern vermutlich aus St. Nikola bei Passau. Neuer Propst wurde [[Egilbert]], der auch zweimal als Archipresbyter bezeichnet wird. Doch blieb die Kontinuität im Kloster gewahrt, wie das besondere Gedächtnis an Kaiser Heinrich IV. und dessen Mutter Agnes beweist. Von früheren Pröpsten ist allerdings keiner namentlich nachweisbar. Auch der Ausbau des Klosters wahrte die Kontinuität: für 1065 und 1150 sind Kirchweihen überliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Verhältnis zu den Passauer Bischöfen===&lt;br /&gt;
Schon Kaiser Heinrich III. oder Heinrich IV. hatte die Kanonie mit den Marktrechten in St. Pölten ausgestattet (1058?). Nach 1121 bestätigte der Passauer Bischof diese Rechte. Kennzeichnend blieb das ganze Mittelalter das Nebeneinander von Klosterbesitz und den Besitzungen der Passauer Bischöfe in St. Pölten. Diese besaßen in St. Pölten auch ein eigenes Haus, das sie bei ihren Österreichbesuchen als Nebenresidenz benutzten. Mehrfach hielten sie hier auch Diözesansynoden (1284, 1294) ab. 1159 verlieh Bischof Konrad von Passau den St. Pöltner Bürgern bestimmte Rechte (Freiheit von Ordalien), die als ältestes Stadtrecht in Österreich gelten. Die Ummauerung der Stadt erfolgte allerdings erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Kloster gegenüber verhielten sich die Bischöfe meist großzügig. So gab Bischof Konrad 1159 dem Stift die Pfarre [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Bruck an der Leitha (hl. Martin, nach 1529 Dreifaltigkeit)|Bruck an der Leitha]], Bischof Wolfger (1191–1204) übergab dem Kloster sein Haus, damit es den vierten Teil des Kreuzganges fertigstellen könne. Vermutlich lag dieses mit seiner Maximilianskapelle an der unteren Landstraße (Wienerstraße), wo später die Franziskaner ihr Kloster hatten (heute Priesterseminar). 1213 inkorporierten sie die Klosterpfarre &amp;quot;pleno iure&amp;quot; dem Stift. Bischof Otto von Lonsdorf (1254–1265) weilte häufig in St. Pölten und stellte hier mehr als 30 Urkunden aus. Zu Spannungen kam es wegen der Gemengelage von bischöflichem und klösterlichem Besitz in der Stadt, vor allem aber um die Rechte am bedeutenden Markt. Unter Propst [[Ulrich Feyertager]] (1360–1369) wurde 1365/67 ein Ausgleich zwischen Bischof und Kloster erzielt. Dieses verzichtete auf allen Besitz in der Stadt mit Ausnahme des Klosterviertels und bekam dafür als Entschädigung Zehente in der Umgebung und die bedeutende Pfarre [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Hürm (hl. Stephanus)|Hürm]]. Bischof Georg von Hohenlohe residierte 1390 bis 1393 in St. Pölten, da ihm seine Bischofsstadt wegen der zwiespältigen Bischofsswahl nicht zugänglich war. Damit begann aber auch das Ende der Passauer Herrschaft in St. Pölten. Bereits 1389 musste die Stadt wegen Schulden erstmals an die Wallseer verpfändet werden, 1481 schließlich dem in Niederösterreich eingefallenen Ungarnkönig Matthias Corvinus. Nach dessen Tod 1490 eroberte König Maximilian Niederösterreich rasch zurück, behielt sich aber St. Pölten. Der Passauer Bischof konnte wegen Geldmangels die Pfandschaft nicht einlösen. So blieb die Stadt bis 1918 landesfürstlich. Für das Kloster bedeutete dies ein Ende der Streitigkeiten mit dem Bischof, hatte dieser doch nur mehr die geistliche Jurisdiktion inne. Allerdings gab es in Hinkunft die üblichen Reibereien mit der Stadtverwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Stift im Spätmittelalter===&lt;br /&gt;
Ab dem 12. Jahrhundert kam es zum Ausbau des Klosters. 1150 ist ein Kirchweihdatum überliefert. Bereits 1133 wurde eine Leutkirche auf dem heutigen Domplatz konsekriert, deren Fundamente 1994 ergraben wurden. Die Andreaskapelle über dem Karner (ebenfalls auf dem Domplatz) wird erstmals 1179 erwähnt. Vor 1140 wurde das Hospital mit der Ägydiuskirche errichtet; als Weihedatum der Kirche wird 1130 angeführt. Eine Jakobuskapelle in der Infirmerie wurde 1184 geweiht. Ebenfalls bereits im 12. Jahrhundert bestand ein Konversenhaus für Frauen, da &amp;quot;moniales de S. Yppoliti&amp;quot; im Nekrolog von St. Andrä erwähnt werden. 1302 erhielt dieses &amp;quot;domus sororum&amp;quot; die Margaretenkapelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1209 wurden in der Sakristei (wohl anlässlich eines Umbaus) Reliquien unbekannter Heiliger gefunden, was zu einer kurzfristigen Wallfahrt nach St. Pölten führte; es wurde auch ein Mirakelbuch angelegt. Einen Höhepunkt erreichte diese Bautätigkeit in der Weihe des Klosters (wohl dem Charakter nach eher eine Kirchweihe) durch Bischof Gebhard im Jahr 1228. Den Übergang von den Babenbergern zu den Habsburgern schafft das Stift ohne größere Probleme. Noch 1248 erhält es durch Bischof Rudger eine Bestätigung seiner Besitzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 14. Jahrhundert brachte dem Stift unter den Pröpsten [[Dietmar von Rohr]] (1332–1359) und [[Ulrich Feyertager]] (1360–1369) eine wirtschaftliche Blüte: Es kam zum Ausgleich mit dem Passauer Bischof bezüglich der Besitzungen in der Stadt, zum Erwerb der Pfarre Retz, die zu einer der stärksten wirschaftlichen Stützen des Klosters wurde, aber auch zu bedenklichen personellen und wirtschaftlichen Verknüpfungen mit den Angehörigen der Pröpste. 1358 wütete ein Großbrand. Die Leutkirche auf dem Freithof (Domplatz) wurde vergrößert wieder aufgebaut, wie die Ausgrabungen von 1994 nachwiesen. Propst Ulrich erwarb eine Reihe von Gütern, so den Ansitz Friesing, die Feste Hagenstein, Burg Fridau, Innerkasten, Schwabegg, Rennersdorf und Inning, wobei allerdings unklar bleibt, inwieweit dies auch private Erwerbungen der Familie der Feyertager waren. Damals grassierte immer wieder die Pest, wodurch die Güter oft billig zu erwerben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert wurde St. Pölten über Wittingau (Trebon) von der Raudnitzer Reform erfasst, auf die 1410 auch die Gründung der Augustinerpropstei Dürnstein zurückgeht. Gemeinsam mit dem [[Stift Dürnstein|Chorherrenstift Dürnstein]] beteiligte es sich 1414 an der Besiedlung des [[Stift St. Dorothea in Wien|Augustinerklosters St. Dorothea in Wien]]. Das 15. Jahrhundert war eine Blütezeit für die Kanonie, auch wenn es mehrfach kriegerische Ereignisse brachte. So wurde 1424 durch die Hussiten die Stadt Retz zerstört und die Umgebung verwüstet. 1481 bis 1490 besetzten die Ungarn die Stadt. Den großen Stadtbrand von 1474 schildert ein zeitgenössischer Bericht, der auch eine Darstellung der Baulichkeiten des damaligen Stiftes bringt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Dy selb prunst und feur hot verprennt ... das closter der chorherrn mit dem ziegelhoff, dem phister (Bäckerei), und müll, mayrhoff, städeln, marstall, viehstall, kasten, zwei pad der herren im closter und des brobst, werichhaus der zimmerleut, pinthaus, obleyhaus, spital (das spätere Bürgerspital) mit aller zugehörung und zimmer, stall, stadl, pad kasten daselbs; item der chorherrn siechhaus (Infirmerie im Kloster), der jungkherrn schlaffhaus ganz und gar, der herrn schlaffhaus ain teil in ziegeldach, das dach vor dem refät (Refektorium), des dechants heüsl, das secret, der zynein knopf aus dem münster, des Heil. Geist kirchen, des kastner und schaffner zimmer, das schenkh haus das man heißt in dem Lüeglein; St. Margarethn das dach (Kirche der Chorfrauen), das dach auf dem korner (Karner), das dach und heusel in dem gusterhof, die schuel, messnerheusl, das kirchengässel, ...&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Die Schäden müssen enorm gewesen sein, so musste die Spitalskirche in der Unteren Landstraße (Wiener Straße) neu errichtet werden. Die Baulast für die Erneuerung des Kremserturmes und der Befestigungen bis zum Wiener Tor fiel dem Stift zu. Die Behebung der Schäden dauerte bis nach 1500.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die lange Krise===&lt;br /&gt;
Einem neuerlichen Stadtbrand fielen 1512 die Westfassade mit den beiden Türmen und offensichtlich auch die Sakristei zum Opfer. Letzteres geht aus einer Bischofsurkunde von 1513 hervor. Demnach gewährte Bischof Wiguleus Fröschl dem Konvent die Erlaubnis, anstatt der bisherigen Almuzien aus schwarzem Lammfell solche aus billigeren Eichhornfellen zu tragen. Von der Doppelturmanlage wurde nur mehr der Südturm wiederhergestellt. Daneben gab es noch andere Gründe für den Niedergang. Da waren zunächst die Türkenkriege, die 1529 und 1532 die Stadt erreichten. Wenn auch die Stadt nicht unmittelbar betroffen war, so litten doch die stiftlichen Güter. Zusätzlich musste das Kloster die Quart und die Terz entrichten und immer wieder dem Landesfürsten Darlehen gewähren. Schon 1526 musste es Silber im Wert von 530 Mark abliefern. Schon 1525 leistete es ein Darlehen von 800 Gulden, 1537 und 1539 von 600 Gulden, und 1558 musste es den Stiftshof in Pulkau verpfänden, um ein Darlehen von 3.000 Gulden aufbringen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kamen die relativ kurzen Amtszeiten der Pröpste, von denen drei resignierten: [[Johannes Marquard]] (1515–1530), [[Johannes Perlasreuter]] (1530–1538) und [[Martin Renhofer]] (1538–1539). Unter Propst [[Leopold Hagen]] (1539–1563) erreichte das Stift seinen Tiefpunkt. Natürlich wirkte sich für das Kloster auch das Eindringen der Reformation negativ aus, was sich besonders im Rückgang der Konventualen zeigte. Dazu starben in den Seuchenjahren 1541/42 sieben Konventualen. 1544 betrug ihre Zahl noch zwölf, 1561 waren es nur mehr sechs, 1566 vier, wobei einer sich auf der Stiftspfarre [[Retz]] befand. Ab Propst [[Georg Hueber]] (1569–1575) besserte sich die Personallage. In der Stadt kam der Protestantismus um 1560 zum Durchbruch. Gemeinsam mit dem Propst wurde der Prediger für die Frauenkirche (einstige Leutkirche auf dem jetzigen Domplatz) bestellt. Der Stadtrat machte daraus ein alleiniges Recht und bestellte protestantische Prediger. Daraufhin ließ Propst Georg die Kirche sperren. In seinem Todesjahr 1575 fand noch eine Visitation statt, die ein erfreuliches Bild zeichnete. Unter seinem Nachfolger [[Melchior Schad]] (1576–1598) schlitterte das Stift allerdings in tiefe Schulden und musste zeitweilig administriert werden. Seine Nachfolger [[Eucharius Warmuth]] (1598–1599) und [[Johannes Meringer]] (1600–1601) regierten nur wenige Monate. Unter Propst [[Johannes Metz]] (1601–1611) wurde in St. Pölten eine Visitation durch Offizial Melchior Khlesl durchgeführt. Einige Tage vor dem Tod seines Nachfolgers [[Johannes Roth]] aus Dinkelsbühl (1612–1621) kam es zu einem katastrophalen Stadtbrand, der auch das Stift schwer traf. Nach drei nur kurz regierenden Pröpsten wurde 1628 [[Wolfgang Panckhammer]] zum Propst gewählt. Er war ein frommer Mann und guter Güterverwalter, hatte aber den Konvent nicht im Griff und wurde sogar von den eigenen Chorherren mit Säbel und Pistole bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Blütezeit seit Propst Fünfleutner=== &lt;br /&gt;
Erst die Visitation durch den Klosterneuburger Propst brachte eine entscheidende Wende zum Besseren. Propst [[Bernhard Enoch von Waitz|Bernhard]] von [[Stift Klosterneuburg|Klosterneuburg]] bot den St. Pöltnern auch einen Novizenmeister an, was vermutlich den Eintritt des [[Johannes Fünfleutner]] 1630 in das Stift zur Folge hatte. Er sollte zum bedeutendsten Propst des Stiftes werden. Fünfleutner wurde um 1589 in Schärding am Inn geboren; er war bürgerlicher Abkunft. Er erlangte den Doktorgrad der Medizin an der Universität Padua, war 1626 Dekan der medizinischen Fakultät in Wien, nahm 1628/1629 an einer kaiserlichen Gesandtschaft nach Konstantinopel teil und fungierte 1629 als Rektor der Wiener Universität (als Propst hatte er 1644 nochmals dieses Amt inne). Erst im Kloster dürfte er seine theologische Ausbildung erhalten haben. Es ist auch zu vermuten, dass er von seiner früheren Tätigkeit her ein größeres Vermögen mitbrachte. Er wurde bald Kämmerer und Stiftsdechant und nach dem Tod Panckhammers ging er siegreich aus der Neuwahl des Propstes am 17. Februar 1636 hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Tätigkeit als Propst durch 25 Jahre kam es zu 28 Neueintritten ins Kloster, wovon allerdings sieben Chorherren vor ihm starben. Bei der Neuwahl nach seinem Tod gab es immerhin 21 Konventualen. Zu seinen großen Leistungen gehörte der Neubau des Klosters. Somit entstand jenes Gebäude, das weitgehend mit dem heute noch bestehenden Bistumsgebäude identisch ist. Dies ersieht man aus einer Federzeichnung aus dem Jahr 1653, die im Diözesanmuseum aufbewahrt wird. Nur der Gästetrakt (heute Bischofstrakt) wurde im 18. Jahrhundert hinzugefügt. Er unterstützte den Wiederaufbau des Franziskanerklosters und sorgte für eine erste Barockisierung der Stiftskirche. Auf Fünfleutner geht auch die Errichtung der Kapelle zu Ehren der hl. Barbara zurück, die sich vor dem Wilhelmsburger Tor befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Belebung der Frömmigkeit des Volkes führte er 1636 die Mariazeller Wallfahrt ein und 1646 die Manker Wallfahrt, die bis in die Gegenwart durchgeführt wird. Auf Initiative der Bürgerschaft reaktivierte er die Sebastianibruderschaft und errichtete 1646 die Rosenkranzbruderschaft, die breiten Anklang über St. Pölten hinaus fand. Fünfleutner starb am 29. Jänner 1661 im Alter von 72 Jahren. Sein Grabstein im rechten Seitenschiff der Domkirche rühmt ihn als Ratgeber dreier Kaiser, Erbhofkaplan, Rektor der Wiener Universität, Erbauer des Münsters in St. Pölten und Erneuerer des religiösen Lebens. Seine beiden Nachfolger [[Gabriel Kölsch]] (1661–1669) und [[Patrizius Zeller]] (1670–1683) konnten gut weiterarbeiten. Immerhin wurde im Stift Moraltheologie und zeitweilig auch Philosophie doziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verheerend wirkte sich der Türkeneinfall von 1683 auf die Stiftsgüter aus. Zwei Chorherren fanden als Pfarrer den Tod. Propst Zeller floh nach Linz, wo er noch im gleichen Jahr starb. Ungefähr 200 Untertanen wurden verschleppt, über 5.000 Stück Vieh geraubt und 120 Häuser verbrannt oder geplündert. Die Kirchen in Weißenkirchen an der Perschling, Obergrafendorf und St. Georgen am Steinfeld und die Pfarrhöfe in Kasten und Gerersdorf wurden beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur kurz währte die Amtszeit von Propst [[Hieronymus Griesmayr]] (1683–1688). Mit Propst [[Christoph Müller]] von Prankenheim (1688–1715) kam wiederum eine energische Persönlichkeit an die Spitze der Kanonie. Er ließ den Kirchturm erhöhen und in seine heutige Form bringen. Auch schaffte er ein neues Geläute an, das noch weitgehend erhalten ist. Er war auch auf die Vergrößerung des Stiftsbesitzes bedacht. So erwarb er die Ochsenburg für das Stift zurück, kaufte den Schwaighof südlich der Stadt und ließ ihn künstlerisch ausstatten. Ebenso erneuerte er den Lesehof in Joching in der Wachau und den Stiftshof in Pulkau. Doch war er auch wissenschaftlich tätig und verfasste eine Stiftsgeschichte, die dann in Werken von Duellius und Maderna Eingang fand. Unter Propst Christoph fand eine Änderung der Kleidung der Chorherren statt. Anstatt Weiß wurde nunmehr Schwarz getragen, was sich allerdings schon früher abgezeichnet hatte. Zu seinem Nachfolger wurde der 34-jährige aus Melk stammende [[Michael Führer]] gewählt. Beim Tod seines Vorgängers wurden 115.500 Gulden Schulden festgestellt, denen allerdings 50.000 Gulden Aktiva gegenüberstanden. Auf Grund der prekären Lage musste Führer versprechen, die Gebäude zu erhalten und nur notwendige Neubauten zu errichten, sowie die Konventualen bei wichtigeren Angelegenheiten zu konsultieren. Ringsum hatte der &amp;quot;Bauwurm&amp;quot; die Prälaten erfasst. So entwarf Führer auch einen Plan zur Barockisierung der Stiftskirche, wahrscheinlich auf Pläne Prandtauers zurückgehend, der auf hohem Niveau verwirklicht wurde. Auch in den Stiftspfarren wurde gebaut und in Nutzbauten in den Weinbaugebieten investiert. Wegen der hohen Auslagen kam es 1722 zu einer Revolte im Konvent. Einige Chorherren richteten eine Klageschrift an die Regierung, in der dem Propst Verschleuderung des Stiftsgutes vorgeworfen wurde. Propst Führer, der durchaus auch Anhänger im Konvent hatte, rechtfertigte sich: Gerade der Weinbau sei für das Stift wichtig, bestehe doch das Haupteinkommen des Stiftes aus dem Weinbau und Weinzehent. Zudem zahle man für den Eimer Grinzinger zehn Gulden, während der aus anderen Lagen nur die Hälfte erbringe. Er verteidigte auch seine Bautätigkeit und die Anschaffung von Chorgestühl und neuer Orgel für die Kirche; zugleich verwies er auf die notwendige, aber teure Gastlichkeit. Die Regierung nahm diese Rechtfertigung zur Kenntnis. Führer fühlte sich gestärkt. So setzte er die Theologieprofessoren ab und schickte die Kleriker zum Studium zu den Franziskanern. Auch den anderen Opponenten entzog er ihre Funktionen und forderte strikten Gehorsam. 1722 bis 1725 war Führer einer der zwei Vertreter des niederösterreichischen Prälatenstandes im niederösterreichischen Landtag, und 1725 bis 1728 gehörte er dem Verordnetenkollegium des Landtages an. Da er meist in Wien wohnte, kaufte er für das Stift das Haus Krugerstraße 5 und ließ es renovieren, was den Schuldenstand noch erhöhte. Nach seiner Rückkehr aus Wien widmete er sich erneut der Bautätigkeit, sollte doch die Barockisierung der Stiftskirche zum Tausendjahrjubiläum des Klosters im Jahr 1740 vollendet sein. Aber auch außerhalb der Stadt ließ er die stiftlichen Gebäude erneuern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Stift selbst begann er 1727 mit dem Ausbau der Bibliothek und dem Neubau eines Gartenhauses. 1735 kam es zur Neueinwölbung der Stiftskirche, in der Folge wurde ihre Einrichtung geschaffen. Auf Führer geht auch die Prälatenstiege und der neue Gästetrakt (heute Bischofstrakt) im Nordosten zurück, ebenso das neue untere Tor (heute Bischofstor).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1737 wurde mit [[Hippolyt Wolff]] durch die Kapitularen ein neuer Dechant gewählt, der schon länger zu den Opponenten Führers gehört hatte. Nachdem er sich einen Einblick in die finanzielle Situation verschafft hatte, erhob er Anklage gegen den Propst: Dieser habe gegen 200.000 Gulden illegal Schulden gemacht. Diesmal griff der Kaiser durch den Klosterrat entschieden ein. Führer wurde 1739 seines Amtes enthoben. Untersuchungen brachten Schulden von etwa 380.000 Gulden zum Vorschein. Davon hatte er 181.000 mit dem gefälschten Konventsiegel und etwa 60.000 Gulden allein auf seinen Namen aufgenommen. Der Propst musste das Kloster verlassen und wurde auf der Ochsenburg, im [[Stift St. Florian]] und dann in Korneuburg interniert. Während des Baierneinfalls 1741 tauchte er wieder im Kloster auf, musste aber dann 1742 bis zu seinem Tod 1745 in Bruck an der Leitha leben. Die Mehrheit der Kanoniker und auch die Stadtbevölkerung blieb ihm treu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Ausklang===&lt;br /&gt;
Nach dem Abgang Führers wurde das Stift administriert. Dechant Wolff hatte keine glückliche Hand. Sein Nachfolger, der Klosterneuburger Chorherr [[Bernhard Paul]] (Administrator 1741–1747), konnte den Schuldenstand zwar etwas reduzieren, hatte aber mit dem zerstrittenen Konvent seine Not. Nun wurde wiederum Wolff bestellt (1747–1753), der aber zahlreiche Gegner hatte. Erst unter [[Matthis Alteneder]] kam das Kloster in ruhigere Bahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sich die Schulden auf 222.000 Gulden vermindert hatten, wurde 1755 eine neue Propstwahl gestattet. Gewählt wurde Alteneder, der bis zu seinem Tod 1779 den Schuldenberg auf 34.790 Gulden reduzieren konnte. Auch unter seinem Nachfolger [[Ildephons Schmidbauer]] (1779–1784) hielt die positive Entwicklung an. Zur Zeit der Klosteraufhebung waren nur 15.000 Gulden Passiva gegeben. Auch der Personalstand war mit 32 bzw. 37 Mitgliedern erfreulich. Man kann mit Recht von einer späten Blüte des Klosters sprechen. Das Stift fand sein Ende nicht wegen Missständen oder Misswirtschaft, es fiel vielmehr den Diözesanplänen Kaiser Josephs II. zum Opfer. Dieser befahl am 9. Juni 1784 die Aufhebung des Klosters, die am 1. Juli vollzogen wurde. Schmidbauer wurde an der ehemaligen Domkirche in Wiener Neustadt Propsteipfarrer (verstorben 1791). Die Klostermitglieder traten in den Dienst der Diözesen St. Pölten und Wien. Am 25. Jänner 1847 starb als letzter ehemaliger St. Pöltner Chorherr [[Andreas Malachias Spitzl]], Pfarrer und Dechant in Bruck an der Leitha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse==&lt;br /&gt;
===Wirtschaftliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Über die Wirtschaftsgeschichte liegen bisher keine gründlichen Untersuchungen vor. Es gibt keine Gründungsurkunde und keine frühen Urbare. Dagegen ist der Besitzstand aus der Zeit der Aufhebung bekannt. Demnach lag St. Pölten nach den Großklöstern Klosterneuburg, Melk und Göttweig, wenn auch mit Abstand, an etwa vierter Stelle. Eine Urkunde Papst Alexanders III. (1159–1181) nahm das Stift mit seinen Besitzungen in Schutz. Darin werden zunächst alle dem Stift gehörigen Kirchen aufgezählt: St. Pölten (mit dem Marktrecht), [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Böheimkirchen (hl. Jakobus)|Böheimkirchen]], [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Kapelln (hl. Petronilla)|Kapelln]] mit den dazugehörigen Kirchen Weißenkirchen, Katzenberg, Haselbach, Würmla und Murstetten, die Pfarren [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#St. Christophen (hl. Christophorus, auch hl. Bartholomäus)|St. Christophen]] und [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Bruck an der Leitha (hl. Martin, nach 1529 Dreifaltigkeit)|Bruck a. d. Leitha]]. In der Pfarre St. Michael in der Wachau der halbe Zehent, in Pulkau und Zellerndorf der Drittelzehent, in Nalb und [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Retz (hl. Stephanus)|Retz]] der halbe Zehent. Dann folgt die Aufzählung der Lehen und Huben des Stiftes. Die lagen zumeist in der weiteren Umgebung von St. Pölten. Weiter entfernt waren Besitzungen in Pillichsdorf, Ollersdorf und Waltersdorf. Davon gehen die drei Pfarren Böheimkirchen, Kapelln und St. Christophen auf eine Schenkung Bischof Berengars (1013–1045) zurück. Die Pfarre Bruck gab 1159 Bischof Konrad dem Stift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Urkunde Bischof Rudigers von 1248 bringt ähnlich der Papsturkunde eine Aufzählung des Klosterbesitzes. Zunächst werden auch hier die Pfarren mit ihren exempten und nichtexempten Filialen aufgezählt: Bruck (Wilfleinsdorf, Arbesthal, Göttlesbrunn und die Nikolauskapelle in der Stadt), Kapelln (Jeutendorf, Weißenkirchen und Katzenberg), Böheimkirchen (Außer- und Innerkasten, Lanzendorf, Schildberg und Stössing), St. Christophen (Brand und Seebach), St. Pölten (Ober- und Unterpottenbrunn, Schlosskapelle Viehofen, Obergrafendorf, Weinburg, Haindorf, Kapelle Markersdorf, Hafnerbach, Schlosskapelle Pielach, Kapelle Karlstetten, Kapelle St. Georgen am Steinfeld). Als wesentlicher Zehentbesitz werden angeführt: St. Michael in der Wachau, Kottes, Meisling, Pulkau, Retz, Nalb, Mautern, Weiten und Melk jenseits der Donau. Der Hausbesitz wird detaillierter als in der Papsturkunde angegeben. Das Stift besaß damals etwa 350 dienstpflichtige Häuser. Der Schwerpunkt der Besitzungen lag zwischen Pielach und Perschling.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Schwerpunkte waren die Weingärten im Tullnerfeld (Amt Königstetten) und in Grinzing, deren Wein sich gut verkaufen ließ. Weitere größere Besitzungen gab es im Marchfeld (Ulrichskirchen); aber auch die Weingüter um Pulkau und Retz waren für das Stift bedeutsam. Ein weiteres Weinbaugebiet war in der Wachau (Joching), wo das Stift den Weinzehent, aber auch Eigengüter besaß. In der Umgebung von St. Pölten erwarb das Stift 1366 die Herrschaft Kasten, 1383 das kleine Gut Ochsenburg und bekam 1398 endgültig die Pfarre Hürm mit ihren Zehenten, nachdem es drei Viertel der Stadt an den Passauer Bischof abgetreten hatte. Natürlich ging auch immer wieder Besitz verloren oder wurde abgetauscht. Im Großen und Ganzen aber blieb der wichtigere Besitz konstant. Erst in der Neuzeit kamen einige Neuerwerbungen dazu. Bei der Inventarisierung anlässlich der Aufhebung des Stiftes 1784 ergab sich folgendes Bild. Das Gesamtvermögen wurde auf 518.033 Gulden berechnet, das jährliche Einkommen mit etwa 40.000 Gulden taxiert, womit das Stift zur begüterteren Hälfte der niederösterreichischen Klöster gehörte. Der Stiftsbesitz setzte sich zusammen aus der Stiftsherrschaft St. Pölten, den Herrschaften Hürm, Kasten, Retz (mit Pulkau), Ochsenburg, dem Freihof Harthof und dem Schwaighof. Dazu gehörten außerdem das Pfarrgut Bruck a. d. Leitha und das Haus in Wien Krugerstraße, das Propst Führer 1726 von den Tullner Dominikanerinnen erworben hatte. Die engere Stiftsherrschaft umfasste den stiftlichen Meierhof von St. Pölten mit 85 Joch Acker, 528 Joch Waldungen, 55 Joch Auen und 20 Joch Viehweide. Dazu gehörten die Lesehöfe in Grinzing mit 40 Viertel, mit 93 Viertel in Joching und 30 Viertel in Loiben, und in Königstetten mit 35 Viertel Weingärten, weiters 474 untertänige Häuser, von denen sich 41 in der Stadt befanden. Der meiste Zehentbesitz lag in den Pfarren St. Pölten, Pyhra, Böheimkirchen und Kapelln sowie in der Wachau (Weinzehent). Die Herrschaft Hürm besaß 48 Untertanen, Kasten 126, Retz mit dem Freihof Pulkau 100, die Herrschaft Ochsenburg (1699 wieder erworben) 50, der Harthof (1662 erworben) neun. Das Pfarrgut Bruck hatte 18 Untertanen und einige Weingärten im Joiser- und Neusiedlergebirge in Ungarn. Aus diesem doch recht ansehnlichen Wirtschaftskörper (ausgenommen das Gut Retz) wurde das Religionsfondsgut St. Pölten gebildet, das dann auch das Patronat über die ehemaligen Klosterpfarren bis 1938/39 innehatte. Allerdings waren bis zu dieser Zeit bereits zahlreiche Stücke veräußert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rechtliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Das (Augustiner-)Chorherrenstift St. Pölten war immer ein Eigenkloster der Passauer Bischöfe. Ihnen stand daher auch die Obervogtei zu. Im 11. und 12. Jahrhundert hatten die Hochfreien von Perg, Verschwägerte der Babenberger, die Vogtei inne. Sie wird erstmals in einem Weistum um 1125 erwähnt, wobei es vor allem um die Marktrechte ging, die dem Kloster bereits 1058 oder früher (also vor Einführung der regulierten Chorherren) durch Kaiser Heinrich III. oder IV. gewährt worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1150 entzog Herzog Heinrich von Bayern (in Österreich Markgraf Heinrich II. Jasomirgott) dieses Recht und zwar auf Bitten seines Bruders Konrads, des Bischofs von Passau, und übergab die Vogtei dem Bischof. Doch bald übernahmen sie die Babenberger selbst (und später die Habsburger) als Lehen des Bischofs. Problematisch blieb lange Zeit das Verhältnis zum Passauer Bischof, der ja die Oberhoheit in der Stadt besaß, obwohl er nur einen Teil der Häuser innehatte. Zu einem Ausgleich kam es erst 1367, als das Stift auf die Marktrechte und Zölle und alle Häuser mit Ausnahme die des Klosterviertels verzichtete. Die Spannungen verlagerten sich nun auf das Verhältnis zur Stadt, da das Kloster auch ein Viertel der Stadtmauer zu erhalten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intensiver wurde der Einfluss des Landesfürsten im 16. Jahrhundert, als König Ferdinand Klostervisitationen vornehmen ließ und der Landesfürst ab 1568 durch den Klosterrat unmittelbar Einfluss auf das Klosterleben ausübte. Für Außenbesitzungen gab es wenig belegte Untervögte. Eine eigenartige Beziehung bestand zum Kollegiatstift Marz(-Hierpach) im damaligen Ungarn, das um 1220 durch die Familie Osl gegründet worden sein dürfte. Dafür stellte das Stift St. Pölten mehrere Pröpste, wie aus dem Nekrolog hervorgeht, wo sie als &amp;quot;fratres&amp;quot;, also als Konventmitglieder, bezeichnet werden. Eine Ernennungsurkunde aus dem Jahr 1295 hat sich erhalten. 1438 verzichtet der St. Pöltner Propst auf das Ernennungsrecht und erlaubte der Gemeinde und den Pfarrleuten, den Propst von Marz selbst zu wählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Über die Herkunft der St. Pöltner Kanoniker vor 1080 gibt es keine Auskunft. Die ersten Augustinerpröpste entstammten wahrscheinlich dem höheren Adel, wie etwa der spätere Passauer Bischof [[Reginbert]] (1138–1147), der vorher Propst in St. Pölten war. Ansonsten gehörten die meisten Chorherren dem niederen Adel an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert verstärkte sich der Anteil der Bürgerlichen vor allem aus Wien, Tulln und Wiener Neustadt. Ausländer, wie etwa Propst [[Johannes Moravus]] (1370–1372), finden sich selten. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mehren sich Eintritte aus Bayern und Vorderösterreich. Im 17. und 18. Jahrhundert überwogen wieder die Eintritte aus der näheren und weiteren Umgebung. Darunter waren auch immer wieder Nobilierte. Eine erste Aufzählung des Konvents gibt es um 1190, als zehn Chorherren angeführt werden; der Zusatz &amp;quot;et ceteri fratres&amp;quot; weist auf mehr hin. Exakter wird die Anzahl der Chorherren erstmals in einer Urkunde von 1259 mit zwölf Priestern ohne Propst angeführt. 1273 bestand der Konvent aus 14 Priestern und einer nicht genannten Zahl von Klerikern mit niederen Weihen und Konversen. Die Zahl dürfte weiter gestiegen sein, da Herzog Albrecht III. 1380 die Höchstzahl der Klosterinsassen mit 24 festlegte. Im 15. Jahrhundert waren es zwischen 15 und 22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Krise des 16. Jahrhunderts wirkte sich in St. Pölten aus. Zwar verließ nur ein Chorherr den geistlichen Stand, doch machte sich der Mangel an Nachwuchs bemerkbar. Zudem starben 1541/42 sieben Mitglieder an der Seuche, sodass 1544 der Konvent nur mehr aus zwölf Mitgliedern bestand. Im Haus lebten sechs Priester und zwei Kleriker, auf den Stiftspfarren wirkten vier Priester. Von 1561 bis etwa 1590 betrug die Zahl meist nur vier bis sechs. Um 1600 aber waren es bereits zehn. 1611 und 1623 gab es zwölf Wahlberechtigte. Unter Propst Fünfleutner nahm der Konvent endlich einen Aufschwung; bei seinem Tod 1661 war der Konvent auf 21 gestiegen und erreichte 1675 sogar 30. Bei der Propstwahl von 1715 waren 24 Konventualen stimmberechtigt. Um 1740 gab es etwa 30, im Jahr der Aufhebung 1784 32 Konventualen. Im Mittelalter war offensichtlich das Institut der Konversen von größerer Bedeutung. Im Nekrolog werden 104 angeführt; ihre Zahl dürfte aber höher gewesen sein. Davon gehören etwa zehn noch dem 12. Jahrhundert an. Ebenfalls zehn gehören dem beginnenden 14. Jahrhundert an. Dann bricht die Institution ab. Im Nekrolog werden 85 weibliche Konversen angeführt, wobei unklar bleibt, wie weit es sich um Mitglieder des Frauenkonvents handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bau- und Kunstgeschichte==&lt;br /&gt;
Es wurden bisher keinerlei Reste aus der Karolingerzeit gefunden. Für die Stiftskirche sind Weihedaten zu 1065, 1150 und 1228 überliefert. Eine weitere Weihe dürfte um 1280 stattgefunden haben. Von der ältesten Kirche sind an der Nordmauer auf der Kreuzgangseite romanische Fenster zu sehen. Der jetzige Kirchenbau geht wohl auf den Beginn des 13. Jahrhunderts zurück. Dagegen dürfte die Doppelturmanlage der Westfassade älter sein. Das alte Aussehen der Kirche ist noch in der Rosenkranzkapelle erhalten, die zwei Joche des rechten Seitenschiffs umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Brand von 1512 wurde der Nordturm nur mehr bis zur Höhe das Daches wiederhergestellt, der Südturm wurde 1560 aber höher als bisher ausgebaut und erhielt 1693 seine heutige Form. Der Plan zu einer barocken Scheinfassade mit dem Südturm als Zentrum kam nicht zur Ausführung. Im Inneren bewahrt die Kirche die dreischiffige romanische Anlage, wurde aber im 18. Jahrhundert vollständig barockisiert. Eine erste barocke Einrichtung erhielt die Kirche unter Propst Fünfleutner; 1648 wurden fünf Seitenaltäre geweiht und 1658 durch Tobias Pock das Hochaltarbild geschaffen, das einzig erhaltene Stück dieser Phase. Propst Führer führte unter Leitung von Jakob Prandtauer und Josef Munggenast eine radikale Neugestaltung durch. Die Kirche wurde barock gewölbt und die romanischen Pfeiler mit Stuckmarmor verkleidet. Freskenmaler waren Thomas Friedrich Gedon, Antonio Tassi, Daniel Gran und Bartolomeo Altomonte. Der Hochaltar ist eigentlich nur eine Wandgliederung mit dem alten Maria-Himmelfahrtsbild von Pock. An den Seitenaltären arbeiteten prominente Künstler wie Jakob Ch. Schletterer (Kreuzaltar) mit, der auch die zwei Sandsteinreliefs in den Seitenschiffen schuf. Die Altarbilder stammen zumeist von Daniel Gran. Die St. Pöltner Kunsthandwerker Hippolyt Nallenburg und Peter Widerin schufen die Kanzel und das Chorgestühl. Bemerkenswert sind auch die Beichtstühle. Von den Grabdenkmälern sei nur auf das Fünfleutners im rechten Seitenschiff verwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche wurde seit ihrer Fertigstellung um 1747 kaum verändert. Neu ist das Denkmal für Bischof Kerens. 1856/58 mussten die Plastiken des Hochaltars erneuert werden. Der Volksaltar stammt von 1983. Das Stiftsgebäude wurde nach dem Brand von 1621 in frühbarocker Form bis 1650 praktisch neu errichtet, auch wenn die alte Anlage drei Höfe gehabt haben dürfte. Der Kreuzganghof wurde vergrößert. Der Brunnenhof dürfte die alte Substanz behalten haben. Der Binderhof blieb zwar in der Gestalt gleich, doch bekam er eine neue Funktion. Statt Getreidespeicher und Binderei wurden Wohnungen für die Domherren und Büros für die Bistumsverwaltung geschaffen. Weitere Änderungen im Inneren gab es unter Propst Müller, unter dem die beiden Sakristeien und das Oratorium ausgebaut wurden. Unter Propst Führer kam es zum Bau des Gäste(Bischofs-)trakts und des dorthin führenden Stiegenhauses  mit dem qualitätvollen Sandsteinrelief sowie zur Ausgestaltung der Bibliotheksräume, die unvollendet blieben; weiters ließ er das Einfahrtstor an der Ostseite errichten (1908 zurückversetzt) sowie 1726 das Gartenhaus. Einzelne Reste erinnern an die ältere Klosteranlage. So einige romanische Bögen im Brunnenhof und am Domplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgrabungen brachten im Kreuzganghof und unter der Domherrensakristei (1949, 1980, 1982) die Heilig-Geist-Kapelle und den alten Kapitelsaal mit zwei Altären zum Vorschein. Das alte Refektorium wurde etwas südlich vom jetzigen Sommerrefektorium ergraben; es dürfte schon im 15. Jahrhundert abgekommen sein. Aus der Zeit des Chorherrenstiftes stammen noch einige liturgische Geräte und Paramente. Zwei Monstranzen aus dem 18. Jahrhundert, ein Ziborium von 1608, eine Reihe von Kelchen, wovon der älteste von 1479 (?) stammt, ein anderer von 1524, und einige weitere aus der Barockzeit. Unter den Reliquiaren ist ein Kreuzreliquiar aus dem frühen 15. Jahrhundert von besonderer Bedeutung. Von den Ornaten seien der 1726 durch Propst Führer um 12.000 Gulden angeschaffte rote Ornat und der Altenederornat von 1760 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliothek==&lt;br /&gt;
Über der Geschichte der Bibliothek waltete kein guter Stern. Zwar dürfte um 1200 die Wissenschaftspflege im Kloster geblüht haben, wie auch aus der späteren &amp;quot;Vita Altmanni&amp;quot; hervorgeht, doch hat sich nicht allzuviel erhalten. Ab 1200 werden immer wieder &amp;quot;scholastici&amp;quot; erwähnt. Die meiste Information liefert der Bibliothekskatalog des Albert Maderna von 1761. Die ältesten Handschriften betreffen Bibel und Liturgie. Ein Missale (Hs. 14) reicht in das frühe 13. Jahrhundert zurück, ebenso zwei Lektionare (Hs. 60 und 41). Unter Propst [[Heinrich]] (1252–1268) wurden zahlreiche Handschriften aus Passau zum Kopieren entlehnt, die vor allem kanonistischen Inhalt hatten. Die St. Pöltner Pröpste waren häufig als delegierte Richter tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts bestand eine Buchmalschule, wenn auch auf bescheidenem Niveau. In diesem und dem folgenden Jahrhundert kam es offensichtlich zu einem Aufschwung der Wissenschaftspflege. Beigetragen dazu hat die enge Verbindung mit der Wiener Universität ab 1380. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts dürfte die Bibliothek etwa 200 Handschriften und 220 Frühdrucke umfasst haben. Von den Handschriften sind nur mehr 80 erhalten, von den Frühdrucken etwa 140. Abgesehen von den liturgischen Büchern waren Handschriften mit Ketten befestigt und lagen auf Pulten. Die Spuren davon sind noch zu sehen. Vermutlich befand sich die Bibliothek oberhalb der Sakristei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1439 kam es zur Stiftung von 100 Pfund für die Einrichtung der Bibliothek, wohl zur Anschaffung der Pulte. Nach dem Neubau wird 1653 die Bibliothek im Bereich des heutigen Dompfarramts ausgewiesen. Vor 1722 begann Propst Führer mit dem Ausbau der Bibliothek und deren kostbarer Ausschmückung, die aber nie vollendet wurde. Als Freskanten waren Paul Troger und Daniel Gran tätig. Das 16. Jahrhundert bringt nur wenig Nachrichten zur Bibliothek. Ein Umschwung setzte mit Propst Fünfleutner (1636–1661) ein, der von seiner früheren Tätigkeit als Professor für Medizin vor allem medizinische Werke mitbrachte. Seit etwa 1660 wurde im Kloster auch Theologie doziert, was zur Vermehrung der theologischen Werke führte. Mit [[Raimund Duellius]] (1693–1769) trat erstmals ein hauptberuflicher Bibliothekar in Erscheinung. Ihm folgte [[Albert Maderna]] (1703–1780), der eine Neuaufstellung der Bibliothek vornahm und 1756 dazu auch einen Katalog herausgab. Bei der Inventarisierung des Klostervermögens 1784 wird die Bibliothek nur summarisch erwähnt. Sie ging 1785 in den Besitz der neu gegründeten Diözese über und wurde Grundstock der Diözesanbibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archiv== &lt;br /&gt;
Bereits 1250 wird von einer Devastierung bei den Klosterurkunden berichtet. Wohl deswegen kam es zur Anlegung von Kopialbüchern. Nach der Krise des 16. Jahrhunderts brachte der historisch interessierte Propst Müller (verstorben 1716) das Archiv wieder in Ordnung. Aber zwischen 1725 und 1846 gab es große Verluste. Eine gewisse Schuld dürfte beim Stiftsmitglied Raimund Duellius gelegen sein, der für sein Werk &amp;quot;Excerpta genealogico-historica saec. XII., XIII., XIV., XV., XVI&amp;quot; 325 Urkunden behandelte, von denen heute nur mehr 42 Stück erhalten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Franzoseneinfall 1741 wurde das Archiv neuerlich in Unordnung gebracht. Mit der Aufhebung des Stiftes fiel das Archiv in den Wirkungskreis der Kameraladministration, der auch das Religionsfondsgut St. Pölten unterstellt war. Bei der Übernahme dürften die Akten und Kanzleiregistraturen als wertlos vernichtet worden sein. Erhalten blieben sechs Kopialbücher, einige Urbare und Grundbücher, 266 Urkunden und einige Akten. Davon gelangten fünf Kopialbücher und die anderen Stücke 1848 an das Staatsarchiv. 1860 bzw. 1862 und sogar noch 1934 kamen weitere neun Handschriften (Kopial-, Gerichts-, Lehen- und Dienstbücher) dorthin. Im Diözesanarchiv St. Pölten befinden sich nur ein Karton Akten, zehn Urkunden und sieben Bücher aus dem Klosterbestand, weiters das Archiv des Gutes Ochsenburg. Zur Erforschung der Klostergeschichte müssen also Bezugsarchive herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Rudolf Büttner: Aelium Cetium. Das Fortleben seines Namens im Mittelalter. In: Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen lnstituts 40 (1953), Beibl. Sp. 185ff. &lt;br /&gt;
* Rudolf Büttner: Propst Ulrich Feyertager. Seine Burgen und deren Geschichte. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich XXXVI (1964), S. 155–183.&lt;br /&gt;
* DEHIO-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich südlich der Donau. Teil 2. Horn / Wien 2003.&lt;br /&gt;
* Richard Kurt Donin: Der mittelalterliche Bau des Domes zu St. Pölten. Ein Beitrag zur Geschichte der romanischen Baukunst in Wien und Niederösterreich. In: Mitteilungen für Geschichte der Stadt Wien XII (1932), S. 163.&lt;br /&gt;
* Johann Fahrngruber: Aus St. Pölten. Bilder und Erinnerungen. St. Pölten 1885.&lt;br /&gt;
* Heinrich Fasching: Auseinandersetzung zwischen Konvent und Propst im Stift St. Pölten 1722. In: Hippolytus N.F. 6 (1984), S. 3–59. &lt;br /&gt;
* Heinrich Fasching: Dom und Stift St. Pölten und ihre Kunstschätze. St. Pölten-Wien 1985. Darin Beiträge von: Friedrich Schragl: Geschichte des Stiftes St. Pölten, S. 16–49; Mario Schwarz: Die Architektur der mittelalterlichen Klosterkirche, S. 50–70; Clara Bettina Wuhr: Archäologische Ausgrabungen im Kreuzgang, S. 71–76; Wilhelm Zorri: Der Neubau des Klosters in der Barockzeit, S. 77–91; Leonore Pühringer-Zwanowetz: Die Barockisierung der Stiftskirche, S. 92–96; Johann Kronbichler: Die künstlerische Ausstattung von Dom und Stift, S. 97–125.&lt;br /&gt;
* Heinrich Fasching: Propst Johann Michael Führer von St. Pölten. Absetzung und letzte Lebensjahre (1739–1745). St. Pölten 1991 (4. Beiheft zu Hippolytus N.F.).&lt;br /&gt;
* Johann Frast: Historische und topographische Darstellung von St. Pölten und seiner Umgegend etc. Wien 1828 (Kirchliche Topographie, I/7/2).&lt;br /&gt;
* Walter Graf: Stifts- und Dommusik in St. Pölten. In: Die Domorgel. Festschrift anläßlich der Weihe der Domorgel zu St. Pölten. St. Pölten o. J. [1973], S. 6–26.&lt;br /&gt;
* Karl Gutkas: Werden und Wesen der Stadt St. Pölten. St. Pölten 1980.&lt;br /&gt;
* Hugo Hantsch: Jakob Prandtauer, der Klosterarchitekt des österreichischen Barock. Wien 1926.&lt;br /&gt;
* August Herrmann: Geschichte der Stadt St. Pölten. 2 Bände. St. Pölten 1917–1930.&lt;br /&gt;
* Sonja Horn: Des Propstes heilkundlicher Schatz. Medizinische Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts in der Bibliothek des ehem. Augustiner-Chorherrenstiftes St. Pölten. St. Pölten 2002 (Beiträge zur Kirchengeschichte Niederösterreichs, 9). &lt;br /&gt;
* Richard Hübl: Die Gegenreformation in St. Pölten. St. Pölten 1966.&lt;br /&gt;
* Josef Karas: Der Dom zu St. Pölten. Ein Führer durch seine Geschichte und Kunst. St. Pölten 1935.&lt;br /&gt;
* Josef Karas: Eine kunstgeschichtliche Führung durch den oberen Kreuzgang im Bistumsgebäude. In: Der Traisengau (1935/36). S. 121–131.&lt;br /&gt;
* Thomas Karl: Zur historischen und städtebaulichen Entwicklung St. Pöltens vom frühen Mittelalter bis zur beginnenden Stadterweiterung um 1850. In: Österreichische Kunsttopographie Bd. LIV. Die Kunstdenkmäler der Stadt St. Pölten. Horn 1999, S. LXIII–LXXXV.&lt;br /&gt;
* Johann Kronbichler, Susanne Kronbichler: Diözesanmuseum St. Pölten, Katalog der ausgestellten Objekte. St. Pölten 1984.&lt;br /&gt;
* Johann Kronbichler, Susanne Kronbichler: 100 Jahre Diözesanmuseum St. Pölten 1888–1988, Sonderausstellung 1988. St. Pölten 1988.&lt;br /&gt;
* Volker Lutz: Stadt und Herrschaft St. Pölten 1491–1785. St. Pölten 1975.&lt;br /&gt;
* Österreichische Kunsttopographie Bd. LIV. Die Kunstdenkmäler der Stadt St. Pölten und ihrer eingemeindeten Ortschaften. Horn 1999.&lt;br /&gt;
* Eduard Sacken: Archäologische Wegweiser durch Niederösterreich. Wien 1878.&lt;br /&gt;
* Friedrich Schragl: Glaubensspaltung in Niederösterreich. Wien 1973.&lt;br /&gt;
* Friedrich Schragl: Kirchen und Kapellen im mittelalterlichen St. Pölten. In: Juste, pie, fortiter. Festschrift für Bischof Franz Zak. St. Pölten / Wien 1981, S. 146–167.&lt;br /&gt;
* Hans Weigl: Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich I. Wien 1964, S. 210.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: Das Diözesanarchiv St. Pölten. Behörden und Institutionen, ihre Geschichte und Bestände. St. Pölten 1959.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: Die Diözesanbibliothek in St. Pölten. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege XXI (1967), S. 155–163.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: Die Klosteraufhebungen in Niederösterreich und Wien. Wien / München 1967.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: St. Pöltner Zehentbesitz im südöstlichen Waldviertel und in der Wachau. In: Das Waldviertel 18 (1969), S. 272–277.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: Zur Bibliotheksgeschichte des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstiftes St. Pölten. In: Translatio Studii. Collegeville Minnesota 1973, S. 48–74.&lt;br /&gt;
* Josef Wodka: Personalgeschichtliche Studien über das ehemalige Chorherrenstift St. Pölten. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich XXVIII (1939–43), S. 148–206.&lt;br /&gt;
* Josef Wodka: Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift St. Pölten. In: Beiträge zur Stadtgeschichtsforschung. Festschrift der Stadtgemeinde St. Pölten. Hg. anlässlich der 800-Jahrfeier der Verleihung des ersten Stadtrechtes. St. Pölten 1959, S. 156–198.&lt;br /&gt;
* Josef Wodka: Das Nekrologium des einstigen Chorherrenstiftes St. Pölten als Geschichtsquelle. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich XXXVI (1964), S. 48–57.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Stift St. Pölten</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Organisation&lt;br /&gt;
|Datum von=1083&lt;br /&gt;
|Datum bis=1784&lt;br /&gt;
|Kirchliche Topographie=Diözese Passau, seit 1785 Diözese St. Pölten&lt;br /&gt;
|Frühere Bezeichnungen=Treisma (799), Treisma ad monasterium Sti Ypoliti (976), Treisima civitas monasterii Sti Ypoliti (985/991), abbatiaad Sanctum Yppolitum (ca 1030), Sand Pelten (1297), Sand Polten (1344). Die römische Stadt trug den Namen Aelium Cetium.&lt;br /&gt;
|Lage={{AUT}}&lt;br /&gt;
|Koordinaten=48.20555, 15.62658&lt;br /&gt;
|Patrozinium=Hl. Hippolyt (976), ab 11./12. Jhd. zusätzlich Petrus, Stefan und Paul, später auch Maria&lt;br /&gt;
|Politische Topographie=Landeshauptstadt von Niederösterreich, 60 km westlich von Wien, Stadt mit eigenem Statut. Ursprünglich in der karolingischen, nach 955 ottonischen Mark gelegen, Markgrafschaft Österreich, seit 1156 Herzogtum (1422 Erzherzogtum) Österreich unter der Enns; seit 1920 Bundesland Niederösterreich.&lt;br /&gt;
|Hat Bild=V2 bsb10804602 00219 full full 0 default 1.jpg&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Stift St. Pölten, Kupferstich von Vischer (1672)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Geschichtlicher Überblick==&lt;br /&gt;
===Geschichte vor den Augustiner-Chorherren===&lt;br /&gt;
Das römische Municipium Aelium Cetium, in dem nach seiner Passio der hl. Florian 303/304 im Exil weilte, ging bald nach 400 in den Wirren der Völkerwanderung unter und wird auch in der &amp;quot;Vita Severini&amp;quot; nicht mehr erwähnt. Entsprechend erbrachten die Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte keine Römerfunde aus dem 5. Jahrhundert, wohl aber Zeichen der Zerstörung. Das Gebiet zwischen Enns und Wienerwald dürfte von 500 an kaum besiedelt gewesen sein und stand unter dem Einfluss der Awaren. Mit dem Awarenkrieg Karls des Großen von 791 wurde das Gebiet bis zur Raab wieder dem christlichen Westen eingegliedert. Es folgte bayrische, aber auch slawische Besiedlung. In St. Pölten soll es bald zu einer Klostergründung gekommen sein. Allerdings gibt es auch eine Tradition, die Propst [[Christoph Müller von Prankenheim]] (1688–1715) populär machte. Demnach wurde in St. Pölten durch die beiden adeligen Brüder Adalbert und Ottokar bereits 746 ein Kloster errichtet. Wahr daran ist, dass sie Tegernsee gegründet haben. Wahrscheinlich haben sie durch ihre Beziehungen zu Abt Fulrad von St. Denis Hippolytreliquien erhalten, die sie nach Tegernsee stifteten. Auch 764 wurde als Gründungsjahr angegeben (H. Löwe 1937), doch dürfte dies eher auf großdeutsche Überlegungen zurückgehen. Vor 791 ist eine Klostergründung in Niederösterreich nicht denkbar. Es ist zu vermuten, dass sich das Kloster Tegernsee, das zu den wohlhabendsten gehörte, mit entsprechenden Truppen am Awarenkrieg beteiligte und von Karl dem Großen wie andere auch mit Gütern an der Traisen belohnt wurde. Tegernsee errichtete hier wohl eine Zelle, die dann später Abtei genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Errichtung eines Klosters dürfte vor 840 geschehen sein, da dann Tegernsee Passauer Eigenkloster wurde. Vermutlich hatte Passau bereits vorher Besitz in St. Pölten. Die Schenkung der Martinskirche in Linz wurde 799 in Treisma getätigt, was für Passauer Besitz in St. Pölten spricht. Die erste sichere Nennung eines Klosters in St. Pölten geht auf eine Urkunde Kaiser Ottos II. aus dem Jahr 976 zurück. Darin bestätigt er dem Passauer Bischof seine Besitzungen, unter anderem &amp;quot;Treisma ad monasterium sancti Ypoliti.&amp;quot; Ebenso bestätigt Herzog Heinrich (der Zänker) in einem Weistum, das in die Jahre 985/991 datiert wird, dem Passauer Bischof unter anderen Besitzungen &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;deinde Treisimarn civitatem monasterii sancti Ypoliti martiris, ea integritate ut quondam beate memorie Adalbertus episcopus (946–970/971) sub Purchardo marchione (955–976) in sua tenuit vestitura et quemadmodum carta legali affirmatione antiquitus roborata et in publico recitata designabat.&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Wie weit es sich dabei um ein bestehendes Kloster oder nur um einen Rechtstitel handelt, sei dahingestellt. Jedenfalls weisen die Ansprüche Tegernsees aus dem 11. Jahrhundert darauf hin, dass wir es ursprünglich mit einer Tegernseer Gründung zu tun haben. Denn in den Tegernseer Güterverzeichnissen wird auch St. Pölten als entfremdetes Gut bezeichnet, so um 1020 und um 1060, das der Passauer Bischof innehabe. Nun wurde das Kloster Tegernsee erst 978 reaktiviert. Es besteht also kein Zweifel, dass St. Pölten im 9. Jahrhundert von Tegernsee aus als Benediktinerkloster gegründet wurde. Ja, es besteht die berechtigte Meinung, dass St. Pölten auch an der Mission im Großmährischen Reich tätig war, wie das Hippolytpatrozinium in Neutra und Znaim-Pöltenberg nahelegt. Ob es den Magyareneinfall überstanden hat, ist ungewiss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weltliches Kollegiatstift===&lt;br /&gt;
Im 11. Jahrhundert kam es jedenfalls zu einer Neuorganisation des Klosters. Im Nekrolog St. Pöltens werden die Bischöfe Berengar (1013–1045) und Eigilbert (1045/1046–1065) als &amp;quot;fundatores&amp;quot; des Klosters bezeichnet. Damals dürfte es zur Umwandlung des Klosters in ein weltliches Chorherrenstift gekommen sein, was durchaus im Trend der Zeit lag (vgl. Ardagger). Den genannten Bischöfen verdankte auch das Kloster die Verleihung seiner ersten Pfarren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Augustiner-Chorherren===&lt;br /&gt;
Von der Reformtätigkeit Bischof Altmanns von Passau (1065–1091) war auch das Eigenkloster St. Pölten berührt. Ab 1081 stattete er seine Stiftung Göttweig aus. Dies geschah unter anderem auf Kosten der Pfarre St. Pölten, die Teile an die an Göttweig gekommenen Pfarren Kilb und Pyhra verlor. Vermutlich erst nach 1083 wurden in St. Pölten regulierte Kanoniker eingeführt. Dies geschah gegen den Willen der dortigen Kanoniker, wie aus der &amp;quot;Vita sancti Altmanni&amp;quot; hervorgeht. Die St. Pöltner Kanoniker dürften mit ihrem kaiserlich gesinnten Vogt Walchun von Perg im Investiturstreit zu Kaiser Heinrich IV. gehalten haben. Altmann besetzte St. Pölten also mit regulierten Kanonikern vermutlich aus St. Nikola bei Passau. Neuer Propst wurde [[Egilbert]], der auch zweimal als Archipresbyter bezeichnet wird. Doch blieb die Kontinuität im Kloster gewahrt, wie das besondere Gedächtnis an Kaiser Heinrich IV. und dessen Mutter Agnes beweist. Von früheren Pröpsten ist allerdings keiner namentlich nachweisbar. Auch der Ausbau des Klosters wahrte die Kontinuität: für 1065 und 1150 sind Kirchweihen überliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Verhältnis zu den Passauer Bischöfen===&lt;br /&gt;
Schon Kaiser Heinrich III. oder Heinrich IV. hatte die Kanonie mit den Marktrechten in St. Pölten ausgestattet (1058?). Nach 1121 bestätigte der Passauer Bischof diese Rechte. Kennzeichnend blieb das ganze Mittelalter das Nebeneinander von Klosterbesitz und den Besitzungen der Passauer Bischöfe in St. Pölten. Diese besaßen in St. Pölten auch ein eigenes Haus, das sie bei ihren Österreichbesuchen als Nebenresidenz benutzten. Mehrfach hielten sie hier auch Diözesansynoden (1284, 1294) ab. 1159 verlieh Bischof Konrad von Passau den St. Pöltner Bürgern bestimmte Rechte (Freiheit von Ordalien), die als ältestes Stadtrecht in Österreich gelten. Die Ummauerung der Stadt erfolgte allerdings erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Kloster gegenüber verhielten sich die Bischöfe meist großzügig. So gab Bischof Konrad 1159 dem Stift die Pfarre [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Bruck an der Leitha (hl. Martin, nach 1529 Dreifaltigkeit)|Bruck an der Leitha]], Bischof Wolfger (1191–1204) übergab dem Kloster sein Haus, damit es den vierten Teil des Kreuzganges fertigstellen könne. Vermutlich lag dieses mit seiner Maximilianskapelle an der unteren Landstraße (Wienerstraße), wo später die Franziskaner ihr Kloster hatten (heute Priesterseminar). 1213 inkorporierten sie die Klosterpfarre &amp;quot;pleno iure&amp;quot; dem Stift. Bischof Otto von Lonsdorf (1254–1265) weilte häufig in St. Pölten und stellte hier mehr als 30 Urkunden aus. Zu Spannungen kam es wegen der Gemengelage von bischöflichem und klösterlichem Besitz in der Stadt, vor allem aber um die Rechte am bedeutenden Markt. Unter Propst [[Ulrich Feyertager]] (1360–1369) wurde 1365/67 ein Ausgleich zwischen Bischof und Kloster erzielt. Dieses verzichtete auf allen Besitz in der Stadt mit Ausnahme des Klosterviertels und bekam dafür als Entschädigung Zehente in der Umgebung und die bedeutende Pfarre [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Hürm (hl. Stephanus)|Hürm]]. Bischof Georg von Hohenlohe residierte 1390 bis 1393 in St. Pölten, da ihm seine Bischofsstadt wegen der zwiespältigen Bischofsswahl nicht zugänglich war. Damit begann aber auch das Ende der Passauer Herrschaft in St. Pölten. Bereits 1389 musste die Stadt wegen Schulden erstmals an die Wallseer verpfändet werden, 1481 schließlich dem in Niederösterreich eingefallenen Ungarnkönig Matthias Corvinus. Nach dessen Tod 1490 eroberte König Maximilian Niederösterreich rasch zurück, behielt sich aber St. Pölten. Der Passauer Bischof konnte wegen Geldmangels die Pfandschaft nicht einlösen. So blieb die Stadt bis 1918 landesfürstlich. Für das Kloster bedeutete dies ein Ende der Streitigkeiten mit dem Bischof, hatte dieser doch nur mehr die geistliche Jurisdiktion inne. Allerdings gab es in Hinkunft die üblichen Reibereien mit der Stadtverwaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Stift im Spätmittelalter===&lt;br /&gt;
Ab dem 12. Jahrhundert kam es zum Ausbau des Klosters. 1150 ist ein Kirchweihdatum überliefert. Bereits 1133 wurde eine Leutkirche auf dem heutigen Domplatz konsekriert, deren Fundamente 1994 ergraben wurden. Die Andreaskapelle über dem Karner (ebenfalls auf dem Domplatz) wird erstmals 1179 erwähnt. Vor 1140 wurde das Hospital mit der Ägydiuskirche errichtet; als Weihedatum der Kirche wird 1130 angeführt. Eine Jakobuskapelle in der Infirmerie wurde 1184 geweiht. Ebenfalls bereits im 12. Jahrhundert bestand ein Konversenhaus für Frauen, da &amp;quot;moniales de S. Yppoliti&amp;quot; im Nekrolog von St. Andrä erwähnt werden. 1302 erhielt dieses &amp;quot;domus sororum&amp;quot; die Margaretenkapelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1209 wurden in der Sakristei (wohl anlässlich eines Umbaus) Reliquien unbekannter Heiliger gefunden, was zu einer kurzfristigen Wallfahrt nach St. Pölten führte; es wurde auch ein Mirakelbuch angelegt. Einen Höhepunkt erreichte diese Bautätigkeit in der Weihe des Klosters (wohl dem Charakter nach eher eine Kirchweihe) durch Bischof Gebhard im Jahr 1228. Den Übergang von den Babenbergern zu den Habsburgern schafft das Stift ohne größere Probleme. Noch 1248 erhält es durch Bischof Rudger eine Bestätigung seiner Besitzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 14. Jahrhundert brachte dem Stift unter den Pröpsten [[Dietmar von Rohr]] (1332–1359) und [[Ulrich Feyertager]] (1360–1369) eine wirtschaftliche Blüte: Es kam zum Ausgleich mit dem Passauer Bischof bezüglich der Besitzungen in der Stadt, zum Erwerb der Pfarre Retz, die zu einer der stärksten wirschaftlichen Stützen des Klosters wurde, aber auch zu bedenklichen personellen und wirtschaftlichen Verknüpfungen mit den Angehörigen der Pröpste. 1358 wütete ein Großbrand. Die Leutkirche auf dem Freithof (Domplatz) wurde vergrößert wieder aufgebaut, wie die Ausgrabungen von 1994 nachwiesen. Propst Ulrich erwarb eine Reihe von Gütern, so den Ansitz Friesing, die Feste Hagenstein, Burg Fridau, Innerkasten, Schwabegg, Rennersdorf und Inning, wobei allerdings unklar bleibt, inwieweit dies auch private Erwerbungen der Familie der Feyertager waren. Damals grassierte immer wieder die Pest, wodurch die Güter oft billig zu erwerben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert wurde St. Pölten über Wittingau (Trebon) von der Raudnitzer Reform erfasst, auf die 1410 auch die Gründung der Augustinerpropstei Dürnstein zurückgeht. Gemeinsam mit dem [[Stift Dürnstein|Chorherrenstift Dürnstein]] beteiligte es sich 1414 an der Besiedlung des [[Stift St. Dorothea in Wien|Augustinerklosters St. Dorothea in Wien]]. Das 15. Jahrhundert war eine Blütezeit für die Kanonie, auch wenn es mehrfach kriegerische Ereignisse brachte. So wurde 1424 durch die Hussiten die Stadt Retz zerstört und die Umgebung verwüstet. 1481 bis 1490 besetzten die Ungarn die Stadt. Den großen Stadtbrand von 1474 schildert ein zeitgenössischer Bericht, der auch eine Darstellung der Baulichkeiten des damaligen Stiftes bringt: &amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;quot;Dy selb prunst und feur hot verprennt ... das closter der chorherrn mit dem ziegelhoff, dem phister (Bäckerei), und müll, mayrhoff, städeln, marstall, viehstall, kasten, zwei pad der herren im closter und des brobst, werichhaus der zimmerleut, pinthaus, obleyhaus, spital (das spätere Bürgerspital) mit aller zugehörung und zimmer, stall, stadl, pad kasten daselbs; item der chorherrn siechhaus (Infirmerie im Kloster), der jungkherrn schlaffhaus ganz und gar, der herrn schlaffhaus ain teil in ziegeldach, das dach vor dem refät (Refektorium), des dechants heüsl, das secret, der zynein knopf aus dem münster, des Heil. Geist kirchen, des kastner und schaffner zimmer, das schenkh haus das man heißt in dem Lüeglein; St. Margarethn das dach (Kirche der Chorfrauen), das dach auf dem korner (Karner), das dach und heusel in dem gusterhof, die schuel, messnerheusl, das kirchengässel, ...&amp;quot;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Die Schäden müssen enorm gewesen sein, so musste die Spitalskirche in der Unteren Landstraße (Wiener Straße) neu errichtet werden. Die Baulast für die Erneuerung des Kremserturmes und der Befestigungen bis zum Wiener Tor fiel dem Stift zu. Die Behebung der Schäden dauerte bis nach 1500.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die lange Krise===&lt;br /&gt;
Einem neuerlichen Stadtbrand fielen 1512 die Westfassade mit den beiden Türmen und offensichtlich auch die Sakristei zum Opfer. Letzteres geht aus einer Bischofsurkunde von 1513 hervor. Demnach gewährte Bischof Wiguleus Fröschl dem Konvent die Erlaubnis, anstatt der bisherigen Almuzien aus schwarzem Lammfell solche aus billigeren Eichhornfellen zu tragen. Von der Doppelturmanlage wurde nur mehr der Südturm wiederhergestellt. Daneben gab es noch andere Gründe für den Niedergang. Da waren zunächst die Türkenkriege, die 1529 und 1532 die Stadt erreichten. Wenn auch die Stadt nicht unmittelbar betroffen war, so litten doch die stiftlichen Güter. Zusätzlich musste das Kloster die Quart und die Terz entrichten und immer wieder dem Landesfürsten Darlehen gewähren. Schon 1526 musste es Silber im Wert von 530 Mark abliefern. Schon 1525 leistete es ein Darlehen von 800 Gulden, 1537 und 1539 von 600 Gulden, und 1558 musste es den Stiftshof in Pulkau verpfänden, um ein Darlehen von 3.000 Gulden aufbringen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kamen die relativ kurzen Amtszeiten der Pröpste, von denen drei resignierten: [[Johannes Marquard]] (1515–1530), [[Johannes Perlasreuter]] (1530–1538) und [[Martin Renhofer]] (1538–1539). Unter Propst [[Leopold Hagen]] (1539–1563) erreichte das Stift seinen Tiefpunkt. Natürlich wirkte sich für das Kloster auch das Eindringen der Reformation negativ aus, was sich besonders im Rückgang der Konventualen zeigte. Dazu starben in den Seuchenjahren 1541/42 sieben Konventualen. 1544 betrug ihre Zahl noch zwölf, 1561 waren es nur mehr sechs, 1566 vier, wobei einer sich auf der Stiftspfarre [[Retz]] befand. Ab Propst [[Georg Hueber]] (1569–1575) besserte sich die Personallage. In der Stadt kam der Protestantismus um 1560 zum Durchbruch. Gemeinsam mit dem Propst wurde der Prediger für die Frauenkirche (einstige Leutkirche auf dem jetzigen Domplatz) bestellt. Der Stadtrat machte daraus ein alleiniges Recht und bestellte protestantische Prediger. Daraufhin ließ Propst Georg die Kirche sperren. In seinem Todesjahr 1575 fand noch eine Visitation statt, die ein erfreuliches Bild zeichnete. Unter seinem Nachfolger [[Melchior Schad]] (1576–1598) schlitterte das Stift allerdings in tiefe Schulden und musste zeitweilig administriert werden. Seine Nachfolger [[Eucharius Warmuth]] (1598–1599) und [[Johannes Meringer]] (1600–1601) regierten nur wenige Monate. Unter Propst [[Johannes Metz]] (1601–1611) wurde in St. Pölten eine Visitation durch Offizial Melchior Khlesl durchgeführt. Einige Tage vor dem Tod seines Nachfolgers [[Johannes Roth]] aus Dinkelsbühl (1612–1621) kam es zu einem katastrophalen Stadtbrand, der auch das Stift schwer traf. Nach drei nur kurz regierenden Pröpsten wurde 1628 [[Wolfgang Panckhammer]] zum Propst gewählt. Er war ein frommer Mann und guter Güterverwalter, hatte aber den Konvent nicht im Griff und wurde sogar von den eigenen Chorherren mit Säbel und Pistole bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Blütezeit seit Propst Fünfleutner=== &lt;br /&gt;
Erst die Visitation durch den Klosterneuburger Propst brachte eine entscheidende Wende zum Besseren. Propst [[Bernhard Enoch von Waitz|Bernhard]] von [[Stift Klosterneuburg|Klosterneuburg]] bot den St. Pöltnern auch einen Novizenmeister an, was vermutlich den Eintritt des [[Johannes Fünfleutner]] 1630 in das Stift zur Folge hatte. Er sollte zum bedeutendsten Propst des Stiftes werden. Fünfleutner wurde um 1589 in Schärding am Inn geboren; er war bürgerlicher Abkunft. Er erlangte den Doktorgrad der Medizin an der Universität Padua, war 1626 Dekan der medizinischen Fakultät in Wien, nahm 1628/1629 an einer kaiserlichen Gesandtschaft nach Konstantinopel teil und fungierte 1629 als Rektor der Wiener Universität (als Propst hatte er 1644 nochmals dieses Amt inne). Erst im Kloster dürfte er seine theologische Ausbildung erhalten haben. Es ist auch zu vermuten, dass er von seiner früheren Tätigkeit her ein größeres Vermögen mitbrachte. Er wurde bald Kämmerer und Stiftsdechant und nach dem Tod Panckhammers ging er siegreich aus der Neuwahl des Propstes am 17. Februar 1636 hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Tätigkeit als Propst durch 25 Jahre kam es zu 28 Neueintritten ins Kloster, wovon allerdings sieben Chorherren vor ihm starben. Bei der Neuwahl nach seinem Tod gab es immerhin 21 Konventualen. Zu seinen großen Leistungen gehörte der Neubau des Klosters. Somit entstand jenes Gebäude, das weitgehend mit dem heute noch bestehenden Bistumsgebäude identisch ist. Dies ersieht man aus einer Federzeichnung aus dem Jahr 1653, die im Diözesanmuseum aufbewahrt wird. Nur der Gästetrakt (heute Bischofstrakt) wurde im 18. Jahrhundert hinzugefügt. Er unterstützte den Wiederaufbau des Franziskanerklosters und sorgte für eine erste Barockisierung der Stiftskirche. Auf Fünfleutner geht auch die Errichtung der Kapelle zu Ehren der hl. Barbara zurück, die sich vor dem Wilhelmsburger Tor befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Belebung der Frömmigkeit des Volkes führte er 1636 die Mariazeller Wallfahrt ein und 1646 die Manker Wallfahrt, die bis in die Gegenwart durchgeführt wird. Auf Initiative der Bürgerschaft reaktivierte er die Sebastianibruderschaft und errichtete 1646 die Rosenkranzbruderschaft, die breiten Anklang über St. Pölten hinaus fand. Fünfleutner starb am 29. Jänner 1661 im Alter von 72 Jahren. Sein Grabstein im rechten Seitenschiff der Domkirche rühmt ihn als Ratgeber dreier Kaiser, Erbhofkaplan, Rektor der Wiener Universität, Erbauer des Münsters in St. Pölten und Erneuerer des religiösen Lebens. Seine beiden Nachfolger [[Gabriel Kölsch]] (1661–1669) und [[Patrizius Zeller]] (1670–1683) konnten gut weiterarbeiten. Immerhin wurde im Stift Moraltheologie und zeitweilig auch Philosophie doziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verheerend wirkte sich der Türkeneinfall von 1683 auf die Stiftsgüter aus. Zwei Chorherren fanden als Pfarrer den Tod. Propst Zeller floh nach Linz, wo er noch im gleichen Jahr starb. Ungefähr 200 Untertanen wurden verschleppt, über 5.000 Stück Vieh geraubt und 120 Häuser verbrannt oder geplündert. Die Kirchen in Weißenkirchen an der Perschling, Obergrafendorf und St. Georgen am Steinfeld und die Pfarrhöfe in Kasten und Gerersdorf wurden beschädigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur kurz währte die Amtszeit von Propst [[Hieronymus Griesmayr]] (1683–1688). Mit Propst [[Christoph Müller]] von Prankenheim (1688–1715) kam wiederum eine energische Persönlichkeit an die Spitze der Kanonie. Er ließ den Kirchturm erhöhen und in seine heutige Form bringen. Auch schaffte er ein neues Geläute an, das noch weitgehend erhalten ist. Er war auch auf die Vergrößerung des Stiftsbesitzes bedacht. So erwarb er die Ochsenburg für das Stift zurück, kaufte den Schwaighof südlich der Stadt und ließ ihn künstlerisch ausstatten. Ebenso erneuerte er den Lesehof in Joching in der Wachau und den Stiftshof in Pulkau. Doch war er auch wissenschaftlich tätig und verfasste eine Stiftsgeschichte, die dann in Werken von Duellius und Maderna Eingang fand. Unter Propst Christoph fand eine Änderung der Kleidung der Chorherren statt. Anstatt Weiß wurde nunmehr Schwarz getragen, was sich allerdings schon früher abgezeichnet hatte. Zu seinem Nachfolger wurde der 34-jährige aus Melk stammende [[Michael Führer]] gewählt. Beim Tod seines Vorgängers wurden 115.500 Gulden Schulden festgestellt, denen allerdings 50.000 Gulden Aktiva gegenüberstanden. Auf Grund der prekären Lage musste Führer versprechen, die Gebäude zu erhalten und nur notwendige Neubauten zu errichten, sowie die Konventualen bei wichtigeren Angelegenheiten zu konsultieren. Ringsum hatte der &amp;quot;Bauwurm&amp;quot; die Prälaten erfasst. So entwarf Führer auch einen Plan zur Barockisierung der Stiftskirche, wahrscheinlich auf Pläne Prandtauers zurückgehend, der auf hohem Niveau verwirklicht wurde. Auch in den Stiftspfarren wurde gebaut und in Nutzbauten in den Weinbaugebieten investiert. Wegen der hohen Auslagen kam es 1722 zu einer Revolte im Konvent. Einige Chorherren richteten eine Klageschrift an die Regierung, in der dem Propst Verschleuderung des Stiftsgutes vorgeworfen wurde. Propst Führer, der durchaus auch Anhänger im Konvent hatte, rechtfertigte sich: Gerade der Weinbau sei für das Stift wichtig, bestehe doch das Haupteinkommen des Stiftes aus dem Weinbau und Weinzehent. Zudem zahle man für den Eimer Grinzinger zehn Gulden, während der aus anderen Lagen nur die Hälfte erbringe. Er verteidigte auch seine Bautätigkeit und die Anschaffung von Chorgestühl und neuer Orgel für die Kirche; zugleich verwies er auf die notwendige, aber teure Gastlichkeit. Die Regierung nahm diese Rechtfertigung zur Kenntnis. Führer fühlte sich gestärkt. So setzte er die Theologieprofessoren ab und schickte die Kleriker zum Studium zu den Franziskanern. Auch den anderen Opponenten entzog er ihre Funktionen und forderte strikten Gehorsam. 1722 bis 1725 war Führer einer der zwei Vertreter des niederösterreichischen Prälatenstandes im niederösterreichischen Landtag, und 1725 bis 1728 gehörte er dem Verordnetenkollegium des Landtages an. Da er meist in Wien wohnte, kaufte er für das Stift das Haus Krugerstraße 5 und ließ es renovieren, was den Schuldenstand noch erhöhte. Nach seiner Rückkehr aus Wien widmete er sich erneut der Bautätigkeit, sollte doch die Barockisierung der Stiftskirche zum Tausendjahrjubiläum des Klosters im Jahr 1740 vollendet sein. Aber auch außerhalb der Stadt ließ er die stiftlichen Gebäude erneuern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Stift selbst begann er 1727 mit dem Ausbau der Bibliothek und dem Neubau eines Gartenhauses. 1735 kam es zur Neueinwölbung der Stiftskirche, in der Folge wurde ihre Einrichtung geschaffen. Auf Führer geht auch die Prälatenstiege und der neue Gästetrakt (heute Bischofstrakt) im Nordosten zurück, ebenso das neue untere Tor (heute Bischofstor).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1737 wurde mit [[Hippolyt Wolff]] durch die Kapitularen ein neuer Dechant gewählt, der schon länger zu den Opponenten Führers gehört hatte. Nachdem er sich einen Einblick in die finanzielle Situation verschafft hatte, erhob er Anklage gegen den Propst: Dieser habe gegen 200.000 Gulden illegal Schulden gemacht. Diesmal griff der Kaiser durch den Klosterrat entschieden ein. Führer wurde 1739 seines Amtes enthoben. Untersuchungen brachten Schulden von etwa 380.000 Gulden zum Vorschein. Davon hatte er 181.000 mit dem gefälschten Konventsiegel und etwa 60.000 Gulden allein auf seinen Namen aufgenommen. Der Propst musste das Kloster verlassen und wurde auf der Ochsenburg, im [[Stift St. Florian]] und dann in Korneuburg interniert. Während des Baierneinfalls 1741 tauchte er wieder im Kloster auf, musste aber dann 1742 bis zu seinem Tod 1745 in Bruck an der Leitha leben. Die Mehrheit der Kanoniker und auch die Stadtbevölkerung blieb ihm treu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Ausklang===&lt;br /&gt;
Nach dem Abgang Führers wurde das Stift administriert. Dechant Wolff hatte keine glückliche Hand. Sein Nachfolger, der Klosterneuburger Chorherr [[Bernhard Paul]] (Administrator 1741–1747), konnte den Schuldenstand zwar etwas reduzieren, hatte aber mit dem zerstrittenen Konvent seine Not. Nun wurde wiederum Wolff bestellt (1747–1753), der aber zahlreiche Gegner hatte. Erst unter [[Matthis Alteneder]] kam das Kloster in ruhigere Bahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sich die Schulden auf 222.000 Gulden vermindert hatten, wurde 1755 eine neue Propstwahl gestattet. Gewählt wurde Alteneder, der bis zu seinem Tod 1779 den Schuldenberg auf 34.790 Gulden reduzieren konnte. Auch unter seinem Nachfolger [[Ildephons Schmidbauer]] (1779–1784) hielt die positive Entwicklung an. Zur Zeit der Klosteraufhebung waren nur 15.000 Gulden Passiva gegeben. Auch der Personalstand war mit 32 bzw. 37 Mitgliedern erfreulich. Man kann mit Recht von einer späten Blüte des Klosters sprechen. Das Stift fand sein Ende nicht wegen Missständen oder Misswirtschaft, es fiel vielmehr den Diözesanplänen Kaiser Josephs II. zum Opfer. Dieser befahl am 9. Juni 1784 die Aufhebung des Klosters, die am 1. Juli vollzogen wurde. Schmidbauer wurde an der ehemaligen Domkirche in Wiener Neustadt Propsteipfarrer (verstorben 1791). Die Klostermitglieder traten in den Dienst der Diözesen St. Pölten und Wien. Am 25. Jänner 1847 starb als letzter ehemaliger St. Pöltner Chorherr [[Andreas Malachias Spitzl]], Pfarrer und Dechant in Bruck an der Leitha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche, rechtliche und soziale Verhältnisse==&lt;br /&gt;
===Wirtschaftliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Über die Wirtschaftsgeschichte liegen bisher keine gründlichen Untersuchungen vor. Es gibt keine Gründungsurkunde und keine frühen Urbare. Dagegen ist der Besitzstand aus der Zeit der Aufhebung bekannt. Demnach lag St. Pölten nach den Großklöstern Klosterneuburg, Melk und Göttweig, wenn auch mit Abstand, an etwa vierter Stelle. Eine Urkunde Papst Alexanders III. (1159–1181) nahm das Stift mit seinen Besitzungen in Schutz. Darin werden zunächst alle dem Stift gehörigen Kirchen aufgezählt: St. Pölten (mit dem Marktrecht), [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Böheimkirchen (hl. Jakobus)|Böheimkirchen]], [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Kapelln (hl. Petronilla)|Kapelln]] mit den dazugehörigen Kirchen Weißenkirchen, Katzenberg, Haselbach, Würmla und Murstetten, die Pfarren [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#St. Christophen (hl. Christophorus, auch hl. Bartholomäus)|St. Christophen]] und [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Bruck an der Leitha (hl. Martin, nach 1529 Dreifaltigkeit)|Bruck a. d. Leitha]]. In der Pfarre St. Michael in der Wachau der halbe Zehent, in Pulkau und Zellerndorf der Drittelzehent, in Nalb und [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Pölten#Retz (hl. Stephanus)|Retz]] der halbe Zehent. Dann folgt die Aufzählung der Lehen und Huben des Stiftes. Die lagen zumeist in der weiteren Umgebung von St. Pölten. Weiter entfernt waren Besitzungen in Pillichsdorf, Ollersdorf und Waltersdorf. Davon gehen die drei Pfarren Böheimkirchen, Kapelln und St. Christophen auf eine Schenkung Bischof Berengars (1013–1045) zurück. Die Pfarre Bruck gab 1159 Bischof Konrad dem Stift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Urkunde Bischof Rudigers von 1248 bringt ähnlich der Papsturkunde eine Aufzählung des Klosterbesitzes. Zunächst werden auch hier die Pfarren mit ihren exempten und nichtexempten Filialen aufgezählt: Bruck (Wilfleinsdorf, Arbesthal, Göttlesbrunn und die Nikolauskapelle in der Stadt), Kapelln (Jeutendorf, Weißenkirchen und Katzenberg), Böheimkirchen (Außer- und Innerkasten, Lanzendorf, Schildberg und Stössing), St. Christophen (Brand und Seebach), St. Pölten (Ober- und Unterpottenbrunn, Schlosskapelle Viehofen, Obergrafendorf, Weinburg, Haindorf, Kapelle Markersdorf, Hafnerbach, Schlosskapelle Pielach, Kapelle Karlstetten, Kapelle St. Georgen am Steinfeld). Als wesentlicher Zehentbesitz werden angeführt: St. Michael in der Wachau, Kottes, Meisling, Pulkau, Retz, Nalb, Mautern, Weiten und Melk jenseits der Donau. Der Hausbesitz wird detaillierter als in der Papsturkunde angegeben. Das Stift besaß damals etwa 350 dienstpflichtige Häuser. Der Schwerpunkt der Besitzungen lag zwischen Pielach und Perschling.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Schwerpunkte waren die Weingärten im Tullnerfeld (Amt Königstetten) und in Grinzing, deren Wein sich gut verkaufen ließ. Weitere größere Besitzungen gab es im Marchfeld (Ulrichskirchen); aber auch die Weingüter um Pulkau und Retz waren für das Stift bedeutsam. Ein weiteres Weinbaugebiet war in der Wachau (Joching), wo das Stift den Weinzehent, aber auch Eigengüter besaß. In der Umgebung von St. Pölten erwarb das Stift 1366 die Herrschaft Kasten, 1383 das kleine Gut Ochsenburg und bekam 1398 endgültig die Pfarre Hürm mit ihren Zehenten, nachdem es drei Viertel der Stadt an den Passauer Bischof abgetreten hatte. Natürlich ging auch immer wieder Besitz verloren oder wurde abgetauscht. Im Großen und Ganzen aber blieb der wichtigere Besitz konstant. Erst in der Neuzeit kamen einige Neuerwerbungen dazu. Bei der Inventarisierung anlässlich der Aufhebung des Stiftes 1784 ergab sich folgendes Bild. Das Gesamtvermögen wurde auf 518.033 Gulden berechnet, das jährliche Einkommen mit etwa 40.000 Gulden taxiert, womit das Stift zur begüterteren Hälfte der niederösterreichischen Klöster gehörte. Der Stiftsbesitz setzte sich zusammen aus der Stiftsherrschaft St. Pölten, den Herrschaften Hürm, Kasten, Retz (mit Pulkau), Ochsenburg, dem Freihof Harthof und dem Schwaighof. Dazu gehörten außerdem das Pfarrgut Bruck a. d. Leitha und das Haus in Wien Krugerstraße, das Propst Führer 1726 von den Tullner Dominikanerinnen erworben hatte. Die engere Stiftsherrschaft umfasste den stiftlichen Meierhof von St. Pölten mit 85 Joch Acker, 528 Joch Waldungen, 55 Joch Auen und 20 Joch Viehweide. Dazu gehörten die Lesehöfe in Grinzing mit 40 Viertel, mit 93 Viertel in Joching und 30 Viertel in Loiben, und in Königstetten mit 35 Viertel Weingärten, weiters 474 untertänige Häuser, von denen sich 41 in der Stadt befanden. Der meiste Zehentbesitz lag in den Pfarren St. Pölten, Pyhra, Böheimkirchen und Kapelln sowie in der Wachau (Weinzehent). Die Herrschaft Hürm besaß 48 Untertanen, Kasten 126, Retz mit dem Freihof Pulkau 100, die Herrschaft Ochsenburg (1699 wieder erworben) 50, der Harthof (1662 erworben) neun. Das Pfarrgut Bruck hatte 18 Untertanen und einige Weingärten im Joiser- und Neusiedlergebirge in Ungarn. Aus diesem doch recht ansehnlichen Wirtschaftskörper (ausgenommen das Gut Retz) wurde das Religionsfondsgut St. Pölten gebildet, das dann auch das Patronat über die ehemaligen Klosterpfarren bis 1938/39 innehatte. Allerdings waren bis zu dieser Zeit bereits zahlreiche Stücke veräußert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Rechtliche Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Das (Augustiner-)Chorherrenstift St. Pölten war immer ein Eigenkloster der Passauer Bischöfe. Ihnen stand daher auch die Obervogtei zu. Im 11. und 12. Jahrhundert hatten die Hochfreien von Perg, Verschwägerte der Babenberger, die Vogtei inne. Sie wird erstmals in einem Weistum um 1125 erwähnt, wobei es vor allem um die Marktrechte ging, die dem Kloster bereits 1058 oder früher (also vor Einführung der regulierten Chorherren) durch Kaiser Heinrich III. oder IV. gewährt worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1150 entzog Herzog Heinrich von Bayern (in Österreich Markgraf Heinrich II. Jasomirgott) dieses Recht und zwar auf Bitten seines Bruders Konrads, des Bischofs von Passau, und übergab die Vogtei dem Bischof. Doch bald übernahmen sie die Babenberger selbst (und später die Habsburger) als Lehen des Bischofs. Problematisch blieb lange Zeit das Verhältnis zum Passauer Bischof, der ja die Oberhoheit in der Stadt besaß, obwohl er nur einen Teil der Häuser innehatte. Zu einem Ausgleich kam es erst 1367, als das Stift auf die Marktrechte und Zölle und alle Häuser mit Ausnahme die des Klosterviertels verzichtete. Die Spannungen verlagerten sich nun auf das Verhältnis zur Stadt, da das Kloster auch ein Viertel der Stadtmauer zu erhalten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intensiver wurde der Einfluss des Landesfürsten im 16. Jahrhundert, als König Ferdinand Klostervisitationen vornehmen ließ und der Landesfürst ab 1568 durch den Klosterrat unmittelbar Einfluss auf das Klosterleben ausübte. Für Außenbesitzungen gab es wenig belegte Untervögte. Eine eigenartige Beziehung bestand zum Kollegiatstift Marz(-Hierpach) im damaligen Ungarn, das um 1220 durch die Familie Osl gegründet worden sein dürfte. Dafür stellte das Stift St. Pölten mehrere Pröpste, wie aus dem Nekrolog hervorgeht, wo sie als &amp;quot;fratres&amp;quot;, also als Konventmitglieder, bezeichnet werden. Eine Ernennungsurkunde aus dem Jahr 1295 hat sich erhalten. 1438 verzichtet der St. Pöltner Propst auf das Ernennungsrecht und erlaubte der Gemeinde und den Pfarrleuten, den Propst von Marz selbst zu wählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Verhältnisse===&lt;br /&gt;
Über die Herkunft der St. Pöltner Kanoniker vor 1080 gibt es keine Auskunft. Die ersten Augustinerpröpste entstammten wahrscheinlich dem höheren Adel, wie etwa der spätere Passauer Bischof [[Reginbert]] (1138–1147), der vorher Propst in St. Pölten war. Ansonsten gehörten die meisten Chorherren dem niederen Adel an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert verstärkte sich der Anteil der Bürgerlichen vor allem aus Wien, Tulln und Wiener Neustadt. Ausländer, wie etwa Propst [[Johannes Moravus]] (1370–1372), finden sich selten. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mehren sich Eintritte aus Bayern und Vorderösterreich. Im 17. und 18. Jahrhundert überwogen wieder die Eintritte aus der näheren und weiteren Umgebung. Darunter waren auch immer wieder Nobilierte. Eine erste Aufzählung des Konvents gibt es um 1190, als zehn Chorherren angeführt werden; der Zusatz &amp;quot;et ceteri fratres&amp;quot; weist auf mehr hin. Exakter wird die Anzahl der Chorherren erstmals in einer Urkunde von 1259 mit zwölf Priestern ohne Propst angeführt. 1273 bestand der Konvent aus 14 Priestern und einer nicht genannten Zahl von Klerikern mit niederen Weihen und Konversen. Die Zahl dürfte weiter gestiegen sein, da Herzog Albrecht III. 1380 die Höchstzahl der Klosterinsassen mit 24 festlegte. Im 15. Jahrhundert waren es zwischen 15 und 22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Krise des 16. Jahrhunderts wirkte sich in St. Pölten aus. Zwar verließ nur ein Chorherr den geistlichen Stand, doch machte sich der Mangel an Nachwuchs bemerkbar. Zudem starben 1541/42 sieben Mitglieder an der Seuche, sodass 1544 der Konvent nur mehr aus zwölf Mitgliedern bestand. Im Haus lebten sechs Priester und zwei Kleriker, auf den Stiftspfarren wirkten vier Priester. Von 1561 bis etwa 1590 betrug die Zahl meist nur vier bis sechs. Um 1600 aber waren es bereits zehn. 1611 und 1623 gab es zwölf Wahlberechtigte. Unter Propst Fünfleutner nahm der Konvent endlich einen Aufschwung; bei seinem Tod 1661 war der Konvent auf 21 gestiegen und erreichte 1675 sogar 30. Bei der Propstwahl von 1715 waren 24 Konventualen stimmberechtigt. Um 1740 gab es etwa 30, im Jahr der Aufhebung 1784 32 Konventualen. Im Mittelalter war offensichtlich das Institut der Konversen von größerer Bedeutung. Im Nekrolog werden 104 angeführt; ihre Zahl dürfte aber höher gewesen sein. Davon gehören etwa zehn noch dem 12. Jahrhundert an. Ebenfalls zehn gehören dem beginnenden 14. Jahrhundert an. Dann bricht die Institution ab. Im Nekrolog werden 85 weibliche Konversen angeführt, wobei unklar bleibt, wie weit es sich um Mitglieder des Frauenkonvents handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bau- und Kunstgeschichte==&lt;br /&gt;
Es wurden bisher keinerlei Reste aus der Karolingerzeit gefunden. Für die Stiftskirche sind Weihedaten zu 1065, 1150 und 1228 überliefert. Eine weitere Weihe dürfte um 1280 stattgefunden haben. Von der ältesten Kirche sind an der Nordmauer auf der Kreuzgangseite romanische Fenster zu sehen. Der jetzige Kirchenbau geht wohl auf den Beginn des 13. Jahrhunderts zurück. Dagegen dürfte die Doppelturmanlage der Westfassade älter sein. Das alte Aussehen der Kirche ist noch in der Rosenkranzkapelle erhalten, die zwei Joche des rechten Seitenschiffs umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Brand von 1512 wurde der Nordturm nur mehr bis zur Höhe das Daches wiederhergestellt, der Südturm wurde 1560 aber höher als bisher ausgebaut und erhielt 1693 seine heutige Form. Der Plan zu einer barocken Scheinfassade mit dem Südturm als Zentrum kam nicht zur Ausführung. Im Inneren bewahrt die Kirche die dreischiffige romanische Anlage, wurde aber im 18. Jahrhundert vollständig barockisiert. Eine erste barocke Einrichtung erhielt die Kirche unter Propst Fünfleutner; 1648 wurden fünf Seitenaltäre geweiht und 1658 durch Tobias Pock das Hochaltarbild geschaffen, das einzig erhaltene Stück dieser Phase. Propst Führer führte unter Leitung von Jakob Prandtauer und Josef Munggenast eine radikale Neugestaltung durch. Die Kirche wurde barock gewölbt und die romanischen Pfeiler mit Stuckmarmor verkleidet. Freskenmaler waren Thomas Friedrich Gedon, Antonio Tassi, Daniel Gran und Bartolomeo Altomonte. Der Hochaltar ist eigentlich nur eine Wandgliederung mit dem alten Maria-Himmelfahrtsbild von Pock. An den Seitenaltären arbeiteten prominente Künstler wie Jakob Ch. Schletterer (Kreuzaltar) mit, der auch die zwei Sandsteinreliefs in den Seitenschiffen schuf. Die Altarbilder stammen zumeist von Daniel Gran. Die St. Pöltner Kunsthandwerker Hippolyt Nallenburg und Peter Widerin schufen die Kanzel und das Chorgestühl. Bemerkenswert sind auch die Beichtstühle. Von den Grabdenkmälern sei nur auf das Fünfleutners im rechten Seitenschiff verwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche wurde seit ihrer Fertigstellung um 1747 kaum verändert. Neu ist das Denkmal für Bischof Kerens. 1856/58 mussten die Plastiken des Hochaltars erneuert werden. Der Volksaltar stammt von 1983. Das Stiftsgebäude wurde nach dem Brand von 1621 in frühbarocker Form bis 1650 praktisch neu errichtet, auch wenn die alte Anlage drei Höfe gehabt haben dürfte. Der Kreuzganghof wurde vergrößert. Der Brunnenhof dürfte die alte Substanz behalten haben. Der Binderhof blieb zwar in der Gestalt gleich, doch bekam er eine neue Funktion. Statt Getreidespeicher und Binderei wurden Wohnungen für die Domherren und Büros für die Bistumsverwaltung geschaffen. Weitere Änderungen im Inneren gab es unter Propst Müller, unter dem die beiden Sakristeien und das Oratorium ausgebaut wurden. Unter Propst Führer kam es zum Bau des Gäste(Bischofs-)trakts und des dorthin führenden Stiegenhauses  mit dem qualitätvollen Sandsteinrelief sowie zur Ausgestaltung der Bibliotheksräume, die unvollendet blieben; weiters ließ er das Einfahrtstor an der Ostseite errichten (1908 zurückversetzt) sowie 1726 das Gartenhaus. Einzelne Reste erinnern an die ältere Klosteranlage. So einige romanische Bögen im Brunnenhof und am Domplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgrabungen brachten im Kreuzganghof und unter der Domherrensakristei (1949, 1980, 1982) die Heilig-Geist-Kapelle und den alten Kapitelsaal mit zwei Altären zum Vorschein. Das alte Refektorium wurde etwas südlich vom jetzigen Sommerrefektorium ergraben; es dürfte schon im 15. Jahrhundert abgekommen sein. Aus der Zeit des Chorherrenstiftes stammen noch einige liturgische Geräte und Paramente. Zwei Monstranzen aus dem 18. Jahrhundert, ein Ziborium von 1608, eine Reihe von Kelchen, wovon der älteste von 1479 (?) stammt, ein anderer von 1524, und einige weitere aus der Barockzeit. Unter den Reliquiaren ist ein Kreuzreliquiar aus dem frühen 15. Jahrhundert von besonderer Bedeutung. Von den Ornaten seien der 1726 durch Propst Führer um 12.000 Gulden angeschaffte rote Ornat und der Altenederornat von 1760 erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bibliothek==&lt;br /&gt;
Über der Geschichte der Bibliothek waltete kein guter Stern. Zwar dürfte um 1200 die Wissenschaftspflege im Kloster geblüht haben, wie auch aus der späteren &amp;quot;Vita Altmanni&amp;quot; hervorgeht, doch hat sich nicht allzuviel erhalten. Ab 1200 werden immer wieder &amp;quot;scholastici&amp;quot; erwähnt. Die meiste Information liefert der Bibliothekskatalog des Albert Maderna von 1761. Die ältesten Handschriften betreffen Bibel und Liturgie. Ein Missale (Hs. 14) reicht in das frühe 13. Jahrhundert zurück, ebenso zwei Lektionare (Hs. 60 und 41). Unter Propst [[Heinrich]] (1252–1268) wurden zahlreiche Handschriften aus Passau zum Kopieren entlehnt, die vor allem kanonistischen Inhalt hatten. Die St. Pöltner Pröpste waren häufig als delegierte Richter tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts bestand eine Buchmalschule, wenn auch auf bescheidenem Niveau. In diesem und dem folgenden Jahrhundert kam es offensichtlich zu einem Aufschwung der Wissenschaftspflege. Beigetragen dazu hat die enge Verbindung mit der Wiener Universität ab 1380. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts dürfte die Bibliothek etwa 200 Handschriften und 220 Frühdrucke umfasst haben. Von den Handschriften sind nur mehr 80 erhalten, von den Frühdrucken etwa 140. Abgesehen von den liturgischen Büchern waren Handschriften mit Ketten befestigt und lagen auf Pulten. Die Spuren davon sind noch zu sehen. Vermutlich befand sich die Bibliothek oberhalb der Sakristei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1439 kam es zur Stiftung von 100 Pfund für die Einrichtung der Bibliothek, wohl zur Anschaffung der Pulte. Nach dem Neubau wird 1653 die Bibliothek im Bereich des heutigen Dompfarramts ausgewiesen. Vor 1722 begann Propst Führer mit dem Ausbau der Bibliothek und deren kostbarer Ausschmückung, die aber nie vollendet wurde. Als Freskanten waren Paul Troger und Daniel Gran tätig. Das 16. Jahrhundert bringt nur wenig Nachrichten zur Bibliothek. Ein Umschwung setzte mit Propst Fünfleutner (1636–1661) ein, der von seiner früheren Tätigkeit als Professor für Medizin vor allem medizinische Werke mitbrachte. Seit etwa 1660 wurde im Kloster auch Theologie doziert, was zur Vermehrung der theologischen Werke führte. Mit [[Raimund Duellius]] (1693–1769) trat erstmals ein hauptberuflicher Bibliothekar in Erscheinung. Ihm folgte [[Albert Maderna]] (1703–1780), der eine Neuaufstellung der Bibliothek vornahm und 1756 dazu auch einen Katalog herausgab. Bei der Inventarisierung des Klostervermögens 1784 wird die Bibliothek nur summarisch erwähnt. Sie ging 1785 in den Besitz der neu gegründeten Diözese über und wurde Grundstock der Diözesanbibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Archiv== &lt;br /&gt;
Bereits 1250 wird von einer Devastierung bei den Klosterurkunden berichtet. Wohl deswegen kam es zur Anlegung von Kopialbüchern. Nach der Krise des 16. Jahrhunderts brachte der historisch interessierte Propst Müller (verstorben 1716) das Archiv wieder in Ordnung. Aber zwischen 1725 und 1846 gab es große Verluste. Eine gewisse Schuld dürfte beim Stiftsmitglied Raimund Duellius gelegen sein, der für sein Werk &amp;quot;Excerpta genealogico-historica saec. XII., XIII., XIV., XV., XVI&amp;quot; 325 Urkunden behandelte, von denen heute nur mehr 42 Stück erhalten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Franzoseneinfall 1741 wurde das Archiv neuerlich in Unordnung gebracht. Mit der Aufhebung des Stiftes fiel das Archiv in den Wirkungskreis der Kameraladministration, der auch das Religionsfondsgut St. Pölten unterstellt war. Bei der Übernahme dürften die Akten und Kanzleiregistraturen als wertlos vernichtet worden sein. Erhalten blieben sechs Kopialbücher, einige Urbare und Grundbücher, 266 Urkunden und einige Akten. Davon gelangten fünf Kopialbücher und die anderen Stücke 1848 an das Staatsarchiv. 1860 bzw. 1862 und sogar noch 1934 kamen weitere neun Handschriften (Kopial-, Gerichts-, Lehen- und Dienstbücher) dorthin. Im Diözesanarchiv St. Pölten befinden sich nur ein Karton Akten, zehn Urkunden und sieben Bücher aus dem Klosterbestand, weiters das Archiv des Gutes Ochsenburg. Zur Erforschung der Klostergeschichte müssen also Bezugsarchive herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Rudolf Büttner: Aelium Cetium. Das Fortleben seines Namens im Mittelalter. In: Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen lnstituts 40 (1953), Beibl. Sp. 185ff. &lt;br /&gt;
* Rudolf Büttner: Propst Ulrich Feyertager. Seine Burgen und deren Geschichte. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich XXXVI (1964), S. 155–183.&lt;br /&gt;
* DEHIO-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich südlich der Donau. Teil 2. Horn / Wien 2003.&lt;br /&gt;
* Richard Kurt Donin: Der mittelalterliche Bau des Domes zu St. Pölten. Ein Beitrag zur Geschichte der romanischen Baukunst in Wien und Niederösterreich. In: Mitteilungen für Geschichte der Stadt Wien XII (1932), S. 163.&lt;br /&gt;
* Johann Fahrngruber: Aus St. Pölten. Bilder und Erinnerungen. St. Pölten 1885.&lt;br /&gt;
* Heinrich Fasching: Auseinandersetzung zwischen Konvent und Propst im Stift St. Pölten 1722. In: Hippolytus N.F. 6 (1984), S. 3–59. &lt;br /&gt;
* Heinrich Fasching: Dom und Stift St. Pölten und ihre Kunstschätze. St. Pölten-Wien 1985. Darin Beiträge von: Friedrich Schragl: Geschichte des Stiftes St. Pölten, S. 16–49; Mario Schwarz: Die Architektur der mittelalterlichen Klosterkirche, S. 50–70; Clara Bettina Wuhr: Archäologische Ausgrabungen im Kreuzgang, S. 71–76; Wilhelm Zorri: Der Neubau des Klosters in der Barockzeit, S. 77–91; Leonore Pühringer-Zwanowetz: Die Barockisierung der Stiftskirche, S. 92–96; Johann Kronbichler: Die künstlerische Ausstattung von Dom und Stift, S. 97–125.&lt;br /&gt;
* Heinrich Fasching: Propst Johann Michael Führer von St. Pölten. Absetzung und letzte Lebensjahre (1739–1745) (= 4. Beiheft zu Hippolytus N.F.). St. Pölten 1991.&lt;br /&gt;
* Johann Frast: Historische und topographische Darstellung von St. Pölten und seiner Umgegend etc. (=Kirchliche Topographie, I/7/2). Wien 1828.&lt;br /&gt;
* Walter Graf: Stifts- und Dommusik in St. Pölten. In: Die Domorgel. Festschrift anläßlich der Weihe der Domorgel zu St. Pölten. St. Pölten o. J. [1973], S. 6–26.&lt;br /&gt;
* Karl Gutkas: Werden und Wesen der Stadt St. Pölten. St. Pölten 1980.&lt;br /&gt;
* Hugo Hantsch: Jakob Prandtauer, der Klosterarchitekt des österreichischen Barock. Wien 1926.&lt;br /&gt;
* August Herrmann: Geschichte der Stadt St. Pölten. 2 Bände. St. Pölten 1917–1930.&lt;br /&gt;
* Sonja Horn: Des Propstes heilkundlicher Schatz. Medizinische Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts in der Bibliothek des ehem. Augustiner-Chorherrenstiftes St. Pölten (= Beiträge zur Kirchengeschichte Niederösterreichs 9). St. Pölten 2002. &lt;br /&gt;
* Richard Hübl: Die Gegenreformation in St. Pölten. St. Pölten 1966.&lt;br /&gt;
* Josef Karas: Der Dom zu St. Pölten. Ein Führer durch seine Geschichte und Kunst. St. Pölten 1935.&lt;br /&gt;
* Josef Karas: Eine kunstgeschichtliche Führung durch den oberen Kreuzgang im Bistumsgebäude. In: Der Traisengau (1935/36). S. 121–131.&lt;br /&gt;
* Thomas Karl: Zur historischen und städtebaulichen Entwicklung St. Pöltens vom frühen Mittelalter bis zur beginnenden Stadterweiterung um 1850. In: Österreichische Kunsttopographie Bd. LIV. Die Kunstdenkmäler der Stadt St. Pölten. Horn 1999, S. LXIII–LXXXV.&lt;br /&gt;
* Johann Kronbichler, Susanne Kronbichler: Diözesanmuseum St. Pölten, Katalog der ausgestellten Objekte. St. Pölten 1984.&lt;br /&gt;
* Johann Kronbichler, Susanne Kronbichler: 100 Jahre Diözesanmuseum St. Pölten 1888–1988, Sonderausstellung 1988. St. Pölten 1988.&lt;br /&gt;
* Volker Lutz: Stadt und Herrschaft St. Pölten 1491–1785. St. Pölten 1975.&lt;br /&gt;
* Österreichische Kunsttopographie Bd. LIV. Die Kunstdenkmäler der Stadt St. Pölten und ihrer eingemeindeten Ortschaften. Horn 1999.&lt;br /&gt;
* Eduard Sacken: Archäologische Wegweiser durch Niederösterreich. Wien 1878.&lt;br /&gt;
* Friedrich Schragl: Glaubensspaltung in Niederösterreich. Wien 1973.&lt;br /&gt;
* Friedrich Schragl: Kirchen und Kapellen im mittelalterlichen St. Pölten. In: Juste, pie, fortiter. Festschrift für Bischof Franz Zak. St. Pölten / Wien 1981, S. 146–167.&lt;br /&gt;
* Hans Weigl: Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich I. Wien 1964, S. 210.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: Das Diözesanarchiv St. Pölten. Behörden und Institutionen, ihre Geschichte und Bestände. St. Pölten 1959.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: Die Diözesanbibliothek in St. Pölten. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege XXI (1967), S. 155–163.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: Die Klosteraufhebungen in Niederösterreich und Wien. Wien / München 1967.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: St. Pöltner Zehentbesitz im südöstlichen Waldviertel und in der Wachau. In: Das Waldviertel 18 (1969), S. 272–277.&lt;br /&gt;
* Gerhard Winner: Zur Bibliotheksgeschichte des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstiftes St. Pölten. In: Translatio Studii. Collegeville Minnesota 1973, S. 48–74.&lt;br /&gt;
* Josef Wodka: Personalgeschichtliche Studien über das ehemalige Chorherrenstift St. Pölten. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich XXVIII (1939–43), S. 148–206.&lt;br /&gt;
* Josef Wodka: Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift St. Pölten. In: Beiträge zur Stadtgeschichtsforschung. Festschrift der Stadtgemeinde St. Pölten. Hg. anlässlich der 800-Jahrfeier der Verleihung des ersten Stadtrechtes. St. Pölten 1959, S. 156–198.&lt;br /&gt;
* Josef Wodka: Das Nekrologium des einstigen Chorherrenstiftes St. Pölten als Geschichtsquelle. In: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich XXXVI (1964), S. 48–57.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Ubald Ewald Kostersitz</title>
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		<updated>2022-03-04T07:40:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Ubald Ewald Kostersitz&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1828-12-12&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Littau/Litovel (Mähren)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1847-09-26&lt;br /&gt;
|Profess=1850-09-29&lt;br /&gt;
|Primiz=1852-07-25&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1902-10-03&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Klosterneuburg (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/132947064&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 255–256. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n275/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Holubar (Hg.): Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche und statistische Daten. Klosterneuburg &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2014, S. 290f.&lt;br /&gt;
|Hat Bild=Ubald Ewald Kostersitz.jpg&lt;br /&gt;
|Hat Bildunterschrift=Porträt des Propstes Ubald Kostersitz&amp;lt;br /&amp;gt; Öl auf Leinwand von Wenzel Ottokar Noltsch (1890)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ubald Ewald Kostersitz, * 12. Dezember 1828 in Littau/Litovel (Mähren), † 3. Oktober 1902, war Chorherr und von 1882-1902 der 60. Propst des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
===Vom Klostereintritt bis zur Propstwahl===&lt;br /&gt;
Als Sohn des k. k. Grundbuchverwalters Josef Kostersitz absolvierte er die Gymnasial- und philosophischen Studien mit ausgezeichnetem Erfolg in Olmütz, wo er zugleich wegen seiner musikalischen Begabung seine Stimme in den Dienst der fürsterzbischöflichen Metropolitankirche stellte. Am 26. September 1847 empfing Kostersitz in der Stiftskirche der Augustiner-Chorherren von Klosterneuburg das Ordenskleid, am 29. September 1850 beging er seine feierliche Profess und am 25. Juli 1852 die Primiz, nachdem er am 24. Juli 1852 zum Priester geweiht worden war. In den ersten Jahren seiner priesterlichen Wirksamkeit war er Lehrer an der damaligen stiftlichen Realschule sowie 1853 Präfekt der Sängerknaben des Stiftes und Regens Chori. 1855 kam er als Kaplan nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Wien, Nussdorf|Nussdorf]]. Von 1861 bis 1864 versah er die Stellungen eines Novizenmeisters und Pastoralprofessors an der theologischen Hauslehranstalt des Stiftes, von 1864 bis 1882 fungierte er als Kanzleidirektor, Archivar und Haushistoriograph. Am 22. November 1882 wählten ihn seine Mitbrüder zum Propst des Stiftes, und am darauffolgenden Tag wurde er vom Kardinal Dr. Ganglbauer benediziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Renovierung des Stiftes und Ausbau der Bibliothek===&lt;br /&gt;
Propst Ubald Kostersitz erwies sich während seiner Regierung als Förderer von Kunst und Wissenschaft. Unter ihm wurden die Kunstsammlungen des Stiftes neu aufgestellt und katalogisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu: Wendelin Boeheim: Die Schatzkammer und die Kunstsammlung im lateranensischen Augustiner-Chorherrenstifte Klosterneuburg. Wien 1889.&amp;lt;/ref&amp;gt; An diesen Arbeiten waren neben kunstverständigen Chorherren wie zum Beispiel [[Ivo Sebald]] Fachmänner beteiligt wie Albert Ilg, Direktor der kunsthistorischen Sammlungen des kaiserlichen Hauses, Wendelin Boeheim als Kustos der k. k. Hofwaffensammlung, Moritz Maria Weitenhiller, Vorstandsmitglied der k. k. Heraldischen Gesellschaft ''Adler'', Eduard Ritschel, akademischer Maler, oder der Kunsthistoriker Robert Stiasny. Die Stiftsbibliothek ließ Propst Ubald um sieben Räumlichkeiten vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrungen und Mitgliedschaften===&lt;br /&gt;
Ausgezeichnet mit den Titeln eines kaiserlichen und fürsterzbischöflichen Rates (1882), mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone, dem Komturkreuz des Franz Joseph-Ordens (1886) und dem Stern zum Komturkreuz (1896) sowie nach der Ernennung zum Mitglied des Herrenhauses (1887) starb er am 3. Oktober 1902 nach langem Leiden und wurde am 6. Oktober 1902 in der Chorherrengruft auf dem Friedhof der Oberen Stadt in Klosterneuburg beigesetzt. Kurze Zeit vorher hatte er sein goldenes Priesterjubiläum gefeiert. Vor seiner Wahl zum Propst arbeitete Kostersitz auch auf literarischem Gebiet. Er war zudem korrespondierendes Mitglied der k. k. Zentralkommission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Die Hundskehle in Klosterneuburg von ihrem Ursprung bis auf den heutigen Tag. Wien 1868. [https://books.google.at/books?id=7_1-rN0FZMIC&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)] &lt;br /&gt;
* Das ehemalige Cistercienser-Frauenkloster zu St. Bernhard V.-O.-M.-B. Wien 1868. [https://books.google.at/books?id=bwusC3z527oC&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PA1#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)] &lt;br /&gt;
* Monumenta sepulchralia eorumque epitaphia in collegiata ecclesia B. M. Virginis Claustroneoburgi. Wien 1881. [https://books.google.at/books?id=fK02AQAAMAAJ (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Das Chorherrenstift Klosterneuburg. In: Ein Chorherrenbuch: Geschichte und Beschreibung der Bestehenden und Anführung der aufgehobenen Chorherrenstifte. Augustiner und Prämonstratenser in Österreich-Ungarn, Deutschland und der Schweiz. Hg. von Sebastian Brunner. Würzburg 1883, S. 271–365.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Ralph Andraschek-Holzer: Klösterliche Geschichtsforschung in Niederösterreich 1600–2000. St. Pölten 2002 (Sonder- und Wechselausstellungen der Niederösterreichischen Landesbibliothek, 22), S. 29.&lt;br /&gt;
* Martina Griesser-Stermscheg: Die Kunstgeschichte ergänzen: Buntmetall und elektrische Glühbirnen: die Kirchenausstattung der Donaufelder Kirche im Zeichen des Wiener Sezessionismus. Wien 2009 (Konservierungswissenschaft, Restaurierung, Technologie, 5), S. 23 (zu Kostersitz' Beteiligung am Bau der Donaufelder Pfarre).&lt;br /&gt;
* Lothar Höbelt / Jiří Malíř / Johannes Kalwoda / Antonín Okáč (Hg.): Die Tagebücher des Grafen Egberg Belcredi 1850–1894. Nach editorischen Vorarbeiten von Antonín Okáč. Wien 2016 (Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, 110), S. 799.&lt;br /&gt;
* Floridus Röhrig: Art. Kostersitz, Ubald (Ewald). In: Österreichisches Biographisches Lexikon. Band 4 (1969), S. 154. [https://doi.org/10.1553/0x002823a1 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [https://www.parlament.gv.at/WWER/PARL/J1848/Kostersitz.shtml Kostersitz, Ubald (Ewald)] auf der Website des österreichischen Parlaments (Zugriff am 23. April 2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Berthold III. Ignaz Fröschl]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Pröpste des Stiftes Klosterneuburg|Propst des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1882–1902&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Bernhard III. Johannes Peitl]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Mähren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archivar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regens Chori]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sängerknaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaiserlicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fürsterzbischöflicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaplan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hauslehranstalt Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kanzleidirektor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter (Reichsrat)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franz-Joseph-Orden‏‎]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Magdalena Münsterin</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Magdalena Münsterin&lt;br /&gt;
|Geschlecht=weiblich&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1543-09-12&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Magdalena Münsterin, † 12. September 1543, war Chorfrau und von 1535-1543 Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in Klosterneuburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. I. Theil. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Lucia Golaterin]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Meisterinnen des Stiftes Klosterneuburg|Meisterin des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Kategorie:Meisterin]] [[Kategorie:Chorfrau]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
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|Name=Lucia Golaterin&lt;br /&gt;
|Geschlecht=weiblich&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1535-05-26&lt;br /&gt;
|Funktion=Meisterin&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Lucia Golaterin, † 26. Mai 1535, war Chorfrau und von 1517-1535 Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in Klosterneuburg. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1501-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten:  &lt;br /&gt;
Lucya, Lutzia, Lutzya, Lucia Goltaterin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. I. Theil. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295-297.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Katharina Raderin]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Meisterinnen des Stiftes Klosterneuburg|Meisterin des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1517-1535&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Magdalena Münsterin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Kategorie:Meisterin]] [[Kategorie:Chorfrau]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Katharina Raderin&lt;br /&gt;
|Geschlecht=weiblich&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1517-04-27&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)&lt;br /&gt;
|Funktion=Meisterin&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Katharina Raderin, † 27. April 1517, war Chorfrau und Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in Klosterneuburg. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1495-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Katerina Radern, Katerina Raderin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. I. Theil. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Catharina]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Meisterinnen des Stiftes Klosterneuburg|Meisterin des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1495-1517&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Kategorie:Meisterin]] [[Kategorie:Chorfrau]]&lt;/div&gt;</summary>
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}}&lt;br /&gt;
Margaretha Händlin, † 25. Mai 1510, war Konversin im [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstift St. Maria]] in Klosterneuburg. In dieser Funktion wird sie in den Jahren 1501-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Händlin, Heindln, Hendlin, Handlin, Hädin, Hädlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. I. Theil. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Kategorie:Chorfrau]] [[Kategorie:Konversin]]&lt;/div&gt;</summary>
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|Name=Margaretha Händlin&lt;br /&gt;
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|Institution=Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Margaretha Händlin, † 25. Mai 1510, war Konversin im [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstift St. Maria]] in Klosterneuburg. In dieser Funktion wird sie in den Jahren 1501-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Händlin, Heindln, Hendlin, Handlin, Hädin, Hädlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Kategorie:Chorfrau]] [[Kategorie:Konversin]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Person |Name=Margaretha Händlin |Geschlecht=weiblich |Sterbedatum=1510-05-25 |Institution=Stift Klosterneuburg (Frauenkloster) }} Margaretha Händlin, † 2…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Margaretha Händlin&lt;br /&gt;
|Geschlecht=weiblich&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1510-05-25&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Margaretha Händlin, † 25. Mai 1510, war Konversin im [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstift St. Maria]] in Klosterneuburg. In dieser Funktion wird sie in den Jahren 1501-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Händlin, Heindln, Hendlin, Handlin, Hädin, Hädlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Kategorie:Chorfrau]] [[Konversin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Lucia Golaterin&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
Lucia Golaterin, † 26. Mai 1535, war Chorfrau und von 1517-1535 Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in Klosterneuburg. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1501-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten:  &lt;br /&gt;
Lucya, Lutzia, Lutzya, Lucia Goltaterin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295-297.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Katharina Raderin]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Meisterinnen des Stiftes Klosterneuburg|Meisterin des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1517-1535&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Magdalena Münsterin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Kategorie:Meisterin]] [[Kategorie:Chorfrau]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Magdalena Münsterin</title>
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		<updated>2022-03-01T14:18:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Person |Name=Magdalena Münsterin |Geschlecht=weiblich |Sterbedatum=1543-09-12 |Institution=Stift Klosterneuburg (Frauenkloster) }} Magdalena Münsterin, †…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Magdalena Münsterin&lt;br /&gt;
|Geschlecht=weiblich&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1543-09-12&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Magdalena Münsterin, † 12. September 1543, war Chorfrau und von 1535-1543 Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in Klosterneuburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Lucia Golaterin]]&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Lucia Golaterin&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1535-05-26&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
Lucia Golaterin, † 26. Mai 1535, war Chorfrau und von 1517-1535 Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in Klosterneuburg. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1501-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten:  &lt;br /&gt;
Lucya, Lutzia, Lutzya, Lucia Goltaterin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295-297.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
Katharina Raderin, † 27. April 1517, war Chorfrau und Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in Klosterneuburg. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1495-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Katerina Radern, Katerina Raderin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
Katharina Raderin, † 27. April 1517, war Chorfrau und Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in KLosterneuburg. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1495-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Katerina Radern, Katerina Raderin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
Katharina Raderin, † 27. April 1517, war Chorfrau und Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in KLosterneuburg. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1495-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Katerina Radern, Katerina Raderin&lt;br /&gt;
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==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Katharina Raderin, † 27. April 1517, war Chorfrau und Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]] in KLosterneuburg. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1495-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Katerina Radern, Katerina Raderin&lt;br /&gt;
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==Literatur==&lt;br /&gt;
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* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
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Katharina Raderin, † 27. April 1517, war Chorfrau und Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]]. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1495-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Katerina Radern, Katerina Raderin&lt;br /&gt;
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==Literatur==&lt;br /&gt;
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* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
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Katharina Raderin war Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]]. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1495-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt; Namensvarianten: Katerina Radern, Katerina Raderin&lt;br /&gt;
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==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Kategorie:Meisterin]] [[Kategorie:Chorfrau]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
Katharina Raderin war Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria]]. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1495-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Kategorie:Meisterin]] [[Kategorie:Chorfrau]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Person |Name=Katharina Raderin |Geschlecht=weiblich |Institution=Stift Klosterneuburg (Frauenkloster) |Funktion=Meisterin }} Katharina Raderin war Meisterin…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Katharina Raderin&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
Katharina Raderin war Meisterin des [[Stift Klosterneuburg St. Maria Magdalena|Augustiner Chorfrauenstifts St. Maria Magdalena]]. In der Funktion als Vorsteherin wird sie in den Jahren 1495-1508 im Küchenrechnungsbuch des Chorfrauenstifts erwähnt. &amp;lt;ref&amp;gt;Küchenrechnungsbuch Chorfrauenstift Klosterneuburg, NÖLA HS StA 0424 [https://www.noela.findbuch.net/php/view.php?link=485320537441x424#&amp;amp;path=d8c7c76be1e66b6e30353538f6373f3637c76bf7d46ec76bf7d46ec56efdd0c76bf7d46e6be1edecedc76bf7d46ec6ece1edecedc6ece1333b38e1e1ecc739f13f].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hartmann Zeibig: Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts. Wien 1857 (Fontes Rerum Austriacum, 10), S. 295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg (Frauenkloster)]] [[Meisterin]] [[Chorfrau]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Balthasar Polzman</title>
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		<updated>2021-09-01T12:09:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Balthasar Polzman&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Wien&lt;br /&gt;
|Profess=1578/08/15&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1596/06/06&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Propst&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/119791986&lt;br /&gt;
|Quelle=Karl Holubar (Hg.), Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche und statistische Daten. Klosterneuburg &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2014, S. 283.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Balthasar Polzman, * in Wien, † 6. Juni 1596, war Chorherr und von 1584-1596 der 40. Propst des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Polzman war vor 1578 Domherr in Gran und Prediger der Diözese Tyrnau und trat 1578 ins [[Stift Klosterneuburg]] ein. Mit Erlaubnis des Nuntius Graf Bartholomäus von Portia (vom 30. Juni 1578) wurde er im Noviziat bereits Stiftsdechant. Am 15. Juli durch ein Breve Papst Gregors XIII. von den Pflichten des Noviziats dispensiert, legte er am 15. August 1578 die feierlichen Gelübde ab. 1580 wurde Polzman zum Administrator der Abtei Geras berufen und am 5. März 1584 wurde er zum Propst des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]] gewählt, am 9. Juni 1585 benediziert und infuliert. Seine gegenreformatorische Tätigkeit war vor allem auf die Pfarren gerichtet; hier brachte er wieder den katholischen Glauben zu seiner alten Geltung. Polzman starb am 6. Juni 1596 und wurde vier Tage später in einem prunkvollen Grabmal in der Afrakapelle der Stiftskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Kaspar Christiani]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Pröpste des Stiftes Klosterneuburg|Propst des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1584–1596&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Thomas von Rueff]] &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stiftsdechant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Administrator]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Domherr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzdiözese Gran (Esztergom)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Bernard_Appel&amp;diff=7811</id>
		<title>Bernard Appel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Bernard_Appel&amp;diff=7811"/>
		<updated>2021-09-01T12:01:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Bernard Appel&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1815/09/27&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Sichelsdorf (Böhmen)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1836/09/04&lt;br /&gt;
|Profess=1840/04/19&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1899/09/07&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Reichersberg&lt;br /&gt;
|Funktion=Propst&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 193. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n213/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Bernard Appel, * 27. September 1815 in Sichelsdorf in der Diözese Königgrätz (Böhmen), † 7. September 1899, war Chorherr und 1876-1899 der 66. Propst des [[Stift Reichersberg|Stiftes Reichersberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Appel trat am 4. September 1836 in das [[Stift Reichersberg]] ein, legte am 19. April 1840 die Profess ab und wurde am 24. Juli 1841 zum Priester geweiht. Appel bekleidete jahrelang das Amt eines Bibliothekars und Novizenmeisters, war von 1844 bis 1854 auch Stiftsdechant und kam 1861 als Pfarrverweser nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Reichersberg #Scheiblingkirchen|Scheiblingkirchen]] in Niederösterreich, wo er bis 1876 wirkte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Mai 1876 wählte ihn das Kapitel einstimmig zum 66.Propst des [[Stift Reichersberg|Stiftes Reichersberg]]. In dieser Stellung machte er sich durch praktische Bauten und Reparaturen im Stift und auf den Pfarreien verdient. Propst Bernard starb im Alter von 84 Jahren als Jubelpriester, Ritter des Leopold-Ordens, Konsistorialrat und Ehrenbürger von Reichersberg am 7. September 1899 an Herzlähmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Geschichte des regulirten lateranensischen Chorherrenstiftes des heiligen Augustin zu Reichersberg in Oberösterreich. Linz 1857 [http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10029432-9 (Digitalisat)].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Bartholomäus II. Pflanzl]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=Propst des Stiftes Reichersberg&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1876–1899&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Konrad Meindl]] &lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=Test3&lt;br /&gt;
|FUNKTION2=Dechant des Stiftes Reichersberg&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM2=1844–1854&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER2=Test4&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Böhmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Reichersberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothekar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Novizenmeister]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarrverweser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stiftsdechant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jubelpriester]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konsistorialrat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichisch-kaiserlicher Leopold-Orden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Peter_Hofmann&amp;diff=7806</id>
		<title>Peter Hofmann</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Peter_Hofmann&amp;diff=7806"/>
		<updated>2021-09-01T11:57:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Peter Hofmann&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1826/01/18&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Obergsies (Tirol)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1846/09/12&lt;br /&gt;
|Profess=1849/09/12&lt;br /&gt;
|Primiz=1850/07/28&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1892/01/22&lt;br /&gt;
|Institution=Kloster Neustift&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 307–308. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n327/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Peter Hofmann, * 18. Jänner 1826 in Obergsies (Tirol), † 22. Jänner 1892, war Chorherr des [[Kloster Neustift|Klosters Neustift]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hofmann trat am 12. September 1846 in das [[Kloster Neustift]] ein. Drei Jahre später legte er die Ordensgelübde ab und wurde am 28. Juli 1850 ordiniert. Kurze Zeit nach der Priesterweihe wurde er Kooperator in [[Liste der Pfarren des Klosters Neustift #Olang|Olang]], was er bis 1857 blieb. Hoffmann wurde im Jahr 1858 Präfekt der Sängerknaben im Stift, 1859 Kooperator in [[Liste der Pfarren des Klosters Neustift #Völs|Völs]] und von 1860 bis 1871 Professor am k. k. Gymnasium in Brixen. Danach ging er wieder in die Seelsorge und wirkte von 1871 bis 1878 als Lokalkaplan in [[Liste der Pfarren des Klosters Neustift #Geißelsberg|Geißelberg]]. Dann war er ein Jahr lang Ökonom im Stift, von 1879 bis 1883 Pfarrverweser in [[Liste der Pfarren des Klosters Neustift #Welschnoven|Welschnoven]] und zuletzt Pfarrverweser in Völs bis zu seinem Tod am 22. Jänner 1892. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Bemerkungen über das alte Missale von Völs. In: XIV. Programm des k. k. Gymnasiums in Brixen (1864), S. 1–20. [https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Medium/Seite/20409/4 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Tirol]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kloster Neustift]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Gymnasium)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sängerknaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kooperator]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökonom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarrverweser]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Ubald_Ewald_Kostersitz&amp;diff=7803</id>
		<title>Ubald Ewald Kostersitz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Ubald_Ewald_Kostersitz&amp;diff=7803"/>
		<updated>2021-09-01T11:57:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Ubald Ewald Kostersitz&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1828/12/12&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Littau/Litovel (Mähren)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1847/09/26&lt;br /&gt;
|Profess=1850/09/29&lt;br /&gt;
|Primiz=1852/07/25&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1902/10/03&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Klosterneuburg (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/132947064&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 255–256. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n275/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Holubar (Hg.): Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche und statistische Daten. Klosterneuburg &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2014, S. 290-291.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ubald Ewald Kostersitz, * 12. Dezember 1828 in Littau/Litovel (Mähren), † 3. Oktober 1902, war Chorherr und von 1882-1902 der 60. Propst des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
===Vom Klostereintritt bis zur Propstwahl===&lt;br /&gt;
Als Sohn des k. k. Grundbuchverwalters Josef Kostersitz absolvierte er die Gymnasial- und philosophischen Studien mit ausgezeichnetem Erfolg in Olmütz, wo er zugleich wegen seiner musikalischen Begabung seine Stimme in den Dienst der fürsterzbischöflichen Metropolitankirche stellte. Am 26. September 1847 empfing Kostersitz in der Stiftskirche der Augustiner-Chorherren von [[Stift Klosterneuburg|Klosterneuburg]] das Ordenskleid, am 29. September 1850 beging er seine feierliche Profess und am 25. Juli 1852 die Primiz, nachdem er am 24. Juli 1852 zum Priester geweiht worden war. In den ersten Jahren seiner priesterlichen Wirksamkeit war er Lehrer an der damaligen stiftlichen Realschule sowie 1853 Präfekt der Sängerknaben des Stiftes und Regens Chori. 1855 kam er als Kooperator nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Wien, Nussdorf|Nussdorf]]. Von 1861 bis 1864 versah er die Stellungen eines Novizenmeisters und Pastoralprofessors an der theologischen Hauslehranstalt des Stiftes, von 1864 bis 1882 fungierte er als Kanzleidirektor, Archivar und Haushistoriograph. Am 22. November 1882 wählten ihn seine Mitbrüder zum Propst des Stiftes, und am darauffolgenden Tag wurde er vom Kardinal Dr. Ganglbauer benediziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Renovierung des Stiftes und Ausbau der Bibliothek===&lt;br /&gt;
Propst Ubald Kostersitz erwies sich während seiner Regierung als Förderer von Kunst und Wissenschaft. Unter ihm wurden die Kunstsammlungen des Stiftes neu aufgestellt und katalogisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu: Wendelin Boeheim: Die Schatzkammer und die Kunstsammlung im lateranensischen Augustiner-Chorherrenstifte Klosterneuburg. Wien 1889.&amp;lt;/ref&amp;gt; An diesen Arbeiten waren neben kunstverständigen Chorherren wie zum Beispiel [[Ivo Sebald]] Fachmänner beteiligt wie Albert Ilg, Direktor der kunsthistorischen Sammlungen des kaiserlichen Hauses, Wendelin Boeheim als Kustos der k. k. Hofwaffensammlung, Moritz Maria Weitenhiller, Vorstandsmitglied der k. k. Heraldischen Gesellschaft ''Adler'', Eduard Ritschel, akademischer Maler, oder der Kunsthistoriker Robert Stiasny. Die Stiftsbibliothek ließ Propst Ubald um sieben Räumlichkeiten vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrungen und Mitgliedschaften===&lt;br /&gt;
Ausgezeichnet mit den Titeln eines kaiserlichen und fürsterzbischöflichen Rates (1882), mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone, dem Komturkreuz des Franz Josef-Ordens (1886) und dem Stern zum Komturkreuz (1896) sowie nach der Ernennung zum Mitglied des Herrenhauses (1887) starb er am 3. Oktober 1902 nach langem Leiden und wurde am 6. Oktober 1902 in der Chorherrengruft auf dem Friedhof der Oberen Stadt in Klosterneuburg beigesetzt. Kurze Zeit vorher hatte er sein goldenes Priesterjubiläum gefeiert. Vor seiner Wahl zum Propst arbeitete Ubald Kostersitz auch auf literarischem Gebiet. Er war zudem korrespondierendes Mitglied der k. k. Zentralkommission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Die Hundskehle in Klosterneuburg von ihrem Ursprung bis auf den heutigen Tag. Wien 1868. [https://books.google.at/books?id=7_1-rN0FZMIC&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)] &lt;br /&gt;
* Das ehemalige Cistercienser-Frauenkloster zu St. Bernhard V.-O.-M.-B. Wien 1868. [https://books.google.at/books?id=bwusC3z527oC&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PA1#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)] &lt;br /&gt;
* Monumenta sepulchralia eorumque epitaphia in collegiata ecclesia B. M. Virginis Claustroneoburgi. Wien 1881. &lt;br /&gt;
* Das Chorherrenstift Klosterneuburg. In: Ein Chorherrenbuch: Geschichte und Beschreibung der Bestehenden und Anführung der aufgehobenen Chorherrenstifte. Augustiner und Prämonstratenser in Österreich-Ungarn, Deutschland und der Schweiz. Hg. von Sebastian Brunner. Würzburg 1883, S. 271–365.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Ralph Andraschek-Holzer: Klösterliche Geschichtsforschung in Niederösterreich 1600–2000. St. Pölten 2002 (Sonder- und Wechselausstellungen der Niederösterreichischen Landesbibliothek, 22), S. 29.&lt;br /&gt;
* Martina Griesser-Stermscheg: Die Kunstgeschichte ergänzen: Buntmetall und elektrische Glühbirnen: die Kirchenausstattung der Donaufelder Kirche im Zeichen des Wiener Sezessionismus. Wien 2009 (Konservierungswissenschaft, Restaurierung, Technologie, 5), S. 23 (zu Kostersitz' Beteiligung am Bau der Donaufelder Pfarre).&lt;br /&gt;
* Lothar Höbelt / Jiří Malíř / Johannes Kalwoda / Antonín Okáč [Hg.]: Die Tagebücher des Grafen Egberg Belcredi 1850–1894. Nach editorischen Vorarbeiten von Antonín Okáč. Wien 2016 (Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, 110), S. 799.&lt;br /&gt;
* Floridus Röhrig: Art. Kostersitz, Ubald (Ewald). In: Österreichisches Biographisches Lexikon. Band 4 (1969), S. 154. [https://doi.org/10.1553/0x002823a1 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [https://www.parlament.gv.at/WWER/PARL/J1848/Kostersitz.shtml Kostersitz, Ubald (Ewald)] auf der Website des österreichischen Parlaments (Zugriff am 23. April 2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Berthold III. Ignaz Fröschl]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Pröpste des Stiftes Klosterneuburg|Propst des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1882–1902&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Bernhard III. Johannes Peitl]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Mähren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archivar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regens Chori]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sängerknaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaiserlicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fürsterzbischöflicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kooperator]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Hauslehranstalt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kanzleidirektor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsrat (Herrenhaus)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Ignaz_Traumihler&amp;diff=7799</id>
		<title>Ignaz Traumihler</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Ignaz_Traumihler&amp;diff=7799"/>
		<updated>2021-09-01T11:56:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Ignaz Traumihler&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1815/03/10&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Zwettl (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1835/08/28&lt;br /&gt;
|Profess=1838/11/04&lt;br /&gt;
|Primiz=1840/08/15&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1884/10/12&lt;br /&gt;
|Sterbeort=St. Florian (Oberösterreich)&lt;br /&gt;
|Institution=Stift St. Florian&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/139648453&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 119–121. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n139/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
|Beruf=Chorherr&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ignaz Traumihler, * 10. März 1815 in Zwettl (Niederösterreich), &amp;amp;dagger; 12. Oktober 1884 in St. Florian (Oberösterreich), war Chorherr des [[Stift St. Florian|Stiftes St. Florian]] und ein bekannter Komponist im 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
===Ausbildung und Klostereintritt===&lt;br /&gt;
Traumihler stammte aus Zwettl im Waldviertel, seine Eltern waren Handelsleute. Im Zisterzienserstift Zwettl erhielt er bei den Sängerknaben Unterricht in Gesang und Violinspiel sowie in den Lehrgegenständen des Untergymnasiums. Von Zwettl kam Traumihler in das mit der Benediktinerabtei Melk verbundene Gymnasium, das siebente und achte Jahr seiner Gymnasialstudien legte er in Kremsmünster zurück. Neben der Kirchenmusik wurde seine musikalische Ausbildung von der damals klassischen Kammer- und Konzertmusik stark beeinflusst. Nach vollendeten Gymnasialstudien bat Traumihler um Aufnahme in das [[Stift St. Florian|Augustiner-Chorherrenstift St. Florian]] und wurde dort am 28. August 1835 eingekleidet. Die theologischen Studien absolvierte er an der theologischen Diözesanlehranstalt in Linz, zugleich nahm Traumihler in Linz Unterricht in Generalbass und Harmonielehre beim dortigen Domorganisten Joseph Schiedermaier. Die feierlichen Ordensgelübde legte Traumihler schließlich am 4. November 1838 ab, 1840 wurde er zum Priester geweiht und am Festtag von Mariä Himmelfahrt im selben Jahr feierte er sein erstes heiliges Messopfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Tätigkeiten im Stift und musikalische Leistungen===&lt;br /&gt;
Schon im Oktober desselben Jahres kam er als Kooperator nach [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Florian #Grünbach|Grünbach]], doch nach zwei Jahren wurde er im September 1842 in das Stift zurückberufen, um die Leitung des Musikchors zu übernehmen. Auch in St. Florian hielt man viel auf die Pflege der Musik, aber deren Leitung lag fast ausschließlich in den Händen weltlicher Stiftsbeamten, die streng am Althergebrachten festhielten und sich von einem jungen, in ihren Augen noch unerfahrenen Mann, der gründlich reformieren wollte, nicht willig kommandieren ließen, sondern ihm die größten Schwierigkeiten entgegensetzten. Dies hatte zur Folge, dass Traumihler nur ein Jahr lang bis September 1843 den Dirigentenstab führen konnte und wieder in den Dienst der Seelsorge zurückkehrte. Er wurde Kooperator zunächst in [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Florian #St. Martin im Mühlkreis|St. Martin im Mühlkreis]], im Februar 1840 in [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Florian #St. Peter am Wimberg|St. Peter am Wimberg]] und schließlich im März 1851 in [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Florian #Ansfelden|Ansfelden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeit als Regens Chori und musikalische Leistungen===&lt;br /&gt;
Im Mai 1852 ernannte Propst [[Michael II. Arneth|Michael Arneth]] Traumihler zum Regens Chori des Stiftes. Diese Funktion übte er über 32 Jahre lang, bis zu seinem Tod am 12. Oktober 1884, aus. Das Musikarchiv des [[Stift St. Florian|Stiftes St. Florian]] besitzt von ihm zahlreiche Introitus, Gradualien, Offertorien, Festkantate zu den Namensfesten der Stiftsvorstände, eine Instrumentalmesse und andere Tondichtungen in handschriftlicher Überlieferung. Traumihler widmete sich insbesondere dem Aufbau eines Vokalchors, der sich zu seiner Zeit einen landesweiten Ruf erwerben konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Bemühungen und Auseinandersetzungen einer Neuausrichtung der Kirchenmusik im 19. Jahrhundert, die unter dem Begriff des Cäcilianismus firmieren, stand Traumihler auf jene Seite, welche eine strenge liturgische Funktion der Kirchenmusik betonte. Beeinflusst war sein kirchenmusikalisches Wirken vor allem von Franz Xaver von Witts (1834–1888) ''Fliegenden Blättern für katholische Kirchenmusik'' und der ''Musica sacra''. Er unterstützte auch aktiv den ''Allgemeinen deutschen Cäcilien-Vereins'' (ACV), dessen Gründer Witt war, dem der ''Österreichische Cäcilien-Verein'' (ÖCV) von Johann Evangelist Habert gegenüber stand, die eine gemäßigtere Ausrichtung vertraten.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu etwa Johannes Evangelist Habert: Der deutsche Cäcilien-Verein. Nach der Natur gezeichnet. Leipzig 1877, S. 8. [https://books.google.at/books?id=hOk77hoka20C&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PA8#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Darüber hinaus war Traumihler an der Gründung des ''Cäcilienvereines für alle Länder deutscher Zunge'' beteiligt, der ihn später in das Referentenkollegium aufnahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke== &lt;br /&gt;
* Rezension zu Karl Severin Meisters &amp;quot;Das katholische deutsche Kirchenlied&amp;quot;. In: Theologisch-Praktische Quartalschrift 16 (1863), S. 162–170.&lt;br /&gt;
* Tantum ergo. In: Musica Sacra. Monatschrift für Kirchenmusik und Liturgie V/12 (1872).&lt;br /&gt;
Darüber hinaus veröffentlichte Traumihler mehrere Beiträge in den Linzer ''Christlichen Kunstblättern'' und zahlreiche Rezensionen in den ''Vereinskatalogen'' des Deutschen Cäcilienvereines.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Bernhard Deubler]]: Ignaz Traumihler &amp;amp;dagger;. In: Fliegende Blätter für katholische Kirchenmusik  19/11 (1884), S. 109–110.&lt;br /&gt;
* Peter Erhart: Niederösterreichische Komponisten. Wien 1998, S. 61.&lt;br /&gt;
* Crawford Howie: Bruckner and the motet. In: The Cambridge Companion to Bruckner. Hg. von John Williamson. Cambridge 2004, S. 54–78.&lt;br /&gt;
* Andreas Lindner: Josef Eduard Seiberl (1836–1877). Leben und Werk des Florianer Stiftsorganisten und Nachfolgers Anton Bruckners. In: Oberösterreichische Heimatblätter 56/3–4 (2002), S. 161–214. [https://www.zobodat.at/biografien/Seiberl_Josef_Eduard_Oberoesterr-Heimatbl_2002_3_4_0161-0214.pdf (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Elisabeth Maier: Verborgene Persönlichkeit: Anton Bruckner in seinen privaten Aufzeichnungen. Band 1: Textübertragungen und Kommentar (Anton Bruckner Dokumente und Studien, 11), S. 641.&lt;br /&gt;
* Melanie Wald-Fuhrmann: Geistliche Vokalmusik. In: Bruckner-Handbuch. Hg. von Hans-Joachim Hinrichsen. Stuttgart 2010, S. 224–289, hier: 237, 271 u. 276.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [https://www.gedaechtnisdeslandes.at/personen/action/show/controller/Person/person/traumihler.html Ignaz Traumihler] bei ''Gedächnits des Landes'' vom Museum Niederösterreich&lt;br /&gt;
* [http://www.stift-st-florian.at/stift-st-florian/musikarchiv.html Nachlass von Ignaz Traumihler] im Musikarchiv des Stiftes St. Florian&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Niederösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift St. Florian]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regens Chori]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sängerknaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Cäcilianismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kooperator]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Bertrand_Georg_Puchwein&amp;diff=7795</id>
		<title>Bertrand Georg Puchwein</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Bertrand Georg Puchwein&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1924/10/09&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Wien&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1945/10/28&lt;br /&gt;
|Profess=1949/08/28&lt;br /&gt;
|Primiz=1953/05/03&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=2011/07/19&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|Quelle=Karl Holubar (Hg.), Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche und statistische Daten. Klosterneuburg &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2014, S. 84-85.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Bertrand Georg Puchwein, * 9. Oktober 1924 in Wien, † 19. Juli 2011, war Erzbischöflicher Geistlicher Rat und Chorherr des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Gymnasialzeit war Puchwein Sängerknabe im Stift. Nach der Matura 1942 musste er zuerst bis April 1943 den Reichsarbeitsdienst leisten und bis 1945 zur Wehrmacht einrücken. Nach einigen Monaten in amerikanischer Kriegsgefangenschaft konnte er am 28. Oktober 1945 im [[Stift Klosterneuburg]] eingekleidet werden. Die feierliche Profess legte er am 28. August 1949 ab, die Priesterweihe erhielt er am 29. April 1951, Primiz feierte er am 3. Mai 1951. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Puchweins priesterliches Wirken galt den Pfarren des Stiftes: Von August 1951 bis August 1954 war er Kaplan in [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Wien, Donaufeld|Donaufeld]] und von August 1954 bis April 1962 Kaplan in der [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Klosterneuburg, Stift (Obere Stadt)|Stiftspfarre Klosterneuburg]]. In beiden Pfarren galt sein pastorales Augenmerk besonders der Jugend; seine klare Stimme, begleitet mit dem Spiel auf der Gitarre, wird vielen in stetiger Erinnerung bleiben. Am 1. Mai 1962 wurde er zum Pfarrer von [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Wien, Sievering|Sievering]] bestellt, ein Amt, das er bis 2005 bekleidete. Puchwein starb am 19. Juli 2011 und wurde am 26. Juli 2011 in der Gruft der Sebastianikapelle beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzbischöflicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geistlicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sängerknaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarrer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Ferdinand Mann</title>
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		<updated>2021-09-01T11:55:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Ferdinand Mann&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1834/03/30&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Großsiegharts (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
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|Primiz=1859/07/31&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1906/04/26&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Herzogenburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 286. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n307/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ferdinand Mann, * 30. März 1834 in Großsiegharts (Niederösterreich), &amp;amp;dagger; 26. April 1906, war Chorherr des [[Stift Herzogenburg|Stiftes Herzogenburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mann wurde am 8. September 1854 im [[Stift Herzogenburg]] eingekleidet. Er beging am 26. Dezember 1857 die Feier seiner Profess und brachte am 31. Juli 1859 sein erstes heiliges Messopfer dar. Von 1859 bis 1871 wirkte er als Kurat und Katechet in Herzogenburg, von 1862 bis 1871 stand er zugleich dem stiftlichen Sängerknabenkonvikt, von 1862 bis 1870 dem von ihm gegründeten katholischen Gesellenverein vor. In der Zeit von 1871 bis 1872 versah er die Stellen eines Novizenmeisters, Bibliothekars und Archivars. Im Jahr 1872 kam er als Pfarrverweser nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Herzogenburg #Ponsee|Ponsee]], 1887 nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Herzogenburg #Engabrunn|Engabrunn]] und 1888 nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Herzogenburg #St. Andrä an der Traisen|St. Andrä an der Traisen]]. Ab 2. Juli 1896 war er Stiftsdechant und Verweser der Pfarre von [[Liste der Pfarren des Stiftes Herzogenburg #Stift Herzogenburg|Herzogenburg]]. Mann starb am 26. April 1906.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Der kirchliche Schulgottesdienst. Wien 1863.&lt;br /&gt;
* Gebet- und Gesangbuch für die katholische Jugend. St. Pölten 1870.&lt;br /&gt;
* Predigt am Feste des heiligen Leopold in der Stiftskirche zu Klosterneuburg. Wien 1889.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Emmerich Wallner]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Dechanten des Stiftes Herzogenburg|Dechant des Stiftes Herzogenburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1896–1906&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=NN2&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Niederösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archivar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothekar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Novizenmeister]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Herzogenburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sängerknaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katechet]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarrverweser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stiftsdechant]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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		<title>Ferdinand Mann</title>
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		<updated>2021-09-01T11:53:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Ferdinand Mann&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1834/03/30&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Großsiegharts (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1854/09/08&lt;br /&gt;
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|Institution=Stift Herzogenburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 286. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n307/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ferdinand Mann, * 30. März 1834 in Großsiegharts (Niederösterreich), &amp;amp;dagger; 26. April 1906, war Chorherr des [[Stift Herzogenburg|Stiftes Herzogenburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mann wurde am 8. September 1854 im [[Stift Herzogenburg]] eingekleidet. Er beging am 26. Dezember 1857 die Feier seiner Profess und brachte am 31. Juli 1859 sein erstes heiliges Messopfer dar. Von 1859 bis 1871 wirkte er als Kurat und Katechet in Herzogenburg, von 1862 bis 1871 stand er zugleich dem stiftlichen Sängerknabenkonvikt, von 1862 bis 1870 dem von ihm gegründeten katholischen Gesellenverein vor. In der Zeit von 1871 bis 1872 versah er die Stellen eines Novizenmeisters, Bibliothekars und Archivars. Im Jahr 1872 kam er als Pfarrverweser nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Herzogenburg #Ponsee|Ponsee]], 1887 nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Herzogenburg #Engabrunn|Engabrunn]] und 1888 nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Herzogenburg #St. Andrä an der Traisen|St. Andrä an der Traisen]]. Ab 2. Juli 1896 war er Stiftsdechant und Verweser der Pfarre von [[Liste der Pfarren des Stiftes Herzogenburg #Stift Herzogenburg|Herzogenburg]]. Mann starb am 26. April 1906.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Der kirchliche Schulgottesdienst. Wien 1863.&lt;br /&gt;
* Gebet- und Gesangbuch für die katholische Jugend. St. Pölten 1870.&lt;br /&gt;
* Predigt am Feste des heiligen Leopold in der Stiftskirche zu Klosterneuburg. Wien 1889.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Emmerich Wallner]]&lt;br /&gt;
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|ZEITRAUM1=1896–1906&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=NN2&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Niederösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archivar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothekar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Novizenmeister]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Herzogenburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sängerknabe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katechet]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarrverweser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stiftsdechant]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Ambros_Heysler&amp;diff=7788</id>
		<title>Ambros Heysler</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Ambros Heysler&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1801/11/21&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Brixlegg (Tirol)&lt;br /&gt;
|Profess=1825/12/04&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1859/08/29&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Brixen (Südtirol)&lt;br /&gt;
|Institution=Kloster Neustift&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/1129187411&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 295–296. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n315/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ambros Heysler, * 21. November 1801 in Brixlegg (Tirol), † 29. August 1859 in Brixen (Südtirol), war einer der ersten Professoren am Brixener k. k. Gymnasium aus dem [[Kloster Neustift]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Heysler trat im Jahr 1824 ins [[Kloster Neustift]] ein, legte am 4. Dezember 1825 die Profess ab und wurde am 4. August 1828 zum Priester geweiht. Zwei Jahre nach seiner Priesterweihe wurde er Kooperator in [[Liste der Pfarren des Klosters Neustift #Natz|Natz]]. Vom Jahr 1832 bis 1835 war er Supplent der klassischen Philologie an der Universität Innsbruck, worauf er wieder als Kooperator nach Natz zurückkehrte. Aber schon im Jahr 1836 wurde Heysler zum Professor am Gymnasium in Brixen ernannt, an welchem er bis 1853 lehrte. Die folgenden drei Jahre war er Expositus in [[Liste der Pfarren des Klosters Neustift #Schabs|Schabs]], dann weilte er wiederum zwei Jahre als Professor in Brixen, das er krank verließ, um sich in das Stift zu begeben. Heysler starb am 29. August 1859.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* De vita et placitis Marci Aurelii Anton. Imperatoris philosophiae stoicae sectatoris. In: VIII. Programm des k.k. Gymnasiums in Brixen (1858), S. 1–43.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Tirol]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kloster Neustift]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Gymnasium)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universität Innsbruck]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kooperator]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klassische Philologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Expositus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Hartfried&amp;diff=7787</id>
		<title>Hartfried</title>
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		<updated>2021-09-01T11:51:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Hartfried&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Reichersberg&lt;br /&gt;
|Funktion=Propst&lt;br /&gt;
|Quelle=Helga Litschel (Hg.): 900 Jahre Augustiner Chorherrenstift Reichersberg. Linz 1983, S. 404.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Hartfried war Chorherr und von 1206 bis 1209 Propst des [[Stift Reichersberg|Stiftes Reichersberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartfried kam aus dem Domstift in Salzburg, war seinem Amt als Propst nicht gewachsen und kehrte nach drei Jahren in sein Stift zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Reichersberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propst]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Hermann_Josef_Schwab&amp;diff=7785</id>
		<title>Hermann Josef Schwab</title>
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		<updated>2021-09-01T11:49:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Hermann Josef Schwab&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1917/02/28&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Wien&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1937/08/27&lt;br /&gt;
|Profess=1946/10/27&lt;br /&gt;
|Primiz=1947/04/20&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=2005/05/23&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|Quelle=Karl Holubar (Hg.), Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche und statistische Daten. Klosterneuburg &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2014, S. 77-78.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Hermann Josef Schwab, * 28. Februar 1917 in Wien, † 23. Mai 2005, war Erzbischöflicher Konsistorialrat, Oberstudienrat, Professor und Chorherr des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwab maturierte 1936 in Kalksburg. Am 27. August 1937 wurde er im [[Stift Klosterneuburg]] eingekleidet. Am 1. November 1939 wurde er als Sanitäter zum Militärdienst einberufen und geriet am 20. Jänner 1943 in Gefangenschaft. Am 25. Juni 1946 kam er nach Österreich zurück und konnte am 27. Oktober desselben Jahres die feierliche Profess in Klosterneuburg ablegen. Am 13. April 1947 wurde er zum Priester geweiht und am 20. April 1947 feierte er Primiz. Von September 1947 bis März 1956 war er Kaplan in [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Korneuburg|Korneuburg]], daneben von April 1949 bis Dezember 1952 Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Korneuburg. Von März 1956 bis August 1962 war er Kaplan in [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Wien, Maria Hietzing|Maria Hietzing]] (Wien XIII.) und Religionsprofessor am Mädchengymnasium Wien XIII. Am 1. September 1962 wurde Schwab zum Pfarrer in [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Klosterneuburg, St. Leopold (Sachsengasse)|Klosterneuburg–St. Leopold]] ernannt, ein Amt, das er bis 1996 inne hatte. Er unterrichtete von September 1962 bis August 1977 am Gymnasium in Klosterneuburg und wurde (von 1972 bis 1984) in den Kapitelrat des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]] gewählt. Der Erzbischof von Wien dankte Schwab durch die Ernennung zum Erzbischöflichen Geistlichen Rat 1973 und 1994 zum Erzbischöflichen Konsistorialrat für sein pastorales Wirken. Schwab starb am 23. Mai 2005 und wurde am 8. Juni 2005 in der Gruft der Sebastianikapelle beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaplan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konsistorialrat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzbischöflicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geistlicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studienrat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Gymnasium)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Floridus_Johannes_Nepomuk_Leeb&amp;diff=7782</id>
		<title>Floridus Johannes Nepomuk Leeb</title>
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		<updated>2021-09-01T11:46:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Floridus Johannes Nepomuk Leeb&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1731/05/08&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Nikolsburg (Mähren)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1749/05/27&lt;br /&gt;
|Profess=1750/06/04&lt;br /&gt;
|Primiz=1755/10/05&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1799/08/13&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Klosterneuburg (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Propst&lt;br /&gt;
|Quelle=Karl Holubar (Hg.), Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche und statistische Daten. Klosterneuburg &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2014, S. 288.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Floridus Johannes Nepomuk Leeb, * 8. Mai 1731 in Nikolsburg (Mähren), † 13. August 1799 in Klosterneuburg (Niederösterreich), war Magister der freien Künste und der Philosophie, Doktor der Theologie, Chorherr und von 1782-1799 der 54. Propst des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leeb wurde am 27. Mai 1749 eingekleidet, legte am 4. Juni 1750 die Profess ab und feierte nach der Priesterweihe am 20. September 1755 seine Primiz am 5. Oktober 1755. Er wurde 1766 Bibliothekar, war 1766-1773 Novizenmeister und 1770-1782 Stiftsdechant. Am 16. Februar 1782 wurde Leeb zum Propst gewählt und am 17. Februar 1782 benediziert. 1782-1786 war er Administrator des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien (1786 aufgehoben). Am 13. November 1786 wurde er zum Rektor der Universität in Wien gewählt; 1786 wurde Propst Floridus Verordneter der Landstände und 1790 in den Ausschuss des Prälatenstandes gewählt. Von Kaiser Leopold II. wurde er am 3. Juli 1791 zum Oberst-Erblandhofkaplan von Österreich unter der Enns ernannt. Propst Floridus errichtete 1796/97 endgültig die theologische Lehranstalt im [[Stift Klosterneuburg]], vorerst für die ersten zwei Jahrgänge. Er starb am 13. August 1799 und wurde am 16. August 1799 in der Gruft der Kapelle des hl. Sebastian beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Ambros Ignaz Lorenz]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Pröpste des Stiftes Klosterneuburg|Propst des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1782–1799&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Gaudenz Andreas Dunkler]] &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Mähren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Magister (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doktor (Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibliothekar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Novizenmeister]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stiftsdechant]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Administrator]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rektor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universität Wien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Ubald_Ewald_Kostersitz&amp;diff=7780</id>
		<title>Ubald Ewald Kostersitz</title>
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		<updated>2021-09-01T11:45:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Ubald Ewald Kostersitz&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1828/12/12&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Littau/Litovel (Mähren)&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1847/09/26&lt;br /&gt;
|Profess=1850/09/29&lt;br /&gt;
|Primiz=1852/07/25&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1902/10/03&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Klosterneuburg (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/132947064&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 255–256. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n275/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Holubar (Hg.): Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Geschichtliche und statistische Daten. Klosterneuburg &amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt;2014, S. 290-291.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ubald Ewald Kostersitz, * 12. Dezember 1828 in Littau/Litovel (Mähren), † 3. Oktober 1902, war Chorherr und von 1882-1902 der 60. Propst des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
===Vom Klostereintritt bis zur Propstwahl===&lt;br /&gt;
Als Sohn des k. k. Grundbuchverwalters Josef Kostersitz absolvierte er die Gymnasial- und philosophischen Studien mit ausgezeichnetem Erfolg in Olmütz, wo er zugleich wegen seiner musikalischen Begabung seine Stimme in den Dienst der fürsterzbischöflichen Metropolitankirche stellte. Am 26. September 1847 empfing Kostersitz in der Stiftskirche der Augustiner-Chorherren von [[Stift Klosterneuburg|Klosterneuburg]] das Ordenskleid, am 29. September 1850 beging er seine feierliche Profess und am 25. Juli 1852 die Primiz, nachdem er am 24. Juli 1852 zum Priester geweiht worden war. In den ersten Jahren seiner priesterlichen Wirksamkeit war er Lehrer an der damaligen stiftlichen Realschule sowie 1853 Präfekt der Sängerknaben des Stiftes und Regens Chori. 1855 kam er als Kooperator nach [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Wien, Nussdorf|Nussdorf]]. Von 1861 bis 1864 versah er die Stellungen eines Novizenmeisters und Pastoralprofessors an der theologischen Hauslehranstalt des Stiftes, von 1864 bis 1882 fungierte er als Kanzleidirektor, Archivar und Haushistoriograph. Am 22. November 1882 wählten ihn seine Mitbrüder zum Propst des Stiftes, und am darauffolgenden Tag wurde er vom Kardinal Dr. Ganglbauer benediziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Renovierung des Stiftes und Ausbau der Bibliothek===&lt;br /&gt;
Propst Ubald Kostersitz erwies sich während seiner Regierung als Förderer von Kunst und Wissenschaft. Unter ihm wurden die Kunstsammlungen des Stiftes neu aufgestellt und katalogisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu: Wendelin Boeheim: Die Schatzkammer und die Kunstsammlung im lateranensischen Augustiner-Chorherrenstifte Klosterneuburg. Wien 1889.&amp;lt;/ref&amp;gt; An diesen Arbeiten waren neben kunstverständigen Chorherren wie zum Beispiel [[Ivo Sebald]] Fachmänner beteiligt wie Albert Ilg, Direktor der kunsthistorischen Sammlungen des kaiserlichen Hauses, Wendelin Boeheim als Kustos der k. k. Hofwaffensammlung, Moritz Maria Weitenhiller, Vorstandsmitglied der k. k. Heraldischen Gesellschaft ''Adler'', Eduard Ritschel, akademischer Maler, oder der Kunsthistoriker Robert Stiasny. Die Stiftsbibliothek ließ Propst Ubald um sieben Räumlichkeiten vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ehrungen und Mitgliedschaften===&lt;br /&gt;
Ausgezeichnet mit den Titeln eines kaiserlichen und fürsterzbischöflichen Rates (1882), mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone, dem Komturkreuz des Franz Josef-Ordens (1886) und dem Stern zum Komturkreuz (1896) sowie nach der Ernennung zum Mitglied des Herrenhauses (1887) starb er am 3. Oktober 1902 nach langem Leiden und wurde am 6. Oktober 1902 in der Chorherrengruft auf dem Friedhof der Oberen Stadt in Klosterneuburg beigesetzt. Kurze Zeit vorher hatte er sein goldenes Priesterjubiläum gefeiert. Vor seiner Wahl zum Propst arbeitete Ubald Kostersitz auch auf literarischem Gebiet. Er war zudem korrespondierendes Mitglied der k. k. Zentralkommission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Die Hundskehle in Klosterneuburg von ihrem Ursprung bis auf den heutigen Tag. Wien 1868. [https://books.google.at/books?id=7_1-rN0FZMIC&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)] &lt;br /&gt;
* Das ehemalige Cistercienser-Frauenkloster zu St. Bernhard V.-O.-M.-B. Wien 1868. [https://books.google.at/books?id=bwusC3z527oC&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PA1#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)] &lt;br /&gt;
* Monumenta sepulchralia eorumque epitaphia in collegiata ecclesia B. M. Virginis Claustroneoburgi. Wien 1881. &lt;br /&gt;
* Das Chorherrenstift Klosterneuburg. In: Ein Chorherrenbuch: Geschichte und Beschreibung der Bestehenden und Anführung der aufgehobenen Chorherrenstifte. Augustiner und Prämonstratenser in Österreich-Ungarn, Deutschland und der Schweiz. Hg. von Sebastian Brunner. Würzburg 1883, S. 271–365.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Ralph Andraschek-Holzer: Klösterliche Geschichtsforschung in Niederösterreich 1600–2000. St. Pölten 2002 (Sonder- und Wechselausstellungen der Niederösterreichischen Landesbibliothek, 22), S. 29.&lt;br /&gt;
* Martina Griesser-Stermscheg: Die Kunstgeschichte ergänzen: Buntmetall und elektrische Glühbirnen: die Kirchenausstattung der Donaufelder Kirche im Zeichen des Wiener Sezessionismus. Wien 2009 (Konservierungswissenschaft, Restaurierung, Technologie, 5), S. 23 (zu Kostersitz' Beteiligung am Bau der Donaufelder Pfarre).&lt;br /&gt;
* Lothar Höbelt / Jiří Malíř / Johannes Kalwoda / Antonín Okáč [Hg.]: Die Tagebücher des Grafen Egberg Belcredi 1850–1894. Nach editorischen Vorarbeiten von Antonín Okáč. Wien 2016 (Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, 110), S. 799.&lt;br /&gt;
* Floridus Röhrig: Art. Kostersitz, Ubald (Ewald). In: Österreichisches Biographisches Lexikon. Band 4 (1969), S. 154. [https://doi.org/10.1553/0x002823a1 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [https://www.parlament.gv.at/WWER/PARL/J1848/Kostersitz.shtml Kostersitz, Ubald (Ewald)] auf der Website des österreichischen Parlaments (Zugriff am 23. April 2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{ #invoke: Funktionsleiste | Execute&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER1=[[Berthold III. Ignaz Fröschl]]&lt;br /&gt;
|FUNKTION1=[[Liste der Pröpste des Stiftes Klosterneuburg|Propst des Stiftes Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM1=1882–1902&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER1=[[Bernhard III. Johannes Peitl]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Mähren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archivar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regens Chori]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Präfekt der Sängerknaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaiserlicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fürsterzbischöflicher Rat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kooperator]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Hauslehranstalt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kanzleidirektor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsrat (Herrenhaus)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Johann_Kanty_Chodani&amp;diff=7779</id>
		<title>Johann Kanty Chodani</title>
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		<updated>2021-09-01T11:41:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Johann Kanty Chodani&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1769/10/16&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Krakau (Polen)&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1831/07/31&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Wilna (Litauen)&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Krakau&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 355f. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n375/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Johann Kanty Chodani, * 16. Oktober 1769 in Krakau (Polen), † in Wilna (Litauen), war Chorherr des [[Stift Krakau|Stiftes Krakau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Chodani war das Kind einer armen italienischen Familie. Er studierte an der Krakauer Akademie und erlangte wegen seiner Beredsamkeit bald als Prediger der Krakauer Kathedralkirche Berühmtheit. Aber auch als Professor der Dogmatik und der Heiligen Schrift an der Jagellonischen Universität hatte er einen bedeutenden Ruf. Im Jahr 1804 erhielt er die Erlaubnis, aus dem Orden der Augustiner-Chorherren in den Weltpriesterstand zu treten (&amp;quot;obtinuit saecularisationem&amp;quot;). Schon im folgenden Jahr verlieh ihm die Akademie in Wilna das Amt eines Predigers an der Kirche des heiligen Johann und im Jahr 1808 wurde er zum außerordentlichen Professor der Moral- und Pastoraltheologie an dem berühmten Seminarium in Wilna ernannt. Seit dem Jahr 1809 besaß er ein Kanonikat an der Kathedralkirche in Wilna. Chodani starb in dieser Stadt am 31. Juli 1831. Seine reiche Bibliothek ging in den Besitz der Wilnaer Universität über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tätigkeit als Übersetzer==&lt;br /&gt;
Beeinflusst von den liberalen Ideen seiner Zeit übersetzte Johann Chodani, als er noch in Krakau weilte, Voltaires Werke, so 1800 ''Discours sur l'homme'' (''Wiersz o człowieku'') und 1803 die ''Henriade'' (''Henriada'') ins Polnische. In Krakau erschien von ihm 1800 auch eine Übersetzung von Geßners ''Idyllen'' (''Sielanki''). Seine polnischen Übersetzungen von Lessings ''Nathan der Weise'' sowie von Wielands ''Oberon'' und ''Musarion'' blieben jedoch ungedruckte Manuskripte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Etyka chrześcijanska, czyłi teologia moralna do użycia szkolnego zastosowana przez A. K. Reybergera, przekład z łacińskiego. 3 Bände. Wilna 1821–1822. [Christliche Ethik oder Moraltheologie für den Schulgebrauch lateinisch bearbeitet von A. K. Reyberger. Aus dem Lateinischen übersetzt von Chodani. Wilna 1821–1822. 3 Bände.]&lt;br /&gt;
* Nauka chrześcijańskiej katolickiej religii w trzech częściach ułożona. Wilno 1823. [Lehrbuch der katholischen Religion in drei Teilen. Wilna 1823.]  &lt;br /&gt;
* Teologia pasterska podług Giftschütza. Wilno 1824. [Pastoraltheologie im Sinne Giftschütz'. Wilna 1824.]  &lt;br /&gt;
* Kazania Ks. Jana Chodaniego z pozostalych po śmierci rękopismów. Wydanie drugie 1832, 2 tomy. [Predigten des Joannes Chodani aus hinterlassenen Manuskripten nach seinem Tode herausgegeben. Zweite Auflage 1832. 2 Bände.]  &lt;br /&gt;
Rzut oka na celniejsze zasady nauki obyczajowej, przekład z Gawre. (Mskr.) [Ein Blick auf die wichtigeren Prinzipien der Moraltheologie von Gavre, übersetzt von Chodani.]  &lt;br /&gt;
O wymowie Kaznodziejskiey, tłómaczenie ks. Maury. (Mskr.) [Kanzelberedsamkeit von Maury, übersetzt von Chodani.]&lt;br /&gt;
Historya biblijna dla młodzierzy przekład z ks. Schmida. (Mskr.) [Handbuch der biblischen Geschichte für die Jugend von Schmid, übersetzt von Chodani.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Michael Nowodworski: Art. Chodani. In: Kirchliche Enzyklopädie. Band 3 (####), S. ##.&lt;br /&gt;
* Gertraud Marinelli-König: Polen und Ruthenen in den Wiener Zeitschriften und Almanachen des Vormärz (1805–1848). Wien 1992 (Österreichische Akademie der Wissenschaften. Phil.-Hist. Klasse, 599; Veröffentlichungen der Kommission für Literaturwissenschaft 13), S. 6, 61 u. 165.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Polen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Krakau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Dogmatik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Moraltheologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Pastoraltheologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universität Krakau]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Engelbert_M%C3%BChlbacher&amp;diff=7759</id>
		<title>Engelbert Mühlbacher</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Engelbert_M%C3%BChlbacher&amp;diff=7759"/>
		<updated>2021-09-01T10:07:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Engelbert Mühlbacher&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1843/10/04&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Gresten (Niederösterreich)&lt;br /&gt;
|Profess=1866/09/15&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1903/07/17&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Wien&lt;br /&gt;
|Institution=Stift St. Florian&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/11716173X&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 160–164. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n181/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Engelbert Mühlbacher, * 4. Oktober 1843 in Gresten (Niederösterreich), † 17. Juli 1903 in Wien, war Chorherr des [[Stift St. Florian|Stiftes St. Florian]] und Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Mühlbacher trat am 14. September 1862 in das [[Stift St. Florian]] ein, legte am 15. September 1866 die feierlichen Gelübde ab und empfing am 28. Juli 1867 die heilige Priesterweihe. Von September 1867 bis September 1868 war er Kooperator in [[Liste der Pfarren des Stiftes St. Florian #Weißenkirchen|Weißenkirchen]], hierauf wirkte er als Hilfspriester. Im Dezember 1872 begab er sich an die Universität in Innsbruck, im Oktober 1874 an die in Wien, um sich in der Geschichtswissenschaft auszubilden. An der Innsbrucker Universität erwarb er sich das Doktorat der Philosophie. Im Mai 1878 wurde er außerordentlicher Professor der Geschichte an der Universität in Innsbruck, im April 1881 außerordentlicher und im September 1896 ordentlicher Professor für Geschichte des Mittelalters und für historische Hilfswissenschaften an der Universität in Wien. Zudem war Mühlbacher seit 1879 Mühlbacher Redakteur der ''Mittheilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung''. Unter seiner Leitung wurde die Zeitschrift eines der führenden Publikationsorgane der historischen Hilfswissenschaften, der mittelalterlichen und österreichischen Geschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Stift St. Florian]] hatte Mühlbacher bereits in den 1870er Jahren verlassen, ohne formal aus dem Stift bzw. dem Orden ausgetreten zu sein. Der unklare Status als Geistlicher dürfte ein Grund dafür gewesen sein, dass sich die Ernennung zum Ordinarius bis 1896 – kurz vor der Ernennung zum Direktor des Instituts für österreichische Geschichtsforschung in der Nachfolge von Heinrich von Zeißberg (1839–1899) – hingezogen hatte. Im Mai 1891 nahm ihn die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien unter ihre wirklichen Mitglieder auf, 1896 erfolgte seine Ernennung zum korrespondierenden Mitglied der Königlich-bayrischen Akademie der Wissenschaften in München, deren wirkliches Mitglied er späterhin wurde. Mühlbacher war auch Mitglied der Zentraldirektion der ''Monumenta Germaniae Historica'' (MGH) in Berlin, ordentliches Mitglied des k. k. Archivrates in Wien und seit 1903 Ehrendoktor der Universität in Bern. Er starb überraschend am 17. Juli 1903 im Alter von 59 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mühlbachers Forschungsschwerpunkte waren die mittelalterliche Geschichte, insbesondere die Geschichte des Karolingischen Reiches, sowie die Diplomatik. Er verband in seiner Zeit als Institutsdirektor die diplomatische Tradition der sogenannten &amp;quot;Wiener Schule&amp;quot; Theodor Sickels mit neueren methodologischen Ansätzen der &amp;quot;Innsbrucker Schule&amp;quot; seines Lehrers Julius Ficker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstiges==&lt;br /&gt;
Die sich im 13. Wiener Gemeindebezirk befindliche Mühlbachergasse wurde 1930 durch einen Gemeinderatsbeschluss nach Engelbert Mühlbacher benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Mühlbachergasse. (26. März 2017). Wien Geschichte Wiki, abgerufen am 31. März 2020, 10:26 von [https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/index.php?title=M%C3%BChlbachergasse&amp;amp;oldid=263985 https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/index.php?title=M%C3%BChlbachergasse&amp;amp;oldid=263985].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Monografien und Regestenwerke=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die literarischen Leistungen des Stiftes St. Florian bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Innsbruck 1905. Ein Manuskript wurde auch in Linz 1874 gedruckt, das noch unvollendet war und zeitlich reicht bis zum Eintrag von [[Jodok Stülz]] reicht.&lt;br /&gt;
* Die streitige Papstwahl des Jahres 1130. Innsbruck 1876. [http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11333367-2 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Die Regesten des Kaiserreiches unter den Karolingern 751–918. Nach Johann Friedrich Böhmer neu bearbeitet von Ernst Mühlbacher. Band 1. Innsbruck 1889 (Regesta Imperii, I).&lt;br /&gt;
* Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern 751-918 (926/962). Nach Johann Friedrich Böhmer neu bearbeitet von Ernst Mühlbacher. Nach Mühlbachers Tode vollendet von Johann Lechner. Band 1, 2. Auflage (Regesta Imperii, I). [http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00009516-1 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Deutsche Geschichte unter den Karolingern. Stuttgart 1896, Nachdrucke 1959, 1972, 1980, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Arbeiten in den ''Mittheilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung'' 1880–1901===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*  Band 1 (1880):&lt;br /&gt;
** Ein Buch aus der Bibliothek von Baluze, S. 129–130. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n139/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Urkundenfund in Verona, S. 134. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n144/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Neue Arbeiten Joppis zur Geschichte Friauls und Istriens, S. 147–153. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n157/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Karl Foltz †, S. 170–173. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n180/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Unedirte Diplome aus Aquileja (799–1082). Mitgetheilt von V. Joppi und ergänzt aus dem Apparat der Monumenta Germaniae. Mit einer Einleitung von Mühlbacher, S. 261–278. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n271/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Neue Facsimilesammlungen, S. 309–310. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n319/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Ein angebliches Capitulare Karls des Grossen, S. 608–614. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n618/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Eine neue historische Zeitschrift, S. 621–623. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n631/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** lnventaire des cartulaires conservés dans les bibliothèques de Paris et aux arch. nat. par M. Ul. Robert suivi d'une Bibliographie des cartulaires publiés en France depuis 1840 (par M. L. Delisle), S. 640–644. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n650/mode/2up (Digitalisat)] &lt;br /&gt;
* Band 2 (1881):&lt;br /&gt;
** Die Constantinische Schenkung in der deutschen Reichskanzlei, S. 115–116. [http://www.archive.org/stream/mittheilungende09gescgoog#page/n127/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Zur Geschichte König Bernhards von Italien, S. 296–302. [http://www.archive.org/stream/mittheilungende09gescgoog#page/n308/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Notizen, S. 304–309. [http://www.archive.org/stream/mittheilungende09gescgoog#page/n316/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** O. Kämmel, Die Anfänge des deutschen Lebens in Österreich bis zum Ausgange der Karolingerzeit, S. 340–343. [http://www.archive.org/stream/mittheilungende09gescgoog#page/n352/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Unedirte Diplome. I. Aus Arezzo und Novara. Von August v. Jaksch. Mit einer Einleitung von Mühlbacher, S. 443–444. [http://www.archive.org/stream/mittheilungende09gescgoog#page/n455/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** O. Harnack, Das karolingische und byzantinische Reich in ihren wechselseitigen politischen Beziehungen, S. 642–643. [http://www.archive.org/stream/mittheilungende09gescgoog#page/n654/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 3 (1882):&lt;br /&gt;
** Rezension zu: Lörsch und Schröder, Urkunden zur Geschichte des deutschen Rechtes Band 1. 2. Auflage, S. 306–310. [https://archive.org/details/bub_gb_lakSAAAAYAAJ/page/n313/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 4 (1883):&lt;br /&gt;
** Rezension zu Bernhard Endrulat, Niederrheinische Städtesiegel des 12. bis 16. Jahrhundert,  S. 155–159. [https://archive.org/details/bub_gb_RDwFAAAAQAAJ/page/n169/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Cesare Paoli, Programma di paleografia latina e diplomatica, S. 305–306. [https://archive.org/details/bub_gb_RDwFAAAAQAAJ/page/n319/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** In Sachen der Besprechung des &amp;quot;Urkundenbuches des Herzogthums Steiermark&amp;quot;, S. 333–336. [https://archive.org/details/bub_gb_RDwFAAAAQAAJ/page/n347/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Unedirte Diplome II. Mit einem Excurs über die Urkunden Ludwigs II. für Montamiata von A. Fanta. Mit einer Einleitung von Mühlbacher, S. 378–380. [https://archive.org/details/bub_gb_RDwFAAAAQAAJ/page/n392/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** A. Rhomberg, Die Erhebung der Geschichte zum Range einer Wissenschaft oder Die historische Gewißheit und ihre Gesetze, S. 473–475. [https://archive.org/details/bub_gb_RDwFAAAAQAAJ/page/n485/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** J. Delaville le Roulx, Les archives, la bibliothèque et le trésor de l'Ordre de Saint-Jean de Jerusalem à Malte, S. 633–634. [https://archive.org/details/bub_gb_RDwFAAAAQAAJ/page/n645/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 5 (1884):&lt;br /&gt;
** H. Prutz, Malteser Urkunden und Regesten zur Geschichte der Tempelherren und der Johanniter, S. 490–497. [https://archive.org/details/mitteilungendes09gescgoog/page/n503/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** R. Simson, Jahrbücher des fränk. Reiches unter Karl dem Großen, S. 650–655. [https://archive.org/details/mitteilungendes09gescgoog/page/n663/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** In Sachen der Redaction und Julius Ficker gegen G. Köhler, S. 349–352. [https://archive.org/details/mitteilungendes09gescgoog/page/n362/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 6 (1885):&lt;br /&gt;
** Ein Brief Gerhochs von Reichersberg, S. 307–310. [http://www.archive.org/stream/mitteilungendes02gescgoog#page/n315/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** M. Thausing (Nekrolog), S. 198–202. [http://www.archive.org/stream/mitteilungendes02gescgoog#page/n206/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Erklärung der Redaction gegenüber Julius von Pflugk-Harttung, S. 515–520. [http://www.archive.org/stream/mitteilungendes02gescgoog#page/n3523/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 7 (1886):&lt;br /&gt;
** Wilhelm Diekamp (Nekrolog), S. 206–207. [http://www.archive.org/stream/mitteilungendes01gescgoog#page/n221/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Unedirte Diplome III, S. 436–460. [http://www.archive.org/stream/mitteilungendes01gescgoog#page/n451/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 8 (1887):&lt;br /&gt;
** Ein Lied auf K. Odo von Westfrancien, S. 601–604. [http://www.archive.org/stream/mitteilungendes00gescgoog#page/n613/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 9 (1888):&lt;br /&gt;
** Zwei ungedruckte Karolinger Diplome, S. 128–134. [http://www.archive.org/stream/mittheilungende14wiengoog#page/n150/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Julius Wiesner, Die mikroskopische Untersuchung des Papiers mit besonderer Berücksichtigung der ältesten orientalischen und europäischen Papiere; Josef Karabaček, Das arabische Papier; Jos. Karabaček, Neue Quellen zur Papiergeschichte, S. 477–485. [http://www.archive.org/stream/mittheilungende14wiengoog#page/n498/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Julien Havet, Questions Mérovingiennes IV. Les chartes de Saint-Calais; L. Froger, Cartulaire de l'abbaye de Saint-Calais, S. 485–489.[http://www.archive.org/stream/mittheilungende14wiengoog#page/n507/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 10 (1889):&lt;br /&gt;
** Codice necrologico-liturgico del monastera di S. Salvatore e S. Giulia in Brescia trascritto ed illustrato da Andrea Valentini, S. 469–479. [http://archive.org/stream/mitteilungendes12gescgoog#page/n488/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 14 (1893):&lt;br /&gt;
** Felix Stieve, Der oberösterreichische Bauernaufstand des Jahres 1626, S. 164–168. [https://archive.org/details/mitteilungendesi14univuoft/page/164/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 15 (1894):&lt;br /&gt;
** Diplomi imperiali e reali delle cancellarie d'ltalia. Publicati a facsimile della R. Società Romana di Storia patria. 1. Lieferung, S. 131–133.[https://archive.org/details/mitteilungendesi15univuoft/page/130/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Notizen, S. 167–168, 174–175, 182–183, 188–189. [https://archive.org/details/mitteilungendesi15univuoft/page/167/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 16 (1895):&lt;br /&gt;
** Notizen, S. 176, 181. [https://archive.org/details/mitteilungendesi16univuoft/page/176/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 18 (1897):&lt;br /&gt;
** Notizen, S. 204–208. [https://archive.org/details/mitteilungendesi18univuoft/page/204/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 20 (1899):&lt;br /&gt;
** Alfons Huber (Nekrolog), S. 189–191. [https://archive.org/details/mitteilungendesi20univuoft/page/188/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 21 (1900):&lt;br /&gt;
** Heinrich R. von Zeissberg (Nekrolog), S. 206–208. [https://archive.org/stream/bub_gb_VJYVAAAAYAAJ#page/n213/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Urkundenfälschung in Echternach, S. 350–354. [https://archive.org/stream/bub_gb_VJYVAAAAYAAJ#page/n357/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 22 (1901):&lt;br /&gt;
** Alexander Budinszky (Nekrolog), S. 190–191. [https://archive.org/details/mitteilungendesi22univuoft/page/190/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Band 24 (1903):&lt;br /&gt;
** Julius Ficker (Nekrolog), S. 167–178. [https://archive.org/details/mitteilungendesi24univuoft/page/166/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Zwei weitere Passauer Fälschungen, S. 424–432. [http://archive.org/stream/mitteilungendesi24univuoft#page/424/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Ergänzungsband 4 (1893):&lt;br /&gt;
** Kaiser-Urkunde und Papst-Urkunde, S. 499–518. [https://archive.org/stream/MitteilungenDesInstitutsErg4/Mitteilungen_des_Instituts_Erg_4#page/n531/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Ergänzungsband 6 (1901):&lt;br /&gt;
** Die Treupflicht in den Urkunden Karl des Großen, S. 871–883. [https://archive.org/stream/MitteilungenDesInstitutsErg6/Mitteilungen_des_Instituts_Erg_6#page/n887/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Arbeiten in anderen Zeitschriften und in Sammelwerken===&lt;br /&gt;
* Die Urkunde König Ludwigs III. für Drübeck. In: Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Alterthumskunde 11 (1878), S. 16–25. [http://zs.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jparticle_00254206 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Zur ältesten Kirchengeschichte des Landes ob der Enns. I. Die Christianisierung des Landes ob der Enns (auch unter dem Titel: Beiträge zur ältesten Kirchengeschichte des Landes ob der Enns. Separatabdruck aus der Linzer theologisch-praktischen Quartalschrift Jahrgang 1868. Linz 1868); II. Zur Kritik der Legenden des heiligen Florian. In: Theologisch-Praktische Quartalschrift 21 (1868), S. 95–149, 433–454. [https://books.google.at/books?id=5Sbi976L8UsC&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PA95#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)] &lt;br /&gt;
* Oberösterreichische Dialektdichter. I. Anton Schoßer. In: Theologisch-Praktischen Quartalschrift 22 (1869), Nr. 33, 34, 36–40. &lt;br /&gt;
* Die Belagerung von Linz im Jahre 1626. In: Theologisch-Praktische Quartalschrift 23 (1870), Nr. 49–57, 59–65. &lt;br /&gt;
* Gerhochi Reichersbergensis ad Cardinales de schismate Epistola. In: Archiv für österreichische Geschichte 47 (1871), S. 355–382.[https://archive.org/details/archivfrsterrei07kommgoog/page/n363/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Acht Briefe des Cardinal-Erzbischofes von Mailand Carl Cajetan Grafen von Gaisruck an F. Freindaller. Ein Beitrag zur mailändischen Kirchengeschichte in den Jahren 1818–1824. Aus dem Archive des Stiftes St. Florian mitgetheilt. In: Österreichische Vierteljahresschrift für katholische Theologie 11 (1872) S. 411–452. ([http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10980551-9 Digitalisat]; auch als Separatabdruck)&lt;br /&gt;
* Die Datirung der Urkunden Lothar I. Wien 1877. In: Sitzungsberichte der Phil.-Hist. Klasse der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften 85 (1877), S. 463–544.&lt;br /&gt;
* Die Urkunden Karls III. Wien 1879. In: Sitzungsberichte der Phil.-Hist. Klasse der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften 92 (1878), S. 331–516; Rezension Emil von Ottenthal. In: Mittheilungen d. Instituts für österreichische Geschichtsforschung 1 (1880), S. 142–144. [https://archive.org/stream/bub_gb_9qMVAAAAYAAJ#page/n152/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Allgemeine deutsche Biographie (ADB). Band 19 (1884):&lt;br /&gt;
** Art. Kaiser Lothar I., S. 226–241. [https://www.deutsche-biographie.de/pnd118780514.html#adbcontent (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Art. König Lothar II., S. 241–251. [https://www.deutsche-biographie.de/pnd118826816.html#adbcontent (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Art. Kaiser Ludwig II., S. 406–417. [https://www.deutsche-biographie.de/pnd118574906.html#adbcontent (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Art. König Ludwig der Deutsche, S. 417–446. [https://www.deutsche-biographie.de/pnd118863746.html#adbcontent (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Art. König Ludwig III., 446–451. [https://www.deutsche-biographie.de/pnd100952135.html#adbcontent (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Art. König Ludwig IV. das Kind, S. 451–455. [https://www.deutsche-biographie.de/pnd118729462.html#adbcontent (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Die Urkunde Ludwigs des Frommen für Halberstadt. In: Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 18 (1892), S. 282–293. [http://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PPN=PPN345858530_0018&amp;amp;DMDID=dmdlog22 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Un Diplome Faux de Saint-Martin de Tours. In: Mélanges Julien Havet. Recueil de travaux d'érudition dédiés à la mémoire de Julien Havet (1853–1893). Paris 1895, S. 131–148. [https://archive.org/details/mlangesjulienha00havegoog/page/n161/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Eine Urkunde Karls von Burgund. In: Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 25/2 (1899), S. 636–651. [http://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PPN=PPN345858530_0029&amp;amp;DMDID=dmdlog17 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Die Urkunden der Karolinger. Band 1: Die Urkunden Pippins, Karlmanns und Karls des Großen. Hannover 1906 (Monumenta Germaniae Historica, Diplomata Karolinorum, 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Otto Brunner: Das österreichische Institut für Geschichtsforschung und seine Stellung in der deutschen Geschichtswissenschaft. In: Mitteilungen des österreichischen Instituts für Geschichtsforschung 52 (1938), S. 385–416, hier: 397.&lt;br /&gt;
* Friedrich Buchmayr: Mühlbacher, Engelbert. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon 15 (1999), Sp. 1037–1041.&lt;br /&gt;
* Fritz Fellner: &amp;quot;...ein wahrhaft patriotisches Werk&amp;quot;: die Kommission für Neuere Geschichte Österreichs. Unter Mitarbeit von Franz Adlgasser / Doris Corradini. Köln / Weimar / Wien 2001.&lt;br /&gt;
* Walther Höflechner: Das Fach &amp;quot;Geschichte&amp;quot;. Vertretung und Institution von den Anfängen bis zur Gegenwart. Mit Bemerkungen zu Wien und Prag. Graz 2015 (Publikationen aus dem Archiv der Universität Graz, 43/1), S. 461–463.&lt;br /&gt;
* Josef Lenzenweger: Art. Mühlbacher, Engelbert (1843–1903). In: Lexikon für Theologie und Kirche 7 (1962), Sp. 670.&lt;br /&gt;
* Christine Ottner: Die Entwicklung von Fachzeitschriften in der historischen Quellenforschung des 19. Jahrhundert. In: Christine Ottner / Gerhard Holzer / Petra Svatek: Wissenschaftliche Forschung in Österreich 1800–1900. Spezialisierung, Organisation, Praxis. Göttingen 2015 (Schriften des Archivs der Universität Wien, 21), S. 171–196.&lt;br /&gt;
* Christine Ottner: Zwischen 'Referat' und 'Recension'. Strukturelle, fachliche und politische Aspekte in den Literaturberichten der MIÖG (1880–1900). In: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 121 (2013), S. 40–62.&lt;br /&gt;
* Irenze Ranzmaier: Die Philosophie um 1900. In: Universität – Forschung – Lehre. Themen und Perspektiven im langen 20. Jahrhundert. Band 1: 650 Jahre Universität Wien – Aufbruch ins neue Jahrhundert. Hg. von Friedrich Stadler / Katharina Kniefacz / Herbert Posch / Elisabeth Nemeth. Göttingen 2015, S. 143.&lt;br /&gt;
* Oswald Redlich: Engelbert Mühlbacher (Nekrolog). In: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 25 (1904), S. 201–207. [https://archive.org/details/mittheilungende05gescgoog/page/n212/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Martin Ruf: Mühlbacher, Engelbert. In: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 270–271. [https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00016336/image_1 (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Daniela Saxer: Die Schärfung des Quellenblicks: Forschungspraktiken in der Geschichtswissenschaft 1840–1914. München 2014&lt;br /&gt;
* Daniela Saxer: Geschichte im Gefühl. Gefühlsarbeit und wissenschaftlicher Geltungsanspruch in der historischen Forschung des späten 19. Jahrhunderts. In: Rationalisierungen des Gefühls. Zum Verhältnis von Wissenschaft und Emotionen 1880-1930. Hg. von Uffa Jensen / Daniel Morat. München 2008, S. 79–98.&lt;br /&gt;
* Michael Tangl: Engelbert Mühlbacher. Ein Nachruf. In: Neues Archiv 29 (1904), S. 266–274.&lt;br /&gt;
* Max Vancsa: Engelbert Mühlbacher. In: Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich 1 (1902/1903), S. 231.&lt;br /&gt;
* Thomas Winkelbauer: Das Fach Geschichte an der Universität Wien: Von den Anfängen um 1500 bis etwa 1975. Göttingen 2018 (Schriften des Archives der Universität Wien, 24), S. 103–108, 244.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/index.php?title=Engelbert_Mühlbacher&amp;amp;oldid=320599 Engelbert Mühlbacher] auf ''Wien Geschichte Wiki''&lt;br /&gt;
* [https://geschichtsforschung.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/i_geschichtsforschung/Nachlaesse/Nachlass_Engelbert_Muehlbacher.pdf Bestandsliste des Nachlasses von Engelbert Mühlbacher] am Institut für österreichische Geschichtsforschung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Niederösterreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift St. Florian]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kooperator]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doktor (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universität Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universität Innsbruck]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichische Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Philosophie)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Daniel_Tobenz&amp;diff=7756</id>
		<title>Daniel Tobenz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://sacra.wiki/index.php?title=Daniel_Tobenz&amp;diff=7756"/>
		<updated>2021-09-01T10:05:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Daniel Tobenz&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1743/12/19&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Wien&lt;br /&gt;
|Profess=1763/09/21&lt;br /&gt;
|Primiz=1768/04/04&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1819/08/20&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Wien&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|GND=http://d-nb.info/gnd/100643000&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 225–227. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n245/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Dr. Daniel Tobenz, * 19. Dezember 1743 in Wien, † 20. August 1819 ebenda, war Chorherr des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]] und Professor für Theologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
===Klostereintritt und Ausbildung===&lt;br /&gt;
Tobenz absolvierte in Wien die humanistischen und philosophischen Studien und trat am 19. September 1762 in das [[Stift Klosterneuburg]] ein. Nach Ablauf des Probejahres legte er am 21. September 1763 die feierlichen Gelübde ab und begab sich auf Geheiß von Propst [[Berthold II. Johannes Paulus Staudinger|Berthold Staudinger]] zum Studium der Theologie an die Universität Wien. Kurz vor Absolvierung seiner theologischen Studien empfing er die Priesterweihe, worauf er am 4. April 1768 seine erste heilige Messe las. Gegen Ende des Jahres 1768 bestand er eine öffentliche Disputation aus der gesamten Theologie und verließ die Universität, um teils zu Hause, teils in [[Liste der Pfarren des Stiftes Klosterneuburg #Maria Hietzing|Maria Hietzing]] in der Seelsorge auszuhelfen. In den Jahren 1770 und 1771 unterzog er sich den Prüfungen für das theologische Doktorat, das ihm im Jahr 1772 verliehen wurde. Vom nächsten Jahr an lehrte er im Stift an der von Propst Gottfried von Rollemann 1768 gegründeten theologischen Hauslehranstalt spekulative Theologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lehrtätigkeit an der Universität Wien===&lt;br /&gt;
1775 erfolgte seine Berufung auf die Lehrkanzel der Patrologie, der theologischen Literaturgeschichte und der Polemik an der Universität Wien. Tobenz hatte diese Lehrkanzel zehn Jahre hindurch inne. Während dieser Zeit schrieb er neben anderen theologischen Werken auch eine zweibändige Patrologie. Als aber durch den neuen Studienplan vom 16. Juni 1785 die von Tobenz gelehrten Fächer anderen Lehrkanzeln zugewiesen wurden – so die Patrologie und theologische Polemik der Professur für Dogmatik und die theologische Literaturgeschichte der Professur für das neutestamentliche Bibelstudium – war Tobenz von seiner Lehrtätigkeit de facto entbunden. Er wurde jedoch im darauffolgenden Jahr zum Dekan der theologischen Fakultät erwählt und supplierte vom Februar an bis zum Ende des Studienjahres die Professur für Hermeneutik, des Bibelstudiums (N. T.) und der griechischen Sprache. 1787 fungierte er als Notar der theologischen Fakultät und als im selben Jahr der Abt des Stiftes Heiligenkreuz starb, ernannte ihn der Erzbischof von Wien zum Kommendatarabt des Klosters. Bevor Tobenz das Amt antreten konnte, hatten die Zisterzienser von Heiligenkreuz die Erlaubnis erhalten, einen Abt aus dem eigenen Konvent zu wählen. Der damalige Propst des [[Stift Klosterneuburg|Stiftes Klosterneuburg]] [[Floridus Johannes Nepomuk Leeb|Floridus Leeb]] übertrug nun Tobenz die Stelle eines Präfekten des Stiftshofes in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaftliche Tätigkeiten===&lt;br /&gt;
Schon nach drei Jahren aber wurde Tobenz, der sich während seines Aufenthaltes im Stiftshof ganz theologischen Arbeiten gewidmet hatte, neuerdings auf die Hochschule berufen, und zwar als öffentlicher Professor für Dogmatik. Professor Johann Jahn, der nach Bertieris Ausscheiden die Dogmatik übernommen hatte, erhielt nämlich 1790 die wiedererrichtete Kanzel des alttestamentlichen Bibelstudiums, die seit 1788 aufgelassen war. Tobenz blieb öffentlicher Professor der Dogmatik bis zum Jahr 1803, in dem er aus Altersgründen zurücktrat. Weiterhin gab er in der folgenden Zeit viele Privatvorlesungen aus der Theologie, unter anderen dem Fürsten Ernest von Schwarzenberg, späterem Bischof von Raab, dem Grafen Ferdinand von Chotek, späterem Erzbischof von Olmütz, dem Grafen Andreas von Ankwicz Skarbek, dem nachmaligen Erzbischof von Lemberg. Zugleich beschäftigte sich Tobenz viel mit literarischen Arbeiten. So gab er 1804 den ersten und 1806 den zweiten Teil seines &amp;quot;Commentarius in Sacram Scripturam N. T. animorum curatoribus elucubratus&amp;quot; heraus. 1806 ernannte ihn Kaiser Franz I. zum geistlichen Rat und Theologielehrer des Erzherzogs Rudolf, der damals Koadjutor des Erzbistums Olmütz war. Nach Beendigung der Studien des Erzherzogs im Jahr 1811 wurde Tobenz mit vollem Gehalt pensioniert und zum Titularpropst des aufgehobenen Stiftes von Adony in Ungarn erhoben. Er kehrte nun in den Klosterneuburger Stiftshof nach Wien zurück und arbeitete hier bis zu seinem Tod am 20. August 1819 an den Korrekturen und der Gesamtausgabe seiner Schriften, die aber erst ein Jahr nach seinem Tod vollständig erscheinen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke==&lt;br /&gt;
* Institutiones doctrinae Patrum. Pars theoretica. Wien 1777. &lt;br /&gt;
* Institutiones, usus et doctrinae Patrum. Wien 1779. [https://books.google.at/books?id=ZFlnAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA1#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Examen tractatus Joannis Barbeyracii de doctrina morali Patrum Ecclesiae. Dissert. prima. Wien 1785. – Die Dissertation gegen die Schrift des Calvinisten Barbeyrak &amp;quot;Traité de la morale des Pères&amp;quot; von 1728 sollten noch zwei andere Dissertationen folgen, die aber ungedruckt blieben.&lt;br /&gt;
* Commentarius in Sacram Scripturam N. T. animorum curatoribus elucubratus. Viennae 1804–1806.&lt;br /&gt;
* Paraphrasis Psalmorum ex Hebraico adornata cum notis, Clericorum usui adornata. Vindob. 1814. [https://books.google.at/books?id=lHBVAAAAcAAJ&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PP7#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)] &lt;br /&gt;
* Opera omnia. 15 Bände. Wien 1814–1822:&lt;br /&gt;
** Band 1 und 2: Institutiones S. Scripturae;&lt;br /&gt;
** Band 3: Paraphrasis Psalmorum ex hebraico adornata notis et summariis instructa. Editio secundada; [https://books.google.at/books?id=EdVgAAAAcAAJ&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PR1#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
** Band 4, 5 und 6: Institutiones theologiae moralis, usui examinandorum pro cura animarum Iucubratae; [https://books.google.at/books?id=NSVSAAAAcAAJ&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PA1#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat von Band 4)]&lt;br /&gt;
** Band 7 und 8: Commentarii in Sacram Scripturam Novi Foederis. secundada Editio multum adacta; (Digitalisat von [https://books.google.at/books?id=xjtOAAAAcAAJ&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PP3#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Band 7] und [https://books.google.at/books?id=Xj5OAAAAcAAJ&amp;amp;dq=de&amp;amp;pg=PA1#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false von Band 8)]&lt;br /&gt;
** Band 9: Institutiones Patrologiae;&lt;br /&gt;
** Band 10: Institutiones theologiae Dogmaticae;&lt;br /&gt;
** Band 11: De Deo uno et trino;&lt;br /&gt;
** Band 12: De Deo creatore;&lt;br /&gt;
** Band 13: De Deo redemptore;&lt;br /&gt;
** Band 14: De Deo sanctificatore;&lt;br /&gt;
** Band 15: De Deo retributore.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Franz Gräffer / Johann Jakob Czikann: Oesterreichische National-Encyklopädie. Band 5 (1836), S. 376. [http://books.google.com/books?id=pqMUAAAAYAAJ&amp;amp;vq=Tobenz&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA376#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Anton Mayer: Geschichte der geistigen Cultur in Niederösterreich von der ältesten Zeit bis in die Gegenwart. Ein Beitrag zu einer Geschichte der geistigen Cultur im Südosten Deutschlands. Band 1. Wien 1878, S. 197. [https://books.google.at/books?id=wMksAAAAYAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA197#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
* Constantin von Wurzbach: Art. Tobenz, Daniel. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 45 (1882), S. 214f. [http://www.literature.at/viewer.alo?objid=11664&amp;amp;page=225&amp;amp;scale=3.33&amp;amp;viewmode=fullscreen (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dekan (Theologische Fakultät]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Hauslehranstalt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Doktor (Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universität Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Neues Testament)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Dogmatik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geistlicher Rat]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
	</entry>
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		<id>https://sacra.wiki/index.php?title=Andreas_Mock&amp;diff=7755</id>
		<title>Andreas Mock</title>
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		<updated>2021-09-01T10:04:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Christina Jackel: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Person&lt;br /&gt;
|Name=Andreas Mock&lt;br /&gt;
|Geschlecht=männlich&lt;br /&gt;
|Geburtsdatum=1779/07/21&lt;br /&gt;
|Geburtsort=Wien&lt;br /&gt;
|Einkleidung=1799/10/10&lt;br /&gt;
|Profess=1802/10/10&lt;br /&gt;
|Primiz=1804/09/30&lt;br /&gt;
|Sterbedatum=1855/05/08&lt;br /&gt;
|Sterbeort=Wien&lt;br /&gt;
|Institution=Stift Klosterneuburg&lt;br /&gt;
|Funktion=Chorherr&lt;br /&gt;
|Quelle=[[Berthold Otto Černík]]: Die Schriftsteller der noch bestehenden Augustiner-Chorherrenstifte Österreichs von 1600 bis auf den heutigen Tag. Wien 1905, S. 237–238. [https://archive.org/details/dieschriftstell00mittgoog/page/n257/mode/2up (Digitalisat)]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Andreas Mock, * 21. Juli 1779 in Wien, † 8. Mai 1855 in Wien, war Chorherr im [[Stift Klosterneuburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Mock erhielt am 10. Oktober 1799 in der Stiftskirche von Klosterneuburg das Kleid der Augustiner-Chorherren, legte am 10. Oktober 1802 die ewigen Gelübde ab und feierte am 30. September 1804 seine Primiz. Im Jahr 1806 wurde er zum Professor des Alten Bundes und der orientalischen Sprachen an der theologischen Lehranstalt des Stiftes ernannt, 1810 übernahm er dazu noch das Amt eines Novizenmeisters. Als der Maronite und Erzpriester von Tripolis Anton Aryda, zugleich Professor der semitischen Dialekte an der Universität Wien, unter dem Mock die arabischen, syrischen und chaldäischen Sprache erlernte, 1816 in den Ruhestand getreten war, supplierte Mock mehrere Monate lang an der Universität die Lehrkanzel der orientalischen Sprachen und der höheren Exegese des Alten Testaments. Er bewarb sich schließlich um diese und unterzog sich zugleich mit dem Benediktinerpriester Andreas Oberleitner von den Wiener Schotten den Konkursprüfungen, es wurde ihm aber Oberleitner vorgezogen. Ab 1819 versah Mock die Stelle eines Kanzleidirektors im Stift und von 1832 bis 1848 war er Verwalter der stiftlichen Güter in Prinzendorf. Er starb als Stiftshofmeister in Wien am 8. Mai 1855 und wurde am 10. Mai in der Stiftsgruft von Klosterneuburg beigesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die von Joseph von Hammer-Purgstall herausgegebenen ''Fundgruben des Orients'', die zwischen 1810 und 1819 erschienen, steuerte Mock eigene Übersetzungen aus dem Arabischen bei und besorgte auch die Korrektur des Werkes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Berthold Otto Černík]]: Tagebücher des Stiftes Klosterneuburg über die Invasionen der Franzosen in Österreich in den Jahren 1805 und 1809. In: Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg 2 (1909), S. 155–230, hier: 189.&lt;br /&gt;
* [[Vinzenz Oskar Ludwig]]: Klosterneuburg. Kulturgeschichte eines österreichischen Stiftes. Wien 1951, S. 115, 297.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren in Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Novizenmeister]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (des Alten Bundes und der orientalischen Sprachen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hauslehranstalt Stift Klosterneuburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universität Wien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Professor (Orientalistik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kanzleidirektor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stiftshofmeister]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Christina Jackel</name></author>
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